Digitale Arbeitswelt – Chancen und Herausforderungen für Beschäftigte und Arbeitsmarkt
Der digitale Wandel der Arbeitswelt gilt als eine der großen Herausforderungen für Wirtschaft und Gesellschaft. Wie arbeiten wir in Zukunft? Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung und die Nutzung Künstlicher Intelligenz auf Beschäftigung und Arbeitsmarkt? Welche Qualifikationen werden künftig benötigt? Wie verändern sich Tätigkeiten und Berufe? Welche arbeits- und sozialrechtlichen Konsequenzen ergeben sich daraus?
Dieses Themendossier dokumentiert Forschungsergebnisse zum Thema in den verschiedenen Wirtschaftsbereichen und Regionen.
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IAB-Projekt
Ein Blick zurück 10 Jahre danach: Wie haben sich in den letzten 10 Jahren die Substituierbarkeitspotenziale realisiert? (01.05.2024 - 30.04.2027)
Grienberger, Katharina; Matthes, Britta;Projektbeschreibung
In diesem Projekt soll untersuchen werden, ob und wie sich die Substituierbarkeitspotenziale in den letzten 10 Jahren entwickelt haben. Substituierbarkeitspotenziale bestimmen in welchem Ausmaß zu einem bestimmten Zeitpunkt berufliche Tätigkeiten durch Computer oder computergesteuerte Maschinen ersetzt werden könnten. Da Technologien weiterentwickelt werden, sich aber auch die Tätigkeitsprofile in den Berufen verändern, neue Berufe und Tätigkeiten entstehen und Beschäftigte ihren Beruf wechseln, werden diese Substituierbarkeitspotenziale alle drei Jahre neu bestimmt – bislang für 2013, 2016, 2019 und 2022. Dass eine Tätigkeit als substituierbar eingestuft ist, bedeutet nicht, dass sie zukünftig nur noch von Computern und computergesteuerten Maschinen erledigt wird, denn das Substituierbarkeitspotenzial sagt lediglich etwas über die technische Machbarkeit aus. Ob dieses Potenzial überhaupt ausgeschöpft wird, hängt auch von einer Reihe anderer Aspekte ab. Dengler und Matthes (2018) konnten bereits belegen, dass bei einem höheren Substituierbar-keitspotenzial in einem Beruf die Beschäftigung zwischen 2013 bis 2016 im Durchschnitt weniger stark gewachsen ist. Deswegen untersuchen wir den Zusammenhang zwischen den Substituierbarkeitspotenzialen und dem Beschäftigungs- und Lohnwachstum in den 10 Jahren danach. Als Daten sollen in einem ersten Schritt das Berufepanel verwendet werden. In einem zweiten Schritt sollen die Analysen aber auch auf Beschäftigtenebene durchgeführt werden.
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IAB-Projekt
Digitalisierung der Arbeitswelt: Mögliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in Hessen Aktualisierung 2022 (01.04.2024 - 31.08.2024)
Burkert, Carola; Röhrig, Annette;Projektbeschreibung
Der Einsatz von neuen digitalen Technologien wird die Arbeitswelt verändern, und auch – oder gerade – Hochqualifizierte werden betroffen sein. Das Substituierbarkeitspotenzial gibt an, in welchem Ausmaß Berufe gegenwärtig potenziell durch den Einsatz von Computern oder computergesteuerten Maschinen ersetzbar sind. Es entspricht dem Anteil an Tätigkeiten in einem Beruf, die schon heute durch den Einsatz moderner Technologien ersetzt werden könnten (für mehr Details siehe Anhang Seite 25). Das Substituierbarkeitspotenzial in den Helfer- und Fachkraftberufen ist nach wie vor am höchsten. Neu ist aber, dass die Zuwachsraten in den Expertenberufen (u. a. durch generative Künstliche Intelligenz) am höchsten sind. Fertigungs- und Fertigungstechnische Berufe haben zwar nach wie vor den höchsten Anteil digitalisierbarer Tätigkeiten, aber die höchsten Zuwachsraten für den Zeitraum 2019 bis 2022 betreffen die IT- und Naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufe. Die vorliegende Studie zeigt, wie sehr sich die Arbeitswelt in Hessen bereits verändert hat. Allerdings ist zu betonen, dass die Studie das technisch Mögliche der Ersetzbarkeit des Menschen durch die Maschine untersucht. Ob dies am Ende wirklich so eintrifft, steht nicht fest. Was technisch machbar ist, wird am Ende vielleicht nicht umgesetzt werden, weil sich vieles als zu komplex herausstellen könnte. Die Herausforderung liegt nicht im Arbeitsplatzabbau, sondern in den sich stark wandelnden Tätigkeiten der Beschäftigten. Auch wenn einerseits Tätigkeiten durch Digitalisierung wegfallen, entstehen andererseits neue Tätigkeiten und Berufe. Wir betrachten die hohen Substituierbarkeitspotenziale nicht als Indikator für drohende Arbeitslosigkeit, sondern für den Wandel der Arbeitswelt, der am besten mit passgenauen Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen unterstützt werden kann. Denn die Anpassung der Kompetenzen ist zentral für die Transformation.
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IAB-Projekt
Der zukünftige Beschäftigungsbedarf in der ambulanten und stationären Pflege in Sachsen (08.03.2024 - 31.03.2025)
Weyh, Antje;Projektbeschreibung
Der demografische Wandel führt dazu, dass zukünftig mehr ältere und weniger junge Menschen in Sachsen leben werden. Dies hat grundlegende Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in der Pflegebranche, denn mit der zunehmenden Zahl der Älteren steigt die Zahl der Pflegebedürftigen, für deren Versorgung wiederum mehr Beschäftigte benötigt werden. Vor diesem Hintergrund wird die mögliche Entwicklung des Bedarfs an Beschäftigten in der ambulanten und stationären Pflegebranche bis zum Jahr 2035 für Sachsen insgesamt und für die einzelnen Kreise dargestellt. Hierbei unterscheiden die Modellrechnungen zwischen dem verrentungsbedingten Ersatzbedarf und dem nachfragebedingten Erweiterungsbedarf und beinhalten zusätzlich Szenarien zum Renteneintrittsalter und zu Digitalisierungspotenzialen.
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IAB-Projekt
The impact of frontier technology adoption on employees (01.03.2024 - 09.03.2027)
Lehmer, Florian;Projektbeschreibung
Automatisierungs- und Digitalisierungstechnologien übernehmen zunehmend Aufgaben, die früher nur von Menschen erledigt werden konnten. Diese Entwicklung hat wissenschaftliche und öffentliche Debatten über die Zukunft der Arbeit ausgelöst. Aufgrund fehlender Daten ist noch unklar, wie sich Automatisierung, Digitalisierung und Vernetzung auf den Arbeitsmarkt auswirken und die Zukunft der Arbeit herausfordern. Dieses Projekt untersucht die kausalen Auswirkungen der Digitalisierung auf Löhne und Erwerbsbiografien von Arbeitnehmern in Deutschland
Beteiligte aus dem IAB
Lehmer, Florian; -
IAB-Projekt
KI-Anwendungen in der Beratung und Vermittlung - die Perspektive der Arbeitslosen (01.08.2023 - 31.12.2026)
Dietz, Martin; Osiander, Christopher;Projektbeschreibung
Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit der Einsatz von Instrumenten künstlicher Intelligenz in der Beratung und Vermittlung auf Akzeptanz bei Arbeitslosen stoßen. Dabei soll vor allem untersucht werden, welche Ausgestaltungsmerkmale solcher Tools mehr oder weniger Akzeptanz finden. Dazu werden im Rahmen einer standardisierten Online-Befragung unter Arbeitslosen im SGB III verschiedene Conjoint-/Discrete-Choice-Untersuchungen durchgeführt. Das Projekt ist eine Kooperation mit Prof. Dr. Markus Tepe von der Universität Bremen und Mareike Sirman-Winkler vom Weizenbaum Institut.
Beteiligte aus dem IAB
Fausel, Gudrun; Müller, Maren; Mißling-Matthes, Anja; Dietz, Martin; Osiander, Christopher; -
IAB-Projekt
Digitalisierung und Wandel der Beschäftigung - zweite Welle (01.05.2023 - 31.12.2028)
Arntz, Melanie; Schlenker, Oliver; Matthes, Britta;Projektbeschreibung
Die Digitalisierung der Arbeitsprozesse schreitet immer weiter voran. Die neuen Technologien führen zu einem grundlegenden Strukturwandel in der Arbeitswelt, der vielfältige Herausforderungen für verschiedene Bereiche der Sozialpolitik mit sich bringt. Dieses Projektvorhaben zielt darauf ab, die zweite Welle eines Datensatzes für die interdisziplinäre Sozialpolitikforschung zu den Herausforderungen der Arbeitswelt 4.0 zu generieren. Es soll daraus die zweite Welle eines verknüpften Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Datensatzes entstehen, mit dem die Auswirkungen des Technologieeinsatzes in den Betrieben auf die einzelnen Arbeitskräfte dieser Betriebe untersucht werden können. Das Projektvorhaben baut dazu auf der bestehenden IAB-IZA-ZEW Arbeitswelt 4.0 Betriebsbefragung auf, welche die Digitalisierung in den Betrieben im Jahr 2022 abbildet. Der Datensatz soll mit den Sozialversicherungsdaten der Beschäftigten verknüpft werden, um die Erwerbsverläufe der Individuen nachverfolgen zu können. Unter den Beschäftigten soll eine Befragung durchgeführt werden, um eine umfassende Datengrundlage zu den Herausforderungen betrieblicher Digitalisierungsprozesse für die Beschäftigten aus sozialpolitischer Perspektive zu erhalten.
Beteiligte aus dem IAB
Arntz, Melanie; Schlenker, Oliver; Matthes, Britta; Lehmer, Florian; Grießemer, Stephan; -
IAB-Projekt
Verändern sich die Pendlermuster? (21.02.2023 - 31.12.2023)
Haas, Anette;Projektbeschreibung
Seit Beginn der Corona Pandemie hat das Arbeiten von Zuhause stark an Akzeptanz und an Bedeutung gewonnen (Grunau/Haas 2021; Bellmann et al. 2021). Dies hat weitreichende Implikationen für das berufliche Pendeln und damit für die räumliche Struktur des Arbeitsmarktes (Irlacher/Koch 2021). Mo-biles Arbeiten reduziert die Notwendigkeit der täglichen Anwesenheit im Betrieb und senkt somit die Kosten der Distanz zwischen Wohnung und Arbeitsort (in Form von monetären Kosten, Stressbelas-tung und den Opportunitätskosten der Reisezeit). Erste Untersuchungen anhand der IAB-Prozessdaten aus dem Jahr 2021 zeigen, dass die mittlere Distanz zwischen Wohn- und Betriebsort bei Jobanfängern im Vergleich zu den Jahren vor 2020 tatsächlich zugenommen hat.Die mögliche Zunahme der Distanz zwischen Wohnung und Arbeitsort erhöht einerseits den Nutzen von Individuen und ermöglicht es ihnen in der mittleren Frist, die Wahl von Job und Wohnung noch besser an ihren Präferenzen und Kompetenzen auszurichten. Zusätzlich hat dieses Thema auch eine gesamtwirtschaftliche Bedeutung. Wenn Jobsuchende und Betriebe jeweils ihren Suchradius vergrö-ßern, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine vakante Stelle besetzt wird und im Mittel auch die Qualität des resultierenden Matches (Dauth et al. 2022). In den letzten Jahren gab es eine Vielzahl an Studien über die neue Praxis des Arbeitens von zuhause.
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IAB-Projekt
Working from Home and Worker-Plant Matching (01.02.2023 - 12.07.2023)
Dauth, Wolfgang;Projektbeschreibung
Dauth et al. (2022) show that the tendency of assortative matching increases in the size of local labor markets, which implies that larger labor markets are more efficient. However, the size of the local labor markets is limited by the distance individuals are willing to commute on a regular basis. According to Dauth/Haller (2020), the number of commuters declines convexly with distance and only a negligible share of the workforce commutes more than one hour. Working from home reduces the costs of distance between residence and workplace. A preliminary analysis reveals that this distance has indeed increased for job changers in 2021 as compared to before 2020. This implies that the geographic scope of local labor markets has increased.In this task, we study whether this increase leads to an improvement of the average match quality of workers and firms. We further study whether worker-firm matching improves uniformly across space and therefore provides opportunities for firms in remote locations or whether the improvement is limited to cities with initially larger local labor markets. In particular, we are interested in whether firms in remote locations benefit from the possibility to hire highly skilled workers that prefer to live in larger cities. Our analysis will base on the IEBgeo dataset of the Institute for Employment Research. This data stems from process data of the full universe of workers subject to social security in Germany and comprises information on wages, education, age, gender, and the precise location of the residence and workplace. We proxy the match quality by the correlation of worker and firm fixed effects obtained from so-called AKM-regressions (after Abowd/Kramarz/Margolis, 1999) and use a difference-in-differences approach to analyze whether match quality has improved differentially across regions and occupations in the wake of the pandemic.
Beteiligte aus dem IAB
Dauth, Wolfgang; -
IAB-Projekt
"Kompetenz-Kompass" -- Bereitstellung von Stellentext-Daten als strukturierter Datensatz (09.01.2023 - 31.12.2024)
Metzger, Lina-Jeanette; Stops, Michael;Projektbeschreibung
Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) hat die Forschungsgruppe Berufe in der Transformation (FG BiT) federführend gemeinsam mit dem Daten- und IT-Management (DIM) und dem IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit vom 1. Juni 2019 bis 30. Mai 2020 das Projekt „Machbarkeitsstudie: Kompetenz-Kompass“ durchgeführt. Im Teilprojekt 2 sind wir der Frage nachgegangen, wie wir Kenntnisse darüber generieren können, welche Kompetenzen von Arbeitgebern gegenwärtig bei der Besetzung neuer Stellen gefordert werden. Im Rahmen dieses Projektes haben wir ein neuartiges Verfahren zur Identifikation und strukturierten Auswertung aktueller fachlicher und überfachlicher Kompetenzanforderungen aus veröffentlichten Stellenangeboten der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit entwickelt. In der Machbarkeitsstudie fokussierten wir auf drei Berufsgruppen mit Einzelberufen, die die Hauptbetätigungsfelder der Branchen des Maschinenbaus, der Informationsdienstleistungen und des Gesundheits- und Sozialwesens abdecken. Wir zeigen anhand ausgewählter Analysen, dass es mit unserem Auswertungsverfahren potenziell möglich ist, die Entwicklung von Kompetenzanforderungen in Stellenanzeigen mit hoher Aktualität und mit hoher Validität entlang von Berufen, Anforderungsniveaus und Regionen nachzuzeichnen. Mit diesem Projekt sollen die inhaltliche Reichweite der Auswertungen erhöht und das Auswertungsverfahren verbessert werden.
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IAB-Projekt
Langfristige Qualifikations- und Berufsprojektion - Weiterentwicklung der Modellrechnungen bis 2050 (01.01.2023 - 31.12.2026)
Zika, Gerd; Söhnlein, Doris;Projektbeschreibung
Die BIBB-IAB-Qualifikations- und Berufsfeldprojektionen (QuBe-Projekt), die in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) durchgeführt werden, zeigen anhand von Modellrechnungen auf, wie sich das Angebot und die Nachfrage nach Qualifikationen und Berufen langfristig entwickeln können. Mit dem QuBe-Projekt wird in der Basisprojektion ein Empirie basiertes Konzept verfolgt: Es werden nur bislang nachweisbare Verhaltensweisen in die Zukunft projiziert. In der Vergangenheit nicht feststellbare Verhaltensänderungen sind somit nicht Teil der Basisprojektion. Künftige Schocks und/oder Trendbrüche (z. B. Ukraine-Krieg) werden in Form von Alternativszenarien analysiert und betrachtet. Zur Fortführung dieses Kooperationsprojekts und um auch in Zukunft aussagefähig zu sein, muss der für das Projekt verwendete Modellverbund QINFORGE stets auf dem aktuellen Datenstand gehalten werden. Im Rahmen der Weiterentwicklung des Modells soll auch das Thema ökologische Transformation und deren Folgen bearbeitet werden.
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IAB-Projekt
Arbeiten im Homeoffice und die Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsort (01.01.2023 - 31.12.2026)
Coskun Dalgic, Sena;Projektbeschreibung
In diesem Beitrag wird untersucht, wie die gesteigerte Akzeptanz des Arbeitens im Home Office im Zuge der Covid-19-Pandemie die Art und Weise beeinflusst, wie der Arbeitsmarkt und die Wahl des Standorts zusammenwirken. Für unsere Analyse kombinieren wir umfangreiche administrative Daten zu Erwerbsbiografien in Deutschland mit einem neuen Indikator für das Home Office Potenzial, der auf umfassenden Daten zu den Arbeitsbedingungen in verschiedenen Berufen basiert. Wir stellen fest, dass im Zuge der Covid-19-Pandemie die Entfernung zwischen Arbeitsplatz und Wohnort für Arbeitnehmer in Berufen, die von zu Hause aus ausgeübt werden können, stärker gestiegen ist: Der Zusammenhang zwischen der Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, und der Entfernung zwischen Arbeitsplatz und Wohnort hat sich seit 2021 deutlich vergrößert, während der Zusammenhang zuvor stabil war. Der Effekt ist bei neuen Arbeitsplätzen viel größer, was darauf hindeutet, dass die Menschen Arbeitsplätze mit hohem Home Office Potenzial annehmen, die weiter entfernt sind als vor der Pandemie. Der größte Teil dieses Effekts ist auf Arbeitsplätze in Großstädten zurückzuführen, was darauf hindeutet, dass die Arbeit von zu Hause aus die Beschränkungen durch angespannte Wohnungsmärkte mildert. Wir finden keine signifikanten Hinweise darauf, dass sich die Pendlermuster bei Frauen stärker verändert haben als bei Männern.
Beteiligte aus dem IAB
Dauth, Wolfgang; Coskun Dalgic, Sena; Weber, Enzo; Gartner, Hermann; Stops, Michael; -
IAB-Projekt
Covid-19 und die regionale Struktur des Arbeitsmarktes (01.01.2023 - 16.02.2023)
Dauth, Wolfgang;Projektbeschreibung
Die Ergebnisse erster Studien zu den Auswirkungen der Covid-19 Pandemie deuten darauf hin, dass sich die Attraktivität von Arbeits- und Wohnorten nachhaltig verändern wird. Zum einen können durch die gestiegene Akzeptanz des Homeoffice in vielen Berufen die Wohn- und Arbeitsorte von Beschäftigten zukünftig weiter auseinanderliegen. Zum anderen verlieren begehrte innerstädtische Wohnlagen an Attraktivität, da viele urbane Annehmlichkeiten wie kulturelle Einrichtungen und Gastronomie nicht verfügbar sind und vermehrt Freizeitmöglichkeiten im Umland nachgefragt werden. Diese Entwicklungen werden sich auf die Ungleichheiten zwischen und innerhalb von Regionen auswirken. Der Radius, in dem Betriebe geeignete Bewerber für ihre offenen Stellen finden, wird sich für all jene Betriebe deutlich vergrößern, die Arbeiten im Homeoffice anbieten. Dies könnte einen Produktivitätsschub für Betriebe im ländlichen Raum bedeuten und damit zu Konvergenz führen. Durch den Wegzug einkommensstarker Haushalte aus den Zentren ist jedoch eine Divergenz innerhalb von Regionen zu erwarten. Eine zunehmende Segregation hätte negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkterfolg von jungen Personen, die während oder nach der Pandemie auf den Arbeitsmarkt eintreten. Im Rahmen des Projektes soll untersucht werden, wie sich diese Trends auf die räumliche Struktur des Arbeitsmarktes auswirken. Zunächst wird untersucht, wie sich das vermehrte Arbeiten von Zuhause aus zwischen Regionen, Branchen und Berufen unterscheidet. Im weiteren Verlauf wird untersucht, wie sich die Wohnortwahl und das Pendelverhalten von Beschäftigten verändern. Darauf aufbauend soll untersucht werden, ob sich die Vergrößerung von regionalen Arbeitsmärkten positiv auf die Produktivität von Betrieben auswirkt und zu Konvergenz führt. In einem weiteren Arbeitspaket wird untersucht, ob sich eine steigende Segregation in Städten beobachten lässt und wie sich dies auf den Arbeitsmarkterfolg insbesondere junger Einwohner auswirkt.
Beteiligte aus dem IAB
Dauth, Wolfgang; -
IAB-Projekt
Aktualisierung der Substituierbarkeitspotenziale von Berufen durch Digitalisierung in Deutschland (01.10.2022 - 31.12.2024)
Grienberger, Katharina; Matthes, Britta;Projektbeschreibung
Um die Folgen der Digitalisierung für die Arbeitswelt zu bestimmen, berechnet die Forschungsgruppe sogenannte Substituierbarkeitspotenziale von Berufen. Auf Basis von Berufsdaten aus der Expertendatenbank BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit wird für die einzelnen Berufe ermittelt, wie hoch der Anteil an Tätigkeiten ist, der gegenwärtig von Computern oder computergesteuerten Maschinen erledigt werden könnte. Die Substituierbarkeitspotenziale wurden erstmals für das Jahr 2013 berechnet. Diese Einschätzungen sind allerdings eine Momentaufnahme ausgehend von den technologischen Möglichkeiten und den Berufsbildern im Jahr 2013. Da sich sowohl die Technologien weiterentwickeln als auch die Berufsbilder sich verändern, werden die Substituierbarkeitspotenziale alle drei Jahre aktualisiert. Eine Aktualisierung der Substituierbarkeitspotenziale wurde bereits für das Jahr 2016 und 2019 durchgeführt. Für das Jahr 2022 ist nun eine erneute Aktualisierung geplant.
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IAB-Projekt
Die Heterogenen Effekte der Automatisierung und Dekarbonisierung auf individuelle Erwerbskarrieren (01.07.2022 - 31.12.2027)
Dauth, Wolfgang;Projektbeschreibung
In dem Projekt werden die Auswirkungen der Transformation durch Automatisierung und Dekarbonisierung untersucht. Im Fokus steht dabei insbesondere, wie sich individuelle Beschäftigte an die geänderten Rahmenbedingungen anpassen und wie es gelingt, trotz Wechsel des Betriebes oder Berufes das Einkommensniveau zu halten. Die Ergebnisse von früheren Studien des Coautorenteams legen nahe, dass Personen in Regionen mit hoher Gewerkschaftsdeckung zu einer geringeren Wahrscheinlichkeit aufgrund des Einsatzes von Industrierobotern ihren Betrieb verlassen mussten. Diese Ergebnisse lassen sich aufgrund des hohen Aggregationsniveaus und der wahrscheinlichen Verzerrung durch ausgelassene relevante Variablen jedoch nicht kausal interpretieren. In diesem Projekt soll die Rolle von institutionalisierten Arbeitnehmervertretungen anhand von Betriebsdaten genauer untersucht und ein stärkerer Fokus auf die Transformation durch Dekarbonisierung gelegt werden. Ferner soll untersucht werden, welche Rolle Weiterbildung bei der Anpassung an die Transformation spielen kann.
Beteiligte aus dem IAB
Dauth, Wolfgang; -
IAB-Projekt
Akzeptanz von KI-Anwendungen in der öffentlichen Arbeitsvermittlung (01.04.2022 - 31.12.2023)
Osiander, Christopher; Dietz, Martin;Projektbeschreibung
Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Tools zur Unterstützung der Vermittlungs- und Beratungsarbeit in Agenturen für Arbeit auf Akzeptanz bei den Vermittlungsfachkräften stoßen. Es wird untersucht, welche Ausgestaltungsmerkmale dieser Tools mehr oder weniger Akzeptanz finden. Dazu wurde im Rahmen einer standardisierten Online-Befragung unter Vermittlungsfachkräften ein Conjoint-Experiment durchgeführt. Den Befragten wurden verschiedene Systeme künstlicher Intelligenz vorgestellt, deren zentrale und theoretisch bedeutsame Eigenschaften zufällig variieren. Das Projekt ist eine Kooperation mit Prof. Dr. Markus Tepe und Mareike Winkler von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.
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IAB-Projekt
Artificial intelligence technologies, skills demand and employment: evidence from linked job ads data (01.03.2022 - 28.02.2028)
Stops, Michael; Peede, Lennert;Projektbeschreibung
Wir untersuchen den Zusammenhang zwischen den Maßnahmen der Betriebe, Technologien der künstlichen Intelligenz zu entwickeln, zu implementieren oder zu nutzen (im Folgenden KI-Aktivität), und ihrem Arbeitskräftebedarf. Um KI-Aktivitäten zu identifizieren, extrahieren wir KI-Fähigkeitsanforderungen, die in deutschen Stellenausschreibungen offengelegt werden. Diese Daten ermöglichen auch eine direkte Verknüpfung mit dem Betriebs-Historik-Panel (BHP). Wir schätzen, wie die KI-Aktivität mit einer allgemeinen Veränderung der Kompetenznachfrage und der Beschäftigung im Laufe der Zeit zusammenhängt.
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IAB-Projekt
Artificial intelligence and the future of work: Evidence from field experiments and administrative data (01.01.2022 - 31.12.2027)
Janssen, Simon; Koch, Maria Theresa; Malfertheiner, Verena;Projektbeschreibung
Innovative Technologien wie bspw. Künstliche Intelligenz (KI) verändern die Wirtschaft und Gesellschaft zunehmend. Allerdings ist es schwer abzuschätzen in wie fern sich KI auf Arbeitnehmer und Arbeitsplätze auswirkt. Insbesondere bei der Ermittlung kausaler Zusammenhänge von KI-Anwendungen auf dem Arbeitsmarkt bestehen nach wie vor Wissenslücken. Empirische Studien auf Mikroebene sind rar, und viele der drängendsten Fragen bleiben unbeantwortet: Wie verändert KI die Aufgaben und Qualifikationsprofile bestehender Arbeitsplätze? Wie wirkt sich KI auf die Produktivität und Leistung der Arbeitnehmer in verschiedenen Berufen aus? Wie nehmen die Arbeitnehmer die Veränderungen wahr und reagieren darauf, z.B. im Hinblick auf das Wohlbefinden? Und was sind die Auswirkungen einer möglichen KI-Diffusion auf der Makroebene? Wie wirkt sich KI auf die Arbeitsstruktur, den Qualifikationsbedarf und die Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt aus? Unser Forschungsprojekt hat das Ziel diese Forschungslücken im Rahmen von randomisierten Feldexperimenten zu untersuchen. Hierzu führen randomisierte Feldexperimente in großen repräsentativen Unternehmen und verknüpften die Betriebsinformationen mit qualitativ hochwertigen Registerdaten über die Karriere der Arbeitnehmer. Wir befassen uns mit Fragen der Verallgemeinerung unserer Feldstudien auf der Mikroebene und untersuchen die Auswirkungen einer potenziellen KI-Verbreitung auf der Makroebene. Aufbauend auf einem Ko-Creation-Prozess mit Wissenschaftlern, Führungskräften, Technologieexperten und Betriebsratsvertretern der Gastorganisationen führt das transdisziplinäre Team empirische Forschungen an Arbeitsplätzen in drei großen Unternehmen in Deutschland durch. Das Projekt kombiniert empirische Forschung auf hohem Niveau mit kokreativen Formaten, die an die Bedürfnisse von Wirtschaft und Politik angepasst sind.
Beteiligte aus dem IAB
Janssen, Simon; Koch, Maria Theresa; Maushart, Milan; Stops, Michael; Maushart, Milan; Lerche, Adrian; -
IAB-Projekt
Betriebliche Investitionen in digitale Technologien während der Covid-19-Pandemie (01.11.2021 - 31.12.2024)
Roth, Duncan; Kagerl, Christian; Pohlan, Laura;Projektbeschreibung
Die Covid-19-Pandemie hat Betriebe vor große Herausforderungen gestellt; gleichzeitig haben digitale Technologien in Betrieben an Bedeutung gewonnen. In diesem Projekt untersuchen wir, ob und in welchem Umfang Betriebe im Zuge der Pandemie in digitale Technologien und Weiterbildungsmaßnahmen investiert haben. In der empirischen Analyse werden zunächst investierende und nicht-investierende Betriebe mit Blick auf verschiedene Eigenschaften miteinander verglichen. Dabei wird auch in den Blick genommen, ob ein Betrieb wegen der Pandemie oder aus anderen Gründen in digitale Technologien investiert hat. Anschließend wird untersucht, ob sich die Beschäftigung sowie der Umfang der Kurzarbeit in investierenden Betrieben während der Pandemie anders entwickelt hat als in nicht-investierenden Betrieben. Neben der Analyse auf Betriebsebene soll auch untersucht werden, wie sich die individuellen Erwerbsverläufe zwischen Betrieben mit und ohne Investitionen unterscheiden. Die empirische Analyse beruht einerseits auf Daten der IAB-Betriebsbefragung "Betriebe in der Covid-19-Krise" und andererseits auf den Individualdaten der Integrierten Erwerbsbiografien, die mit den Betriebsdaten verknüpft werden.
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IAB-Projekt
Strukturwandel in Baden-Württemberg (21.01.2021 - 11.05.2023)
Wapler, Rüdiger;Projektbeschreibung
In den letzten Jahren prägten zunächst die Auswirkungen der Corona-Pandemie und seit 2022 auch die Folgen des Kriegs in der Ukraine (bspw. die damit einhergehenden Folgen für die Energieversorgung und Kosten in Deutschland) den Blick auf den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig steht der Arbeitsmarkt seit längerem unter dem Einfluss verschiedener Dimensionen des Strukturwandels. Da die dahinterstehenden Veränderungen aber oftmals nur zu langsamen Veränderungen führen, geraten sie teilweise aus dem Blickfeld, wenn wichtige tagesaktuelle Themen prominent sind. In diesem Bericht werden zwei Indikatoren zur Messung des Strukturwandels auf Ebene von Berufen sowie dem Anforderungsniveau gebildet. Demnach hat sich der Strukturwandel in der Vergangenheit stärker vollzogen, als es für die Zukunft erwartet wird. Auf der regionalen Ebene fiel der Strukturwandel zwischen 1999–2019 demnach in den ostdeutschen Bundesländern stärker als in Westdeutschland aus. In Baden-Württemberg war der Wandel geringer ausgeprägt als im Durchschnitt Deutschlands und Westdeutschlands. Ein wichtiger Aspekt des Strukturwandels findet aber auch innerhalb eines Berufs statt. Beispielsweise kommen neue Tätigkeiten oft mit einem höheren Anforderungsniveau hinzu. Diese Art von Wandel gestaltet sich in Baden-Württemberg überdurchschnittlich stark. Dabei zeigt sich, dass im Beobachtungszeitraum die Beschäftigungsanteile auf der Ebene der Fachkräfte zurück gingen, während sowohl niedrigere als auch höhere Anforderungsniveaus an Bedeutung gewannen. Während aber für die Zukunft erwartet wird, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften, die auf Helferniveau beschäftigt sind, zurückgeht, wird die Nachfrage nach Spezialist*innen und Expert*innen voraussichtlich weiter steigen.
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IAB-Projekt
Fachkräftemonitoring - Fortsetzung (01.01.2021 - 31.12.2024)
Zika, Gerd;Projektbeschreibung
Die BIBB-IAB-Qualifikations- und Berufsprojektionen (QuBe-Projekt), die in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) entstanden sind, zeigen anhand von Modellrechnungen auf, wie sich das Angebot und die Nachfrage nach Qualifikationen und Berufen langfristig entwickeln können. Mit dem QuBe-Projekt wird in der Basisprojektion ein auf Empirie basiertes Konzept verfolgt: Es werden nur bislang nachweisbare Verhaltensweisen in die Zukunft projiziert. In der Vergangenheit nicht feststellbare Verhaltensänderungen sind somit nicht Teil der Basisprojektion. Künftige Schocks und/ oder Trendbrüche (z. B. „Wirtschaft 4.0“, Elektromobilität, Klimapaket) werden in Form von Alternativszenarien analysiert und betrachtet. Im Rahmen des BMAS-Fachkräftemonitorings hat das BMAS das QuBe-Team beauftragt, in Ihrem Auftrag regelmäßig langfristige Projektionen und Szenarien zu erstellen. (FORTSETZUNG)
Aspekt auswählen:
- Gesamtbetrachtungen/Positionen
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