Atypische Beschäftigung
Der deutsche Arbeitsmarkt wird zunehmend heterogener. Teilzeitbeschäftigung und Minijobs boomen. Ebenso haben befristete Beschäftigung und Leiharbeit an Bedeutung gewonnen und die Verbreitung von Flächentarifverträgen ist rückläufig. Diese atypischen Erwerbsformen geben Unternehmen mehr Flexibilität.
Was sind die Konsequenzen der zunehmenden Bedeutung atypischer Beschäftigungsformen für Erwerbstätige, Arbeitslose und Betriebe? Welche Bedeutung haben sie für die sozialen Sicherungssysteme, das Beschäftigungsniveau und die Durchlässigkeit des Arbeitsmarktes? Die IAB-Themendossier bietet Informationen zum Forschungsstand.
- Forschung und Ergebnisse aus dem IAB
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Atypische Beschäftigung insgesamt
- Gesamtbetrachtungen
- Erosion des Normalarbeitsverhältnisses
- Prekäre Beschäftigung
- Politik, Arbeitslosigkeitsbekämpfung
- Arbeits- und Lebenssituation atypisch Beschäftigter
- Betriebliche Aspekte atypischer Beschäftigung
- Rechtliche Aspekte atypischer Beschäftigung
- Gesundheitliche Aspekte atypischer Beschäftigung
- Beschäftigungsformen
- Qualifikationsniveau
- Alter
- geographischer Bezug
- Geschlecht
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Literaturhinweis
Wirtschaftsbürger oder Marktopfer?: neue Beschäftigungsverhältnisse - ein Risiko für Gesellschaft, Recht und Ethik? (2001)
Reichold, Hermann; Müller, Winfried; Hengsbach, Friedhelm; Würgler, Hans; Löhr, Albert; Löhr, Albert; Walwei, Ulrich ; Deiseroth, Dieter; Ott, Ursula; Hanau, Peter; Rüthers, Bernd; Blickle, Gerhard ; Stindt, Heinrich Meinhard; Wollert, Artur; Thurn, Valentin; Dostal, Werner; Voß, G. Günter;Zitatform
Reichold, Hermann, Albert Löhr & Gerhard Blickle (Hrsg.) (2001): Wirtschaftsbürger oder Marktopfer? Neue Beschäftigungsverhältnisse - ein Risiko für Gesellschaft, Recht und Ethik? (DNWE-Schriftenreihe 08), München u.a.: Hampp, 242 S.
Abstract
In einer interdisziplinären Bestandsaufnahme werden praktische Erfahrungen und wissenschaftliche Reflexionen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammengeführt, um ein wenig Licht in das mystische Dunkel um die neuen Beschäftigungsverhältnisse zu bringen. Dabei sollten vor allem konkrete Handlungsperspektiven deutlich werden. Inwiefern muß die Wissenschaft, insbesondere das Arbeitsrecht, überkommene Begriffssysteme transformieren? Welche Lösungsansätze für das neue Beschäftigungsproblem gibt es in der Praxis bereits? Wie sind diese Bemühungen ethisch zu bewerten? In den Beiträgen wird das Problemfeld aus arbeitsrechtlicher, sozial- und wirtschaftsethischer, arbeitssoziologischer und managementtheoretischer Sicht debattiert. Der Band hat drei Themenbereiche der Transformation arbeitsrechtlicher Strukturen herausgegriffen: (1) Wie sind die neuen Selbständigen ("Arbeitskraftunternehmer") zu bewerten? (2) Was bedeutet die neue Zivilcourage am Arbeitsplatz ("Whistleblowing")? (3) Wie geht die Gesellschaft mit den Verlierern ("wettbewerbsschwachen Arbeitnehmern") um? (IAB2)
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Literaturhinweis
Ende des Normalarbeitsverhältnisses?: zu Theorie und Empirie der atypischen Beschäftigung in Deutschland (2001)
Schäfer, Holger;Zitatform
Schäfer, Holger (2001): Ende des Normalarbeitsverhältnisses? Zu Theorie und Empirie der atypischen Beschäftigung in Deutschland. (Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialpolitik 262), Köln, S. 48.
Abstract
"Das Argument, dass atypische Beschäftigungsverhältnisse zunehmend die so genannten Normalarbeitsverhältnisse verdrängen, kann empirisch nicht verifiziert werden. Zwar ist richtig, dass der Anteil der atypischen Beschäftigung tendenziell ansteigt, doch dies ist darauf zurückzuführen, dass neu geschaffene Arbeitsplätze überproportional atypischer Natur sind. Keinesfalls findet eine Umwandlung von Normalarbeitsverhältnissen in atypische Beschäftigungsverhältnisse statt, das Gegenteil ist der Fall: Per saldo findet eine Umwandlung von atypischen Beschäftigungsverhältnissen in Normalarbeitsverhältnisse statt. Eine singuläre Erklärung für die Expansion atypischer Beschäftigung gibt es nicht. Erklärungen, die allein auf Veränderungen der Einstellungspolitik der Unternehmen und deren angeblich gewachsene Marktmacht abzielen, lassen sich nicht immer mit den empirischen Erkenntnissen vereinbaren. Berücksichtigt werden müssen Struktureffekte aus der Veränderung der demographischen Zusammensetzung des Arbeitsangebots, aber auch Veränderungen, die auf dem Wandel der Arbeitswelt durch technischen Fortschritt basieren. Letztlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein Wandel der Arbeitnehmerpräferenzen stattgefunden hat." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Flexibilisierung der Arbeit in den Niederlanden: die Entwicklung atypischer Beschäftigung unter Berücksichtigung der Frauenerwerbstätigkeit (2001)
Wilkens, Ingrid;Zitatform
Wilkens, Ingrid (2001): Flexibilisierung der Arbeit in den Niederlanden. Die Entwicklung atypischer Beschäftigung unter Berücksichtigung der Frauenerwerbstätigkeit. (Zentrum für Globalisierung und Europäisierung der Wirtschaft. Discussion paper 10), Göttingen, 14 S.
Abstract
"Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit in Deutschland bewirkte in letzter Zeit eine intensive Diskussion der Strategien der als beschäftigungspolitisch erfolgreicher angesehenen Länder. Im Brennpunkt des Interesses stehen dabei neben den USA, Dänemark und Großbritannien auch die Niederlande, wo die Arbeitslosenquote mittlerweile auf 4% (1999) gesenkt werden konnte. Ein wesentliches Element der niederländischen Beschäftigungspolitik ist die Flexibilisierung der Arbeit, die zur Behebung der Arbeitsmarktkrise in den 80er Jahren eingeleitet wurde. Flexibilisierung ist in der arbeitspolitischen Debatte mit vielfältigen Befürchtungen bezüglich der Abnahme der Beschäftigungsqualität bzw. des Verlustes der sozialen Sicherungsstandards verbunden. In diesem Beitrag soll zum einen anhand der vom Statistischen Zentralamt (Centraal Bureau voor de Statistiek, CBS) verwendeten Daten gezeigt werden, wie sich die Arbeitsverhältnisse in Folge der umfassenden Flexibilisierung entwickelt haben und welche Beschäftigungsqualität mit dieser Entwicklung verbunden ist. Die zweite Frage lautet, inwieweit die Frauen, die in vielen europäischen Ländern am Arbeitsmarkt benachteiligt sind, von der Beschäftigungsentwicklung in den Niederlanden profitieren konnten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Strukturwandel der Erwerbsarbeit: Was ist eigentlich noch "normal"?: die Veränderung der Beschäftigungsformen im Spiegel europäischer Arbeitsmarktstatistiken (2000)
Zitatform
Hoffmann, Edeltraud & Ulrich Walwei (2000): Strukturwandel der Erwerbsarbeit: Was ist eigentlich noch "normal"? Die Veränderung der Beschäftigungsformen im Spiegel europäischer Arbeitsmarktstatistiken. (IAB-Kurzbericht 14/2000), Nürnberg, 7 S.
Abstract
"In einer Bestandsaufnahme auf europäischer Ebene werden die Veränderungsprozesse bei den verschiedenen Beschäftigungsformen im Überblick beschrieben. Ähnlich wie in Deutschland ist in den meisten EU-Ländern der Anteil unbefristeter Beschäftigungsverhältnisse an den Erwerbstätigen in der letzten Dekade weiter zurückgegangen. Ursächlich hierfür waren von Land zu Land oft unterschiedliche Faktoren - allein oder im Zusammenspiel: So hat Arbeitslosigkeit zum Bedeutungsverlust von Normalarbeit beigetragen, haben der sektorale Strukturwandel zu den Dienstleistungen oder die Erschließung von Personengruppen mit speziellen Erwerbspräferenzen eine Rolle gespielt. Schließlich sind auch institutionelle Rahmenbedingungen wie die Starrheit des Arbeitsrechts oder die Belastung der Arbeit mit Sozialabgaben dafür verantwortlich gewesen, dass Normalarbeit zurückgedrängt wurde." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Nonstandard employment relations: part-time, temporary and contract work (2000)
Kalleberg, Arne L.;Zitatform
Kalleberg, Arne L. (2000): Nonstandard employment relations. Part-time, temporary and contract work. In: Annual review of sociology, Jg. 26, S. 341-365.
Abstract
Der Beitrag gibt einen Überblick über atypische Beschäftigungsverhältnisse. Er betont die Notwendigkeit multidisziplinärer Forschung auf diesem Gebiet und stellt international vergleichende Analysen in den Mittelpunkt, um erklären zu können, wie makroökonomische, politische und institutionelle Faktoren Beschäftigungsbeziehungen beeinflussen. (IAB2)
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Literaturhinweis
Les mutations du travail en Europe (2000)
Lestrade, Brigitte; Boutillier, Sophie;Zitatform
Lestrade, Brigitte & Sophie Boutillier (Hrsg.) (2000): Les mutations du travail en Europe. (Collection economie et innovation), Paris: Harmattan, 415 S.
Abstract
Die Beiträge des Bandes analysieren neuere Entwicklungen des Arbeitsmarktes in Frankreich und in West- und Osteuropa. Im Mittelpunkt stehen dabei die Entwicklung der Beschäftigungsformen und die Flexibilisierung der Arbeitsmärkte durch Maßnahmen der Deregulierung. (IAB)
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Literaturhinweis
Neue Formen der Beschäftigung: Arbeitsflexibilisierung durch atypische Beschäftigung in Österreich (2000)
Mühlberger, Ulrike;Zitatform
Mühlberger, Ulrike (2000): Neue Formen der Beschäftigung. Arbeitsflexibilisierung durch atypische Beschäftigung in Österreich. (Sociologica 06), Wien: Braumüller, 129 S.
Abstract
In dem Buch werden ökonomische und arbeitssoziologische Erklärungen für das Entstehen von atypischen Beschäftigungsverhältnissen diskutiert. Nach einer begrifflichen Abgrenzung werden die verschiedenen theoretischen Ansätze vorgestellt. Danach wird auf die Logiken, Motive und Prinzipien der einzelnen Arbeitsformen eingegangen. Die nächsten Kapitel geben einen Überblick über die Diskussion um atypische Beschäftigung und über die Arbeitsmarktentwicklung in Österreich. Auf der Basis der Analyse werden dann sozial-, frauen- und arbeitsmarktpolitsiche Implikationen atypischer Beschäftigungsformen untersucht, um daraus die Schlussfolgerungen für die Begründung einer sozialstaatlichen Regulierungspolitik zu ziehen. (IAB)
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Literaturhinweis
On the job: is long-term employment a thing of the past? (2000)
Neumark, David ; Levenson, Alec R.; Jaeger, David A. ; Valletta, Robert G.; Allen, Steven G. ; Capelli, Peter; Moffitt, Robert A. ; Farber, Henry S.; Morris, Martina; Handcock, Mark S.; Neumark, David ; Houseman, Susan N. ; Polivka, Anne E.; Bernhardt, Annette; Polsky, Daniel ; Gottschalk, Peter; Schieber, Sylvester J.; Huff Stevens, Ann; Schmidt, Stefanie R.; Hansen, Daniel; Scott, Marc A. ; Clark, Robert L. ; Stewart, Jay;Zitatform
Neumark, David (Hrsg.) (2000): On the job. Is long-term employment a thing of the past? New York: Russell Sage Foundation, 527 S.
Abstract
"In recent years, a flurry of reports on downsizing, outsourcing, and flexible staffing have created the impression that stable, long-term jobs are a thing of the past. According to conventional wisdom, workers can no longer count on building a career with a single employer, and job security is a rare prize. Researchers have yet to determine whether we are witnessing a sustained, economy-wide decline in the stability of American jobs, or merely a momentary rupture confined to a few industries and a few classes of workers." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Wandel der Erwerbsformen: Berlin und die Bundesrepublik im Vergleich (2000)
Oschmiansky, Heidi; Schmid, Günther;Zitatform
Oschmiansky, Heidi & Günther Schmid (2000): Wandel der Erwerbsformen. Berlin und die Bundesrepublik im Vergleich. (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Discussion papers FS 1 00-204), Berlin, 54 S.
Abstract
"Seit den 80er Jahren zeichnet sich die Erwerbstätigenstruktur in der Bundesrepublik Deutschland durch eine zunehmende Vielfalt aus. Das traditionelle Normalarbeitsverhältnis hat gegenüber anderen Erwerbsformen wie Teilzeitbeschäftigung, befristete Beschäftigung oder Leiharbeit an Bedeutung verloren, bleibt aber nach wie vor die mit Abstand häufigste Erwerbsform. In Berlin sind dagegen seit Anfang der 90er Jahre stärkere Veränderungen zu verzeichnen, insbesondere ein absoluter Rückgang der Normalarbeitsverhältnisse. Mittlerweile liegt hier der Anteil des Normalarbeitsverhältnisses an allen Erwerbsformen deutlich unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. Gleichzeitig haben in Berlin aber auch atypische Beschäftigungsformen, wie geringfügige Beschäftigung und Leiharbeit, in kurzer Zeit kräftig zugenommen. Hier stellt sich die Frage, ob die Berliner Entwicklung zukunftsweisend ist, oder ob es sich um einen historisch bedingten Anpassungsprozeß handelt, der sich bald dem bundesweiten Trend angleichen wird. Der Wandel der Erwerbsformen in der Bundesrepublik Deutschland und in Berlin wird auf Basis des Mikrozensus von 1985 bis 1998 verglichen.Im Unterschied zu bisherigen Studien wird nicht nur die anteilsmäßige Entwicklung der Erwerbsformen untersucht, sondern auch die Entwicklung der Erwerbsbeteiligung in die Analyse miteinbezogen. Zudem erfolgt durchgängig eine geschlechtsspezifische Differenzierung. Frauen arbeiten seltener als Männer im Rahmen eines Normalarbeitsverhältnisses. In der Bundesrepublik stieg jedoch die Erwerbsquote der Frauen im Normalarbeitsverhältnis, während sie bei den Männern sank, und die Berliner Frauen waren gegenüber den Männern weniger stark vom Rückgang der Normalarbeitsverhältnisse betroffen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Atypische Beschäftigung: Entwicklungstrends und Bedeutung für den Arbeitsmarkt (2000)
Schäfer, Holger;Zitatform
Schäfer, Holger (2000): Atypische Beschäftigung. Entwicklungstrends und Bedeutung für den Arbeitsmarkt. In: IW-Trends, Jg. 27, H. 4, S. 41-53.
Abstract
"In Westdeutschland gibt es inzwischen 11,2 Millionen Beschäftigte mit atypischen Arbeitsverhältnissen, wie beispielsweise Teilzeit oder befristete Beschäftigung. In Ostdeutschland sind es 2,6 Millionen. Der Anteil der atypischen Beschäftigten an allen Erwerbstätigen betrug zuletzt knapp 40 Prozent, im Osten ebenso wie im Westen. Das Vorurteil, dass es sich hierbei um unerwünschte, minderwertige und damit unfreiwillig akzeptierte Arbeitslätze handelt, ist ebenso wenig haltbar wie jenes, dass die atypische Beschäftigung die normale verdrängt. Vielmehr ist nachweisbar, dass es atypische Beschäftigungsverhältnisse waren, die das Arbeitsplatzangebot vergrößert haben. Außerdem war diese Beschäftigungsform für viele ein Sprungbrett zu regulären Arbeitsplätzen. Vor allem zeitlich befristete Arbeitsverträge gaben Arbeitgebern und Arbeitnehmern gleichermaßen die Möglichkeit, sich verändernden Arbeitsmarktgegebenheiten flexibel anzupassen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Normalarbeitsverhältnis: ein Auslaufmodell?: Überlegungen zu einem Erklärungsmodell für den Wandel der Beschäftigungsformen (1998)
Zitatform
Hoffmann, Edeltraud & Ulrich Walwei (1998): Normalarbeitsverhältnis: ein Auslaufmodell? Überlegungen zu einem Erklärungsmodell für den Wandel der Beschäftigungsformen. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Jg. 31, H. 3, S. 409-425.
Abstract
In dem Beitrag wird untersucht, welche Faktoren hinter der Dynamik des Wandels der Erwerbsformen stehen. Ausgangspunkt der Überlegungen sind die rechtlichen Möglichkeiten der Ausgestaltung des Arbeitsverhältnisses. Es besteht - wie dargelegt wird - aus einer Vielzahl von gestaltbaren Merkmalen. Diese können in sehr unterschiedlicher Weise von Regulierungen betroffen sein. Regulierungen sorgen für eine spezifische Verteilung von Handlungsmöglichkeiten: Sie eröffnen bzw. beschränken in unterschiedlichem Umfang die Optionen von Unternehmen und Arbeitnehmern. Nach den theoretischen Betrachtungen wird im dritten Abschnitt anhand von Auswertungen des Mikrozensus beleuchtet, ob aus empirischer Sicht das Normalarbeitsverhältnis wirklich - wie oft behauptet - schon als Auslaufmodell zu bezeichnen ist. Schießlich werden erste vornehmlich qualitative Überlegungen zu den möglichen Bestimmungsfaktoren des Wandels der Beschäftigungsformen angestellt. Diskutiert werden die Wirkung von Veränderungen rechtlicher Regelungen (z. B. die Deregulierungsinitiativen seit 1985), der betrieblichen Personalpolitik, des Angebotsverhaltens der Arbeitnehmer und schließlich der Einfluß der jeweiligen Arbeitsmarktlage. "Auf der Basis der bisherigen Befunde und Überlegungen scheinen für den Wandel der Erwerbsformen zwei Szenarien denkbar: 1. Zunehmender Bedeutungsverlust des Normalarbeitsverhältnisses (durch noch mehr Vielfalt der Beschäftigungsformen), 2. Reform des Normalarbeitsverhältnisses (z. B. durch Senkung der Sozialversicherungsbeiträge) mit der Folge einer Bremsung der Auflösungserscheinungen." (IAB2)
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Literaturhinweis
Vom Normalarbeitsverhältnis zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes: ein Literaturbericht (1998)
Kress, Ulrike;Zitatform
Kress, Ulrike (1998): Vom Normalarbeitsverhältnis zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. Ein Literaturbericht. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Jg. 31, H. 3, S. 488-505.
Abstract
"Der Literaturbericht betrachtet das Normalarbeitsverhältnis im Spannungsfeld der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. Dabei wird zunächst ein Überblick zur Diskussion um die Bedeutung und Entwicklung des Normalarbeitsverhältnisses gegeben. Grundlage bilden Veröffentlichungen, die sich mit Entstehung, Ausbau und Erosion des Normalarbeitsverhältnisses befassen. Umstritten bleibt, ob aufgrund der Zunahme atypischer Beschäftigungsverhältnisse von einer gravierenden Erosion des Normalarbeitsverhältnisses gesprochen werden kann. Als Ursache für die Verbreitung atypischer Beschäftigungsverhältnisse wird die Anpassung des Arbeitsmarktes an veränderte Rahmenbedingungen genannt. Zur Klärung dieser Vorgänge folgt ein Überblick zur ökonomischen Debatte um die Flexibilisierung und Deregulierung des Arbeitsmarktes. Hier stehen sich marktradikale/neoliberale und institutionenökonomische Ansätze gegenüber. Deregulierungsvorschläge und deren Umsetzung im Beschäftigungsförderungs-, Arbeitnehmerüberlassungs- und Arbeitszeitgesetz u.a. werden kurz dargestellt. Eingegangen wird auch auf die in der ökonomischen Literatur debattierte Kritik an der Deregulierung. Die Beschäftigungseffekte der Deregulierungsmaßnahmen werden aufgrund empirischer Studien als eher gering angesehen. Die These, daß die Deregulierung zur Erosion des Normalarbeitsverhältnisses beiträgt, wurde somit eher entkräftet. Es muß vielmehr eine Reihe weiterer Einflußfaktoren berücksichtigt werden. Dazu gehören der wirtschaftliche Strukturwandel (Dienstleistungsgesellschaft), eine veränderte Beschäftigungsstrategie der Unternehmen (Lean Employment) und der gesellschaftliche Strukturwandel (Individualisierung). Zur Darstellung dieser Gesichtspunkte werden einige wenige ausgewählte Veröffentlichungen herangezogen Generell herrscht weitgehende Übereinstimmung, daß künftige Erwerbsformen flexibler sein werden, diese aber in einen stabilen Rahmen gestellt werden müssen, damit es nicht zu dauerhaften Ausgrenzungsprozessen kommt. Im Beitrag wird abschließend auf verschiedene Vorschläge zur Regulierung eingegangen. Dabei wird weniger von einem einheitlichen Normalitätsmuster, sondern mehr von einer Vielfalt nebeneinander bestehender Beschäftigungsformen ausgegangen. Es werden Formen der Regulierung gesucht, die eine sozialverträgliche Gestaltung neuer Beschäftigungsformen ermöglichen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Atypische Beschäftigung: verbieten oder gestalten? (1995)
Keller, Berndt ; Konken, Jörg; Kohler, Bärbl; Walwei, Ulrich ; Seifert, Hartmut; Beyer, Peter; Landenberger, Margarete; Brandes, Wolfgang; Mückenberger, Ulrich; Bielenski, Harald; Stolz-Willig, Brigitte; Bäcker, Gerhard; Voswinkel, Stefan;Zitatform
Keller, Berndt & Hartmut Seifert (Hrsg.) (1995): Atypische Beschäftigung. Verbieten oder gestalten? Köln: Bund-Verl., 257 S.
Abstract
"Normalarbeitsverhältnisse verlieren, atypische Beschäftigungsverhältnisse gewinnen an Bedeutung. Ein Ende dieser Entwicklung ist noch nicht abzusehen. Damit im Gleichklang stehen die seit einiger Zeit verstärkt eingebrachten Forderungen nach mehr Flexibilität und weiterer Deregulierung des Arbeitsmarktes, die die Standortbedingungen und damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit sichern und verbessern sollen. Der Band bietet eine Zusammenschau der wichtigsten Varianten atypischer Beschäftigung. Ein wesentliches Anliegen ist die Suche nach gemeinsamen Kriterien für Regulierungskonzepte, die es ermöglichen, die heterogenen Formen zu gestalten. Ausgangspunkt ist die Einschätzung, daß nicht alle Formen als gleichermaßen prekär einzustufen sind. Nach einer Diskussion der unterschiedlichen Interessenlagen von Beschäftigten und Unternehmen folgen Bestandsaufnahmen auf der Basis empirischer Analysen. Sie beziehen sich auf Teilzeitarbeit, geringfügige bzw. sozialversicherungsfreie Beschäftigung, 'neue' Heimarbeit, Leiharbeit, befristete Beschäftigung. Die anschließenden Beiträge behandeln sowohl im nationalen wie im europäischen Kontext angesiedelte Querschnittsthemen. Sie befassen sich mit Defiziten der sozialen Sicherung sowie deren Beseitigung und Regulierung. Der zunehmenden Verbreitung und wichtiger werdenden Regulierung in den anderen Ländern der Europäischen Union kommt besondere Beachtung zu." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Precarious jobs in labour market regulation: the growth of atypical employment in Western Europe (1989)
Rodgers, Gerry; Rodgers, Janine;Zitatform
Rodgers, Gerry & Janine Rodgers (Hrsg.) (1989): Precarious jobs in labour market regulation. The growth of atypical employment in Western Europe. Bruxelles: International Institute for Labour Studies, 301 S.
Abstract
"This book provides information on the extent of different forms of atypical work and their growth in the 1970s and 1980s, mainly referring to Belgium, France, the Federal Republic of Germany, Italy, the Netherlands and the United Kingdom. It explores questions such as: What makes work precarious? What are the effects on the individuals concerned, in terms of incomes, careers, and psychological response? What are the indirect effects on the regular workforce of growth in precarious forms of employment? How do changes in the patterns of jobs and contractual arrangements derive from macro-economic conditions or from enterprise strategies? What is the role of the State as employer or legislator?" (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Beschäftigungsstabilität im Wandel?: empirische Befunde und theoretische Erklärungen für West- und Ostdeutschland (2004; 2005)
Zitatform
Struck, Olaf & Christoph Köhler (Hrsg.) (2004; 2005): Beschäftigungsstabilität im Wandel? Empirische Befunde und theoretische Erklärungen für West- und Ostdeutschland. München u.a.: Hampp, 319 S.
Abstract
Vor dem Hintergrund nachhaltig wirkender Strukturveränderungen im Wirtschafts-, Sozial- und Beschäftigungssystem muss von einem Bedeutungsverlust stabiler Beschäftigungsverhältnisse bzw. einem Bedeutungsgewinn offener und marktförmiger Beschäftigungssysteme ausgegangen werden. In der sozialwissenschaftlichen Arbeitsmarktforschung ist allerdings die Bestimmung des derzeitigen Ausmaßes, die Entwicklungen und vor allem die Ursachen von Beschäftigungsstabilität bzw. -instabilität umstritten. Zentrale Leitgedanken des Bandes sind zum einen die Frage nach der Dauer und Vertragsform von Beschäftigungsverhältnissen, zum anderen die Bestimmung der Ursachen stabiler und instabiler Beschäftigung. Die Beiträge sind in vier Hauptkapitel unterteilt: Erwerbsverlauf, Betrieb, betriebliche Strategien und Arbeit und Lebensführung. (IAB2)
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