Arbeitszeit: Verlängern? Verkürzen? Flexibilisieren?
Verkürzung, Verlängerung oder Flexibilisierung der Arbeitszeit stehen immer wieder im Zentrum der Debatten. Was wünschen sich Unternehmen und Beschäftigte? Wie kann Arbeitszeitpolitik die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Sicherung vorhandener Arbeitsplätze unterstützen?
Dieses Themendossier bietet Publikationen zur Entwicklung der Arbeitszeiten in Deutschland auch im internationalen Vergleich, zur betrieblichen Gestaltung der Arbeitszeit und zu den Arbeitszeitwünschen der Beschäftigten.
Publikationen zur kontroversen Debatte um die Einführung der Vier-Tage-Woche finden Sie in unserem Themendossier Vier-Tage-Woche – Arbeitszeitmodell der Zukunft?
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Literaturhinweis
Steuerfreie Überstundenzuschläge: Geringe Entlastung, problematische Verteilungswirkungen (2025)
Lübker, Malte;Zitatform
Lübker, Malte (2025): Steuerfreie Überstundenzuschläge: Geringe Entlastung, problematische Verteilungswirkungen. In: Wirtschaftsdienst, Jg. 105, H. 12, S. 894-901. DOI:10.2478/wd-2025-0228
Abstract
"By exempting overtime supplements from income tax, the coalition government aims to provide financial relief for workers and to incentives for overtime work. However, the planned reform is likely to fail on both counts: Only a tiny minority would benefit from the new exemption, and free-rider effects are likely to dominate. An analysis of the Earnings Survey shows that 95 percent of the relief would accrue to workers in the upper half of the wage distribution. Furthermore, the planned change leads to indirect discrimination against women, as the overtime they work is significantly less likely to qualify for the new tax privilege than is the case for men." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Steuerliche Freistellung von Überstundenzuschlägen: Geringe Entlastung und problematische Verteilungswirkungen (2025)
Lübker, Malte;Zitatform
Lübker, Malte (2025): Steuerliche Freistellung von Überstundenzuschlägen. Geringe Entlastung und problematische Verteilungswirkungen. (WSI Policy Brief / Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut 93), Düsseldorf, 22 S.
Abstract
"Ziel des vorliegenden Policy Briefs ist es, eine Reihe bisher offener Fragen zu beantworten: Wie viele Beschäftigten leisten bezahlte Überstunden, wie viele Menschen würden von dem neuen Steuerprivileg profitieren? Und wie hoch sind die ausbezahlten Überstundenzuschläge, die unter die Steuerbefreiung fallen würden? Daraus lassen sich - wenn auch nur näherungsweise - die steuerliche Entlastung der Beschäftigten und der Einnahmeausfall für die öffentliche Hand ableiten. Um die Verteilungswirkungen einzuordnen, differenziert die Analyse nach Beschäftigtenmerkmalen wie dem Geschlecht und der Verdiensthöhe. Der Policy Brief ist wie folgt gegliedert: Abschnitt 2 fasst kurz zusammen, was die verfügbaren Datenquellen zur Verbreitung von Überstunden und zur Höhe der Überstundenzuschläge aussagen. Abschnitt 3 stellt die verwendete Datenquelle, die Verdiensterhebung (VE), vor und erläutert das methodische Vorgehen sowie die Annahmen, die zur Modellierung der steuerlichen Freistellung von Überstundenzuschlägen getroffen werden. Abschnitt 4 stellt die Ergebnisse vor und Abschnitt 5 zieht ein kurzes Fazit." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Lange Arbeitszeiten und Verdienste in Deutschland (2025)
Zitatform
Ohlert, Clemens & Jan Leiße (2025): Lange Arbeitszeiten und Verdienste in Deutschland. (baua: Preprint / Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin), Dortmund, 17 S. DOI:10.21934/baua:preprint20250815
Abstract
"Dieser Beitrag untersucht, bei welchen Beschäftigten lange bezahlte Arbeitszeiten von mehr als 41 Stunden pro Woche auftreten, wie hoch die Verdienste dieser Beschäftigten sind und wodurch sich deren, im Vergleich zu Beschäftigten in normaler Vollzeit, geringere Verdienste erklären lassen. Rund fünf Prozent der Beschäftigten weisen anhand der Verdienststrukturerhebung 2018 lange bezahlte Arbeitszeiten auf. Im Durchschnitt leisten diese rund 3 bezahlte Überstunden je Woche. Vor allem Männer mit mittlerem Qualifikationsniveau und Beschäftigte in einzelnen Berufsgruppen, wie insbesondere Kraftfahrzeugführer:innen oder Beschäftigte in der Landwirtschaft, sind überproportional von langen bezahlten Arbeitszeiten betroffen. Beschäftigte mit langen Arbeitszeiten weisen 18 Prozent niedrigere Stundenlöhne und 5 Prozent geringere monatliche Verdienste auf als Beschäftigte in normaler Vollzeit. Dies lässt sich in hohem Maß, aber nicht vollständig, durch deren ausgeübte Berufe, deren Stellung im Beruf und durch deren berufliche Bildung erklären." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Die Bereitschaft zu längeren Arbeitszeiten ist hoch - wenn die Bedingungen stimmen (2025)
Schäfer, Holger; Stettes, Oliver;Zitatform
Schäfer, Holger & Oliver Stettes (2025): Die Bereitschaft zu längeren Arbeitszeiten ist hoch - wenn die Bedingungen stimmen. (IW-Kurzberichte / Institut der Deutschen Wirtschaft Köln 2025,79), Köln, 3 S.
Abstract
"Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung, dass Beschäftigte in Deutschland eher eine Verkürzung ihrer Arbeitszeit anstreben, ergeben Befunde aus der IWBeschäftigtenbefragung, dass sich eine Mehrheit von 77 Prozent eine Verlängerung ihrer Arbeitszeit vorstellen kann - wenn die Voraussetzungen gegeben sind." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Mehr Anreize, mehr Flexibilität, mehr Arbeit? Wie Beschäftigte auf die Pläne der neuen Bundesregierung reagieren würden (2025)
Zitatform
Stegmaier, Jens, Jonas Aljoscha Weik, Bernd Fitzenberger & Enzo Weber (2025): Mehr Anreize, mehr Flexibilität, mehr Arbeit? Wie Beschäftigte auf die Pläne der neuen Bundesregierung reagieren würden. In: IAB-Forum H. 17.06.2025 Nürnberg, 2025-06-17. DOI:10.48720/IAB.FOO.20250617.01
Abstract
"Die Bundesregierung möchte im Sinne der Fachkräftesicherung mehr Flexibilität bei der Höchstarbeitszeit, steuerliche Entlastungen bei Mehrarbeit und Anreize zur Ausweitung von Teilzeit schaffen. Aktuelle Befragungsergebnisse des IAB geben Aufschluss darüber, wie Beschäftigte diese Vorhaben bewerten und ob diese die arbeitsmarktpolitisch beabsichtigte Wirkung entfalten können. Etwa ein Drittel der Beschäftigten ist bereit, mehr als zehn Stunden an einzelnen Tagen zu arbeiten. Finanzielle Anreize für Mehrarbeit und für eine Ausweitung von Teilzeit sprechen besonders jüngere Beschäftigte an." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Eltern im Homeoffice arbeiten im Durchschnitt länger (2025)
Zitatform
Steinberg, Hannah Sinja & Sandra Dummert (2025): Eltern im Homeoffice arbeiten im Durchschnitt länger. In: IAB-Forum H. 17.11.2025. DOI:10.48720/IAB.FOO.20251117.01
Abstract
"Mit der zunehmenden Verbreitung mobiler Arbeitsformen rückt Homeoffice verstärkt in den Fokus familien- und arbeitsmarktpolitischer Debatten. Es gilt als ein Instrument, das die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit verbessern kann. So sind insbesondere Mütter mit Kindern im betreuungsbedürftigen Alter häufiger in größerem Umfang erwerbstätig, wenn ihnen die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten offensteht. Gleichzeitig arbeiten diese Mütter öfter über ihre vertragliche Arbeitszeit hinaus." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Die Arbeitszeitunterschiede zwischen Frauen und Männern verringern sich nur langsam (Serie "Equal Pay Day 2025") (2025)
Zitatform
Wanger, Susanne (2025): Die Arbeitszeitunterschiede zwischen Frauen und Männern verringern sich nur langsam (Serie "Equal Pay Day 2025"). In: IAB-Forum H. 18.03.2025. DOI:10.48720/IAB.FOO.20250318.01
Abstract
"Die Zahl der von berufstätigen Frauen jährlich geleisteten Arbeitsstunden liegt im Schnitt 24 Prozent unter der der Männer. Sie ist damit nur 4 Prozentpunkte niedriger als vor 25 Jahren. Hauptgrund sind die über den gesamten Erwerbsverlauf hinweg deutlich höheren Teilzeitquoten von Frauen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Mehr Arbeit, weniger Gleichheit? Bei den geplanten Steuervergünstigungen stellen sich gleichstellungspolitische Fragen (2025)
Zitatform
Weik, Jonas Aljoscha, Enzo Weber, Susanne Wanger & Yvonne Lott (2025): Mehr Arbeit, weniger Gleichheit? Bei den geplanten Steuervergünstigungen stellen sich gleichstellungspolitische Fragen. In: IAB-Forum H. 24.10.2025. DOI:10.48720/IAB.FOO.20251024.01
Abstract
"Die Bundesregierung beabsichtigt, Maßnahmen zur Verlängerung der Erwerbsarbeitszeit umzusetzen. Geplant sind die Abschaffung der täglichen zugunsten einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit, steuerliche Entlastungen für Überstundenzuschläge und Anreize zur Erweiterung der Arbeitszeit von Teilzeitbeschäftigten. Zu der Frage, wie Erwerbstätige diese geplanten Maßnahmen bewerten, hat das IAB im Juli 2025 erste Ergebnisse veröffentlicht. Weitere Auswertungen nach Geschlecht und Elternschaft weisen darauf hin, dass die Reformvorhaben zwar in Teilen das Arbeitsangebot erhöhen, jedoch auch geschlechtsspezifische Unterschiede verstärken könnten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Carpe diem – eine ökonomische Perspektive: Von verpflichtendem Ehrenamt bis zur verlängerten Lebensarbeitszeit – Zeit als ein gesellschaftlicher Druckpunkt (2025)
Wolter, Marc Ingo;Zitatform
Wolter, Marc Ingo (2025): Carpe diem – eine ökonomische Perspektive. Von verpflichtendem Ehrenamt bis zur verlängerten Lebensarbeitszeit – Zeit als ein gesellschaftlicher Druckpunkt. (GWS-Kurzmitteilung / Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung 2025,08), Osnabrück, 23 S.
Abstract
"In das Modell INFORGE werden die Ergebnisse der Zeitverwendungserhebung des Statistischen Bundesamtes integriert und erste Projektionen für die Jahre bis 2030 vorgenommen. Dabei ergibt das Modellexperiment: Es gibt kein Quidproquo: Werden Nicht-Erwerbstätige zu Erwerbstätigen, braucht es weitere Erwerbstätige, die die wegfallende Haushalts- und Betreuungszeiten der Nicht-Erwerbstätigen kompensieren. Das gilt sowohl für die Betreuung von Kindern (so auch Zika et al. 2024) als auch von Älteren. Es zeigen sich Konfliktfelder: Die steigende Arbeitszeit trifft mit steigenden Betreuungszeiten und steigender Nachfrage nach Freizeit zusammen. Diese Trends werden nicht gleichgerichtet weiterlaufen können. Widersprüche: Die Förderung von Freizeitaktivitäten (Sport, Gaming, Tourismus) bei der gleichzeitigen Förderung von Erwerbstätigkeit könnten zu entgegengesetzten Wirkungen führen. Mehr Erwerbstätigkeit ist mit weniger Zeit für Hobby und Sport verbunden und umgekehrt. Lohnsteigerungen vielleicht keine Lösung: Steigende Löhne stehen in der Regel für eine steigende Erwerbsneigung und längere Arbeitszeiten. Für einige Erwerbstätige mag aber genau das Gegenteilige eintreten: Work-Life-Balance mag bei Personen mit hohen Einkommen eher zu mehr Freizeit führen. Mehr Arbeit, weniger Konsum? In der Regel gilt: mehr Arbeit, mehr Lohneinkommen, mehr Konsum. Das muss so nicht sein: Höhere Erwerbsneigung und höhere Arbeitszeiten vermindern die freie Zeit: Fast 50 % der Tageszeit ist durch Regeneration gebunden, d. h. höhere Arbeitszeit geht nahezu vollständig zulasten der Freizeitaktivitäten. Für Freizeitdienstleistungen mag die Zeit dann fehlen. Weniger Bildungszeit: Bildung (Schule, Hochschulen, Weiterbildung) liegt vor allem im Zeitbudget der Kinder, deren Zahl deutlich schrumpft. Die Folge ist, dass die durchschnittliche Bildungszeit stärker schrumpft als die Bevölkerung. Nur Weiterbildung der Erwerbstätigen kann diese Entwicklung zeitmäßig kompensieren. Demografischer Wandel erhöht den Zeitdruck: Die demografische Entwicklung ist der Treiber: Die Aktivitäten Arbeit, Bildung sowie Haushalt & Betreuung zeigen das. Politik kann helfen: Bürokratieabbau mit dem Ziel, Arbeitsprozesse für die eigenen Angestellten, für Bürger:innen sowie Unternehmen zu vermeiden und Zeit zu sparen Man kann selbst was tun: Sowohl Unternehmen und Haushalte helfen sich, wenn Arbeitsprozesse oder häusliche Routinen geprüft werden. Bei den privaten Haushalten ist dies bereits sichtbar: Lieferdienste jeder Art nehmen zu. Ob die Arbeitsbedingungen der dort Arbeitenden gut sind und ob damit aus einer gesellschaftlichen Sicht Zeit gespart wird, bleibt aber hier offen. Was kann noch helfen? Wie immer ist auch hier die Digitalisierung ein Mittel der Wahl. Kein Anstehen, kein Ausfüllen, kein Abheften und automatische Prüfungssysteme sparen Zeit. Hinzukommen kann Professionalisierung: Selbermachen ist für Staat, Unternehmen und Haushalte nicht immer zeitschonend. Das ist nur ein erster Blick. Die Gruppen der Erwerbstätigen (z. B. Frauen und Männer) und der Nicht-Erwerbstätigen (Ruhestand, Arbeitslosigkeit und übrige) würden den Blick weiten. Zudem bedarf es einer Verbesserung der Datenbasis, die allein mit der Erhebung der Zeitverwendung des Statistischen Bundesamtes (alle zehn Jahre) in turbulenten Zeiten zu wenig Beobachtung ergibt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Wöchentliche Arbeitszeiten: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit (2025)
Zitatform
(2025): Wöchentliche Arbeitszeiten. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit. (Kompakt : DGB-Index Gute Arbeit 2025,05), Berlin, 12 S.
Abstract
"Abhängig Beschäftigte in Deutschland weisen sehr unterschiedliche Wochenarbeitszeiten auf. Es gibt eine große Vielfalt von Arbeitszeitmodellen in der Spannbreite von kurzer Teilzeit- bis zu überlanger Vollzeitarbeit. Den größten Anteil machen Beschäftigte mit einer Vollzeitbeschäftigung im Umfang von 35 bis 40 Stunden pro Woche aus. In der repräsentativen Befragung mit dem DGB-Index Gute Arbeit 2025 gaben mehr als 4.000 Arbeitnehmer*innen Auskunft darüber, wie lange sie arbeiten und welche Arbeitszeiten am besten zu ihrer aktuellen Lebenssituation passen würden. Im Ergebnis zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zwischen den Wünschen und der Wirklichkeit. Mehr als die Hälfte der Befragten würde die eigene Arbeitszeit gerne verkürzen. Den größten Bedarf an einer Verkürzung haben Beschäftigte mit sehr langen Arbeitszeiten. Sieben Prozent der Beschäftigten – vor allem Teilzeitkräfte – möchten länger arbeiten. Bei 40 Prozent stimmen die tatsächliche und die gewünschte Arbeitszeit überein. Häufigstes Hindernis für eine größere Selbstbestimmung der Beschäftigten über ihre (Arbeits-)Zeit sind starre betriebliche Strukturen, starke Arbeitsbelastungen sowie finanzielle Gründe. Eine Erhöhung der Arbeitszeit scheitert oft auch an der Ablehnung durch den Arbeitgeber. Trotz steigender Erwerbstätigkeit von Frauen in den vergangenen Jahren bleibt eine deutliche Geschlechterdifferenz: Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Frauen ist 7,6 Stunden kürzer als die von Männern. Ein wichtiger Grund: Erwerbstätige Frauen tragen deutlich häufiger die Hauptverantwortung für Sorgearbeiten wie Kinderbetreuung, Hausarbeit oder die Pflege von Angehörigen. Um diese Anforderungen bewältigen zu können, arbeiten Frauen deutlich häufiger in Teilzeit als Männer." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Finanzielle Anreize für Ausweitung der Erwerbsarbeit: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten … und der Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN (2025)
Zitatform
(2025): Finanzielle Anreize für Ausweitung der Erwerbsarbeit. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten … und der Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN. (Verhandlungen des Deutschen Bundestages. Drucksachen 21/755 (04.07.2025)), Berlin, 20 S.
Abstract
"Vorbemerkung der Fragesteller: Die Bundesregierung beabsichtigt im Rahmen ihres Koalitionsvertrages zwischen CDU/CSU und SPD 2025, Überstundenzuschläge für Vollzeitbeschäftigte steuerfrei zu stellen. Ziel dieser Maßnahme ist es, die finanzielle Attraktivität von Mehrarbeit zu erhöhen und damit dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken(...) Die geplante Steuerbefreiung betrifft ausschließlich Überstunden von Vollzeitbeschäftigten. Das bedeutet, dass vor allem Männer in Vollzeit davon profitieren würden, weil die Mehrheit der Teilzeitbeschäftigten – vor allem Frauen – von dieser Maßnahme ausgeschlossen bleibt. (...) Die Steuerbefreiung für Überstundenzuschläge könnte die strukturellen Ungleichheiten zwischen Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigten sowie zwischen den Geschlechtern weiter verstärken. Frauen, die überwiegend in Teilzeit arbeiten und aufgrund familiärer Sorgearbeit eine geringere Erwerbsarbeitszeit leisten, sind im Vergleich zu ihren männlichen Vollzeitkollegen benachteiligt. Es ist zu befürchten, dass eine Maßnahme, die primär Vollzeitbeschäftigte entlastet, bestehende geschlechterspezifische Ungleichheiten und die ungleiche Verteilung von unbezahlter Arbeit weiter zementiert: (...) Des Weiteren könnte die Steuerbefreiung in besonders überlasteten Branchen wie der Pflege zu einer noch stärkeren Arbeitsbelastung der Beschäftigten führen. Diese Berufsgruppen sind ohnehin schon durch eine hohe Anzahl an Überstunden und durch einen Mangel an Fachkräften geprägt." (Textauszug, Dokumentations- und Informationssystem Bundestag und Bundesrat - DIP)
Weiterführende Informationen
Dokumentation des zugehörigen parlamentarischen Vorgangs -
Literaturhinweis
4-Tage-Woche - Modell für die Arbeitswelt der Zukunft?: „4-Tage-Woche“ ist nicht gleich „4-Tage-Woche“ (2024)
Altun, Ufuk;Zitatform
Altun, Ufuk (2024): 4-Tage-Woche - Modell für die Arbeitswelt der Zukunft? „4-Tage-Woche“ ist nicht gleich „4-Tage-Woche“. In: Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, Jg. 73, H. 2, S. 114-124. DOI:10.1515/zfwp-2024-2012
Abstract
"The debate about the “4-day week ” has increased and now occupies a large part of company, economic and labour policy discussions. It is noticeable that various working time models are being discussed under the term “4-day week”, in which the weekly working time is spread over four days instead of five, or the weekly working time is reduced, and employees therefore work one day less per week. The aim of this article is to inform readers about the challenges and fields of action relating to the “4-day week” and to provide arguments and approaches for objectifying the discussions within and outside the company." (Author's abstract, IAB-Doku, © De Gruyter) ((en))
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Literaturhinweis
Arbeitszeitgestaltung in Wissenschaft und Praxis (2024)
Arlinghaus, Anna;Zitatform
Arlinghaus, Anna (2024): Arbeitszeitgestaltung in Wissenschaft und Praxis. In: Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, Jg. 78, H. 4, S. 436-446. DOI:10.1007/s41449-024-00447-0
Abstract
"Dieser Beitrag behandelt die Auswirkungen der Arbeitszeitgestaltung auf Gesundheit, Sicherheit und Work-Life-Balance der Beschäftigten und fasst Erkenntnisse aus über 100 Jahren Forschung zusammen. So erhöhen lange Arbeitszeiten das Unfallrisiko erheblich und führen zu chronischer Ermüdung sowie gesundheitlichen Problemen wie Schlaganfall und Herzkrankheiten. Arbeit zu biologisch ungünstigen Zeiten, etwa nachts, stört den Biorhythmus und führt zu Leistungsabfall, Müdigkeit und einem höheren Unfallrisiko. Gesetzlich vorgeschriebene Mindestruhezeiten von 11 Stunden reichen dabei oft nicht aus, um die notwendige Erholung sicherzustellen. Regelmäßige Pausen während der Arbeit sind entscheidend zur Reduzierung von Ermüdung und Unfällen. Unregelmäßige und atypische Arbeitszeiten, wie Abend- und Wochenendarbeit, beeinträchtigen darüber hinaus und in Kombination das soziale Leben und das Wohlbefinden. Anschließend werden Empfehlungen für die praktische Umsetzung im Sinne einer ergonomischen Arbeitszeitgestaltung formuliert: Schichtpläne sollten ergonomisch gestaltet sein, etwa durch kurze Nachtschichtzyklen und ausreichend lange Erholungszeiten. Eine flexible Arbeitszeitgestaltung kann die Work-Life-Balance verbessern, muss jedoch gut geplant werden. Dies unterstreicht die Bedeutung einer wissenschaftlich fundierten Arbeitszeitgestaltung für die Gesundheit der Beschäftigten und den langfristigen Erhalt der Arbeitsfähigkeit" (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
The efficiency scope of work from home: A multidimensional approach and the significance of real estate (2024)
Bachtal, Yassien Nico;Zitatform
Bachtal, Yassien Nico (2024): The efficiency scope of work from home: A multidimensional approach and the significance of real estate. (Publications of Darmstadt Technical University, Institute for Business Studies (BWL) 144916), Darmstadt: Darmstadt Technical University, Department of Business Administration, Economics and Law, Institute for Business Studies (BWL), 176 S.
Abstract
"Die Arbeitswelten und insbesondere die physische Organisation der Arbeit befinden sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Ursächlich für diesen Transformationsprozess sind technologische Innovationen, organisatorische Veränderungen und die zunehmende Pluralisierung der Anforderungen von Arbeitnehmenden. Auch wenn dieser Transformationsprozess der physischen Organisation der Arbeit schon vor einigen Jahren eingesetzt hat, hat die COVID-19 Pandemie die Transformationsgeschwindigkeit signifikant erhöht. Work from Home, als eine Maßnahme zur Eindämmung der COVID-19 Pandemie, ermöglichte es Büroarbeitenden weltweit Erfahrungen mit der Arbeit zu Hause zu sammeln. Work from Home beschreibt dabei das regelmäßige Arbeiten von zu Hause, das durch die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglicht wird. Arbeitnehmende haben dadurch den direkten Vergleich zwischen dem Arbeiten im Büro und dem Work from Home und wägen ihren Arbeitsort in Abhängigkeit der Arbeitstätigkeiten zielgerichteter ab. Die flächendeckende Einführung von Work from Home beeinflusst das Leben und Arbeiten auf mehreren Ebenen. Auf individueller Ebene stellt sich die Frage, welche Arbeitnehmenden grundsätzlich für das Work from Home geeignet sind. Auf der Ebene der Arbeitsumwelt fehlt es an Erkenntnissen, inwiefern Work from Home einen Einfluss auf die digitale Ausstattung von Wohnimmobilien hat. Weiterhin bleibt offen, wie sich das Zusammenspiel aus den Arbeitnehmenden (person) und der Arbeitsumwelt (environment) im Work from Home auf den individuellen Arbeitserfolg (fit) auswirkt. Diesen Forschungsfragen geht die vorliegende Dissertation mithilfe von insgesamt fünf Forschungsartikeln nach. Der erste Artikel ordnet Work from Home in eine hybride Arbeitswelt ein und nutzt dazu einen internationalen Vergleich zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland. Hybrides Arbeiten definiert sich über die Verteilung der Arbeitszeit auf das Büro, das Work from Home und dritte Arbeitsorte und beschreibt eine Kombination dieser Arbeitsorte. Der Artikel zeigt, dass WFH in einer hybriden Arbeitswelt für viele Arbeitnehmende einen hohen Stellenwert einnimmt. Während die Arbeitszeit im Büro mit rund einem Drittel in beiden Ländern nahezu identisch ist, zeigt sich, dass vor allem dritte Arbeitsorte (z. B. Coworking Spaces) für Arbeitnehmende in den Vereinigten Staaten einen höheren Stellenwert als in Deutschland einnehmen. Der Artikel zeigt, dass diese Divergenz vor allem kulturell begründet ist. In der Summe zeigt dieser Artikel, dass Arbeitnehmende dem WFH in einer hybriden Arbeitswelt international einen hohen Stellenwert einräumen. Der zweite Artikel greift den hohen Stellenwert des Work from Home in einer hybriden Arbeitswelt auf und untersucht in einer Vorstudie, welche Aspekte erfolgreiches Arbeiten zu Hause ermöglichen. Die Ergebnisse des Artikels zeigen, dass korrelative Zusammenhänge zwischen räumlichen, personenbezogenen und arbeitsbezogenen Merkmalen auf der einen Seite und der Zufriedenheit und Produktivität auf der anderen Seite existieren. Konsequenterweise ist erfolgreiches Arbeiten zu Hause nur durch positive Voraussetzungen aller drei Dimensionen möglich. Dieser Artikel gibt einen ersten Hinweis darauf, dass tatsächlich nur rund 25 % der Arbeitnehmenden, die die Möglichkeit haben von zu Hause zu arbeiten, dort auch erfolgreich sind. Im dritten Forschungsartikel werden die Ergebnisse aus der zweiten Studie aufgegriffen. So ist das Ziel, diese 25 % der erfolgreich von zu Hause arbeitenden Arbeitnehmenden, näher zu betrachten. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass insbesondere berufserfahrenere Arbeitnehmende, die in gut ausgestatteten Wohnimmobilien leben und eine hohe Arbeitsautonomie haben im Work from Home erfolgreich arbeiten können. Weniger erfolgreich im Work from Home sind vor allem Berufseinsteiger, die häufig in Immobilien wohnen, die nicht für das Work from Home geeignet sind. Der vierte Artikel widmet sich konkret der Frage, welchen Einfluss die immobilienwirtschaftlichen Merkmale auf die Zufriedenheit und die Produktivität im Work from Home haben. Des Weiteren wird die relative Bedeutung der immobilienwirtschaftlichen Merkmale im Verhältnis zu arbeitsbezogenen und sozial-psychologischen Merkmalen gesetzt. Es zeigt sich, dass die immobilienwirtschaftlichen Merkmale im Work from Home einen hohen Einfluss auf die Zufriedenheit und die Produktivität haben. Im Vergleich zu arbeitsbezogenen und sozial-psychologischen Merkmalen haben die immobilienwirtschaftlichen Merkmale sogar die größte Bedeutung. Der fünfte Forschungsartikel untersucht, welche Aspekte die Kaufabsicht von Smart Homes beeinflussen und welche Rolle die gestiegene Technikaffinität, ausgelöst durch die COVID-19 Pandemie und insbesondere durch Work from Home, einnimmt. Die Kaufabsicht von Smart Homes wird vor allem durch das soziale Umfeld begünstigt. Die Ergebnisse machen aber auch deutlich, dass die gestiegene Technikaffinität die Einstellung gegenüber solchen Wohnimmobilien verbessert, was wiederum zu einer höheren Kaufabsicht führt. Mit diesen Erkenntnissen erweitert die vorliegende Dissertation die Forschung rund um das Thema Work from Home. Work from Home bietet sowohl für die Unternehmen als auch für die Gesellschaft Potentiale. Gleichzeitig zeigt die Dissertation auch Risiken, die mit dem Arbeiten von zu Hause verbunden sind. Nur durch die individuelle Betrachtung der Workforce einer Organisation und durch die Kombination des Büros, Work from Home und dritte Arbeitsorte lassen sich diese Potentiale realisieren. Die Dissertation bietet eine theoretisch-konzeptionelle Einordnung in den aktuellen Stand der Forschung und liefert mit den Ergebnissen Implikationen für die Praxis, um den Herausforderungen im Transformationsprozess der physischen Organisation der Arbeit gerecht zu werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Variable Pay and Work Hours: Does Performance Pay Reduce the Gender Time Gap? (2024)
Zitatform
Baktash, Mehrzad B., John S. Heywood & Uwe Jirjahn (2024): Variable Pay and Work Hours: Does Performance Pay Reduce the Gender Time Gap? (GLO discussion paper / Global Labor Organization 1450), Essen, 32 S.
Abstract
"Using German survey data, we show that performance pay is associated with a substantially lower gender hours gap. While performance pay increases the work hours of both men and women, the increase is much larger for women than for men. This finding persists in worker fixed effects estimates. We argue our finding likely reflects differences in household production and specialization by gender. Thus, we show that performance pay is not associated with increased hours for men with children in the household. Yet, performance pay is associated with a very large increase in hours for women with children in the household." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Employees' perceptions of co-workers' internal promotion penalties: the role of gender, parenthood and part-time (2024)
Zitatform
Brüggemann, Ole (2024): Employees' perceptions of co-workers' internal promotion penalties: the role of gender, parenthood and part-time. In: European Societies, Jg. 26, H. 3, S. 773-801. DOI:10.1080/14616696.2023.2270049
Abstract
"Much research has focused on penalties by gender, parenthood and part-time work for hiring processes or wages, but their role for promotions is less clear. This study analyzes perceived chances for internal promotion, using a factorial survey design. Employees in 540 larger German (>100 employees) firms were asked to rate the likelihood of internal promotion for vignettes describing fictitious co-workers who varied in terms of gender, parenthood, working hours as well as age, earnings, qualification, tenure and job performance. Results show that promotion chances are perceived as significantly lower for co-workers who are women (gender penalty), mothers (motherhood penalty) and part-time workers (part-time penalty). Fathers and childless men (co-workers) are not evaluated differently (no fatherhood premium or penalty), and neither does part-time employment seem to be perceived as a double penalty for male co-workers. All three perceived promotion penalties are more pronounced among female employees, mothers and part-time employees. These findings show that employees perceive differential promotion chances for co-workers which indicate actual differences due to discrimination, selective applications or structural dead-ends. Either way, perceived promotion penalties are likely consequential in guiding employee's application behavior and hence can contribute to the persistence of vertical gender segregation in the labor market." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
How to Enhance Time Wealth? Insights from Changes in Time Use and Working Conditions During the COVID-19 Lockdown in Germany (2024)
Zitatform
Gerold, Stefanie, Johannes Buhl & Sonja M. Geiger (2024): How to Enhance Time Wealth? Insights from Changes in Time Use and Working Conditions During the COVID-19 Lockdown in Germany. In: Social indicators research, Jg. 171, H. 1, S. 349-371. DOI:10.1007/s11205-023-03252-0
Abstract
"This paper investigates the changes in time use, working conditions and subjective time wealth during the COVID-19 pandemic in Germany. Our analysis draws on panel data collected before and during the first lockdown among 786 employees. It employs a recently developed scale on time wealth which has been suggested as a comprehensive measure to capture the subjective experience of time. We provide separate analyses according to gender and essential occupation. First-difference regressions are applied to examine how changes in time use and changes in working conditions during the lockdown affected subjective time wealth. Our results show a general growth in time wealth during the lockdown which is, among other factors, driven by a decline in work hours and an increase in sleep duration. We also find positive effects on time wealth from decreased time pressure at work, more autonomy in organising one’s working day, and an improved reconciliation of work and private life. This study contributes to existing research by identifying key aspects how to improve time wealth among employees." (Author's abstract, IAB-Doku, © Springer-Verlag) ((en))
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Literaturhinweis
Spannungsfeld Vereinbarkeit: Arbeitszeit- und Jobpräferenzen von Menschen mit Sorgeverantwortung (2024)
Jansen, Andreas; Zink, Lena; Kümmerling, Angelika;Zitatform
Jansen, Andreas, Angelika Kümmerling & Lena Zink (2024): Spannungsfeld Vereinbarkeit. Arbeitszeit- und Jobpräferenzen von Menschen mit Sorgeverantwortung. Gütersloh, 72 S. DOI:10.11586/2024147
Abstract
"Die vorliegende Studie „Spannungsfeld Vereinbarkeit: Arbeitszeit- und Jobpräferenzen von Menschen mit Sorgeverantwortung“ ist der erste Teil einer dreiteiligen Veröffentlichungsreihe im Rahmen des Projekts „Spannungsfeld Vereinbarkeit: Onlinebefragung zur Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit im Paarkontext“, das das Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen im Zeitraum von Juli 2023 bis Juni 2024 im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat. Ziel der Untersuchung war es, die bestehenden Erwerbsmuster und deren Gründe sowie die etwaigen Aushandlungsprozesse von Männern und Frauen, insbesondere von Frauen mit Sorgeverpflichtungen, besser zu verstehen, um dadurch Handlungsempfehlungen abzuleiten, die die Erwerbsbeteiligung von Frauen und ggf. eine Umverteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit fördern. Zwar bezog die Befragung Personen in allen Lebensformen mit ein, aufgrund der vorhandenen Fallzahlen konzentrieren sich die Analysen jedoch auf Männer und Frauen in heterosexuellen Paarbeziehungen. Die Datenerhebung erfolgte als Onlinebefragung über ein Online-Access-Panel, mit deren Durchführung ein renommierter kommerzieller Datendienstleister beauftragt wurde. Die Befragung fand zwischen dem 19.12.2023 und dem 19.01.2024 statt. Insgesamt wurden 2.098 Personen als sogenannte Ankerpersonen befragt, für 425 Paarhaushalte liegen zudem Informationen aus Sicht beider Partner:innen vor. Befragt wurden Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren, unabhängig von ihrem Geschlecht, Familienstand und Erwerbsstatus. Der Fragebogen enthielt eine Kombination aus Fragen zu Einstellungen, Überzeugungen und Verhalten, aber auch zur subjektiven Einschätzung z.B. der (paarinternen) Aufgabenverteilung, zur Zufriedenheit und zum Gerechtigkeitsempfinden. Abgerundet wurde der Fragebogen neben demographischen Angaben durch Fragen zur Erwerbstätigkeit und zur Arbeitsplatzsituation sowie Fragen zur subjektiven Einschätzung von Instrumenten, die Vereinbarkeit ermöglichen oder ermöglicht hätten. Ein innovatives Feature des Fragebogens stellen Vignetten zur Einschätzung der Attraktivität von Stellenanzeigen und zur Verteilung von Elternzeiten auf Paare dar" (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Arbeitszeiten und Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Sozialen Arbeit: Ein quantitativer Vergleich mit Beschäftigten in frühkindlicher Bildung, Schule und Pflege (2024)
Zitatform
Kahl, Yvonne & Jürgen Bauknecht (2024): Arbeitszeiten und Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Sozialen Arbeit. Ein quantitativer Vergleich mit Beschäftigten in frühkindlicher Bildung, Schule und Pflege. In: Soziale Passagen, Jg. 16, H. 2, S. 329-349. DOI:10.1007/s12592-024-00516-5
Abstract
"Die Berufsgruppe der Sozialen Arbeit wird auf Basis der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 im Vergleich mit anderen Berufen hinsichtlich Umfang und Lage der Arbeitszeiten (abends/nachts, samstags, sonntags), geforderter Flexibilität (Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft, Arbeit auf Abruf), Vereinbarkeit von Arbeitszeitplanung mit privaten und familiären Interessen sowie – bei Beschäftigten mit Kindern – hinsichtlich beruflicher und privater Abstriche aufgrund der Kinder analysiert. Frauen mit Kindern unter 18 Jahren im Haushalt sind in der Sozialen Arbeit deutlich seltener gefordert Abend- oder Nachtarbeit zu leisten als in anderen Berufen. Auch Samstagsarbeit ist bei dieser Gruppe seltener, die Sonntagsarbeit jedoch mehr ausgeprägt als in anderen Berufen. Sozialarbeiterinnen mit Kindern unter 18 Jahren im Haushalt sind zudem mit starker arbeitgeberseitig geforderter Flexibilität konfrontiert. Die Möglichkeit der Rücksichtnahme auf private und familiäre Interessen bei der Arbeitszeitplanung liegt in der Sozialen Arbeit auf durchschnittlichem Niveau, deutlich höher jedoch als bei Lehrer*innen und Pflegekräften. Bei den beruflichen Abstrichen durch Kinder liegen Sozialarbeiterinnen auf demselben Niveau wie die große Gruppe anderer Berufe, unterscheiden sich aber von Erzieher*innen, Lehrer*innen und Pflegekräften. Bei weiblichen Beschäftigten mit Kindern unter 18 Jahren im Haushalt zeigt sich auf Ebene der Berufsgruppen, dass berufliche und private Abstriche durch Kinder stark negativ korreliert sind. Es muss von einer notwendigen Inkaufnahme in mindestens einem Bereich ausgegangen werden, was bei männlichen Beschäftigten derselben Haushaltskonstellation nicht der Fall ist. Sozialarbeiterinnen bewegen sich bei ihrer Entscheidung für den Bereich, in dem Abstriche in Kauf genommen werden, im Durchschnitt der Berufsgruppen. Handlungsbedarfe ergeben sich mit Blick auf Führung, Dienstplanung und Teambedingungen. Als Zielsetzung kann eine Stärkung männlicher Involvierung in das Familienleben gelten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Arbeitszeiten zwischen Wunsch, Befürchtungen und Wirklichkeit: Ein IAQ-Arbeitszeitmonitor (2024)
Kümmerling, Angelika;Zitatform
Kümmerling, Angelika (2024): Arbeitszeiten zwischen Wunsch, Befürchtungen und Wirklichkeit. Ein IAQ-Arbeitszeitmonitor. (IAQ-Report 2024-05), Duisburg ; Essen, 26 S. DOI:10.17185/duepublico/81957
Abstract
"Im Durchschnitt haben die abhängig Beschäftigten in Deutschland im Jahr 2022 34,9 Wochenstunden gearbeitet und damit genau so lang wie schon im Jahr 2012. Dieser Wert verbirgt allerdings gegenläufige Entwicklungen: Während die Arbeitszeiten von Männern zurückgegangen sind, haben sich die von Frauen erhöht. Auch gab es Verschiebungen innerhalb der Arbeitszeitformen. Die Arbeitszeiten Vollzeitbeschäftigter sind rückläufig, im Gegenzug steigt das Arbeitszeitvolumen der Teilzeitbeschäftigten. Es ist folglich der Trend zu längerer Teilzeitarbeit, der die durchschnittliche Arbeitszeit stabil hält. Nicht bewahrheitet hat sich die Annahme, dass Frauen und insbesondere Mütter infolge der Covid-19-Pandemie ihre Erwerbstätigkeit auch langfristig reduziert hätten. Die Erwerbstätigenquote von Frauen wie auch deren Arbeitszeiten liegen derzeit sogar etwas oberhalb des Niveaus vor der Pandemie. Mit Blick auf den Fachkräftemangel bleibt die Situation fragil. Denn Beschäftigte wünschen sich im Durchschnitt kürzere Arbeitszeiten – selbst um den Preis von Gehaltseinbußen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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