Atypische Beschäftigung
Der deutsche Arbeitsmarkt wird zunehmend heterogener. Teilzeitbeschäftigung und Minijobs boomen. Ebenso haben befristete Beschäftigung und Leiharbeit an Bedeutung gewonnen und die Verbreitung von Flächentarifverträgen ist rückläufig. Diese atypischen Erwerbsformen geben Unternehmen mehr Flexibilität.
Was sind die Konsequenzen der zunehmenden Bedeutung atypischer Beschäftigungsformen für Erwerbstätige, Arbeitslose und Betriebe? Welche Bedeutung haben sie für die sozialen Sicherungssysteme, das Beschäftigungsniveau und die Durchlässigkeit des Arbeitsmarktes? Die IAB-Themendossier bietet Informationen zum Forschungsstand.
- Forschung und Ergebnisse aus dem IAB
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Atypische Beschäftigung insgesamt
- Gesamtbetrachtungen
- Erosion des Normalarbeitsverhältnisses
- Prekäre Beschäftigung
- Politik, Arbeitslosigkeitsbekämpfung
- Arbeits- und Lebenssituation atypisch Beschäftigter
- Betriebliche Aspekte atypischer Beschäftigung
- Rechtliche Aspekte atypischer Beschäftigung
- Gesundheitliche Aspekte atypischer Beschäftigung
- Beschäftigungsformen
- Qualifikationsniveau
- Alter
- geographischer Bezug
- Geschlecht
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Literaturhinweis
Karriere in der Wissenschaft, aber befristet beschäftigt: Wie attraktiv sind Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen für junge Talente? (2025)
Zitatform
Otto, Anne & Johannes König (2025): Karriere in der Wissenschaft, aber befristet beschäftigt. Wie attraktiv sind Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen für junge Talente? In: Personal in Hochschule und Wissenschaft entwickeln H. 2, S. 191-207., 2025-04-01. DOI:10.25162/PEH-2025-0010
Abstract
"In Deutschland stehen promovierte Wissenschaftler*innen nach der Dissertation vor sehr unterschiedlichen Karriereperspektiven. Während sie später in der Privatwirtschaft zumeist unbefristete, gut bezahlte Jobs antreten, bleiben Beschäftigungen in der Wissenschaft häufig befristet zu vergleichsweise niedrigen Gehältern. Dieser Beitrag analysiert die Beschäftigungsbedingungen für Promovierte, insbesondere die Bedeutung von Befristungen. Zudem wird mit Hilfe von Prognosen aufgezeigt, wie sich in Zukunft das Angebot an und die Nachfrage nach Wissenschaftler*innen in Deutschland entwickeln könnte. Abschließend werden die Attraktivität von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen als Arbeitgebende bewertet und Handlungsempfehlungen vorgestellt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Stand der Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland in ausgewählten Branchen (2025)
Zitatform
Pfahl, Svenja, Eugen Unrau & Yvonne Lott (2025): Stand der Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland in ausgewählten Branchen. (WSI-Report 102), Düsseldorf, 74 S.
Abstract
"Wie einheitlich oder unterschiedlich vollzieht sich die Gleichstellung von Frauen und Männern in den verschiedenen Branchen auf dem deutschen Arbeitsmarkt in Hinblick auf Erwerbsarbeitszeit, Entgelt oder Erwerbsform? Anhand zentraler Indikatoren auf Basis des WSI GenderDatenPortals liefert der vorliegende Report eine zusammenfassende Übersicht über den aktuellen Stand der Geschlechtergleichstellung in Deutschland, differenziert nach Einzelbranchen aus dem Produktions- und Dienstleistungsbereich. Die Ergebnisse zeigen, dass Geschlechterungleichheit insbesondere in Hinblick auf die Erwerbsarbeitszeitdauer und das Entgelt über (fast) alle Branchen hinweg fortbesteht. Die detaillierte branchenbezogene Betrachtung zeigt zudem, dass bei einer Vielzahl von einzelnen Arbeitsmerkmalen Unterschiede zwischen Frauen und Männern bestehen (z. B. bei Befristung, Teilzeitarbeit, überlanger Vollzeit, Tätigkeit als Helfer*in, Entgelten im unteren Entgeltbereich, Existenzsicherung durch eigenes Erwerbseinkommen, ausschließlicher Tätigkeit im Minijob), die in einigen Branchen deutlich stärker ausgeprägt sind als in anderen. Hierbei fallen besonders sieben Produktionsbranchen und neun Dienstleistungsbranchen auf, die sich durch deutliche Geschlechterabstände (dem Abstand in Prozentpunkten zwischen Frauen und Männern in Hinblick auf ein einzelnes Arbeitsmerkmal) kennzeichnen und in einer Mehrheit von Arbeitsmerkmalen eine verstärkt ungünstige Situation für Frauen aufweisen. Gegenüber dem Vergleichsjahr 2021 weisen 2023 insgesamt mehr Branchen einen deutlichen, zweistelligen Geschlechterabstand für mindestens die Hälfte aller Arbeitsmerkmale auf. Gleichzeitig zeigen sich für eine Reihe von Branchen auch punktuelle Verringerungen des Geschlechterabstandes, gerade bei den Indikatoren zur Lage der Arbeitszeit sowie der Existenzsicherung durch eigene Erwerbsarbeit." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Unbefristet Beschäftigte haben im Schnitt 30 Urlaubstage pro Jahr - fast zwei mehr als befristet Beschäftigte (2025)
Zitatform
Wanger, Susanne & Yasemin Isabel Yilmaz (2025): Unbefristet Beschäftigte haben im Schnitt 30 Urlaubstage pro Jahr - fast zwei mehr als befristet Beschäftigte. In: IAB-Forum H. 01.12.2025. DOI:10.48720/IAB.FOO.20251201.01
Abstract
"In Deutschland beträgt der gesetzliche Mindesturlaub vier Wochen, in den meisten Betrieben gelten tarifvertraglich aber deutlich höhere Urlaubsansprüche. Bei drei Viertel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag der Urlaubsanspruch im Jahr 2023 bei 30 Tagen. Allerdings gibt es je nach Beschäftigtengruppe signifikante Unterschiede." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
What if it is not just an additional income? Poverty risks of non-standard employment histories in Germany (2025)
Zitatform
Wolf, Fridolin (2025): What if it is not just an additional income? Poverty risks of non-standard employment histories in Germany. In: International Journal of Social Welfare, Jg. 34, H. 1, S. e12676. DOI:10.1111/ijsw.12676
Abstract
"While the poverty risks associated with transitions to and from different forms of non-standard employment (NSE) have been studied extensively, poverty research on NSE histories remains fuzzy. Therefore, this study focuses on persons with NSE histories whose earnings contribute significantly to the household income, asking to what extent they are exposed to income poverty risks during their main career phase and examining the role of employment, family and sociodemographic characteristics. Employment histories were observed over 10 years using German Socio-Economic Panel data from 2001 to 2020. A sequence cluster analysis identified four NSE clusters with increased poverty risks, namely, those with increasing and permanent low-part-time work, those who were mainly temporary agency-employed or had long episodes of fixed-term employment. Multivariate regressions considering employment-specific, care-related and sociodemographic characteristics revealed a network of cumulative disadvantages related to gender, occupational position, care obligations and structural disadvantages for those clusters." (Author's abstract, IAB-Doku, Published by arrangement with John Wiley & Sons) ((en))
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Literaturhinweis
Arbeitslosigkeit von Lehrkräften während der Sommerferien (2025)
Zitatform
(2025): Arbeitslosigkeit von Lehrkräften während der Sommerferien. (Berichte: Arbeitsmarkt kompakt / Bundesagentur für Arbeit), Nürnberg, 11 S.
Abstract
"Die Arbeitsmarktsituation stellt sich für Lehrkräfte von allgemeinbildenden Schulen sowie Lehrkräfte in der beruflichen Bildung weiterhin sehr positiv dar. Die Zahl der erwerbstätigen Lehrkräfte ist weiter erneut gestiegen, während die Arbeitslosigkeit trotz Anstiegs sehr gering ausfällt. Seit Jahren werden Personalengpässe diskutiert. Gleichzeitig fällt aber auf, dass die Zahl arbeitsloser Lehrkräfte regelmäßig in den Sommerferien stark ansteigt. Nach den Sommerferien geht die Arbeitslosenzahl wieder zurück. Der Grund für die kurzfristige Lehrer-Arbeitslosigkeit dürfte vor allem in befristet geschlossenen Arbeitsverträgen zu finden sein, bei denen der Zeitraum der Sommerferien zumindest teilweise ausgespart wird. Die betroffenen Personen melden sich für die Dauer der Sommerferien (oder einen Teil davon) arbeitslos. 2025 meldeten sich in den Sommerferien rund 5.200 Lehrkräfte arbeitslos. Der Umfang der Arbeitslosmeldungen zu Beginn oder während der Sommerferien war damit etwas höher als in den letzten beiden Jahren, aber merklich geringer als in den Jahren davor. Gleichzeitig ist teilweise eine Verschiebung der Arbeitslosmeldungen auf einen späteren Zeitpunkt innerhalb der Sommerferien zu erkennen. Besonders deutlich war das Phänomen der prozentual stark erhöhten Sommerferienarbeitslosigkeit wie in den letzten Jahren in Baden-Württemberg zu erkennen. Aber auch in Bayern und Hamburg ist es deutlich ausgeprägt. In Nordrhein-Westfalen und Bremen ist es dagegen kaum sichtbar." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
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Befristungsbezogene Anerkennungsdefizite junger, verpartnerter Männer und Frauen in Deutschland. In welchem Ausmaß treten sie auf und wie können sie verringert werden? (2024)
Zitatform
Baron, Daniel (2024): Befristungsbezogene Anerkennungsdefizite junger, verpartnerter Männer und Frauen in Deutschland. In welchem Ausmaß treten sie auf und wie können sie verringert werden? In: Sozialer Fortschritt, Jg. 73, H. 2, S. 109-130. DOI:10.3790/sfo.73.2.109
Abstract
"Das Durchlaufen befristeter Beschäftigung zu Beginn der Erwerbslaufbahn geht zumeist sowohl mit vergleichsweise geringen Einkommen als auch hohen subjektiven Unsicherheiten einher. Für die Erklärung damit einhergehender subjektiver Anerkennungsdefizite spielen ungleiche Prekarisierungsrisiken für Frauen und Männer eine wichtige Rolle. Der Beitrag befasst sich mit der Frage, inwieweit Befristung bei jungen, verpartnerten Männern und Frauen zu erhöhten Anerkennungsdefiziten führt und ob eine als stabil empfundene (heterosexuelle) Paarbeziehung die empfundenen Anerkennungsdefizite verringert. Die Analysen werden auf Basis einer bundesweiten Stichprobe aus 179 Personen im Alter von 18 bis 35 Jahren durchgeführt, die 2012/13 erhoben wurde als die Entwicklung befristeter Beschäftigung in Deutschland einen Höchststand erreicht hatte Es zeigt sich ein signifikanter, U-förmiger Zusammenhang zwischen Befristungsanteilen an der Erwerbsbiographie und wahrgenommenen Anerkennungsdefiziten für junge, verpartnerte Männer. Bei Frauen ist dieser Zusammenhang statistisch nicht signifikant. Entgegen desintegrations- und anerkennungstheoretischer Annahmen übt eine als stabil wahrgenommene Partnerschaft im Befristungskontext keine hemmende Wirkung auf Anerkennungsdefizite aus. Vor diesem Hintergrund wird für öffentliche Diskursanstöße zu einer paarbezogenen Anerkennungsarbeit in Anbetracht einer sich flexibilisierenden Arbeitswelt plädiert." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Temporary Employment in Markets with Frictions (2024)
Zitatform
Boeri, Tito & Pietro Garibaldi (2024): Temporary Employment in Markets with Frictions. In: Journal of Economic Literature, Jg. 62, H. 3, S. 1143-1185. DOI:10.1257/jel.20231655
Abstract
"Temporary employment has spiked in OECD countries over the last 40 years and is now a common feature of their labor market landscape. A large body of empirical literature examines the spread of temporary employment, but no systematic review and interpretation of its findings in light of economic theory exists. This survey aims at filling this gap by interpreting the key empirical results based on the predictions of the macro models in markets with frictions developed to address specific features of temporary employment. Revisions of workhorse models used so far to analyze temporary employment are also suggested." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Hiring Temps but Losing Perms? Temporary Worker Inflows and Voluntary Turnover of Permanent Employees (2024)
Zitatform
Bonet, Rocio, Marta Elvira & Stefano Visintin (2024): Hiring Temps but Losing Perms? Temporary Worker Inflows and Voluntary Turnover of Permanent Employees. In: Work, Employment and Society, Jg. 38, H. 1, S. 83-102. DOI:10.1177/09500170221103135
Abstract
"This article investigates the effect of hiring temporary workers on the voluntary turnover of permanent employees. It argues that inflows of temporary workers erode the working conditions of permanent employees, prompting their voluntary departure. Using a unique panel dataset of individual-level monthly payroll data over an eight-year period in a sample of Spanish companies, a positive association between temporary worker inflows and the voluntary turnover of permanent workers is found. The results are robust to diverse specifications and are strongest for firms in non-manufacturing sectors and for firms that hire proportionally more low-skilled workers, contexts where the hiring of temporary workers may be more disruptive for permanent employees. Since the hiring of temporary workers is unlikely to threaten the employment of permanent employees in the dual labour market of Spain, the results indicate serious disruption costs associated with temporary hiring in organisations." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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A model of risk sharing in a dual labor market (2024)
Créchet, Jonathan;Zitatform
Créchet, Jonathan (2024): A model of risk sharing in a dual labor market. In: Journal of monetary economics, Jg. 147. DOI:10.1016/j.jmoneco.2024.103591
Abstract
"In OECD countries, the labor market features a coexistence of open-ended, permanent jobs subject to strict employment protection and fixed-term, temporary jobs. This paper studies a search-and-matching model with risk-averse workers and dynamic employment contracts subject to limited commitment. In equilibrium, permanent and temporary jobs coexist when the match quality is sufficiently dispersed: firing costs generate insurance gains implying that permanent contracts are optimal for high-quality matches. Consistent with recent empirical evidence, quantitative analysis of the model shows that temporary contracts crowd out permanent jobs and do not generate employment gains." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2024 Elsevier) ((en))
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Literaturhinweis
Starting flexible, always flexible? The relation of early temporary employment and young workers employment trajectories in the Netherlands (2024)
Zitatform
Eberlein, Laura, Dimitris Pavlopoulos & Mauricio Garnier-Villarreal (2024): Starting flexible, always flexible? The relation of early temporary employment and young workers employment trajectories in the Netherlands. In: Research in Social Stratification and Mobility, Jg. 89. DOI:10.1016/j.rssm.2023.100861
Abstract
"Using register data from Statistics Netherlands (2009–2019), this paper examines whether the first employment contract is related to early career outcomes for a cohort of young workers who entered the Dutch labor market in the period from late 2009–2013. Instead of looking at the timing of isolated transitions between employment states, 6-year-long trajectories are considered to identify differences in early career paths. Applying a Mixture Hidden Markov Model, eight distinct states of employment quality characterized by different contract types and incomes are identified. Transitions between these employment states reveal four early career patterns that differ according to their upward and downward mobility. Our results show that entering the labor market with a permanent contract does not necessarily lead to immediate wage growth, but provides a safeguard against volatile careers with frequent transitions in and out of employment. While entering the labor market with a fixed-term contract facilitates upward mobility, on-call and temporary agency work early in the career may negatively affect long-term labor market integration." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2024 Elsevier) ((en))
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Befristungen bei Neueinstellungen 2023: Stand: 10. Mai 2024 (2024)
Zitatform
Gürtzgen, Nicole, Alexander Kubis & Martin Popp (2024): Befristungen bei Neueinstellungen 2023. Stand: 10. Mai 2024. (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Aktuelle Daten und Indikatoren), Nürnberg, 8 S.
Abstract
"Im Rahmen der IAB-Stellenerhebung gaben die Betriebe an, im Jahr 2023 in Deutschland rund 4,7 Mio. sozialversicherungspflichtige Neueinstellungen (ohne Auszubildende und ohne MiniJobs) vorgenommen zu haben. Hiervon waren 26 Prozent, also rund 1,2 Mio. Stellen (zunächst) befristet (Tabelle 1). Die Befristung von Neueinstellungen ermöglicht den Betrieben, die Fähigkeiten von Bewerberinnen und Bewerbern zu überprüfen, bevor ein unbefristetes Arbeitsverhältnis eingegangen wird. Durch den Abschluss von befristeten Arbeitsverträgen können Betriebe ohne langfristige Mittelbindung häufig auch Jobs anbieten, die sonst vielleicht nicht finanzierbar gewesen wären. Darüber hinaus haben Befristungen für Betriebe zudem den Vorteil, dass sie (Entlassungs-)Kosten vermeiden können, die gegebenenfalls im Rahmen des allgemeinen oder tarifvertraglich erweiterten Kündigungsschutzes entstehen können (Bossler et al. 2017). Als weiteres wichtiges betriebliches Motiv für befristete Neueinstellungen ist zudem ein vorübergehender Mehrbedarf an Arbeitskräften etwa infolge temporärer Auftragsspitzen zu nennen (siehe hierzu z.B. Gürtzgen und Küfner 2023). Die Tatsache, dass Betriebe befristete Neueinstellungen vornehmen können, kann u.a. darin begründet sein, dass Betriebe über Marktmacht verfügen, die den Abschluss von befristeten Verträgen erleichtert (Bassanini et al. 2024). Zu beachten ist, dass die Befristungsquoten bei Neueinstellungen deutlich oberhalb des Anteils befristeter Beschäftigung an der Gesamtbeschäftigung liegen. Rund 2,6 Millionen Beschäftigte in Deutschland hatten laut IAB-Betriebspanel im Jahr 2022 einen befristeten Arbeitsvertrag. Das entspricht einem Anteil an allen Beschäftigten (ohne Auszubildende) von 6,6 Prozent (Hohendanner / IAB 2023). Die Diskrepanz zwischen dem Anteil befristeter Neueinstellungen und dem Befristungsanteil aller Beschäftigter zeigt, dass befristete Beschäftigungsverhältnisse in nennenswertem Ausmaß in unbefristete Arbeitsverträge umgewandelt werden (Müller et al. 2017)." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
The effect of transitioning into temporary employment on wages is not negative: A comparative study in eight countries (2024)
Zitatform
Latner, Jonathan P. (2024): The effect of transitioning into temporary employment on wages is not negative: A comparative study in eight countries. In: Research in Social Stratification and Mobility, Jg. 92, 2024-07-22. DOI:10.1016/j.rssm.2024.100957
Abstract
"There remains a lack of clarity about the effect of temporary employment on wages. Using asymmetric fixed effects models with a dummy impact function, we study the wage effects of four distinct transitions: (1) from unemployment into a temporary relative to (2) a permanent contracts; and (3) from temporary into permanent contracts relative to (4) from permanent into temporary contracts. We use panel data from eight countries to examine the effect of these distinct transitions, over time after the transition occurs, and in a cross-national, comparative context. The main finding explains the wage penalty of temporary employment identified by previous research. The negative effect is more accurately understood as the difference between two types of transitions, neither of which are negative, even if transitions from temporary into permanent contracts more positive than transitions from permanent into temporary contracts. There is little difference in the wage effect of transitions from unemployment into temporary relative to permanent contracts. The findings may be counter intuitive, but they are consistent with the theory of equalizing differences." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2024 Elsevier) ((en))
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Beggaring Thy Co-Worker: Labor Market Dualization and the Wage Growth Slowdown in Europe (2024)
Zitatform
Lehner, Lukas, Paul Ramskogler & Aleksandra Riedl (2024): Beggaring Thy Co-Worker: Labor Market Dualization and the Wage Growth Slowdown in Europe. In: ILR review, Jg. 77, H. 5, S. 659-684. DOI:10.1177/00197939241248162
Abstract
"As temporary employment has become a pervasive feature of modern labor markets, reasons for wage growth have become less well understood. To determine whether these two phenomena are related, the authors investigate whether the dualized structure of labor markets affects macroeconomic developments. Specifically, they incorporate involuntary temporary workers into the standard wage Phillips curve to examine wage growth in 30 European countries for the period 2004–2017. Relying on individual-level data to adjust for a changing employment composition, their findings show, for the first time, that the incidence of involuntary temporary workers has strong negative effects on permanent workers’ wage growth, thereby dampening aggregate wage growth. This effect, which the authors name the competition effect, is particularly pronounced in countries where wage bargaining institutions are weak. The findings shed further light on the reasons for the secular slowdown of wage growth after the global financial crisis." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Fixed-term contracts and firm productivity: Do workers’ skills and firm conversion rates from fixed-term to permanent contracts matter? (2024)
Zitatform
Nguyen, Ngoc Hân, Wendy Smits & Mark Vancauteren (2024): Fixed-term contracts and firm productivity: Do workers’ skills and firm conversion rates from fixed-term to permanent contracts matter? In: International Journal of Manpower, Jg. 45, H. 10, S. 144-161. DOI:10.1108/ijm-03-2024-0194
Abstract
"Purpose: We aim to elucidate the relationship between fixed-term employment and firm productivity by examining workers’ skills and considering how firm-level conversion rates influence this relationship. Design/methodology/Approach: We use longitudinal employer-employee data between 2011 and 2017 in the Netherlands to estimate a nonlinear regression derived from a production function proposed by Addessi (2014) and Castellani et al . (2020). Findings: The contribution of fixed-term contracts to firm-level productivity is less than that of permanent contracts. However, this contribution is greater when firms exhibit a high conversion rate from fixed-term to permanent positions. The effect of the conversion rate is more substantial for high-skilled fixed-term workers than for low-skilled ones. Originality/value: Our results suggest the extent to which firms benefit from fixed-term contracts when these are used for screening high-skilled workers for permanent employment." (Author's abstract, IAB-Doku, © Emerald Group) ((en))
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Befristete Einstellungen: In der Stagnation (2024)
Seils, Eric; Baumann, Helge;Zitatform
Seils, Eric & Helge Baumann (2024): Befristete Einstellungen: In der Stagnation. (WSI Policy Brief / Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut 85), Düsseldorf, 13 S., Appendix.
Abstract
"Seit der wirtschaftlichen Boomphase in der zweiten Hälfte des letzten Jahrzehnts geht der Anteil befristet begonnener Beschäftigungsverhältnisse zurück. Nach den Turbulenzen der Corona-Krise hat sich dieser Sinkflug zwar fortgesetzt, dennoch blieben die Befristungsquoten bei den sozialversicherungspflichtigen Einstellungen in vielen Bereichen unerfreulich hoch. Zudem stagniert die deutsche Volkswirtschaft seit geraumer Zeit. Vor diesem Hintergrund werden im vorliegenden Policy Brief die folgenden Fragen behandelt: - Wie entwickeln sich die befristeten Einstellungen unter diesen Bedingungen? - Wer wird weiterhin befristet eingestellt? - Wo wird befristet eingestellt?" (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Does Atypical Employment Come in Couples? Evidence from European Countries (2024)
Zitatform
Westhoff, Leonie (2024): Does Atypical Employment Come in Couples? Evidence from European Countries. In: Social indicators research, Jg. 172, H. 2, S. 569-594. DOI:10.1007/s11205-023-03296-2
Abstract
"The literature on atypical employment has largely focused on the individual level. This paper provides a novel account of the dynamics of atypical employment, specifically part-time and temporary employment, within couples. Analyzing a sample of 29 European countries using 2016 EU-SILC data, it investigates the association between partner and own atypical employment. The results show that temporary employment does come in couples, in that partner temporary employment is associated with a higher likelihood of own temporary employment. A significant portion of this result is driven by individuals with partners in temporary employment themselves exhibiting characteristics predisposing them to temporary employment. These results are largely consistent across Europe. Accumulation of part-time employment is also observed, albeit at a smaller scale. However, it occurs at the two extremes of the income distribution only, among very low-earning and very high-earning couples. In contrast, in the middle of the income distribution, there is no association between partner and own part-time employment, which is more consistent with classic household specialization patterns. An association between partner and own part-time employment is only found in a minority of European countries, most systematically in Northern and Western Europe, but also in some Southern and Eastern European countries." (Author's abstract, IAB-Doku, © Springer-Verlag) ((en))
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Literaturhinweis
Temporary talent: Wage penalties among highly educated temporary workers in Canada (2023)
Zitatform
Banerjee, Rupa, Laura Lam & Danielle Lamb (2023): Temporary talent: Wage penalties among highly educated temporary workers in Canada. In: The Journal of Industrial Relations, Jg. 65, H. 2, S. 185-210. DOI:10.1177/00221856231151964
Abstract
"Temporary employment (TE) arrangements have become increasingly common in Canada among both high- and low-skilled workers. In this study, we examine the prevalence and earnings effects of TE across education levels with a specific focus on highly educated workers. We also examine the earnings effects of TE across the earnings distribution. We find that higher levels of schooling are negatively associated with the probability of TE. However, the earnings discounts for temporary work are significant and increase in magnitude for individuals with higher levels of educational attainment. For highly educated workers at the top end of the earnings distribution, the discount associated with being in a temporary job is large enough to substantially reduce, although not entirely negate, the sizeable earnings premiums associated with higher levels of education." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Befristete Beschäftigungsverhältnisse junger Erwachsener: Folgen für Partnerschaft und private Zukunftsgestaltung (2023)
Zitatform
Baron, Daniel (2023): Befristete Beschäftigungsverhältnisse junger Erwachsener. Folgen für Partnerschaft und private Zukunftsgestaltung. (Familienforschung), Wiesbaden: Imprint: Springer VS, XII, 384 S. DOI:10.1007/978-3-658-40436-9
Abstract
"In den vergangenen drei Jahrzehnten sind die Anteile befristeter Beschäftigungsverhältnisse bei jungen Erwachsenen in der Bundesrepublik Deutschland und in anderen spätkapitalistischen Gesellschaften deutlich angestiegen. Eingebettet in fortdauernde Trends einer Verringerung wohlfahrtsstaatlicher Sicherungsstandards hat diese Entwicklung dazu beigetragen, dass sich Übergänge in stabile berufliche Karrieren und planbare private Zukunftsgestaltungen diversifizieren und verzögern. In der vorliegenden Studie wird eine soziologische Erklärung der Auswirkungen befristeter Beschäftigung auf private und partnerschaftliche Zukunftsgestaltungen von jungen Erwachsenen theoriegeleitet ausgearbeitet und empirisch überprüft. Da mit der Ausweitung befristeter Beschäftigung das klassische männliche Ernährermodell in Begründungsnot gerät, so die zentrale These, werden Neuaushandlungen von Geschlechterrollenarrangements in jungen Partnerschaften erforderlich. Nicht allein sozioökonomische Risiken im Kontext befristeter Beschäftigung, auch die sich wandelnden geschlechter- und erwerbsbezogenen Rollenerwartungen wirken sich verzögernd auf private und partnerschaftliche Zukunftsgestaltungen aus. Die Studie richtet sich an Forschende, Lehrende und Studierende der Soziologie, Politikwissenschaft, Psychologie und in benachbarten sozialwissenschaftlichen Disziplinen. Ebenso adressiert sie methodisch versierte Praktiker°innen in familien- und sozialpolitisch relevanten Tätigkeits- und Diskursfeldern. Der Autor Dr. Daniel Baron ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Quantitative Methoden in den Sozialwissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg." (Verlagsangaben)
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Literaturhinweis
Temporary Contracts, Employment Trajectories and Dualisation: A Comparison of Norway and Sweden (2023)
Zitatform
Berglund, Tomas, Roy A. Nielsen, Olof Reichenberg & Jørgen Svalund (2023): Temporary Contracts, Employment Trajectories and Dualisation: A Comparison of Norway and Sweden. In: Work, Employment and Society, Jg. 37, H. 2, S. 505-524. DOI:10.1177/09500170211031466
Abstract
"This study compares the labour market trajectories of the temporary employed in Norway with those in Sweden. Sweden’s employment protection legislation gap between the strict protection of permanent employment and the loose regulation of temporary employment has widened in recent decades, while Norway has maintained balanced and strict regulation of both employment types. The study asserts that the two countries differ concerning the distribution of trajectories, leading to permanent employment and trajectories that do not create firmer labour market attachment. Using sequence analysis to analyse two-year panels of the labour force survey for 1997–2011, several different trajectories are discerned in the two countries. The bridge trajectories dominate in Norway, while dead-end trajectories are more common in Sweden. Moreover, the bridge trajectories are selected to stronger categories (mid-aged and higher educated) in Sweden than in Norway. The results are discussed from the perspective of labour market dualisation." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Reforming Dual Labor Markets: “Empirical” or “Contractual” Temporary Rates? (2023)
Zitatform
Conde-Ruiz, J. Ignacio, Manu García, Luis A. Puch & Jesús Ruíz (2023): Reforming Dual Labor Markets: “Empirical” or “Contractual” Temporary Rates? (Estudios sobre la Economía Española / Fundación de Estudios de Economía Aplicada 2023-36), Madrid, 48 S.
Abstract
"This paper analyzes the impact of the 2021 labor reform in Spain on job creation, job destruction, and employment duration using new daily comprehensive administrative data. The reform's primary objective was the mitigation of the temporary employment rate; however, despite the success in reducing the nominal temporary employment rate, the evidence suggests that employment stability in terms of duration has not significantly improved. The Spanish experience demonstrates that it is possible to design a labor reform that is highly effective in reducing the “contractual” temporary employment rate in a dual labor market, but with minimal impact on duration and short-term employment transitions, i.e. the “empirical” temporary employment rate." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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