Niedriglohnarbeitsmarkt
Der Ausbau des Niedriglohnsektors sollte Ende der 1990er Jahre die hohe Arbeitslosigkeit reduzieren. Als Niedriglohn gilt ein Arbeitsentgelt, das trotz Vollzeitbeschäftigung keine angemessene Existenzsicherung gewährleistet – die OECD definiert den ihn als einen Bruttolohn, der unterhalb von zwei Dritteln des nationalen Medianbruttolohns aller Vollzeitbeschäftigten liegt. Betroffen von Niedriglöhnen sind überdurchschnittlich häufig Personen ohne beruflichen Abschluss, jüngere Erwerbstätige und Frauen.
Bietet der Niedriglohnsektor eine Chance zum Einstieg in den Arbeitsmarkt oder ist er eine Sackgasse? Das IAB-Themendossier erschließt Informationen zum Forschungsstand.
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Literaturhinweis
Minimum wages and on-the-job training (2001)
Zitatform
Acemoglu, Daron & Jörn-Steffen Pischke (2001): Minimum wages and on-the-job training. (IZA discussion paper 384), Bonn, 45 S.
Abstract
"Becker's theory of human capital predicts that minimum wages should reduce training investments for affected workers because they prevent these workers from taking wage cuts necessary to finance training. In contrast, in noncompetitive labor markets, minimum wages tend to increase training of affected workers because they induce firms to train their unskilled employees. We provide new estimates on the impact of the state and federal increases in the minimum wage between 1987 and 1992 on the training of low wage workers. We find no evidence that minimum wages reduce training, and little evidence that they tend to increase training. We therefore develop a hybrid model where minimum wages reduce the training investments of workers who were taking wage cuts to finance their training, while increasing the training of other workers. Finally, we provide some evidence consistent with this hybrid model." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
The tail of two countries: Minimum wages and employment in France and the United States (2000)
Zitatform
Abowd, John M., Francis Kramarz, David N. Margolis & Thomas Philippon (2000): The tail of two countries: Minimum wages and employment in France and the United States. (IZA discussion paper 203), Bonn, 20 S., Anhang.
Abstract
"We use longitudinal individual wage and employment data in France and the United States to investigate the effect of changes in the real minimum wage rate on an individual┐s employment status. We focus on workers employed at wages close enough to the minimum in a reference year as to be illegal in an adjacent comparison year as a result of movements in the real minimum wage. We find that movements in the American real minimum wage are associated with no employment effects, whereas movements in the cost of French minimum wage workers are associated with very strong negative employment effects. Our analysis is based upon identifying the direct effect of the change in the real minimum wage rate on exits from (entry into) employment when the real minimum wage rate increases (respectively, decreases) and identifying the heterogeneity in the behavior of our treatment and control groups using a pseudo-experimental contrast. We relate the difference-in-difference estimator directly to demand and supply elasticities for the two groups." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
L'Earned Income Tax Credit, un crédit d'impôt ciblé sur les foyers de salariés modestes aux États-Unis (2000)
Bontout, Olivier;Zitatform
Bontout, Olivier (2000): L'Earned Income Tax Credit, un crédit d'impôt ciblé sur les foyers de salariés modestes aux États-Unis. In: Economie et Statistique H. 335, S. 27-46.
Abstract
"Der Earned Income Tax Credit (EITC) ist eine Steuervergütung, die Haushalten gewährt wird, in denen mindestens eine Person arbeitet. Durch die Anhebung der Sätze in den 90er Jahren wurde sie zu einem wichtigen Instrument zur Unterstützung der Familieneinkommen in den Vereinigten Staaten. 1998 konnten 19,5 Millionen Haushalte diese Steuervergütung in Anspruch nehmen; die dadurch entstandenen Kosten von rund 30 Milliarden Dollar machen 1,8% des Bundeshaushaltes aus. Davon profitieren insbesondere Haushalte, die sich aus jungen Menschen zusammensetzen, isoliert wohnen und mindestens ein Kind zu versorgen haben. Auch wenn die Umverteilungseffekte nur partiell gemessen werden, so können sie dennoch mit den einkommensabhängigen Leistungen der sozialen Sicherung verglichen werden. Die unmittelbaren Auswirkungen auf das Arbeitsangebot sind positiv, auf aggregierter Ebene aber bescheiden. Der EITC hat eine wichtige Anreizfunktion, vor allem beim Übergang von der Erwerbslosigkeit zur Beschäftigung; besonders spürbar ist dies bei alleinstehenden Personen mit Kindern. Demnach hätte dieses System allgemein dazu beigetragen, daß die Erwerbsquoten in den letzten Jahren anstiegen, während die negativen Auswirkungen auf die Anzahl der gearbeiteten Stunden nicht so groß gewesen wären. Wie sich der EITC auf die Arbeitsnachfrage auswirkt, ist dagegen noch nicht hinlänglich bekannt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Niedrigere Löhne - bessere Welten? (2000)
Schäfer, Claus;Zitatform
Schäfer, Claus (2000): Niedrigere Löhne - bessere Welten? In: WSI-Mitteilungen, Jg. 53, H. 8, S. 534-551.
Abstract
"Der Beitrag geht der Behauptung nach, durch niedrigere oder gespreiztere Löhne ließen sich mehr Beschäftigung und andere Vorteile erzielen. Sie wird jedoch durch die Empirie für Deutschland wie für die USA verneint. Am deutschen Beispiel wird u.a. gezeigt, dass kein 'Beschäftigungswunder' eingetreten ist, obwohl die Lohnspreizung in vielen Formen, auch in der Vollzeitarbeit, zugenommen hat. Und mittels des US-Beispiels kann schön belegt werden, dass stark gespreizte Löhne im Rahmen einer sehr ungleichen Einkommensverteilung auf Dauer sogar ökonomischen Schaden erzeugen - von sozialem ganz zu schweigen. Die Empirie legt deshalb die Vermutung nahe, dass ökonomische Effizienz im Gegenteil durch flache Einkommenshierarchien begünstigt wird." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Zusätzliche Arbeitsplätze für einfache Tätigkeiten gesucht: Überlegungen zu Beschäftigungsmöglichkeiten im Niedriglohnbereich (1999)
Zitatform
Hoffmann, Edeltraud & Ulrich Walwei (1999): Zusätzliche Arbeitsplätze für einfache Tätigkeiten gesucht. Überlegungen zu Beschäftigungsmöglichkeiten im Niedriglohnbereich. (IAB-Werkstattbericht 12/1999), Nürnberg, 10 S.
Abstract
In dem Beitrag wird diskutiert, wie denjenigen Personen eine Beschäftigungsmöglichkeit angeboten werden kann, deren Qualifikation oder auch Fähigkeit zur Qualifikation für die heute zunehmend komplexen Anforderungen nur bedingt ausreichen. Um Beschäftigungslücken ausfindig zu machen, wird ein Vergleich der Erwerbstätigendichte nach Sektoren zwischen den USA und Deutschland durchgeführt. Es wird festgestellt, daß im deutschen Dienstleistungssektor vor allem im unteren Lohnbereich noch weitere Arbeitsplatzgewinne möglich sind. "Um bei stärkerer Lohnspreizung nach unten aber das in den USA nicht von der Hand zu weisende 'working poor'-Problem zu vermeiden, werden verschiedene - mehr oder weniger weitgehende - Ansätze zur Subventionierung niediger Löhne diskutiert." (IAB2)
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Literaturhinweis
Niedriglohnsektor in den USA: Der "Earned Income Tax Credit" soll Armut bei Arbeit lindern: lässt sich das amerikanische Zuschussmodell zur Beschäftigungsförderung auf Deutschland übertragen? (1999)
Werner, Heinz;Zitatform
Werner, Heinz (1999): Niedriglohnsektor in den USA: Der "Earned Income Tax Credit" soll Armut bei Arbeit lindern. Lässt sich das amerikanische Zuschussmodell zur Beschäftigungsförderung auf Deutschland übertragen? (IAB-Kurzbericht 12/1999), Nürnberg, 3 S.
Abstract
Mit dem "Earned Income Tax Credit" gibt es seit 1973 in den USA ein Fiskalmodell zur Förderung von Arbeit im Niedriglohnbereich. In dem Beitrag wird untersucht, ob durch einen solchen Steuerzuschuss auch in Deutschland zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Der Autor stellt fest, dass die Übertragung des Modells aus mehreren Gründen keinen Sinn macht: In den USA soll es nicht nur Arbeitsanreize setzen, sondern vor allem Armut bei Arbeit verhindern. In Deutschland aber geht es in erster Linie darum, Arbeitsplätze im Niedriglohnbereich zu schaffen, von denen es in den USA genug gibt. Da bei uns die Sozialtransfers in der Regel das Existenzminimum sichern, müssten die Zuschüsse erheblich sein, um auf der Angebotsseite einen Anreiz zur Arbeitsaufnahme zu schaffen. Die Nachfrageseite wäre davon - zumindest kurzfristig - kaum tangiert. (IAB2)
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Literaturhinweis
Rewarding work: how to restore participation and self-support to free enterprise (1997)
Phelps, Edmund S.;Zitatform
Phelps, Edmund S. (1997): Rewarding work. How to restore participation and self-support to free enterprise. Cambridge u.a.: Harvard University Press, 198 S.
Abstract
"For two hundred years, the economic engine of capitalism helped make the United States a nation where almost anyone willing to take initiative, work hard, and save money could lead a comfortable life, raise a family, and assume an active role in the community. Since the 1970s, however, a gulf has opened between the wages of low-paid workers and those of the middle class. With this decline in their reward, workers' job attachment has weakened, thus reducing employment. The entitlements of the welfare state have magnified the effect. The effects in turn on crime rates, drug abuse, and other indicators of social breakdown are costly for everyone. The author underscores the importance of earning a respectable wage to foster self-worth and responsibility. He shows that earning such a wage has been increasingly hard for those at the low end of the wage distribution as productivity has come to rely more on knowledge and skills and less on brawn and hard work. A crucial task for our economic and political system, he asserts, is to devise methods to help less productive workers draw a reasonable wage, thereby reintegrating them into the economic mainstream. the author's solution is a graduated schedule of subsidies to enterprises for every low-wage worker they employ. As firms hired more of these workers, the labor market would tighten and pay levels would rise. Ultimately the program would be largely self-financing, because its cost would be offset by reductions in the cost of welfare, crime, and medical care - as well as by formerly unemployed workers who would then pay taxes. The book is an essay on what could be called economic engineering - in this case, the engineering of wage structures to help low-wage American workers achieve self-sufficiency and self-respect." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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