Female breadwinner – Erwerbsentscheidungen von Frauen im Haushaltskontext
Nach wie vor ist die ungleiche Verteilung von Erwerbs- und Familienarbeit zwischen den Partnern der Regelfall. Traditionelle familiäre Arrangements werden dabei durch institutionelle Rahmenbedingungen bevorzugt. Die Folge ist, dass Frauen immer noch beruflich zurückstecken - auch wenn sie den Hauptteil des Haushaltseinkommens erarbeiten und damit die Rolle der Familienernährerin übernehmen.
Dieses Themendossier widmet sich den Bedingungen und Auswirkungen der Erwerbsentscheidung von Frauen sowie empirischen Studien, die sich mit der Arbeitsteilung der Partner im Haushaltskontext befassen.
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Literaturhinweis
Unterhalt und Existenzsicherung: Recht und Wirklichkeit in Deutschland (2007)
Berghahn, Sabine; Opielka, Michael; Allmendinger, Jutta; Plett, Konstanze; Berringer, Christian; Rostock, Petra; Derleder, Peter; Schirmer, Dietmar; Heinke, Sabine; Schneider, Werner; Künzel, Annegret; Spangenberg, Ulrike; Martiny, Dieter; Springer, Astrid; Borgloh, Barbara; Wersig, Maria; Hirseland, Andreas; Wickert, Christl; Berghahn, Sabine; Wimbauer, Christine ; Ludwig-Mayerhofer, Wolfgang; Hecht, Dorothea;Zitatform
Berghahn, Sabine (Hrsg.) (2007): Unterhalt und Existenzsicherung. Recht und Wirklichkeit in Deutschland. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, 353 S.
Abstract
"Welche Rolle spielt der Unterhalt für Erwachsene in der politischen Diskussion um die Zukunft der sozialen Sicherung? Er gilt als Marginalie und Auslaufmodell, wie auch die ausstehende Reform des nachehelichen Unterhaltsrechts unterstreicht. Die in diesem Band gesammelten Beiträge stellen den tatsächlichen Unterhaltsbezug, seine Voraussetzungen und Realisierungsprobleme dar und gehen der Frage nach, wie zeitgemäß diese Säule der Existenzsicherung heute noch ist. Die Schwächen des derzeitigen Unterhaltssystems zeigen sich unter anderem darin, dass das System selbst zur Produktion von 'Bedarfslagen' beiträgt, die es eigentlich helfen soll zu überwinden. Eine der Ursachen hierfür ist das in Deutschland immer noch vorherrschende 'männliche Ernährermodell', das Frauen eine eigenständige Existenzsicherung erschwert. Das interdisziplinäre Werk von Autorinnen und Autoren aus den Rechts- und Sozialwissenschaften sowie aus der Rechtspraxis wendet sich nicht nur an diejenigen, die sich beruflich mit Unterhaltsfragen beschäftigen, sondern darüber hinaus an alle, die nach Ansätzen für eine geschlechtergerechte und zukunftsfähige soziale Sicherung suchen." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Familie und Arbeitsmarkt: eine Längsschnittstudie zum Einfluss beruflicher Unsicherheiten auf die Familienerweiterung (2007)
Zitatform
Bernhard, Sarah & Karin Kurz (2007): Familie und Arbeitsmarkt. Eine Längsschnittstudie zum Einfluss beruflicher Unsicherheiten auf die Familienerweiterung. (IAB-Discussion Paper 10/2007), Nürnberg, 40 S.
Abstract
"In der Studie werden die Auswirkungen von Unsicherheiten auf dem Arbeitsmarkt auf die Entscheidung für oder gegen ein zweites Kind bei Müttern und Vätern in Deutschland analysiert. Mit Daten des sozioökonomischen Panels werden Piecewise-constant-exponential-Modelle für die Entscheidung zum zweiten Kind geschätzt. Die Ergebnisse verweisen einerseits auf die weitgehende Verbreitung des Modells des männlichen Ernährers in Deutschland: So neigen höher gebildete Männer - von denen erwartet werden kann, dass sie auch ein höheres Einkommen realisieren können - eher dazu ihre Familie zu erweitern als weniger gebildete Männer. Außerdem entscheiden sich nichterwerbstätige oder teilzeitbeschäftigte Frauen eher für das zweite Kind als vollzeiterwerbstätige Frauen. Andererseits werden gewisse Auflösungstendenzen der traditionellen Rollenverteilung deutlich: Männer in unsicheren Beschäftigungspositionen sind nicht weniger geneigt, sich für ein zweites Kind zu entscheiden als Männer in beruflicher Sicherheit. Frauen schieben, wenn sie eine neue Stelle antreten, die Entscheidung für ein weiteres Kind zunächst auf. Frauen in befristeter Beschäftigung sind ebenfalls eher weniger geneigt, sich für ein zweites Kind zu entscheiden als unbefristet beschäftigte Mütter." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Zeitverwendung und Arbeitsteilung in Paarhaushalten (2007)
Haberkern, Klaus;Zitatform
Haberkern, Klaus (2007): Zeitverwendung und Arbeitsteilung in Paarhaushalten. In: Zeitschrift für Familienforschung, Jg. 19, H. 2, S. 159-185.
Abstract
"Hausarbeit ist in industrialisierten Ländern ungleich zulasten von Frauen verteilt. Ökonomische Theorien führen die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung auf eine unterschiedliche Humankapitalausstattung oder Einkommensressourcen zurück. Soziologische Theorien betonen dagegen den Einfluss sozialer Normen und institutioneller Rahmenbedingungen. Die empirische Überprüfung des Haushaltsproduktions-, des household bargaining- und des gender display-Ansatzes anhand der Daten der Zeitbudgeterhebung 2001/2002 zeigt für Deutschland, dass ökonomische Determinanten wie die finanzielle Abhängigkeit vom Partner einen entscheidenden Einfluss auf die innerfamiliale Arbeitsteilung haben. Ihre Wirkungsweise und geschlechtsspezifische Hausarbeitszeiten können jedoch nur dann angemessen erfasst werden, wenn Geschlechternormen und institutionelle Regelungen berücksichtig werden. Frauen können ihre Hausarbeitszeit mit zunehmender finanzieller Unabhängigkeit vom Mann nur dann reduzieren, wenn sie die Geschlechternorm 'männlicher Familienernährer' nicht verletzen. Männer erhöhen hingegen erst dann merklich ihre Hausarbeitszeit, wenn sie finanziell auf ihre Partnerin angewiesen sind." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Doppelte Transformation des Ernährermodells? Eine Längsschnittstudie zur Erwerbsarbeitsteilung bei ost- und westdeutschen Paaren nach der Geburt des ersten Kindes (2007)
Zitatform
Reichart, Elisabeth (2007): Doppelte Transformation des Ernährermodells? Eine Längsschnittstudie zur Erwerbsarbeitsteilung bei ost- und westdeutschen Paaren nach der Geburt des ersten Kindes. (Familie und Gesellschaft 20), Würzburg: Ergon-Verlag, 345 S.
Abstract
Vor der deutschen Vereinigung herrschten in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR unterschiedliche Modelle der sozialstaatlichen Regulation der Geschlechterverhältnisse: im Westen das klassische Ernährermodell (male breadwinner - female carer), im Osten modernere Geschlechterverhältnisse (dual earner - state carer). Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung dieser Modelle nach 1990 und geht dabei insbesondere der Frage nach, ob sich das klassische Ernährermodell auch in Ostdeutschland durchsetzen konnte, oder ob sich neue Variationen der Geschlechterverhältnisse ausbildeten, wie es mit der These von der 'doppelten Transformation' vorhergesagt wurde. Im ersten Teil der Arbeit wird diese Fragestellung aus drei Perspektiven (Wohlfahrtsstaat, Lebenslauf, Paarbeziehung und Haushalt) theoretisch beleuchtet. Außerdem werden die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Erwerbsarbeitsteilung von Paaren in Ost- und Westdeutschland sowie der aktuelle Forschungsstand zum Thema Erwerbstätigkeit und Elternschaft dargestellt. Im zweiten Teil der Arbeit wird die Fragestellung am Beispiel der Erwerbsverläufe junger Eltern empirisch untersucht: Mit Längsschnittdaten zu Erwerbkonstellationen ost- und westdeutscher Paare bilden sich sechs typische Muster der Erwerbsarbeitsteilung nach der Geburt des ersten Kindes ab. Diese werden in einem methodisch innovativen Verfahren durch Optimal Matching und Clusteranalyse gewonnen und durch bi- und multivariate Analysen weiter abgesichert. Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die These von der 'doppelten Transformation' nur eingeschränkt zutrifft: In den beiden deutschen Landesteilen fand und findet eine parallele Entwicklung statt. (IAB)
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Literaturhinweis
Household employment patterns in an enlarged European Union (2006)
Zitatform
Haas, Barbara, Nadia Steiber, Margit Hartel & Claire Wallace (2006): Household employment patterns in an enlarged European Union. In: Work, employment and society, Jg. 20, H. 4, S. 751-771. DOI:10.1177/0950017006069813
Abstract
"Our aim is to contribute to better understanding of why different practices relating to the division of paid labour by sex in couple households are still to be found in different parts of Europe. We analyse data on the distribution of dominant household employment patterns in eight countries: Bulgaria, the Czech Republic, Hungary, the Netherlands, Romania, Slovenia, Sweden, and the United Kingdom. Using comparative survey evidence for a large total sample (N = 10,123), we examine how national differences in terms of the gender division of paid work correspond with predictions drawn from well-established structuralist and culturalist theories of the determinants of cross-country variations.The findings call for a further elaboration of conventional approaches to explaining gendered employment patterns in an enlarged Europe." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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SGB II auf Ernährermodell programmiert? (2006)
Wagner, Alexandra;Zitatform
Wagner, Alexandra (2006): SGB II auf Ernährermodell programmiert? (MonApoli Monitor Arbeitsmarktpolitik), Düsseldorf u.a., 9 S.
Abstract
"Das SGB II birgt einerseits neue Chancen für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt, andererseits aber auch erhebliche Risiken. Leistungsrechtliche Regelungen stärken das Ernährermodell und führen zu einer mittelbaren Diskriminierung von Frauen. In Bezug auf die 'Aktivierung' der Leistungsbeziehenden sieht das SGB II hingegen keine geschlechts(rollen)bezogenen Unterschiede vor. Personen, die aufgrund der Anrechnung von Partnereinkommen keine oder nur reduzierte Grundsicherungsleistung erhalten, empfinden dies - unabhängig von ihrer Auffassung über die Rollenteilung von Frauen und Männern - als eine Belastung. In Schweden sind vergleichbare Wirkungen kaum anzutreffen - vor allem aufgrund der längeren Bezugsmöglichkeit von individualisierten Leistungen in den vorgelagerten Sicherungssystemen. Für eine Überwindung der mittelbaren Diskriminierung beim Zugang zu Leistungen des SGB II stellt sich die Frage nach der Abschaffung der Anrechnung von Partnereinkommen und Vermögen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Economic relations between women and their partners: an East-West-German comparison after reunification (2005)
Zitatform
Trappe, Heike & Annemette Sorensen (2005): Economic relations between women and their partners. An East-West-German comparison after reunification. (DIW-Diskussionspapiere 544), Berlin, 34 S.
Abstract
Am Beispiel eines Vergleichs der ökonomischen Beziehungen von Frauen und Männern in Ost- und Westdeutschland in der Zeitspanne nach der deutschen Wiedervereinigung wird verdeutlicht, wie sich unterschiedliche Chancenstrukturen auf Ausmaß und Entwicklung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit von Frauen auswirken. Ostdeutschland repräsentiert einen Sonderfall innerhalb der Übergangswirtschaften, weil es im wörtlichen Sinne von Westdeutschland übernommen und in eine schon existierende institutionelle Struktur inkorporiert wurde (Karl Ulrich Mayer, 1994). Dadurch wurde eine rapide Transformation der ostdeutschen Institutionen und Beschäftigungsstrukturen ausgelöst, während Westdeutschland dabei relativ unverändert blieb. Der Vergleich liefert eine aussagekräftige Fallstudie über das Zusammenspiel von Beschäftigungsmöglichkeiten, sozialpolitischen Maßnahmen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Partnern unter den Bedingungen eines substantiellen gesellschaftlichen Wandels. (IAB)
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Literaturhinweis
The consequences of caregiving: effects on women's employment and earnings (2005)
Zitatform
Wakabayashi, Chizuko & Katharine M. Donato (2005): The consequences of caregiving. Effects on women's employment and earnings. In: Population Research and Policy Review, Jg. 24, H. 5, S. 467-488. DOI:10.1007/s11113-005-3805-y
Abstract
"Caregiving to family members comprises a major part of familial obligations in the United States. Informal caregiving is unevenly distributed in society, with women performing most of the work and bearing the burden of its costs. This paper addresses the cost dimension of informal caregiving to family members by examining whether and how it penalizes women's employment. Drawing data from the 1987 and 1992 National Survey of Families and Households, we examine whether and how caregiving transitions affect changes in women's labor force participation and the implications of this caregiving transitions for their earnings. We calculate how these effects vary for demographically different groups of women: those older and younger, with and without high levels of education, and married and not married. Our findings reveal that for most women, the initiation of caregiving led to a substantial reduction in their weekly hours worked and annual earnings. However, the effects were different for various subgroups of women: those older, with fewer skills, and more competing roles paid substantial costs if they began caregiving between 1987 and 1992." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Female breadwinner families: their existence, persistence and sources (2004)
Zitatform
Drago, Robert, David Black & Mark Wooden (2004): Female breadwinner families. Their existence, persistence and sources. (IZA discussion paper 1308), Bonn, 32 S.
Abstract
"We develop a typology for understanding couple households where the female is the major earner - what we term female breadwinner households - and test it using data from the first two waves of the HILDA Survey. We distinguish temporary from persistent female breadwinner households and hypothesise, and confirm, that these two groups diverge on demographic, socio-economic status (SES), labour market and family commitment characteristics. Among the persistent group we further distinguish those couples where the dominance of a female earner is related to economic factors and those where it appears associated with a purposeful gender equity strategy. We again hypothesise and confirm that these household types significantly diverge, finding that men in the economic group exhibit low SES, poor labour market position, and low levels of commitment to family, while both the women and men in the equity type often achieve positive outcomes regarding gender equity and economic and family success." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Employment patterns and economic independence of women in intimate relationships: a German-Finnish comparison (2004)
Klement, Carmen; Rudolph, Brigitte;Zitatform
Klement, Carmen & Brigitte Rudolph (2004): Employment patterns and economic independence of women in intimate relationships. A German-Finnish comparison. In: European Societies, Jg. 6, H. 3, S. 299-318.
Abstract
"In European societies there are some differences in the way and extent of women's integration into the labour market due to different economic development, political ideas and cultural traditions. In this paper two countries are compared, namely Finland and Germany, which differ considerably concerning women's employment patterns, employment prospects and their life orientations. While most Finnish women are participants of the labour force in full-time jobs, the working pattern of German women is of rather discountinous nature, depending on their chosen intimate relationships in private life, implicating their role as unpaid carers. As there is no sufficient provision of public care services, many German women are dependent on a male breadwinner while leaving their jobs for family purposes. In contrast, Finnish mothers return to their full-time jobs after maternity leave as the welfare state provides enough public care services for children and the dependent elderly. Thus it appears that Finnish women have gained financial autonomy and economic independence, a pre-requisite for living in democratic, individualized intimate relationships with equal decision power. Even if, during the last decades, empirical evidence has revealed the transformation of the well known breadwinner model to a modernized version, or partially a shift to an 'adult worker model', in Germany there is still no evidence for a general trend to a fully individualized life pattern of women with children." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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When she earns more than he does: A longitudinal study of dual-earner couples (2001)
Zitatform
Brennan, Robert T., Rosalind Chait Barnett & Karen C. Gareis (2001): When she earns more than he does. A longitudinal study of dual-earner couples. In: Journal of Marriage and Family, Jg. 63, H. 1, S. 168-182. DOI:10.1111/j.1741-3737.2001.00168.x
Abstract
"In a random sample of 286 full-time-employed dual-earner couples, we tested 3 competing hypotheses: when wives earn more than their husbands, (a) each partner's marital-role quality (MRQ) decreases; (b) his MRQ increases, whereas effects on her MRQ are mixed; and (c) relationships vary with gender-role beliefs (i.e., gender-role ideology and subjective rewards of salary). We conceptualized salary as a couple-level predictor with 4 components, 2 time varying and 2 time invariant, and estimated the relationship between 2 time-varying components and MRQ. Women's MRQ was not significantly related to change in relative earnings. However, among men, the relationship varied by salary rewards." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
The decline of the male breadwinner model: implications for work and care (2001)
Lewis, Jane;Zitatform
Lewis, Jane (2001): The decline of the male breadwinner model. Implications for work and care. In: Social Politics, Jg. 8, H. 2, S. 152-169. DOI:10.1093/sp/8.2.152
Abstract
Entscheidende Konstruktionsmerkmale der meisten staatlichen Wohlfahrtssysteme sind die beiden Faktoren soziale Fürsorge und Erwerbsarbeit. Dabei bildet die Entlohnung der Erwerbsarbeit den Maßstab für die sozialen Leistungen. Das Konstrukt der Erwerbsarbeit wird weitgehend bestimmt vom Familienmodell des männlichen Ernährers, wobei der Frau die Rolle der Sorge für Kinder und Familie zukommt und ihr Sozialleistungen nur im Rahmen des Einkommens männlichen Partners (meist in Form von Freibeträgen) zukommen. Dieses klassische Familienmodell, das besonders in Großbritannien, Irland, Deutschland und den Niederlanden gepflegt wurde, ist von der gesellschaftlichen Wirklichkeit überholt. Der Beitrag zeigt am Beispiel Großbritanniens und der Niederlande, dass die Entwicklung hin zu einem Familienmodell geht, in der alle erwachsenen Familienmitglieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen (adult-worker model family). Zur Zeit bestehen die meisten Familien noch aus 'anderthalb Ernährern', wobei den Frauen die - oft schlecht bezahlte - Teilzeitarbeit obliegt. Um die Rolle der Frauen wirklich gleichberechtigt zu gestalten, muss von der Politik die Gleichwertigkeit von Erwerbsarbeit und unbezahlter Familienarbeit anerkannt werden, die Übergänge im Lebenslauf müssen gefördert werden, und geringe Einkommen müssen aufgestockt werden. Dies gilt insbesondere im Hinblick darauf, dass es in vielen nord- und westeuropäischen Ländern immer mehr alleinerziehende Müttern gibt, deren Zugang zu bezahlter Arbeit verbessert werden muss. (IAB)
