Inflation und Arbeitsmarktentwicklung
Im September 2022 war die Teuerungsrate mit zehn Prozent erstmal seit den Nachkriegszeiten zweistellig. Gefährden die aufgrund der Energiekrise verursachten Preiserhöhungen den Lebensstandard und die Arbeitsplätze? Welche Auswirkungen hat die steigende Inflationsrate auf die Entwicklung des Arbeitsangebots, der Arbeitsnachfrage und der Löhne? Die Infoplattform stellt Studien und deren Ergebnisse zu den volkswirtschaftlichen Wechselwirkungen zwischen Inflation und Arbeitsmarktentwicklung zusammen.
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Literaturhinweis
Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage - Dezember 2023 (2024)
Zitatform
Gartner, Hermann & Enzo Weber (2024): Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage - Dezember 2023. In: IAB-Forum H. 03.01.2024. DOI:10.48720/IAB.FOO.20240103.01
Abstract
"Nachdem das Bruttoinlandsprodukt preis-, saison- und kalenderbereinigt im dritten Quartal um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurück ging, bleibt die Konjunktur auch in den Folgemonaten schwach. Das Geschäftsklima hat sich im Dezember wieder eingetrübt, nachdem es sich in den Vormonaten noch erholt hatte. Die Investitionsneigung wird durch hohe Finanzierungskosten, zuletzt aber auch durch Unsicherheiten der weiteren Finanzpolitik gedämpft. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer lässt für die nächsten Monate aber eine stabile Lage am Arbeitsmarkt erwarten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Ohne Inflationsausgleich ändert das Elterngeld seinen Charakter (2024)
Geis-Thöne, Wido;Zitatform
Geis-Thöne, Wido (2024): Ohne Inflationsausgleich ändert das Elterngeld seinen Charakter. (IW-Kurzberichte / Institut der Deutschen Wirtschaft Köln 2024,96), Köln, 3 S.
Abstract
"Seit seiner Einführung im Jahr 2007 ist nie eine Anpassung der Mindest- und Höchstsätze für das Elterngeld erfolgt. So ist die Kaufkraft des Elterngeldes für Eltern mit höheren und niedrigem Einkommen bis zum Jahr 2023 um rund 38 Prozent gesunken und diese Entwicklung setzt sich ohne Inflationsausgleich weiter fort." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Versäumnisse angehen, entschlossen modernisieren : Jahresgutachten (2024)
Zitatform
Grimm, Veronika, Ulrike Malmendier, Monika Schnitzer, Achim Truger & Martin Werding (2024): Versäumnisse angehen, entschlossen modernisieren : Jahresgutachten. (Jahresgutachten / Sachverständigenrat zur Begutachtung der Gesamtwirtschaftlichen Entwicklung 2024/25), Wiesbaden, 397 S.
Abstract
"Die deutsche Volkswirtschaft befindet sich weiterhin in der Stagnation. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist in den vergangenen fünf Jahren real insgesamt lediglich um 0,1 % gewachsen. Das deutsche Produktionspotenzial liegt um mehr als 5 % unter dem Wert, der im Jahr 2019 für das Jahr 2024 erwartet wurde. Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland wirtschaftlich deutlich hinterher. Dies legt in der Gesamtschau zunehmend nahe, dass die deutsche Volkswirtschaft sowohl von konjunkturellen als auch von strukturellen Problemen ausgebremst wird. Die Energiepreise sind nach der Energiekrise zwar deutlich zurückgegangen, haben sich aber oberhalb des Niveaus vor der Corona-Pandemie stabilisiert. Die Realeinkommen haben sich von den Einkommensverlusten im Zuge der hohen Inflation zwischen Herbst 2021 und Mitte 2023 erholt, dennoch nimmt der Konsum keine Fahrt auf und die Sparquote bleibt hoch. In der Industrie ist die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber wichtigen Handelspartnern weiter gesunken, und es zeichnet sich keine Verbesserung ab. Die Kapazitätsauslastung und die Arbeitsproduktivität sind zurückgegangen. Im kommenden Jahr ist daher nur mit geringem Wachstum zu rechnen. Deutschland dürfte dementsprechend auch weiterhin deutlich hinter den anderen fortgeschrittenen Volkswirtschaften zurückbleiben. Neben den aktuellen Problemen, vor allem in der Industrie, analysiert dieses Gutachten vier weitere Bereiche, in denen Deutschland versäumt hat, einen entschlossenen Modernisierungspfad einzuschlagen. Erstens müssen zukunftsorientierte öffentliche Ausgaben besser priorisiert und verbindlicher festgeschrieben werden. Die Ausgaben für Infrastruktur, Bildung und Verteidigung sind im internationalen Vergleich gering. In diesen Bereichen sind in den vergangenen Jahren deutliche Mängel aufgetreten. Zweitens sind im Verkehrsbereich eine Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur und darüber hinaus die Dekarbonisierung des Güterverkehrs erforderlich. Drittens hinkt Deutschland bei der Digitalisierung im Finanzsystem hinterher und verschenkt dadurch Potenziale für Innovationen und Effizienzsteigerungen. Viertens ist der Wohnungsmarkt besonders in Ballungsräumen angespannt. Das erschwert einerseits den Zuzug von Arbeitskräften in diese produktiven Regionen, andererseits ist die Mietbelastung dort sehr hoch, insbesondere für sozial schwächere Haushalte." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
Kurzfassung -
Literaturhinweis
Frühjahrsgutachten 2024 (2024)
Zitatform
Grimm, Veronika, Ulrike Malmendier, Monika Schnitzer, Achim Truger & Martin Werding (2024): Frühjahrsgutachten 2024. (Jahresgutachten / Sachverständigenrat zur Begutachtung der Gesamtwirtschaftlichen Entwicklung 2024/01), 180 S.
Abstract
"Mit dem vorliegenden Frühjahrsgutachten 2024 geht der Sachverständigenrat Wirtschaft zu einem neuen Veröffentlichungsrhythmus über. Künftig wird es zusätzlich zum gewohnten Jahresgutachten im November im Mai ein Gutachten geben, das neben einer Konjunkturprognose weitere Kapitel zu wirtschaftspolitischen Themen enthält. Formal sind diese Kapitel eine Vorabveröffentlichung des nachfolgenden Jahresgutachtens. Dies ermöglicht es, im Jahresverlauf zeitnäher auf wirtschaftliche Entwicklungen und aktuelle Themen zu reagieren. Durch den von März auf Mai verlegten Veröffentlichungstermin werden die beiden Konjunkturprognosen des Sachverständigenrates nun in halbjährlichem Abstand veröffentlicht. Das erste Frühjahrsgutachten 2024 enthält neben der Konjunkturprognose für die Jahre 2024 sowie 2025 ein Kapitel mit dem Titel „Güterverkehr zwischen Infrastrukturanforderungen und Dekarbonisierung“." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Wage Setting in Times of High and Low Inflation (2024)
Gödl, Maximilian; Gödl-Hanisch, Isabel;Zitatform
Gödl, Maximilian & Isabel Gödl-Hanisch (2024): Wage Setting in Times of High and Low Inflation. (CESifo working paper 11319), München, 74 S.
Abstract
"The recent surge in inflation led many unions and firms to alter their bargaining and wage-setting policies. Using novel German firm-level survey data, we document the extent of state dependence in wage setting across firms and workers during periods of high and low inflation. We find state dependence along the extensive and intensive margins: the average duration of wage agreements shortens from 14.2 to 12.9 months, and the adjustment per pay round increases from 2-4% to 4- 6%. We complement these findings with newly compiled union-level panel data on collective bargaining outcomes. We show that the observed state dependence can be rationalized in menu cost and Calvo models of wage setting with heterogeneous firms. We examine the implications of state-dependent wage setting for the long-run effects of trend inflation, the transmission of monetary policy shocks, and the slope of the Phillips curve in an otherwise standard New Keynesian model." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Shielding competitiveness: Germany’s wage policy during the inflation shock years in comparative perspective (2024)
Zitatform
Höpner, Martin, Donato Di Carlo & Anke Hassel (2024): Shielding competitiveness: Germany’s wage policy during the inflation shock years in comparative perspective. In: Transfer, Jg. 30, H. 3, S. 299-317. DOI:10.1177/10242589241300114
Abstract
"Wir analysieren die Entwicklungen der Löhne in Deutschland während des Inflationsschocks der Jahre 2021 und 2022 aus drei unterschiedlichen Perspektiven: Lebenshaltungskosten, Kostendruck auf der Angebotsseite und relative Position Deutschlands im Euroraum. Mit seinem exportorientierten Wachstumsmodell ist Deutschland von günstigen realen effektiven Wechselkursen abhängig. Da Deutschland mehr als andere Länder von der Energiekrise betroffen war und die Arbeitslosigkeit niedrig war, bestand die Gefahr von höheren Lohnforderungen und somit ein Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit. Die Antwort auf die Inflationskrise waren moderate Abschlüsse von Tarifverträgen, oftmals in Form von Einmalzahlungen, längeren Laufzeiten und „Nullmonaten“, so dass Lohnerhöhungen verspätet wirksam wurden. Wie in anderen Ländern des Euroraums auch mussten die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen reale Lohnverluste hinnehmen. Allerdings sind die Nominallöhne im Niedriglohnbereich im Durchschnitt stärker gestiegen als in anderen Lohnsegmenten. Innerhalb des Euroraums ist es zu größeren Verschiebungen der Wettbewerbsfähigkeit besonders zum Nachteil der Länder in Osteuropa und des Baltikums gekommen, jedoch nicht zum Schaden Deutschlands." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Europäischer Tarifbericht Des WSI – 2023/2024: Reallöhne haben nach Krisenverlusten weiterhin Aufholbedarf (2024)
Janssen, Thilo; Lübker, Malte;Zitatform
Janssen, Thilo & Malte Lübker (2024): Europäischer Tarifbericht Des WSI – 2023/2024. Reallöhne haben nach Krisenverlusten weiterhin Aufholbedarf. (WSI-Report 97), Düsseldorf, 21 S.
Abstract
"Nach dem Inflationsschock des Jahres 2022 deutet sich für die Europäische Tarifpolitik vordergründig eine Normalisierung an: Die Inflation geht langsam zurück und dank anziehender Nominallöhne stabilisiert sich die Kaufkraft der Beschäftigten. Doch damit ist der Einbruch der Reallöhne seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine noch nicht ausgeglichen (vgl. Janssen/Lübker 2023). Der diesjährige Europäische Tarifbericht des WSI dokumentiert, wie tief der Einschnitt für die Beschäftigten war und welche weitreichenden Folgen er für die funktionale Einkommensverteilung zwischen Arbeit und Kapital hatte. Damit steht die Lohnpolitik weiterhin vor der Aufgabe, die Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre zu korrigieren und so zu einer gerechteren Lastenverteilung beizutragen." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Do individuals expect the Phillips curve? Evidence from the European Consumer Expectations Survey (2024)
Zitatform
Kirpson, Gerda & Karsten Staehr (2024): Do individuals expect the Phillips curve? Evidence from the European Consumer Expectations Survey. In: Economics Letters, Jg. 234. DOI:10.1016/j.econlet.2023.111430
Abstract
"Are the expectations of individuals in Europe consistent with the Phillips curve? To investigate we run panel data estimations on micro data from the European Consumer Expectations Survey. The estimations reveal a positive relationship between expected inflation and economic slack. This lack of consistency with the Phillips curve holds even when proxies for supply shocks are included." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2024 Elsevier) ((en))
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Literaturhinweis
Aktuelle Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel 2023: Hohe Preise bei Energie, Rohstoffen und Vorleistungen belasten Betriebe (2024)
Zitatform
Leber, Ute, Michael Oberfichtner & Barbara Schwengler (2024): Aktuelle Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel 2023: Hohe Preise bei Energie, Rohstoffen und Vorleistungen belasten Betriebe. (IAB-Kurzbericht 11/2024), Nürnberg, 8 S. DOI:10.48720/IAB.KB.2411
Abstract
"Das hohe Preisniveau bei Energie, Rohstoffen und Vorleistungen beeinflusst die deutsche Wirtschaft zum Teil erheblich. Die aktuellen Daten des IAB-Betriebspanels 2023 geben Aufschluss darüber, wie viele und welche Betriebe hiervon negativ betroffen sind. Das Autorenteam untersucht, wie sich in diesen und anderen, nicht negativ durch die Krise betroffenen Betrieben das Geschäftsvolumen und die Beschäftigung im vergangenen Geschäftsjahr entwickelt haben und wie sich die Erwartungen der Betriebe für das laufende Jahr darstellen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
- Betriebe nach ihrer erwarteten Entwicklung des Geschäftsvolumens für das laufende Geschäftsjahr 2023
- Betriebe nach ihrer erwarteten Entwicklung des Geschäftsvolumens für das jeweils laufende Geschäftsjahr (2013 bis 2023)
- Durch gestiegene Preise und Knappheiten negativ betroffene Betriebe
- Betriebe mit positivem Geschäftsergebnis im Geschäftsjahr 2022
- Betriebe nach der Art der Belastungen
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Literaturhinweis
Sources of post-pandemic inflation in Germany and the euro area: An application of Bernanke and Blanchard (2023) (2024)
Menz, Jan-Oliver;Zitatform
Menz, Jan-Oliver (2024): Sources of post-pandemic inflation in Germany and the euro area: An application of Bernanke and Blanchard (2023). (Technical paper / Deutsche Bundesbank 2024,02), Frankfurt am Main, 60 S.
Abstract
"Fragestellung: In den letzten zwei Jahren ist die Inflationsrate weltweit außergewöhnlich stark gestiegen, was sowohl für Wissenschaftler, Marktteilnehmer und Zentralbankenüberraschend kam. Um in der Zukunft ähnliche Überraschungen zu vermeiden, ist es von großer Wichtigkeit, die Gründe für diesen Anstieg besser zu verstehen. Hierzu liefert unser Papier einen Beitrag. Beitrag: Wir verwenden ein kürzlich von Bernanke and Blanchard (2023) vorgeschlagenes stilisiertes makroökonomisches Modell, in dem sich Inflation, Löhne und Inflationserwartungen gegenseitig beeinflussen. Wir schätzen das ursprünglich für die USA entwickelte Modell für Deutschland und in einem Panelansatz fur den Euroraum. Basierend auf den Schätzungen berechnen wir Impuls-Antwort-Folgen, historische Zerlegungen und konditionierte Projektionen über den zukünftigen Verlauf der Inflations- und Lohnentwicklung. Ergebnisse: Basierend auf unseren Schätzungen ist der Anstieg der Inflationsrate in Deutschland und im Euroraum seit Ausbrauch der Corona-Pandemie zum Großteil auf Energiepreisschocks, Nahrungsmittelpreisschocks und Lieferengpasse zurückzuführen. Die hohe Auslastung auf den Arbeitsmarkten verstärkte diesen Effekt indirekt über die Lohndynamik, allerdings war der Einfluss insgesamt geringer. Die Inflationserwartungen, insbesondere in der kurzen Frist, wurden zwar ebenfalls von Rohstoffpreisen und Knappheiten beeinflusst, zeigten aber insgesamt keine Anzeichen einer Entankerung. Wir finden bisher keine Evidenz für eine Lohn-Preis-Spirale gemessen an einem zusätzlichen Einfluss von hohen Inflationsraten in der Vergangenheit auf die gegenwärtigen Lohnabschlüsse. Unter der Annahme eines schrittweisen Rückgangs der Arbeitsmarktknappheiten sowie ohne weitere Rohstoffpreisschocks suggeriert das Modell einen graduellen Rückgang der Inflationsrate in den der Zukunft." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Lohnquoten und Lohnstückkosten in Hochinflationsphasen (2024)
Schröder, Christoph; Seele, Stefanie;Zitatform
Schröder, Christoph & Stefanie Seele (2024): Lohnquoten und Lohnstückkosten in Hochinflationsphasen. In: IW-Trends, Jg. 51, H. 1, S. 19-26. DOI:10.2373/1864-810X.24-01-03
Abstract
"Lockdowns zum Schutz gegen die Corona-Pandemie, Lieferkettenprobleme und massive Preiserhöhungen besonders von Energie haben zu multiplen Belastungen geführt. Dies ist verbunden mit einem zunehmenden Fachkräfteengpass, hohen Lohnforderungen und ebensolchen Lohnabschlüssen. Damit gibt es einige Parallelen zu Anfang der 1970er Jahre (IW-Trends, 1974). Damals folgte auf eine lange Phase mit starkem Wachstum bei Vollbeschäftigung ebenfalls eine hochinflationäre Phase. Dies begann schon vor der ersten Ölpreiskrise, wurde durch sie aber erheblich befeuert. Begleitet wurde dies durch eine sehr expansive Lohnpolitik, die im Konflikt mit der Geldpolitik stand. Nach hartem Eingreifen der Deutschen Bundesbank kam es schließlich Mitte der 1970er Jahre zu einer Anpassungsrezession (Obst/Stockhausen, 2024). In dem folgenden Beitrag wird untersucht, wie sich die Löhne und die Produktivität in dieser Phase entwickelt haben, welchen Verlauf die Kosten- Wettbewerbsfähigkeit genommen hat und welche Lehren daraus für die aktuelle Situation gezogen werden können." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Gender Disparities in Inflation during the Cost-of-Living Crisis in Europe: A Novel Decomposition (2024)
Zitatform
Sologon, Denisa M., Karina Doorley & Cathal O'Donoghue (2024): Gender Disparities in Inflation during the Cost-of-Living Crisis in Europe: A Novel Decomposition. (LISER working papers 2024-02), Esch-sur-Alzette, 16 S.
Abstract
"This paper evaluates the gender-specific distributional impact of the recent cost-of-living crisis in six European countries using the Household Budget Survey to assess the degree of regressivity (affecting lower income households more) or progessivity (affecting higher income households more) of inflation experienced by households between April 2021 and July 2023. Despite a growing literature on the distributional impact of inflation, there is limited evidence on gender differentials. We innovate by applying distributional measures and a decomposition method adapted from the taxation literature extended with a gender dimension to assess gender differences in inflation regressivity or progressivity, isolate the average inflation rate from the inflation structure effect and identify the drivers of regressivity/progressivity by broad commodity groups (food, heating/electricity, motor fuels, other goods and services). The findings highlight the greater regressive inflation faced by female-headed households compared to men in middle-income countries like Portugal, Poland and Hungary and high-income countries like Ireland. In Germany overall inflation has a neutral impact on women, whereas Finland stands out with a progressive inflation, more pronounced for female-headed households. Consistent across countries, the burden of food and heating/electricity inflation is disproportionately borne by low-income households. Heating/electricity inflation has a larger regressive contribution to overall inflation for female-headed households in all countries, whereas for food this holds only in Poland and Hungary. The findings highlight the need for targeted policies to address potential inequalities arising from differential consumption patterns and protect the most vulnerable groups." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Hausgemachte Probleme verschärfen konjunkturelle Schwäche: IW-Konjunkturprognose Winter 2023 (2023)
Bardt, Hubertus ; Taft, Niklas; Hentze, Tobias; Hüther, Michael ; Seele, Stefanie; Beznoska, Martin ; Demary, Markus; Kolev-Schaefer, Galina; Henger, Ralph; Obst, Thomas; Grömling, Michael; Pimpertz, Jochen; Schäfer, Holger; Puls, Thomas;Zitatform
Bardt, Hubertus, Martin Beznoska, Markus Demary, Michael Grömling, Ralph Henger, Tobias Hentze, Michael Hüther, Galina Kolev-Schaefer, Thomas Obst, Jochen Pimpertz, Thomas Puls, Holger Schäfer, Stefanie Seele & Niklas Taft (2023): Hausgemachte Probleme verschärfen konjunkturelle Schwäche: IW-Konjunkturprognose Winter 2023. (IW-Report / Institut der Deutschen Wirtschaft Köln 2023,65), Köln, 45 S.
Abstract
"Die Entwicklung der Weltwirtschaft und der Inflation bestimmen die konjunkturellen Rahmenbedingungen für die deutsche Wirtschaft und damit gleichzeitig die Risiken. Die Aussichten für die Weltkonjunktur bleiben aufgrund der instabilen geopolitischen Lage, der restriktiven Geldpolitik und der volatilen Energiepreise eingetrübt. Die Weltwirtschaft wird im Jahr 2024 mit einem ähnlichen Expansionstempo wie im Jahr 2023 in Höhe von 2 ½ Prozent moderat zulegen. Beim globalen Warenhandel ist von einer schwachen Erholung im Jahr 2024 mit einem Wachstum von 1 Prozent auszugehen, nach einer Schrumpfung um 1 ½ Prozent in diesem Jahr. Darüber hinaus schafft die unsichere Haushaltslage des Staates in Deutschland hausgemachte Verunsicherungen über die fiskalischen Effekte im kommenden Jahr und sie gefährdet die Zeitkonsistenz der Wirtschaftspolitik. In diesem Umfeld wird es der deutschen Wirtschaft nicht gelingen, sich aus ihrer langjährigen Schwäche zu befreien. Nach einem Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts von fast ½ Prozent im Jahr 2023 wird die Wirtschaftsleistung im Jahr 2024 in ähnlicher Größenordnung sinken. Mit Blick auf die letzten sieben Dekaden sank das reale Bruttoinlandsprodukt nur 2002 und 2003 in zwei aufeinander folgenden Jahren. Das Rezessionsjahr 2024 reflektiert das schwache globale Umfeld, was wiederum den deutschen Außenhandel und damit die Investitionen in Deutschland belastet. Darüber hinaus hat der institutionelle Schock in Form der unsicheren staatlichen Haushaltslage in Deutschland deutliche Bremseffekte auf die gesamte Investitionstätigkeit. Positive Effekte kommen von der allmählichen Erholung beim privaten Konsum. Das liegt auch daran, dass sich die Inflation auf unter 3 Prozent zurückbildet, ihren Zielbereich aber noch nicht erreichen wird. Die Erwerbstätigkeit und das Arbeitsvolumen werden in Deutschland im kommenden Jahr schrumpfen, die Arbeitslosigkeit wird im Jahresdurchschnitt 2024 auf 6 Prozent ansteigen. Durch die mit der Haushaltsunsicherheit verbundenen Ausgabeeinschränkungen und die Geltung der Kreditobergrenzen der Schuldenbremse gehen das staatliche Haushaltsdefizit auf –½ Prozent des Bruttoinlandsprodukts und die Schuldenstandsquote auf unter 63 Prozent zurück. Akutes wirtschaftspolitisches Handeln muss die Finanzierung des Staatshaushalts für das kommende Jahr sichern. Die damit verbundene Sicherung der Investitions- und Transformationsbedingungen in Deutschland muss in ein Konzept der langfristigen Standortstärkung eingebettet sein." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage - April 2023 (2023)
Zitatform
Bauer, Anja & Enzo Weber (2023): Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage - April 2023. In: IAB-Forum H. 28.04.2023 Nürnberg. DOI:10.48720/IAB.FOO.20230428.01
Abstract
"Die deutsche Wirtschaft entwickelte sich im ersten Quartal 2023 verhalten. Von der globalen Konjunktur gehen nur wenige Impulse aus. Höhere Zinsen mindern die Investitionsdynamik. Die Inflation sinkt nur langsam und führte zu Kaufzurückhaltung. Die konjunkturelle Erholung verläuft daher bisher gebremst. Auf dem Arbeitsmarkt ist die schwache Konjunktur sichtbar, insgesamt zeigt er sich aber stabil." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage - Dezember 2022 (2023)
Zitatform
Bauer, Anja & Enzo Weber (2023): Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage - Dezember 2022. In: IAB-Forum H. 03.01.2023 Nürnberg, 2022-12-29. DOI:10.48720/IAB.FOO.20230103.01
Abstract
"Nachdem das Bruttoinlandsprodukt preis-, saison- und kalenderbereinigt im dritten Quartal um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal stieg, ist mit einer Abschwächung der Konjunktur im Winterhalbjahr zu rechnen. Die anhaltend hohe Inflation, die Unsicherheiten durch den Ukrainekrieg und fortbestehende Liefer- und Materialengpässe wirken weiterhin dämpfend. Allerdings könnte der Wirtschaftsabschwung milder ausfallen als zunächst von vielen erwartet. Die Stimmung in der deutschen Industrie hellt sich seit drei Monaten wieder auf, und auch das Konsumklima scheint am aktuellen Rand den Tiefpunkt durchschritten zu haben. Auch das IAB-Arbeitsmarktbarometer legt im Dezember weiter zu. Der Arbeitsmarkt dürfte daher stabil durch den Winter kommen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage - März 2023 (2023)
Zitatform
Bauer, Anja & Enzo Weber (2023): Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage - März 2023. In: IAB-Forum H. 31.03.2023 Nürnberg. DOI:10.48720/IAB.FOO.20230331.01
Abstract
"Die deutsche Wirtschaft entwickelte sich im ersten Quartal 2023 verhalten. Der hohe Inflationsdruck führte zu Kaufzurückhaltung. Die globale Konjunkturdynamik blieb noch immer schwach und minderte die Absatzchancen. Auf dem Arbeitsmarkt sind erste Spuren sichtbar, insgesamt zeigt er sich aber robust. Die Konjunktur dürfte die Talsohle durchschritten haben. Der ifo-Geschäftsklimaindex steigt abermals − trotz der Turbulenzen auf den Finanzmärkten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage - Februar 2023 (2023)
Zitatform
Bauer, Anja & Enzo Weber (2023): Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage - Februar 2023. In: IAB-Forum H. 01.03.2023 Nürnberg. DOI:10.48720/IAB.FOO.20230301.01
Abstract
"Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im vierten Quartal 2022 um 0,4 Prozent (preis-, saison- und kalenderbereinigt) gegenüber dem Vorquartal. Die konjunkturelle Grundstimmung ist auch zu Jahresbeginn 2023 getrübt. Zwar ist bei den Energiepreisen und den Lieferengpässen eine Entlastung spürbar, dennoch bleibt der hohe Inflationsdruck bestehen und die globale Konjunkturdynamik verhalten. Die Unsicherheit infolge des Ukraine-Krieges, der sich im Februar jährte, bleibt bestehen. Vor diesem Hintergrund zeigt sich der Arbeitsmarkt beständig. Die Beschäftigung steigt, die Arbeitslosigkeit bewegt sich tendenziell seitwärts." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage - Januar 2023 (2023)
Zitatform
Bauer, Anja & Enzo Weber (2023): Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage - Januar 2023. In: IAB-Forum H. 31.01.2023 Nürnberg. DOI:10.48720/IAB.FOO.20230131.01
Abstract
"Das Bruttoinlandsprodukt sank im 4. Quartal 2022 um -0,2 Prozent (preis-, saison- und kalenderbereinigt) gegenüber dem Vorquartal. Für das Jahr 2022 wird insgesamt ein preis- und kalenderbereinigter Anstieg von 1,9 Prozent ausgewiesen. Die deutsche Wirtschaft verlor damit im Vergleich zum Vorjahr an Fahrt, blieb aber angesichts anhaltender Material- und Lieferengpässe, hoher Inflationsraten durch stark gestiegene Energiepreise und Unsicherheiten infolge des Ukrainekrieges vergleichsweise stabil. Die Dienstleistungsbranchen entwickelten sich bedingt durch Nachholeffekte nach der Aufhebung der Corona-Schutzmaßnahmen gut, die Baubranche und das Verarbeitende Gewerbe schwächelten hingegen. Die Beschäftigungsentwicklung flachte sich im Jahresverlauf ab und die Arbeitslosigkeit nahm im Durchschnitt, trotz der Geflüchteten aus der Ukraine, ab." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
IAB-Prognose 2023/2024: Konjunkturflaute dämpft den Arbeitsmarkt (2023)
Bauer, Anja ; Gartner, Hermann ; Hutter, Christian ; Wanger, Susanne ; Hummel, Markus; Weber, Enzo ; Hellwagner, Timon ; Zika, Gerd ;Zitatform
Bauer, Anja, Hermann Gartner, Timon Hellwagner, Markus Hummel, Christian Hutter, Susanne Wanger, Enzo Weber & Gerd Zika (2023): IAB-Prognose 2023/2024: Konjunkturflaute dämpft den Arbeitsmarkt. (IAB-Kurzbericht 18/2023), Nürnberg, 12 S. DOI:10.48720/IAB.KB.2318
Abstract
"Die hohe Inflation, steigende Zinsen sowie eine schwache Auslandsnachfrage haben die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland gedämpft. Der Arbeitsmarkt wird dadurch zwar beeinträchtigt, gemessen an der schwachen Konjunktur hält er sich aber vergleichsweise gut. Der Kurzbericht gibt einen Ausblick auf die Entwicklung in den Jahren 2023 und 2024." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Gartner, Hermann ; Hutter, Christian ; Wanger, Susanne ; Hummel, Markus; Weber, Enzo ; Hellwagner, Timon ; Zika, Gerd ; -
Literaturhinweis
Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage - November 2023 (2023)
Zitatform
Bauer, Anja & Enzo Weber (2023): Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage - November 2023. In: IAB-Forum H. 30.11.2023. DOI:10.48720/IAB.FOO.20231130.01
Abstract
"Die Flaute der deutschen Wirtschaft hält an. So ist das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2023 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,1 Prozent gefallen, nachdem es im ersten Halbjahr 2023 nahezu stagnierte. Der Konsum und der Außenhandel sind noch immer deutlich durch die anhaltende Inflation und die gestiegenen Zinsen belastet. Gestützt wird die Wirtschaft von den Investitionen und dem relativ robusten Arbeitsmarkt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
