Kurzarbeit
Während der Wirtschaftskrise nach 2009 und der Covid-19-Pandemie ab 2020 erlebte Kurzarbeit als Instrument der Anpassung an konjunkturell bedingte Arbeitsausfälle eine deutliche Aufwertung. Das "German job miracle" nach der Finanzkrise wurde in der internationalen Diskussion im Wesentlichen auf den massiven Einsatz von Kurzarbeit zurückgeführt. Konnte und kann Kurzarbeit die Arbeitslosigkeit in Krisenzeiten tatsächlich eindämmen und zur längerfristigen Stabilisierung der Beschäftigung beitragen? Dieses Themendossier bietet einen Überblick zum Forschungsstand.
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Literaturhinweis
Kurzarbeit: Wann und wie lange lohnt sie sich? (2009)
Zitatform
Crimmann, Andreas, Joachim Möller, Michael Stops & Ulrich Walwei (2009): Kurzarbeit: Wann und wie lange lohnt sie sich? In: IAB-Forum H. 2, S. 104-111. DOI:10.3278/IFO0902W104
Abstract
"Dank Kurzarbeit können Betriebe bei temporärem Arbeitsausfall, sei er konjunkturell oder saisonal bedingt, ihre Personalkosten mit Hilfe staatlicher Unterstützungszahlungen senken und - im günstigsten Fall - auf Entlassungen verzichten. Sie nimmt den Betrieben die Last der Lohn- und Gehaltszahlung während der Ausfallzeiten und stärkt so deren Bereitschaft, ihre Stammbelegschaften trotz rückläufiger Nachfrage zu halten. Im Gegensatz zu einer Personalpolitik des 'Heuerns und Feuerns' - Experten sprechen hier von 'externer Flexibilität' - stärkt Kurzarbeit die interne Flexibilität der Betriebe. Für die betroffenen Arbeitnehmer ist sie unter Einkommensaspekten ebenso wie psychologisch in jedem Fall besser als Entlassung. Auch konjunkturpolitisch ist Kurzarbeit von Vorteil, wirkt sie doch in der Krise als eingebauter Stabilisator. Den positiven Seiten stehen allerdings die Kosten der Kurzarbeit gegenüber, die von den Betrieben und den Beschäftigten sowie von den Beitrags- und Steuerzahlern zu tragen sind. In diesem Beitrag werden die verschiedenen Handlungsoptionen, die Betrieben bei temporärem Arbeitsausfall zur Verfügung stehen, und die sich daraus für die Beteiligten ergebenden Belastungswirkungen analysiert." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Wirtschafts- und Finanzkrise: Verschnaufpause dank Kurzarbeit (2009)
Crimmann, Andreas; Wießner, Frank;Zitatform
Crimmann, Andreas & Frank Wießner (2009): Wirtschafts- und Finanzkrise: Verschnaufpause dank Kurzarbeit. (IAB-Kurzbericht 14/2009), Nürnberg, 12 S.
Abstract
"Kurzarbeit ist das Arbeitsmarktinstrument der Stunde. In der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise soll es helfen, Entlassungen zu vermeiden, denn viele Unternehmen müssen den Arbeitseinsatz kurzfristig der verringerten Nachfrage anpassen. Die Anspruchsvoraussetzungen und die Leistungen werden seit Beginn dieses Jahres immer wieder angepasst, um Kurzarbeit attraktiver zu gestalten und die Inanspruchnahme zu erleichtern. So ist die maximale Bezugsfrist unlängst auf 24 Monate verlängert worden. Ab dem 1. Juli 2009 wird die Bundesagentur für Arbeit die Sozialversicherungsbeiträge in pauschalierter Form ab dem siebten Monat Kurzarbeit in voller Höhe übernehmen.
Die Studie stellt die wichtigsten Anspruchsvoraussetzungen dar, zeigt die Leistungen (z. B. auch die Förderung von Weiterbildungsaktivitäten) und Wirkungen konjunktureller Kurzarbeit auf und macht auf der Basis von Daten des IAB-Betriebspanels aus dem Jahr 2003 deutlich, wer in der Vergangenheit von Kurzarbeit profitiert hat. Auch wenn diese Befunde nicht vorbehaltlos auf die heutige Situation übertragen werden können, ist doch zumindest eine Reihe von Ähnlichkeiten zu erwarten. Kurzarbeit kann den Unternehmen helfen, die Krise besser zu bewältigen. Sie kann Arbeitsplätze allerdings nicht nachhaltig sichern, wenn dauerhafte Beschäftigungsperspektiven fehlen. Ist ein Strukturwandel unvermeidbar, wird er durch Kurzarbeit verzögert." (Autorenreferat, IAB-Doku)Weiterführende Informationen
- Berechnung des Kurzarbeitergeldes (Kug) bei teilweisem und vollem Arbeitsausfall
- Personen in Kurzarbeit - Januar 1991 bis März 2009, Monatswerte
- Arbeitskosten bei Kurzarbeit während der ersten sechs Monate - mit und ohne Qualifizierung, nach Umfang des Arbeitsausfalls
- Kurzarbeit in Deutschland - Betriebe und Personen - Januar 2007 bis März 2009
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Literaturhinweis
Kurzarbeit - ein bislang erfolgreiches Instrument zur Abfederung der Krisenfolgen (2009)
Deeke, Axel;Zitatform
Deeke, Axel (2009): Kurzarbeit - ein bislang erfolgreiches Instrument zur Abfederung der Krisenfolgen. In: Ifo-Schnelldienst, Jg. 62, H. 17, S. 9-12.
Abstract
In dem Beitrag wird gezeigt, dass die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den Arbeitsmarkt bisher mit der konjunkturell begründeten Kurzarbeit erfolgreich abgefedert wurden. Darüber hinaus wird die verbreitete These diskutiert, mit länger andauernde Kurzarbeit werde der Strukturwandel gehemmt. Schließlich geht der Autor auf die verbesserten Finanzierungsmöglichkeiten von Weiterbildung während der Kurzarbeit ein. (IAB)
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Literaturhinweis
Konjunkturelle Kurzarbeit: Was kann bei vorübergehendem Arbeitsausfall bewirkt werden? (2009)
Deeke, Axel;Zitatform
Deeke, Axel (2009): Konjunkturelle Kurzarbeit: Was kann bei vorübergehendem Arbeitsausfall bewirkt werden? In: WSI-Mitteilungen, Jg. 62, H. 8, S. 446-452. DOI:10.5771/0342-300X-2009-8-446
Abstract
"Seit Ende 2008 wurde die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergeldes bei voraussichtlich vorübergehendem Arbeitsausfall ('konjunkturelle Kurzarbeit') in mehreren Schritten und bis Ende 2010 befristet erleichtert. Dies betrifft vor allem die Ausweitung der maximalen Bezugsfrist des Kurzarbeitergeldes auf bis zu 24 Monate, eine großzügige Unterstützung der kurzarbeitenden Betriebe durch die Erstattung der ansonsten von ihnen voll zu tragenden Sozialversicherungsbeiträge für die Ausfallzeiten sowie die Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen für die Kurzarbeitenden. Damit wird zweierlei intendiert: den angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise drohenden Anstieg der Arbeitslosigkeit zu vermeiden und Anreize zu geben, Ausfallzeiten produktiv zu nutzen. Der Beitrag gibt einen Rückblick auf die Umsetzung von Kurzarbeit in der Vergangenheit, stellt die Neuregelungen zur konjunkturellen Kurzarbeit vor und fragt unter Berücksichtigung des einschlägigen Forschungsstandes nach dem Wirkungspotenzial der Kurzarbeit, insbesondere mit Blick auf die angestrebte schnelle Entlastung des Arbeitsmarktes und die erhoffte Brückenfunktion der Kurzarbeit hin zum erhofften wirtschaftlichen Aufschwung." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Qualifizierungsmaßnahmen während Kurzarbeit nach endgültigem Arbeitsausfall: Analysen zur Förderung im Rahmen des ESF-BA-Programms 2000 bis 2006 und zum Verbleib nach der Teilnahme (2009)
Zitatform
Deeke, Axel & Clemens Ohlert (2009): Qualifizierungsmaßnahmen während Kurzarbeit nach endgültigem Arbeitsausfall. Analysen zur Förderung im Rahmen des ESF-BA-Programms 2000 bis 2006 und zum Verbleib nach der Teilnahme. (IAB-Forschungsbericht 03/2009), Nürnberg, 68 S.
Abstract
"Nicht nur bei einem voraussichtlich vorübergehendem Arbeitsausfall (aus konjunkturellen oder saisonalen Gründen) kann Kurzarbeitergeld gezahlt werden. Auch bei einem endgültigen Arbeitsausfall infolge größerer Betriebsänderungen können Betriebe auf der Grundlage entsprechender Regelungen im SGB III Kurzarbeit einführen. Als Lohnersatzleistung konnte dazu bis Ende 2003 das Strukturkurzarbeitergeld mit einer Laufzeit bis zu zwei Jahren und ab 2004 das Transferkurzarbeitergeld für maximal ein Jahr bewilligt werden. Die Betriebe sind im Gesetz aufgefordert, sich um die Vermittlung der Kurzarbeitenden in neue Beschäftigungsverhältnisse zu bemühen und dazu falls erforderlich möglichst frühzeitig Qualifizierungsmaßnahmen anzubieten. Diese Maßnahmen konnten im Rahmen des ESF-BA-Programms von 2000 bis zum Sommer 2008 und seitdem mit einem neuen ESF-Bundesprogramm finanziell unterstützt werden. Für die Evaluation dieser ESF-Förderung ist damit die Frage aufgeworfen, inwieweit sich die Chancen der Kurzarbeitenden auf eine neue Beschäftigung mit der Teilnahme an den Qualifizierungsmaßnahmen erhöhen.
Bei der gegebenen Datenlage ist eine Wirkungsanalyse der Qualifizierung während Kurzarbeit nicht möglich. In den Datenbanken der BA fehlen personen- und betriebsbezogene Individualdaten zu Merkmalen und Zeiten der Kurzarbeit bzw. des Bezugs von Kurzarbeitergeld. Die wenigen Individualdaten zu den Teilnahmen an den ESF-geförderten Maßnahmen weisen Lücken auf und sind für weitergehende analytische Ansprüche nur unzureichend geeignet. Gleichwohl legt die Begleitforschung zum ESF-BA-Programm mit diesem Bericht einige Analysen zum Umfang und zu den Strukturen der Förderung in den Jahren 2000 bis 2006 sowie vor allem zum Verbleib nach den Qualifizierungsmaßnahmen und dem Austritt aus der strukturellen bzw. Transfer-Kurzarbeit vor. Damit sollen trotz aller Vorbehalte einige Grundinformationen zu den Ergebnissen der Qualifizierungsmaßnahmen gegeben werden. Dazu gehört zum Beispiel der Befund, dass ein Jahr nach Austritt aus einer Qualifizierungsmaßnahme während der Kurzarbeit und auch zwei Jahre später deutlich mehr als vierzig Prozent aller Teilnehmer/innen wieder ungefördert sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Neben diesem und weiteren empirisch evidenten Befunden werden Schlussfolgerungen aus der schwierigen Datenlage gezogen. Es werden Empfehlungen zur Verbesserung gegeben, deren Umsetzung die zukünftige Evaluation der jetzt neu gestarteten Förderung der Qualifizierung während Transferkurzarbeit im Rahmen des ESF-Bundesprogramms bis 2013 erleichtern könnte." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld: Überblick unter Berücksichtigung des Konjunkturpakets II (2009)
Dendorfer, Renate; Krebs, Thomas;Zitatform
Dendorfer, Renate & Thomas Krebs (2009): Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld. Überblick unter Berücksichtigung des Konjunkturpakets II. In: Der Betrieb, Jg. 62, H. 17, S. 902-906.
Abstract
"Der Beitrag behandelt die arbeits-, sozial- und steuerrechtlichen Voraussetzungen und Auswirkungen von Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld, jeweils unter Berücksichtigung der neuesten Maßnahmen der Bundesregierung und geht dabei auch auf die Besonderheiten der Zeitarbeitsbranche ein." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Kurzarbeit: Sinnvoller Konjunkturpuffer oder verlängertes Arbeitslosengeld? (2009)
Zitatform
Eichhorst, Werner & Paul Marx (2009): Kurzarbeit: Sinnvoller Konjunkturpuffer oder verlängertes Arbeitslosengeld? (IZA Standpunkte 05), Bonn, 16 S.
Abstract
"Angesichts der gegenwärtigen Rezession hat die Politik in Deutschland die Leistungen der Kurzarbeit ausgeweitet, indem Zugangsvoraussetzungen vereinfacht und die staatliche Förderung verstärkt wurden. Kurzarbeit ist ein für Arbeitgeber, Arbeitnehmer und die Arbeitslosenversicherung sinnvolles Instrument, um bei vorübergehendem Arbeitsausfall Entlassungen zu vermeiden. Sie hilft Unternehmen, den Verlust von wichtigen Fachkräften durch eine zeitlich überschaubare Krise zu verhindern und sichert damit Arbeitsplätze für eine gewisse Zeit. Daher kann das Kurzarbeitergeld als arbeitsmarktpolitische Unterstützung betriebs-interner Flexibilität in Bezug auf Löhne und Arbeitszeiten angesehen werden. Neben diesen positiven Effekten sind mit den beschlossenen Veränderungen aber auch Fehlanreize verbunden. Die konservierende Wirkung der Kurzarbeit auf die Beschäftigungsstruktur hemmt tendenziell den strukturellen Wandel der Wirtschaft, vor allem wenn Kurzarbeit über einen längeren Zeitraum gewährt wird und es zu einem vollständigen Ausfall der Arbeit kommt. Sobald eher strukturelle als konjunkturelle Faktoren für die Krise eines Unternehmens verantwortlich sind, behindert das Instrument eine nachhaltige Arbeitsmarktpolitik. Zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit sind eine schnellere Vermittlung und der Einsatz von Qualifizierung sinnvoller als die künstliche Aufrechterhaltung nicht mehr zukunftsfähiger Arbeitsplätze. Kurzarbeit, vor allem bei längerer Dauer, bedeutet nicht zuletzt eine starke Subventionierung von Branchen mit erheblichem strukturellem Anpassungsbedarf durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer anderer, ökonomisch erfolgreicherer Wirtschaftszweige. Die Kurzarbeit hat in der Krise also ihre Berechtigung - das Instrument darf jedoch nicht überstrapaziert und weiter ausgedehnt werden, etwa durch eine Verlängerung von 18 auf 24 Monate. Dies würde die Möglichkeit schaffen, bis zu vier Jahre Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I zu beziehen - mit entsprechenden Hindernissen bei der Wiederbeschäftigung und einer weiteren Verstärkung der Quersubventionierung hin zu strukturell schrumpfenden Branchen. Auch sollte in der gegenwärtigen Krise nicht auf eine sorgfältige Prüfung der Anträge verzichtet werden, um Mitnahmeeffekte so gering wie möglich zu halten und im Hinblick auf die Durchführung sinnvoller Qualifizierungsmaßnahmen. Das politische Ziel, die registrierte Arbeitslosigkeit im Wahljahr gering zu halten, darf nicht dazu verführen, mithilfe der Kurzarbeit Unternehmen und ihren Mitarbeiter zu signalisieren, dass notwendige betriebliche Anpassungen und Arbeitsplatzwechsel vermeidbar seien." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Von der Kurz-Arbeit zur langfristigen Sicherung von Erwerbsverläufen: Weiterentwicklung der Instrumente des Beschäftigtentransfers (2009)
Zitatform
Knuth, Matthias & Gernot Mühge (2009): Von der Kurz-Arbeit zur langfristigen Sicherung von Erwerbsverläufen. Weiterentwicklung der Instrumente des Beschäftigtentransfers. (Edition der Hans-Böckler-Stiftung 244), Düsseldorf, 85 S.
Abstract
"Instrumente des Beschäftigtentransfers werden bei Unternehmenszusammenbrüchen eingesetzt, um den Übergang auf neue Arbeitsplätze vorzubereiten. Beschäftigtentransfer ist nicht als präventives arbeitsmarktpolitisches Programm, sondern durch widerstrebendes Nachgeben der Arbeitsmarktpolitik gegenüber betrieblichen und regionalen Notlagen und dem aus betrieblichen Verhandlungsprozessen erwachsenden politischen Druck entwickelt worden. So steht er heute widersprüchlich zwischen der Verhandlungslogik der Betriebsverfassung und der Anreizlogik aktiver Arbeitsmarktpolitik. Eine Evaluation der genutzten Instrumente ist bisher wegen fehlender Daten nicht möglich. Im Blick auf erfolgreichere Transfermodelle im Ausland schlagen die Autoren vor, Beschäftigtentransfer aus der einzelbetrieblichen Verhandlungslogik herauszulösen und auf tarifvertragliche Lösungen auf Branchenebene zu heben. Operative Möglichkeiten der Verbesserung sehen sie in Sozialplänen mit stärkeren Anreizen für Aktivierung, Transparenz von Qualitätskriterien, Mindeststandards für Beschäftigtentransfer, Professionalisierung der Transfereinrichtungen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Maßnahmen der Beschäftigungssicherung im Ländervergleich (2009)
Zitatform
Konle-Seidl, Regina & Thomas Rhein (2009): Maßnahmen der Beschäftigungssicherung im Ländervergleich. In: Internationale Sozialpolitische Nachrichten H. Sonderausgabe, S. 7-28.
Abstract
In der IAB-Studie wird untersucht, welche beschäftigungssichernden Maßnahmen im Ländervergleich ergriffen worden sind, um die dramatischen Auswirkungen der Finanzkrise auf die Arbeitsmärkte zu mildern. Verglichen werden betriebliche Maßnahmen (Kurzarbeit, Lohnsubventionen oder Lohnkürzungen) sowie Maßnahmen zur beruflichen Reintagration Arbeitsloser (Kombilöhne, Aktivierung, Qualifizierung und Eingliederungszuschüsse) und Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen Absicherung bei Arbeitsplatzverlust (Arbeitslosenversicherung und Hilfeleistungen). Im Mittelpunkt der Studie stehen Nutzung und Formen von Kurzarbeit im europäischen Vergleich. Es zeigt sich, dass in etlichen Ländern - auch in Deutschland - die Absicherung der Beschäftigung über Arbeitszeit und das Halten der Belegschaft gut gelungen ist, und dass Kurzarbeit dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet hat. Insgesamt ergeben die empirischen Befunde zur Kurzarbeit jedoch ein uneinheitliches Bild: Kurzarbeit ist kein 'Wundermittel' gegen die Krise. Kurzfristig hat sie zwar eine Entlassungswelle verhindert; auf Dauer kann die Beschäftigung in den Betrieben durch Kurzarbeit jedoch nicht stabilisiert werden. (IAB)
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Literaturhinweis
Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen für Beschäftigte und Arbeitslose: Möglichkeiten und Grenzen in der Krise (2009)
Zitatform
Konle-Seidl, Regina & Gesine Stephan (2009): Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen für Beschäftigte und Arbeitslose. Möglichkeiten und Grenzen in der Krise. In: Sozialer Fortschritt, Jg. 58, H. 11, S. 235-241. DOI:10.3790/sfo.58.11.235
Abstract
"Die registrierte Arbeitslosigkeit ist in Deutschland bis zum Herbst 2009 erstaunlich wenig gestiegen, vor allem weil die Betriebe in hohem Maß innerbetriebliche Flexibilisierungsmaßnahmen genutzt haben. Aber diese können nur innerhalb eines begrenzten Zeitraums stabilisierend wirken. Welche Beiträge können arbeitsmarktpolitische Maßnahmen für Beschäftigte und Arbeitslose im weiteren Verlauf der Wirtschaftskrise leisten? Auf Basis des Modells im perfekten Wettbewerbs lässt sich begründen, dass diese Maßnahmen vor allem einer Verfestigung von Langzeitarbeitslosigkeit entgegenwirken, Problemgruppen fördern und in der Krise auch vertrauensbildend wirken sollten. Politik und Arbeitsverwaltung sollten etablierte Vermittlungsstandards aufrechterhalten - gerade dann, wenn sich die Arbeitsmarktslage verschlechtert. Die Opportunitätskosten von Weiterbildungsmaßnahmen sinken in der Krise, so dass eine gezielte Ausweitung sinnvoll erscheint. Vorsicht ist hingegen bei einem verstärkten Einsatz von Eingliederungszuschüssen und öffentlich geförderter Beschäftigung geboten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Kurzarbeit und Weiterbildung: Tipps für die betriebliche Praxis (2009)
Kunert, Dagmar; Jakob, Johannes; Adamy, Wilhelm;Zitatform
Kunert, Dagmar, Johannes Jakob & Wilhelm Adamy (2009): Kurzarbeit und Weiterbildung. Tipps für die betriebliche Praxis. Berlin, 51 S.
Abstract
"Mit dem zweiten Konjunkturpaket wurden umfangreiche Änderungen zum Kurzarbeitergeld beschlossen. Außerdem gibt es verschiedene Möglichkeiten, Kurzarbeit mit Qualifizierung in den Betrieben zu kombinieren. Dies sind wichtige gesetzliche Änderungen, die helfen sollen die Krise zu meistern. Um diese Möglichkeiten zügig in den Betrieben anzuwenden, hat der DGB einen aktuellen Ratgeber für Praktiker in den Unternehmen und Betriebs- bzw. Personalräte entwickelt. Neben einer detaillierten Beschreibung der Voraussetzungen und Bedingungen für Kurzarbeit, enthält der Ratgeber auch die neusten Informationen um Kurzarbeit mit Weiterbildung zu kombinieren. Bei Weiterbildung können die Unternehmen weitere 50 % der von ihnen zu zahlenden Sozialversicherungsbeiträge erstattet bekommen. Außerdem gibt es Mittel aus dem Europäischen Sozialfond (ESF) und von der Bundesagentur für Arbeit." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Kurzarbeit und Beschäftigungstransfer: konjunkturelles und Transfer-Kurzarbeitergeld (2009)
Köster, Hans-Wilhelm; Korte, Walter; Nimscholz, Bernhard;Zitatform
Köster, Hans-Wilhelm, Bernhard Nimscholz & Walter Korte (2009): Kurzarbeit und Beschäftigungstransfer. Konjunkturelles und Transfer-Kurzarbeitergeld. (Düsseldorfer 31), Düsseldorf: Schiefer und Sowka, 146 S.
Abstract
"Kurzarbeit ist in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein ganz wesentliches Instrument, das Arbeitsplätze sichern kann, da die Arbeitsagenturen erhebliche finanzielle Unterstützungen gewähren können. Davon profitieren sowohl die Unternehmen als auch die Arbeitnehmer. Die Bundesregierung hat folglich die Rahmenbedingungen für die Kurzarbeit immer weiter verbessert. Das Werk gibt einen umfassenden Überblick über die Voraussetzungen für die Einführung von Kurzarbeit im Betrieb und deren Abwicklung.
Es enthält
- die Darstellung und Erläuterung aller Bestimmungen zum konjunkturellen Kurzarbeitergeld und strukturellen Kurzarbeitergeld (sog. Transferkurzarbeitergeld);
- Checklisten und Verfahrensabläufe für die praxisgerechte Anwendung der gesetzlichen Kug-Vorschriften;
- Formulare, Muster (z. B. Transfersozialplan) und Handlungsempfehlungen für die rasche und zuverlässige Anwendung." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld (2009)
Renn, Sandra; Reimer, Kim; Klamroth, Burkhard;Zitatform
Renn, Sandra, Burkhard Klamroth & Kim Reimer (2009): Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld. (Bericht der Statistik der BA), Nürnberg, 20 S.
Abstract
Das Kurzarbeitergeld (Kug) ist dazu bestimmt, den Betrieben die eingearbeiteten Arbeitnehmer und den Arbeitnehmern die Arbeitsplätze zu erhalten sowie einen Teil des durch den Arbeitsausfall entstehenden Lohnausfalls zu ersetzen. Die Leistung wird von der Bundesagentur für Arbeit auf Antrag der Betriebe erbracht. Um Kurzarbeitergeld zu erhalten, müssen Betriebe ein zweistufiges Verfahren durchlaufen: die Erstattung der Anzeige und die eigentliche Auszahlungsanforderung mit einer monatlichen Abrechnungsliste. Der Agentur für Arbeit obliegt es zu prüfen, ob das Kurzarbeitergeld rechtmäßig in Anspruch genommen wurde. Die Statistik der BA erfasst fast alle in den genannten Verfahren enthaltenen Daten und wertet diese aus. Dazu gehören die Bestände von Kurzarbeitern und Betrieben, die aus den schriftlichen Betriebsmeldungen gewonnen werden sowie die Daten zu Anzeigen aus dem Fachverfahren nach verschiedenen Merkmalen. Im März 2009 waren 55.000 Betriebe mit 1,26 Mio. Kurzarbeitern registriert. Davon entfielen 36.200 Betriebe und 1,12 Mio. Kurzarbeiter auf wirtschaftlich bedingte Kurzarbeit nach Paragraph 170 SGB III (konjunkturelle Kurzarbeit). Seit Dezember 2008 hat sich damit die Zahl der Kurzarbeit um das Fünffache erhöht. Tabellarisch aufgelistet werden mit dem Stichtag März 2009: Kurzarbeiter nach der Anspruchsgrundlage; Kurzarbeiter nach Arbeitsausfall; Kurzarbeiter nach bisheriger Dauer; Kurzarbeiter nach Paragraph 170 SGB III und Agenturen für Arbeit; Kurzarbeiter nach Paragraph 170 SGB III und Wirtschaftszweigen; Kurzarbeiter nach Betriebsgrößenklassen und Anspruchsgrundlage. (IAB)
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Literaturhinweis
Wo gehobelt wird, fallen auch Späne: Zur Ambivalenz der Kurzarbeit als arbeitsmarktpolitisches Instrument (2009)
Sell, Stefan;Zitatform
Sell, Stefan (2009): Wo gehobelt wird, fallen auch Späne: Zur Ambivalenz der Kurzarbeit als arbeitsmarktpolitisches Instrument. (Remagener Beiträge zur Sozialpolitik 05), Remagen, 14 S.
Abstract
Die Inanspruchnahme der Kurzarbeit ist in den vergangenen Monaten in Deutschland gleichsam explodiert und verhindert bislang ein kräftiges Durchschlagen der Krise auf die Zahl der registrierten Arbeitslosen. Der Autor kritisiert, dass eine stärkere Inanspruchnahme des Instruments durch eine sukzessive Vereinfachung der Leistungsvoraussetzungen, auch eine Verstärkung der Anreize hinsichtlich einer 'missbräuchlichen' Inanspruchnahme zur Folge hat, wobei der Begriff 'Missbrauch' sich vor allem auf die Verfehlung der eigentlichen Funktionalität dieses Instruments bezieht. Der Autor geht von einem Zielkonflikt zwischen der vereinfachten Inanspruchnahme des Instruments und einer damit einhergehenden Generierung von Mitnahmeeffekten, die zu einer faktischen Sozialisierung betrieblicher Risiken auf Kosten der Beitragszahlergemeinschaft führt, aus. Das Instrument Kurzarbeit wird genutzt, um sich wenigstens partiell von ansonsten anfallenden betrieblichen Kosten des Personalabbaus zu entledigen bzw. einem Teil der Betroffenen einen Übergang in den Vorruhestand zu ermöglichen, auch dies über den Weg einer Sozialisierung der dabei anfallenden Kosten. Der Autor gibt zu bedenken, dass arbeitsmarktpolitische Instrumente im engeren Sinne eine wichtige Funktion haben, dass sie aber auch nicht überdehnt werden dürfen, weil sie grundsätzlich ambivalent angelegt sind. Mit Blick auf das Instrument Kurzarbeit plädiert er für eine 'realistische Wieder-Einführung' der Ziele, die mit der Nutzung von Kurzarbeit verbunden werden. Im Kern kann es nach seiner Meinung nur um eine sinnvolle Überbrückungsfunktion für einige Monate gehen. (IAB)
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Literaturhinweis
Im Fokus: Kurzarbeit - Retter in der Not? (2009)
Will, Karl Henner; Brautzsch, Ulrich;Zitatform
Will, Karl Henner & Ulrich Brautzsch (2009): Im Fokus: Kurzarbeit - Retter in der Not? In: Wirtschaft im Wandel, Jg. 15, H. 5, S. 200-203.
Abstract
Die Zahl der Kurzarbeiter ist Ende des Jahres 2008 sprunghaft gestiegen und ist von September bis Dezember 2008 um 220.000 Personen angewachsen. Mit dem Konjunkturpaket II und den - zeitlich bis Ende 2010 befristeten - Neuregelungen zum Kurzarbeitergeld gemäß Paragraph 412t SGB III zu Beginn dieses Jahres ist dieses arbeitsmarktpolitische Instrument deutlich attraktiver geworden. Der Beitrag gibt einen Überblick über die Entwicklung der Zahl der Empfänger von Kurzarbeitergeld, der durchschnittlichen Ausfallzeiten und Dauer der Kurzarbeit sowie der durch die Unternehmen bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gestellten Anträge. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Unternehmen mit dem Ausbruch der schweren Krise verstärkt Kurzarbeit in Anspruch genommen haben. Damit versuchen die Unternehmen, ihr qualifiziertes Stammpersonal mit betriebsspezifisch hohem Humankapital 'über die Krise zu retten'. Insgesamt fällt dem Kurzarbeitergeld in der tiefen Rezession eine Schlüsselrolle zu, um große Entlassungen aufgrund der Wirtschaftskrise zu vermeiden. Ein anderes Instrument, das in der gleichen Größenordnung den Arbeitsmarkt entlasten könnte, steht nach Meinung der Autoren nicht zur Verfügung. (IAB)
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Literaturhinweis
Neue Regelungen bei Kurzarbeit und Qualifizierung: das Konjunkturpaket II (2009)
Zitatform
(2009): Neue Regelungen bei Kurzarbeit und Qualifizierung. Das Konjunkturpaket II. (Arbeitsmarkt aktuell 2009,01), Berlin, 5 S.
Abstract
"Am 27.01. 2009 hat das Kabinett im zweiten Konjunkturpaket Änderungen zur Kurzarbeit und eine zusätzliche Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen auf den Weg gebracht. Ziel des Gesetzgebers ist, die Durchführung von Kurzarbeit zu erleichtern, die Kosten für die Unternehmen zu senken und so Anreize zu schaffen, Kurzarbeit statt Entlassungen durchzuführen. Gleichzeitig soll Kurzarbeit für Qualifizierung genutzt werden. Ein wesentlicher Anreiz dafür ist die Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge, wenn während der Kurzarbeit Qualifizierung durchgeführt wird. Wir haben die wichtigsten Änderungen in einer Kurzübersicht zusammengestellt. Das Gesetz ist noch nicht vom Deutschen Bundestag beschlossen, wir rechnen aber nicht mehr mit wesentlichen Änderungen. Die hier beschriebenen Regelungen sollen rückwirkend ab dem 1.2.2009 in Kraft gesetzt werden. Die Regelungen zum Kurzarbeitergeld und die zusätzliche Förderung von Qualifizierung gelten bis zum 31.12. 2010." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Kosten für Kurzarbeit, Qualifizierung und Arbeitslosigkeit in den Jahren 2009/2010: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. (Drucksache 16/12044) (2009)
Zitatform
(2009): Kosten für Kurzarbeit, Qualifizierung und Arbeitslosigkeit in den Jahren 2009/2010. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. (Drucksache 16/12044). (Verhandlungen des Deutschen Bundestages. Drucksachen 16/12248 (13.03.2009)), 8 S.
Abstract
"Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales antwortet auf die Fragen der Bundestagsfraktion Die Linke nach den Kosten, die mit einer stärkeren Nutzung des Instruments Kurzarbeit, von Qualifizierungsmaßnahmen sowie mit steigenden Arbeitslosenzahlen einhergehen, und nach deren Auswirkungen auf die Finanzsituation der Bundesagentur für Arbeit." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Evaluation der Maßnahmen zur Umsetzung der Vorschläge der Hartz-Kommission: Modul 1b: Förderung beruflicher Weiterbildung und Transferleistungen (2006)
Zitatform
Schneider, Hilmar, Karl Brenke, Lutz Kaiser, Jacob Steinwede, Birgit Jesske & Arne Uhlendorff (2006): Evaluation der Maßnahmen zur Umsetzung der Vorschläge der Hartz-Kommission. Modul 1b: Förderung beruflicher Weiterbildung und Transferleistungen. (IZA research report 07), Bonn, 610 S.
Abstract
"Der Inhalt des Berichts besteht in der empirischen Evaluation der Förderung beruflicher Weiterbildung (FbW) einschließlich des Einsatzes von Bildungsgutscheinen. Dabei werden, soweit zum Zeitpunkt der Berichtslegung möglich, die jüngst erfolgten Reformen berücksichtigt, die sich aus der Umsetzung der so genannten Hartz-Gesetze und den damit zusammenhängenden Reformen bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) ergeben haben. Die im Rahmen der Gesamtstudie angestrebte Evaluation von Transferleistungen war zum Zeitpunkt der Berichtslegung noch nicht möglich. Die diesbezüglichen Reformen traten erst zum 01. Januar 2004 in Kraft. Zu diesem Zeitpunkt wurde u.a. die maximale Bezugsdauer von Transferkurzarbeitergeld von 24 auf 12 Monate verkürzt. Geht man davon aus, dass der Bezugszeitraum von den Betroffenen weitgehend ausgenutzt wird, sind die ersten Bezieher von Transferkurzarbeitergeld unter den neuen Bedingungen frühestens im Januar 2005 aus der Maßnahme ausgeschieden. Im Hinblick auf das Erfolgskriterium 'Beschäftigungszugang innerhalb der ersten sechs Monate nach Maßnahmenende' ist frühestens Anfang Juli 2005 mit entsprechenden Daten zu rechnen. Zu Transferleistungen finden sich deshalb im vorliegenden Bericht nur erste deskriptive Ausführungen und ein Überblick über den aktuellen Stand der Untersuchungskonzeption.
Der Bericht liefert nach einer Synopse der Reformschritte zunächst einen aktuellen Literaturüberblick über vorliegende mikro-ökonometrische Evaluationsstudien zur FbW in Deutschland. Anschließend folgt eine deskriptive Analyse auf der Basis von Geschäftsdaten der Bundesagentur für Arbeit zu den Auswirkungen der Reformen auf die Struktur der Teilnehmer an Maßnahmen der FbW.
Ein umfangreiches Kapitel widmet sich sodann der Implementationsanalyse. Hier stehen auf der Basis von qualitativen Expertenbefragungen, einer standardisierten Agenturbefragung, einer standardisierten Bildungsträgerbefragung sowie Ergebnissen einer Zusatzbefragung bei FbW-Teilnehmern die Sichtweisen und Erfahrungen der Akteure (aus Arbeitsverwaltung, Trägerlandschaft sowie von FbW-Teilnehmern) im Mittelpunkt. Mittels einer Prozessevaluation werden der Stand der Umsetzung der Reform sowie organisatorische und soziale Auswirkungen in den Blick genommen. Vor dem Hintergrund von Programmgestaltung und Programmzutritt werden dabei die Instrumente sowohl im Hinblick auf die damit intendierten Ziele als auch im Hinblick auf die auftretenden nicht intendierten Wirkungen untersucht.
Ein weiterer wichtiger Teil der Untersuchung besteht in einer quantitativen Wirkungsanalyse im Hinblick auf den Maßnahmeneffekt für die Programmteilnehmer. Ausgangsbasis für diesen Untersuchungsteil sind personenbezogene Verwaltungsdaten der BA, die mit Hilfe einschlägiger mikro-ökonometrischer Verfahren ausgewertet werden. Die Verwaltungsdaten unterliegen im Hinblick auf die Fragestellung allerdings ernsthaften Informationsbeschränkungen: Zum einen stehen die Informationen nur mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung zur Verfügung, was ihre Eignung zur Beurteilung der durchgeführten Reformen derzeit noch beeinträchtigt, obwohl die wesentlichen Teile der Reform bereits mit Beginn des Jahres 2003 in Kraft traten. Zum anderen decken die in den Verwaltungsdaten verfügbaren Merkmale nicht den gesamten Kreis der Merkmale ab, die für den Maßnahmenerfolg relevant sind. Um dem begegnen zu können, wurden Zusatzbefragungen durchgeführt, deren Ergebnisse ergänzend zu den verfügbaren Informationen aus den Verwaltungsdaten in die Analyse einbezogen wurden. Im Vordergrund steht dabei die Untersuchung der Effektivität der Instrumente. Hierbei wird sowohl der Heterogenität der Teilnehmer als auch der Heterogenität der Maßnahmen besondere Rechnung getragen. Abgeleitet von der Effektivitätsanalyse wird eine Untersuchung der mit der Zielerreichung einhergehenden Kosten (Effizienzanalyse) präsentiert.
Die Verbindung von deskriptiver Analyse, Implementationsanalyse und quantitativer Wirkungsanalyse ermöglicht eine enge Rückkopplung der Befunde. So liefern sowohl die deskriptive Analyse als auch die Implementationsanalyse wichtige Hinweise für die Interpretation der quantitativen Schätzungen. Dabei ist zum derzeitigen Zeitpunkt noch eine Zweiteilung der Qualität der Ergebnisse zu konstatieren: Während sich für die Zeit vor der Reform statistisch gut gesicherte Befunde ableiten lassen, ist eine belastbare quantitative Beurteilung der Wirkung der Reform auf die Wirkung der Maßnahmen für die Teilnehmer im derzeitigen Stadium noch mit Vorbehalten zu versehen. Der statistische Unschärfebereich der Effekte ist teilweise noch zu groß und das verfügbare Beobachtungsfenster zu klein, um ein abschließendes Urteil fällen zu können." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Kurzarbeit als Instrument betrieblicher Flexibilität: Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel 2003 (2005)
Deeke, Axel;Zitatform
Deeke, Axel (2005): Kurzarbeit als Instrument betrieblicher Flexibilität. Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel 2003. (IAB-Forschungsbericht 12/2005), Nürnberg, 41 S.
Abstract
"Kurzarbeit ist ein klassisches Instrument betriebsinterner Anpassung an einen konjunkturell bedingten Arbeitsausfall. Mit Hilfe des Kurzarbeitergeldes können Betriebe bei einem vorübergehenden Nachfrageausfall ihre ansonsten anfallenden Lohnkosten in Verbindung mit einer temporären Arbeitszeitverkürzung senken. Ziel ist die Vermeidung von Entlassungen, also von Entlassungs- und Wiedereinstellungskosten bei alternativer externer Flexibilität. Die eingearbeitete Belegschaft soll dem Betrieb erhalten bleiben. In der arbeitsmarktpolitischen Öffentlichkeit gilt das Kurzarbeitergeld als ein bewährtes Instrument. Aber es fehlt bisher an betriebsbezogenen empirischen Untersuchungen zu der Frage, ob mit Kurzarbeit tatsächlich die angestrebten Ziele erreicht werden. Hier setzt die Untersuchung mit einer Auswertung der Welle 2003 des IAB-Betriebspanels an. Die Befunde zur Verbreitung von konjunkturell bedingter Kurzarbeit widersprechen dem herkömmlichen Bild, demzufolge Kurzarbeit vor allem von größeren Industriebetrieben genutzt wird. Der typische kurzarbeitende Betrieb ist ein Kleinbetrieb und findet sich nicht nur im Verarbeitenden Gewerbe, sondern auch im Dienstleistungssektor. Die Analyse der betrieblichen Beschäftigungsentwicklung und Fluktuation im Vergleich von Betrieben mit und ohne Kurzarbeit zeigt, dass die Einführung von Kurzarbeit hilft, Entlassungen zu vermeiden und die Stabilität der Beschäftigung zu fördern. Dabei ist Kurzarbeit nur eine von mehreren Möglichkeiten interner und externer Flexibilität. Betriebe mit Kurzarbeit nutzen ein breiteres Spektrum von Anpassungsinstrumenten als Betriebe ohne Kurzarbeit in vergleichbarer wirtschaftlicher Situation. Kurzarbeit wird nicht in Alternative zur Nutzung anderer Varianten betrieblicher Flexibilität eingesetzt, sondern - wie in den gesetzlichen Regelungen vorgesehen - in Verbindung mit weiteren Instrumenten interner numerischer und funktionaler Anpassung. Die Ausfallzeiten bei Kurzarbeit werden allerdings nur selten für eine funktionale Anpassung der Qualifikation der Kurzarbeitenden genutzt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Kurzarbeit - Alternative zur Kündigung? (2002)
Haag, Oliver; Discher, Matthias;Zitatform
Haag, Oliver & Matthias Discher (2002): Kurzarbeit - Alternative zur Kündigung? In: Arbeit und Arbeitsrecht, Jg. 57, H. 11, S. 494-498.
Abstract
"Im August 2002 wurde in Deutschland in über 10 000 Betrieben kurz gearbeitet. Während in den vergangenen Jahren insbesondere in der Baubranche sowie im Maschinenbaugewerbe die Kurzarbeit klassische Anwendung gefunden hat, haben seit den Anschlägen vom 11. September 2001 und der nun bereits länger anhaltenden Konjunkturflaute bisher nahezu 'kurzarbeitresistente' Branchen wie Fluglinien und Reisegewerbe dieses Instrument für sich (wieder) entdeckt. Auch der klassische Mittelstand beginnt in nahezu allen Branchen, das Thema Kurzarbeit mit größerem Interesse wahrzunehmen und eingehender zu prüfen, ob die Einführung zeitlich begrenzter Kurzarbeit der Entlassung von Mitarbeitern vorzuziehen ist." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Kurzarbeit in den neuen Bundesländern (1997)
Völkel, Brigitte;Zitatform
Völkel, Brigitte (1997): Kurzarbeit in den neuen Bundesländern. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Jg. 30, H. 1, S. 127-149.
Abstract
"Mit der Einführung des AFG (DDR) am 01.07.1990 kam auch im Osten Deutschlands Kurzarbeitergeld (Kug) als arbeitsmarktpolitisches Instrument zum Einsatz. Insbesondere im 1. Jahr nach der Wiedervereinigung hat es in großem Umfang zur quantitativen Entlastung des Arbeitsmarktes beigetragen: Zeitweise befanden sich 2 Millionen Personen, das war damals rd. ein Viertel aller Erwerbstätigen der neuen Bundesländer, in Kurzarbeit mit durchschnittlich über 50 % Arbeitsausfall. Seitdem haben veränderte Regelungen und wirtschaftliche sowie institutionelle Anpassungsprozesse eine ständige Abnahme bewirkt. Zum Ende des ersten Halbjahres 1996 weist die Statistik noch rd. 61.000 Bezieher von Kurzarbeitergeld aus. Der Beitrag gibt anhand statistischer Daten und Befunde des Arbeitsmarkt-Monitors einen Überblick über Einsatz und Wirkung von Kurzarbeit in den neuen Bundesländern. Durch Vergleiche mit der Entwicklung in den alten Bundesländern kann die tendenzielle Angleichung gezeigt werden. Gleichzeitig werden in diesem Zusammenhang einige eher grundsätzliche Fragen der Funktion von Kurzarbeitergeld angesprochen und Erfahrungen aufgearbeitet." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Struktur, Verbleib und soziale Situation von Kurzarbeitern (1997)
Völkel, Brigitte; Wiedemann, Eberhard;Zitatform
Völkel, Brigitte & Eberhard Wiedemann (1997): Struktur, Verbleib und soziale Situation von Kurzarbeitern. In: H. Bielenski, C. Brinkmann, H. Plicht & B. von Rosenbladt (Hrsg.) (1997): Der Arbeitsmarkt Ostdeutschlands im Umbruch : Datensätze, Methoden und ausgewählte Ergebnisse des Arbeitsmarkt-Monitors 1989-1994 (Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 210), S. 120-159.
Abstract
Der Band beschreibt die soziodemographische Struktur und die soziale Situation der Kurzarbeiter in Ostdeutschland zwischen 1990 und 1994. Die Längsschnittauswertungen stützen sich auf verschiedene Befragungswellen des Arbeitsmarkt-Monitors. (IAB)
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Literaturhinweis
Strukturelles Kurzarbeitergeld: Ein arbeitsmarktpolitisches Instrument unter der Lupe: Umfang, Entwicklung und konzeptionelle Schlußfolgerungen (1996)
Völkel, Brigitte;Zitatform
Völkel, Brigitte (1996): Strukturelles Kurzarbeitergeld: Ein arbeitsmarktpolitisches Instrument unter der Lupe. Umfang, Entwicklung und konzeptionelle Schlußfolgerungen. (IAB-Kurzbericht 04/1996), Nürnberg, o. Sz.
Abstract
"Das 'strukturelle' Kurzarbeitergeld wird dann gewährt, wenn der Arbeitsausfall auf einer schwerwiegenden strukturellen Verschlechterung der Lage des Wirtschaftszweiges beruht und der hiervon betroffene Arbeitsmarkt außergewöhnliche Verhältnisse aufweist (§ 63 Abs. 4 AFG). In Ostdeutschland wurde das Instrument nach der Wiedervereinigung massiv angewandt, um die Wirkungen des Produktionszusammenbruchs sozial abzufedern. Auch heute ist es dort noch von einiger Bedeutung. In den alten Bundesländern wird es nur gering genutzt, wenn auch mit leicht steigender Tendenz. Die Verteilung struktureller Kurzarbeit auf die Wirtschaftsgruppen ergibt ein differenziertes Bild. So streut sie im Osten der Bundesrepublik relativ stark, während sie sich im Westen auf den Bergbau und das Verarbeitende Gewerbe konzentriert. Neben 'konjunkturellem' sollte 'strukturelles' Kurzarbeitergeld als ergänzende Regelung der Arbeitsförderung erhalten bleiben." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Neue Bundesländer: Kurzarbeit - wohin führt die Brücke?: Strukturmerkmale und Verbleib von Kurzarbeitern (1995)
Völkel, Brigitte; Warich, Bert G.; Wiedemann, Eberhard;Zitatform
Völkel, Brigitte, Bert G. Warich & Eberhard Wiedemann (1995): Neue Bundesländer: Kurzarbeit - wohin führt die Brücke? Strukturmerkmale und Verbleib von Kurzarbeitern. (IAB-Werkstattbericht 09/1995), Nürnberg, 44 S.
Abstract
In dem Beitrag werden Ergebnisse einer Auswertung des Arbeitmarkt-Monitors vorgestellt, in dessen Rahmen 0,1 % der ostdeutschen Erwerbsbevölkerung mehrmals auch nach Erfahrungen mit dem Arbeitsmarktinstrument Kurzarbeit befragt worden sind. Am Beispiel der Kurzarbeiter der TGS Schiffbau wird darüber hinaus dem Verbleib von Null-Stunden-Kurzarbeitern nach ihrem Ausscheiden aus einer ABS-Gesellschaft nachgegangen. Es wird festgestellt, daß das Instrument Kurzarbeitergeld sehr wohl eine Brückenfunktion wahrnehmen kann, auch unter solchen Sonderbedingungen, wie sie mit dem Transformationsprozeß in den neuen Bundesländern einhergehen. (IAB)
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Literaturhinweis
Kurzarbeit und Qualifizierung: Bedingungen und Gestaltungsmöglichkeiten der Kurzarbeit zur Nutzung der beruflichen Qualifizierung (1994)
Zitatform
(1994): Kurzarbeit und Qualifizierung. Bedingungen und Gestaltungsmöglichkeiten der Kurzarbeit zur Nutzung der beruflichen Qualifizierung. (Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung. Forschungsbericht Sozialforschung 235), Bonn, 210 S.
Abstract
Die im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung durchgeführte Studie sollte die Bedingungen und Gestaltungsmöglichkeiten der Kurzarbeit zur Nutzung der beruflichen Qualifizierung untersuchen. Dazu wurden Erfahrungen über strukturelle Kurzarbeit und Qualifizierung in Ost- und Westdeutschland aufbereitet (Ostdeutschland: Schriftliche Befragung von 5100 Unternehmen bzw. Betrieben mit Kurzarbeit, Auswertung: 1283; schriftliche Befragung von 391 ABS-Gesellschaften, Auswertung: 148; 50 Expertengespräche; schriftliche Befragung von 660 KurzarbeiterInnen mit bzw. ohne Qualifizierung; Westdeutschland: qualitative Untersuchungsschrift). Es galt "herauszufinden, von welchen betrieblichen und außerbetrieblichen Bedingungen eine (erfolgreiche) Durchführung von Kurzarbeit in Verbindung mit Qualifizierung abhängt und umgekehrt, auf welche Hemmnisse eine strukturpolitische Nutzung der Kurzarbeit stößt und welche ergänzenden Regelungen, Maßnahmen und organisatorisch-infrastrukturellen Voraussetzungen die Wirksamkeit von qualifizierender Kurzarbeit beeinflussen können. Es wird untersucht, welche spezifischen betrieblichen und außerbetrieblichen Einflüsse und Rahmenbedingungen den Einsatz von Kurzarbeit beeinflussen. Dabei wird den jeweils unterschiedlichen ökonomischen und institutionell-organisatorischen Rahmenbedingungen in Ost- wie in Westdeutschland Rechnung getragen. Die Untersuchung konzentriert sich auf strukturelle Kurzarbeit. Außerdem soll sie einen knappen Überblick über Regelungen zur Kurzarbeit im internationalen Vergleich geben." (IAB2)
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Literaturhinweis
Erwerbsbiographische Folgerisiken von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit: eine empirische Analyse für Ostdeutschland (1992)
Büchel, Felix; Pannenberg, Markus;Zitatform
Büchel, Felix & Markus Pannenberg (1992): Erwerbsbiographische Folgerisiken von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit. Eine empirische Analyse für Ostdeutschland. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Jg. 25, H. 2, S. 158-167.
Abstract
"Für den Arbeitsmarkt der neuen Bundesländer wird untersucht, ob sich die individuellen beruflichen Folgerisiken von Kurzarbeitern und Arbeitslosen unterscheiden. Analysiert werden beruflicher Verbleib und - im Falle einer Wiederbeschäftigung - die Veränderung der Job-Qualität. Die Untersuchung stützt sich auf Daten des Sozio-ökonomischen Panels (Ost), Wellen 1990 und 1991.
Als wichtigste Ergebnisse werden ermittelt:
- Zwischen Kurzarbeitern und Arbeitslosen existieren in den neuen Bundesländern kaum Unterschiede in den persönlichen Merkmalen. Die Zuweisung in einen der beiden Zustände erfolgt damit weitgehend unabhängig von der individuellen Leistungsfähigkeit.
- Kurzarbeiter haben gegenüber Arbeitslosen keine verbesserte Jobsuchposition. Es ergeben sich ähnliche Abgangswahrscheinlichkeiten in Vollzeitbeschäftigung. Von Kurzarbeit gehen folglich keine qualifizierenden Effekte aus.
- Die Teilnahme an einer Maßnahme zur Fortbildung und Umschulung erhöht die Wahrscheinlichkeit, eine erneute Vollzeitbeschäftigung zu finden.
- Ein Abgang in Vollzeitbeschäftigung ist für ehemalige Kurzarbeiter deutlich seltener mit einer beruflichen Verschlechterung verbunden als für ehemalige Arbeitslose. Dieses Ergebnis ist jedoch allein darauf zurückzuführen, daß ein sehr hoher Prozentsatz von Kurzarbeitern auf einer Vollzeitstelle im angestammten Betrieb weiterbeschäftigt wird (Aufhebung der Kurzarbeit).
- Werden nur diejenigen Abgänge in Vollzeitbeschäftigung betrachtet, die 'auf dem freien Markt', das heißt über einen Betriebswechsel, realisiert werden, so zeigen sich für Kurzarbeiter und Arbeitslose keine strukturellen Unterschiede bezüglich des Risikos einer beruflichen Verschlechterung.
Aus diesen Ergebnissen ziehen die Autoren als wichtigsten Schluß, daß das Instrument Kurzarbeit in der in den neuen Bundesländern praktizierten Form - gemessen an den betrachteten partiellen Effizienzkriterien - nur dann angemessen erscheint, wenn für die betroffenen Arbeitnehmer eine längerfristige Beschäftigungsperspektive im geförderten Betrieb besteht." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Kurzarbeit - Strukturen und Beschäftigungswirkung (1979)
Flechsenhar, Hans-Rolf;Zitatform
Flechsenhar, Hans-Rolf (1979): Kurzarbeit - Strukturen und Beschäftigungswirkung. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Jg. 12, H. 3, S. 362-372.
Abstract
"Die Studie zeigt, daß die Kurzarbeit erst in den 1970er Jahren erhebliche Bedeutung erlangte und daß sich ihre Verbreitung, im Gegensatz zur Arbeitslosigkeit vor allem auf das Warenproduzierende Gewerbe konzentriert. Bergbau, Verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe verzeichneten in den letzten Jahren über 90% der Kurzarbeiter, jedoch nur 50% der Beschäftigten. Aufgrund dieser Branchenstruktur und des Vorherrschens in den Bereichen der Produktion und Fabrikation ist auch der überdurchschnittlich hohe Anteil (78%) männlicher Arbeitskräfte unter den Kurzarbeitern zu erklären. Für 1978 errechnet sich aus der Statistik der Ausfallzeiten wie auch aus den Haushaltszahlen der Bundesanstalt ein Kurzarbeitsvolumen von 86 Millionen Ausfallstunden. Dem entspricht bei einer durchschnittlichen Jahresarbeitszeit von 1700 Stunden eine äquivalente Arbeitsleistung von 50 000 Personen. In dieser Größenordnung wurde also durch die Kurzarbeit ein weiterer Beschäftigungsrückgang vermieden. Die Entlastungswirkung auf die Arbeitslosenzahl kann für 1978 auf 33 000 Personen veranschlagt werden. Die Beschäftigungswirkung dieses Instruments wird am Beispiel des Maschinenbaus in Baden-Württemberg, in den letzten Jahren ein Branchenschwerpunkt der Kurzarbeit, verdeutlich." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Kurzarbeit - Kosten und Finanzierung (1978)
Flechsenhar, Hans-Rolf;Zitatform
Flechsenhar, Hans-Rolf (1978): Kurzarbeit - Kosten und Finanzierung. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Jg. 11, H. 4, S. 443-456.
Abstract
"Durch das Instrument der Kurzarbeit sollen den Arbeitnehmern bei vorübergehendem Arbeitsausfall die Arbeitsplätze und den Betrieben die eingarbeiteten Arbeitskräfte erhalten werden. Den Unternehmen wird die Möglichkeit gegeben, bei vorübergehendem Arbeitsmangel ihre Personalkosten nicht durch Entlassungen, sondern durch Arbeitszeitverkürzungen anzupassen. Die Arbeitnehmer erhalten für die Ausfallstunden von der Bundesanstalt Kurzarbeitergeld (Kug) in Höhe von 68% des Nettolohnes. In dem Beitrag wird beispielhaft für das Jahr 1977 untersucht, welche Kosten und finanziellen Wirkungen durch die Institution der Kurzarbeit ausgelöst werden. Der durchschnittlichen Zahl von 231 000 Kurzarbeitern (555 000 Fälle) und den durch Kurzarbeit ausgefallenen Arbeitsstunden entsprechen 1977 gesamte Personalkosten in Höhe von 1524 Mio DM. Die Finanzierung dieser Kurzarbeitskosten wird in einer Modellrechnung ermittelt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
