Female breadwinner – Erwerbsentscheidungen von Frauen im Haushaltskontext
Nach wie vor ist die ungleiche Verteilung von Erwerbs- und Familienarbeit zwischen den Partnern der Regelfall. Traditionelle familiäre Arrangements werden dabei durch institutionelle Rahmenbedingungen bevorzugt. Die Folge ist, dass Frauen immer noch beruflich zurückstecken - auch wenn sie den Hauptteil des Haushaltseinkommens erarbeiten und damit die Rolle der Familienernährerin übernehmen.
Dieses Themendossier widmet sich den Bedingungen und Auswirkungen der Erwerbsentscheidung von Frauen sowie empirischen Studien, die sich mit der Arbeitsteilung der Partner im Haushaltskontext befassen.
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Literaturhinweis
Doppelte Transformation des Ernährermodells? Eine Längsschnittstudie zur Erwerbsarbeitsteilung bei ost- und westdeutschen Paaren nach der Geburt des ersten Kindes (2007)
Zitatform
Reichart, Elisabeth (2007): Doppelte Transformation des Ernährermodells? Eine Längsschnittstudie zur Erwerbsarbeitsteilung bei ost- und westdeutschen Paaren nach der Geburt des ersten Kindes. (Familie und Gesellschaft 20), Würzburg: Ergon-Verlag, 345 S.
Abstract
Vor der deutschen Vereinigung herrschten in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR unterschiedliche Modelle der sozialstaatlichen Regulation der Geschlechterverhältnisse: im Westen das klassische Ernährermodell (male breadwinner - female carer), im Osten modernere Geschlechterverhältnisse (dual earner - state carer). Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung dieser Modelle nach 1990 und geht dabei insbesondere der Frage nach, ob sich das klassische Ernährermodell auch in Ostdeutschland durchsetzen konnte, oder ob sich neue Variationen der Geschlechterverhältnisse ausbildeten, wie es mit der These von der 'doppelten Transformation' vorhergesagt wurde. Im ersten Teil der Arbeit wird diese Fragestellung aus drei Perspektiven (Wohlfahrtsstaat, Lebenslauf, Paarbeziehung und Haushalt) theoretisch beleuchtet. Außerdem werden die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Erwerbsarbeitsteilung von Paaren in Ost- und Westdeutschland sowie der aktuelle Forschungsstand zum Thema Erwerbstätigkeit und Elternschaft dargestellt. Im zweiten Teil der Arbeit wird die Fragestellung am Beispiel der Erwerbsverläufe junger Eltern empirisch untersucht: Mit Längsschnittdaten zu Erwerbkonstellationen ost- und westdeutscher Paare bilden sich sechs typische Muster der Erwerbsarbeitsteilung nach der Geburt des ersten Kindes ab. Diese werden in einem methodisch innovativen Verfahren durch Optimal Matching und Clusteranalyse gewonnen und durch bi- und multivariate Analysen weiter abgesichert. Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die These von der 'doppelten Transformation' nur eingeschränkt zutrifft: In den beiden deutschen Landesteilen fand und findet eine parallele Entwicklung statt. (IAB)
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Literaturhinweis
The end of the career mystique?: policy and cultural frameworks that structure the work-family interface in the United States and Germany (2007)
Zitatform
Reichart, Elisabeth, Noelle Chesley & Phyliss Moen (2007): The end of the career mystique? Policy and cultural frameworks that structure the work-family interface in the United States and Germany. In: Zeitschrift für Familienforschung, Jg. 19, H. 3, S. 337-370.
Abstract
"In den USA und in Deutschland prägt ein falscher Karriereglaube die Vorstellung des Normallebenslaufs; der Glaube nämlich, dass lebenslange, kontinuierliche und aufstiegsorientierte Erwerbsarbeit der Schlüssel zu einem beruflich und privat erfolgreichen Leben sei. Dieser 'Karrierewahn' ist die Kehrseite des 'Weiblichkeitswahns' (Friedan 1963) der 1950er Jahre; beide kulturelle Leitbilder versinnbildlichten die Trennung der Sphären von Beruf und Familie nach Geschlecht und fanden ihren Ausdruck im Ernährermodell als Norm des Familienlebens. Im Arbeitsmarkt und im Modus der sozialen Absicherung ist die Erwartung lebenslanger Erwerbsarbeit reifiziert, und Männer und Frauen streben heute eine kontinuierliche Vollzeittätigkeit an. So haben immer weniger Beschäftigte eine 'Hausfrau', die sie in ihrer Karriere unterstützt. Erst recht wenn Arbeitnehmer(innen) Eltern werden, brechen die Konflikte zwischen den Anforderungen der Erwerbsarbeit und der erhöhten Sorge- und Hausarbeit voll auf. Bei der Geburt von Kindern werden Berufs- und Familienrollen in der Paarbeziehung neu konfiguriert; die Vereinbarkeitsmodelle, die Paare dann wählen, sind mit geprägt durch Gelegenheitsstrukturen des jeweiligen wohlfahrtsstaatlichen, institutionellen und kulturellen Kontexts. In diesem Beitrag richten wir den Fokus auf drei Fallbeispiele (die USA, West- und Ostdeutschland), um darzustellen, wie wohlfahrtsstaatliche Politik und kulturelle Schemata zusammenspielen, und dabei bestimmte, geschlechtertypisierende Erwerbsmuster bei Elternpaaren und damit soziale Ungleichheiten hervorbringen und verstärken." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Soziale Sicherungsmodelle revisited: Existenzsicherung durch Sozial- und Familienrecht und ihre Geschlechterdimensionen (2007)
Zitatform
Scheiwe, Kirsten (Hrsg.) (2007): Soziale Sicherungsmodelle revisited. Existenzsicherung durch Sozial- und Familienrecht und ihre Geschlechterdimensionen. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, 199 S.
Abstract
"Wie haben sich die Leitmodelle der Existenzsicherung durch Sozial- und Familienrecht verändert? Inwieweit wurde das Ziel der eigenständigen sozialen Sicherung von Frauen unabhängig vom traditionellen 'Versorgermodell' erreicht? Kann das Familienrecht sozial sichernd wirken? Welcher Reformbedarf besteht? Diese Fragen werden aus rechts- und sozialwissenschaftlicher Perspektive untersucht. Unterschiedliche Rechtsbereiche werden diskutiert: Antidiskriminierungsrecht und mittelbare Diskriminierung (Bieback), Recht der Beschäftigungsförderung und Grundsicherung nach dem SGB II (Berghahn und Spindler), Sozialversicherungsrecht und Anerkennung von Familienarbeit (Kemper), sozialrechtliche Leitmodelle (Scheiwe) und das neue Elterngeld (Wersig) sowie die familienrechtliche Existenzsicherung (Willekens und Schuler-Harms zur Ehe und Reregulierung kindbezogener Pflichten, Meder zum Geschiedenenunterhalt sowie Flügge zum Unterhaltsrecht und dem 'Familienernährer'). Sozialwissenschaftliche Beiträge beschäftigen sich mit der Moralökonomie der Sozialstaatsreform (Lessenich) und empirischen Ergebnissen zu Einstandspflichten in Paarbeziehungen (Künzel). Am Ende steht ein Plädoyer für eine 'Sozialpolitik zweiter Ordnung', die bei Reformen Wechselwirkungen zwischen Familien- und Sozialrecht und das Gleichstellungsgebot berücksichtigt. Das Buch richtet sich an juristisch und sozialpolitisch Interessierte, die sich mit dem Thema der Existenzsicherung durch Familien- und Sozialrecht und ihren gleichstellungspolitischen Aspekten beschäftigen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Familienpolitische Konzepte im Ländervergleich: Sprungbrett oder Stolperstein für erwerbstätige Mütter? (2007)
Stern, Nadine;Zitatform
Stern, Nadine (2007): Familienpolitische Konzepte im Ländervergleich. Sprungbrett oder Stolperstein für erwerbstätige Mütter? Marburg: Tectum Verlag, 153 S.
Abstract
"Die bürgerliche Rollenverteilung zwischen dem arbeitenden Mann und der haushaltenden Ehefrau entspricht seit Jahrzehnten nicht mehr dem Selbstverständnis fortschrittlicher Industriegesellschaften. Es besteht weitgehend Konsens, dass auch der Wohlfahrtsstaat mit seinen Segnungen die gleichberechtigte Belastung in Beruf und Familie fördern soll. Aber obwohl neben politikwissenschaftlichen auch volkswirtschaftliche und demografische Gesichtspunkte gegen das Ernährermodell sprechen, wird es weiterhin vielerorts durch politische Regulierungen verfestigt. Die Autorin untersucht die geschlechterpolitische Wirkung der deutschen, der französischen und der schwedischen Familienpolitik. Dazu stellt sie zentrale familienpolitische Regulierungen gegenüber. Ergebnis sind nicht nur länderspezifische Erkenntnisse. Die Autorin geht vielmehr der Frage nach, wie finanzielle Regulierungen, Kinderbetreuungs- und Erziehungsfreistellungsregelungen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Männer und Frauen gezielt fördern können." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
SGB II auf Ernährermodell programmiert? (2006)
Wagner, Alexandra;Zitatform
Wagner, Alexandra (2006): SGB II auf Ernährermodell programmiert? (MonApoli Monitor Arbeitsmarktpolitik), Düsseldorf u.a., 9 S.
Abstract
"Das SGB II birgt einerseits neue Chancen für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt, andererseits aber auch erhebliche Risiken. Leistungsrechtliche Regelungen stärken das Ernährermodell und führen zu einer mittelbaren Diskriminierung von Frauen. In Bezug auf die 'Aktivierung' der Leistungsbeziehenden sieht das SGB II hingegen keine geschlechts(rollen)bezogenen Unterschiede vor. Personen, die aufgrund der Anrechnung von Partnereinkommen keine oder nur reduzierte Grundsicherungsleistung erhalten, empfinden dies - unabhängig von ihrer Auffassung über die Rollenteilung von Frauen und Männern - als eine Belastung. In Schweden sind vergleichbare Wirkungen kaum anzutreffen - vor allem aufgrund der längeren Bezugsmöglichkeit von individualisierten Leistungen in den vorgelagerten Sicherungssystemen. Für eine Überwindung der mittelbaren Diskriminierung beim Zugang zu Leistungen des SGB II stellt sich die Frage nach der Abschaffung der Anrechnung von Partnereinkommen und Vermögen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Ehezentrierung statt staatsbürgerlicher Solidarität der Geschlechter: wohin führen die Reformen im deutschen System der Existenzsicherung? (2006)
Wersig, Maria; Künzel, Annegret; Berghahn, Sabine;Zitatform
Wersig, Maria, Annegret Künzel & Sabine Berghahn (2006): Ehezentrierung statt staatsbürgerlicher Solidarität der Geschlechter. Wohin führen die Reformen im deutschen System der Existenzsicherung? In: U. Degener & B. Rosenzweig (Hrsg.) (2006): Die Neuverhandlung sozialer Gerechtigkeit : feministische Analysen und Perspektiven (Politik und Geschlecht, 18), S. 301-319.
Abstract
Im Mittelpunkt des Beitrags steht die Analyse des deutschen Unterhaltsrechts am Beispiel der Einforderung der solidarischen Einkommensteilung in Partnerschaften bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes II. Diesem Prinzip der Ehegattensubsitariät liegt das Modell des männlichen Ernährers zugrunde; die Subsidaritätsregeln gelten dabei nicht nur für Eheleute, sondern auch für 'eheähnliche' Paare. Die Autorinnen kommen zu dem Schluss, dass die Risiken dieser Form von Ehegattensubsidiarität die Chancen überwiegen, indem die Gleichstellungseffekte der Erwerbsanreize für Frauen durch die gravierende Retraditionalisierung der Familienverhältnisse übertroffen werden. Die nur beschränkt einklagbare Unterhaltspflicht in Bedarfsgemeinschaften produziert neue Abhängigkeiten zumal bei Wiedereingliederungsmaßnahmen der Arbeitsagenturen Erwerbslose mit besser verdienenden PartnerInnen unterprivilegiert werden. Eine empirisch-qualitative Studie zur Empfindung der Abhängigkeit betroffener Partner zeigt, dass es zwar sehr unterschiedliche Bewältigungsweisen für die neuen Abhängigkeiten gibt, dass aber mehrheitlich die Anrechnung des Einkommens der Partner als schädlich für die Partnerschaft interpretiert wird. Die Autorinnen ziehen das Fazit, dass die den Reformen zugrunde liegende Annahme der partnerschaftlich-solidarischen Einkommensteilung im Widerspruch steht zu individuellen Rechten und staatsbürgerlicher Gleichheit. (IAB)
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Literaturhinweis
Economic relations between women and their partners: an East-West-German comparison after reunification (2005)
Zitatform
Trappe, Heike & Annemette Sorensen (2005): Economic relations between women and their partners. An East-West-German comparison after reunification. (DIW-Diskussionspapiere 544), Berlin, 34 S.
Abstract
Am Beispiel eines Vergleichs der ökonomischen Beziehungen von Frauen und Männern in Ost- und Westdeutschland in der Zeitspanne nach der deutschen Wiedervereinigung wird verdeutlicht, wie sich unterschiedliche Chancenstrukturen auf Ausmaß und Entwicklung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit von Frauen auswirken. Ostdeutschland repräsentiert einen Sonderfall innerhalb der Übergangswirtschaften, weil es im wörtlichen Sinne von Westdeutschland übernommen und in eine schon existierende institutionelle Struktur inkorporiert wurde (Karl Ulrich Mayer, 1994). Dadurch wurde eine rapide Transformation der ostdeutschen Institutionen und Beschäftigungsstrukturen ausgelöst, während Westdeutschland dabei relativ unverändert blieb. Der Vergleich liefert eine aussagekräftige Fallstudie über das Zusammenspiel von Beschäftigungsmöglichkeiten, sozialpolitischen Maßnahmen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Partnern unter den Bedingungen eines substantiellen gesellschaftlichen Wandels. (IAB)
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Literaturhinweis
Female breadwinner families: their existence, persistence and sources (2004)
Zitatform
Drago, Robert, David Black & Mark Wooden (2004): Female breadwinner families. Their existence, persistence and sources. (IZA discussion paper 1308), Bonn, 32 S.
Abstract
"We develop a typology for understanding couple households where the female is the major earner - what we term female breadwinner households - and test it using data from the first two waves of the HILDA Survey. We distinguish temporary from persistent female breadwinner households and hypothesise, and confirm, that these two groups diverge on demographic, socio-economic status (SES), labour market and family commitment characteristics. Among the persistent group we further distinguish those couples where the dominance of a female earner is related to economic factors and those where it appears associated with a purposeful gender equity strategy. We again hypothesise and confirm that these household types significantly diverge, finding that men in the economic group exhibit low SES, poor labour market position, and low levels of commitment to family, while both the women and men in the equity type often achieve positive outcomes regarding gender equity and economic and family success." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Employment patterns and economic independence of women in intimate relationships: a German-Finnish comparison (2004)
Klement, Carmen; Rudolph, Brigitte;Zitatform
Klement, Carmen & Brigitte Rudolph (2004): Employment patterns and economic independence of women in intimate relationships. A German-Finnish comparison. In: European Societies, Jg. 6, H. 3, S. 299-318.
Abstract
"In European societies there are some differences in the way and extent of women's integration into the labour market due to different economic development, political ideas and cultural traditions. In this paper two countries are compared, namely Finland and Germany, which differ considerably concerning women's employment patterns, employment prospects and their life orientations. While most Finnish women are participants of the labour force in full-time jobs, the working pattern of German women is of rather discountinous nature, depending on their chosen intimate relationships in private life, implicating their role as unpaid carers. As there is no sufficient provision of public care services, many German women are dependent on a male breadwinner while leaving their jobs for family purposes. In contrast, Finnish mothers return to their full-time jobs after maternity leave as the welfare state provides enough public care services for children and the dependent elderly. Thus it appears that Finnish women have gained financial autonomy and economic independence, a pre-requisite for living in democratic, individualized intimate relationships with equal decision power. Even if, during the last decades, empirical evidence has revealed the transformation of the well known breadwinner model to a modernized version, or partially a shift to an 'adult worker model', in Germany there is still no evidence for a general trend to a fully individualized life pattern of women with children." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
The decline of the male breadwinner model: implications for work and care (2001)
Lewis, Jane;Zitatform
Lewis, Jane (2001): The decline of the male breadwinner model. Implications for work and care. In: Social Politics, Jg. 8, H. 2, S. 152-169. DOI:10.1093/sp/8.2.152
Abstract
Entscheidende Konstruktionsmerkmale der meisten staatlichen Wohlfahrtssysteme sind die beiden Faktoren soziale Fürsorge und Erwerbsarbeit. Dabei bildet die Entlohnung der Erwerbsarbeit den Maßstab für die sozialen Leistungen. Das Konstrukt der Erwerbsarbeit wird weitgehend bestimmt vom Familienmodell des männlichen Ernährers, wobei der Frau die Rolle der Sorge für Kinder und Familie zukommt und ihr Sozialleistungen nur im Rahmen des Einkommens männlichen Partners (meist in Form von Freibeträgen) zukommen. Dieses klassische Familienmodell, das besonders in Großbritannien, Irland, Deutschland und den Niederlanden gepflegt wurde, ist von der gesellschaftlichen Wirklichkeit überholt. Der Beitrag zeigt am Beispiel Großbritanniens und der Niederlande, dass die Entwicklung hin zu einem Familienmodell geht, in der alle erwachsenen Familienmitglieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen (adult-worker model family). Zur Zeit bestehen die meisten Familien noch aus 'anderthalb Ernährern', wobei den Frauen die - oft schlecht bezahlte - Teilzeitarbeit obliegt. Um die Rolle der Frauen wirklich gleichberechtigt zu gestalten, muss von der Politik die Gleichwertigkeit von Erwerbsarbeit und unbezahlter Familienarbeit anerkannt werden, die Übergänge im Lebenslauf müssen gefördert werden, und geringe Einkommen müssen aufgestockt werden. Dies gilt insbesondere im Hinblick darauf, dass es in vielen nord- und westeuropäischen Ländern immer mehr alleinerziehende Müttern gibt, deren Zugang zu bezahlter Arbeit verbessert werden muss. (IAB)
