Niedriglohnarbeitsmarkt
Der Ausbau des Niedriglohnsektors sollte Ende der 1990er Jahre die hohe Arbeitslosigkeit reduzieren. Als Niedriglohn gilt ein Arbeitsentgelt, das trotz Vollzeitbeschäftigung keine angemessene Existenzsicherung gewährleistet – die OECD definiert den ihn als einen Bruttolohn, der unterhalb von zwei Dritteln des nationalen Medianbruttolohns aller Vollzeitbeschäftigten liegt. Betroffen von Niedriglöhnen sind überdurchschnittlich häufig Personen ohne beruflichen Abschluss, jüngere Erwerbstätige und Frauen.
Bietet der Niedriglohnsektor eine Chance zum Einstieg in den Arbeitsmarkt oder ist er eine Sackgasse? Das IAB-Themendossier erschließt Informationen zum Forschungsstand.
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Literaturhinweis
Fiscal effects of minimum wages: An analysis for Germany (2009)
Zitatform
Bauer, Thomas K., Jochen Kluve, Sandra Schaffner & Christoph M. Schmidt (2009): Fiscal effects of minimum wages: An analysis for Germany. In: German economic review, Jg. 10, H. 2, S. 224-242. DOI:10.1111/j.1468-0475.2009.00467.x
Abstract
"Dieser Beitrag untersucht vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die Einführung gesetzlicher Mindestlöhne, welche potenziellen Beschäftigungs- und fiskalischen Effekte eine solche Maßnahme hätte. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass es zu deutlichen Beschäftigungsverlusten, insbesondere im Bereich der geringfügigen und wenig qualifizierten Beschäftigung, kommen würde. Für den Staat wäre die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns ein Minusgeschäft, weil die damit verbundenen zusätzlichen Ausgaben voraussichtlich die zusätzlichen Einnahmen übersteigen würden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Mindestlöhne in Deutschland: Expertise im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung (2009)
Zitatform
Bosch, Gerhard, Claudia Weinkopf & Thorsten Kalina (2009): Mindestlöhne in Deutschland. Expertise im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung. (WISO Diskurs), Bonn, 64 S.
Abstract
"Die Studie analysiert die Entwicklung und Ausweitung des Niedriglohnsektors in Deutschland und belegt die starke Zunahme seit 1995: Die Zahl der Niedriglohnbeschäftigten ist seitdem um knapp 49% gestiegen. Die Studie greift die unterschiedlichen wissenschaftlichen Diskussionsstränge zum Thema Mindestlöhne auf und präsentiert neue - bisher in Deutschland kaum zur Kenntnis genommene - empirische Befunde aus internationalen Untersuchungen zum Verhältnis von Mindestlöhnen und Beschäftigung. Die Ergebnisse stützen und untermauern die Argumente für die Einführung von gesetzlichen Mindestlöhnen. Die Expertise zeichnet auch die politischen Auseinandersetzungen und den Umsetzungsprozess nach und macht sie transparent. Sie unterstreicht u.a. die Bedeutung, die die Einführung von Mindestlöhnen insbesondere im Bereich der Frauenbeschäftigung hat. Aus unserer Sicht ein gewichtiger Grund, den begonnenen Weg zur Umsetzung von Mindestlöhnen fortzusetzen." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Warum Deutschland einen gesetzlichen Mindestlohn braucht (2009)
Zitatform
Bosch, Gerhard, Thorsten Kalina & Claudia Weinkopf (2009): Warum Deutschland einen gesetzlichen Mindestlohn braucht. (WISO direkt), Bonn, 4 S.
Abstract
"Deutschland ist nach wie vor eines der wenigen Länder ohne gesetzlichen Mindestlohn. Dem Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung zufolge soll dies auch in den nächsten Jahren so bleiben, obwohl die deutliche Zunahme des Niedriglohnsektors in Deutschland dafür spricht, dass hier politischer Handlungsbedarf besteht. Ein einheitlicher gesetzlicher Mindestlohn, der das Lohnspektrum nach unten hin begrenzt, wäre insbesondere wichtig für Bereiche, in denen die Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände nicht präsent oder zu schwach sind, um angemessene Löhne zu vereinbaren. Neue internationale Studien zeigen, dass selbst vergleichsweise hohe Mindestlöhne positive Effekte auf der betrieblichen Ebene und auf dem Arbeitsmarkt haben können." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Working for little money: Does Germany really need a minimum wage? (2009)
Zitatform
Bosch, Gerhard & Claudia Weinkopf (2009): Working for little money: Does Germany really need a minimum wage? In: Intereconomics, Jg. 44, H. 6, S. 353-360. DOI:10.1007/s10272-009-0316-9
Abstract
"Germany has long been considered a country with comparably little wage dispersion and few low paid employees. Only several years ago, an intense debate arose as to whether a low wage sector should be introduced in order to promote employment as a whole and in particular for low-skilled workers. However, a low wage sector has always existed in Germany, although it remained stable for a long time at approximately 13% to 14%. In the mid-1990s, the low wage sector began growing - at first rather inconspicuously, though forcefully just the same - without bringing improvements for overall employment or for the low-skilled workforce. The Hartz reforms were furthermore a deliberate political move to spur the growth of low wage employment, a growth with seemingly no end in sight. In France and Denmark, the percentage of low wage workers - measured as the proportion of employed who earn less than two thirds of the median hourly wage - has remained relatively low for years, in international comparison. In Germany, however, the share of low wage workers has reached the level of the UK, while the country's gap to the United States has decreased (Figure 1). In the following we first outline the development of the low wage sector and its structure, followed by an examination of its causes. In conclusion, we summarise the current debate an low wages." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Spatial implications of minimum wages (2009)
Zitatform
Buettner, Thiess & Alexander Ebertz (2009): Spatial implications of minimum wages. In: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, Jg. 229, H. 2/3, S. 292-312. DOI:10.1515/jbnst-2009-2-313
Abstract
"This paper addresses possible consequences of a minimum wage in a spatial context. An empirical analysis utilizing German data shows that a significant spatial wage structure exists and that, as a consequence, the share of workers earning wages below a minimum wage will he particularly high in rural counties even if we control for educational and occupational differences. A theoretical analysis discusses the implications for the spatial structure of the economy and shows that while the wages in the countryside will be affected positively, wages will decline in the city, where employment and population rise. Workers in the city will further suffer from an increase in housing costs. This supports concerns that urban poverty might increase as result of the introduction of a minimum wage." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Der Mindestlohn und die räumliche Lohnstruktur in Deutschland (2009)
Zitatform
Büttner, Thiess, Alexander Ebertz & Jens Ruhose (2009): Der Mindestlohn und die räumliche Lohnstruktur in Deutschland. In: Ifo-Schnelldienst, Jg. 62, H. 5, S. 20-26.
Abstract
"Bei vielen Politikern und in der Öffentlichkeit erfreut sich der Mindestlohn als ein einfaches Mittel für eine Änderung der Lohnverteilung großer Beliebtheit. Kritiker hingegen befürchten Verluste von Arbeitsplätzen. In der Debatte wird aber oft übersehen, dass sich der Mindestlohn sehr unterschiedlich auf verschiedene Arbeitnehmer auswirken würde. So kann der Mindestlohn, auch wenn er gesamtwirtschaftlich überhaupt keine negativen Beschäftigungseffekte hat, die Arbeitsbedingungen für benachteiligte Gruppen verschlechtern und möglicherweise sogar soziale Probleme verschärfen. Dies zeigt sich am Beispiel der räumlichen Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt. In Städten und dicht besiedelten Regionen liegt das Lohnniveau deutlich höher als auf dem Land: So ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Lohn einer ungelernten Arbeitskraft unter dem Mindestlohn liegt, auf dem Land nach den Schätzungen des ifo Instituts um rund 17 Prozentpunkte höher als in der Stadt. Eine flächendeckende gesetzliche Lohnuntergrenze würde daher in ländlichen Regionen sehr viel stärker greifen als im städtischen Umfeld. Es kommt aber in der Stadt zu indirekten Effekten des Mindestlohns. Diese Effekte sind für die Arbeiterschaft in den Städten ungünstig, da die Löhne tendenziell fallen, die Lebenshaltungskosten aber steigen. D.h., der Mindestlohn kann dazu führen, dass sich die Arbeits- und Lebensbedingungen gerade für die sozial Schwachen in den Städten verschlechtern. Anhand der räumlichen Dimension der Lohnstruktur zeigt sich hier, dass sich der Mindestlohn, selbst wenn er keine gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungseffekte nach sich zieht, unter Umständen überhaupt nicht dazu eignet, die Lohnstruktur in die politisch gewünschte Richtung zu verändern, ja er kann sogar im Gegenteil die Lohnstruktur zu Ungunsten derer verändern, deren Entlohnung nun eigentlich verbessert werden sollte." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Minimum wages in January 2009 (2009)
Czech, Beate;Zitatform
Czech, Beate (2009): Minimum wages in January 2009. (Statistics in focus 2009/29), Luxemburg, 8 S.
Abstract
"In 20 (Belgien, Bulgarien, Spanien, Estland, Griechenland, Frankreich, Ungarn, Irland, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Polen, Portugal, Rumänien, der Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik und dem Vereinigten Königreich) der 27 EU-Mitgliedsstaaten, sowie im Kandidatenland Türkei und in den Vereinigten Staaten existieren gesetzliche Mindestlöhne. Bezogen auf die absolute Höhe des nationalen Mindestlohns verzeichnete man beträchtliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten: Die Spanne reicht von monatlich 123 Euro in Bulgarien bis hin zu monatlich 1 642 Euro in Luxemburg, was einem Verhältnis (in Euro) von eins zu dreizehn entspricht. Nachdem die Auswirkungen von Preisniveauunterschieden durch die Anwendung von Kaufkraftparitäten (KKP) für die Konsumausgaben der privaten Haushalte herausgerechnet wurden, verringern sich die Unterschiede deutlich auf ein Verhältnis von eins zu sechs (in KKP) mit Werten von 240 für Bulgarien und 1 413 für Luxemburg." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Anmerkungen zur Mindestlohndebatte: Elastizitäten, Strukturparameter und Topfschlagen (2009)
Zitatform
Fitzenberger, Bernd (2009): Anmerkungen zur Mindestlohndebatte. Elastizitäten, Strukturparameter und Topfschlagen. In: Zeitschrift für ArbeitsmarktForschung, Jg. 42, H. 1, S. 85-92. DOI:10.1007/s12651-009-0004-z
Abstract
"Die Einführung von Mindestlöhnen ist in Deutschland schon intensiv diskutiert worden. Dieser Beitrag ist aus dem Blickwinkel eines empirischen Arbeitsmarktforschers geschrieben und verfolgt zwei Ziele. Zum einen soll auf einige wirtschaftstheoretische Aspekte verwiesen werden, die in der aktuellen Debatte in Deutschland bisher nicht hinreichend diskutiert wurden, obwohl sie wichtige Erklärungsmuster für zentrale Arbeitsmarktphänomene liefern. Ein zweites Ziel ist die Diskussion von relevanten empirischen Ansätzen und Ergebnissen. Gegner eines Mindestlohns und Befürworter eines moderaten Mindestlohns in Deutschland weisen überzeugende theoretische Argumente für ihre Positionen auf. Im Gegensatz dazu ist leider die empirische Basis der Diskussion in Deutschland noch sehr schwach - eine erfreuliche Ausnahme stellt die Studie von König u. Möller (2007) dar. Im Lichte des aktuellen Diskussionsstandes kann ich die Einführung eines noch so moderaten Mindestlohns nicht befürworten. Allerdings sind für mich Umstände denkbar, unter denen die Einführung eines moderaten Mindestlohns sinnvoll wäre. Die Bringschuld dafür, überzeugende empirische Evidenz für das Vorliegen solcher Umstände vorzulegen, liegt bei den Befürwortern eines Mindestlohns." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Mindestlöhne: das deutsche und das Schweizer Modell (2009)
Gerhardt, Michael;Zitatform
Gerhardt, Michael (2009): Mindestlöhne: das deutsche und das Schweizer Modell. In: Wirtschaftsdienst, Jg. 89, H. 2, S. 107-111.
Abstract
"Die bundesweite Debatte um die Einführung von Mindestlöhnen zeichnet sich sowohl in der Wissenschaft als auch in der Politik seit Jahren eher durch zähe ideologische Grabenkämpfe als durch ökonomische Rationalität aus. Könnten die Erfahrungen der Schweiz in Deutschland als Vorbild für mehr Pragmatismus und neue Lösungsansätze in der Arbeitsmarkt- und Einkommenspolitik dienen?" (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Can more inclusive wage-setting institutions improve low-wage work?: pay trends in the United Kingdom's public-sector hospitals (2009)
Zitatform
Grimshaw, Damian (2009): Can more inclusive wage-setting institutions improve low-wage work? Pay trends in the United Kingdom's public-sector hospitals. In: International Labour Review, Jg. 148, H. 4, S. 439-459.
Abstract
"International research findings highlight the important role of institutions in shaping the wage structure of an economy. Evidence from a sample of seven public hospitals in the United Kingdom confirms those findings, suggesting that a more coordinated and centralized system of wage-setting (including extension of public-sector conditions to outsourced workers) improves pay for low-wage cleaners and assistant nurses. Renewal of wage-setting institutions provides a necessary but insufficient foundation for the elimination of low-wage work. Employee investment in skill development, career advancement and skill-based pay require management's commitment to the design of new, higher-skilled jobs and the strengthening of internal labour markets" (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Mindestlöhne in Österreich: historische Entwicklung und aktuelle Probleme (2009)
Hermann, Christoph;Zitatform
Hermann, Christoph (2009): Mindestlöhne in Österreich. Historische Entwicklung und aktuelle Probleme. In: C. Hermann & R. Atzmüller (Hrsg.) (2009): Die Dynamik des "österreichischen Modells" : Brüche und Kontinuitäten im Beschäftigungs- und Sozialsystem (FORBA-Forschung, 04), S. 111-133.
Abstract
"Dieser Beitrag beschreibt die historische Entwicklung der Mindestlöhne und die Funktionsweise des Mindestlohnsystems, vergleicht Österreich mit anderen Ländern und diskutiert die aktuellen Herausforderungen: Nach einem historischen Rückblick über die Entwicklung der Mindestlöhne wird auf den 1.000- Euro-Mindestlohn eingegangen und die Situation in Osterreich mit jener in anderen europäischen Ländern verglichen. Der darauf folgende Abschnitt fasst die Ergebnisse von empirischen Studien zur Beschäftigungswirkung von Mindestlöhnen in Österreich zusammen, bevor die institutionellen Rahmenbedingungen für eine österreichische Mindestlohnpolitik analysiert werden. Im letzten Abschnitt werden aktuelle Herausforderungen diskutiert und danach in der Zusammenfassung noch einmal die wichtigsten Punkte herausgestrichen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
A good time for making work pay?: Taking stock of in-work benefits and related measures across the OECD (2009)
Zitatform
Immervoll, Herwig & Mark Pearson (2009): A good time for making work pay? Taking stock of in-work benefits and related measures across the OECD. (OECD social, employment and migration working papers 81), Paris, 59 S. DOI:10.1787/225442803245
Abstract
"The twin problem of in-work poverty and persistent labour market difficulties of low-skilled individuals has been one of the most important drivers of tax-benefit policy reforms in OECD countries in recent years. Employment-conditional cash transfers to individuals facing particular labour-market challenges have been a core element of 'make-work-pay' policies for some time and are now in use in more than half of the OECD countries. They are attractive because they redistribute to low-income groups while also creating additional work incentives. But like all social benefits, they have to be financed, which creates additional economic costs for some. This paper discusses the rationale for in-work benefits (IWB), summarises the main design features of programmes operated in OECD countries, and provides an update of what is known about their effectiveness in terms of reducing inequalities and creating employment. As policies aiming to promote self-sufficiency, wage subsidies and minimum wages share a number of the objectives associated with IWB measures. We review evidence on the effectiveness of minimum wages and wage subsidies and discuss links between these policies and IWBs. Finally, we outline some potential consequences of weakening labour markets for the effectiveness of make-work-pay policies." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Minimum wage incidence: the case for Germany (2009)
Zitatform
Knabe, Andreas & Ronnie Schöb (2009): Minimum wage incidence: the case for Germany. In: Finanzarchiv, Jg. 65, H. 4, S. 403-441. DOI:10.1628/001522109X486598
Abstract
"This paper analyzes the impact of a statutory minimum wage on employment, wage inequality, public expenditures, and aggregate income in the low-wage sector for two scenarios: a competitive labor market and a monopsonistic labor market. Using data from the 2006 wave of the German Socio-Economic Panel (GSOEP), we show that irrespective of which scenario adequately describes the labor market, a statutory minimum wage reduces employment and raises public expenditures. While aggregate income in the low-wage sector increases, poor households (i.e., those eligible for Unemployment Benefits II), do not benefit from a minimum wage. Wage subsidies at the same fiscal cost ensure more favorable employment effects in both scenarios. However, the workers' income depends on whether we have a competitive or a monopsonistic labor market. A wage subsidy ensures higher household income in a competitive labor market but leads to lower income gains in the monopsonistic scenario. Furthermore, wage subsidies lead to a more equal income distribution than statutory minimum wages, irrespective of their incidence. Combining a minimum wage with a compensating wage subsidy, similar to the French minimum wage system, is extremely costly while still inferior to pure wage subsidies." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Standpunkt: Plädoyer für einen moderaten gesetzlichen Mindestlohn (2009)
König, Marion; Möller, Joachim;Zitatform
König, Marion & Joachim Möller (2009): Standpunkt: Plädoyer für einen moderaten gesetzlichen Mindestlohn. In: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Nürnberg (Hrsg.) (2009): IAB-Jahresbericht 2008 : Wissen verbindet, S. 19-21.
Abstract
Auf der Basis ihrer Untersuchung zu den Effekten der Mindestlohneinführung im Baugewerbe im Jahr 1997 mit ökonometrischen Methoden (König/Möller, 2008) plädieren die Autoren für einen moderaten gesetzlichen Mindestlohn. Aus ihrer Sicht kann eine moderate Lohnuntergrenze beschäftigungsneutral oder sogar beschäftigungsfördernd sein. Maß für die Höhe des Mindestlohns ist die Relation zum Medianlohn, also dem Lohn, unter bzw. über dem jeweils 50 Prozent der Arbeitnehmer liegen. Die Untersuchung zum Baugewebe zeigte bei einem Medianlohn von 63 Prozent (Westdeutschland) neutrale bis leicht positive Effekte auf den Arbeitsmarkt, während eine Medianlohnhöhe von 82 Prozent (Ostdeutschland) den rezessionsbedingten Arbeitsplatzabbau noch verstärkt hat. Ein gesetzlicher Mindestlohn sollte nach Ansicht der Autoren so bemessen sein, dass zumindest ein alleinstehender Vollzeitbeschäftigter davon seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Eine allgemeine Lohnuntergrenze auf moderatem Niveau wäre danach nicht nur beschäftigungspolitisch vertretbar, sie wäre auch ein wichtiges gesellschaftspolitisches Signal für mehr soziale Gerechtigkeit. Zur Verbesserung der politischen Akzeptanz eines Mindestlohns in der Öffentlichkeit schlagen die Autoren die Einsetzung einer Expertenkommission nach dem Vorbild der Low Pay Commission in Großbritannien vor. (IAB)
Beteiligte aus dem IAB
Möller, Joachim; -
Literaturhinweis
Impacts of minimum wages: a microdata analysis for the German construction sector (2009)
König, Marion; Möller, Joachim;Zitatform
König, Marion & Joachim Möller (2009): Impacts of minimum wages. A microdata analysis for the German construction sector. In: U. Blien, E. Jahn & G. Stephan (Hrsg.) (2009): Unemployment and labour market policies - novel approaches, S. 716-741. DOI:10.1108/01437720910997362
Abstract
Die vorgeschlagene Methode bestimmt die Größe der Untersuchungs- und der Kontrollgruppe über ein Maximum-Likelihood-Kriterium. Die Ergebnisse zeigen positive Lohneffekte des Mindestlohns in beiden Landesteilen. Die Beschäftigungseffekte sind jedoch unterschiedlich. Sie sind negativ für Ostdeutschland und positiv für Westdeutschland, wenn auch im letzten Fall nicht immer statistisch relevant. Die Untersuchungsergebnisse sind aufschlussreich in Hinblick auf die Folgen eines Mindestlohns, obwohl der Übertragbarkeit von der Bauwirtschaft auf andere Branchen Grenzen gesetzt sind. Da der Mindestlohn im ostdeutschen Bausektor höher als der Medianlohn in Westdeutschland ist, geht eine mögliche Schlussfolgerung dahin, dass der Trade-Off zwischen höheren Löhnen für Geringverdiener und der Gefahr eines Arbeitsplatzverlustes bei niedrigen Mindestlöhnen nicht existiert. Die Untersuchung gibt wertvolle Hinweise über den Einfluss steigender Löhne auf die Beschäftigungssicherung in Deutschland. (IAB)
Beteiligte aus dem IAB
Möller, Joachim; -
Literaturhinweis
Der Wert der Arbeit: Sind Mindestlöhne gerecht? (2009)
Lesch, Hagen;Zitatform
Lesch, Hagen (2009): Der Wert der Arbeit: Sind Mindestlöhne gerecht? Köln: IW Medien, 28 S.
Abstract
Gegenstand der Broschüre ist die Frage, ob ein gesetzlicher Mindestlohn ein gerechtes und wirksames Umverteilungsinstrument sein kann und was als Alternative in Frage kommt. In Westdeutschland liegen 11,6 % der Löhne unter 7,50 Euro, in Ostdeutschland 25,7 %. Das individuelle Einkommen wird dann als fair beurteilt, wenn das gesamte Haushaltseinkommen als zufrieden stellend betrachtet wird. Der Autor hält Mindestlöhne weder für gerecht noch optimal, da es einen trade-off zwischen Lohngerechtigkeit und Beschäftigungssicherheit gibt. Für ihn sind Zuschüsse aus Steuermitteln die bessere Alternative. (IAB)
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Literaturhinweis
Welfare states, labour market institutions and the working poor: a comparative analysis of 20 European countries (2009)
Lohmann, Henning;Zitatform
Lohmann, Henning (2009): Welfare states, labour market institutions and the working poor. A comparative analysis of 20 European countries. In: European Sociological Review, Jg. 25, H. 4, S. 489-504. DOI:10.1093/esr/jcn064
Abstract
"This article regards the incidence of in-work poverty and how it is reduced by the payment of social transfers in 20 European countries. It combines a micro- and a macro-level perspective in two-level models. The basis for the analysis is micro-data from the EU Statistics on Income and Living Conditions (EU-SILC) 2005 and macro-data from sources such as the OECD and Eurostat. The broad comparative perspective allows for a separation of different institutional influences, namely the influence of the degree of decommodification, defamilization, and bargaining centralization. In contrast to previous studies on the working poor which have mainly described country differences in in-work poverty, this article focuses on the question of how such differences can be explained from a broader perspective of poverty research. In general, the results confirm the overall hypothesis that both welfare state measures and labour market institutions have an influence on in-work poverty. By analysing influences on pre-transfer poverty and poverty reduction separately, the author shows that such factors have varied effects on in-work poverty. While bargaining centralization proves to be relevant for the distribution of pre-transfer incomes only, the set-up of the social security system, in particular, impacts the extent of poverty reduction." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Wie groß sind die Beschäftigungsverluste aufgrund eines allgemeinen Mindestlohns? (2009)
Müller, Kai-Uwe;Zitatform
Müller, Kai-Uwe (2009): Wie groß sind die Beschäftigungsverluste aufgrund eines allgemeinen Mindestlohns? In: DIW-Wochenbericht, Jg. 76, H. 26, S. 430-433.
Abstract
"In den letzten Jahren sind verschiedene empirische Studien zu den Beschäftigungswirkungen eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland erschienen. Die Bandbreite der simulierten Job-Verluste reicht von 140 000 bis 1,2 Millionen. Eine neue Studie des DIW Berlin auf der Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels und der Verdienststrukturerhebung 2006 zeigt, dass die simulierten Nachfrageeffekte sehr sensitiv auf Messfehler bei den Stundenlöhnen, Eingrenzungen der verwendeten Stichprobe und die unterstellten Elastizitäten der Arbeitsnachfrage reagieren. Ein allgemeiner Mindestlohn von 7,50 Euro hätte nach dieser Untersuchung eher moderate Arbeitsplatzverluste in Höhe von rund 290 000 zur Folge." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
How robust are simulated employment effects of a legal minimum wage in Germany?: a comparison of different data sources and assumptions (2009)
Müller, Kai-Uwe;Zitatform
Müller, Kai-Uwe (2009): How robust are simulated employment effects of a legal minimum wage in Germany? A comparison of different data sources and assumptions. (DIW-Diskussionspapiere 900), Berlin, 29 S.
Abstract
"Several empirical minimum wage studies have recently been published that simulate employment effects of a federal minimum wage in Germany. We disentangle various factors that explain the variation in previous simulation results. Based on data from the German Socio- Economic Panel and the newly available 'Verdienststrukturerhebung 2006' we conduct robustness analyses that systematically test the range in the outcomes of different labor demand simulations. We find that labor demand effects are sensitive to measurement errors in wages, the representativeness of the sample with respect to several types of labor inputs as well as estimated and assumed labor demand and output price elasticities. Interactions of those determinants may lead to substantial differences in simulation outcomes." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
A new departure in the Japanese minimum wage legislation (2009)
Nakakubo, Hiroya;Zitatform
Nakakubo, Hiroya (2009): A new departure in the Japanese minimum wage legislation. In: Japan labor review, Jg. 6, H. 2, S. 22-38.
Abstract
"The Minimum Wages Act underwent a major revision in 2007 as the issue of the working poor heightened public interest in the theme. The revision streamlined the entire minimum wage system, placing the regional minimum wages established by the prefectures clearly at the core. It also required that the amounts of these minimum wages be consistent with public assistance policies. Under the revised act, the new regional minimum wages were set and entered effect in each prefecture from autumn 2008. This article explores the significance of this new minimum wage legislation." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Mindestlohn - eine kritische Einordnung (2009)
Nermerich, Daniel;Zitatform
Nermerich, Daniel (2009): Mindestlohn - eine kritische Einordnung. (Europäische Hochschulschriften. Reihe 2, Rechtswissenschaft 4908), Frankfurt am Main: Lang, 163 S.
Abstract
"Die Kontroverse um Mindestlöhne wird energisch geführt und ist zugleich an Unschärfe kaum zu überbieten. Zwischen hitziger Befürwortung und rigoroser Ablehnung entsteht der Wunsch nach einer sachlichen Betrachtung der Materie und erzeugt damit wissenschaftlichen Klärungsbedarf. Wie ist die Forderung nach Mindestlöhnen mit der Rechtsordnung zu verbinden? Welche ökonomischen Effekte kennzeichnen das Spannungsfeld? Gegenstand des Buches ist die kritische Einordnung der Mindestlohnthematik in rechtswissenschaftlicher Hinsicht unter Berücksichtigung ökonomischer Implikationen. Es soll einen Beitrag dazu leisten die Materie Mindestlohn in ihrer notwendigen Differenzierung wahrzunehmen und eine Orientierungshilfe durch die Komplexität der Problemgebiete sein." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Who are minimum and sub-minimum wage workers? (2009)
Zitatform
Pacheco, Gail (2009): Who are minimum and sub-minimum wage workers? In: International Journal of Manpower, Jg. 30, H. 6, S. 529-548. DOI:10.1108/01437720910988966
Abstract
"The purpose of this paper is to provide a comprehensive portrait of who earns the minimum wage, in terms of the characteristics of the individual that are most important in determining this outcome. This study uses individual data from the Annual Income Supplements of the New Zealand (NZ) Household Labour Force Surveys between June 1997 and June 2004. This unit record data allows isolation of workers earning the minimum wage or close to it. A more sophisticated quantitative analysis is also carried out, where the probability of earning at or below the minimum wage is modelled to estimate what individual characteristics are most significant in determining minimum wage status. One of the key findings was that individual characteristics (such as age) are much more important than household circumstance or industry affiliations, in terms of the probability of earning minimum wage." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Gender differences in low pay labour mobility and the national minimum wage (2009)
Zitatform
Phimister, Euan & Ioannis Theodossiou (2009): Gender differences in low pay labour mobility and the national minimum wage. In: Oxford economic papers, Jg. 61, H. S1, S. i122-i146. DOI:10.1093/oep/gpn045
Abstract
"This paper examines gender differences in the duration of low pay employment spells prior to and after the introduction in the National Minimum Wage in 1999. The results suggest that the dynamics out of low pay differ by gender and that these differences change after 1999. These differences are driven by the differing impact of a number of covariates such as age and education on the baseline hazards. Overall, the effect of many covariates on expected duration is often less in absolute terms for women than men, although such differences frequently decline after 1999. At mean values, gender differences in expected duration of low pay effectively disappear and gender differences in the exit probability to high pay decline after 1999. However, for individuals with characteristics most associated with long periods of low pay, the high pay exit probability is substantially lower after 1999 for women than for men." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Mindestlohn, Mindestsicherung und Mindesteinkommen in wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive (2009)
Rhein, Thomas;Zitatform
Rhein, Thomas (2009): Mindestlohn, Mindestsicherung und Mindesteinkommen in wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive. In: Neue Zeitschrift für Arbeitsrecht, Jg. 26, H. 21 - Beilage 3, S. 91-96.
Abstract
"Gesetzliche Mindestlöhne, Mindestsicherung und die Einführung eines bedingungslosen Mindesteinkommens werden vor dem Hintergrund eines wachsenden Niedriglohnsektors und hoher (Langzeit-)Arbeitslosigkeit in Deutschland diskutiert. Der Beitrag analysiert die Thematik vor dem Hintergrund des Spannungsfelds unterschiedlicher sozial- und wirtschaftspolitischer Zielvorstellungen. Dies sind insbesondere die Vermeidung von Armut und Begrenzung von Ungleichheit, die Schaffung von positiven Leistungs- und Beschäftigungsanreizen und die Begrenzung fiskalischer Lasten für die öffentlichen Haushalte." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Identifying minimum wage effects: new evidence from monthly CPS data (2009)
Zitatform
Sabia, Joseph J. (2009): Identifying minimum wage effects. New evidence from monthly CPS data. In: Industrial relations, Jg. 48, H. 2, S. 311-328. DOI:10.1111/j.1468-232X.2009.00559.x
Abstract
"The appropriateness of including year effects in employment models has been a contentious issue in the minimum wage literature. Using monthly data from the 1979-2004 Current Population Surveys, I find consistent evidence of adverse labor demand effects for teenagers across specifications preferred by those on each side of this debate. Estimated employment elasticities range from -0.2 to -0.3 and unconditional hours elasticities from -0.4 to -0.5." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
The effects of minimum wage increases on retail employment and hours: new evidence from monthly CPS data (2009)
Zitatform
Sabia, Joseph J. (2009): The effects of minimum wage increases on retail employment and hours. New evidence from monthly CPS data. In: Journal of labor research, Jg. 30, H. 1, S. 75-97. DOI:10.1007/s12122-008-9054-1
Abstract
"Proponents of state and federal minimum wage increases argue that past minimum wage hikes have not adversely affected retail employment. However, the existing empirical evidence is mixed. This study uses monthly data from the 1979-2004 Current Population Survey to provide new estimates of the effect of minimum wage increases on retail employment and hours worked. The findings suggest evidence of modest adverse effects. A 10% increase in the minimum wage is associated with a 1% decline in retail trade employment and usual weekly hours worked. Larger negative employment and hours effects are observed for the least experienced workers in the retail sector. These results are robust across a number of specifications, but are sensitive to controls for state time trends." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Bedarfsdeckende Bruttoentgelte: erforderliche Bruttoentgelthöhen zur Vermeidung von Hilfebedürftigkeit nach SGB II (2009)
Zitatform
Steffen, Johannes (2009): Bedarfsdeckende Bruttoentgelte. Erforderliche Bruttoentgelthöhen zur Vermeidung von Hilfebedürftigkeit nach SGB II. Bremen, 23 S.
Abstract
"Ausgehend von den gesamtdeutschen Daten bewegt sich die Spanne der bedarfsdeckenden monatlichen Bruttoentgelte zwischen 1.231 EURO (Single) und 2.051 EURO (unverheiratetes Paar mit einem Kind). Soll ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn dem vollzeitnah beschäftigten Alleinstehenden eine Lebensführung unabhängig von aufstockenden Fürsorgeleistungen ermöglichen, so müsste dessen Höhe derzeit bei mindestens 8,15 EURO liegen. Um das Schwellen-Brutto für Erwerbstätigenhaushalte mit Kindern zu senken und damit die Chancen zur Überwindung der 'Hartz-IV'-Abhängigkeit im Wege der Erwerbstätigkeit nachhaltig zu erhöhen, sind ergänzende Regelungen im Wohngeldgesetz, eine Anhebung des Maximalbetrages beim Kinderzuschlag, dessen Staffelung nach dem Alter der Kinder sowie bei Alleinerziehenden eine bessere Abstimmung zwischen Kinderzuschlag, Unterhaltsleistungen und Wohngeld erforderlich." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Beschäftigungsförderung und Einkommenssicherung im Niedriglohnbereich: Wege und Irrwege (2009)
Steiner, Viktor;Zitatform
Steiner, Viktor (2009): Beschäftigungsförderung und Einkommenssicherung im Niedriglohnbereich. Wege und Irrwege. In: G. G. Schulze (Hrsg.) (2009): Reformen für Deutschland : die wichtigsten Handlungsfelder aus ökonomischer Sicht, S. 49-77.
Abstract
"Staatliche Instrumente zur Beschäftigungsförderung und Einkommenssicherung im Niedriglohnbereich durch 'Kombilohn-Modelle' existieren auch in Deutschland schon seit längerem und wurden im Zuge der jüngsten Arbeitsmarktreformen ausgeweitet. Diese haben das Ziel, durch eine einkommensabhängige Lohnsubvention geringe Erwerbseinkommen zu ergänzen und die finanziellen Anreize zur Aufnahme einer gering entlohnten Tätigkeit zu verbessern. Eine spezielle Form dieser Lohnsubventionen ist die vollkommene oder teilweise Freistellung der Sozialbeiträge bei geringfügiger Beschäftigung ('Mini-Jobs'). Aktuelle Vorschläge aus Politik und Wissenschaft, die vom Kombilohn-Modell des Sachverständigenrats bis zur Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes reichen, haben die weiterführende Reform des Niedriglohnsektors in Deutschland zum Ziel. Die kritische Bewertung diese Vorschläge zeigt, dass die Beschäftigungseffekte einkommensabhängiger Lohnsubventionen gering sind, die umstrittene Reform der Arbeitslosenunterstützung die Arbeitslosigkeit insgesamt nur in eher geringem Umfang reduziert hat, und dass auch von aktuell diskutierten Kombilohn-Modellen keine größeren Beschäftigungseffekte zu erwarten sind. Die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes von 7,50 Euro pro Stunde ist kein effektives Instrument zur Einkommenssicherung und wäre mit einem Stellenabbau insbesondere bei den geringfügig Beschäftigten verbunden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Using local labor market data to re-examine the employment effects of the minimum wage (2009)
Thompson, Jeffrey P.;Zitatform
Thompson, Jeffrey P. (2009): Using local labor market data to re-examine the employment effects of the minimum wage. In: Industrial and Labor Relations Review, Jg. 62, H. 3, S. 343-366.
Abstract
"Using quarterly Census data for 1996-2000, the author evaluates how minimum wages affected teenage employment at the county level. An analysis that includes all counties yields small and statistically insignificant effects, consistent with previous research using state panels. However, in counties where the minimum wage was likely binding (above the market-clearing wage for teens), the negative impact on employment was considerably larger. The effect was strongest in small counties, was restricted to 'transitory' jobs and new hires, and apparently was not experienced by young adults ages 19-22. The small employment effects found in much of the literature, the author argues, at least partly reflect the estimates' inclusion of local labor markets where the minimum wage is not binding. By averaging the effects across all areas, with no disaggregation based on where the minimum wage is binding and where it is not, these studies overlook important regional variation." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Minimum wages and employment: a theoretical and empirical analysis (2009)
Würzburg, Klaas;Zitatform
Würzburg, Klaas (2009): Minimum wages and employment. A theoretical and empirical analysis. (Innovative Beschäftigungspolitik in Forschung und Praxis 03), Hamburg: Kovac, 242 S.
Abstract
"Die Auswirkungen von Mindestlöhnen auf das Beschäftigungsniveau werden seit längerer Zeit kontrovers diskutiert. Der Autor hat das Ziel, die Hintergründe dieser Debatte nüchtern und unideologisch zu analysieren und zu bereichern. Es werden zunächst verschiedene modelltheoretische Ansätze beleuchtet, die für die Auswirkungen von Mindestlöhnen auf die Beschäftigung relevant sein können. Dabei wird deutlich, dass die Arbeitsmarkttheorie sowohl Beschäftigungseffekte als auch -verluste erklären kann. Auch die Resultate von hochwertigen empirischen Mindestlohnstudien, die der Autor ebenfalls zusammenfasst und bewertet, erzielen keine eindeutigen Ergebnisse. Die uneindeutige Theorie und Empirie spiegelt gewissermaßen die häufig diffuse Mindestlohndebatte wider, in der festgefahrene Ideologien die Argumentation dominieren, und häufig wenig Platz für wissenschaftliche Fakten bleibt. Der Autor plädiert also für eine Versachlichung der Mindestlohndiskussion und präsentiert eine eigene empirische Analyse, die aus mehreren Gründen einzigartig ist. Ein aufwendiges und einheitliches Schätzverfahren wird auf sieben europäische Länder mit allgemeingültigen gesetzlichen Mindestlöhnen angewendet. Dabei werden neue Einflussfaktoren einbezogen, welche anderen Studien nicht zur Verfügung standen. Basierend auf dieser aufwendigen, länderübergreifenden Studie kann der Autor neue Erkenntnisse ableiten, die höchst relevant für die allgemeine Mindestlohndebatte sind und den Wissenstand jedes Arbeitsmarktökonomen erweitern." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Mindestlohn gegen die Verarmungsfalle?: Investivlohn, Kombilohn und Mindestlohn als Puffer in einer sich ändernden Arbeitswelt (2009)
Zdjelar, Jovan;Zitatform
Zdjelar, Jovan (2009): Mindestlohn gegen die Verarmungsfalle? Investivlohn, Kombilohn und Mindestlohn als Puffer in einer sich ändernden Arbeitswelt. Marburg: Tectum Verlag, 261 S.
Abstract
"Nur die Spezialisierung auf hochwertige, in Entwicklung und Fertigung anspruchsvolle Produkte kann Deutschlands Wirtschaft langfristig ihren Platz auf dem Weltmarkt sichern. Der Transferprozess von der Industrienation zur Wissensgesellschaft ist unumkehrbar. Während der Hochtechnologie- und Hochschulstandort händeringend nach hervorragend ausgebildeten Arbeitnehmern giert, haben technische Innovationen und der sich in anderen Erdteilen öffnende Markt Millionen herkömmliche Arbeitsplätze gekostet. Wie der dramatische Mangel an Fachkräften und die schlechten Berufschancen ungenügend Qualifizierter sich ausgleichen könnten, ist als Gretchenfrage des 21. Jahrhunderts ein ungelöstes Problem. Investivlohn, Kombilohn und Mindestlohn werden seit Jahren als Vehikel diskutiert, um ein Ausufern des Billiglohn-Sektors zu verhindern und in den Arbeitsmarkt lenkend einzugreifen. Der Autor setzt sich intensiv mit den drei Modellen und ihren Möglichkeiten und Grenzen auseinander. Anhand eines Fragebogens, der in verschiedenen Institutionen hinterlegt und im Anschluss ausgewertet wurde, förderte er aufschlussreiche Ergebnisse zum Thema 'Mindestlohn' zutage. Seine Studie ist damit keine rein soziologische Untersuchung, sondern stellt beispielsweise auch juristische und ökonomische Parameter bei der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland in Rechnung." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Mindestlöhne: Pro und Contra (2009)
Özalbayrak, Mehmet;Zitatform
Özalbayrak, Mehmet (2009): Mindestlöhne. Pro und Contra. In: Das Wirtschaftsstudium, Jg. 38, H. 2, S. 207-210.
Abstract
"Mit der Einführung des Mindestlohns für Briefzusteller zu Beginn letzten Jahres ist die Debatte zu diesem Thema neu entbrannt. Im Gegensatz zu anderen Ländern finden sich gesetzliche Mindestlöhne hierzulande bislang nur in einzelnen Branchen (z.B. Baubranche, Maler, Lackierer und Dachdecker). Im Januar 2009 beschloss der Bundestag, auch bei der Altenpflege, bei Wach- und Sicherheitsdiensten, Großwäschereien, in der Abfallwirtschaft, bei Bergbau-Spezialarbeiten sowie in der Aus- und Weiterbildungsbranche Mindestlöhne einzuführen. Damit gelten künftig für fast die Hälfte der 6,6 Millionen Beschäftigten im Niedriglohnsektor Mindestlöhne. In Politik und Wissenschaft ist nach wie vor umstritten, ob sie zu einem existenzsichernden Einkommen führen oder ob dadurch Arbeitsplätze gefährdet werden." (Textauszug, IAB-Doku)
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The effect of minimum wages on wages and employment: county-level estimates for the United States (2008)
Zitatform
Addison, John T., McKinley L. Blackburn & Chad D. Cotti (2008): The effect of minimum wages on wages and employment. County-level estimates for the United States. (IZA discussion paper 3300), Bonn, 50 S.
Abstract
"We use county-level data on employment and earnings in the restaurant-and-bar sector to evaluate the impact of minimum wage changes on low-wage labor markets. Our empirical approach is similar to the literature that has used state-level panel data to estimate minimum-wage impacts, with the difference that we focus on a particular sector rather than demographic group. Our estimated models are consistent with a simple competitive model of the restaurant-and-bar labor market in which supply-and-demand factors affect both the equilibrium outcome and the probability that a minimum wage will be binding in any given time period. Our evidence does not suggest that minimum wages reduce employment in the overall restaurant-and-bar sector, after controls for trends in sector employment at the county level are incorporated in the model. Employment in this sector appears to exhibit a downward long-term trend in states that have increased their minimum wages relative to states that have not, thereby predisposing fixed-effects estimates towards finding negative employment effects." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Can policy interact with culture? Minimum wage and the quality of labor relations (2008)
Zitatform
Aghion, Philippe, Yann Algan & Pierre Cahuc (2008): Can policy interact with culture? Minimum wage and the quality of labor relations. (IZA discussion paper 3680), Bonn, 69 S.
Abstract
"Can public policy interfere with culture, such as beliefs and norms of cooperation? We investigate his question by evaluating the interactions between the State and the Civil Society, focusing on the labor market. International data shows a negative correlation between union density and the quality of labor relations on one hand, and state regulation of the minimum wage on the other hand. To explain this relation, we develop a model of learning of the quality of labor relations. State regulation crowds out the possibility for workers to experiment negotiation and learn about the true cooperative nature of participants in the labor market. This crowding out effect can give rise to multiple equilibria: a 'good' equilibrium characterized by strong beliefs in cooperation, leading to high union density and low state regulation; and a 'bad' equilibrium, characterized by distrustful labor relations, low union density and strong state regulation of the minimum wage. We then use surveys on social attitudes and unionization behavior to document the relation between minimum wage legislation and the beliefs about the scope of cooperation in the labor market." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
Ähnliche Treffer
auch erschienen als: NBER working paper , 14327 -
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Labour mobility and wage dumping: the case of Norway (2008)
Zitatform
Alsos, Kristin & Line Eldring (2008): Labour mobility and wage dumping. The case of Norway. In: European journal of industrial relations, Jg. 14, H. 4, S. 441-459.
Abstract
"This article examines wage regulation mechanisms, based on statutory provisions or on collective agreements, designed to protect migrant and posted workers from 'wage dumping'. The Norwegian mixed model is compared to mechanisms in other European countries, and is also contrasted with the autonomous collective-agreement models of Denmark and Sweden. The experience gained from extension of collective agreements in Norway suggests that such mechanisms may be more generally effective as a means to protect foreign workers." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Mindestlöhne in Deutschland: Beschäftigungswirkungen und fiskalische Effekte (2008)
Zitatform
Bachmann, Ronald, Thomas K. Bauer, Jochen Kluve, Sandra Schaffner & Christoph M. Schmidt (2008): Mindestlöhne in Deutschland. Beschäftigungswirkungen und fiskalische Effekte. (RWI-Materialien 43), Essen, 58 S.
Abstract
"Die Arbeit ergänzt die bisherigen Erkenntnisse zu Mindestlöhnen in Deutschland wesentlich und bringt neue Ergebnisse in die Debatte ein. Dies erfolgt in zwei zentralen Schritten. Zum einen liefert der Beitrag eine detaillierte Analyse der Auswirkungen verschiedener Mindestlohnhöhen auf die Beschäftigung einzelner Arbeitnehmergruppen sowie die öffentlichen Finanzen. Diese Simulationsrechnungen basieren dabei im Gegensatz zur existierenden Literatur in Deutschland nicht schlicht auf gesetzten Annahmen, sondern auf ökonometrisch geschätzten Arbeitsnachfrageelastizitäten. Die dergestalt ermittelten Beschäftigungseffekte verbinden wir mit den Auswirkungen auf Einkommensteueraufkommen, Sozialversicherung, Unternehmenssteuer und Transferleistungsbezug (ALG I, ALG II, sowie Aufstocker), um so die gesamten fiskalischen Effekte potenzieller Mindestlohnregelungen abzubilden. In einem zweiten Schritt ergänzen wir diese Analyse durch eine aktuelle Unternehmensbefragung in acht Branchen: Friseurhandwerk, Wachgewerbe, Kfz-Handwerk, Einzelhandel (Herrenausstatter), Floristik, Sanitärtechnik, Großhandel (Baumärkte), und Gaststätten Neben der Einschätzung von Mindestlohnregelungen steht hierbei insbesondere die Frage im Vordergrund, welche Auswirkungen auf betrieblicher Ebene durch Lohnuntergrenzen zu erwarten sind.
Die Ergebnisse des ersten Analyseteils zeigen, dass die Einführung eines Mindestlohns von 7,50 Euro zum Verlust von etwa 1 Mill. Arbeitsplätzen in West- sowie etwa 220 000 Arbeitsplätzen in Ostdeutschland führen würde. Diese Effekte resultieren aus Beschäftigungsverlusten bei geringfügig Beschäftigten sowie bei gering- und mittelqualifizierten Vollzeitbeschäftigten. Hochqualifizierte in Westdeutschland würden von der Einführung eines Mindestlohns aufgrund der Substitutionsbeziehung zu diesen Beschäftigtengruppen profitieren. Diese empirischen Befunde werden durch die Ergebnisse der Unternehmensbefragung (zweiter Analyseschritt) tendenziell bestätigt." (Textauszug, IAB-Doku) -
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Auswirkungen der Einführung des Postmindestlohns: Befragung von Unternehmen der Branche Briefdienstleistungen. Forschungsvorhaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Endbericht (2008)
Zitatform
Bachmann, Ronald (2008): Auswirkungen der Einführung des Postmindestlohns. Befragung von Unternehmen der Branche Briefdienstleistungen. Forschungsvorhaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Endbericht. (RWI-Projektberichte), Essen, 26 S.
Abstract
Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI Essen) hat im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Februar 2008 eine Umfrage unter Betrieben des Bereichs Briefdienstleistungen durchgeführt. Ziel der Befragung war es, die kurzfristig bereits eingetretenen sowie langfristig erwarteten Auswirkungen der zum 01. Januar 2008 in Kraft getretenen Neuregelung zum Mindestlohn in diesem Bereich zu untersuchen. Befragt wurden 113 Unternehmen im Bereich Briefdienstleistungen. 86 der befragten Unternehmen (76 Prozent) befinden sich in Westdeutschland, 27 in Ostdeutschland (24 Prozent). Fazit: 20 Prozent der Unternehmen schätzen ihre aktuelle wirtschaftliche Situation als 'gut' ein, 47 Prozent als 'befriedigend', 33 Prozent als 'schlecht'. 56 Prozent der Unternehmen geben an, dass sich ihr Personalbestand in den letzten 12 Monaten positiv entwickelt hat. 83 Prozent der Unternehmen haben die Einführung des Mindestlohns im Bereich Briefdienstleistungen nicht befürwortet. 70 Prozent der Unternehmen geben an, dass ihre aktuelle wirtschaftliche Situation durch diese Regelung 'etwas schlechter' oder 'viel schlechter' geworden ist. 65 Prozent rechnen auch langfristig durch den Mindestlohn mit einer 'etwas schlechteren' oder 'viel schlechteren' wirtschaftlichen Situation. 30 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass sie bereits im Zeitraum seit Einführung des Mindestlohns Stellen abgebaut haben. 53 Prozent der Unternehmen rechnen langfristig mit Stellenabbau. (IAB)
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Sind Mindestlöhne wirklich eine Option für Deutschland?: erste Ergebnisse zu den Auswirkungen des Postmindestlohns (2008)
Zitatform
Bachmann, Roland, Thomas K. Bauer, Jochen Kluve & Christoph M. Schmidt (2008): Sind Mindestlöhne wirklich eine Option für Deutschland? Erste Ergebnisse zu den Auswirkungen des Postmindestlohns. In: Ifo-Schnelldienst, Jg. 61, H. 10, S. 3-8.
Abstract
"Ergänzend zu den Beiträgen im ifo Schnelldienst 6/2008 stellen die Autoren vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) Essen, erste Ergebnisse einer Unternehmensbefragung zu den Auswirkungen des Postmindestlohns vor. Die Befragung zeigte, wie Mindestlohnregelungen bereits kurzfristig zu Beschäftigungsabbau führen, der sich langfristig noch weiter verstärken könnte." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Fiscal effects of minimum wages: An analysis for Germany (2008)
Zitatform
Bauer, Thomas K., Jochen Kluve, Sandra Schaffner & Christoph M. Schmidt (2008): Fiscal effects of minimum wages: An analysis for Germany. (IZA discussion paper 3875), Bonn, 30 S.
Abstract
"Dieser Beitrag untersucht vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die Einführung gesetzlicher Mindestlöhne, welche potenziellen Beschäftigungs- und fiskalischen Effekte eine solche Maßnahme hätte. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass es zu deutlichen Beschäftigungsverlusten, insbesondere im Bereich der geringfügigen und wenig qualifizierten Beschäftigung, kommen würde. Für den Staat wäre die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns ein Minusgeschäft, weil die damit verbundenen zusätzlichen Ausgaben voraussichtlich die zusätzlichen Einnahmen übersteigen würden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Aktuelle Mindestlohndebatte: Branchenlösungen oder gesetzlicher Mindestlohn? (2008)
Bispinck, Reinhard; Schulten, Thorsten;Zitatform
Bispinck, Reinhard & Thorsten Schulten (2008): Aktuelle Mindestlohndebatte: Branchenlösungen oder gesetzlicher Mindestlohn? In: WSI-Mitteilungen, Jg. 61, H. 3, S. 151-158. DOI:10.5771/0342-300X-2008-3-151
Abstract
"Die Bundesregierung plant, mit der Ausweitung des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes und einer Novellierung des Mindestarbeitsbedingungengesetzes zur Einführung branchenbezogener Mindestlöhne zu erleichtern. Der Beitrag analysiert die Funktionsbedingungen und die Reichweite der Regelungen und kommt zu dem Schluss, dass voraussichtlich große Teile des Niedriglohnsektors davon nicht erfasst werden. Notwendig bleibt ein branchenübergreifender gesetzlicher Mindestlohn, wie er in den meisten europäischen Ländern bereits existiert. Die Kritik des wirtschaftswissenschaftlichen Mainstreams an den vermeintlich negativen Beschäftigungswirkungen eines solchen Mindestlohns basiert auf einem einseitigen neoklassischen Arbeitsmarktmodell, das der Arbeitsmarktrealität nicht gerecht wird und die breite internationale Forschung zu Mindestlöhnen weitgehend ausblendet." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Ein Mindestlohn von 7,50 Euro je Stunde betrifft vor allem Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor (2008)
Brautzsch, Hans-Ulrich; Schultz, Birgit;Zitatform
Brautzsch, Hans-Ulrich & Birgit Schultz (2008): Ein Mindestlohn von 7,50 Euro je Stunde betrifft vor allem Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor. In: Wirtschaft im Wandel, Jg. 14, H. 3, S. 102-105.
Abstract
"In der derzeitigen Debatte zur Einführung eines Mindestlohns werden verschiedene Vorschläge zur Ausgestaltung und zu dessen Höhe diskutiert. Oft ist ein Bruttomindestlohn von 7,50 Euro je Stunde im Gespräch. Dabei liegen aber keine aktuellen Informationen darüber vor, wie viele Geringverdiener in den einzelnen Wirtschaftsbereichen gegenwärtig weniger als diesen Stundenlohn erhalten. Die Kenntnis des Umfangs dieses Personenkreises ist wichtig, um die Beschäftigungssituation im Niedriglohnbereich im Fall der Einführung eines Mindestlohns abschätzen zu können. Zu vermuten ist, daß sich dieser Personenkreis auf einige Branchen konzentriert. Dieses Informationsdefizit zu verringern ist Ziel dieses Beitrags. Als Datengrundlage dient dabei das Sozio-oekonomische Panel (SOEP)." (Textauszug, IAB-Doku)
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Mindestlöhne und Beschäftigung (2008)
George, Roman;Zitatform
George, Roman (2008): Mindestlöhne und Beschäftigung. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 61, H. 9, S. 479-485. DOI:10.5771/0342-300X-2008-9-479
Abstract
"Niedriglohnarbeit nimmt in Deutschland rasch zu und erreicht inzwischen mit nahezu einem Viertel der Arbeitnehmer ein im internationalen Vergleich hohes Niveau. Der Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn wird die Behauptung drohender Beschäftigungsverluste entgegengehalten. Dieses Argument erhält unter Bezugnahme auf das neoklassische Arbeitsmarktmodell wissenschaftliche Unterstützung. Auf theoretischer Ebene können vielfältige Einwände gegen dieses Modell eingebracht werden, die dessen Realitätstauglichkeit infrage stellen. Zahlreiche Untersuchungen haben für Großbritannien gezeigt, dass die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns 1999 keinen negativen Einfluss auf die Beschäftigung hatte. Dies kann mit einer Erhöhung der Arbeitsproduktivität, einer Reduzierung der Gewinne, einer Abwälzung der Mehrkosten über die Preise und einer Verringerung der Arbeitszeit erklärt werden. Vieles spricht für das Vorhandensein von monopsonistischen Arbeitsmärkten, auf denen ein strukturelles Machtungleichgewicht zuungunsten der Beschäftigten herrscht. Auch bezogen auf den höheren französischen Mindestlohn können letztlich - mit der Ausnahme eines geringfügigen Verlusts bei der Beschäftigung von Jugendlichen - negative Beschäftigungseffekte nicht überzeugend nachgewiesen werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Efficiency wages and the economic effects of the minimum wage: evidence from a low-wage labour market (2008)
Zitatform
Georgiadis, Andreas (2008): Efficiency wages and the economic effects of the minimum wage. Evidence from a low-wage labour market. (CEP discussion paper 857), London, 27 S.
Abstract
"We exploit a natural experiment provided by the 1999 introduction of the UK National Minimum Wage (NMW) to investigate the relationship between wages and monitoring and to test for Efficiency Wages considerations in a low-wage sector, the UK residential care homes industry. Our findings seem to support the wage-supervision trade-off prediction of the shirking model, and that employers didn't dissipate minimum wage rents by increasing work intensity or effort requirements on the job. Estimation results suggest that higher wage costs were more than offset by lower monitoring costs, and thus the overall evidence imply that the NMW may have operated as an Efficiency Wage. These findings support Efficiency Wage models used to explain a non-negative employment effect of the Minimum Wage and provide an explanation of recent evidence from the care homes sector that although the wage structure was heavily affected by the NMW introduction, there were moderate employment effects." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Arbeitsmarkteffekte der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland (2008)
Zitatform
Hagen, Tobias (2008): Arbeitsmarkteffekte der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland. In: Wirtschaftswissenschaftliches Studium, Jg. 37, H. 2, S. 89-94.
Abstract
"In jüngerer Zeit wird in Deutschland über die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns diskutiert. Die mikroökonomisch orientierte Arbeitsmarktökonomik liefert die für die Analyse der Fragestellung notwenigen Werkzeuge. Zunächst wird das Modell eines wettbewerblichen Arbeitsmarktes als Standardmodell eingeführt. Dieses wird modifiziert um aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen auch positive Beschäftigungseffekte eines Mindestlohns möglich sind. Zur Einschätzbarkeit der Relevanz von positiven Beschäftigungseffekten werden die Ergebnisse internationaler empirischer Studien zu den Effekten von Mindestlöhnen zusammengefasst. Im Anschluss werden die Ergebnisse einer Studie für Deutschland dargestellt, in der die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 7,50 EURO simuliert wird. Abschließend wird die Interaktion eines Mindestlohns mit dem Kombilohn, der Teil des Arbeitslosengeld II ist, diskutiert." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Living wage laws: how much do (can) they matter? (2008)
Zitatform
Holzer, Harry J. (2008): Living wage laws: how much do (can) they matter? (IZA discussion paper 3781), Bonn, 40 S.
Abstract
"In this paper I review what we have learned about living wage laws and their impacts on the wages, employment and poverty rates of low-wage workers. I review the characteristics of these laws and where they have been implemented to date, and what economic theory tells us about their likely effects in more and less competitive labor markets. I then review two bodies of empirical evidence: 1) Studies across cities or metropolitan areas that have and have not implemented these laws, using data from the Current Population Survey pooled over many years; and 2) Studies within particular cities, based on comparisons of covered and uncovered workers before and after the laws are passed. I conclude that living wage laws have modestly raised wage levels of low wage workers and have reduced their employment at covered firms, but that the magnitudes of both effects are likely quite small, given how few workers are usually covered by these ordinances." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Frankreich: Ein Vorbild für Deutschland?: Ein Vergleich wirtschaftspolitischer Strategien mit und ohne Mindestlohn (2008)
Zitatform
Horn, Gustav, Heike Joebges, Camille Logeay & Simon Sturn (2008): Frankreich: Ein Vorbild für Deutschland? Ein Vergleich wirtschaftspolitischer Strategien mit und ohne Mindestlohn. (IMK Report 31), Düsseldorf, 25 S.
Abstract
In dem Beitrag werden die unterschiedlichen wirtschaftspolitischer Strategien, die in Frankreich und Deutschland verfolgt wurden, und ihre Beschäftigungseffekte miteinander verglichen. Im Mittelpunkt steht dabei der französische Mindestlohn (SMIC). Die Studie kommt zu folgendem Ergebnis: "Während in Frankreich viel Wert auf den Erhalt einer binnenwirtschaftlichen Dynamik gelegt wurde, stand für die Wirtschaftspolitik in Deutschland immer im Vordergrund, die Exportperformance mittels erhöhter Wettbewerbsfähigkeit durch Lohnmoderation zu verbessern. Pauschal im Hinblick auf den Wohlstand betrachtet, führten beide Strategien zum gleichen Ergebnis: Das pro Kopf Wachstum unterscheidet sich kaum. Doch ist dies aus deutscher Sicht allein der schrumpfenden Bevölkerung zu verdanken. Insgesamt ist aber die französische Wirtschaft stärker gewachsen und hat mehr Menschen auf dem Arbeitsmarkt integriert als die deutsche. Die bessere Integration ist ein entscheidender Vorteil des französischen Wegs und zeigt, dass Beschäftigungsaufbau nicht mit einer Lohnmoderation einhergehen muss"' In Frankreich wurde die dynamischere Binnennachfrage durch eine gleichmäßigere Einkommensverteilung unterstützt, die nur durch einen Mindestlohn und eine ausgeprägte allgemeine Arbeitszeitverkürzung bei einer staatlichen Flankierung durch Kombilöhne erreicht werden konnte. In Deutschland hingegen wird die Binnennachfrage durch die schwachen Lohnzuwächse, Sozialabbau und die stärkere Ungleichheit der Einkommensverteilung erheblich geschwächt. Drei Anhänge präsentieren Daten zum französischen Mindestlohn, zum Zusammenhang zwischen französischem Mindestlohn und Jugendarbeitslosigkeit sowie zu Beschäftigungseffekten des französischen Mindestlohns. (IAB2)
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Effects of minimum wages on youth employment: the importance of accounting for spatial correlation (2008)
Zitatform
Kalenkoski, Charlene M. & Donald J. Lacombe (2008): Effects of minimum wages on youth employment. The importance of accounting for spatial correlation. In: Journal of labor research, Jg. 29, H. 4, S. 303-317. DOI:10.1007/s12122-007-9038-6
Abstract
"The relationship between minimum wage increases and youth employment is investigated using county-level data and spatial econometric techniques. Results that account for spatial correlation indicate that a 10% increase in the effective minimum wage is associated with a 3.2% decrease in youth employment, a result that is 28% higher than the corresponding estimate that does not control for spatial correlation. Thus, estimates that do not take into account spatial correlation may significantly underestimate the negative effect of the minimum wage on teenage employment. Improperly controlling for factors that vary systematically over space can lead to incorrect inferences and misinform policy." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Minimum wage incidence: the case for Germany (2008)
Zitatform
Knabe, Andreas & Ronnie Schöb (2008): Minimum wage incidence: the case for Germany. (CESifo working paper 2432), München, 41 S.
Abstract
"Using data from the 2006 wave of the German Socio-Economic Panel (GSOEP), this paper analyzes how a minimum wage affects employment, wage inequality, public expenditures, and aggregate income in the low-wage sector. It is shown that a statutory minimum wage of EUR 7.50 per hour would cost 840,000 low-paid jobs and increases the fiscal burden by about EUR 4 billion per year, while household income rises only by EUR 1.1 billion per year. Poor households, i.e. those eligible for Unemployment Benefits II, do not benefit from a minimum wage at all. Comparing the effects of a minimum wage with different types of wage subsidies that require the same additional public expenditures, the government can ensure more favorable employment - depending on the subsidies' incidence - and income effects. Wage subsidies also allow a more equal income distribution than statutory minimum wages. Combining a minimum wage with a wage subsidy, similar to the French minimum wage system, is extremely costly while such a policy is inferior to wage subsidies in all respects." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Minimum wages and their alternatives: a critical assessment (2008)
Zitatform
Knabe, Andreas & Ronnie Schöb (2008): Minimum wages and their alternatives. A critical assessment. (CESifo working paper 2494), München, 31 S.
Abstract
"Do minimum wages reduce in-work-poverty and wage inequality? Or can alternative policies do better? We evaluate theses issues for the exemplary case of Germany that suffers from high unemployment among low-skilled workers and rising wage dispersion at the bottom of the wage distribution. We analyze the impact of three different policy options, currently discussed in Germany, on employment, wage inequality, public expenditures, and incomes of poor households: 1) a statutory minimum wage, 2) a combination of minimum wages and wage subsidies as e.g. in France and the Netherlands, and 3) pure wage subsidies to low-paid workers. We find that a minimum wage of EUR 7.50 would cost 840,000 low-paid jobs and increase the fiscal burden by about EUR 4 billion per year, while poor households' income rises only by EUR 1.1 billion per year. With pure wage subsidies, the government can ensure more favorable employment and income effects. Combining a minimum wage with a wage subsidy turns out to be extremely costly and inferior to wage subsidies in all respects." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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The working poor, borderline poor, and developments in public assistance reform (2008)
Komamura, Kohei;Zitatform
Komamura, Kohei (2008): The working poor, borderline poor, and developments in public assistance reform. In: Japan labor review, Jg. 5, H. 4, S. 67-94.
Abstract
"The paper is a study by a leading expert on social security policy. Although the concept of the working poor has yet to be clearly defined in Japan, estimates show that the proportion of working households that are on or below the minimum income level provided for by the public assistance system but that are not receiving public assistance has increased from 2.80% in 1985 to 5.46% in 1999. It is also evident that the proportion of working poor households in younger age groups has increased rapidly. The proportion of working households aged under 65 on or below the minimum income level providied for by the public assistance system that are on public assistance is less than 4%, indicating that the moral hazard presented by the public assistance system is not of a level that should be considered problematic. Also described are recent developments concerning reform of the public assistance system." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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