Kinder in der Grundsicherung
Erhöhter Kinderfreibetrag und mehr Kindergeld, Kinderzuschlag, Kinderbonus, Schulbedarfs- und Bildungspaket - die vielfältigen sozialstaatlichen Hilfen für Familien mit Kindern sind in den letzten Jahren stetig korrigiert worden. Demgegenüber stehen Befunde zur überdurchschnittlich hohen Betroffenheit von Kindern unter 15 Jahren im SGB-II-Bezug mit der Folge mangelnder Bildungs- und soziokultureller Teilhabe.
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Literaturhinweis
Kinderarmut in Deutschland: empirische Befunde, kinderpolitische Akteure und gesellschaftspolitische Handlungsstrategien. Expertise im Auftrag des Deutschen Jugendinstituts (2009)
Hübenthal, Maksim;Zitatform
Hübenthal, Maksim (2009): Kinderarmut in Deutschland. Empirische Befunde, kinderpolitische Akteure und gesellschaftspolitische Handlungsstrategien. Expertise im Auftrag des Deutschen Jugendinstituts. (Wissenschaftliche Texte), München, 64 S.
Abstract
In einer reichen Industrienation wie Deutschland wird die Armut von Kindern als moralischer Skandal empfunden und dementsprechend häufig und intensiv öffentlich skandalisiert. Die Definition von Armut stellt eine soziale Konstruktion dar und ist mit gesellschaftlichen Werte- und Normvorstellungen verbunden. Wenn in einer modernen Industrienation wie Deutschland von Armut die Rede ist, wird meist entweder auf das Konzept der relativen Armut zurückgegriffen oder Armut wird mit dem Bezug von sozialstaatlichen Grundsicherungsleistungen gleichgesetzt. In der Studie wird das Ausmaß der Kinderarmut in Deutschland anhand empirischer Daten im Rahmen des relativen Armutskonzepts dargelegt sowie Kinderarmut im Sinne eines Bezugs von sozialstaatlichen Grundsicherungsleistungen beleuchtet. Anschließend werden die Struktur der Kinderarmut in Deutschland, die Folgen von Kinderarmut auf die Lebenslagen von Kindern sowie die Ursachen von und Maßnahmen gegen Kinderarmut in Deutschland erläutert. Es werden folgende Fragestellungen behandelt: Welche empirischen Befunde zur Kinderarmut in Deutschland liegen derzeit vor? Welche Positionierungen zur Kinderarmutsproblematik nehmen führende kinderpolitische Akteure in Deutschland ein? Welche best-practice-Beispiele im Bereich sozialer Dienstleistungen zur Bekämpfung und Prävention von Kinderarmut lassen sich in Deutschland ausmachen? Basierend auf der Beantwortung dieser Fragen werden tentative Vorschläge und Empfehlungen zur Kinderarmutsbekämpfung in Deutschland skizziert. (IAB)
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Literaturhinweis
Die Verfassungswidrigkeit der Regelleistung für Kinder (2009)
Lenze, Anne;Zitatform
Lenze, Anne (2009): Die Verfassungswidrigkeit der Regelleistung für Kinder. In: ZFSH/SGB. Sozialrecht in Deutschland und Europa, Jg. 48, H. 7, S. 387-392.
Abstract
Das Bundesverfassungsgericht hat die Frage zu entscheiden, ob die Höhe der Regelleistung für Kinder mit der Verfassung zu vereinbaren ist. Dabei geht es zum einen um die Situation von 2,2 Millionen Kindern, die Sozialgeld nach dem SGB II beziehen. Zum anderen geht es um die Festlegung existentieller Bedingungen für alle Kinder. Da das im Steuerrecht freizustellende Existenzminimum der Familie auf die Sozialhilfesätze Bezug nimmt, entscheidet die Höhe der Sozialleistungen über die Höhe des den Familien von Nicht-Leistungsempfängern nach Steuern zur Verfügung stehenden Einkommens. Das sozialrechtliche Existenzminimum hat auch Einfluss auf die Höhe der Unterhaltszahlungen der Elternteile, die mit ihren Kindern nicht zusammenleben. Ausgehend von dem durch die Rechtsprechung bestätigten Zusammenhang von Existenzminimum und Menschenwürde analysiert die Autorin zunächst die Höhe des Sozialgeldes für Kinder und beschäftigt sich anschließend mit den Bildungskosten (Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf des Kindes), die in der Regelleistung bislang nicht enthalten sind. Nach Meinung der Autorin ist es verfassungsrechtlich nicht hinnehmbar, dass der Staat Kinder im Grundsicherungsbezug auf so niedrigem Niveau versorgt, dass sie 'fast schon zwangsläufig' von einer Teilhabe an der Wissensgesellschaft ausgeschlossen sind. Unter Verweis auf die Auswirkungen der Höhe der Regelleistung für Kinder kommt sie zu dem Schluss, dass der Staat, der bei den sog. Hartz-IV-Kindern spart, dies auch bei allen anderen Kindern tut. (IAB)
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Literaturhinweis
Armutsprävention im Sozialraum - ein Schlüssel zur Verringerung von Bildungsarmut (2009)
Meier-Gräwe, Uta;Zitatform
Meier-Gräwe, Uta (2009): Armutsprävention im Sozialraum - ein Schlüssel zur Verringerung von Bildungsarmut. In: Sozialer Fortschritt, Jg. 58, H. 2-3, S. 29-36. DOI:10.3790/sfo.58.2-3.29
Abstract
"Kinder, die in benachteiligten Familien und belasteten Sozialräumen aufwachsen, haben in Deutschland derzeit kaum die Chance, eine erfolgreiche Bildungs- und Berufsbiographie zu erreichen. Es wird herausgearbeitet, warum Investitionen in armutspräventive Maßnahmen von Geburt an nicht nur ein wirksamer Beitrag zu mehr Bildungs- und Chancengerechtigkeit dieser Kinder sind, sondern sich auch volks- und kommunalwirtschaftlich rechnen. Dabei geht es sowohl um passgenaue individuelle Angebote für Kinder und ihre Eltern als auch um die Neujustierung und Vernetzung der im Sozialraum angesiedelten Institutionen selbst. Es wird schließlich gezeigt, dass ein zielgenaues kommunales Management zur Verbesserung der sozialen Integration, der Gesundheitsförderung und der Bildungschancen von ortsansässigen Kindern aus benachteiligten Herkunftsmilieus ohne eine kleinräumige Datenbasis nicht auskommen kann." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Neuer Kinderzuschlag, Wohngeldreform, höhere Hartz-IV-Regelsätze: insbesondere für Familien deutliche Einkommenssteigerungen (2009)
Meister, Wolfgang;Zitatform
Meister, Wolfgang (2009): Neuer Kinderzuschlag, Wohngeldreform, höhere Hartz-IV-Regelsätze. Insbesondere für Familien deutliche Einkommenssteigerungen. In: Ifo-Schnelldienst, Jg. 62, H. 16, S. 19-31.
Abstract
"Entsprechend dem Sozialstaatsprinzip bekommen private Haushalte in Deutschland zur Unterstützung in den unterschiedlichsten Lebenssituationen eine ganze Reihe von Transferleistungen. In den vergangenen Monaten gab es Leistungsverbesserungen bei einer Vielzahl dieser Transfers, und es traten Änderungen bei der Abgabenbelastung in Kraft. Dadurch können einige Haushaltstypen erhebliche Einkommenssteigerungen verbuchen. In diesem Beitrag werden Einzelheiten beschrieben sowie die Auswirkungen der einzelnen Maßnahmen auf das verfügbare Haushaltseinkommen für ausgewählte Familientypen in Abhängigkeit vom Bruttoarbeitslohn dargestellt und kommentiert. Durch die nahezu gleichzeitige Anhebung diverser Sozialleistungen können derzeit insbesondere Familien eine deutliche Verbesserung ihrer Einkommenssituation verbuchen. Alle Arbeitnehmer wurden außerdem bei den Steuern vom Lohn und - wenn ihr Bruttoverdienst die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung nicht übertrifft - bei den Sozialversicherungsbeiträgen entlastet. Da im Vergleich mit dem Vorjahr die Verbraucherpreise nicht gestiegen sind, bedeutet das alles eine spürbar höhere Kaufkraft. Dementsprechend bilden die privaten Konsumausgaben im laufenden Jahr auch ein stabilisierendes Element für die gesamtwirtschaftliche Nachfrage." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Prekäre Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen: Sozialberichterstattung Nordrhein-Westfalen (2009)
Munz, Eva; Cloos, Bertram;Zitatform
Munz, Eva & Bertram Cloos (2009): Prekäre Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen. Sozialberichterstattung Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf, 43 S.
Abstract
"In Westdeutschland hat seit Ende der 1980er-Jahre das Armutsrisiko von Kindern und Jugendlichen zugenommen. Waren in den 1960er- und 1970er-Jahren insbesondere Personen im Rentenalter von materieller Armut bedroht, so tragen heute Minderjährige ein überdurchschnittliches Armutsrisiko. Diese Verlagerung der Armutsrisiken von der älteren auf die jüngere Generation wird häufig als 'Infantilisierung der Armut' bezeichnet. Bereits im Sozialbericht NRW 2007 wurde die Lebenslage von Kindern und Jugendlichen in Nordrhein- Westfalen dargestellt. Der Landessozialberichterstattung liegt dabei ein umfassender Begriff von Armut als einem Mangel von Teilhabe- und Verwirklichungschancen zugrunde. Für die Berichterstattung bedeutet dies, dass neben dem Blick auf die materielle Situation, die bei Kindern und Jugendlichen wesentlich von der Einkommenssituation der Eltern bestimmt ist, weitere Dimensionen der Lebenslage betrachtet und nach Möglichkeit in Beziehung zueinander gesetzt werden. Dabei wurde zum einen deutlich, dass auch in Nordrhein-Westfalen Kinder und Jugendliche ein überdurchschnittliches Risiko tragen, von materieller Armut betroffen zu sein. Zum anderen wurde dargestellt, dass sich materielle Armut und ein niedriger sozialer Status der Eltern häufig sowohl auf die Gesundheits- als auch die Bildungsbiografie der Kinder und Jugendlichen negativ auswirken. Der Sozialbericht NRW 2007 basierte im Wesentlichen auf Daten aus dem Jahr 2005. Der vorliegende Bericht aktualisiert und vertieft die Befunde zu den Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen. Neben der materiellen Armut werden in diesem Bericht die Lebenslagedimensionen Bildungsbeteiligung und Gesundheit der Kinder und Jugendlichen ebenso betrachtet wie das familiäre und soziale Umfeld, die Betreuungssituation sowie die Erwerbsbeteiligung der Eltern." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Child poverty in the German social investment state (2009)
Olk, Thomas; Hübenthal, Maksim;Zitatform
Olk, Thomas & Maksim Hübenthal (2009): Child poverty in the German social investment state. In: Zeitschrift für Familienforschung, Jg. 21, H. 2, S. 150-167.
Abstract
"Kinderarmut wurde in Deutschland in den letzten Jahren verstärkt zum Gegenstand der politischen Debatte. Dennoch sind die Armutsraten bei Kindern hoch und steigen sogar weiter an. Vor diesem Hintergrund analysieren wir in dem vorliegenden Beitrag die Strategie der Bundesregierung zur Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland. Dabei zeigen wir auf, dass die Bundesregierung ihr diesbezügliches politisches Handeln auf eine 'kindzentrierte Investitionsstrategie' (Esping-Andersen 2002) aufbaut. Anhand der Analyse der Maßnahmen und Instrumente zur Kinderarmutsbekämpfung arbeiten wir heraus, dass diese Strategievorlage allerdings nicht vollständig umgesetzt wird. Während Esping-Andersen eine ausgewogene Balance zwischen sozialen Dienstleistungen und finanziellen Transfers propagiert, unterschätzt die Bundesregierung die Bedeutsamkeit materieller Umverteilung und fokussiert ihr Handeln einseitig auf soziale Dienstleistungen und Bildung. Dies geschieht keinesfalls zufällig, sondern kann als Folge der konzeptuellen Schwächen der Sozialinvestitionsideologie verstanden werden. Um Generationengerechtigkeit zu gewährleisten und um sicherzustellen, dass Kinder einen gerechten Anteil an den gesellschaftlichen Ressourcen in einem reichen Land erhalten, plädieren wir zur Bekämpfung der Kinderarmut für einen Ansatz, der auf den Rechten der Kinder basiert." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Kindergrundsicherung - Reduzierung der "Kinderarmut" um den Preis verfestigter "Hartz-IV"-Abhängigkeit der Eltern (2009)
Zitatform
Steffen, Johannes (2009): Kindergrundsicherung - Reduzierung der "Kinderarmut" um den Preis verfestigter "Hartz-IV"-Abhängigkeit der Eltern. Bremen, 8 S.
Abstract
Im April 2009 formulierte das 'Bündnis für eine Kindergrundsicherung' die Forderung nach einer Grundsicherung für alle Kinder in Höhe von monatlich 500 Euro. Begründet wird die Forderung mit dem Sachverhalt, dass in Deutschland rd. 2,4 Millionen Kinder in Hartz-IV-Abhängigkeit aufwachsen und das heutige System der finanziellen Familienförderung 'intransparent, bürokratisch und sozial ungerecht' ist. Der Beitrag untersucht am Beispiel einer Alleinerziehenden mit einem Kind die sozialstaatssystematischen und finanziellen Wirkungen der Bündnisforderung. Er kommt zu dem Ergebnis, dass eine Grundsicherung für Kinder unbefriedigend bleibt, weil das korrekt diagnostizierte Problem nur formal und zudem um den Preis einer Verfestigung der Hartz-IV'-Abhängigkeit der Eltern gelöst werden soll. Aus Sicht des Autors ist demgegenüber eine bedarfsdeckende Erhöhung der Regelleistungen für Kinder und Eltern erforderlich. 'Notwendig sind höhere SGB-II-Bedarfssätze und eine deutliche Verbesserung der Chancen zur Überwindung der Hartz-IV-Abhängigkeit von Eltern mit Kindern.' (IAB)
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Literaturhinweis
In Armut aufwachsen: empirische Befunde zu Armutslagen von Kindern und Jugendlichen in Österreich. Erarbeitet von Studierenden im Rahmen der Lehrveranstaltung: Angewandte Armuts- und Sozialberichterstattung, WS 2007/SS 2008 (2009)
Till-Tenschert, Ursula; Kovacs, Bence; Hannes, Caterina; Kührer, Eva; Holczmann, Brigitte; Matzinger, Johannes Alexander; Lindinger, Korinna; Vana, Irina; Arthold, Elisabeth; Kirchtag, Rafael; Czellary, Barbara; Wendt, Elisabeth; Hanke, Ulrike; Tone, Bianca; Adami, Astrid; Steinwender, Gerald; Gschiel, Claudia; Princz, Christine; Bauer, Stefan; Pani, Victoria; Lohr, Claudia; Mooslechner, Florian;Zitatform
Till-Tenschert, Ursula & Irina Vana (Hrsg.) (2009): In Armut aufwachsen. Empirische Befunde zu Armutslagen von Kindern und Jugendlichen in Österreich. Erarbeitet von Studierenden im Rahmen der Lehrveranstaltung: Angewandte Armuts- und Sozialberichterstattung, WS 2007/SS 2008. (Schriftenreihe des Instituts für Soziologie Wien 41), Wien, 148 S.
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Literaturhinweis
Doing better for children (2009)
Abstract
"Deutschland wendet deutlich mehr öffentliche Mittel für Kinder auf als die meisten anderen OECD-Länder. Es erzielt aber in einer ganzen Reihe von Bereichen nur unterdurchschnittliche Ergebnisse. Vor allem bei der Verwirklichung gleichwertiger Lebensverhältnisse und Chancengleichheit bleibt Deutschland hinter vergleichbaren Ländern zurück. Dies geht aus einer Studie zum Wohlbefinden von Kindern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Die Studie fasst ein Bündel von Indikatoren zum Wohlbefinden von Kindern zusammen und stellt diese zum ersten Mal kinderbezogenen Ausgaben für alle OECD-Länder in vergleichbarer Form gegenüber.
Die Armutsquote bei Kindern ist hoch, obwohl Deutschland, wie kaum ein anderes OECD-Land, Kinder über direkte Finanztransfers fördert. Etwa 40 Prozent der öffentlichen Mittel für Kinder werden direkt an die Eltern gezahlt. Unter den 30 OECD-Ländern liegt der Anteil direkter Finanztransfers nur in Luxemburg und in der Slowakei in einer vergleichbaren Größenordnung. In Dänemark oder Schweden liegt der Anteil der direkten Transfers dagegen nur bei 20 Prozent. In diesen Ländern werden die Finanzmittel für Kinder überwiegend in Bildung und Betreuungsangebote investiert.
Vor allem Kinder, die nur mit einem Elternteil leben, sind in Deutschland von Armut betroffen. So liegt die Armutsrate unter Alleinerziehenden noch höher als in anderen OECD Ländern: 40 Prozent der Haushalte mit Alleinerziehenden sind arm, im OECD Schnitt sind es 30 Prozent. Zudem hat sich im Vergleich zu anderen Haushalten mit Kindern die Einkommenssituation von Alleinerziehenden in den letzten 20 Jahren noch deutlich verschlechtert." (Autorenreferat, IAB-Doku)Weiterführende Informationen
Hier finden Sie eine Zusammenfassung in deutscher Sprache. -
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Familienreport 2009: Leistungen, Wirkungen, Trends (2009)
Zitatform
(2009): Familienreport 2009. Leistungen, Wirkungen, Trends. (Familienreport ... 1), Berlin, 102 S.
Abstract
"Nachhaltige Familienpolitik ist eine wichtige Voraussetzung für Wachstum und Wohlstand. Das ist das wichtigste Ergebnis des Familienreports 2009. Mit dem Familienreport liegt eine umfassende Darstellung von Daten und Trends rund um Familien und Familienpolitik in Deutschland vor. Der Familienreport zeigt, dass Familienpolitik in Deutschland in den Jahren 2005 - 2008 erheblich an Bedeutung gewonnen hat. Wichtige familienpolitische Vorhaben wurden realisiert oder auf den Weg gebracht. Der Wechsel vom Erziehungsgeld zum Elterngeld, der neue Kinderzuschlag, das gestaffelte Kindergeld sowie der Ausbau der Kinderbetreuung sind Ergebnisse, von denen sehr viele Familien profitieren. Das gesellschaftliche Klima für Familien hat sich in der Wahrnehmung der Bevölkerung spürbar verbessert." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Armut bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen: Verarmungsrisiko und notwendige Gegenmaßnahmen (2008)
Adamy, Wilhelm;Zitatform
Adamy, Wilhelm (2008): Armut bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Verarmungsrisiko und notwendige Gegenmaßnahmen. In: Soziale Sicherheit, Jg. 57, H. 12, S. 417-423.
Abstract
"Im Unterschied zu Kindern werden die finanziellen Nöte von Jugendlichen in Deutschland kaum thematisiert. Dabei waren doch im Sommer 2008 fast eine Million junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren auf Hartz IV angewiesen. Hier geht es um das Verarmungsrisiko bei jungen Leuten und was dagegen getan werden kann." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Vom Kinderzuschlag zum Kindergeldzuschlag: ein Reformvorschlag zur Bekämpfung von Kinderarmut (2008)
Becker, Irene; Hauser, Richard;Zitatform
Becker, Irene & Richard Hauser (2008): Vom Kinderzuschlag zum Kindergeldzuschlag. Ein Reformvorschlag zur Bekämpfung von Kinderarmut. (SOEPpapers on multidisciplinary panel data research at DIW Berlin 87), Berlin, 55 S.
Abstract
"Mit dem im Zuge der Hartz IV-Reform 2005 eingeführten Kinderzuschlag sollte vermieden werden, dass Familien von ALG II und Sozialgeld abhängig werden, deren Einkommen zwar zur Deckung des elterlichen minimalen Lebensstandards, nicht aber für das Existenzminimum des Kindes bzw. der Kinder reicht. Die Auswirkungen der neuen Transferart auf die Einkommenssituation von Familien sind allerdings sehr gering - in den Jahren 2005 und 2006 wurde lediglich für etwa 90.000 Kinder (1 % aller kindergeldberechtigten Kinder) der Kinderzuschlag gewährt. In der Studie, die von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert wurde, werden zunächst als wesentliche Gründe für die geringe Reichweite des Kinderzuschlags die komplizierten und restriktiven Regelungen aufgezeigt, die auch dem Ziel eines Abbaus von verdeckter Armut von Familien entgegenstehen. Daran anknüpfend wird ein Reformkonzept zur Bekämpfung von Kinderarmut entwickelt und eine quantitative Abschätzung der unmittelbaren Reformwirkungen vorgenommen. Bei der Gestaltung des Reformvorschlags wurde an Grundprinzipien des allgemeinen Familienleistungsausgleichs angeknüpft. Dieser sollte unabhängig von der jeweiligen Armutsursache das Existenzminimum des Kindes nicht nur von der Steuer freistellen, sondern im Bedarfsfall durch positive Transfers - mit einem Kindergeldzuschlag von maximal 150 Euro - gewährleisten. Das von der Einkommensanrechnung freizustellende elterliche Existenzminimum sollte pauschal berücksichtigt, darüber hinaus gehendes Einkommen nur zu 50 % angerechnet werden. Aus einer Simulationsrechnung auf Basis des Sozio-ökonomischen Panels 2006 ergibt sich für etwa 3,6 Mio. Kinder ein Anspruch auf Kindergeldzuschlag, was knapp einem Fünftel aller Kinder, für die Kindergeld bezogen wird, entspricht. Unter den Kindern von Alleinerziehenden würde die Empfängerquote mit gut einem Drittel weit überdurchschnittlich ausfallen. Die fiskalischen Kosten des Reformmodells würden sich auf etwa 4 Mrd. Euro jährlich belaufen. Die derzeit bei etwa 18 % liegende Armutsquote von Kindern, für die Kindergeld bezogen wird, würde um etwa vier Prozentpunkte zurückgehen. Mit etwa zwei Dritteln lebt der größte Teil der potenziellen Anspruchsberechtigten in erwerbstätigen Familien, und die relativ stärkste Verminderung der Armutsquote ergibt sich bei Familien mit Vollzeiterwerbstätigkeit." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Kinderarmut in Ost- und Westdeutschland (2008)
Butterwegge, Christoph; Klundt, Michael; Belke-Zeng, Matthias;Zitatform
Butterwegge, Christoph, Michael Klundt & Matthias Belke-Zeng (2008): Kinderarmut in Ost- und Westdeutschland. Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwissenschaften, 378 S.
Abstract
"Seit geraumer Zeit erregt das Problem einer wachsenden und sich gleichzeitig verjüngenden Armut in entwickelten Wohlfahrtsstaaten öffentliche Aufmerksamkeit und fachliches Interesse, was sich in einer Fülle einschlägiger Forschungsprojekte und einer Flut wissenschaftlich fundierter Publikationen zu diesem Thema niederschlägt. Dabei sind die spezifischen Rahmenbedingungen des vereinigten, vormals aus zwei Staaten mit unterschiedlichen Gesellschafts-, Wirtschafts- und Wohlfahrtssystemen sowie konträren (sozial)politischen Kulturen bestehenden Deutschland aber gegenüber anderen Faktoren vernachlässigt worden. Das vorliegende Buch beleuchtet die Ursachen und psychosozialen Folgen der Kinderarmut in den alten und den neuen Bundesländern. Ein empirischer Vergleich der sozialen Situation von Erfurter und Kölner Schulkindern gab darüber Aufschluss, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Lebenslagen in Ost- und Westdeutschland existieren. Schließlich werden Gegenmaßnahmen auf unterschiedlichen Politikfeldern vorgeschlagen, um Kinderarmut zu verringern und zu verhindern." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
A portrait of child poverty in Germany (2008)
Zitatform
Corak, Miles, Michael Fertig & Marcus Tamm (2008): A portrait of child poverty in Germany. In: Review of Income and Wealth, Jg. 54, H. 4, S. 547-571. DOI:10.1111/j.1475-4991.2008.00287.x
Abstract
"This paper offers a descriptive portrait of income poverty among children in Germany between the early 1980s and 2004, with a focus on developments since unification in 1991. Data from the German Socio-Economic Panel are used to estimate poverty rates, rates of entry to and exit from poverty, and the duration of time spent in and out of poverty. The analysis focuses upon comparisons between East and West Germany, by family structure, and citizenship status. Child poverty rates have drifted upward since 1991, and have been increasing more than the rates for the overall population since the mid-1990s. In part these changes are due to increasing poverty among children from households headed by non-citizens but also by children living in two-adult households. Children in single-parent households are by all measures at considerable risk of living in poverty. There are also differences in child poverty between East and West Germany." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Höheres ALG II und Kindergrundsicherung: Teure Vorschläge mit erheblichen Nebenwirkungen (2008)
Zitatform
Feil, Michael & Jürgen Wiemers (2008): Höheres ALG II und Kindergrundsicherung: Teure Vorschläge mit erheblichen Nebenwirkungen. (IAB-Kurzbericht 11/2008), Nürnberg, 8 S.
Abstract
"Der 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hat auch die Höhe der Grundsicherung und die staatliche Unterstützung für Familien mit Kindern wieder in den Fokus der öffentlichen Diskussion gerückt. Neben allgemeinen Gerechtigkeitsaspekten geht es vor allem um die Frage, ob und wie staatliche Transfers zur Vermeidung von Armut beitragen. Um die Situation von Familien zu verbessern, gibt es eine Reihe von politischen Forderungen. Hier werden zwei zentrale Vorschläge untersucht: Die Erhöhung des Arbeitslosengelds II (ALG II) und die Einführung einer Kindergrundsicherung. Dabei geht es sowohl um die zu erwartenden Kosten als auch um die wahrscheinlichen Anreiz- und Verteilungswirkungen. Würde die ALG-II-Regelleistung von derzeit 351 EUR auf 420 EUR monatlich erhöht, müsste mit Kosten in Höhe von 10 Mrd. EUR gerechnet werden. Die Zahl der 'Hartz-IV-Empfänger' würde um bis zu 2 Mio. steigen, die Armutsrisikoquote würde um etwa 2 Prozentpunkte sinken. Eine bedingungslose Kindergrundsicherung von 300 EUR/Monat für minderjährige Kinder würde etwa 18 Mrd. EUR kosten. Sie würde die Zahl der relativ einkommensarmen Haushalte mit Kindern etwas verringern. Die allgemeine Armutsquote bliebe aber unverändert." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Die Verfassungsmäßigkeit eines einheitlichen und der Besteuerung unterworfenen Kindergeldes (2008)
Lenze, Anne;Zitatform
Lenze, Anne (2008): Die Verfassungsmäßigkeit eines einheitlichen und der Besteuerung unterworfenen Kindergeldes. (Hans-Böckler-Stiftung. Arbeitspapier 151), Düsseldorf, 67 S.
Abstract
"Das vorliegende Gutachten geht der Frage nach, ob ein einheitliches Kindergeld in Höhe von 484 Euro, das in die Bemessungsgrundlage der Einkommenssteuer einbezogen und damit besteuert wird, verfassungsrechtlich zulässig ist, wenn gleichzeitig die heute existierenden Kinderfreibeträge abgeschafft werden. Im zweiten Teil des Gutachtens wird untersucht, welche Konsequenzen die Freibetrags-Rechtsprechung für Kinder im Grundsicherungsbezug hat. Bei ihnen wird gegenwärtig der Erziehungs - und Betreuungsbedarf faktisch nicht gedeckt. Hier liegt eine verfassungsrechtlich relevante Ungleichbehandlung mit Kindern einkommensstarker Eltern vor, die auch nicht durch die Besonderheiten des Sozialrechts gegenüber dem Steuerrecht gerechtfertigt werden kann." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Was arme Kinder brauchen ...: Bestimmung von bedarfsgerechten Kinderregelsätzen (2008)
Martens, Rudolf;Zitatform
Martens, Rudolf (2008): Was arme Kinder brauchen ... Bestimmung von bedarfsgerechten Kinderregelsätzen. In: Soziale Sicherheit, Jg. 57, H. 10, S. 340-346.
Abstract
"Die Regelsätze für Kinder, die auf Hartz IV angewiesen sind, reichen nicht. Denn die derzeitige Berechnungsart berücksichtigt weder kinderspezifische Bedarfe noch die Preissteigerungen der letzten Jahre. Vom Paritätischen Wohlfahrtsverband wurde jetzt erstmalig eine differenzierte Methode für die Berechnung von bedarfsgerechten Kinderregelsätzen entwickelt. Die Methode und ihre Ergebnisse werden hier vorgestellt." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Was Kinder brauchen ...: für eine offene Diskussion über das Existenzminimum für Kinder nach dem Statistikmodell gemäß § 28 SGB XII (Sozialhilfe) (2008)
Martens, Rudolf;Zitatform
Martens, Rudolf (2008): Was Kinder brauchen ... Für eine offene Diskussion über das Existenzminimum für Kinder nach dem Statistikmodell gemäß § 28 SGB XII (Sozialhilfe). Berlin, 53 S.
Abstract
Mit der Expertise zur Bestimmung eines bedarfsgerechten Kinderregelsatzes nach dem Statistikmodell wird zweierlei klargestellt: "1. Die Errechnung von Kinderregelsätzen auf der Grundlage der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe ist zwar methodisch anspruchsvoll, da die Statistik nur sehr begrenzt spezifische Ausgaben für Kinder ausweist, jedoch durchaus möglich. 2. Die derzeitige Ableitung der Kinderbedarfe als prozentualer Abschlag vom Regelsatz für Erwachsene geht eklatant an der Bedarfsstruktur von Kindern und Jugendlichen vorbei und führt im Ergebnis zu Leistungssätzen, die weit unterhalb des tatsächlichen Mindestbedarfes von Kindern zur Teilhabe an dieser Gesellschaft liegen." Den Herleitungsprinzipien der Bundesregierung für den Regelsatz für Erwachsene folgend - Statistikmodell und durchgehende Pauschalierung aller Leistungen - müsste der Kinderregelsatz nach Ansicht der Autoren deutlich über den amtlichen 211 Euro (bis unter 14 Jahre) und 281 Euro (ab 14 Jahre bis unter 18 Jahre) liegen. Abschließend werden folgende Forderungen aus der Expertise abgeleitet: 1. (Wieder)Einführung der Möglichkeit zur Gewährung einmaliger und atypischer Leistungen; 2. Erhöhung der Regelsätze für 0- bis unter 6-Jährige auf 254 Euro, für 6- bis unter 14-Jährige auf 297 Euro, für 14- bis unter 18-Jährige auf 321 Euro; 3. Dynamisierung der Kinderregelsätze anhand der Lebenshaltungskosten und nicht mehr wie derzeit anhand der Rentenentwicklung; 4. Ausbau der Infrastruktur für Kinder und Jugendliche vor Ort - insbesondere in den Bereichen Bildung, Kultur und Sport - und Schaffung von kostenfreien bzw. stark kostenreduzierten Zugängen für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Haushalten. (IAB2)
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Literaturhinweis
Der neue Kinderzuschlag: einiger Verbesserungen - aber jetzt noch größerer Einkommensverlust an der oberen Einkommensgrenze (2008)
Meister, Wolfgang;Zitatform
Meister, Wolfgang (2008): Der neue Kinderzuschlag. Einiger Verbesserungen - aber jetzt noch größerer Einkommensverlust an der oberen Einkommensgrenze. In: Ifo-Schnelldienst, Jg. 61, H. 22, S. 6-13.
Abstract
"Am 1. Oktober 2008 trat das 'Gesetz zur Änderung des Bundeskindergeldgesetzes' in Kraft. Inhalt ist die Verbesserung des Kinderzuschlags. Die Bundesregierung erhofft sich, dass durch die Neugestaltung mehr als doppelt so viele Kinder und Familien erreicht werden wie bisher. Mit der Neufestlegung der Mindesteinkommensgrenze und einer Verminderung der Transferentzugsrate wurden zwei Schwachpunkte der alten Kinderzuschlagsregelung korrigiert. Allerdings gibt es an anderer Stelle eine deutliche Verschlechterung: Bei Erreichen des Höchsteinkommens sinkt nun das Haushaltseinkommen noch stärker ab als zuvor. Die Folge: Die Bereitschaft der Betroffenen, durch eigene Anstrengung von Sozialtransfers unabhängig zu werden, wird gehemmt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Ist Hartz IV bedarfsdeckend?: verfassungsrechtliche Probleme der Regelleistung gemäß Paragraf 20 SGB II (2008)
Spellbrink, Wolfgang;Zitatform
Spellbrink, Wolfgang (2008): Ist Hartz IV bedarfsdeckend? Verfassungsrechtliche Probleme der Regelleistung gemäß Paragraf 20 SGB II. In: Archiv für Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit, Jg. 39, H. 1, S. 4-19.
Abstract
Die Entscheidung des Gesetzgebers des Vierten Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt ('Hartz IV'), die Höhe der Regelleistung für erwerbsfähige Hilfebedürftige mit 345,- Euro festzusetzen und zugleich davon auszugehen, dass diese 345,- Euro abschließend und bedarfsdeckend sind, wurde vielfach kritisiert. In der Tat erweist sich die Regelleistung bei isolierter Betrachtung (insbesondere für Kinder und Jugendliche) als beschämend niedrig. Auch ist der jährliche Anpassungsmechanismus, der an die Entwicklung des aktuellen Rentenwerts anknüpft, sachwidrig. Aus der sozialpolitischen Problematik und teilweisen Sachwidrigkeit der Regelungen des SGB II kann jedoch nicht ohne Umstände die Verfassungswidrigkeit der Regelleistung abgeleitet werden. Aus dem Grundsatz der Menschenwürde (Art. 1 GG) ist ein konkreter Anspruch auf ein bezifferbares Niveau des Existenzminimums nicht ableitbar. Auch gibt es kein verfassungsrechtlich begründbares Recht auf ein bestimmtes Verfahren der Ermittlung der Höhe der Regelleistung. (GESIS)
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Literaturhinweis
Kinderarmut in einem reichen Land (2008)
Wagner, Ringo; Vogler, Sven; Trabert, Gerhard; Spier, Sven; Geene, Raimund ; Schmidt, Silvia; Merten, Roland;Zitatform
(2008): Kinderarmut in einem reichen Land. Magdeburg, 80 S.
Abstract
"Friedrich-Ebert-Stiftung und der PARITÄTISCHE Sachsen-Anhalt haben auf das Thema Kinderarmut in Sachsen-Anhalt bei gemeinsamen Tagungen in Halle (Saale), Stendal und Eisleben aufmerksam gemacht. Diese Veröffentlichung fasst ausgewählte Vorträge der Veranstaltungen zusammen und wird durch thematische Beiträge zur Kinderarmut in den neuen Bundesländern erweitert. Besonderes Augenmerk wird auf die Folgen von Kinderarmut in den Bereichen Bildung, Gesundheit und soziale Teilhabe gelegt, diesen Komplexen sind eigene Beiträge gewidmet." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Dass man immer nein sagen muss: eine Befragung der Eltern von Grundschulkindern mit Nürnberg-Pass (2008)
Wüstendörfer, Werner;Zitatform
Wüstendörfer, Werner (2008): Dass man immer nein sagen muss. Eine Befragung der Eltern von Grundschulkindern mit Nürnberg-Pass. Nürnberg, 117 S.
Abstract
"In Deutschland gelten 14 % aller Kinder als arm. Seit Einführung des Arbeitslosengelds II im Jahr 2005 ist der Anteil der von Armut betroffenen Kindern auf insgesamt ca. 2,5 Millionen in 1,4 Millionen Haushalten angestiegen. Der dritte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung verweist auf die EU-SILC-Ergebnisse und beziffert die Armutsrisikoquote mit 12 %. In Nürnberg ist die Armutsbetroffenheit von Kindern noch höher: Mindestens jedes fünfte Kind kann im Jahr 2007 als arm bezeichnet werden. Im Kampf gegen die Kinderarmut schneidet Deutschland nach dem im Februar 2008 vorgelegten Bericht der EU-Kommission nicht besonders gut ab. Zwar würde die in Deutschland vorliegende Kinderarmut niedriger als im EU-Durchschnitt von 19 % sein, besonders Besorgnis erregend sei aber der vergleichsweise hohe Anteil armer Kinder in Arbeitslosenhaushalten.
Das Amt für Existenzsicherung und Soziale Integration veranstaltete vom 19.11. bis zum 20.11.2007 die erste Nürnberger Armutskonferenz, in der nicht nur Bilanz gezogen, sondern auch überlegt werden sollte, welche Hilfestellungen für Menschen in Armut notwendig und sinnvoll sind. In der Vorbereitung zu dieser Tagung wurde die Idee aufgegriffen, einmal die Hartz IV- und Sozialhilfeempfänger selbst zu befragen, wie sie ihre Situation mit Kindern erleben und welchen Hilfe- und Unterstützungsbedarf sie haben. Erste ausgewählte Ergebnisse dieser Befragung wurden bereits auf dieser Tagung vorgestellt. Die Gesamtergebnisse werden mit diesem Bericht vorgelegt." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Entwurf eines Gesetzes zur Sicherung von Beschäftigung und Stabilität in Deutschland (2008)
Zitatform
(2008): Entwurf eines Gesetzes zur Sicherung von Beschäftigung und Stabilität in Deutschland. (Verhandlungen des Deutschen Bundestages. Drucksachen 16/11740 (27.01.2009)), 50 S.
Abstract
Der Gesetzentwurf dient der Umsetzung des am 14. Januar 2009 beschlossenen Maßnahmenpakets 'Pakt für Beschäftigung und Stabilität in Deutschland zur Sicherung der Arbeitsplätze, Stärkung der Wachstumskräfte und Modernisierung des Landes' (Konjunkturpaket II). Er enthält u.a. die Maßnahmen Kinderbonus, Vereinfachungen bei der Kurzarbeit, hälftige Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge für Kurzarbeiter durch die Bundesagentur für Arbeit, Bezuschussung der Qualifizierung für Kurzarbeiter, Förderung der beruflichen Weiterbildung Beschäftigter, Ausweitung des Programms WeGebAU, Beitragssatz zur Arbeitsförderung bis Ende 2010 bei 2,8 % und Erhöhung der Regelsätze für Kinder in der Grundsicherung für Arbeitsuchende. (IAB)
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Literaturhinweis
Zukunft für Familie: Arbeitsbericht (2008)
Abstract
"Welche Familienleistungen gibt es in Deutschland? Wie wirken sie? Wird das Geld für Familien in Deutschland effektiv eingesetzt? Wie ist das Zusammenspiel zwischen Geldleistungen, Infrastruktur und steuerlichen Erleichterungen? Diese Fragen waren Ausgangspunkt für eine umfassende Bestandsaufnahme und Analyse, als das Kompetenzzentrum für familienbezogene Leistungen im Bundesfamilienministerium seine Arbeit im Dezember 2006 aufgenommen hat. Die Empfehlungen im einzelnen:
1. Väterkomponente im Elterngeld,
2. Arbeit reduziert das Armutsrisiko für Familien - Kinderzuschlag weiter entwickeln,
3. Mehr Kindergeld für kinderreiche Familien - strukturelle Nachteile vermindern,
4. Familienunterstützende Dienstleistungen - Förderung vereinfachen und wirksamer gestalten." (Autorenreferat, IAB-Doku)Weiterführende Informationen
Hier finden Sie die Kurzfassung (in der Langfassung enthalten) -
Literaturhinweis
Lebenslagen in Deutschland: Der Dritte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung (2008)
Zitatform
(2008): Lebenslagen in Deutschland: Der Dritte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. (Lebenslagen in Deutschland. Armuts- und Reichtumsberichterstattung der Bundesregierung 03), Berlin, 427 S.
Abstract
"Die Armuts- und Reichtumsberichterstattung der Bundesregierung orientiert sich an einem umfassenden Analyseansatz, der die Risiken für Armut und soziale Ausgrenzung in verschiedenen Lebenslagen beschreibt. Der vorliegende dritte Bericht setzt die im Jahr 2001 begonnene Bestandsaufnahme der sozialen Lage in Deutschland fort und eröffnet, wo es die Datenlage zulässt, einen Zehnjahresvergleich der Entwicklung der sozialen Integration. Bei der Messung monetärer Armut verwendet die Bundesregierung den zwischen den EU-Mitgliedstaaten vereinbarten relativen Armutsrisikobegriff. (...) Im Bericht werden zu den Themen Einkommensverteilung, Armutsrisikoquote und Vermögensverteilung Ergebnisse aus der europaweit durchgeführten Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen 'Leben in Europa' (EU-SILC), aus der Einkommens- und Verbrauchstichprobe (EVS) und aus dem Mikrozensus dargestellt. Neben diesen drei amtlichen Statistiken, die vom Statistischen Bundesamt erhoben werden, wird auch das Soziooekonomische Panel (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) herangezogen. (...) Die Analyse basiert auf der statistisch-empirischen Erfassung der gesellschaftlichen Realität in Deutschland mit ihren Gegenpolen Armut und Reichtum. Neben der Entwicklung von Einkommen und Vermögen werden die zentralen Trends und Herausforderungen in den Bereichen Erwerbsbeteiligung, Bildung, Familie und Kinder, Gesundheitsversorgung, Wohnen und politische Partizipation beschrieben. Darüber hinaus stehen Personengruppen im Fokus, die in besonderem Maße beeinträchtigt sind (Teil C). Gleichzeitig legt der Bericht die politischen Maßnahmen der Bundesregierung dar, die Armut und sozialer Ausgrenzung entgegenwirken, eine gerechtere Verteilung ökonomischer Ressourcen erreichen sowie Teilhabechancen für alle Mitglieder der Gesellschaft eröffnen sollen (Teil D)." (Textauszug, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
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Literaturhinweis
Entschließung des Bundesrates zur Berücksichtigung des kinderspezifischen Bedarfs bei der Bemessung der Regelleistungen nach dem SGB II und der Regelsätze nach dem SGB XII: Beschluss des Bundesrates (2008)
Zitatform
(2008): Entschließung des Bundesrates zur Berücksichtigung des kinderspezifischen Bedarfs bei der Bemessung der Regelleistungen nach dem SGB II und der Regelsätze nach dem SGB XII. Beschluss des Bundesrates. (Verhandlungen des Bundesrates. Drucksachen 329/08 (Beschluss) (23.05.2008)), 4 S.
Abstract
"Der Bundesrat fordert die Bundesregierung auf, die Regelleistung für Kinder nach dem SGB II sowie die Regelsätze nach dem SGB XII unverzüglich neu zu bemessen und als Grundlage dafür eine spezielle Erfassung des Kinderbedarfes vorzusehen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Armut in Deutschland: Bevölkerungsgruppen unterhalb der Alg II-Grenze (2007)
Becker, Irene;Zitatform
Becker, Irene (2007): Armut in Deutschland. Bevölkerungsgruppen unterhalb der Alg II-Grenze. (SOEPpapers on multidisciplinary panel data research at DIW Berlin 04), Berlin, 50 S.
Abstract
"Ziel der Studie ist die Ermittlung von Größe und Struktur der Bevölkerung in Deutschland mit Einkommen unterhalb des soziokulturellen Existenzminimums. Dieses Minimum ergibt sich aus den Vorschriften des SGB II bzw. SGB XII zur Bemessung des mit Alg II und Sozialgeld bzw. mit Hilfe zum Lebensunterhalt zu sichernden Bedarfs; es kennzeichnet damit eine Armutsgrenze 'nach gesetzlicher Lesart'. Zur Erfassung des Einkommenssegments unter der Alg II-Grenze wird ein Mikrosimulationsmodell entwickelt und mit den Daten des Sozio-ökonomischen Panels von 2004 gerechnet Mit dem Simulationsmodell werden zunächst Bedarfsgemeinschaften innerhalb der Haushalte nach den Vorschriften des SGB II approximativ abgegrenzt, für die dann der Bedarf ermittelt und dem jeweiligen Einkommen gegenübergestellt wird. Zudem wird zumindest näherungsweise überprüft, inwieweit die Vermögensverhältnisse der einkommensarmen Haushalte einem Unterstützungsanspruch entgegen stehen. Übersteigt der errechnete Bedarf das zu berücksichtigende Einkommen und bleibt das Vermögen hinter den Freibeträgen zurück, gilt die Bedarfsgemeinschaft als potenziell anspruchsberechtigt. Insgesamt erweisen sich etwa 10 Mio. Personen der SGB II-Zielgruppe (ohne Alte und Erwerbsunfähige) als bedürftig: Daraus ergibt sich eine Bedürftigkeitsquote von etwa 16%, die freilich regional stark differiert: in den neuen Ländern liegt sie bei 23%, in den alten Ländern bei lediglich 15%. Zudem zeigt sich, - dass nur etwa 7% der Personen in Vollerwerbs-Bedarfsgemeinschaften bedürftig sind, diese Gruppe aber dennoch 3 Mio. Personen umfasst; - dass zwei Drittel der Personen in Arbeitslosen-Bedarfsgemeinschaften anspruchsberechtigt sind, das sind knapp 3,3 Mio. Personen; - und dass etwa 3,4 Mio. bzw. mehr als ein Fünftel der Kinder und Schüler(innen) bedürftig sind. Aus einer Gegenüberstellung der Simulationsergebnisse mit Daten der Bundesagentur für Arbeit über die tatsächlichen Grundsicherungsempfänger(innen) ist schließlich zu folgern, dass die amtlichen Zahlen die Größe und Struktur des Niedrigeinkommensbereichs nur teilweise spiegeln und nicht als Indiz für ungerechtfertigte Leistungsinanspruchnahme zu werten sind." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Konsumausgaben von Familien im unteren Einkommensbereich: empirische Ergebnisse für Paarhaushalte mit einem Kind vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Grundsicherungsniveaus (2007)
Becker, Irene;Zitatform
Becker, Irene (2007): Konsumausgaben von Familien im unteren Einkommensbereich. Empirische Ergebnisse für Paarhaushalte mit einem Kind vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Grundsicherungsniveaus. (Arbeitspapier des Projekts "Soziale Gerechtigkeit" 4), Frankfurt am Main, 26 S.
Abstract
Die Auswertungen der EVS 2003 zur Höhe und Struktur der Konsumausgaben der Paarhaushalte mit einem Kind im unteren Einkommensbereich erfolgen vorrangig mit dem Ziel, Anhaltspunkte zur Beurteilung des gegenwärtigen Niveaus der mit Arbeitslosengeld II und Sozialgeld gegebenen Grundsicherung von Familien zu erarbeiten. Gegenstand der Analyse für Paarhaushalte mit einem Kind sind die Konsumausgaben im untersten Einkommensquintil - auch nach Ausschluss verdeckter Armut - und bildungsrelevante Ausgaben sowie die Konsumausgaben im mittleren Einkommensquintil, die zum Vergleich herangezogen werden. Die Ergebnisse vermitteln einen Eindruck von der insgesamt stark eingeschränkten Teilhabemöglichkeiten von Familien mit Bezug von Grundsicherungsleistungen. Die Regelsatzsumme des hier gewählten Familientyps liegt - je nach Alter des Kindes - um etwa 400 Euro bis 600 Euro unter den Konsumausgaben (ohne Ausgaben für Unterkunft und Heizung) der Vergleichsgruppe des untersten Einkommensquintils der nicht bedürftigen Familien. (IAB)
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Literaturhinweis
The integration of child tax credits and welfare: evidence from the Canadian National Child Benefit program (2007)
Zitatform
Milligana, Kevin & Mark Stabile (2007): The integration of child tax credits and welfare. Evidence from the Canadian National Child Benefit program. In: Journal of Public Economics, Jg. 91, H. 1/2, S. 305-326. DOI:10.1016/j.jpubeco.2006.05.008
Abstract
"In 1998, the Canadian government introduced a new child tax credit. The innovation in the program was its integration with social assistance (welfare). Some provinces agreed to subtract the new federally-paid benefits from provincially-paid social assistance, partially lowering the welfare wall. Other provinces did not integrate benefits, providing a quasi-experimental framework for estimation. We find large changes in social assistance take-up and employment in provinces that provided the labour market incentives to do so. In our sample, the integration of benefits can account for between 19 and 27% of the decline in social assistance receipt between 1997 and 2000." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Überwindung der "Hartz IV"-Abhängigkeit von Kindern und deren Eltern: Arbeitspapier zur zügig umsetzbaren Reduzierung von "Hartz IV"-Abhängigkeit und "Kinderarmut" (2007)
Zitatform
Steffen, Johannes (2007): Überwindung der "Hartz IV"-Abhängigkeit von Kindern und deren Eltern. Arbeitspapier zur zügig umsetzbaren Reduzierung von "Hartz IV"-Abhängigkeit und "Kinderarmut". Bremen, 37 S.
Abstract
"Erwerbstätige - vor allem mit Kindern - dürfen im Regelfall nicht auf ergänzende SGB II-Leistungen verwiesen werden. Die vorgelagerten Erwerbs- und Transfersysteme haben die strukturelle Unabhängigkeit vom Fürsorgesystem zu gewährleisten. Unabdingbar ist daher ein einheitlicher gesetzlicher Mindestlohn. Hinsichtlich der Vermeidung von Hilfebedürftigkeit stößt aber auch ein Mindestlohn bei Haushalten mit Kindern an Grenzen; in diesen Fällen sind ergänzend spezielle Sozialtransfers erforderlich." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Die Zukunft sozialer Sicherheit (2007)
Zitatform
(2007): Die Zukunft sozialer Sicherheit. (Schriften zu Wirtschaft und Soziales 02), Berlin, 148 S.
Abstract
"In der Debatte um die Zukunft unserer sozialen Sicherung gibt es verschiedene Grundüberzeugungen, Herangehensweisen und Vorschläge. Gemeinsam ist allen die Einschätzung, dass eine garantierte Grundsicherung prekäre Lebenslagen abfedern sollte: Eine Grundsicherung soll zuverlässig Armut vermeiden, vor allem bei Kindern, und Lücken im bestehenden System der sozialen Sicherung schließen. Ein zukünftiges Sicherungssystem soll unbürokratischer, transparenter und gerechter sein als das bisherige, es soll Teilhabechancen eröffnen und vor allem die Schwächsten stützen. Daneben sind noch zahlreiche Fragen hinsichtlich der Grundausrichtung wie auch der Konkretisierung künftiger Sozialstaatsreformen in der Diskussion. So bekam in der Debatte der letzten zwei Jahre eine alte Idee wieder neuen Schwung: das allgemeine Grundeinkommen. Die Befürworter argumentieren mit dem sich kontinuierlich verschlechternden Zustand des Wohlfahrtsstaates, mit dringend zu schließenden Gerechtigkeitslücken und der überzeugend einfachen Eleganz eines bedingungslosen Grundeinkommens. Demgegenüber verweisen andere auf die Bedeutung öffentlicher Institutionen für die Ermöglichung von realer Teilhabe sowie auf problematische Wirkungsweisen für Arbeitsmarkt und Wertschöpfung. Zur Diskussion stehen insbesondere folgende Fragen: Welche Auswirkungen hat ein Grundeinkommen auf die gesellschaftliche Integration - verfestigt es eher den Ausschluss der Benachteiligten oder ermöglicht es umgekehrt erst die Teilhabe aller am öffentlichen Leben? In welchem Verhältnis stehen Grundeinkommen und Erwerbsarbeit? Soll ein Grundeinkommen bedingungslos gewährt oder am Konzept einer bedarfsorientierten Grundsicherung festgehalten werden? Soll insbesondere die Koppelung zwischen Grundsicherung und Arbeit aufgelöst oder im Gegenteil zu einer Kombination von 'Bürgereinkommen' mit 'bürgerschaftlicher Arbeit' ausgebaut werden? Welche bestehenden sozialstaatlichen Leistungen sollen durch ein Grundeinkommen ersetzt werden? Ist ein Grundeinkommen auf dem Niveau des heutigen ALG II (allerdings ohne Bedarfsprüfung und Anrechnung von Vermögen) finanziell und wirtschaftlich tragbar? Gibt es Varianten eines Grundeinkommens, die sogar die gesamtwirtschaftliche Effizienz verbessern könnten? Die Suche nach dem richtigen Weg zu einer Zukunft des Sozialen ist im vollen Gang. Wir wollen mit diesem Band die Meinungsbildung unterstützen, indem wir divergierende Analysen und Konzepte vorstellen. Daneben finden Sie Beiträge zu speziellen Politikfeldern wie 'Bildungspolitik', 'Alterssicherung' und 'Politik für Kinder', die sich mit der Weiterentwicklung der Grundsicherung im jeweiligen Politikfeld befassen. In der Gesamtschau laufen diese Vorschläge auf ein modulares System von Grundsicherungselementen hinaus, die an bestimmte Lebenslagen und Bedarfe geknüpft sind." (Textauszug, IAB-Doku)
Inhalt:
I Soziale Sicherung und Teilhabe;
Robert Castel: Wie lässt sich die soziale Unsicherheit bekämpfen? (13); Reinhard Bütikofer: Wege aus der Ausgrenzung (22); Peter Siller: Individuen und Institutionen (27);
II Soziale Sicherung in der Arbeitsgesellschaft;
Jörn Ahrens: Zwischen Ehrenamt, Alimentierung und Beschäftigungsutopie (41); Kolja Rudzio: Nie wieder Hartz IV (56); Richard Hauser: Alternativen einer Grundsicherung (62); Helmut Wiesenthal: Glanz und Elend eines radikalen Konzeptes (79);
III Soziale Sicherung und Unsicherheitslagen;
Gerd Grözinger: Bildungsgrundsicherungseinkommen (85); Christiane Schnell: Grundsicherung und künstlerische Freiberuflichkeit (97); Ingrid Robeyns: Will a Basic Income Do Justice to Women? (102); Eva Mädje: Soziale Sicherung für Kinder (118); Reiner Daams: Soziale Sicherung im Alter (127); Manuel Emmler & Thomas Poreski: Die Grundeinkommensdebatte in Deutschland (132); Gerhard Schick u. a.: Modulares Grundeinkommen - Chance für den deutschen Sozialstaat und für Bündnis 90/Die Grünen (138).Weiterführende Informationen
Zusammenstellung weiterer Materialien zu Grundsicherungsmodellen durch die Heinrich-Böll-Stiftung. -
Literaturhinweis
Die Familie - ein Ersatz für das Sozialsystem? (2006)
Andres, Gerd;Zitatform
Andres, Gerd (2006): Die Familie - ein Ersatz für das Sozialsystem? In: Ifo-Schnelldienst, Jg. 59, H. 18, S. 3-18.
Abstract
"Die Frage, ob und in welchem Umfang volljährige Kinder ihre Eltern oder Eltern ihre Kinder finanziell unterstützen sollen, ist wieder Gegenstand der politischen Diskussion. Wie weit sollte die 'Verantwortungsgemeinschaft Familie' gehen? Für Gerd Andres, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales, kann die Familie kein Ersatz für das Sozialsystem sein. Vielmehr sollte sie umfassend durch soziale Leistungen und familienfreundliche Sozialpolitik in der Sicherung ihrer Existenzgrundlagen unterstützt werden. Ralf Brauksiepe, MdB, CDU/CSU-Fraktion, vertritt dagegen die Auffassung, dass vor allem vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Haushaltsprobleme einiges dafür spricht, 'wenn betroffene Langzeitarbeitslose über einkommensstarke und/oder vermögende Angehörige verfügen, diese mit heranzuziehen und somit die Gruppe der Steuerzahler ein Stück weit zu entlasten.' Für Volker Meier, ifo Institut, stellt sich die grundsätzlichere Frage: 'Aufgeworfen wird mit der Diskussion aber eigentlich die Frage nach der Konstruktion des Sozialstaats, vor allem in seinem Kernbereich der Grundeinkommenssicherung. Unstrittig ist der Grundgedanke, dass die Bekämpfung extremer Armut nicht der privaten Fürsorge durch Individuen und mildtätige Organisationen überlassen bleibt. ... Da aber die Abgabenlast in Deutschland sehr hoch ist und angesichts der demographischen Veränderungen weiter zunehmen wird, scheint ein teilweiser Rückzug des Sozialstaats dort angemessen, wo es nicht darum geht, wirklich Bedürftigen zu helfen. Insofern weist die Vorstellung, reiche Kinder armer Eltern nicht aus ihrer familiären Verantwortung zu entlassen, in die richtige Richtung.' Auch Gerd Landsberg, Deutscher Städte- und Gemeindebund, gibt der 'familiären Solidarität' den Vorrang. Und Jörg Althammer, Universität Bochum, unterstreicht, dass die Familie staatliche Fürsorgeleistungen nicht ersetzen könne, aber auch der Sozialstaat auf die solidarischen Leistungen der Familien angewiesen sei: 'Die genaue Grenzziehung zwischen innerfamiliärer Solidarität und staatlichen Fürsorgeleistungen ist eine Aufgabe, die letztlich nur politisch gelöst werden kann.'" (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Bedarfsgerechtigkeit und sozio-kulturelles Existenzminimum: der gegenwärtige Eckregelsatz vor dem Hintergrund aktueller Daten (2006)
Becker, Irene;Zitatform
Becker, Irene (2006): Bedarfsgerechtigkeit und sozio-kulturelles Existenzminimum. Der gegenwärtige Eckregelsatz vor dem Hintergrund aktueller Daten. (Arbeitspapier des Projekts "Soziale Gerechtigkeit" 1), Frankfurt a.M., 32 S.
Abstract
"Die Gewährleistung minimaler Bedarfsgerechtigkeit durch die Sicherung des sozio-kulturellen Existenzminimums ist ein wesentliches Teilziel sozialer Gerechtigkeit. Sie wird in Deutschland hauptsächlich mit dem Sozialgesetzbuch (SGB) II - Grundsicherung für Arbeitsuchende - und dem darin vorgesehenen Arbeitslosengeld (Alg) II und Sozialgeld sowie mit dem SGB XII - Sozialhilfe - angestrebt. Kernstück aller drei Grundsicherungsleistungen ist der so genannte Eckregelsatz, der die minimalen Lebenshaltungskosten eines Alleinstehenden - mit Ausnahme der Kosten für Unterkunft und Heizung, die in ihrer jeweiligen tatsächlichen Höhe vom Leistungsträger übernommen werden - abdecken soll und derzeit 345 Euro pro Monat beträgt." Auf der Grundlage der Einkommens- und Verbraucherstichprobe (EVS) 2003 wird die Angemessenheit dieses Regelsatzes überprüft, indem das Ausgabenverhalten im unteren Einkommessegment der Alleinstehenden in Westdeutschland nach Gütergruppen analysiert wird. Die verschiedenen Alternativrechnungen zur Bemessung des Eckregelsatzes auf Basis der Daten der EVS 2003 und der normativen Setzungen der derzeit gültigen Regelsatzverordnung (RSV) haben zu Beträgen leicht über bis mäßig unter dem gegenwärtigen Satz von 345 Euro geführt. "Da sich aus einer kritischen Betrachtung der grundlegenden Vorentscheidungen, auf denen die RSV aufbaut, einige fragwürdige bzw. nicht konsistente Einzelregelungen ergeben haben, erscheint das seit 2005 gültige Niveau des gesetzlich anerkannten Existenzminimums als tendenziell zu gering, zumal der Eckregelsatz auch für den Leistungsanspruch von Familien mit Kindern maßgeblich ist." (IAB2)
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Literaturhinweis
Kinderarmut in reichen Ländern (2006)
Zitatform
Fertig, Michael & Marcus Tamm (2006): Kinderarmut in reichen Ländern. In: Aus Politik und Zeitgeschichte H. 26, S. 18-24.
Abstract
"In den OECD-Staaten variiert der Anteil an Kindern, die in relativer Armut leben, zwischen rund 3 und 25 Prozent. In den meisten dieser Länder war im letzten Jahrzehnt ein Anstieg der Kinderarmut zu verzeichnen. Dieser Beitrag analysiert den Einfluss potenzieller Determinanten von Kinderarmut, insbesondere von familienbezogenen Sozialausgaben." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Lebenslagen und Chancen von Kindern in Deutschland (2006)
Holz, Gerda;Zitatform
Holz, Gerda (2006): Lebenslagen und Chancen von Kindern in Deutschland. In: Aus Politik und Zeitgeschichte H. 26, S. 3-11.
Abstract
"Kindheit bedeutet für die größer werdende Zahl Minderjähriger ein Aufwachsen unter Armutsbedingungen. Im Beitrag werden die Folgen heute und für die Zukunft als Vergleich zwischen armen und nicht-armen Kindern bis zum Ende der Grundschulzeit skizziert. Konsequenz muss ein Perspektivenwechsel im Sinne einer kindbezogenen Armutsprävention sein." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Neue Regelsatzberechnung 2006: zu den Vorschlägen des Paritätischen Wohlfahrtverbandes und der Bundesregierung (2006)
Martens, Rudolf;Zitatform
Martens, Rudolf (2006): Neue Regelsatzberechnung 2006. Zu den Vorschlägen des Paritätischen Wohlfahrtverbandes und der Bundesregierung. In: Soziale Sicherheit, Jg. 55, H. 6, S. 182-194.
Abstract
"Der Regelsatz ist für das deutsche Sozialsystem eine ganz wichtige Grundgröße. Er bestimmt das, was das 'sozio- kulturelle Existenzminimum' abdeckt und damit zur Führung eines menschenwürdigen Lebens notwendig ist. Der Bund legt Inhalt, Bemessung und Aufbau der Regelsätze in einer Regelsatzverordnung fest. Die Verordnung, die zum 1. Januar 2005 in Kraft trat, musste noch auf Basis der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) aus dem Jahre 1998 arbeiten. Mittlerweile liegen aber die Daten aus der Stichprobe des Jahres 2003 vor, sodass nach dem Gesetz eine Neuberechnung ansteht. Das Bundessozialministerium kommt zu dem Ergebnis: 'Die Auswertung der EVS 2003 im Rahmen der weiterentwickelten Regelsatzbemessung ergibt für Deutschland einen Regelsatz in Höhe von 345 Euro.' Dagegen kommt der Paritätische Wohlfahrtsverband bei seinen Neuberechnungen darauf, dass der Regelsatz - der Methodik des vom Gesetzgeber vorgesehenen Statistikmodells folgend - am 1. Juli 2006 um 20 Prozent von 345 auf 415 Euro angehoben werden müsste. Im Folgenden werden die Berechnungsmethoden zum notwendigen Lebensunterhalt näher erläutert." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Einkommensverhältnisse von Familienhaushalten und ihre Ausgaben für Kinder: Berechnungen auf der Grundlage der Ergebnisse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2003 (2006)
Münnich, Margot;Zitatform
Münnich, Margot (2006): Einkommensverhältnisse von Familienhaushalten und ihre Ausgaben für Kinder. Berechnungen auf der Grundlage der Ergebnisse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2003. In: Wirtschaft und Statistik H. 6, S. 644-670.
Abstract
"An der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2003 haben sich unter anderem 12 351 Haushalte von Paaren mit Kindern und 1 884 Haushalte von allein Erziehenden beteiligt. Deren Befragungsergebnisse stehen stellvertretend für rund 6,5 Mill. Paarhaushalte mit Kind(ern) und fast 1,4 Mill. Haushalte von allein Erziehenden in Deutschland. Im Folgenden werden - ebenso wie schon für die Daten der EVS 1998 - die ausgewiesenen Ausgaben für den Privaten Konsum dieser Haushalte durch komplizierte Berechnungsverfahren aufgeteilt nach Ausgaben für Kinder und Erwachsene. Für die Bedarfskomplexe Wohnen (Ausgaben für Miete, Strom, Gas, Wasser sowie für Güter der Haushaltsführung wie Möbel, Kühlschränke u. a.), Ernährung und Verkehr sind die für die EVS 1998 von Wissenschaftlern entwickelten statistischen Verfahren wieder benutzt worden.1) Über zwei Drittel der Konsumausgaben ließen sich dadurch zuordnen. Auch die etwas einfacheren Annahmen für die Verteilung der Aufwendungen nach Kindern und Erwachsenen für alle anderen Ausgabenbereiche wurden auf die Daten des Jahres 2003 übertragen. Diese Vorgehensweise ist gewählt worden, um die Resultate im Zeitablauf direkt vergleichen zu können. Es sei an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die errechneten Ergebnisse keineswegs gleichgesetzt werden können mit den Lebenshaltungskosten für Kinder. Zum einen fehlen alle über den Konsum hinausgehenden Ausgaben, die besonders in den letzten fünf Jahren überproportional zunahmen.2) Zum anderen sind all die Aufwendungen nicht enthalten, die Organisationen ohne Erwerbszweck und der Staat für Kinder tätigen, zum Beispiel Ausgaben für die Schulbildung oder den Bau von Kindergärten. Im haushaltsbezogenen Kontext setzen Ausgaben stets Einkommen voraus. Die Einkommenshöhe determiniert und begrenzt den Privaten Konsum entscheidend. Unter diesem Aspekt werden den Berechnungen zu den Verbrauchsausgaben ergänzende Daten zur wirtschaftlichen Lage von Familienhaushalten vorangestellt. Zunächst wird daher die Entwicklung der Einkommen und der Ausgaben von Paaren ohne Kind sowie von Paaren mit Kind(ern) bzw. von allein Lebenden sowie allein Erziehenden im Zeitvergleich von 1998 bis 2003 dargestellt. Schließlich werden noch die Ergebnisse eines alternativen Berechnungsverfahrens, der modifizierten OECD-Skala3), präsentiert." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Finanzpolitische Maßnahmen zugunsten von Familien: eine Bestandsaufnahme für Deutschland (2006)
Rosenschon, Astrid;Zitatform
Rosenschon, Astrid (2006): Finanzpolitische Maßnahmen zugunsten von Familien. Eine Bestandsaufnahme für Deutschland. (Kieler Arbeitspapier 1273), Kiel, 94 S.
Abstract
"Dieser Beitrag enthält eine Bestandsaufnahme über öffentliche Transferleistungen zugunsten von Familien in Deutschland. Einbezogen werden sowohl familienspezifische Normen im Steuerrecht als auch Familien fördernde Geld- und Realtransfers aus den öffentlichen Haushalten. Letztere umfassen einerseits die Haushalte der Sozialversicherungen (Arbeitslosenversicherung, gesetzliche Kranken-, Renten-, Pflege- und Unfallversicherung), andererseits diejenigen der Gebietskörperschaften (Bund, Länder und Gemeinden). Aufgenommen werden außerdem Arbeitgeberleistungen und Leistungen im Rahmen der Jugendarbeit der Kirchen. Die so abgegrenzten finanzpolitischen Maßnahmen zugunsten von Familien belaufen sich in der Bruttobetrachtung, d.h. ohne eigene Zahlungen von Familienmitgliedern als Steuer- und Beitragszahler, derzeit auf rund 240 Mrd. EURO. Das sind 10,7 % des Bruttoinlandsprodukts." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Bedarfsdeckende Bruttoarbeitsentgelte: Arbeitspapier zur erforderlichen Höhe der den SGB II-Bedarf deckenden Bruttoarbeitsentgelte (2006)
Zitatform
Steffen, Johannes (2006): Bedarfsdeckende Bruttoarbeitsentgelte. Arbeitspapier zur erforderlichen Höhe der den SGB II-Bedarf deckenden Bruttoarbeitsentgelte. Bremen, 27 S.
Abstract
"Im Durchschnitt der alten Bundesländer muss eine allein lebende Person ein monatliches Bruttoarbeitsentgelt in Höhe von 1.314 EURO erzielen, um Hilfebedürftigkeit im Sinne des SGB II zu überwinden; dies entspricht bei einer 35-(40-)Stunden-Woche einem Stundenlohn von 8,64 EURO (7,60 EURO). In den neuen Bundesländern liegt das bedarfsdeckende Bruttoarbeitsentgelt derzeit noch bei monatlich 1.154 EURO oder 7,59 EURO (6,67 EURO) die Stunde. Mit der ab dem 1. Juli 2006 Platz greifenden Angleichung der Eck-Regelleistung an das Westniveau (345 EURO) und unveränderten Unterkunftskosten steigen die Werte auf 1.183 EURO monatlich bzw. 7,78 EURO (6,84 EURO) Stundenentgelt. Bei Haushaltsgemeinschaften mit mehreren Personen und nur einem Verdiener reichen die Bruttoschwellen bis in die Nähe des durchschnittlichen Bruttoarbeitsentgelts - in Einzelfällen liegen sie sogar deutlich darüber. Hierbei ist zudem zu berücksichtigen, dass es für Haushalte mit Kindern nicht die (eine) Bruttoschwelle zur Überwindung der Hilfebedürftigkeit gibt. In nicht wenigen Fallkonstellationen rutschen Haushalte mit Kindern nach überwundener Hilfebedürftigkeit wegen steigenden Erwerbseinkommens und damit wegfallendem Anspruch auf Kinderzuschlag - zumindest für eine kurze Einkommensstrecke - wieder unter die SGB II-Bedarfsschwelle. Angesichts des Umstandes, dass in Deutschland ein Fünftel aller abhängig Beschäftigten für Niedriglöhne arbeitet1, legen die ermittelten Bruttoschwellen den Schluss nahe, dass es unter der erwerbstätigen Bevölkerung eine nicht geringe Zahl an Haushalten geben dürfte, die Anspruch auf aufstockende Leistungen des SGB II hätten - diesen Anspruch aber vor allem aus Unkenntnis nicht geltend machen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Vermeidung von Kinderarmut in Deutschland durch finanzielle Leistungen (2006)
Strengmann-Kuhn, Wolfgang;Zitatform
Strengmann-Kuhn, Wolfgang (2006): Vermeidung von Kinderarmut in Deutschland durch finanzielle Leistungen. In: Zeitschrift für Sozialreform, Jg. 52, H. 4, S. 439-466. DOI:10.1515/zsr-2006-0405
Abstract
"Die Bedeutung von Kinderarmut nimmt sowohl in Deutschland als auch international immer mehr zu. Ziel dieses Beitrags ist es, ein Instrumentenset von möglichst effektiven Maßnahmen innerhalb des Steuer-Transfersystems und der Sozialversicherungen zu entwickeln, das es ermöglicht, Armut von Kindern zu verringern. Dazu werden verschiedene Ursachen von Armut herausgearbeitet, wobei insbesondere danach unterschieden wird, ob Armut erst durch das Vorhandensein von Kindern - aufgrund der Kosten oder wegen der Arbeitsangebotsbeschränkung - entsteht, oder ob andere Armutsursachen wie geringes Erwerbseinkommen oder Arbeitslosigkeit auch zu Kinderarmut führen. Es werden eine Reihe von Vorschlägen diskutiert, bewertet und (weiter)entwickelt, die an den Ursachenkomplexen ansetzen. Letztlich werden fünf Maßnahmen vorgeschlagen, die geeignet sind, Kinderarmut deutlich zu reduzieren." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Bericht über die Höhe des Existenzminimums von Erwachsenen und Kindern für das Jahr 2008 (Sechster Existenzminimumbericht) (2006)
Zitatform
(2006): Bericht über die Höhe des Existenzminimums von Erwachsenen und Kindern für das Jahr 2008 (Sechster Existenzminimumbericht). (Verhandlungen des Deutschen Bundestages. Drucksachen 16/3265 (02.11.2006)), 8 S.
Abstract
Nach dem Beschluss des Deutschen Bundestags vom 2. Juni 1995 hat die Bundesregierung alle zwei Jahre einen Bericht über die Höhe des Existenzminimums von Erwachsenen und Kindern vorzulegen. Der Existenzminimumbericht ist prognostisch angelegt (Ex-ante-Berechnung). Gegenstand des Sechsten Existenzminimumberichts, der den zu erwartenden Stand des Jahres 2008 prognostiziert, ist die Darstellung der maßgebenden Beträge für die Bemessung der steuerfrei zu stellenden Existenzminima. Die Höhe des steuerlich zu verschonenden Existenzminimums hängt von den allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnissen und dem in der Rechtsgemeinschaft anerkannten Mindestbedarf ab; Grundlage der Bemessung des steuerfrei zu stellenden Existenzminimums ist der sozialhilferechtliche Mindestbedarf. Nach einer Erläuterung des Berechnungsmodus für das steuerfrei zu stellende Existenzminimum von Erwachsenen und von Umfang und Höhe des Existenzminimums von Kindern, wird eine Übersicht der für das Jahr 2008 steuerfrei zu stellenden Existenzminima präsentiert. Abschließend stellt der Bericht fest, dass mit den geltenden steuerlichen Freibeträgen auch im Jahr 2008 den verfassungsrechtlichen Anforderungen hinsichtlich der steuerfrei zu stellenden Existenzminima von Erwachsenen und Kindern entsprochen wird. (IAB)
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Literaturhinweis
Grundsicherung für Arbeitsuchende SGB II: Fragen und Antworten (2006)
Abstract
"Die Broschüre erläutert die wesentlichen Begriffe der Grundsicherung für Arbeitsuchende. Außerdem werden im Kapitel 'Fragen und Antworten' die wichtigsten Fragestellungen aufgegriffen. Beispielrechnungen ermöglichen einen Überblick über die Leistungen nach dem SGB II. Der Text des Sozialgesetzbuches II ist vollständig abgedruckt und beinhaltet bereits die Regelungen, die zum 01.01.2007 in Kraft treten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Kinderarmut in Ost- und Westdeutschland (2005)
Butterwegge, Christoph; Klundt, Michael; Zeng, Matthias;Zitatform
Butterwegge, Christoph, Michael Klundt & Matthias Zeng (2005): Kinderarmut in Ost- und Westdeutschland. Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwissenschaften, 334 S.
Abstract
Der Band bezieht sich auf die Ergebnisse eines Forschungsprojektes zum Thema 'Infantilisierung der Armut? - Gesellschaftspolitische Ursachen und psychosoziale Folgen in Ost- und Westdeutschland'. Einleitend werden die deutsche Wiedervereinigung und die Globalisierung als Herausforderungen für den Sozialstaat thematisiert um im folgenden auf den Forschungsstand zur Kinderarmut in Deutschland und im internationalen Vergleich einzugehen. Die empirische Untersuchung zur Erfassung der Ursachen und Auswirkungen von Armut bei Kindern im Grundschulalter (Klasse 4) wurde mittels qualitativer und quantitativer Methoden vergleichend in Köln und Erfurt durchgeführt. Zum Einsatz kamen nichtteilnehmende Beobachtungen sowie leitfadengestützte themenzentrierte Interviews und quantitative Befragungen der Kinder. Zur Erfassung der sozialen Situation der Kinder wurden folgende Indikatoren herangezogen: Familienformen und Haushaltsgrößen; Erwerbssituation der Eltern; Wohnsituation; Taschengeld, Freizeit und Unterhaltung; Schulbildung; Wohlbefinden und Gesundheit. Ergebnis: 'Trotz der erheblichen Unterschiede im Hinblick auf die Lebenslagen von Kindern, wie sie unsere Studie empirisch belegt, verläuft der eigentliche Graben weniger zwischen den beiden Landesteilen als zwischen gesellschaftlichen Klassen und Schichten, die es hüben wie drüben gibt... Die soziale Polarisierung führt hier wie dort zur Spaltung der Kindheit, denn das Leben junger Menschen wird entscheiden davon geprägt, in welchen Familienformen bzw. Haushaltstypen, Einkommensverhältnissen und Wohngebieten sie aufwachsen.' Hieraus leiten die Autoren abschließend Implikationen für eine armutsbekämpfende Familien- und Sozialpolitik ab. (IAB)
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Literaturhinweis
Kinderarmut im vereinigten Deutschland: Entstehungsursachen und Gegenmaßnahmen (2005)
Butterwegge, Christoph;Zitatform
Butterwegge, Christoph (2005): Kinderarmut im vereinigten Deutschland. Entstehungsursachen und Gegenmaßnahmen. In: Soziale Sicherheit, Jg. 54, H. 5, S. 159-167.
Abstract
"Hierzulande wachsen heute mehr Kinder und Jugendliche als noch vor wenigen Jahren in materieller Not oder unbefriedigenden Wohn- bzw. Lebensverhältnissen auf. Nach den im zweiten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung dokumentierten Zahlen bezogen Ende 2003 rund 1,1 Millionen Kinder unter 18 Jahren laufende (Sozial-)Hilfe zum Lebensunterhalt, was einem Anteil von 7,2 Prozent dieser Altersgruppe entspricht. Da beim Sozialhilfebezug eine relativ hohe Dunkelziffer existiert, erscheint es allerdings sinnvoller, andere Maßstäbe für Armut und Unterversorgung anzulegen. Tut man dies, sind sogar 2,0 bis 2,8 Millionen Kinder und Jugendliche (von insgesamt knapp 15 Mio.) arm. Die Folge für viele dieser jungen Menschen: Ausschluss aus vielen Lebenszusammenhängen und erhebliche psychosoziale Belastungen. Der Beitrag untersucht die Entstehungsursachen der 'jungen' Armut und zeigt, wie man ihr begegnen kann." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
A portrait of child poverty in Germany (2005)
Zitatform
Corak, Miles, Michael Fertig & Marcus Tamm (2005): A portrait of child poverty in Germany. (RWI discussion papers 26), Essen, 34 S.
Abstract
"Dieses Papier beschreibt die Kinderarmut in Deutschland zwischen den frühen achtziger Jahren und dem Jahr 2001. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Entwicklungen seit der deutsch-deutschen Wiedervereinigung. Mit Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) werden Armutsraten, Eintritts- und Austrittsraten in bzw. aus der Armut sowie die Dauer der Armutsphasen geschätzt. In der Analyse werden vor allem Ost- und Westdeutschland verglichen sowie die Familienstruktur und die Staatsangehörigkeit einbezogen. Die Rate der Kinderarmut ist seit 1991 gestiegen, seit Mitte der neunziger Jahre sogar stärker als die Armutsrate der Gesamtbevölkerung. Teilweise sind diese Veränderungen auf die steigende Armut von Kindern in Haushalten mit nicht-deutschem Familienoberhaupt zurückzuführen. Auch Kinder in Single-Eltern-Haushalten haben laut der Untersuchung ein beträchtliches Armutsrisiko. Zu beobachten sind zudem substanzielle Unterschiede bezüglich der Kinderarmut und ihrer Dynamik in Ost- und Westdeutschland." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Kinderarmut in Deutschland: einige empirische Befunde (2005)
Zitatform
Fertig, Michael & Marcus Tamm (2005): Kinderarmut in Deutschland. Einige empirische Befunde. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 58, H. 5, S. 239-243.
Abstract
"Anhand des Sozio-Ökonomischen Panels (SOEP) wird in dem Beitrag ein deskriptives Porträt zum Ausmaß von Kinderarmut in Deutschland geliefert. Die Analyse konzentriert sich dabei auf die Zeit nach der Wiedervereinigung und liefert Informationen zu Armutsraten, Eintrittsraten in und Austrittsraten aus Armut sowie über deren Dauer. Hinzu kommt eine Analyse über die Wahrscheinlichkeit, mehrmalig in Armut einzutreten. Diese Indikatoren werden jeweils für Ost- und Westdeutschland, für Personen unterschiedlicher Staatsangehörigkeiten sowie für unterschiedliche Familientypen berechnet. Es zeigt sich, dass Kinderarmut seit Beginn der 90er Jahre angestiegen ist. Ostdeutsche und Kinder aus nicht-deutschen Familien sind stärker von Armut betroffen, bei Letzteren vor allem Kinder aus kürzlich eingewanderten Familien. Am gravierendsten ist das Armutsproblem jedoch bei Kindern von allein Erziehenden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Hartz IV ... und die Betroffenen?: sozialpolitische Bilanz 2005 (2005)
Geiger, Andreas; Martens, Rudolf; Tänzer, Jörg; Scheibe, Birgit;Zitatform
Geiger, Andreas, Rudolf Martens, Jörg Tänzer & Birgit Scheibe (2005): Hartz IV ... und die Betroffenen? Sozialpolitische Bilanz 2005. Freiburg u.a., 40 S.
Abstract
"Mit dieser sozialpolitischen Bilanz nimmt die Nationale Armutskonferenz (nak) die Einführung der beiden Sozialgesetzbücher II und XII kritisch in den Blick. Die Lebenslagen von Menschen und deren Lebensvielfalt in einem Gesetz zu berücksichtigen, ist schwer und erfordert eine große Sorgfalt. Diese hat aber, das muss man vom Sozialgesetzbuch II leider sagen, mindestens angesichts des Zeitdrucks gelitten. Die Probleme, die sich aus den neuen gesetzlichen Bestimmungen und der noch fehlenden Praxis der Leistungsgewährung er-geben, sind jedoch strukturell im Gesetz angelegt. Die Wirkung ist klar: Die Situation der von Hartz IV betroffenen Menschen verschlechtert sich dauerhaft. Insgesamt wer-den Armut und Ausgrenzung in Deutschland eher befördert als einaearenzt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Jedes siebte Kind lebt auf Sozialhilfe-Niveau: erste qualitative Bilanz nach Hartz IV (2005)
Martens, Rudolf;Zitatform
Martens, Rudolf (2005): Jedes siebte Kind lebt auf Sozialhilfe-Niveau. Erste qualitative Bilanz nach Hartz IV. In: Soziale Sicherheit, Jg. 54, H. 9, S. 282-291.
Abstract
"Die im neuen Sozialgesetzbuch II geregelte Grundsicherung für Arbeitsuchende besteht jetzt neun Monate. Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat deshalb, im Sinne einer Eröffnungsschau, eine erste Bilanz der Auswirkungen des SGB II gezogen. Im Folgenden wird der Frage nachgegangen, welchen quantitativen Einfluss die Grundsicherung für Arbeitsuchende und die - durch das ebenfalls neue Sozialgesetzbuch XII - reformierte Sozialhilfe sowie der neue Kinderzuschlag auf die Arbeitsuchenden, ihre Familienangehörigen und insbesondere auf die Kinder haben." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Kinder und Hartz IV: eine erste Bilanz der Auswirkungen des SGB II. Expertise (2005)
Martens, Rudolf;Zitatform
Martens, Rudolf (2005): Kinder und Hartz IV. Eine erste Bilanz der Auswirkungen des SGB II. Expertise. Berlin, 24 S.
Abstract
Acht Monate nach Inkrafttreten untersucht das Gutachten die Auswirkungen der neuen Grundsicherung für Arbeitsuchende auf deren soziale Lage und die ihrer Familienangehörige und insbesondere auf die soziale Lage ihrer Kinder. Fazit: In 3,6 Millionen Bedarfsgemeinschaften leben deutschlandweit 6,5 Millionen Leistungsempfänger unter denen 1,6 Millionen Kinder unter 15 Jahren zu finden sind, damit erhalten über 13 Prozent der Kinder unter 15 Jahren Sozialgeld. In Westdeutschland sind das über 11 Prozent - und damit jedes 9. Kind; in Ostdeutschland erhält etwa jedes 4. Kind Sozialgeld, der Prozentanteil beträgt hier über 24 Prozent. Um eine vollständige Sozialbilanz zu erhalten, werden alle Sozialleistungen betrachtet, die - wie z. B. die Ein-Euro-Jobs - das sozialpolitische Bild verändern, hierzu gehört auch die quantitative Bestimmung der Dunkelziffer der Personen, die ihre sozialstaatlichen Ansprüche nicht wahrnehmen. Arbeitsgelegenheiten und der befristetete Zuschlag im Arbeitslosengeld II senken den Anteil der Menschen, die auf Sozialhilfeniveau leben müssen. Dies wird aber vollständig kompensiert durch Personen bzw. Kinder in der Sozialhilfe und der Kinder bzw. Personen aus der Dunkelziffer. (IAB)
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Literaturhinweis
Armut, Gesundheit und sozialer Kontext von Kindern (2005)
Wenzig, Claudia;Zitatform
Wenzig, Claudia (2005): Armut, Gesundheit und sozialer Kontext von Kindern. (SOCIALIA 71), Hamburg: Kovac, 480 S.
Abstract
"Ein erstes Ziel der Autorin liegt in der Beschreibung des Armutsausmaßes und des Erlebens finanzieller Belastungen bei Vorschulkindern und ihren Familien in Nürnberg. Zusätzlich werden zentrale Armutsdeterminanten untersucht. Befunde zum erhöhten Armutsausmaß von Kindern führen direkt zu Fragen nach möglichen Auswirkungen der Armutserfahrungen im frühen Kindesalter. Mit Hilfe von multivariater Analysen werden individuelle Einflussfaktoren der Gesundheit (z.B. Übergewicht, Sprachentwicklungsstörungen und intellektuelle Entwicklungsstörungen) und gesundheitsrelevanter Aspekte (Gesundheitsvorsorge und -verhalten) untersucht. Der Rolle der Armutsbetroffenheit wird dabei mit ihren möglichen negativen Folgen für die kindliche Gesundheit ein besonderer Schwerpunkt eingeräumt. Neben der Armutsbetroffenheit als individuelle Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen rückt zunehmend auch die räumliche Dimension von Armut in den Blickpunkt. US-amerikanische Studien zeigen, dass über den Effekt der individuellen Benachteiligung hinaus, die Sozialstruktur des Wohnumfeldes als Einflussgröße der kindlichen Entwicklung angesehen werden muss (sog. Nachbarschaftseffekte). Ob diese Ergebnisse auch auf Deutschland übertragen werden können, ist ein weiterer Schwerpunkt der Dissertation. Zur Erklärung kindlicher Gesundheit werden daher neben den individuellen Faktoren zusätzlich sozialstrukturelle Merkmale im Sinne eines sozialen Kontextes für Kinder einbezogen und mit Hilfe von Kontextanalysen auf ihre Einflusskraft überprüft. Datenbasis der empirischen Arbeit stellt die erste Welle des Nürnberger Kinderpanels dar, einer Langzeitstudie zur Lebenssituation und gesundheitlichen Lage von Einschülern in Nürnberg. Das Nürnberger Kinderpanel verknüpft Ergebnisse der medizinischen Einschulungsuntersuchung von Kindern mit Elternangaben zur ihrer Wohn-, Familien-, und Freizeitsituation." (Textauszug, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Wenzig, Claudia; -
Literaturhinweis
Kinderarmut: einführendes Handbuch für Forschung und soziale Praxis (2005)
Zander, Margherita;Zitatform
Zander, Margherita (Hrsg.) (2005): Kinderarmut. Einführendes Handbuch für Forschung und soziale Praxis. Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwissenschaften, 284 S.
Abstract
Die Publikation gibt einen Überblick über den europäischen Forschungsdiskurs zur Kinderarmut und stellt Forschungsergebnisse aus der Bundesrepublik Deutschland systematisch dar. Zudem werden Handlungsperspektiven in unterschiedlichen Bereichen Frühförderung, Gesundheitsförderung, Haushaltsführung, Bildung und soziale Arbeit aufgezeigt, wobei sich die Autoren an verschiedenen Dimensionen kindlicher Lebenslagen sowie an ihren Lebenswelten orientieren. (IAB)
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Literaturhinweis
Die sozioökonomischen Folgen eines einkommensabhängigen Kindergeldzuschlags: eine Mikrosimulation der 'Grünen Kindergrundsicherung' (2002)
Otto, Birgit;Zitatform
Otto, Birgit (2002): Die sozioökonomischen Folgen eines einkommensabhängigen Kindergeldzuschlags. Eine Mikrosimulation der 'Grünen Kindergrundsicherung'. (DIW-Diskussionspapiere 273), Berlin, 28 S.
Abstract
"Nach den Ergebnissen des ersten Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung ist das Armutsrisiko von Kindern unter 18 Jahren wesentlich höher als das anderer Altersgruppen. Um die überdurchschnittliche hohe Sozialhilfequote von Kindern zu senken, regten Bündnis 90/Die Grünen im Frühjahr 2001 die Einführung einer sogenannten Kindergrundsicherung (Grüne Kindergrundsicherung) an. Über einen einkommensabhängigen Kindergeldzuschlag von maximal 200 DM pro Kind soll das Existenzminimum von Kindern unter 18 Jahren abgesichert werden. Dieser Kindergeldzuschlag wird mit SOEP-Daten des Jahres 1999 simuliert, um die Zusammensetzung der potentiell anspruchsberechtigten Familien-Haushalte sowie das Ausmaß der Veränderung ihrer Einkommenslage durch die Grüne Kindergrundsicherung abzuschätzen. Die Ergebnisse zeigen, dass vor allem typische Risikogruppen wie Familien mit mehreren Kindern, allein Erziehendenhaushalte und Haushalte mit nicht-erwerbstätigen Personen einen Kindergeldzuschlag erhalten würden. In Westdeutschland ist die Anspruchsquote bei Familien mit Kindern im Kindergartenalter am höchsten; in Ostdeutschland dagegen in dieser Gruppe am niedrigsten. Obwohl die Armutsquote von Personen aus Haushalten mit Kindern durch diesen Kindergeldzuschlag sinkt, führt die Grüne Kindergrundsicherung - im Vergleich zu nicht-anspruchsberechtigten Familien mit Kindern im gleichen Alter - im Durchschnitt nur zu einer geringfügigen Verbesserung der individuellen Wohlfahrtsposition von Kindern. Dem Versuch, die Armut von Kindern unabhängig von den Ursachen der familiären Armut sowie von der Bedarfssituation der anderen Haushaltsmitglieder zu lindern oder zu bewältigen, sind letztendlich enge Grenzen gesetzt. Der zentrale Konflikt von Erziehenden, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren und somit familiäre Armut zu vermeiden, wird durch einen einkommensabhängigen Kindergeldzuschlag nicht gelöst oder verringert." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Armut und Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen: Ergebnisse der AWO-ISS-Studie (2001)
Holz, Gerda;Zitatform
Holz, Gerda (2001): Armut und Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen. Ergebnisse der AWO-ISS-Studie. In: Theorie und Praxis der sozialen Arbeit, Jg. 52, H. 1, S. 31-37.
Abstract
Armut bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist kein marginales Phänomen mehr. Ausgehend von den Defiziten der Armutsforschung befasst sich die Studie mit Armut bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland, wobei die Schwerpunkte dabei auf der Bedeutung und den Folgen von Armut bei Kindern und Jugendlichen liegen. Insbesondere wurde den Fragen nachgegangen, welchen Umfang Kinder- und Jugendarmut hat, wie die Struktur der Betroffenen ist, welche Erscheinungsformen und -folgen das Armutskonzept hat und wie häufig diese vorkommen, und welche Zukunftschancen und -perspektiven sich daraus ergeben. Außerdem wird das Thema Armutsbewältigung hinsichtlich des subjektiven Erlebens der Betroffenen, der Copingstrategien der Eltern, der Kinder und Jugendlichen, Rolle der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und des Sozialstaates, der Hilfeinstitutionen und des privaten Umfeldes behandelt. Neben einer Sekundäranalyse wurden Experteninterviews, Einrichtungsbefragung, Fallstudien und Klientendatenerhebungen durchgeführt. Insbesondere wurden Kinder im Vorschulalter befragt. Fazit: Armut bei Kindern und Jugendlichen beeinträchtigt die Human-Ressourcen der Gesellschaft, 'einer Gesellschaft, die ansonsten nicht müde wird zu betonen, dass ein rohstoffarmes Land gerade die Hauptressource, nämlich junge Menschen, bilden, fördern und motivieren soll und wird.' (IAB)
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Literaturhinweis
Kinderarmut in Deutschland: Ursachen, Erscheinungsformen und Gegenmaßnahmem (2000)
Butterwegge, Christoph; L'Hoest, Raphael; Ruiss, Dirk;Zitatform
(2000): Kinderarmut in Deutschland. Ursachen, Erscheinungsformen und Gegenmaßnahmem. Frankfurt am Main u.a.: Campus-Verl., 313 S.
Abstract
"In der Bundesrepublik wachsen um die Jahrtausendwende immer mehr Kinder und Jugendliche in Armut auf. Sie bilden mittlerweile die Altersgruppe, die am häufigsten und stärksten davon bedroht ist. Die Autorinnen und Autoren des Bandes thematisieren Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen dieses neuen Armutstypus aus einer interdisziplinären Perspektive und entwickeln Strategien zur Bekämpfung der Kinderarmut. Darüber hinaus wird die Thematik mit der allgmeinen Entwicklung des Sozialstaates verknüpft und im Kontext von Wiedervereinigung und Globalisierung diskutiert. Die einzelnen Beiträge zeichnen ein umfassendes Bild der Problemlagen und repräsentieren den aktuellen Stand der Diskussion über Kinderarmut." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Inhalt:
Birgit Fischer: Statt eines Vorwortes: Mit einer tief gespaltenen Gesellschaft ins 3. Jahrtausend?!;
Christoph Butterwegge: Armutsforschung, Kinderarmut und Familienfundamentalismus;
Gunter E. Zimmermann: Ansätze zur Operationalisierung von Armut und Unterversorgung im Kindes- und Jugendalter;
H. Gerhard Beisenherz: Kinderarmut global und lokal: Armut als Exklusionsrisiko;
Bestandsaufnahme der (Kinder-)Armut: Fallstudien und Resultate empirischer Untersuchungen;
Magdalena Joos: Wohlfahrtsentwicklung von Kindern in den neuen und alten Bundesländern;
Volker Offermann: Kinderarmut als Ausdruck sozialer Heterogenisierung in den östlichen Bundesländern: das Beispiel Brandenburg;
Doris Rentzsch: Kinder in der Sozialhilfe;
Ursula Boos-Nünning: Armut von Kindern aus Zuwandererfamilien;
Ronald Lutz: Straßenkinder : mediales Ereignis oder reales Phänomen?
Wohlfahrtsstaat im Wandel: Entstehungsursachen, Folgen und Umgang mit der Kinderarmut;
Werner Schönig: Langzeitarbeitslosigkeit und Kinderarmut;
Walter Hanesch: Armut als Herausforderung für den Sozialstaat;
Gerhard Bäcker: Armut und Unterversorgung im Kindesund Jugendalter : Defizite der sozialen Sicherung;
Helgard Andrä: Begleiterscheinungen und psychosoziale Folgen von Kinderarmut: Möglichkeiten pädagogischer Intervention;
Margherita Zander: (Kinder-)Armut als Handlungsauftrag für die Soziale Arbeit
