Niedriglohnarbeitsmarkt
Der Ausbau des Niedriglohnsektors sollte Ende der 1990er Jahre die hohe Arbeitslosigkeit reduzieren. Als Niedriglohn gilt ein Arbeitsentgelt, das trotz Vollzeitbeschäftigung keine angemessene Existenzsicherung gewährleistet – die OECD definiert den ihn als einen Bruttolohn, der unterhalb von zwei Dritteln des nationalen Medianbruttolohns aller Vollzeitbeschäftigten liegt. Betroffen von Niedriglöhnen sind überdurchschnittlich häufig Personen ohne beruflichen Abschluss, jüngere Erwerbstätige und Frauen.
Bietet der Niedriglohnsektor eine Chance zum Einstieg in den Arbeitsmarkt oder ist er eine Sackgasse? Das IAB-Themendossier erschließt Informationen zum Forschungsstand.
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Literaturhinweis
Von der Vorherrschaft interner Arbeitsmärkte zur dynamischen Koexistenz von Arbeitsmarktsegmenten (2011)
Zitatform
Krause, Alexandra & Christoph Köhler (2011): Von der Vorherrschaft interner Arbeitsmärkte zur dynamischen Koexistenz von Arbeitsmarktsegmenten. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 64, H. 11, S. 588-596. DOI:10.5771/0342-300X-2011-11-588
Abstract
"Der Beitrag stellt die Frage nach der Re-Kommodifizierung des deutschen Beschäftigungssystems. Er greift dabei auf die segmentationstheoretische Unterscheidung von internen und externen sowie von primären und sekundären Teilarbeitsmärkten zurück. Als Ergebnis der empirischen Analysen zeigt sich, dass der deutsche Arbeitsmarkt in den letzten zwei Jahrzehnten einen Externalisierungs- und Sekundarisierungsschub durchlaufen hat. Interne Arbeitsmärkte und das Normalarbeitsverhältnis haben ihre praktische und diskursive Vorherrschaft verloren, und es hat sich eine spannungsgeladene und instabile Koexistenz von internen und externen, primären und sekundären Arbeitsmärkten entwickelt, wobei Ostdeutschland eine Vorreiterposition übernommen hat. Ab 2006 zeichnet sich dann in beiden Landesteilen anhand statistischer Indikatoren eine Ausbremsung des Externalisierungs- und Sekundarisierungsschubs ab, die auch während und nach der Krise von 2008/09 Bestand hat. Für die Zukunft erwarten wir u. a. aufgrund der demografischen Entwicklung eine Verbesserung der Arbeitsmarktchancen für einschlägig qualifizierte Arbeit, woraus sich Chancen für abhängig Beschäftigte und Gewerkschaften ergeben können." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Job search via social networks: An analysis of monetary and non-monetary returns for low-skilled unemployed (2011)
Zitatform
Krug, Gerhard & Martina Rebien (2011): Job search via social networks. An analysis of monetary and non-monetary returns for low-skilled unemployed. (IAB-Discussion Paper 23/2011), Nürnberg, 26 S.
Abstract
"Ausgehend von einem suchtheoretischen Modell analysieren wir die Effekte des Informationsflusses über soziale Netzwerke auf dem Arbeitsmarkt indem wir monetäre und nicht-monetäre Erträge aus Beschäftigung vergleichen, die über soziale Netzwerke und formale Wege gefunden wurden. Um kausale Effekte zu identifizieren wenden wir Propensity-Score-Matching auf Erhebungsdaten für geringqualifizierte Arbeitslose an. Mit Hilfe von Rosenbaum-Bounds können wir unbeobachtete Heterogenität in der Analyse berücksichtigen. Da der Vergleich nach Methode der Job-Findung irreführend sein kann, untersuchen wir auch den Effekt der reinen Jobsuche über soziale Netzwerke, unabhängig von der Methode der Job-Findung. Die Analyse zeigt keine Effekte sozialer Netzwerke für monetäre Erträge aus Beschäftigung und im besten Fall sehr schwache Hinweise auf kausale Effekte für nichtmonetäre Erträge." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Public employment services, employers and the failure of placement of low-skill workers in six European countries (2011)
Zitatform
Larsen, Christian Albrekt & Patrik Vesan (2011): Public employment services, employers and the failure of placement of low-skill workers in six European countries. (Working Papers on the Reconciliation of Work and Welfare in Europe. REC-WP 02/2011), Edinburgh, 29 S.
Abstract
"The paper explains why across Europe very few job matches are facilitated by public employment services (PES), looking at the existence of a double-sided asymmetric information problem on the labour market. It is argued that although a PES potentially reduces search costs, both employers and employees have strong incentives not to use the PES. The reason is that employers try to avoid the 'worst' employees, and employees try to avoid the 'worst' employers. Therefore PES get caught in a low-end equilibrium that is almost impossible to escape. The mechanisms leading to this low-end equilibrium are illustrated by means of qualitative interviews with 40 private employers in six European countries." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Migranten im Niedriglohnsektor unter besonderer Berücksichtigung der Geduldeten und Bleibeberechtigten (2011)
Lukas, Waldemar;Zitatform
Lukas, Waldemar (2011): Migranten im Niedriglohnsektor unter besonderer Berücksichtigung der Geduldeten und Bleibeberechtigten. (Forschungsgruppe des Bundesamtes. Working paper 39), Nürnberg, 106 S.
Abstract
"Ziel der Arbeit ist die Darstellung der Situation der Migranten im Niedriglohnsektor des Arbeitsmarktes, wobei sich der Blick sowohl auf Ausländer als auch auf weitere Personen mit Migrationshintergrund, wie (Spät-)Aussiedler und Kinder von Zuwanderern, richtet. Zudem werden die Beschäftigungsmöglichkeiten für Geduldete und Bleibeberechtigte im Niedriglohnsektor untersucht. Die verwendeten Daten sind dem Panel 'Arbeitsmarkt und soziale Sicherung' (PASS) entnommen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Folgen eines gesetzlichen Mindestlohns für die Sozialversicherung (2011)
Löwisch, Manfred;Zitatform
Löwisch, Manfred (2011): Folgen eines gesetzlichen Mindestlohns für die Sozialversicherung. In: Der Betrieb, Jg. 64, H. 23, S. 1336-1338.
Abstract
"Der Autor nimmt aus dem Blickwinkel des Sozialversicherungsrechts kritisch zu dem der Friedrich-Ebert-Stiftung erstatteten Bericht der Prognos AG zu den fiskalischen Effekten eines gesetzlichen Mindestlohns Stellung. Er kommt zu dem Ergebnis, dass in der Rentenversicherung jährlich ein negativer Effekt von rund 2 Mrd. Euro entsteht." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
The unequal incidence of non-standard employment across occupational groups: an empirical analysis of post-industrial labour markets in Germany and Europe (2011)
Zitatform
Marx, Paul (2011): The unequal incidence of non-standard employment across occupational groups. An empirical analysis of post-industrial labour markets in Germany and Europe. (IZA discussion paper 5521), Bonn, 23 S.
Abstract
"The paper addresses an often neglected question in labour market research: to which extent do outcomes aggregated on the national level disguise occupational diversity in employment conditions? In particular, how and why do occupational groups differ with regard to the incidence of non-standard employment? To explore these questions, the paper derives a detailed occupational scheme from the literature, capturing the variety of labour market outcomes within countries. In a second step, the scheme is theoretically linked to the topic of non-standard work. It is argued that different degrees of skill specificity across occupational groups produce diverging incentives for flexible and long-term employment, respectively. This leads to the expectation of (some) service-sector occupations showing stronger tendencies towards non-standard employment than those in the industrial sector. Based on European and German micro data, the categorisation is used to decompose various labour market indicators. The results clearly demonstrate the unequal incidence of non-standard employment along the lines of the suggested categorisation. Moreover, the longitudinal perspective suggests that traditionally functioning occupational groups will be crowded out by more destandardised ones." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Öffentlich geförderte sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Deutschland: aktuelle Instrumente, Programme und Konzepte (2011)
Matysik, Alexander; Rosenthal, Peer; Sommer, Jörg;Zitatform
Matysik, Alexander, Peer Rosenthal & Jörg Sommer (2011): Öffentlich geförderte sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Deutschland. Aktuelle Instrumente, Programme und Konzepte. (WISO Diskurs), Bonn, 59 S.
Abstract
"Öffentlich geförderte Beschäftigung ist ein klassisches Instrument der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Darunter werden sowohl beschäftigungsbegleitende Maßnahmen wie z. B. Lohnkostenzuschüsse als auch beschäftigungsschaffende Maßnahmen wie z. B. Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung) zusammengefasst. Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, (Langzeit-)Arbeitslosen mit Vermittlungshemmnissen Zugang zu einer Beschäftigung zu ermöglichen. Die hier vorliegende Studie legt das Hauptaugenmerk auf die Analyse, Darstellung und Einordnung unterschiedlicher Ansätze und Konzepte.
Im Folgenden geht es darum, die vorliegenden Erkenntnisse zu öffentlich geförderter Beschäftigung kurz zu resümieren (Kapitel 2). Hierbei wird zum einen der Einsatz öffentlich geförderter Beschäftigung in der Vergangenheit sowie die potenziell mit geförderter Beschäftigung zu erreichenden Ziele und ihrem Wandel im Zeitverlauf thematisiert. Darüber hinaus werden die Wirkungen geförderter Beschäftigung umrissen. Anschließend werden in Kapitel 3 insgesamt zehn unterschiedliche Instrumente, Programme und Konzepte für öffentlich geförderte sozialversicherungspflichtige Beschäftigung präsentiert und systematisch aufbereitet, von denen die Hälfte bereits umgesetzt wird. In einem zusammenfassenden Fazit werden die vorgestellten Programme und Konzepte gewürdigt sowie Anknüpfungspunkte für öffentlich geförderte sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen zur Diskussion gestellt (Kapitel 4)." (Autorenreferat, IAB-Doku)Weiterführende Informationen
Kurzfassung -
Literaturhinweis
Selbständige in der Grundsicherung (2011)
Zitatform
May-Strobl, Eva, Andre Pahnke, Stefan Schneck & Hans-Jürgen Wolter (2011): Selbständige in der Grundsicherung. (Institut für Mittelstandsforschung. Working paper 2011,02), Bonn, 72 S.
Abstract
"Mit Blick auf das Einkommen Selbstständiger zeigt die vorliegende deskriptive Auswertung, dass immer mehr Selbstständige zusätzlich zum Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit aufstockende staatliche Leistungen in Anspruch nehmen. Knapp 1 Mio. Selbstständige hatten 2010 ein monatliches Nettoeinkommen unter 1.100 ┐, rd. 270.000 verfügten noch nicht einmal über 500 ┐ monatlich. Unter den Selbstständigen lassen sich bestimmte Gruppen mit ungünstiger Einkommenssituation (z. B. Frauen, Solo-Selbstständige, Selbstständige in der Kultur- und Kreativwirtschaft) identifizieren. Eine solche unzureichende Ertragslage wird sich längerfristig auch nachteilig für den Fortbestand des Unternehmens auswirken.
Die vorliegende Arbeit soll die bestehenden Erkenntnislücken über die Situation von Selbstständigen, die zusätzlich zum Einkommen aus ihrer Erwerbstätigkeit noch Mittel aus der Grundsicherung für Arbeitsuchende des SGB II beziehen, aufarbeiten. Zunächst werden in Kapitel 2 die Charakteristika und die wirtschaftliche Lage der Selbstständigen thematisiert. Im dritten Kapitel werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen und Änderungen der rechtlichen Grundlagen dargestellt. In Kapitel 4 wird die bisherige Entwicklung von Selbstständigen in der Grundsicherung auf Grundlage allgemein zugänglicher Statistiken und mit Hilfe von Sonderauswertungen aufgezeigt. Eine Zusammenfassung und Erläuterung schließen den Beitrag ab." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Zeit- und Einkommensarmut von Freien Berufen und Unternehmern (2011)
Merz, Joachim; Rathjen, Tim;Zitatform
Merz, Joachim & Tim Rathjen (2011): Zeit- und Einkommensarmut von Freien Berufen und Unternehmern. (FFB-Diskussionspapier 89), Lüneburg, 21 S.
Abstract
"Freiberuflern und Unternehmern (Gewerbetreibende) wird nachgesagt, sie seien als Selbständige nicht nur einkommensreich sondern auch zeitreich, da sie aufgrund ihrer Unabhängigkeit und Zeitsouveränität auch verhältnismäßig viel disponible Zeit zur Verfügung haben. Unsere Studie untersucht diese These und damit erstmals die Wohlfahrtssituation von Freien Berufen und Unternehmern indem nicht nur nach der Einkommensarmut gefragt wird, sondern auch Zeitarmut im Rahmen eines neuen interdependenten multidimensionalen Armutskonzepts Berücksichtigung findet. Datenbasis ist einerseits das Sozioökonomische Panel für die bevölkerungsrepräsentative Bewertung der Kompensierung/Substitutionalität zwischen genuiner, persönlicher Freizeit und Einkommen als auch die aktuellste Zeitbudgeterhebung 2001/02 des Statistischen Bundesamtes. Insgesamt ist eine besondere Betroffenheit multipler Zeit- und Einkommensarmut der Freiberufler und verstärkt der Unternehmer im Vergleich zu allen Erwerbstätigen festzuhalten, ein Ergebnis, das landläufigen Einschätzungen bemerkenswert widerspricht. Ein erheblicher Anteil von nicht-einkommensarmen aber zeitarmen Erwerbstätigen generell, und Unternehmer wie auch Freiberufler im Besondern, ist nicht in der Lage, ihr Zeitdefizit durch ihr Einkommen zu kompensieren. Dieser Personenkreis wird sowohl in der Armuts- und Wohlfahrtsdiskussion, in der Diskussion um die 'working poor' als auch in den Diskussionen um Zeitstress und Zeitdruck bisher generell, und insbesondere für die Selbständigen als Freiberufler und Unternehmer, vernachlässigt." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Zeit- und Einkommensarmut von Selbständigen als Freiberufler und Unternehmer: ein Beitrag zu interdependenter multidimensionaler Armut und zu den "working poor" (2011)
Merz, Joachim; Rathjen, Tim;Zitatform
Merz, Joachim & Tim Rathjen (2011): Zeit- und Einkommensarmut von Selbständigen als Freiberufler und Unternehmer. Ein Beitrag zu interdependenter multidimensionaler Armut und zu den "working poor". In: Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung, Jg. 80, H. 4, S. 51-76. DOI:10.3790/vjh.80.4.51
Abstract
"Fundierte Informationen über den Lebensstandard, die Einkommens- und Zeitsituation von Selbständigen - als Freiberufler und Unternehmer (Gewerbetreibende) - sind äußerst rar, obwohl diese Gruppe der Erwerbstätigen eine besondere Bedeutung als 'Motor der Wirtschaft' zugesprochen wird. Unsere Studie ist dazu ein Beitrag und untersucht die Wohlfahrtssituation von Selbständigen, indem nicht nur nach der Einkommensarmut gefragt wird, sondern auch Zeitarmut im Rahmen eines neuen interdependenten multidimensionalen Armutskonzepts Berücksichtigung findet. Datenbasis ist einerseits das Sozio-oekonomische Panel für die bevölkerungsrepräsentative Bewertung der Kompensierung/Substitutionalität zwischen genuiner, persönlicher Freizeit und Einkommen als auch die beiden Zeitbudgeterhebungen 1992/92 und 2001/02 des Statistischen Bundesamtes. Zentrales Ergebnis: Selbständige sind hinsichtlich alleiniger Einkommensarmut, alleiniger Zeitarmut und interdependenter multidimensionaler Zeit- und Einkommensarmut in beiden Jahren weit stärker betroffen als alle anderen Erwerbstätigen. Ein erheblicher Anteil von nichteinkommensarmen, aber zeitarmen Erwerbstätigen generell und Selbständige im Besonderen ist nicht in der Lage, ihr Zeitdefizit durch ihr Einkommen zu kompensieren. In der multivariaten Erklärung des interdependenten multidimensionalen (IMD) Zeit- und Einkommensarmutsrisikos (Probit-Analyse) hat sich die familiäre Situation mit zunehmender Kinderzahl als signifikantes Erklärungsmuster, und zwar sowohl für Alleinerziehende als auch für Paare, herausgestellt. Zeit- und einkommensarme Personen werden damit sowohl in der Armuts- und Wohlfahrtsdiskussion, in der Diskussion um die 'woorking poor' als auch in den Diskussionen um Zeitstress und Zeitdruck bisher generell, und für die Selbständigen insbesondere, unzulässigerweise vernachlässigt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Low-wage careers: Are there dead-end firms and dead-end jobs? (2011)
Zitatform
Mosthaf, Alexander, Claus Schnabel & Jens Stephani (2011): Low-wage careers: Are there dead-end firms and dead-end jobs? In: Zeitschrift für ArbeitsmarktForschung, Jg. 43, H. 3, S. 231-249., 2010-07-01. DOI:10.1007/s12651-010-0036-4
Abstract
"Mit repräsentativen, verbundenen Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Daten der Bundesagentur für Arbeit verdeutlicht diese Studie, dass nur jeder siebte Vollzeitbeschäftigte, der 1998/99 einen Niedriglohn (von weniger als zwei Dritteln des Medianlohns) bezog, bis 2003 den Niedriglohnsektor verlassen konnte. Bivariate Probit-Schätzungen mit endogener Selektion deuten darauf hin, dass die Aufwärtsmobilität für jüngere und besser qualifizierte Geringverdiener höher ausfällt, wohingegen Frauen deutlich weniger erfolgreich sind. Wir zeigen, dass auch die Merkmale des Beschäftigungsbetriebes die Aufstiegswahrscheinlichkeit beeinflussen. Insbesondere kleinere Betriebe und solche mit einem hohen Anteil von Niedriglohnbeschäftigten scheinen häufig Sackgassen für Geringverdiener darzustellen. Die Wahrscheinlichkeit, den Niedriglohnsektor zu verlassen, ist ferner relativ gering, wenn man in bestimmten (meist weniger qualifizierten) Jobs verharrt. Die Abwanderung aus solchen Betrieben und Beschäftigungen, die Sackgassen darstellen, dürfte deshalb ein wichtiges Mittel sein, um höhere Löhne zu erzielen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Ähnliche Treffer
- frühere (möglw. abweichende) Version erschienen als: Universität Erlangen, Nürnberg, Lehrstuhl für Arbeitsmarkt- und Regionalpolitik. Diskussionspapiere , 66
- frühere (möglw. abweichende) Version erschienen als: LASER discussion papers , 37
- frühere (möglw. abweichende) Version erschienen als: IZA discussion paper , 4696
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Literaturhinweis
Low-wage jobs - stepping stones or just bad signals? (2011)
Mosthaf, Alexander;Zitatform
Mosthaf, Alexander (2011): Low-wage jobs - stepping stones or just bad signals? (IAB-Discussion Paper 11/2011), Nürnberg, 29 S.
Abstract
"Dieses Papier untersucht, inwiefern sich Effekte von Niedriglohnbeschäftigung und Nichtbeschäftigung auf zukünftige Lohnaussichten hinsichtlich der Qualifikation von Individuen unterscheiden. Es verwendet dynamische multinomiale Logit Modelle mit zufälligen Effekten und berücksichtigt Interaktionsterme der vorhergehenden Erwerbszustände mit Qualifikation, um Heterogenität von Pfadabhängigkeit zu messen. Den Ergebnissen nach sind Niedriglohnbeschäftigungen für Geringqualifizierte Sprungbretter in Hochlohnbeschäftigungen. Im Gegensatz hierzu sind die Chancen von Arbeitnehmern mit Universitätsabschluss, eine Hochlohnbeschäftigung zu finden, gleich gross wenn sie niedriglohnbeschäftigt bzw. nicht beschäftigt sind (wobei das Risiko, in Zukunft nicht beschäftigt zu sein, bei Niedriglohnbeschäftigungen geringer ist). Außerdem deuten die Ergebnisse dieses Papiers darauf hin, dass Niedriglohnbeschäftigungen mit negativen Signaleffekten für Arbeitnehmer mit Universitätsabschluss einhergehen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Standpunkt zur Mindestlohndebatte: Ein probates Rezept (2011)
Möller, Joachim;Zitatform
Möller, Joachim (2011): Standpunkt zur Mindestlohndebatte: Ein probates Rezept. In: IAB-Forum H. 1, S. 22-25. DOI:10.3278/IFO1101W022
Abstract
"Die Beschäftigungswirkung von Mindestlöhnen wird unter Ökonomen seit langem sehr kontrovers diskutiert. Kaum eine Debatte ist ideologisch so aufgeladen. Eine kürzlich erschienene umfassende Studie aus den USA stärkt die Position der Mindestlohnbefürworter. Die Einführung von Mindestlöhnen wäre demnach ohne Beschäftigungsverluste möglich. Allerdings muss die Höhe des Mindestlohns mit Augenmaß festgesetzt werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Möller, Joachim; -
Literaturhinweis
Beschäftigungswirkungen von Lohnsubventionen und Mindestlöhnen: zur Reform des Niedriglohnsektors in Deutschland (2011)
Müller, Kai-Uwe; Steiner, Viktor;Zitatform
Müller, Kai-Uwe & Viktor Steiner (2011): Beschäftigungswirkungen von Lohnsubventionen und Mindestlöhnen. Zur Reform des Niedriglohnsektors in Deutschland. In: Zeitschrift für ArbeitsmarktForschung, Jg. 44, H. 1/2, S. 181-195. DOI:10.1007/s12651-011-0073-7
Abstract
"In diesem Beitrag werden die Beschäftigungswirkungen von Lohnsubventionen und eines Mindestlohnes für Deutschland analysiert. Studien zum Mindestlohn im Baugewerbe und Simulationen zu einem allgemeinen Mindestlohn weisen einhellig auf Beschäftigungsverluste durch einen gesetzlichen Mindestlohn für die Bundesrepublik hin. Die Größenordnung hängt vom Mindestlohnniveau, Gütermarktreaktionen und der Reichweite des Mindestlohnes (Einschluss Auszubildender, geringfügig Beschäftigter) ab. Bei einem Mindestlohn von 7,5 EURO pro Stunde und elastischer Güternachfrage schätzen wir einen Gesamtverlust von ca. 220.000, insbesondere geringfügig Beschäftigten. Evaluationen bestehender Lohnsubventionen finden nur geringe Arbeitsanreizeffekte. Im Beitrag wird alternativ der aufkommensneutral gestaltete 'Beschäftigungsbonus', der geringe Stundenlöhne und nicht niedrige Erwerbseinkommen subventioniert, betrachtet. Dieser würde ein zusätzliches Arbeitsangebot von ca. 80.000 Personen bzw. ein zusätzliches Stundenangebot von etwa 420.000 Vollzeitäquivalenten induzieren. In Kombination mit einem allgemeinen Mindestlohn wären arbeitnehmerseitige Lohnsubventionen ineffektiv. Die Simulationsergebnisse zeigen, dass in diesem Fall arbeitgeberseitige Lohnsubventionen die infolge des Mindestlohnes gestiegenen Arbeitskosten kompensieren und Beschäftigungsverluste im Niedriglohnbereich teilweise verringern können." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Qualitätsmerkmale und Konstruktionsprinzipien zertifizierter Teilqualifikationen der Bundesagentur für Arbeit (2011)
Neumann, Florian;Zitatform
Neumann, Florian (2011): Qualitätsmerkmale und Konstruktionsprinzipien zertifizierter Teilqualifikationen der Bundesagentur für Arbeit. In: Berufs- und Wirtschaftspädagogik - online H. Spezial 5, S. 1-13.
Abstract
"Mit standardisierten Teilqualifikationen möchte die Bundesagentur für Arbeit ein bundeseinheitliches und qualitätsgesichertes Qualifizierungsmodell für gering qualifizierte Arbeitslose und für Personen, die ohne abgeschlossene Berufsausbildung beschäftigt sind, etablieren. Ziel ist es, die Beschäftigungs-fähigkeit der Zielgruppe zu stärken, indem es Teilnehmern an beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen in höherem Umfang als bisher ermöglicht wird, individuell zertifizierte Qualifikationen zu erwerben, die besser und über einen möglichst langen Zeitraum hinweg am Arbeitsmarkt einsetzbar sind. Gleichzeitig soll mit dem Konzept ein systematischer Weg hin zu anerkannten Berufsabschlüssen geebnet werden. Im Rahmen des Entwicklungs- und Erprobungsprojektes 'Optimierung der Qualifizierungsangebote für gering qualifizierte Arbeitslose' wurden hierzu in fünf Berufen und einem nicht beruflich geordneten Tätigkeitsfeld Qualifizierungskonzepte entwickelt, die erstmalig Rahmenbedingungen für Maß-nahmen der beruflichen Weiterbildung zentral definieren. Durch festgelegte Curricula sowie zentralen Vorgaben für eine individuelle Kompetenzfeststellung wird die Qualität der Weiterbildung einerseits gesichert - Teilnehmer an Maßnahmen erwerben praxisrelevante Qualifikationen, die für den potenziellen Einsatzbereich von Nutzen sind. Andererseits werden die vorhandenen beruflichen Kompetenzen transparent dokumentiert. Unternehmen werden dadurch in die Lage versetzt, sich bereits vor Einstellung des Bewerbers oder der Bewerberin ein Bild über die vorhandenen Kompetenzen zu verschaffen. Die Teilqualifikationen wurden unter Berücksichtigung mehrerer Qualitätskriterien konzipiert. Ein leitendes Prinzip bei der Entwicklung stellte das Berufskonzept mit dem Ziel beruflicher Handlungs-kompetenz dar. So gelten für jede Teilqualifikation die Bezugspunkte betriebliche Praxis und berufliche Ordnungsarbeit in gleicher Weise. Ziel war ihre Verknüpfung zu arbeitsmarktverwertbaren Einheiten. Um diesen Anspruch zu unterstreichen, wurden die Entwicklungsergebnisse kontinuierlich mit betrieblichen Fachleuten und Experten der Berufsbildung abgestimmt. Es sollte sichergestellt werden, dass die angestrebten Kompetenzen tatsächlich der Nachfrage am Arbeitsmarkt entsprechen. Zusätzlich zur Entwicklung der Teilqualifikationen wurde ein eigenes, bundeseinheitliches Zertifizierungs-system für den individuellen Kompetenznachweis der Maßnahmeteilnehmer aufgebaut. Darüber sollen die erzielten Lernleistungen nach einheitlichen Qualitätskriterien geprüft und dokumentiert werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Gender gaps across countries and skills: supply, demand and the industry structure (2011)
Olivetti, Claudia; Petrongolo, Barbara;Zitatform
Olivetti, Claudia & Barbara Petrongolo (2011): Gender gaps across countries and skills. Supply, demand and the industry structure. (CEP discussion paper 1093), London, 42 S.
Abstract
"The gender wage gap varies widely across countries and across skill groups within countries. Interestingly, there is a positive cross-country correlation between the unskilled-to-skilled gender wage gap and the corresponding gap in hours worked. Based on a canonical supply and demand framework, this positive correlation would reveal the presence of net demand forces shaping gender differences in labor market outcomes across skills and countries. We use a simple multi-sector framework to illustrate how differences in labor demand for different inputs can be driven by both within-industry and between-industry factors. The main idea is that, if the service sector is more developed in the US than in continental Europe, and unskilled women tend to be over-represented in this sector, we expect unskilled women to suffer a relatively large wage and/or employment penalty in the latter than in the former. We find that, overall, the between-industry component of labor demand explains more than half of the total variation in labor demand between the US and the majority of countries in our sample, as well as one-third of the correlation between wage and hours gaps. The between-industry component is relatively more important in countries where the relative demand for unskilled females is lowest." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Building the minimum wage: Germany's first sectoral minimum wage and its impact on wages in the construction industry (2011)
Rattenhuber, Pia;Zitatform
Rattenhuber, Pia (2011): Building the minimum wage. Germany's first sectoral minimum wage and its impact on wages in the construction industry. (DIW-Diskussionspapiere 1111), Berlin, 40 S.
Abstract
"The very first minimum wage in Germany was introduced in 1997 for blue-collar workers in sub-sectors of the construction industry. In the setting of a natural experiment blue-collar workers in neighboring 4-digit-industries and white-collar workers are used as control groups for differences-in-differences-in-differences estimation based on linked employer-employee data. Estimation results reveal a sizable positive average impact on wages in East Germany and no effect in West Germany. Size and significance of effects are not homogeneous across wage regimes (individual vs. collective contracts) and across the distribution suggesting spillover effects to wages where the minimum is not binding." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Niedriglohnbeschäftigung in den sozialen Berufen (2011)
Rhein, Thomas;Zitatform
Rhein, Thomas (2011): Niedriglohnbeschäftigung in den sozialen Berufen. In: B. Stolz-Willig & J. Christoforidis (Hrsg.) (2011): Hauptsache billig? : Prekarisierung der Arbeit in den Sozialen Berufen, S. 12-23.
Abstract
"In den letzten eineinhalb Jahren ist der Niedriglohnsektor in Deutschland deutlich expandiert. Der Beitrag befasst sich mit der Frage, inwieweit die Angehörigen der sozialen Berufe davon betroffen sind. Es geht dabei um eine empirische Bestandsaufnahme und das Aufzeigen von Entwicklungstrends seit Ende der 1990er Jahre, genauer zwischen den Jahren 1998 und 2008. Zunächst wird die allgemeine Entwicklung des Niedriglohnsektors in Deutschland skizziert. Die folgenden Abschnitte stellen dann die verwendeten Daten und die Abgrenzung des Niedriglohnsektors und der sozialen Berufe dar. Danach werden die Ergebnisse für den Personenkreis der Vollzeitbeschäftigten präsentiert. Da natürlich auch das Ausmaß der finanziellen Bedürftigkeit von Erwerbstätigen interessiert, befasst sich das folgende Kapitel mit sogenannten 'Aufstockern' unter den Berufsangehörigen (einschließlich Teilzeitbeschäftigte und 'Mini-Jobber'). Abschließend werden die wichtigsten Befunde kurz resümiert." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Le rôle des allocations sociales dans le combat contre la pauvreté en Allemagne (2011)
Rudolph, Helmut;Zitatform
Rudolph, Helmut (2011): Le rôle des allocations sociales dans le combat contre la pauvreté en Allemagne. In: B. Lestrade (Hrsg.) (2011): Travail et précarité : les "working poor" en Europe, S. 199-214, 2011-04-11.
Abstract
Der Beitrag untersucht die Entwicklung der Armut unter der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland und im europäischen Kontext. Ein besonderer Augenmerk liegt auf der Wirkung der Reformen, die das Phänomen der Armut bei Arbeitnehmern sichtbar gemacht haben. (IAB)
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Literaturhinweis
Von Verhärtungen und neuen Trends: Bericht zur regionalen Armutsentwicklung in Deutschland 2011 (2011)
Schneider, Ulrich; Woltering, Christian; Stilling, Gwendolyn;Zitatform
Schneider, Ulrich, Gwendolyn Stilling & Christian Woltering (2011): Von Verhärtungen und neuen Trends: Bericht zur regionalen Armutsentwicklung in Deutschland 2011. Berlin, 23 S.
Abstract
"Im Mai 2009 legte der Paritätische Wohlfahrtsverband zum ersten Mal einen Armutsatlas für Regionen in Deutschland vor. In der nun vorliegenden Veröffentlichung werden die Erkenntnisse des ersten Armutsatlas mit den seitdem regelmäßig veröffentlichten regionalen Armutsquoten der statistischen Landesämter und des Statistischen Bundesamtes zusammengeführt und mit den Trends im Hartz IV-Bezug seit 2005 verglichen. Die hier zur Verfügung gestellten Karten, Tabellen und Grafiken zeigen, dass die Armutsgefährdungsquote in der gesamtdeutschen Betrachtung seit nunmehr sechs Jahren auf einem Rekordniveau von über 14 Prozent verharrt. Bemerkenswert ist, dass selbst starke wirtschaftskonjunkturelle Ausschläge so gut wie keinerlei Einfluss mehr auf die Armutsentwicklung zu haben scheinen. Dieses Phänomen 'verhärteter Armut' findet sich auch bei der bundesweiten Hartz IV-Quote." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Lohnmobilität von jüngeren Geringverdienern in Deutschland (2011)
Schnitzlein, Daniel; Stephani, Jens;Zitatform
Schnitzlein, Daniel & Jens Stephani (2011): Lohnmobilität von jüngeren Geringverdienern in Deutschland. In: Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung, Jg. 80, H. 4, S. 13-30. DOI:10.3790/vjh.80.4.13
Abstract
"Anhand von Befragungsdaten sowie administrativen, verbundenen Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Daten untersucht dieser Beitrag die Lohnmobilität von jüngeren, unter 35 Jahre alten Geringverdienern in Deutschland im Zeitraum 1995 bis 2010. Deskriptiv zeigt sich, dass der Anteil der Geringverdiener in dieser Altersgruppe seit Mitte der 90er Jahre signifikant gestiegen ist und deutlich höher liegt als der Anteil an allen Beschäftigten. Die Aufstiegschancen der jüngeren Geringverdiener lagen dabei stets über denen aller Geringverdiener. Im Zeitverlauf sind ein Abfall der Aufstiegsmobilität in den späten 90er Jahren sowie ein erneuter Anstieg im Verlauf des neuen Jahrtausends zu beobachten. Multivariate Analysen unter Verwendung bivariater Probitmodelle mit endogener Selektion weisen darauf hin, dass Frauen schlechtere Aufstiegschancen haben als Männer. Das individuelle Bildungsniveau der jüngeren Geringverdiener ist ein wichtiger Erklärungsfaktor des individuellen Aufstiegs. Des Weiteren spielen Merkmale des Arbeitgebers, wie zum Beispiel die Betriebsgröße und die Zusammensetzung der Belegschaft, eine wichtige Rolle." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Der Niedriglohnsektor in Deutschland: Entwicklung, Struktur und individuelle Erwerbsverläufe. Gutachten im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (2011)
Schäfer, Holger; Schmidt, Jörg;Zitatform
Schäfer, Holger & Jörg Schmidt (2011): Der Niedriglohnsektor in Deutschland. Entwicklung, Struktur und individuelle Erwerbsverläufe. Gutachten im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Köln, 51 S.
Abstract
"Der Arbeitsmarkt muss auch Geringqualifizierten eine Chance bieten. Für Arbeitnehmer mit niedriger Qualifikation bieten sich überwiegend nur einfache Tätigkeiten an. Da diese wenig zur Wertschöpfung der Betriebe beitragen und sich die Beschäftigten darüber hinaus der Konkurrenz durch Automation und internationale Arbeitsteilung stellen müssen, sind die Verdienstmöglichkeiten in der Regel begrenzt. Das hat zur Folge, dass ein arbeitsmarktpolitischer Erfolg, nämlich der Abbau der Arbeitslosigkeit Geringqualifizierter, zu einem Phänomen führt, das häufig davon losgelöst diskutiert wird: die Zunahme von Beschäftigungsverhältnissen mit vergleichsweise geringen Löhnen.
Eine andere Sichtweise charakterisiert den Niedriglohnsektor eher als verteilungspolitischen Problemfall, dessen Existenz und Wachstum auf eine Reihe problematischer wirtschafts-, tarif-, sozial- und bildungspolitischer Weichenstellungen zurückgehe. Insbesondere sei der Niedriglohnsektor kein besonderes Arbeitsmarktsegment für Geringqualifizierte, da rund drei Viertel der Niedriglohnbeschäftigten mindestens über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. Dem beobachteten Anstieg der Niedriglohnbeschäftigung sei mit einem gesetzlichen Mindestlohn zu begegnen. Darüber hinaus seien atypische Beschäftigungsformen wie Zeitarbeit oder geringfügige Beschäftigung zu regulieren - offenbar mit der Zielsetzung, solche Beschäftigungsverhältnisse zu unterbinden - , da bei ihnen Niedriglöhne überdurchschnittlich weit verbreitet seien. Zu konzedieren ist, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen Niedriglohnbeschäftigung voraussichtlich effektiv bekämpfen würden. Die strittige Frage lautet, ob stattdessen entsprechende Beschäftigung zu höheren Löhnen oder in stärker regulierten Beschäftigungsformen entsteht oder ob nicht dauerhaft Beschäftigungsmöglichkeiten verloren gehen." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Leiharbeiter im sozialen Abseits: Arbeitnehmerüberlassung in Deutschland (2011)
Seigis, M. Christian;Zitatform
Seigis, M. Christian (2011): Leiharbeiter im sozialen Abseits. Arbeitnehmerüberlassung in Deutschland. Marburg: Tectum, 100 S.
Abstract
"Leiharbeiter sind scheinbar die Sklaven der neuen Arbeitswelt. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Leiharbeiter auf über 600 000 angewachsen - mit steigender Tendenz. Ihre Arbeitsbedingungen sind gleich, doch das Prinzip 'Gleiche Arbeit - gleiches Geld' greift hier nicht. Oft reicht das Gehalt selbst bei einer vollen Stelle nicht, um den Lebensunterhalt zu sichern. Der Steuerzahler subventioniert diese Jobs zugunsten der Arbeitgeber über Sozialleistungen. Dabei gilt für Leiharbeit- oder Zeitarbeitnehmer bereits seit 2004 gesetzlich der Gleichbehandlungsgrundsatz. Der Autor untersucht, wie die gesetzlichen Vorgaben teilweise umgangen werden, und zeigt Wege auf, wie dies zu ändern wäre, etwa durch Kombi- oder gesetzliche Mindestlöhne. Darüber hinaus beleuchtet er das Thema Leiharbeit von seiner Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte über die Rechtsbeziehungen bis zu den gravierenden Auswirkungen der Hartz-Reformen sowie zu den Folgen der europäischen Implikationen. Auch die Auswirkungen auf das deutsche Rentenversicherungssystem kommen zur Sprache." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Berufliche Nachqualifizierung von Geringqualifizierten als Mittel gegen den Fachkräftemangel? (2011)
Splittstösser, Sonja;Zitatform
Splittstösser, Sonja (2011): Berufliche Nachqualifizierung von Geringqualifizierten als Mittel gegen den Fachkräftemangel? In: Berufsbildung, Jg. 65, H. 130, S. 15-17.
Abstract
"Durch berufliche Nachqualifizierung und durch die Externenprüfung ist es Geringqualifizierten möglich, einen Berufsabschluss zu erlangen. Nachqualifizierung und Externenprüfung tragen so zur Fachkräfteentwicklung bei. Können sie auch ein Mittel gegen den Fachkräftemangel sein?" (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Niedriglohn und Rente: Instrumente zur Absicherung von Beschäftigungszeiten mit Niedriglohn in der gesetzlichen Rentenversicherung (2011)
Zitatform
Steffen, Johannes (2011): Niedriglohn und Rente. Instrumente zur Absicherung von Beschäftigungszeiten mit Niedriglohn in der gesetzlichen Rentenversicherung. Bremen, 26 S.
Abstract
"Jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland arbeitet mittlerweile für einen Niedriglohn. Niedriglöhne führen zu niedrigen Renten und erhöhen das Risiko von Armut im Alter oder bei Erwerbsminderung. Die Untersuchung blickt zurück auf die bisherige Behandlung von Niedriglöhnen bei der Rente und entwickelt Vorschläge für den künftigen Umgang mit solchen Zeiten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Hauptsache billig?: Prekarisierung der Arbeit in den Sozialen Berufen (2011)
Stolz-Willig, Brigitte; Möhring-Hesse, Matthias; Kühnlein, Gertrud; Wulf-Schnabel, Jan; Christoforidis, Jannis; Dathe, Dietmar; Rhein, Thomas; Giesecke, Harald; Stefaniak, Anna; Klein, Uta; Stolz-Willig, Brigitte; Fuchs, Tatjana; Wagner, Alexandra; Christoforidis, Jannis; Wohlfahrt, Norbert; Hartmann-Hanff, Susanne; Wolf, Michael;Zitatform
Stolz-Willig, Brigitte & Jannis Christoforidis (Hrsg.) (2011): Hauptsache billig? Prekarisierung der Arbeit in den Sozialen Berufen. Münster: Verl. Westfälisches Dampfboot, 245 S.
Abstract
"Der gegenwärtig stattfindende Wandel der Gesellschaft - die Veränderung in Demographie, Arbeit und Lebensweise - haben den Bedarf und die Qualitätsanforderungen in den Sozialen Berufen enorm gesteigert. Über die Qualität der Pflegeleistungen, des Kinderschutzes, der frühkindlichen Bildung und Förderung der Integrationspolitik wird öffentlich heftig diskutiert und gestritten. Weniger Beachtung finden die gravierenden Veränderungen der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen im Sozialsektor. Paradox genug gehen wachsende Anforderungen an Sozialen Dienstleistungen mit Lohndumping und einer Ausweitung prekärer Beschäftigung einher. Ein Großteil der Sozialen Berufe wird an den Rand des Niedriglohnsektors gedrängt - und vorrangig betroffen davon ist qualifizierte Frauenarbeit. Die Autoren und Autorinnen fragen nach den Triebkräften dieser Entwicklungen und diskutieren die Beschäftigungsperspektiven und die Qualität der Arbeit in den Sozialen Berufen. Gefragt wird aber auch nach den Voraussetzungen und Bedingungen einer Wiedergewinnung normativ begründeter und sozial gestalteter Handlungsfähigkeit." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Ursachen und Perspektiven für 1,5 Millionen junge Menschen ohne Schul- oder Berufsabschluss: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten und der Fraktion der SPD (Drucksache 17/5108) (2011)
Zitatform
(2011): Ursachen und Perspektiven für 1,5 Millionen junge Menschen ohne Schul- oder Berufsabschluss. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten und der Fraktion der SPD (Drucksache 17/5108). (Verhandlungen des Deutschen Bundestages. Drucksachen 17/5344 (04.04.2011)), 24 S.
Abstract
'In Deutschland leben rund 1,5 Millionen junge Erwachsene im Alter zwischen 20 und 29 Jahren ohne Berufsabschluss. Damit verfügen laut Berufsbildungsbericht 2010 rund 15 Prozent der Menschen dieser Altersgruppe nicht über die notwendige Voraussetzung für eine hinreichende und zukunftssichernde Beteiligung am Erwerbsleben.' Die Kleine Anfrage der Fraktion der SPD thematisiert die hohe Quote an jungen Erwachsenen ohne Schulabschluss und Ausbildungsabschluss, insbesondere die sozioökonomische Situation der Betroffenen. Thematisiert wird die soziale Dimension, die qualifikatorische Dimension und die Erwerbssituation der Betroffenen. Gefragt wird jeweils nach dem Anteil von Frauen, von Menschen mit Migrationshintergrund, dem Anteil an Behinderten sowie an Eltern und Alleinerziehenden. Bei ihren Antworten stützt sich die Bundesregierung auf Daten des Mikrozensus, der BIBB-Übergangsstudie, des nationalen Bildungsberichts und der Statistik der Bundesagentur für Arbeit; für die Beantwortung etlicher Detailfragen liegen jedoch keine Daten vor. Die Fraktion der SPD spricht zudem Maßnahmen zur Integration der ungelernten jungen Erwachsenen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt an. Die Bundesregierung verweist hier auf die Qualifikationsinitiative: 'Bund und Länder haben sich in der Qualifizierungsinitiative für Deutschland das Ziel gesetzt, bis 2015 die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss auf 4 Prozent und der jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss auf 8,5 Prozent zu senken.' In diesem Zusammenhang erläutert die Bundesregierung zudem den Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs und die neue Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung 'Abschluss und Anschluss - Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss'. (IAB)
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Literaturhinweis
Entwicklung der geringfügigen Beschäftigung in Deutschland: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten und der Fraktion der SPD (Drucksache 17/6382) (2011)
Zitatform
(2011): Entwicklung der geringfügigen Beschäftigung in Deutschland. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten und der Fraktion der SPD (Drucksache 17/6382). (Verhandlungen des Deutschen Bundestages. Drucksachen 17/6986 (14.09.2011)), 72 S.
Abstract
Die Bundesregierung antwortet auf die Fragen der Fraktion der SPD zur Entwicklung der geringfügigen Beschäftigung, zur Niedriglohnthematik, zur branchenspezifischen Betrachtung, geringfügiger Beschäftigung in Privathaushalten, zu Substitutionseffekten, zum Diskriminierungsverbot des Teilzeit- und Befristungsgesetzes, zu Genderaspekten, zur Brückenfunktion von Minijobs in den Arbeitsmarkt und zu Konsequenzen für die Sozialversicherung. (IAB)
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Literaturhinweis
Niedriglohn und Lohndumping im Verleihgewerbe (2011)
Zitatform
(2011): Niedriglohn und Lohndumping im Verleihgewerbe. (Arbeitsmarkt aktuell 2011,02), Berlin, 6 S.
Abstract
"Die Verleihbranche bleibt ein extremer Niedriglohnsektor. Trotz wirtschaftlicher Erholung steigt das ohnehin sehr hohe Verarmungsrisiko der Leiharbeitskräfte weiter an. Mehr als jede(r) achte Leiharbeitnehmer bzw. -arbeitnehmerin verdient so wenig, dass die staatliche Fürsorge einspringen und den niedrigen Lohn auf das gesellschaftliche Existenzminimum anheben muss. Ein sozialversicherter Job kann hier häufig kein menschenwürdiges Leben sicher stellen. Nicht einmal 20 Prozent der in der Leiharbeit sozialversicherten Vollzeitbeschäftigten verdiente 2009 im Monat mehr als 2.000 EURO brutto. Die Lohnkostenunterschiede zwischen Arbeitskräften in der Leiharbeit und den Einsatzbetrieben sind enorm. Leiharbeitskräfte verdienen im Schnitt 40 bis 50 Prozent weniger, je nach Qualifikation und Einsatzbetrieben schwankt dies jedoch. Leiharbeit wird längst nicht nur dafür eingesetzt, um betriebliche Auftragsspitzen abzufangen, sondern mehr und mehr auch um die Lohnkosten massiv zu drücken und tarifliche Regelungen in den Einsatzbetrieben zu unterhöhlen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Niedriglöhne in der Call-Center-Branche und das gescheiterte Mindestlohnverfahren: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten und der Fraktion Die Linke (Drucksache 17/6777) (2011)
Zitatform
(2011): Niedriglöhne in der Call-Center-Branche und das gescheiterte Mindestlohnverfahren. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten und der Fraktion Die Linke (Drucksache 17/6777). (Verhandlungen des Deutschen Bundestages. Drucksachen 17/7132 (23.09.2011)), 16 S.
Abstract
"Die Beschäftigtenzahl in der Call-Center-Branche hat sich von Dezember 2005 bis Dezember 2010 von 40.000 auf 94.000 erhöht. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (17/6777). 64 Prozent der Vollzeit in dieser Branche Angestellten verdienten weniger als zwei Drittel des sogenannten Medianentgeltes von 1.802 Euro." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
BA-Forschungs- und Entwicklungsprojekt "Optimierung der Qualifizierungsangebote für gering qualifizierte Arbeitslose": Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse (2011)
Abstract
"Angesichts der wirtschaftlichen Bedarfslage und der anhaltend schwierigen Situation Geringqualifizierter war es Ziel der BA, die berufliche Weiterbildungsförderung mit Hilfe von Teilqualifikationen passgenau auf den Bedarf der Wirtschaft abzustimmen und die Beschäftigungsfähigkeit Geringqualifizierter zu verbessern. Neu entwickelte Maßnahmen, die unterhalb des Facharbeiterbriefs zu standardisierten Zertifikaten führen, sollten in der Wirtschaft breite Anerkennung finden. Mit dem Projekt sollte ein Ansatz erprobt werden, der Geringqualifizierte Schritt für Schritt zum Berufsabschluss führen kann, zugleich aber auch den zwischenzeitlichen Übergang in berufliche Beschäftigung optimiert. Die Teilqualifikationen sollten durch die Standardisierung der Inhalte von Qualifizierungsmaßnahmen mit geregelten Ausbildungsberufen als Referenzrahmen, die Standardisierung von Lernergebnis-sen und der über sie ausgestellten Zertifikate sowie die bundesweite Etablierung eines BA-Markenprodukts mit hohem Wiedererkennungswert und breiter Akzeptanz durch Arbeitgeber gekennzeichnet sein." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Betriebliche Weiterbildung für Geringqualifizierte: ein Akquise-Leitfaden für Personalentwickler (2010)
Zitatform
Abraham, Ellen (2010): Betriebliche Weiterbildung für Geringqualifizierte. Ein Akquise-Leitfaden für Personalentwickler. Bielefeld: Bertelsmann, 142 S.
Abstract
"Demographische Entwicklung, Globalisierung und veränderte Anforderungen an Einfacharbeitsplätze, erfordern zunehmend auch die Weiterbildung geringqualifizierter Arbeitnehmer. Dieser Leitfaden basiert auf den Erfahrungen des Hamburger GRAWiRA-Projektes. Er stellt externen wie internen Personalentwicklern, Unternehmensberatern und Bildungsanbietern die erarbeiteten, erprobten und evaluierten innovativen Ansätze und Produkte zur Verfügung, mit denen Unternehmen für das Thema sensibilisiert und bildungsferne Mitarbeiter für die Teilnahme an Grundbildungsangeboten gewonnen wurden. Es wird deutlich, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber von der Einbindung der Zielgruppe in das Konzept des Lebensbegleitenden Lernens profitieren." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Kommunale Sozialausgaben: Steigende Belastungen der Kommunen durch Hartz IV: Städte und Kreise müssen für immer mehr Niedriglohnbezieher aufkommen (2010)
Adamy, Wilhelm;Zitatform
Adamy, Wilhelm (2010): Kommunale Sozialausgaben: Steigende Belastungen der Kommunen durch Hartz IV. Städte und Kreise müssen für immer mehr Niedriglohnbezieher aufkommen. In: Soziale Sicherheit, Jg. 59, H. 8, S. 245-254.
Abstract
"Die Finanzlage vieler Städte und Gemeinden ist seit Jahren stark angespannt. Vielerorts brechen die Einnahmen weg bei gleichzeitig steigenden Ausgaben - insbesondere auch für Sozialleistungen. Davon entfallen etwa ein Viertel auf Hartz IV. Vor allem dort sollen Leistungen beschnitten werden. Die Vorschläge reichen von einer regionalen Pauschalierung der Wohnkosten bis hin zu einer Halbierung der zugebilligten Wohnfläche für Hartz-IV-Empfänger. Es wird aber nicht daran gedacht, welche verheerenden Folgen der sich ausbreitende Niedriglohnsektor auf die Kommunalfinanzen hat. Denn es sind vor allem die Städte und Landkreise, die für die Hartz-IV-Kosten der so genannten Aufstocker aufkommen müssen. Allein im Monat März 2009 mussten die 50 größten ARGEn immerhin 84 Millionen Euro an Wohnkosten für Erwerbstätige ausgeben, die von ihrem sozialversicherten Job nicht leben konnten und deshalb zusätzlich auf Hartz IV angewiesen waren. Der folgende Beitrag zeigt, wie sich die Belastungen durch Aufstocker und Langzeitarbeitslose in den Kommunen entwickelt haben und wo sie am größten sind. Abschließend werden die arbeitsmarktpolitischen Einschnitte analysiert, die aktuell diskutiert werden." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Minimum wages, labor market institutions, and female employment and unemployment: a cross-country analysis (2010)
Zitatform
Addison, John T. & Orgul Demet Ozturk (2010): Minimum wages, labor market institutions, and female employment and unemployment. A cross-country analysis. (IZA discussion paper 5162), Bonn, 32 S.
Abstract
"This paper estimates the effect of minimum wage regulation in 16 OECD countries, 1970-2008. Our treatment is motivated by Neumark and Wascher's (2004) seminal cross-country study using panel methods to estimate minimum wage effects among teenagers and young adults. Apart from the longer time interval examined here, a major departure of the present study is the focus on prime-age females, a group typically neglected in the component minimum wage literature. Another is our deployment of time-varying policy and institutional regressors. Yet another is our examination of unemployment and participation outcomes in addition to employment effects. We report strong evidence of adverse employment effects among adult females and lower participation, even if the unemployment effects are muted. Although we report some similar findings to Neumark and Wascher as to the role of labor market institutions and policies, we do not observe the same patterns in the institutional data; in particular, we can reject for our target group their finding of stronger disemployment effects in countries with the least regulated markets." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Mindestlöhne verringern die Beschäftigungschancen für Bezieher von Arbeitslosengeld II (2010)
Arentz, Oliver; Eekhoff, Johann;Zitatform
Arentz, Oliver & Johann Eekhoff (2010): Mindestlöhne verringern die Beschäftigungschancen für Bezieher von Arbeitslosengeld II. In: Orientierungen zur Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik H. 123, S. 24-28.
Abstract
Die Hartz-Reform wird mit Recht als die umfassendste Reform des Sozialstaats in den letzten Jahrzehnten bezeichnet. Sie stellt die aktuelle Konkretisierung der grundgesetzlich garantierten Mindestsicherung dar. Bei einem Großteil der Hilfebezieher ist aber von einer grundsätzlichen Bereitschaft zur Aufnahme einer Beschäftigung auszugehen. Hier erweisen sich jedoch die Mindestlöhne als Arbeitsmarkthemmnis, da sie gering qualifizierte Arbeitnehmer vom Arbeitsmarkt ausschließen. Ihre Wertschöpfung reicht bei den gegebenen Mindestlöhnen nicht aus, um die Kosten der Beschäftigung zu decken. Eine Abschaffung der Mindestlöhne würde motivierten Hilfebeziehern die Möglichkeit zur Ausübung einer Beschäftigung geben, ihre Produktivität zum Vorteil der Gesellschaft nutzen und die Steuerzahler entlasten. (IAB)
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Literaturhinweis
"Making work pay" in a rationed labor market (2010)
Zitatform
Bargain, Olivier, Marco Caliendo, Peter Haan & Kristian Orsini (2010): "Making work pay" in a rationed labor market. In: Journal of population economics, Jg. 23, H. 1, S. 323-351. DOI:10.1007/s00148-008-0220-9
Abstract
"This paper empirically analyzes the labor supply effects of two 'making work pay' reforms in Germany. We provide evidence in favor of policies that distinguish between low effort and low productivity by targeting individuals with low wages rather than those with low earnings. We discuss our results more generally and with comparisons to the family-based tax credits in force in the US and the UK. For the evaluation of the policies, we apply a static structural labor supply framework and explicitly account for demand-side constraints by using a double-hurdle model." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Erwerbsfürsorge am segmentierten Arbeitsmarkt: fünf Jahre Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik nach dem SGB II (2010)
Bartelheimer, Peter;Zitatform
Bartelheimer, Peter (2010): Erwerbsfürsorge am segmentierten Arbeitsmarkt. Fünf Jahre Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik nach dem SGB II. In: Mitteilungen aus dem SOFI, Jg. 4, H. 10, S. 9-13.
Abstract
In seiner Bilanz zur Einführung der Grundsicherung für Arbeitsuchende stellt der Autor fest, dass diese in vielen Grundzügen dem früheren Fürsorgerecht entspricht. 'Mit dem SGB II lebt nun aber nicht einfach die frühere Erwerbslosenfürsorge wieder auf. Neu ist, dass Mindestsicherung nach dem Fürsorgeprinzip nicht nur für Arbeitslose organisiert wird, sondern in erheblichem Umfang auch für im Niedrigeinkommensbereich Beschäftigte.' Im folgenden wird dargestellt, wie die Grundsicherung nach SGB II auf das Beschäftigungssystem einwirkt, indem sie Niedriglohnbeschäftigung ermöglicht, indem sie die Konzessionsbereitschaft der Arbeitsuchenden erhöht und indem sie atypische Beschäftigung unterstützt. Es wird gezeigt, dass ein längerer Bezug von SGB II-Leistungen einen besonderen Teilhabemodus begründen kann, 'der schwächere soziale Rechte und unsichere Erwerbsbeteiligung zu einer neuen prekären Lebenslage im sozialen Sicherungssystem kombiniert'. (IAB)
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Literaturhinweis
Implementation unbefristet geförderter Beschäftigung (§ 16e SGB II): methodische Zugänge zur Erforschung des Umsetzungshandelns in der Arbeits- und Sozialverwaltung (2010)
Zitatform
Bauer, Frank, Manuel Franzmann, Philipp Fuchs & Matthias Jung (2010): Implementation unbefristet geförderter Beschäftigung (§ 16e SGB II). Methodische Zugänge zur Erforschung des Umsetzungshandelns in der Arbeits- und Sozialverwaltung. In: Arbeits- und industriesoziologische Studien, Jg. 3, H. 1, S. 51-71.
Abstract
"Im Rahmen einer Implementationsstudie untersuchen wir die Umsetzung von § 16e SGB II, gemäß dem ein Arbeitgeber, der einen Langzeitarbeitslosen mit weiteren Vermittlungshemmnissen einstellt, einen Zuschuss zu den Lohnkosten von bis zu 75 % erhalten kann. Erscheint nach Ablauf einer zweijährigen Förderung eine Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt auch in den beiden folgenden Jahren als nicht möglich, soll das Arbeitsverhältnis entfristet und die öffentliche Förderung dauerhaft, d.h. potenziell bis zur Verrentung, aufrechterhalten werden. Das Interesse der Untersuchung richtet sich auf die Akteure der Umsetzung (also die ARGEn und Optionskommunen) und deren Lösung der mit ihr verbundenen Handlungsprobleme. Der Studie liegen zwei sich ergänzende Heuristiken zugrunde: Zum einen der 'Akteurszentrierte Institutionalismus' (vgl. Mayntz/Scharpf 1995), der die akteursbezogene soziologische Steuerungsforschung mit der regel- und institutionsorientierten Governance-Forschung verbindet, sowie zum anderen das aus der Ethnologie stammende Konzept der 'Aneignung', das den Fokus richtet auf Prozesse der Interpretation des Neuen, Anzueignenden und sein Einpassen in die schon vorhandenen Strukturen und Handlungsvollzüge; mit ihm lässt sich die Tatsache analytisch erfassen, dass das Gesetz in wesentlichen Dimensionen verändert und sogar zweckentfremdet wurde, ohne dass dies Ausdruck bewusster strategischer Manipulation wäre, sondern vielmehr den Akteuren im Zuge ihrer Umsetzungsanstrengungen unterläuft. Verzahnt sind die genannten Heuristiken mit der Auswertungsmethode der Objektiven Hermeneutik, die in besonderer Weise dazu geeignet ist, hinter den verschiedenen Umsetzungsstrategien stehende implizite Annahmen und Erklärungsmuster zu rekonstruieren, welche sich einer einfachen Abfragbarkeit entziehen. Inhaltlich konzentriert sich der Beitrag auf die Analyse von offenen, nichtstandardisierten Interviews mit für die Umsetzung Verantwortlichen bei den ARGEn und Optionskommunen (Geschäftsführern, Bereichsleitern)." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Bauer, Frank; -
Literaturhinweis
"Ein explodierendes Instrument": die Implementation des unbefristeten Beschäftigungszuschusses für die Einstellung von Langzeitarbeitslosen mit mehrfachen Vermittlungshemmnissen (§ 16e SGB II). Auswirkung der deutenden Aneignung des Gesetzes auf den Umsetzungsprozess (2010)
Zitatform
Bauer, Frank, Manuel Franzmann, Philipp Fuchs & Matthias Jung (2010): "Ein explodierendes Instrument". Die Implementation des unbefristeten Beschäftigungszuschusses für die Einstellung von Langzeitarbeitslosen mit mehrfachen Vermittlungshemmnissen (§ 16e SGB II). Auswirkung der deutenden Aneignung des Gesetzes auf den Umsetzungsprozess. In: Sozialer Sinn, Jg. 11, H. 2, S. 243-274., 2010-11-16.
Abstract
"Der Beitrag stellt Ergebnisse einer Studie zur Implementation von § 16e SGB II vor, welcher besagt, dass ein Arbeitgeber für die Einstellung eines Langzeitarbeitslosen mit Vermittlungshemmnissen einen Lohnkostenzuschuss von bis zu 75 % erhalten kann, der nach Ablauf von zwei Jahren ggf. in eine unbefristete Förderung umzuwandeln ist. Die dauerhafte öffentliche Förderung von Arbeit ist eine Reaktion auf die mangelnde Marktnachfrage für substantielle Teile der Erwerbsbevölkerung und ein arbeitsmarktpolitisches Novum, sie steht in Widerspruch zu dem Aktivierungsparadigma des SGB II, was die umsetzenden ARGEn und Optionskommunen vor ein Interpretationsproblem stellt: Deuten sie § 16e als ein die Aktivierung in Frage stellendes 'trojanisches Pferd'; oder als notwendige Korrektur, die im Gegenteil die Geltung des Paradigmas bekräftigt? Außerdem stellt sich die Frage, wie er in die regional unterschiedlichen Gegebenheiten und Handlungsroutinen der arbeitsmarktpolitischen Akteure eingepasst werden kann, denn er bedarf einer aktiven, quasi-unternehmerischen Implementation, zu der Handlungsspielräume erforderlich sind, die aber auch obstruktiv genutzt werden können. Damit lässt sich an der Umsetzung von § 16e SGB II modellhaft die Nutzung solcher Handlungsspielräume erforschen, die für die Umwandlung von Behörden in Dienstleistungsunternehmen allgemein konstitutiv sind." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Bauer, Frank; -
Literaturhinweis
Einstellungen der Bevölkerung zu Mindestlöhnen in Deutschland (2010)
Bieräugel, Roland; Nüchter, Oliver; Schmid, Alfons;Zitatform
Bieräugel, Roland, Oliver Nüchter & Alfons Schmid (2010): Einstellungen der Bevölkerung zu Mindestlöhnen in Deutschland. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 63, H. 1, S. 50-57. DOI:10.5771/0342-300X-2010-1-50
Abstract
"Die politische Öffentlichkeit diskutiert kontrovers über den Mindestlohn, während die Sichtweise der Bevölkerung bisher kaum erforscht ist. Die Demoskopie belegt zwar eine mehrheitliche Zustimmung, kann allerdings die zugrunde liegenden Faktoren nicht erklären. Der Beitrag beleuchtet die Wahrnehmungen und Beurteilungen der Bevölkerung zur Einführung eines Mindestlohns. Wie verteilt sich Zustimmung und Ablehnung in der Bevölkerung? Wie hoch sollte der Mindestlohn sein? Warum werden Mindestlöhne abgelehnt? Wie werden die Wirkungen von Mindestlöhnen beurteilt? Die Einstellungen unterscheiden sich entlang sozialstruktureller und soziodemografischer Merkmale. Unsere Ergebnisse geben Hinweise darauf, dass von dem um subjektive Faktoren wie die Zufriedenheit erweiterten, ökonomischen Rationalmodell insgesamt die größte Erklärungskraft ausgeht. Einkommenslage, Erwerbsstatus sowie subjektive Zufriedenheit mit dem eigenen Leben zeigen die stärksten bivariaten Zusammenhänge mit Haltungen zum Mindestlohn. Zudem scheinen Gerechtigkeitsvorstellungen des Individuums bei der Einschätzung von Regelungen, die in die sozialen Verteilungsverhältnisse eingreifen, ein wesentlicher Bezugspunkt der Urteilenden zu sein." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Niedriglöhne und der Flickenteppich von (unzureichenden) Mindestlöhnen in Deutschland (2010)
Bispinck, Reinhard;Zitatform
Bispinck, Reinhard (2010): Niedriglöhne und der Flickenteppich von (unzureichenden) Mindestlöhnen in Deutschland. (WSI-Report 04), Düsseldorf, 19 S.
Abstract
"Die politische Auseinandersetzung um die Begrenzung des Niedriglohnsektors in Deutschland ist nach wie vor in vollem Gang. Zwar gewinnt die Forderung nach einem einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn in der Bevölkerung und bei den politischen Parteien immer mehr an Unterstützung, aber durchgesetzt ist sie noch keineswegs. Bislang konnten die Gewerkschaften lediglich einen eher vorsichtigen Ausbau des vorhandenen Instrumentariums erreichen. Der WSI-Report analysiert Reichweite, Niveau und Wirksamkeit des bestehenden Regelwerks zur Festsetzung von Mindestarbeitseinkommen. Er informiert außerdem über die Regulierungsvorstellungen der Betriebsräte auf Basis der jüngsten WSI-Betriebsrätebefragung." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Statistical discrimination and employers' recruitment practices for low-skilled workers (2010)
Zitatform
Bonoli, Giuliano & Karl Hinrichs (2010): Statistical discrimination and employers' recruitment practices for low-skilled workers. (Working Papers on the Reconciliation of Work and Welfare in Europe. REC-WP 10/2010), Edinburgh, 26 S.
Abstract
"This paper deals with the recruitment strategies of employers in the low-skilled segment of the labour market. We focus on low-skilled workers because they are overrepresented among jobless people and constitute the bulk of the clientele included in various activation and labour market programmes. A better understanding of the constraints and opportunities of interventions in this labour market segment may help improve their quality and effectiveness. On the basis of qualitative interviews with 41 employers in six European countries, we find that the traditional signals known to be used as statistical discrimination devices (old age, immigrant status and unemployment) play a somewhat reduced role, since these profiles are overrepresented among applicants for low skill positions. On the other hand, we find that other signals, mostly considered to be indicators of motivation, have a bigger impact in the selection process. These tend to concern the channel through which the contact with a prospective candidate is made. Unsolicited applications and recommendations from already employed workers emit a positive signal, whereas the fact of being referred by the public employment office is associated with the likelihood of lower motivation." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Minimum wage systems and changing industrial relations in Europe: national report Germany (2010)
Zitatform
Bosch, Gerhard & Claudia Weinkopf (2010): Minimum wage systems and changing industrial relations in Europe. National report Germany. Manchester, 44 S.
Abstract
"In Germany, minimum wages are established by means of collective bargaining. Statutory provision does play a role, but only in certain sectors through making regional collective agreements generally binding (eg. hairdressing and security) or in the context of the Law on Posting of Workers as in construction and very recently in cleaning and postal services. With the decline of collective bargaining coverage and limited use of extension mechanisms, there is increasing concern among social partners that many low paid workers have no minimum wage protection; the share of workers not covered in 2004 was close to one in three in western Germany and one in two in eastern Germany. Along with other changes, including requiring long-term unemployed workers to accept any offer of a legal job after 12 months and the growth of very low paid jobs, there is now considerable political debate on a new form of statutory minimum wage." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
Weiterführende Informationen
Executive Summary -
Literaturhinweis
Nach welchen Regeln werden Arbeitsleistungen vergütet?: Zeitgespräch (2010)
Bosch, Gerhard; Hirsch, Boris ; Schneider, Hilmar; Schlicht, Ekkehart; Peichl, Andreas ; Schettkat, Ronald;Zitatform
Bosch, Gerhard, Ronald Schettkat, Ekkehart Schlicht, Boris Hirsch, Andreas Peichl & Hilmar Schneider (2010): Nach welchen Regeln werden Arbeitsleistungen vergütet? Zeitgespräch. In: Wirtschaftsdienst, Jg. 90, H. 4, S. 215-234.
Abstract
"Die aktuelle Diskussion über zu hohe Managergehälter am oberen und zu niedrige Löhne am unteren Ende der Gehaltsskala führt zu den Grundregeln der Lohnbildung. In der ökonomischen Theorie stehen dabei vor allem individuelle Produktivitätsunterschiede als Ursache von Lohnunterschieden im Vordergrund. Wenig - wie einige Ökonomen finden zu wenig - wird dabei auf die Machtstrukturen auf dem Arbeitsmarkt geachtet." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Erwerbstätigkeit junger Erwachsener ohne abgeschlossene Berufsausbildung (2010)
Zitatform
Braun, Uta, Felix Bremser, Klaus Schöngen & Sabrina Inez Weller (2010): Erwerbstätigkeit junger Erwachsener ohne abgeschlossene Berufsausbildung. In: M. Friedrich (Red.) (2010): Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2010 : Informationen und Analysen zur Entwicklung der beruflichen Bildung.
Abstract
"Ungelernte Erwerbstätige stellen nach den bisherigen Ergebnissen des Mikrozensus keine homogene Gruppe dar. Sie lassen sich damit auch nicht in ihrer Gesamtheit als eine Gruppe definieren, in der einheitliche Problemlagen angetroffen werden. Eine Unterscheidung nach Schulabschlüssen zeigt erhebliche Differenzen in der beruflichen Einmündung: Bei jungen Erwachsenen ohne Schulabschluss überwiegen Tätigkeiten in Hilfsarbeiterberufen und in geringfügiger Beschäftigung - Letzteres v. a. bei jungen Frauen. Bei Ungelernten mit Studienberechtigung hingegen reicht das Erwerbsspektrum nicht selten bis in Selbstständigkeit sowie in qualifizierte kaufmännische und IT-Berufe hinein. Bei Ungelernten ohne schulischen Abschluss finden sich letztere Erwerbsmöglichkeiten so gut wie gar nicht. Bei Ungelernten ergibt sich damit angesichts steigender Anforderungen in der Erwerbsarbeit und des damit einhergehenden Abbaus von Arbeitsplätzen, auf denen sie beschäftigt werden könnten, eine sehr labile Erwerbssituation. Diese hat sich in den vergangenen Jahren noch weiter zugespitzt, weil ihnen die Teilnahme an Qualifizierung durch betriebliche Weiterbildung versagt blieb bzw. weil sie diese nicht wahrnahmen." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Arbeitsmarktpolitik: falsche Anreize vermeiden, Fehlentwicklungen korrigieren (2010)
Brenke, Karl; Eichhorst, Werner;Zitatform
Brenke, Karl & Werner Eichhorst (2010): Arbeitsmarktpolitik: falsche Anreize vermeiden, Fehlentwicklungen korrigieren. In: Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung, Jg. 79, H. 1, S. 56-84. DOI:10.3790/vjh.79.1.56
Abstract
"Nach den umfassenden Reformen in den Jahren 2003 bis 2005, die erheblich zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes beigetragen haben, besteht der Reformbedarf nun im Wesentlichen in der Nachjustierung einzelner Maßnahmen und der Korrektur politikbedingter Fehlentwicklungen. Die Bundesregierung erwägt gemäß Koalitionsvertrag allerdings Reformen, die in die falsche Richtung weisen. Das gilt insbesondere für die Erhöhung der anrechnungsfreien Hinzuverdienste von Hartz-IV-Empfängern und die Ausweitung der Vergünstigungen bei den Mini- und Midijobs. Solche Beschäftigungsverhältnisse schwächen allerdings die Einnahmebasis bei den Steuern und Sozialversicherungen, führen zu Wettbewerbsverzerrungen auf dem Arbeitsmarkt und können reguläre, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verdrängen. Sie sind systemwidrig und gehören deshalb abgeschafft. Die Ausweitung der Hinzuverdienstmöglichkeiten der Hartz-IV-Empfänger hätte zur Folge, dass die Zahl der Leistungsempfänger steigt und dass es für manche davon attraktiver wird, im Leistungsbezug zu verharren. Überdies geht es den meisten Hilfebeziehern nicht um Hinzuverdienste, sondern um eine auskömmliche Erwerbstätigkeit. Kein Reformbedarf besteht bei der Befristung von Arbeitsverträgen. Mit Blick auf den Niedriglohnsektor sind moderate gesetzliche Mindestlöhne gegenüber tarifvertraglich vereinbarten Branchenlösungen die bessere Alternative, weil dadurch Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden. Nachbesserungen sind bei der Zeitarbeit erforderlich, da ein Arbeitsmarktsegment entstanden ist, das nicht nur der Abfederung wechselnder Arbeitskräftenachfrage dient. Überdies wird die berufliche Mobilität der Zeitarbeitnehmer zu sehr eingeschränkt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Working Poor: Arm oder bedürftig?: Umfang und Dauer von Erwerbstätigkeit bei Leistungsbezug in der SGB-II-Grundsicherung (2010)
Zitatform
Bruckmeier, Kerstin, Tobias Graf & Helmut Rudolph (2010): Working Poor: Arm oder bedürftig? Umfang und Dauer von Erwerbstätigkeit bei Leistungsbezug in der SGB-II-Grundsicherung. In: Wirtschafts- und Sozialstatistisches Archiv. AStA, Jg. 4, H. 3, S. 201-222. DOI:10.1007/s11943-010-0085-8
Abstract
"Die Armutsmessung ist von einer Reihe von Annahmen abhängig, die Ausmaß und Struktur der Armutsbevölkerung beeinflussen. Die Ergebnisse hängen von der Wahl der Datenquelle, der Äquivalenzskalen und des mittleren Einkommens als Referenzgröße sowie von der Festlegung von Armutsschwellen ab. Mit der Einführung der Grundsicherung für Arbeitsuchende im Sozialgesetzbuch II (SGB II) ist ein Berichtssystem entstanden, das umfangreicher als bisher über die Entwicklung von Armut berichtet. Der Aufsatz vergleicht die Armutsrisikoschwellen nach dem Konzept der Europäischen Union mit dem Haushaltsnettoeinkommen von Haushalten in der Grundsicherung. Er zeigt, wie die Verwaltungsdaten aus dem SGB II im Rahmen einer dynamischen Armutsbetrachtung für Untersuchungen der working poor genutzt werden können. Anschließend werden Ergebnisse einer Verweildaueranalyse aus den Jahren 2005 bis 2008 für die Dauer des Leistungsbezugs bei Beschäftigung vorgestellt. Es zeigt sich eine hohe Fluktuation unter den working poor. Die Ausstiegschance aus der Transferabhängigkeit hängt entscheidend vom Umfang der Beschäftigung ab." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Prekäres Unternehmertum: Unsicherheiten von selbstständiger Erwerbstätigkeit und Unternehmensgründung (2010)
Bührmann, Andrea D. ; Inhetveen, Heide; Fischer, Ute Luise; Wienhold, Hanns; Gather, Claudia; Pongratz, Hans J. ; Simon, Stefanie; Bögenhold, Dieter ; Kay, Rosemarie ; Fachinger, Uwe; Kranzusch, Peter; Bierhoff, Oliver; Schmidt, Tanja ; Ulbricht, Susan; Schmitt, Mathilde; Dangel-Vornbäumen, Caroline; Schulze Buschoff, Karin;Zitatform
(2010): Prekäres Unternehmertum. Unsicherheiten von selbstständiger Erwerbstätigkeit und Unternehmensgründung. (Wirtschaft und Gesellschaft), Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwissenschaften, 299 S.
Abstract
"Unternehmensgründung und selbstständige Erwerbstätigkeit eröffnen nicht nur Erfolgschancen, sondern bringen erhebliche Prekaritätsrisiken mit sich. Auf der Grundlage konzeptioneller Überlegungen und neuerer empirischer Befunde verknüpft der Band zwei aktuelle, aber bisher kaum im Zusammenhang betrachtete gesellschaftliche Entwicklungen: die zunehmende Bedeutung von Unternehmertum und die wachsende Gefahr der Prekarisierung der Erwerbsarbeit." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Evaluating the German "Mini-Job" reform using a true natural experiment (2010)
Zitatform
Caliendo, Marco & Katharina Wrohlich (2010): Evaluating the German "Mini-Job" reform using a true natural experiment. In: Applied Economics, Jg. 42, H. 19, S. 2475-2489. DOI:10.1080/00036840701858125
Abstract
Die Frage, wie man die Arbeitsanreize für Menschen mit geringem Einkommen verstärken kann, ist ein gemeinsames Thema in der politischen Debatte über die europäischen Länder hinweg. Die am 1. April 2003 in Kraft getretene 'Mini-Job'-Reform befindet sich im Einklang mit dieser Politik, indem sie Arbeitseinkommen unterhalb einer bestimmten Schwelle von Steuern und Sozialabgaben der Arbeitnehmer befreit. In der Untersuchung wird eine ex-post Evaluation vorgenommen, um die Kurzzeiteffekte der Reform zu identifizieren. Die Identifikationsstrategie benutzt eine exogene Variante der Interviewmonate im deutschen Sozio-ökonomischen Panel (SOEP), die es ermöglicht, zwischen verschiedenen Gruppen, die von der Reform betroffen (oder nicht betroffen) sind, zu unterscheiden. Um saisonale Effekte berücksichtigen zu können, wird zusätzlich vom Ansatz der Difference-in-Differences-Methode Gebrauch gemacht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kurzzeiteffekte der Reform begrenzt sind. Es gibt keine signifikanten Kurzzeiteffekte für die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse. Es gibt jedoch Hinweise dahingehend, dass unverheiratete Männer, die bereits in einem Arbeitsverhältnis stehen, umgehend reagieren und sich somit die Zahl der ausgeübten Zweitjobs erhöht. (IAB)
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Literaturhinweis
Wenig Licht, viel Schatten - der Dritte Sektor als arbeitsmarktpolitisches Experimentierfeld (2010)
Zitatform
Dathe, Dietmar, Christian Hohendanner & Eckhard Priller (2010): Wenig Licht, viel Schatten - der Dritte Sektor als arbeitsmarktpolitisches Experimentierfeld. In: Sozialpsychiatrische Informationen, Jg. 40, H. 2, S. 20-22.
Abstract
"Atypische Beschäftigungsverhältnisse wie Teilzeitjobs und befristete Arbeitsverträge dominieren den Dritten Sektor mehr und mehr. Es droht insbesondere mit den Ein-Euro-Jobs eine Verschlechterung der Arbeitsverhältnisse und die Entwicklung zum Niedriglohnsektor. In Ostdeutschland sind 16 Prozent der Erwerbstätigen im Dritten Sektor in Ein-Euro-Jobs beschäftigt. Die Analysen zeigen, dass die Zahl der Beschäftigten in den letzten Jahren im Dritten Sektor relativ stabil geblieben ist, sich aber die Beschäftigungsstruktur stark verändert hat. Durch den hohen Anteil von Teilzeitbeschäftigung, befristeten Beschäftigungsverhältnissen und Ein-Euro-Jobs verliert der Dritte Sektor als Beschäftigungsbereich an Attraktivität . Dies kann auch zu einer Gefahr für seine Leistungsfähigkeit werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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