Atypische Beschäftigung
Der deutsche Arbeitsmarkt wird zunehmend heterogener. Teilzeitbeschäftigung und Minijobs boomen. Ebenso haben befristete Beschäftigung und Leiharbeit an Bedeutung gewonnen und die Verbreitung von Flächentarifverträgen ist rückläufig. Diese atypischen Erwerbsformen geben Unternehmen mehr Flexibilität.
Was sind die Konsequenzen der zunehmenden Bedeutung atypischer Beschäftigungsformen für Erwerbstätige, Arbeitslose und Betriebe? Welche Bedeutung haben sie für die sozialen Sicherungssysteme, das Beschäftigungsniveau und die Durchlässigkeit des Arbeitsmarktes? Die IAB-Themendossier bietet Informationen zum Forschungsstand.
- Forschung und Ergebnisse aus dem IAB
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Atypische Beschäftigung insgesamt
- Gesamtbetrachtungen
- Erosion des Normalarbeitsverhältnisses
- Prekäre Beschäftigung
- Politik, Arbeitslosigkeitsbekämpfung
- Arbeits- und Lebenssituation atypisch Beschäftigter
- Betriebliche Aspekte atypischer Beschäftigung
- Rechtliche Aspekte atypischer Beschäftigung
- Gesundheitliche Aspekte atypischer Beschäftigung
- Beschäftigungsformen
- Qualifikationsniveau
- Alter
- geographischer Bezug
- Geschlecht
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Literaturhinweis
Der Arbeitsmarkt in Deutschland: Zeitarbeit - Aktuelle Entwicklungen, Februar 2014 (2014)
Abstract
"Die Beschäftigung in der Zeitarbeit in Deutschland ist in den letzten Jahren in der Tendenz mit hoher Dynamik gewachsen. Zuletzt stagnierte die Beschäftigung in der Zeitarbeit, während die Beschäftigung insgesamt weiter zunimmt. Der Anteil der Beschäftigten in der Zeitarbeit an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt unter drei Prozent. Die Arbeitnehmerüberlassung reagiert frühzeitig auf Änderungen der konjunkturellen Rahmenbedingungen und ist daher ein Frühindikator für die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Der Strukturwandel zeigt sich auch in der Arbeitnehmerüberlassung. Sieben von zehn Leiharbeitnehmern sind männlich. Die Hälfte der Beschäftigten in der Zeitarbeit übt eine Helfertätigkeit aus (alle Beschäftigte: 14 Prozent). Die Arbeitnehmerüberlassung ist von hoher Dynamik geprägt: Im ersten Halbjahr 2013 wurden 449.000 Zeitarbeitsverhältnisse neu abgeschlossen und 484.000 Beschäftigungsverhältnisse beendet. Knapp die Hälfte der Leiharbeitsverhältnisse endet nach weniger als drei Monaten. Die hohe Dynamik der Branche spiegelt sich auch in einem überdurchschnittlich hohen Risiko, aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung heraus arbeitslos zu werden. 14 Prozent der Zugänge in Arbeitslosigkeit aus Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt und 17 Prozent der Beschäftigungsaufnahmen erfolgen aus bzw. in Zeitarbeit. Die Nachhaltigkeit von Beschäftigungsaufnahmen in der Zeitarbeit ist niedriger als im Durchschnitt über alle Branchen. Drei von fünf Beschäftigungsaufnahmen in der Zeitarbeit aus Arbeitslosigkeit heraus sind sechs und auch zwölf Monate später noch mit einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung - in der Zeitarbeit oder in einer anderen Branche - verbunden. Die Bruttoarbeitsentgelte in der Zeitarbeit liegen deutlich unter den im Durchschnitt über alle Branchen erzielten Entgelten. Die Zeitarbeitsbranche zeichnet sich durch einen nach wie vor hohen Arbeitskräftebedarf aus. Die Zahl der gemeldeten Stellen aus der Zeitarbeit hat sich nach Rückgängen zuletzt stabilisiert." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Arbeitsmarkt 2013: Arbeitsmarktanalyse für Deutschland, West- und Ostdeutschland (2014)
Zitatform
(2014): Arbeitsmarkt 2013. Arbeitsmarktanalyse für Deutschland, West- und Ostdeutschland. In: Amtliche Nachrichten der Bundesagentur für Arbeit, Jg. 61, H. Sonderheft Arbeitsmarkt, S. 1-202.
Abstract
"Die deutsche Wirtschaft ist im Jahresverlauf 2013 wieder auf einen Wachstumskurs eingeschwenkt, nachdem sie im Winterhalbjahr 2012/13 aufgrund der europäischen Schuldenkrise in eine Schwächephase geraten war. Auf das ganze Jahr gesehen hat das reale Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent zugenommen, nach +0,7 Prozent in 2012. Der Arbeitsmarkt blieb von dem schwachen Wirtschaftswachstum weitgehend unbeeindruckt. Seine gute Grundverfassung zeigt sich vor allem darin, dass Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung 2013 weiter gestiegen sind, wenn auch schwächer als vor einem Jahr. Allerdings haben Arbeitslose davon nur teilweise profitiert, weil ihre Profile oftmals nur unzureichend zur Arbeitskräftenachfrage passen. Die Arbeitslosigkeit ist jahresdurchschnittlich sogar etwas gestiegen, auch weil die Entlastung durch Arbeitsmarkpolitik abgenommen hat. Die Unterbeschäftigung, die Veränderungen bei der Arbeitsmarktpolitik berücksichtigt, ging leicht zurück." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Arm trotz Arbeit (2014)
Zitatform
(2014): Arm trotz Arbeit. In: Frauenrat H. 1, S. 1-34.
Abstract
"Arm trotz Arbeit, das erleben immer mehr Menschen in Deutschland. Von der eigenen Arbeit leben zu können ist inzwischen fast zu einem Privileg geworden. Es geht nicht um Luxus, sondern um die Existenzgrundlage in einem reichen Land. Der Beitrag 'Über die Runden kommen' zeigt, wie es ganz unterschiedliche Frauen in ganz verschiedenen Berufen und Lebenssituationen trifft. Zwar sinken die Arbeitslosenzahlen, doch nehmen die prekären Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland zu, wie der Beitrag 'Das Märchen vom Jobwunder' beschreibt. 'Warenverräumerinnen' stocken im Minijob für fünf Euro die Stunde die Regale in Supermärkten auf; Floristinnen verdienen selbst tariflich weniger als das; Zeitungszustellerinnen kommen, wenn sie flott arbeiten, auf drei Euro. Das sind nur einige Beispiele aus dem Niedriglohnsektor. Einen gesetzlichen Mindestlohn gibt es noch nicht, und selbst ein Vollzeitjob garantiert heute keine eigenständige Existenz mehr. Besonders Frauen sind prekären Arbeitsverhältnissen ausgesetzt, und zwar in den unterschiedlichsten Berufssparten. Da wird immer mehr (Schein-)Selbständigkeit gefördert und gefordert, und das Risiko trägt die 'Unternehmerin'; gesetzliche Regelungen aus Angestelltenverhältnissen greifen nicht mehr. Selbständige Frauen tragen dabei noch höhere Risiken als Männer: weil sie schwanger werden können, Kinder erziehen oder Angehörige pflegen. Es fehlen die sozialen Errungenschaften wie Mutterschutz, bezahlter Urlaub und Bezahlung im Krankheitsfalle, ein arbeitsfreies Wochenende, der Feierabend, Sorglosigkeit und Familienzeit. Eine existenzsichernde Rente kann nicht mehr erwirtschaftet werden, wie der Beitrag 'Ein Gespenst kehrt zurück' nachvollzieht." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Geringfügige Beschäftigung: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Drucksache 18/2649) (2014)
Zitatform
(2014): Geringfügige Beschäftigung. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Drucksache 18/2649). (Verhandlungen des Deutschen Bundestages. Drucksachen 18/2949 (21.10.2014)), 20 S.
Abstract
In ihrer Vorbemerkung weisen die Fragesteller darauf hin, dass es im Dezember 2013 in Deutschland über 7,6 Millionen geringfügig Beschäftigte, sogenannte Minijobber, gab, von denen 5,2 Millionen ausschließlich und ca. 2,4 Millionen einem Minijob im Nebenjob nachgingen. Geringfügige Beschäftigung stellt damit einen signifikanten Teil der insgesamt 42,6 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland dar. Die Einzelfragen widmen sich u.a. der Beschäftigtenstruktur und den geleisteten Steuern und Sozialabgaben für die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse. Außerdem geht es um Mini-Jobs von Arbeitslosengeld-II-Beziehern sowie die sektorale Verteilung der Mini-Jobs. Die Entwicklung der Stundenlöhne wird ebenso dargestellt wie die Absicherung im Alter. Ein Fragenkomplex behandelt die Diskriminierung von geringfügig Beschäftigten bezüglich Lohn, Urlaubsanspruch und Kündigungsschutz. (IAB)
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Literaturhinweis
Beschäftigungsmuster von Frauen und Männern: Auswertungen des IAB-Betriebspanels 2012 (2013)
Bechmann, Sebastian; Tschersich, Nikolai; Dahms, Vera; Frei, Marek; Schwengler, Barbara; Leber, Ute;Zitatform
Bechmann, Sebastian, Vera Dahms, Nikolai Tschersich, Marek Frei, Ute Leber & Barbara Schwengler (2013): Beschäftigungsmuster von Frauen und Männern. Auswertungen des IAB-Betriebspanels 2012. (IAB-Forschungsbericht 14/2013), Nürnberg, 93 S.
Abstract
"Seit vielen Jahren wird die Integration von Frauen auf dem Arbeitsmarkt, insbesondere die Gleichstellung von Frauen und Männern oder die Beteiligung von Frauen an der Betriebsführung rege diskutiert. Bereits 2008 wurden diese Themen mit den Daten des IAB-Betriebspanels aus betrieblicher Sicht beleuchtet. Der dies jährige Forschungsbericht versteht sich als eine aktualisierte Bestandsaufnahme. Die AutorInnen prüfen, ob und inwieweit sich in den vergangenen vier Jahren Veränderungen gezeigt haben: In welchen Betrieben arbeiten überdurchschnittlich häufig Frauen und in welchen Betrieben Männer? In welchen Punkten unterscheiden sich weibliche von männlichen Beschäftigungsverhältnissen? Inwiefern unterscheiden sich ausschließlich männergeführte Betriebe von ausschließlich frauengeführten Betrieben oder von Betrieben, die sowohl von Frauen als auch von Männern geführt werden? Gibt es Unterschiede in den betrieblichen Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, in der Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern oder im Aus- und Weiterbildungsverhalten der Betriebe?" (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Ordnungspolitische Beurteilung geringfügig entlohnter Beschäftigung (Minijobs) (2013)
Zitatform
Berthold, Norbert & Mustafa Coban (2013): Ordnungspolitische Beurteilung geringfügig entlohnter Beschäftigung (Minijobs). Berlin, 46 S.
Abstract
"Mit den Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen zur geringfügigen Beschäftigung am 1. April 2003 kam es zur abschließenden Implementierung eines subventionierten Niedriglohnsektors in Deutschland. Zum 1. Januar 2013 sollen nun nach knapp 10 Jahren die Grenzregelungen der sogenannten Mini- und Midi-Jobs angepasst werden, um der zwischenzeitlichen Lohnentwicklung gerecht zu werden. Ferner sollen geringfügig Beschäftigte ihre Rentenversicherungsansprüche mit einem eigenen Anteil von 4,6% aufstocken. Dieser Regelung können sie sich jedoch auf Antrag entziehen. In unserer Expertise untersuchen wir die bisherigen Wirkungen dieser Gesetzesänderung mittels einer Meta-Analyse der bisherigen Forschungsergebnisse. Hinsichtlich der Umsetzung der Reformziele lassen sich jedoch nur bedingt positive Ergebnisse konstatieren. Aufbauend auf den arbeitsmarktpolitischen Schwächen der Mini- und Midijobs schlagen wir zwei Reformvarianten vor, welche die Zielsetzungen im Bereich der niedrigen Einkommensniveaus erzielen können." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Mini- und Midijobs in Deutschland: Lohnsubventionierung ohne Beschäftigungseffekte? (2013)
Zitatform
Berthold, Norbert & Mustafa Coban (2013): Mini- und Midijobs in Deutschland. Lohnsubventionierung ohne Beschäftigungseffekte? In: (2013): Ordo. Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft, 64, S. 289-323, 2013-05-06.
Abstract
"Mit der Einführung von Mini- und Midijobs kam es 2003 zur abschließenden Implementierung eines subventionierten Niedriglohnsektors in Deutschland. Zum 1. Januar 2013 wurden nun nach knapp 10 Jahren die Grenzregelungen dieser Beschäftigungsformen angepasst, um der zwischenzeitlichen Lohnentwicklung gerecht zu werden. In unserem Beitrag erläutern wir zunächst die theoretischen Wirkungskanäle von Lohnsubventionen und untersuchen hiernach mittels einer Metaanalyse der bisherigen Forschungsergebnisse die Effekte der Mini- und Midijobs auf die Beschäftigung. Für die beiden Beschäftigungstypen lassen sich jedoch nur bedingt positive Ergebnisse konstatieren. Sie bilden weder eine Brücke aus der Arbeitslosigkeit in den Arbeitsmarkt noch dienen sie als Sprungbrett in ein normales Beschäftigungsverhältnis. Aufbauend auf den arbeitsmarktpolitischen Schwächen der Mini- und Midijobs schlagen wir zwei Reformvarianten vor, welche diese Zielsetzungen im Bereich der niedrigen Einkommensniveaus erzielen können." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Unterschiede in den Arbeitsmarktchancen von atypisch Beschäftigten: Effekte von Beschäftigungsformen oder Erwerbspräferenzen? (2013)
Zitatform
Brülle, Jan (2013): Unterschiede in den Arbeitsmarktchancen von atypisch Beschäftigten. Effekte von Beschäftigungsformen oder Erwerbspräferenzen? In: Zeitschrift für Soziologie, Jg. 42, H. 2, S. 157-179. DOI:10.1515/zfsoz-2013-0206
Abstract
"Atypische Beschäftigungsverhältnisse sind keine homogene Kategorie und erfüllen sehr unterschiedliche Funktionen für Arbeitgeber. Der Aufsatz legt dar, dass diese Beschäftigungsformen Folgen für die Opportunitätsstrukturen und Beschäftigungschancen von Arbeitnehmern haben, die sich auf deren spezifische Position im Arbeitsmarkt zurückführen lassen und nicht durch persönliche Ressourcen und Selbstselektion erklärt werden können. Anhand von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) wird gezeigt, dass befristet Beschäftigte mit höherer Wahrscheinlichkeit in reguläre Beschäftigung wechseln als Teilzeitbeschäftigte und Leiharbeiter. Die geringsten Übergangschancen haben geringfügig Beschäftigte. Dieser Befund gilt auch unter Kontrolle der Eigenschaften der Arbeitnehmer und ihrer Arbeitszeitpräferenzen und belegt einen eigenständigen strukturellen Einfluss der Erwerbsform auf den weiteren Erwerbsverlauf. Darüber hinaus werden heterogene Effekte für betriebliche Kontexte und Qualifikationsniveaus untersucht." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Arbeitsmarkteffekte atypischer Beschäftigung (2013)
Zitatform
Hohendanner, Christian & Ulrich Walwei (2013): Arbeitsmarkteffekte atypischer Beschäftigung. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 66, H. 4, S. 239-246. DOI:10.5771/0342-300X-2013-4-239
Abstract
"Vollzeitnahe, unbefristete Beschäftigungsverhältnisse ohne Zwischenschaltung einer Zeitarbeitsagentur haben zugunsten sogenannter atypischer Beschäftigungsverhältnisse wie Leiharbeit, Befristungen oder Minijobs relativ an Bedeutung verloren. In unserem hauptsächlich auf Sekundärquellen basierenden Beitrag betrachten wir wesentliche Arbeitsmarkteffekte von befristeter Beschäftigung, Leih-/Zeitarbeit und geringfügig entlohnter Beschäftigung (Minijobs). Dabei stehen individuelle Effekte und Makrowirkungen atypischer Beschäftigung im Vordergrund. Im Einzelnen geht es um Wege aus der Arbeitslosigkeit und in reguläre Beschäftigung, Veränderungen der Funktionsweise des Arbeitsmarktes und indirekte, über die Lohnentwicklung vermittelte Wirkungen der Beschäftigungsformen auf den Arbeitsmarkt. Im Fazit werden die Ergebnisse zusammengefasst und Forschungslücken aufgezeigt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Atypische Beschäftigung in deutschen Betrieben: Neue und traditionelle Formen prägen das Bild (2013)
Zitatform
Hohendanner, Christian (2013): Atypische Beschäftigung in deutschen Betrieben: Neue und traditionelle Formen prägen das Bild. In: IAB-Forum H. 1, S. 30-37., 2012-11-13. DOI:10.3278/IFO1301W030
Abstract
"Eine unbefristete Vollzeitstelle mit Sozialversicherungsschutz gilt in Deutschland traditionell als normal. Das deutsche Arbeitsmarktsystem weist inzwischen allerdings viele neue Facetten auf: von der Teilzeitbeschäftigung über befristete Arbeitsverhältnisse bis hin zur Leiharbeit. Oft verschwimmen die Grenzen zwischen normaler und atypischer Beschäftigung. Betriebe nutzen die neuen Erwerbsformen je nach Größe und Branche unterschiedlich. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die wirtschaftliche Stabilität und die demografische Entwicklung entscheiden darüber, inwieweit die neuen Beschäftigungsformen künftig das Bild des deutschen Arbeitsmarktes bestimmen werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Die Entwicklung der geringfügig entlohnten Beschäftigung von 2003 bis 2012 (2013)
Krüsemann, Markus;Zitatform
Krüsemann, Markus (2013): Die Entwicklung der geringfügig entlohnten Beschäftigung von 2003 bis 2012. Göttingen, 4 S.
Abstract
"Als geringfügig entlohntes Beschäftigungsverhältnis gilt eine Beschäftigung, deren Arbeitsentgelt regelmäßig 450 Euro (vor Januar 2013: 400 Euro) im Monat nicht überschreitet. Für die auch Minijob genannte Beschäftigungsform gelten spezielle steuer- und abgabenrechtliche Regelungen, weshalb den Minijobs eine Sonderstellung im deutschen Beschäftigungssystem zukommt. So unterliegen Minijobs mit Ausnahme der Rentenversicherung nicht der Sozialversicherungspflicht. Auf Antrag ist aber auch die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht möglich. Außerdem sind die Einkünfte aus geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen nicht steuerpflichtig.
Mit der im Zuge der Hartz-Reformen durchgeführten Neuregelung der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse hatte Rot-Grün nach eigenen Angaben drei Ziele verfolgt: Erstens sollten dadurch mehr Beschäftigungsmöglichkeiten im Niedriglohnsektor entstehen. Zweitens erhoffte man sich von den Minijobs, dass sie eine Brücke zu den regulären, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen schlagen. Und drittens sollte damit die Schwarzarbeit (u.a. auch in Privathaushalten) eingedämmt werden" (Textauszug, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Wer sind die ausschließlich geringfügig Beschäftigten? Eine Analyse nach sozialer Lebenslage (2013)
Körner, Thomas; Meinken, Holger; Puch, Katharina;Zitatform
Körner, Thomas, Holger Meinken & Katharina Puch (2013): Wer sind die ausschließlich geringfügig Beschäftigten? Eine Analyse nach sozialer Lebenslage. In: Wirtschaft und Statistik H. 1, S. 42-61.
Abstract
"Geringfügige Beschäftigung ist auf dem deutschen Arbeitsmarkt von erheblicher Bedeutung. Ende 2011 hatten gut 15 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland ausschließlich eine geringfügige Beschäftigung. Die Beschäftigungsform der geringfügigen Beschäftigung wird dabei in den Fachdiskussionen zum Arbeitsmarkt höchst unterschiedlich bewertet. Einerseits werden die Vorteile von Minijobs als unbürokratische Hinzuverdienstmöglichkeit betont. Andererseits wird darauf verwiesen, dass die Behandlung geringfügiger Beschäftigung bei Steuern und Sozialabgaben Anreize setzt, auf eine umfangreichere Tätigkeit zu verzichten, was zu Einschränkungen bei der sozialen Sicherung führe. Unabhängig von der sozialpolitischen Bewertung von Minijobs hat diese Beschäftigungsform seit einigen Jahren einen relevanten und wenig konjunkturabhängigen Anteil an der gesamten Erwerbstätigkeit in Deutschland. Bislang gab es nur wenige Daten, die den sozio-ökonomischen Hintergrund geringfügig Beschäftigter und die Motivation zur Ausübung von Minijobs näher beleuchten konnten. Die gemeinsam von der Statistik der Bundesagentur für Arbeit und dem Statistischen Bundesamt initiierte Registerstatistikumfrage bietet nun die Möglichkeit, die Lebenssituation ausschließlich geringfügig Beschäftigter differenziert darzustellen und so wichtige empirische Befunde für die öffentliche Diskussion zu liefern. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Ergebnisse der Befragung." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Doing Work. Atypische Arbeit in der Film- und der Automobilbranche im Vergleich (2013)
Zitatform
Schiek, Daniela & Birgit Apitzsch (2013): Doing Work. Atypische Arbeit in der Film- und der Automobilbranche im Vergleich. In: Berliner Journal für Soziologie, Jg. 23, H. 2, S. 181-204. DOI:10.1007/s11609-013-0219-2
Abstract
"Die soziologische Diskussion um den Wandel des Arbeitsmarktes betrachtet vor allem zwei Gruppen: kreativ und prekär Beschäftigte. Während ersteren ein Vorreiterstatus im Umgang mit Flexibilitätsanforderungen zugeschrieben wird, gelten prekär Beschäftigte als Nachzügler, die unsichere Beschäftigung kaum kompensieren können. Der Beitrag vergleicht die Wahrnehmung und Darstellung der Arbeitssituation und Beschäftigungsbedingungen von prekär Beschäftigten im gering qualifizierten Bereich mit der von Projektarbeitern in der Filmbranche. Die Gegenüberstellung zeigt, dass beide Beschäftigtengruppen hinsichtlich der strukturellen Merkmale der Arbeitsplätze und vor allem auch bezüglich der subjektiven Deutung größere Ähnlichkeiten aufweisen als bisher angenommen. Zentral für die Deutung der Arbeit ist in beiden Fällen ihr 'Setting': ihre Kontextualisierung in der Branche und im Produktionsprozess sowie eine spezifische Auslegung der Qualifikationsanforderungen unter bestimmten arbeitsmarktstrukturellen Bedingungen. Damit eröffnet sich neben der Betrachtung der Arbeitsmärkte- und der Arbeitskräftestruktur eine dritte Perspektive der Analyse 'guter' und 'schlechter' Arbeit: ihr 'Doing'." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Non-standard employment, working time arrangements, establishment entry and exit (2013)
Zitatform
Späth, Jochen (2013): Non-standard employment, working time arrangements, establishment entry and exit. (IAW-Diskussionspapiere 98), Tübingen, 29 S.
Abstract
"This paper addresses the issue if and to what extent young firms differ from incumbents regarding the use of non-standard employment, trust-based working time arrangements and overtime hours in the light of the qualitative changes of employment structures that are taking place in industrialized countries, such as rising shares of non-standard employment and borders between work and private life that become increasingly blurred. Based on a microeconometric analysis of the IAB Establishment Panel, a representative survey of about 16,000 employers in Germany, we find that young establishments rely significantly more often on limited contracts and freelance work than incumbent businesses in order to hedge the higher risks and uncertainties of young firms. Likewise, trust-based working time arrangements and overtime hours are more an issue in young than in incumbent firms, indicating a higher level of subjectivated work in young firms. Additionally, we provide basic evidence that these differences are not purely transitory but on the contrary rather stable as the firms grow older, which makes young firms contribute a substantial part to the ongoing qualitative changes of employment structures." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Firm age and the demand for marginal employment in Germany (2013)
Zitatform
Späth, Jochen (2013): Firm age and the demand for marginal employment in Germany. (IAW-Diskussionspapiere 94), Tübingen, 30 S.
Abstract
"Many empirical studies point towards an increase in non-standard employment. The reasons for this rise are mainly seen in the increasing economic internationalization or the rapid technological changes which raise the need for both flexibility and cost-cuts on behalf of firms. Yet, only little is known about the role of firm age in this context. Based on a large representative data set of establishments in Germany, this paper analyzes how establishment age impacts on the demand for marginal employment, the main form of non-standard employment in Germany. We find an inverted U-shape relationship between firms' share of marginal employment and their age indicating that the demand for marginal employment peaks during the middle ages of a firm, which can be explained by both the liabilities of newness and aging. Distinguishing between the extensive and intensive margin by using hurdle models, we find again an inverted U-shape relationship between the probability of having marginally employed workers and establishment age, which coincides with our previous results. However, a further kind of establishment seems to exist in that among those which have at least one marginal employee, young firms have most of them. Taking into account effects of the sample composition, we find that, although the very old establishments in our sample exhibit an equally low share of marginal employment as young establishments, the effect of young firms on the grand share of marginal employment is larger because of their larger number." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Atypische Beschäftigung in Österreich: bisherige Entwicklungen, aktueller Stand und Aussichten für die Zukunft (2013)
Wagner, Norman;Zitatform
Wagner, Norman (2013): Atypische Beschäftigung in Österreich. Bisherige Entwicklungen, aktueller Stand und Aussichten für die Zukunft. In: Wiso. Wirtschafts- und sozialpolitische Zeitschrift des ISW, Jg. 36, H. 4, S. 71-88.
Abstract
"Die Atypisierung der Arbeitswelt hat mittlerweile dazu geführt, dass mehr als 30 % der unselbständig Erwerbstätigen entweder teilzeit-, geringfügig, befristet oder als überlassene Arbeitnehmerinnen beschäftigt sind. Dazu kommen noch 20 % unbefristet Vollzeitbeschäftigt mit All-In-Verträgen sowie eine schwer abgrenzbare Zahl von neuen Selbständigen. Die vorliegenden Daten erlauben -- selbst bei vorsichtiger Schätzung -- von 1,2 Millionen atypisch Beschäftigter auszugehen, bei Berücksichtigung der Allin-Verträge sogar von wesentlich mehr. Der größte und nach wie vor wachsende Teil der atypisch Beschäftigten arbeitet Teilzeit, die große Mehrheit davon sind Frauen. Die Zahl der befristeten und der überlassenen Arbeitskräfte steigt ebenso, wenn auch weniger stark. Im Gegensatz dazu haben Rechtsprechung und Reformen in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Zahl der freien Dienstverträge kontinuierlich zurückgeht. Komplexer ist die Situation im Bereich der neuen Selbständigen, wo es sowohl an einer allgemein akzeptierten Definition als auch an der Möglichkeit zur abschließenden Quantifizierung fehlt. Die Voraussetzungen für die Atypisierung -- steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen und Tertiärisierung der Arbeitswelt -- sind nach wie vor gegeben, mit allen Konsequenzen für die Betroffenen im Einzelnen und die Gesellschaft als Ganzes." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Studie zur Analyse der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse: Forschungsvorhaben im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (2012)
Bachmann, Ronald ; Ehlert, Christoph; Driesch, Ellen von den; Frings, Hanna ; Schaffner, Sandra ; Flake, Regina; Scheuer, Markus;Zitatform
Driesch, Ellen von den, Regina Flake, Hanna Frings, Sandra Schaffner & Markus Scheuer (2012): Studie zur Analyse der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse. Forschungsvorhaben im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. (RWI-Projektbericht), Essen, 150 S.
Abstract
"Angesichts des hohen Anteils geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse an der Gesamtbeschäftigung hat das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW das RWI mit einer Untersuchung dieser Beschäftigungsverhältnisse beauftragt. Hierzu wurden im Herbst 2012 zwei umfangreiche Befragungen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern durchgeführt und ausgewertet. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden im vorliegenden Bericht präsentiert. Die Studie ist wie folgt aufgebaut. Im nächsten Kapitel wird auf die Entwicklung geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse, sowie auf den aktuellen Stand der Literatur zur geringfügigen Beschäftigung eingegangen. Das dritte Kapitel beschreibt die Datengrundlage, insbesondere das Design und die Durchführung sowie die Repräsentativität der Befragung. Kapitel 4 liefert eine Auswertung der Arbeitnehmerbefragung, Kapitel 5 eine Auswertung der Arbeitgeberbefragung. Die Ergebnisse der beiden Befragungen werden in Kapitel 6 vergleichend dargestellt. Das letzte Kapitel fasst die wichtigsten Ergebnisse der Studie zusammen und diskutiert wirtschaftspolitische Implikationen." (Textauszug, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
Zusammenfassung -
Literaturhinweis
Von der Sonderregelung zur Beschäftigungsnorm: Minijobs im deutschen Sozialstaat (2012)
Bäcker, Gerhard; Neuffer, Stefanie;Zitatform
Bäcker, Gerhard & Stefanie Neuffer (2012): Von der Sonderregelung zur Beschäftigungsnorm: Minijobs im deutschen Sozialstaat. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 65, H. 1, S. 13-21. DOI:10.5771/0342-300X-2012-1-13
Abstract
"In diesem Beitrag wird das sozial- und steuerrechtliche Anreizgeflecht geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse für unterschiedliche Personengruppen und dessen Auswirkungen auf das Arbeitsangebot beschrieben. Es wird argumentiert, dass die sozialrechtliche Sonderstellung der Minijobs im deutschen Sozialstaat ein spezifisches Arbeitsangebot konstituiert. Im Mittelpunkt steht eine Betrachtung der rechtlichen Regelungen solcher Beschäftigungsformen sowie der Verbreitung und Bedeutung geringfügig beschäftigter Personengruppen, die sich in ihrem sozialen und sozialrechtlichen Status deutlich unterscheiden. Die Anreizstrukturen zur Aufnahme von Minijobs sowie die sozialpolitischen Folgen für die soziale Sicherung hinzuverdienender Ehefrauen, arbeitsloser und hilfebedürftiger Leistungsbezieher sowie Rentner, Schüler und Studierenden werden analysiert. Es wird dafür plädiert, bei einer Diskussion um die Reform der geringfügigen Beschäftigung die Heterogenität des Beschäftigtenklientels verstärkt zu berücksichtigen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Marginal employment, unemployment duration and job match quality (2012)
Zitatform
Caliendo, Marco, Steffen Künn & Arne Uhlendorff (2012): Marginal employment, unemployment duration and job match quality. (IZA discussion paper 6499), Bonn, 29 S.
Abstract
"In some countries including Germany unemployed workers can increase their income during job search by taking up 'marginal employment' up to a threshold without any deduction from their benefits. Marginal employment can be considered as a wage subsidy as it lowers labour costs for firms owing to reduced social security contributions, and increases work incentives due to higher net earnings. Additional earnings during unemployment might lead to higher reservation wages prolonging the duration of unemployment, yet also giving unemployed individuals more time to search for better and more stable jobs. Furthermore, marginal employment might lower human capital deterioration and raise the job arrival rate due to network effects. To evaluate the impact of marginal employment on unemployment duration and subsequent job quality, we consider a sample of fresh entries into unemployment. Our results suggest that marginal employment leads to more stable post-unemployment jobs, has no impact on wages, and increases the job-finding probability if it is related to previous sectoral experience of the unemployed worker. We find evidence for time-varying treatment effects: whilst there is no significant impact during the first twelve months of unemployment, job finding probabilities increase after one year and the impact on job stability is stronger if the jobs are taken up later within the unemployment spell." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
Ähnliche Treffer
auch erschienen als: DIW-Diskussionspapiere , 1222 -
Literaturhinweis
Governance des Einkommensmix: Geringfügige Beschäftigung im ALG-II-Bezug (2012)
Zitatform
Dingeldey, Irene, Peter Sopp & Alexandra Wagner (2012): Governance des Einkommensmix: Geringfügige Beschäftigung im ALG-II-Bezug. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 65, H. 1, S. 32-40. DOI:10.5771/0342-300X-2012-1-32
Abstract
"Ein wachsender Anteil der ALG-II-Beziehenden übt einen Minijob aus. Der Beitrag liefert eine Analyse der Erwerbs- und Lebenssituation dieser Personengruppe mit Daten des Panels 'Arbeitsmarkt und soziale Sicherung' (PASS). Es wird gezeigt, dass Minijobber im SGB II im Vergleich zu geringfügig Beschäftigten ohne aufstockenden ALG-II-Bezug niedrigere Verdienste (monatlich wie auch pro Stunde) sowie längere Arbeitszeiten haben und damit einer spezifischen Lohndiskriminierung unterliegen. Die Daten legen nahe, dass Minijobs nur für einen relativ kleinen Teil der Betroffenen eine 'Brückenfunktion' hin zu Existenz sichernden Beschäftigungsverhältnissen haben und letztlich aus dem Transferbezug herausführen. Minijobs scheinen längerfristig eher von ALG-II-Beziehenden mit geringen (subjektiven) Ausstiegschancen aus dem Transferbezug ausgeübt zu werden, um die finanzielle Situation der Bedarfsgemeinschaft zu verbessern. Die Betroffenen fühlen sich stark depriviert und von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen. Reformvorschläge sollten daher weniger auf die 'Anreizfunktion' der Freibetragsgrenzen zielen als vielmehr auf eine Verbesserung von Qualifikation, um den Übergang in reguläre Beschäftigung zu fördern." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Geringfügige Beschäftigung: Situation und Gestaltungsoptionen (2012)
Eichhorst, Werner; Hinz, Tina ; Pestel, Nico ; Tobsch, Verena; Thode, Eric; Marx, Paul ; Peichl, Andreas ; Siegloch, Sebastian ;Zitatform
Eichhorst, Werner, Tina Hinz, Paul Marx, Andreas Peichl, Nico Pestel, Sebastian Siegloch, Eric Thode & Verena Tobsch (2012): Geringfügige Beschäftigung. Situation und Gestaltungsoptionen. (IZA research report 47), Bonn, 74 S.
Abstract
"Gegenstand der Studie ist die Analyse der gegenwärtigen Beschäftigungssituation im Bereich der geringfügigen Beschäftigung ('Minijobs') sowie die Abschätzung der Wirkung verschiedener Reformoptionen, die auch Varianten zum derzeitigen Ehegattensplitting in der Einkommensteuer beinhalten. Das Segment geringfügiger Beschäftigung hat nach der Reform im Jahr 2003 enorm an Bedeutung gewonnen. Gegenwärtig sind mehr als sieben Millionen Menschen in so genannten 400 Euro-Jobs oder auch Minijobs beschäftigt. Geringfügige Beschäftigung als Sonderform der abhängigen Erwerbstätigkeit besteht von der Grundstruktur her aber bereits seit den 1960er Jahren. Maßgebliche Motive für die Einführung dieser Beschäftigungsform bestanden in der Vermeidung von Kleinstansprüchen in der Rentenversicherung sowie in der Linderung des damaligen Arbeitskräftemangels, um bislang auf dem Arbeitsmarkt Inaktiven eine Erwerbstätigkeit in geringem Umfang zu ermöglichen. Die Intention besteht darin, die Aufnahme einer Tätigkeit mit geringer Stundenzahl für das Individuum finanziell attraktiver zu gestalten, indem diese von der Einkommensteuer und Sozialversicherung freigestellt wird. Aktuell besteht die folgende Regelung: Einkommen aus unselbstständiger Arbeit bis zu einer Höhe von 400 Euro im Monat unterliegt weder der Einkommensteuer noch der Sozialversicherungspflicht. Dies gilt sowohl für einen Minijob als alleinige Beschäftigung als auch für Nebentätigkeiten. Darüber hinaus ist geringfügige Beschäftigung auch für Zweitverdiener in Paarhaushalten steuer- und sozialversicherungsfrei, unabhängig von der Höhe des Erwerbseinkommens des anderen Partners. Ebenso können in Paarhaushalten auch beide Partner einen Minijob ausüben." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Alternativen zu Mini- und Midijobs? Die Beispiele Frankreich und Vereinigtes Königreich (2012)
Zitatform
Herzog-Stein, Alexander & Werner Sesselmeier (2012): Alternativen zu Mini- und Midijobs? Die Beispiele Frankreich und Vereinigtes Königreich. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 65, H. 1, S. 41-49. DOI:10.5771/0342-300X-2012-1-41
Abstract
"Mit den 2003 eingeführten Minijobs waren die Zielvorstellungen verbunden, näher an die Normalarbeitsverhältnisse heranzurücken, zudem Übergänge zu diesen zu schaffen, aber auch im Unterschied zu den Normalarbeitsverhältnissen so attraktiv für die Arbeitnehmer zu sein, dass damit schattenwirtschaftliche Tätigkeiten abgebaut würden. Trotz des hohen Umfangs an Minijobs scheint man den damit verbundenen Zielen nicht näher gekommen zu sein. Der Beitrag untersucht vergleichbare Instrumente im Vereinigten Königreich und in Frankreich. In beiden Ländern existieren explizite Lohnzuschüsse, die im Unterschied zu Deutschland im Einkommensteuersystem verankert sind, in Kombination mit Förderschwellen und Mindestlöhnen. Die vorliegenden Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Brückenfunktion mit dieser Instrumentenkombination effektiver funktioniert als die Minijob-Regelungen in Deutschland." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Geringfügig Beschäftigte in deutschen Betrieben: Umstrittene Minijobs (2012)
Zitatform
Hohendanner, Christian & Jens Stegmaier (2012): Geringfügig Beschäftigte in deutschen Betrieben: Umstrittene Minijobs. (IAB-Kurzbericht 24/2012), Nürnberg, 8 S.
Abstract
"Im Januar 2013 wird die steuerfreie Einkommensgrenze für geringfügig Beschäftigte um 50 Euro auf 450 Euro erhöht. Das hat die Diskussion über die sozial- und arbeitsmarktpolitische Bedeutung von Minijobs neu entfacht: Befürworter betrachten sie als wirksames Instrument für betriebliche Flexibilität und gegen Schwarzarbeit, Kritiker sehen die Minijobs als eine wesentliche Ursache für die steigende Niedriglohnbeschäftigung und Altersarmut. Auf betrieblicher Ebene wird in diesem Bericht untersucht, wie sich die geringfügige Beschäftigung entwickelt hat und inwieweit Minijobs andere Beschäftigungsverhältnisse verdrängen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Minijobs - Eine riskante Beschäftigungsform beim normativen Übergang zum "Adult-Worker-Modell" (2012)
Zitatform
Klenner, Christina & Tanja Schmidt (2012): Minijobs - Eine riskante Beschäftigungsform beim normativen Übergang zum "Adult-Worker-Modell". In: WSI-Mitteilungen, Jg. 65, H. 1, S. 22-31. DOI:10.5771/0342-300X-2012-1-22
Abstract
"Minijobs spielen in den Erwerbsverläufen von Frauen in Deutschland eine unterschiedliche Rolle, wie dieser Beitrag - basierend auf einer Analyse von SOEP-Daten - zeigt. Zum einen gibt es die Gruppe verheirateter Frauen, die Minijobs überwiegend als Ergänzung zu einem ausreichenden Partnereinkommen ausüben. Zum anderen aber gibt es Gruppen von Frauen, deren Erwerbsbiografien als Folge von Minijobs - kaum freiwillig gewählt - diskontinuierlich-prekär verlaufen. Gerade hier zeigen Minijobs in gravierender Weise ihre negativen Wirkungen, wie Einkommens- und Altersarmut. Dem Leitbild eines Adult-Worker-Modells entsprechen sie ohnehin in keinem Fall. Und offenbar führen auch Regelungen im SGB II dazu, dass Frauen häufiger in Minijobs arbeiten. Der Beitrag plädiert dafür, alle Anreizstrukturen für Frauen, Minijobs auszuüben, kritisch zu überprüfen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Measuring marginal employment in surveys and registers (2012)
Körner, Thomas; Puch, Katharina;Zitatform
Körner, Thomas & Katharina Puch (2012): Measuring marginal employment in surveys and registers. (Statistik und Wissenschaft 20), Wiesbaden: Statistisches Bundesamt, 144 S.
Abstract
"Marginal employment has considerably increased since the early 1990s, one of the reasons being legal changes. Meanwhile it has become a major element of the German labour market. In the same period, the availability of statistical information on that type of employment has markedly improved, too. This is because, first, comprehensive analyses of various data sources and intensive methodological activities aimed at improving the micro-census have successfully been carried out. Second, a major additional information source became available when, in 1999, marginal employment was included in the employment statistics of the Federal Employment Agency. At the same time, however, the information obtained showed persisting problems. The results of the micro-census and of employment statistics differ markedly. That prompted many user questions and a lively discussion among experts. To put the studies on a solid empirical basis, the Federal Statistical Office and the Federal Employment Agency jointly initiated a register survey." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Leiharbeit aus gendersensibler Perspektive: Zur geschlechtsspezifischen Strukturierung von Zeitarbeit und geringfügiger Beschäftigung (2012)
Manske, Alexandra;Zitatform
Manske, Alexandra (2012): Leiharbeit aus gendersensibler Perspektive: Zur geschlechtsspezifischen Strukturierung von Zeitarbeit und geringfügiger Beschäftigung. (Rosa-Luxemburg-Stiftung. Studien), Berlin, 30 S.
Abstract
"Die zentrale Frage der Studie lautet, inwieweit Leiharbeit geschlechtsspezifisch strukturiert ist und wie sie sich zur Beschäftigungsform der sogenannten Minijobs verhält. So werden quantitative Entwicklungen beider Beschäftigungsformen und deren geschlechtsspezifische Ausprägung dargestellt. Es werden Sektoren beleuchtet, in denen Leiharbeit von Frauen zunimmt beziehungsweise zugenommen hat. Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand zu diesem Komplex zu skizzieren und Entwicklungen aufzuzeigen, die einer genaueren wissenschaftlichen und politischen Beachtung bedürfen. Im Rahmen dieses Erkenntnisinteresses soll auch die Dichotomie 'Leiharbeit = männlich' versus 'Minijobs = weiblich' kritisch inspiziert werden. Zunächst werden geschlechtsspezifische Erwerbsstrukturen erläutert (2). Dieser Abschnitt dient als Hintergrundfolie für die nachfolgenden Erläuterungen und ordnet die Frage nach den geschlechtsspezifischen Strukturen von Leiharbeit und ihrem Verhältnis zur geringfügigen Beschäftigung in einen größeren Bezugsrahmen ein. Als wesentliche Quelle dient hier der im Jahr 2011 veröffentlichte erste Gleichstellungsbericht der Bundesregierung (Deutscher Bundestag Drucksache 17/6240 vom 16.6.2011). Sodann werden die veränderten sozialrechtlichen Regelungen sowie die strukturelle und quantitative Entwicklung von Leiharbeit (3) und von geringfügiger Beschäftigung dargestellt (4). Anschließend wird speziell auf deren geschlechtsspezifische Dynamiken eingegangen (5). Es wird ein Vergleich zwischen Minijobs und Leiharbeit als Beschäftigungsformen für Frauen vorgenommen und der Frage nachgegangen, ob sich in diesen Arbeitsverhältnissen geschlechtsspezifische Wandlungsprozesse abzeichnen und worin diese bestehen (5.1, 5.2). Darauf aufbauend wird exemplarisch die Pflegebranche in den Blick genommen. Hierbei handelt es sich um ein weiblich segregiertes Beschäftigungsfeld, zu dem erste Befunde zur Ausweitung von Leiharbeit vorliegen (5.3). Abschließend wird in einem knappen Fazit auf Lücken in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung und auf politische Regulierungsdefizite eingegangen sowie weitergehender Forschungsbedarf benannt (6)." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Vom Minijob in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: vielfältige Projektansätze der Jobcenter (2012)
Sczesny, Cordula; Kühnlein, Gertrud;Zitatform
Sczesny, Cordula & Gertrud Kühnlein (2012): Vom Minijob in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Vielfältige Projektansätze der Jobcenter. In: GIB-Info H. 4, S. 64-69.
Abstract
"Viele Minijobber sind als 'Aufstocker' dauerhaft auf den Bezug von ergänzenden Leistungen aus der Grundsicherung angewiesen. Hier setzen die Jobcenter Bielefeld, Dortmund, Duisburg und Kreis Unna an, die sich Ende 2011 zu einer modellhaften Initiative zusammengeschlossen haben und vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales Nordrhein-Westfalen unterstützt und evaluiert werden. Gemeinsam wollen alle Projekte möglichst viele Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umwandeln und von den Erfahrungen der anderen lernen. Die Initiative wird wissenschaftlich begleitet durch die Soziale Innovation GmbH Dortmund in Kooperation mit der Sozialforschungsstelle/TU Dortmund. Die Autorinnen stellen erste Erfahrungen der Minijob-Projekte vor." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Niedriglohnfalle Minijob (2012)
Zitatform
Voss, Dorothea & Claudia Weinkopf (2012): Niedriglohnfalle Minijob. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 65, H. 1, S. 5-12. DOI:10.5771/0342-300X-2012-1-5
Abstract
"In diesem Beitrag steht die Funktion von Minijobs in den Beschäftigungsstrategien von Unternehmen im Vordergrund. Auf Basis empirischer Ergebnisse wird gezeigt, dass das im Teilzeit- und Befristungsgesetz verankerte Diskriminierungsverbot von geringfügig Beschäftigten in der Praxis häufig unterlaufen wird. Dadurch erweisen sich Minijobs für die große Mehrheit der geringfügig Beschäftigten als Niedriglohnfalle, was auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt insgesamt hat. Arbeitgeber nutzen Minijobs offenbar als 'Exit-Option', um tarifliche und gesetzliche Standards zu umgehen und damit ihre Arbeitskosten zu senken. Da nach der Analyse der Autorinnen kaum Praxisakteure für eine wirksame Durchsetzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes in der Arbeitswelt auszumachen sind, wird die Auffassung vertreten, dass der Gesetzgeber gefordert ist. Die gravierenden Folgewirkungen von Minijobs können nur dadurch wirksam unterbunden werden, dass der Sonderstatus Minijob abgeschafft wird." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Frauen im Minijob: Motive und (Fehl-)Anreize für die Aufnahme geringfügiger Beschäftigung im Lebenslauf (2012)
Wippermann, Carsten;Zitatform
(2012): Frauen im Minijob. Motive und (Fehl-)Anreize für die Aufnahme geringfügiger Beschäftigung im Lebenslauf. Berlin, 98 S.
Abstract
"Geringfügige Beschäftigung ist ein Instrument, welches den Einsatz von Arbeitskräften flexibel machen, Schwarzarbeit abbauen sowie Arbeitslosen und der sogenannten 'Stillen Reserve' einen leichten Wiedereinstieg in den Beruf ermöglichen sollte. Diesem Anspruch, eine Brücke in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu sein, werden die 'Minijobs' aber selten gerecht. Dies zeigt die aktuelle Studie 'Frauen im Minijob', die vom DELTA-Institut im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstellt wurde. Die wichtigsten Motive für den Einstieg ein den Minijob sind die flexiblen Arbeitszeiten und die geringe Stundenzahl. Minijobs entwickeln jedoch - branchenunabhängig - ausgeprägte Klebeeffekte. Frauen im Minijob machen die Erfahrung, dass sie - auch mit einer qualifizierten Berufsausbildung - bei dauerhafter Tätigkeit im Minijob nicht mehr als qualifizierte Fachkraft gelten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Entgeltgleichheit und Begrenzung der Flexibilisierung geringfügiger Beschäftigung durch kollektivrechtliche Regelungen (2012)
Zitatform
Zimmer, Reingard (2012): Entgeltgleichheit und Begrenzung der Flexibilisierung geringfügiger Beschäftigung durch kollektivrechtliche Regelungen. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 65, H. 1, S. 50-57. DOI:10.5771/0342-300X-2012-1-50
Abstract
"Die abgabenprivilegierte geringfügige Beschäftigung ist arbeitsrechtlich insbesondere hinsichtlich der Arbeitszeitverteilung und der Entlohnung missbrauchsanfällig. Rechte der Beschäftigten - wie z. B. das auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall - werden flächendeckend missachtet, diskriminierende Praktiken sind keine Seltenheit. Zum Teil werden (nur) mit Minijobbern Nettolohnabreden getroffen - eine unzulässige Umgehung sozialrechtlicher Bestimmungen, da der Arbeitgeber die Sozialabgaben bei geringfügiger Beschäftigung nicht auf die Minijobber abwälzen darf. Diese Praktik stellt zudem eine Diskriminierung geringfügig Beschäftigter dar. Auch die im Teilzeit- und Befristungsgesetz normierten Regularien zu Arbeit auf Abruf werden oftmals nicht eingehalten. Insbesondere hier können Betriebs- und Tarifvertragsparteien zum Schutz von Minijobbern tätig werden. Diese Möglichkeiten werden im Artikel dargestellt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Entwurf eines Gesetzes zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung: Gesetzentwurf der Fraktionen der CDU/CSU und FDP (2012)
Zitatform
(2012): Entwurf eines Gesetzes zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung. Gesetzentwurf der Fraktionen der CDU/CSU und FDP. (Verhandlungen des Deutschen Bundestages. Drucksachen 17/10773 (25.09.2012)), 16 S.
Abstract
"Während die durchschnittlichen Löhne und Gehälter in den letzten 10 Jahren gestiegen sind, sind die Höchstgrenzen für geringfügig entlohnte Beschäftigung (sog. Minijobs) und Beschäftigung in der Gleitzone (sog. Midijobs) seit dem Jahr 2003 unverändert geblieben.
Mit dem Gesetzentwurf sollen die Verdienstgrenzen für geringfügige Beschäftigung und Beschäftigung in der Gleitzone in Anlehnung an die allgemeine Lohnentwicklung angepasst werden.
Zudem soll die soziale Absicherung geringfügig Beschäftigter erhöht werden, indem die Versicherungspflicht geringfügig Beschäftigter in der gesetzlichen Rentenversicherung zur Regel wird. Arbeitnehmer können auf Antrag von der Versicherungspflicht befreit werden, so wie sie bisher auf Antrag die volle Versicherungspflicht wählen konnten (Wechsel von Opt-in zum Opt-out)." (Textauszug, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Sichere Arbeitsplätze statt prekärer Jobs: DGB-Vorschlag zur Reform kleiner Arbeitsverhältnisse (2012)
Zitatform
(2012): Sichere Arbeitsplätze statt prekärer Jobs: DGB-Vorschlag zur Reform kleiner Arbeitsverhältnisse. (Arbeitsmarkt aktuell 2012,03), Berlin, 14 S.
Abstract
"Aktuell gibt es über sieben Millionen Arbeitsverhältnisse, in denen die Beschäftigten nicht mehr als 400 Euro verdienen. Das sind etwa 20 % aller Arbeitnehmer/innen in Deutschland. Davon sind 2,5 Mio. Nebentätigkeiten (Hinzuverdienst) - also arbeiten 4,9 Mio. ausschließlich in Mini-Jobs.
Im Durchschnitt verdienen die Mini-Jobberinnen und Mini-Jobber aber nicht 400 Euro, sondern nur ca. 260 Euro (West) bzw. 200 Euro (Os). Mehr als drei Viertel erhalten einen Stundenlohn von unter 8,50 Euro. Der Mini-Jobbereich ist ein extremer Niedriglohnsektor.
Nicht die Nachfrage durch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bestimmt die hohe Zahl der Mini-Jobs, sondern das Angebot durch die Arbeitgeber. Aufgrund des hohen finanziellen und zeitlichen Flexibilisierungspotenzials sind geringfügige Beschäftigungsverhältnisse vor allem für Arbeitgeber attraktiv. Inzwischen werden viele reguläre Arbeitsplätze - vor allem im Dienstleistungssektor - durch Mini-Jobs ersetzt." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Materialien zur öffentlichen Anhörung von Sachverständigen in Berlin am 22. Oktober 2012 a) Gesetzentwurf der Fraktionen der CDU/CSU und FDP Entwurf eines Gesetzes zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung (BT-Drucksache 17/10773), b) Antrag der Abgeordneten und der Fraktion DIE LINKE Minijobs mit sozialversicherungspflichtiger Arbeit gleichstellen (BT-Drucksache 17/7386): Zusammenstellung der schriftlichen Stellungnahmen (2012)
Zitatform
(2012): Materialien zur öffentlichen Anhörung von Sachverständigen in Berlin am 22. Oktober 2012 a) Gesetzentwurf der Fraktionen der CDU/CSU und FDP Entwurf eines Gesetzes zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung (BT-Drucksache 17/10773), b) Antrag der Abgeordneten und der Fraktion DIE LINKE Minijobs mit sozialversicherungspflichtiger Arbeit gleichstellen (BT-Drucksache 17/7386). Zusammenstellung der schriftlichen Stellungnahmen. (Deutscher Bundestag, Ausschuss für Arbeit und Soziales. Ausschussdrucksache 17(11)984 v. 19.10.2012), 69 S.
Abstract
Zusammenstellung der schriftlichen Stellungnahmen zur öffentlichen Anhörung von Sachverständigen in Berlin am 22. Oktober 2012 zum Thema Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung (Minijobs).
Sachverständigenliste:
Deutscher Gewerkschaftsbund; Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände; Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.; Deutsche Rentenversicherung Bund; Deutsche Rentenversicherung, Knappschaft Bahn-See, Minijob-Zentrale;
Einzelsachverständige: Heribert Jöris; Prof. Dr. Jochen Kluve; Holger Meinken; Iris Santoro; Dr. Claudia Weinkopf; Prof. Dr. Gerhard Bäcker; Dr. Christina Klenner. (IAB) -
Literaturhinweis
Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Arbeit und Soziales (11. Ausschuss) a) zu dem Gesetzentwurf der Fraktionen der CDU/CSU und FDP (Drucksache 17/10773): Entwurf eines Gesetzes zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung b) zu dem Antrag der Abgeordneten und der Fraktion DIE LINKE (Drucksache 17/7386): Minijobs mit sozialversicherungspflichtiger Arbeit gleichstellen (2012)
Zitatform
(2012): Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Arbeit und Soziales (11. Ausschuss) a) zu dem Gesetzentwurf der Fraktionen der CDU/CSU und FDP (Drucksache 17/10773): Entwurf eines Gesetzes zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung b) zu dem Antrag der Abgeordneten und der Fraktion DIE LINKE (Drucksache 17/7386): Minijobs mit sozialversicherungspflichtiger Arbeit gleichstellen. (Verhandlungen des Deutschen Bundestages. Drucksachen 17/11174 (24.10.2012)), 10 S.
Abstract
Der Ausschuss für Arbeit und Soziales empfiehlt die Annahme des Gesetzenwurfs und die Ablehnung des Antrags der Fraktion Die Linke. Der Bericht des Abgeordneten Max Straubinger fasst die wesentlichen Inhalte der Vorlagen zusammen und berichtet über die öffentliche Anhörung von Sachverständigen im Ausschuss für Arbeit und Soziales am 22. Oktober 2012 zum Thema Geringfügige Beschäftigung. (IAB)
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Literaturhinweis
Niedriglohn und Beschäftigung 2010: Begleitmaterial zur Pressekonferenz am 10. September 2012 in Berlin (2012)
Zitatform
(2012): Niedriglohn und Beschäftigung 2010. Begleitmaterial zur Pressekonferenz am 10. September 2012 in Berlin. (DeStatis - wissen, nutzen), Wiesbaden, 32 S.
Abstract
"Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich in robuster Verfassung - trotz Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht die Zahl der Erwerbstätigen historische Höchststände und auch die Erwerbslosenzahl hat sich verringert. In diesem Zusammenhang wird jedoch auch häufig die Frage diskutiert, wie sich neben dem Wandel der Erwerbsformen die Verdienstsituation der Beschäftigten verändert hat. Antworten darauf gibt die Erhebung der Struktur der Arbeitsverdienste. Diese Erhebung führen die statistischen Ämter nur alle vier Jahre durch - das Statistische Bundesamt stellt auf der Pressekonferenz die aktuellen Ergebnisse des Jahres 2010 mit Fokus auf dem Niedriglohnbereich vor. Dabei werden unter anderem folgende Fragen beantwortet:
- Wie viel Prozent der Beschäftigten arbeiteten 2010 für einen Niedriglohn? In welchen Branchen kommen niedrige Verdienste am häufigsten vor?
- Wie hoch ist das Niedriglohnrisiko atypisch Beschäftigter? Welchen Zusammenhang gibt es zwischen atypischer Beschäftigung und beruflicher Qualifikation?
- Investieren Niedriglohnbezieher über Entgeltumwandlung in eine Betriebsrente und nutzen die staatliche Förderung?" (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Workshop zum Thema Minijobs: Veranstaltung der Arbeitsgruppe Gleichstellung der SPD-Bundestagsfraktion. Dokumentation des gesprochenen Wortes am 30. Juni 2011 (2011)
Zitatform
(2011): Workshop zum Thema Minijobs. Veranstaltung der Arbeitsgruppe Gleichstellung der SPD-Bundestagsfraktion. Dokumentation des gesprochenen Wortes am 30. Juni 2011. (Materialien. Veröffentlichungen der SPD-Bundestagsfraktion), Berlin, 34 S.
Abstract
"Der Workshop findet im Rahmen unserer Querschnittsarbeitsgruppe Gleichstellungspolitik statt, die sich derzeit vorrangig mit der Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt beschäftigt. Ziel der Querschnittsarbeitsgruppe Gleichstellung ist es, das weibliche Zuverdienerinnen- bzw. männliche Hauptverdienermodell zu überwinden. Echte Gleichstellung ist nur dann möglich, wenn sowohl Männer als auch Frauen in der Lage sind, selbstständig für ihre Existenz zu sorgen. Im Rahmen der Existenzsicherung müssen geringfügige Beschäftigungen, die sogenannten 'Minijobs', und ihre Folgen thematisiert werden. Als Diskussionsgrundlage unseres heutigen Workshops dient das kürzlich erschienene Gutachten 'Neue Wege - Gleiche Chancen - Gleichstellung von Frauen und Männern im Erwerbsleben' der Sachverständigenkommission für den Ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung, in dem die Abschaffung der Minijobs gefordert wird. Die Kritik an der Beschäftigungsform der 'Minijobs' ist vielfältig. Während ihrer Erwerbstätigkeit als Minijobberin/Minijobber ist oft keine eigenständige Existenzsicherung möglich, langfristig begünstigen Minijobs Altersarmut. Des Weiteren fördern Minijobs Lohndumping, führen zu Dequalifizierung und letztlich zu einer Erosion der sozialen Sicherungssysteme." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Atypische Beschäftigung und soziale Risiken: Entwicklung, Strukturen, Regulierung. Expertise im Auftrag der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung (2011)
Zitatform
Keller, Berndt & Hartmut Seifert (2011): Atypische Beschäftigung und soziale Risiken. Entwicklung, Strukturen, Regulierung. Expertise im Auftrag der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung. (WISO Diskurs), Bonn, 52 S.
Abstract
"Atypische Beschäftigungsformen gewinnen an Bedeutung. Gut 36 Prozent der Beschäftigten arbeiten befristet, geringfügig, in Teilzeit oder als Leiharbeitnehmer. Im Vergleich zu unbefristeter Vollzeitarbeit sind diese mehrheitlich von Frauen ausgeübten Beschäftigungsverhältnisse mit deutlich höheren Risiken verbunden, nur einen Niedriglohn zu erhalten, den Arbeitsplatz wieder eher zu verlieren und nur eingeschränkten Zugang zu beruflicher Weiterbildung zu haben. Der Aufstieg in ein Normalarbeitsverhältnis gelingt nur wenigen. Langfristig droht Altersarmut. Ansatzpunkte, wie sich die Prekaritätsrisiken mindern lassen, liefert der Beitrag." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
Kurzfassung -
Literaturhinweis
Geringfügige Beschäftigung in Mikrozensus und Beschäftigungsstatistik: neue Erkenntnisse zu den Hintergründen der Ergebnisunterschiede (2011)
Körner, Thomas; Meinken, Holger; Frank, Thomas; Puch, Katharina;Zitatform
Körner, Thomas, Katharina Puch, Thomas Frank & Holger Meinken (2011): Geringfügige Beschäftigung in Mikrozensus und Beschäftigungsstatistik. Neue Erkenntnisse zu den Hintergründen der Ergebnisunterschiede. In: Wirtschaft und Statistik H. 11, S. 1065-1085.
Abstract
"Der Mikrozensus der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder und die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit als die beiden wichtigsten arbeitsmarktstatistischen Datenquellen in Deutschland weisen bezüglich der Zahl der geringfügig Beschäftigten erhebliche Abweichungen auf. Während im Jahr 2010 nach den Ergebnissen der Beschäftigungsstatistik 4,9 Millionen Personen ausschließlich geringfügig beschäftigt waren, traf dies laut Mikrozensus nur auf 3 Millionen Personen zu. Die Ursachen für diese Abweichungen wurden in Fachkreisen in den vergangenen Jahren intensiv diskutiert, allerdings ohne ausreichende empirische Prüfung.
Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit und das Statistische Bundesamt haben daher gemeinsam die möglichen Ursachen systematisch untersucht. Dabei wurden neben den vorhandenen Daten zusätzlich die Ergebnisse einer Registerstatistikumfrage zur geringfügigen Beschäftigung analysiert. Die Registerstatistikumfrage liefert auch Informationen zu einer Reihe von Fragen, zu denen bislang kaum empirisch fundierte Aussagen möglich waren. Die Abweichungen zwischen Mikrozensus und Beschäftigungsstatistik können im Wesentlichen durch Unterschiede in den Messkonzepten und Erhebungsmethoden erklärt werden. Dieser Beitrag stellt die wichtigsten Ergebnisse der Registerstatistikumfrage sowie der durchgeführten Analysen im Überblick vor." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Geringfügige Beschäftigung in Österreich (2011)
Riesenfelder, Andreas; Schelepa, Susi; Wetzel, Petra;Zitatform
Riesenfelder, Andreas, Susi Schelepa & Petra Wetzel (2011): Geringfügige Beschäftigung in Österreich. (Sozialpolitische Studienreihe 09), Wien, 412 S.
Abstract
"L&R Sozialforschung führte im Jahr 2002 in Kooperation mit dem Institut für Staatswissenschaften der Universität Wien und im Auftrag des BMASK eine umfassende Grundlagenstudie zur Beschäftigungssituation und sozialen und materiellen Absicherung von geringfügig Beschäftigten in Österreich durch. Die Erkenntnisse aus der Studie sollen u. a. dazu beitragen, das Informationsangebot für geringfügig Beschäftigte bedarfsorientierter zu gestalten.
In der Studie finden sich detaillierte Erhebungen zur Frage der Arbeitszufriedenheit und zur Arbeitsbelastung. Zusätzlich wurde auch auf eine Darstellung der Branchen und Wirtschaftsbereiche der Arbeitsplätze geringfügig Beschäftigter im Jahresvergleich geachtet. Des Weiteren ist auch eine Erhebung zu arbeitsrechtlichen Problemen im Zusammenhang mit geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen und zum Stand der Information der geringfügig Beschäftigten über ihre rechtlichen Ansprüche enthalten." (Autorenreferat, IAB-Doku)Ähnliche Treffer
frühere (möglw. abweichende) VersionWeiterführende Informationen
Zusammenfassung -
Literaturhinweis
Geringfügige Beschäftigung in Österreich (2011)
Riesenfelder, Andreas; Schelepa, Susi; Wetzel, Petra;Zitatform
Riesenfelder, Andreas, Susi Schelepa & Petra Wetzel (2011): Geringfügige Beschäftigung in Österreich. Wien, 199 S.
Abstract
"L&R Sozialforschung führte im Jahr 2002 in Kooperation mit dem Institut für Staatswissenschaften der Universität Wien eine erste umfassende Grundlagenstudie zur Beschäftigungssituation und sozialen und materiellen Absicherung von geringfügig Beschäftigten in Österreich durch. Seither wurde keine vergleichbar umfassende Studie mehr zur Situation geringfügig Beschäftigter in Österreich publiziert. Die vorliegende Studie schließt diese Lücke und liefert umfassende aktuelle Informationen über die derzeitige Situation von geringfügig Beschäftigten. Die Erkenntnisse aus der Studie sollen u.a. dazu beitragen, das Informationsangebot für geringfügig Beschäftigte, wie im aktuellen Regierungsprogramm festgehalten, bedarfsorientierter zu gestalten. Gegenüber der ersten Grundlagenstudie sind in dieser Forschungsarbeit einige Themen neu hinzugekommen. So wurden jetzt etwa Verläufe und Strukturen nun im Rahmen der Längsschnittdatenanalysen zusätzlich auf Basis des Migrationshintergrunds anstelle des einfachen Staatsbürgerschaftsbegriffes abgebildet. Dementsprechend wurde auch im Rahmen der Interviews anstelle der Staatsbürgerschaft der Migrationshintergrund erhoben und dargestellt. Weiters wurden detaillierte Erhebungen zur Frage der Arbeitszufriedenheit und zur Arbeitsbelastung getätigt. Zusätzlich wurde auch auf eine Darstellung der Branchen und Wirtschaftsbereiche der Arbeitsplätze geringfügig Beschäftigter im Jahresvergleich geachtet. Neu hinzugekommen ist auch eine Erhebung zu arbeitsrechtlichen Problemen im Zusammenhang mit geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen und zum Stand der Information der geringfügig Beschäftigten über ihre rechtlichen Ansprüche. Auf methodischer Ebene wurde in dieser Studie ein Instrumentarium bestehend aus Sekundäranalysen, Längsschnittdatenanalysen des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Repräsentativinterviews mit geringfügig Beschäftigten und qualitativen Interviews mit ExpertInnen eingesetzt." (Textauszug, IAB-Doku)
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auch erschienen als: Sozialpolitische Studienreihe , 08 -
Literaturhinweis
Minijobs: Beitrag zum Workshop (2011)
Rudolph, Helmut;Zitatform
Rudolph, Helmut (2011): Minijobs. Beitrag zum Workshop. In: C. Humme (Red.) (2011): Workshop zum Thema Minijobs : Veranstaltung der Arbeitsgruppe Gleichstellung der SPD-Bundestagsfraktion. Dokumentation des gesprochenen Wortes am 30. Juni 2011, S. 12-17 u. 33.
Abstract
Der Autor analysiert die Entwicklung der geringfügigen Beschäftigung bzw. der Mini-Jobs in Deutschland nach Altersstruktur, Region, Geschlecht und Einkommen - jeweils im Haupt- und Nebenjob. Die Durchschnittsverdienste liegen deutlich unter 400 EURO, so dass nur ein kleiner Teil der Beschäftigungsverhältnisse tatsächlich als 400 EURO-Jobs zu bezeichnen sind. Nebenjobs werden häufig zur Existenzsicherung benötigt, weil die vermeintliche sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung die 400 EURO nicht oder nur wenig übersteigt. Für die von den Mini-Jobs erwartete Brückenfunktion in reguläre Beschäftigung gibt es kaum Evidenz. (IAB)
Weiterführende Informationen
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Literaturhinweis
Atypische Beschäftigungsformen nach dem Ende der Krise in Rheinland-Pfalz 2010 (2011)
Zitatform
Wagner, Birgit & Alfons Schmid (2011): Atypische Beschäftigungsformen nach dem Ende der Krise in Rheinland-Pfalz 2010. (IAB-Betriebspanel Rheinland-Pfalz 2011,01), Frankfurt, Main, 38 S.
Abstract
"Mit Beginn des Aufschwungs und der Zunahme der Beschäftigung veränderten sich in Rheinland-Pfalz die verschiedenen atypischen Beschäftigungsverhältnisse in unterschiedlichem Ausmaß. Die Leiharbeit, die während der Krise einen Einbruch verzeichnete, erreichte bis Mitte 2010 fast wieder ihren Rekordwert, den sie vor der Wirtschaftskrise erzielt hatte. Der ansteigende Trend der Leiharbeit setzt sich somit weiter fort. Gemessen an den Gesamtbeschäftigten spielt sie jedoch bislang eine geringe Rolle. Auf geringfügige Beschäftigung griffen Betriebe ebenfalls in den vergangenen Jahren verstärkt zurück. Trotz des leichten Anstiegs der Midi-Jobs seit 2005 offenbart die Entwicklung der Midi-Jobs insgesamt einen vergleichsweise konstanten Verlauf, der durch die Krise und den beginnenden Aufschwung kaum beeinflusst wurde. Obwohl zu erwarten gewesen wäre, dass sich Teilzeitjobs mit Zeitverlauf nur langsam verändern, da sie überwiegend von Frauen in Anspruch genommen werden, um Beruf und familiäre Verpflichtung in Einklang zu bringen, stieg der Anteil der Teilzeitbeschäftigten an den Gesamtbeschäftigten nach der Krise deutlich an. Die befristete Beschäftigung, die durch einen Rückgang während der Krisen gekennzeichnet war, erreichte mit der Belebung der Konjunktur einen neuen Rekordwert. Der beginnende konjunkturelle Aufschwung nach der Wirtschaftskrise zeichnet sich somit durch differenzierte Auswirkungen auf die verschiedenen atypischen Beschäftigungsformen aus. Sie gewinnen zunehmend an Bedeutung; das Normalarbeitsverhältnis steht jedoch weiter im Vordergrund." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Expertise "Minijobs - politisch-strategische Handlungsoptionen": erarbeitet im Rahmen des Projektes "Gesellschaftliche Wertschätzung von Dienstleistungen steigern! Dienstleistungsqualität - Arbeitsqualität - Zeitinnovationen" (2011)
Zitatform
Weinkopf, Claudia (2011): Expertise "Minijobs - politisch-strategische Handlungsoptionen". Erarbeitet im Rahmen des Projektes "Gesellschaftliche Wertschätzung von Dienstleistungen steigern! Dienstleistungsqualität - Arbeitsqualität - Zeitinnovationen". Berlin, 37 S.
Abstract
"Im Mittelpunkt dieser Expertise steht die Frage, wie künftig mit den Minijobs umgegangen werden sollte. Während von verschiedenen Seiten zunehmend gefordert wird, die Sonderregelungen für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse grundlegend zu reformieren oder aufzuheben, zeigt sich die Politik seit Jahren sehr zögerlich. Wurden in den 1990er Jahren auch auf der politischen Ebene noch zahlreiche Vorschläge zur Eindämmung oder Reform der geringfügigen Beschäftigung entwickelt und diskutiert, ist dies seit der letzten Reform im Jahr 2003 kaum noch der Fall. Hintergrund dürfte sein, dass Änderungen sowohl auf Arbeitgeber- als auch auf Beschäftigtenseite als eher unpopulär angesehen werden. Bei genauerer Betrachtung ist dies jedoch kritisch zu hinterfragen. Schwerpunkt der Expertise ist vor diesem Hintergrund, Probleme der geringfügigen Beschäftigung, die für eine Änderung der Regelungen sprechen, deutlich herauszuarbeiten und mögliche Handlungsoptionen aufzuzeigen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Entwicklung der geringfügigen Beschäftigung in Deutschland: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten und der Fraktion der SPD (Drucksache 17/6382) (2011)
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(2011): Entwicklung der geringfügigen Beschäftigung in Deutschland. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten und der Fraktion der SPD (Drucksache 17/6382). (Verhandlungen des Deutschen Bundestages. Drucksachen 17/6986 (14.09.2011)), 72 S.
Abstract
Die Bundesregierung antwortet auf die Fragen der Fraktion der SPD zur Entwicklung der geringfügigen Beschäftigung, zur Niedriglohnthematik, zur branchenspezifischen Betrachtung, geringfügiger Beschäftigung in Privathaushalten, zu Substitutionseffekten, zum Diskriminierungsverbot des Teilzeit- und Befristungsgesetzes, zu Genderaspekten, zur Brückenfunktion von Minijobs in den Arbeitsmarkt und zu Konsequenzen für die Sozialversicherung. (IAB)
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Literaturhinweis
Evaluating the German "Mini-Job" reform using a true natural experiment (2010)
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Caliendo, Marco & Katharina Wrohlich (2010): Evaluating the German "Mini-Job" reform using a true natural experiment. In: Applied Economics, Jg. 42, H. 19, S. 2475-2489. DOI:10.1080/00036840701858125
Abstract
Die Frage, wie man die Arbeitsanreize für Menschen mit geringem Einkommen verstärken kann, ist ein gemeinsames Thema in der politischen Debatte über die europäischen Länder hinweg. Die am 1. April 2003 in Kraft getretene 'Mini-Job'-Reform befindet sich im Einklang mit dieser Politik, indem sie Arbeitseinkommen unterhalb einer bestimmten Schwelle von Steuern und Sozialabgaben der Arbeitnehmer befreit. In der Untersuchung wird eine ex-post Evaluation vorgenommen, um die Kurzzeiteffekte der Reform zu identifizieren. Die Identifikationsstrategie benutzt eine exogene Variante der Interviewmonate im deutschen Sozio-ökonomischen Panel (SOEP), die es ermöglicht, zwischen verschiedenen Gruppen, die von der Reform betroffen (oder nicht betroffen) sind, zu unterscheiden. Um saisonale Effekte berücksichtigen zu können, wird zusätzlich vom Ansatz der Difference-in-Differences-Methode Gebrauch gemacht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kurzzeiteffekte der Reform begrenzt sind. Es gibt keine signifikanten Kurzzeiteffekte für die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse. Es gibt jedoch Hinweise dahingehend, dass unverheiratete Männer, die bereits in einem Arbeitsverhältnis stehen, umgehend reagieren und sich somit die Zahl der ausgeübten Zweitjobs erhöht. (IAB)
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Literaturhinweis
Atypische Beschäftigung und Niedriglohnarbeit: Benchmarking Deutschland: Befristete und geringfügige Tätigkeiten, Zeitarbeit und Niedriglohnbeschäftigung (2010)
Zitatform
Eichhorst, Werner, Paul Marx & Eric Thode (2010): Atypische Beschäftigung und Niedriglohnarbeit. Benchmarking Deutschland: Befristete und geringfügige Tätigkeiten, Zeitarbeit und Niedriglohnbeschäftigung. Gütersloh, 53 S.
Abstract
"Die Diskussion über die Schaffung neuer, zusätzlicher Arbeitsplätze durch institutionelle Reformen auf dem Arbeitsmarkt dreht sich im Kern in zahlreichen europäischen Staaten um die Rolle 'atypischer' Beschäftigungsverhältnisse. Diese orientieren sich nicht an unbefristeter Vollzeitarbeit (dem sogenannten Normalarbeitsverhältnis), die in der Regel tarifvertraglich geregelt ist und den vollen Schutz der sozialen Sicherungssysteme in Deutschland gewährt. Auf der einen Seite bieten atypische Arbeitsverhältnisse tatsächlich zusätzliche Erwerbschancen insbesondere im Dienstleistungssektor, auf der anderen Seite zeichnen sie sich oft durch Abweichungen vom jeweiligen tarif-, unternehmens- oder betriebsüblichen Standard hinsichtlich Arbeitszeiten, Entlohnung oder Bestandssicherheit aus. Die Notwendigkeit der Re-Regulierung atypischer Beschäftigungsformen steht deshalb auf dem Prüfstand und wird je nach Perspektive - beschäftigungspolitische vs. sozialpolitische Orientierung - unterschiedlich bewertet. Auf der Grundlage der empirischen Beobachtungen ist ein differenziertes Urteil über die Bedeutung atypischer Beschäftigung und von deren Chancen und Risiken möglich." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Ähnliche Treffer
auch erschienen als: IZA research report , 25 -
Literaturhinweis
Marginal employment and the demand for heterogeneous labour: elasticity estimates from a multi-factor labour demand model for Germany (2010)
Zitatform
Freier, Ronny & Viktor Steiner (2010): Marginal employment and the demand for heterogeneous labour. Elasticity estimates from a multi-factor labour demand model for Germany. In: Applied Economics Letters, Jg. 17, H. 12, S. 1177-1182. DOI:10.1080/00036840902862140
Abstract
"We develop a structural multi-factor labour demand model which distinguishes between eight labour categories including marginal employment, i.e. low-paying jobs with only a few working hours and partially exempted from employee's social security contributions. Using a new panel data set for Germany, the model is estimated both for the number of workers and total working hours. For unskilled and skilled workers in full-time employment, we find labour demand elasticities similar to previous estimates. Our new estimates of own-wage elasticities for marginal employment range between -0.13 (number of male workers in West Germany) to -1 (working hours for women)." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Sprungbrett oder Sackgasse? Entwicklung und Strukturen von flexiblen Erwerbsformen in Deutschland (2010)
Schäfer, Holger;Zitatform
Schäfer, Holger (2010): Sprungbrett oder Sackgasse? Entwicklung und Strukturen von flexiblen Erwerbsformen in Deutschland. In: IW-Trends, Jg. 37, H. 1, S. 47-63.
Abstract
"Die Struktur der Erwerbsformen auf dem deutschen Arbeitsmarkt unterliegt einem stetigen Wandel. Der zentrale Trend dieses Wandels besteht in der zunehmenden Bedeutung flexibler sogenannter 'atypischer' Beschäftigungsverhältnisse bei gleichzeitigem Bedeutungsverlust des 'Normalarbeitsverhältnisses'. Dabei wird häufig die These vertreten, dass die Arbeitsmarktreformen der letzten Jahre diesen Trend noch einmal verstärkt haben. Die Auswertung von Daten des sozio-oekonomischen Panels zeigt, dass die Bedeutung flexibler Erwerbsformen vor allem relativ zunimmt und es sich bei diesen überwiegend um zusätzliche Beschäftigung handelt. Auf individueller Ebene dienen sie als Sprungbrett. Dies gilt gleichermaßen für den Schritt aus der Arbeitslosigkeit oder Inaktivität in eine Beschäftigung wie für den Wechsel aus einer flexiblen Erwerbsform auf einen unbefristeten Vollzeitarbeitsplatz. Von der Sprungbrettfunktion profitieren vor allem geringproduktive Arbeitnehmer. Sie machen einen großen Teil der Arbeitnehmer in flexiblen Beschäftigungsverhältnissen aus. Anzeichen von Prekarität zeigen sich allerdings nur bei einem Teil der Beschäftigten in den flexiblen Erwerbsformen. Während die Abschläge vom Stundenlohn bei unbefristet Teilzeitbeschäftigten mit 5 Prozent eher gering sind, weisen unbefristet geringfügig Beschäftigte einen Stundenlohnabstand von rund 17 Prozent auf." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Atypische Beschäftigung: eine wissenschaftliche Bilanzierung (2010)
Wagner, Alexandra;Zitatform
Wagner, Alexandra (2010): Atypische Beschäftigung. Eine wissenschaftliche Bilanzierung. Berlin, 106 S.
Abstract
"Atypische Beschäftigungsformen wirken sehr unterschiedlich, ihre Bewertung kann nicht losgelöst vom konkreten Kontext ihres Einsatzes erfolgen. Wenngleich nicht alle atypisch Beschäftigten in prekären Lebenslagen sind, tragen diese Beschäftigungsformen ein nicht unerhebliches Prekaritätspotential. Dieses ergibt sich sowohl aus den niedrigen Entgelten als auch aus einer hohen Beschäftigungsunsicherheit und einer im Vergleich zum so genannten Normalarbeitsverhältnis schlechteren sozialen Sicherung. Ob die Ausweitung der atypischen Beschäftigung zur Reduzierung von Arbeitslosigkeit beigetragen oder eher zu einer Verdrängung qualitativ besserer Beschäftigung durch Erwerbsformen mit höheren Prekaritätsrisiken geführt hat, ist umstritten. Bislang gibt es keine Belege dafür, dass atypische Beschäftigungsformen das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen erhöhen. Notwendig sind Alternativen zur sich gegenwärtig vollziehenden Diversifizierung der Beschäftigungsformen, die Flexibilität sichern, ohne den Schutz der Beschäftigten zu reduzieren. Außerdem ist die soziale Sicherung atypischer Beschäftigungsformen zu verbessern." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Marginal employment: Skill requirements and competitive conditions in industries (2009)
Alda, Holger; Rohrbach, Daniela;Zitatform
Alda, Holger & Daniela Rohrbach (2009): Marginal employment: Skill requirements and competitive conditions in industries. Mailand, 32 S.
Abstract
"Marginal employment in Germany is characterized by low earnings (maximum 400 Euro) and only marginal claims for social security benefits. Between 2004 and 2008 the proportion of marginally employed workers rose from about seven to 15 percent of the total workforce, meaning that there are around seven million marginal workers in Germany today. From an individual-level perspective marginal employment might be seen as a chance for lower skilled people to (re-)enter the labor market. However, since the quality of marginal jobs seem to be rather worse compared to 'regular' employment, and that it is connected with only small claims for social security benefits, people are expected to avoid marginal employment. From a firm or industry perspective hiring marginal employed workers is theoretically not clear as well. On the one hand marginally employed workers increase firms' (or industries') numerical flexibility. On the other hand it does not seem to be an appropriate tool for keeping or rising human capital. Moreover, the employers' perspective on marginal employment should vary with structural conditions of the market, i.e. skill demand and supply relations. Connecting individual-level data with firm and industry information from other sources, the paper investigates in workers skills and higher economic units (firms, industries) as determinants for marginal employment simultaneously, applying multilevel analysis. The individual-level data come from the BIBB/BAuA-Survey of the Working Population on Qualifications and Working Conditions in Germany 2006 covering 20,000 individuals in the active workforce. As compared to many other surveys it includes rich information on job skill requirements and respondents' qualification as well as subjective assessments on the matching between the two. To study industry-related effects on workers' chance (or risk) to be marginally employed we rely on the IAB-Establishment-Panel covering about 16,000 German firms. Unlike administrative data, it includes a much greater set of relevant variables (such as e.g. competitive conditions, new technologies investments) and allows for considering the within-industry heterogeneity of firms." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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