Schulabbruch und Ausbildungslosigkeit
Je niedriger die Qualifikation von Erwerbspersonen, desto schwächer ist deren Wettbewerbsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt. Personen ohne Schul- oder Berufsabschluss haben deutlich geringere Chancen auf eine dauerhafte Integration ins Arbeitsleben.
Dieses Themendossier führt Forschungsbefunde zu Ursachen und Folgen von Schulmüdigkeit und Ausbildungslosigkeit zusammen und zeigt Präventionsstrategien und Lösungsansätze auf.
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Literaturhinweis
Typen von Schulabbrechern (2009)
Stamm, Margrit;Zitatform
Stamm, Margrit (2009): Typen von Schulabbrechern. In: Die Deutsche Schule, Jg. 101, H. 2, S. 168-180.
Abstract
"Die deutschsprachige Bildungsforschung setzt sich in jüngster Zeit verstärkt mit Schulabbrechern ('Dropouts') auseinander. Selten wird dabei untersucht, wer diese Dropouts sind und ob sie sich möglicherweise voneinander unterscheiden. Dieser Frage widmet sich der vorliegende Aufsatz. Auf der Basis einer empirischen Typologie konnten vier unterschiedliche Arten von Schulabbrechern identifiziert werden: ruhige Außenseiter, Schulversager, Schulmüde und Rebellen. Mit Blick auf ihre unterschiedlichen personalen und sozialen Risikofaktoren belegen diese Ergebnisse die Notwendigkeit, Schulabbrecher in unterschiedliche Profile zu differenzieren. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Aufsatz auch die Bedeutung verschiedener Präventionsstrategien." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Die Hauptschule: Entwicklung, Initiativen und Perspektiven (2009)
Zedler, Reinhard;Zitatform
Zedler, Reinhard (2009): Die Hauptschule. Entwicklung, Initiativen und Perspektiven. In: Wirtschaft und Berufserziehung, Jg. 61, H. 9, S. 13-20.
Abstract
"Ob Einheitsschule oder Gesamtschulen die bessere Alternative zum dreigliedrigen Schulsystem sind - darüber wird heftig gestritten. Im Mittelpunkt steht dabei die Hauptschule. Die Meinungen von Experten und Politikern gehen weit auseinander: Während die einen fordern, sie ganz abzuschaffen, unterstützen andere diese Schule und ihre Schüler. Dreh- und Angelpunkt für diesen Streit sind die Chancen der Hauptschüler in der Berufsausbildung. Die Berufsausbildung im dualen System steht im Prinzip zwar allen Schulabsolventen offen; aber für die Entwicklung von Ausbildungsordnungen gilt - oder zumindest galt - der Grundsatz, dass vom Abschluss der Hauptschule auszugehen ist. Da viele Hauptschüler - aus verschiedenen Gründen - nicht die Grundvoraussetzungen für eine Berufsausbildung mitbringen, kommen sie oft erst über Umwege in eine Berufsausbildung. Aufgrund der demographischen Entwicklung werden künftig Hauptschulen nicht immer eigenständig bleiben, sondern mit Realschulen zusammengelegt werden. Angesichts dieser absehbaren Entwicklung ist alles zu unternehmen, Hauptschulen zu stärken und ihren Absolventen berufliche Chancen zu vermitteln. Deshalb stehen im Mittelpunkt des Artikels einige ausgewählte Initiativen zur Stärkung der Hauptschule." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Teilzeitberufsausbildung für junge Eltern ohne Berufsabschluss (2008)
Albert, Verena; Schmidt, Niklas; Specht, Gerd;Zitatform
Albert, Verena, Niklas Schmidt & Gerd Specht (Hrsg.) (2008): Teilzeitberufsausbildung für junge Eltern ohne Berufsabschluss. Baltmannsweiler: Schneider-Verl. Hohengehren, 144 S.
Abstract
"Die seit 2005 im Berufsbildungsgesetz verankerte Möglichkeit einer Berufsausbildung in Teilzeit bietet jungen Eltern und in Pflege eingebundenen Menschen die Chance, Ausbildung und Familie miteinander zu vereinbaren und auf diese Weise einen qualifizierten Berufsabschluss zu erlangen. Rund zweieinhalb Jahre sind seit der Novellierung des Berufsbildungsgesetzes vergangen. Diese Publikation trägt nun Ergebnisse und Erfahrungen bislang durchgeführter Projekte zur Teilzeitberufsausbildung zusammen. Welche Ziele wurden verfolgt? Wo liegen noch Stolpersteine? Welche Ansätze sind Erfolg versprechend? Das Buch zieht eine Zwischenbilanz und dient allen Interessierten als Handlungsleitfaden für die Umsetzung von Projekten zur Teilzeitberufsausbildung junger Eltern." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Problemschüler auf die Pole-Position: wie man benachteiligten Jugendlichen ins Berufsleben hilft (2008)
Arnold, Jens;Zitatform
Arnold, Jens (2008): Problemschüler auf die Pole-Position. Wie man benachteiligten Jugendlichen ins Berufsleben hilft. Marburg: Tectum Verlag, 157 S.
Abstract
"Jeder zehnte Jugendliche in Deutschland schafft keinen Schulabschluss. 2004 verließen 82 000 Schüler die allgemein bildenden Schulen ohne Abschlusszeugnis. 14 Prozent der jungen Menschen zwischen 15 und 25 sind ohne Ausbildung. Das hat gravierende Folgen: Nur selten können sich die Betroffenen ins Berufsleben und in die Gesellschaft integrieren. Damit entstehen gesellschaftliche Hypotheken für Jahrzehnte. Eine Berufsausbildung bleibt der Schlüssel zur Integration benachteiligter Jugendlicher. Je nach den sozialen, körperlichen oder geistigen Aspekten der Benachteiligung muss deshalb eine individuelle Förderung möglichst auf eine Ausbildung hinarbeiten. Jens Arnold nimmt dazu vergleichend Förderprogramme in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern unter die Lupe. Er geht dabei auf die speziellen 'Altlasten' des DDR-Erziehungssystems ebenso ein wie auf eine Konzeption neuer Förderstrukturen in den Modellregionen Schwerin und Nürnberg." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Analysen zur Situation und zum Verbleib der an BUS beteiligten Schülerinnen und Schüler: Ergebnisbericht zur Befragung der Lehrkräfte der BUS-Klassen 2005/2006 (2008)
Zitatform
Beer, Doris & Elvira Ternes (2008): Analysen zur Situation und zum Verbleib der an BUS beteiligten Schülerinnen und Schüler. Ergebnisbericht zur Befragung der Lehrkräfte der BUS-Klassen 2005/2006. Bottrop, 24 S.
Abstract
Das Projekt Betrieb und Schule (BUS) gibt jährlich ca. 3.600 benachteiligten Jugendlichen im letzten Pflichtschuljahr, die die Schule voraussichtlich ohne den Hauptschulabschluss verlassen würden, die Chance auf eine konkrete Perspektive für einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Diese Jugendlichen werden durch eine Kombination schulischen Lernens mit betrieblicher Erfahrung in Förderpraktika auf den Übergang in Ausbildung oder Beschäftigung vorbereitet. Dabei wirken Schule, Arbeitsmarktpolitik und Jugendhilfe zusammen, um den Jugendlichen frühzeitig individuelle Übergänge in Beruf und Arbeit zu ermöglichen. Der Ergebnisbericht einer repräsentativen Untersuchung der Gesellschaft für Innovative Beschäftigungsförderung, Bottrop (G.I.B.) zum Verbleib der an BUS beteiligten Schülerinnen und Schüler zeigt, dass jeder zweite Schüler das landesweite Förderprogramm 'Betrieb und Schule' (BUS) erfolgreich abschließt. Einzelergebnisse zeigen u.a., dass Jungen häufiger in eine Ausbildung gelangen als Mädchen. 22,7 Prozent der Jugendlichen nehmen eine betriebliche oder überbetriebliche Ausbildung auf. Knapp 40 Prozent der Schülerinnen und Schüler gehen in Berufsvorbereitung oder sind nach dem Förderpraktikum so weit motiviert, dass sie die Schulausbildung fortsetzen können. 22 Prozent der Jugendlichen können nicht nachhaltig vom Förderpraktikum profitieren. Leistungsschwäche, Verweigerungshaltung und Kommunikationsstörungen gehen häufig einher mit Abbrüchen oder unbefriedigenden Entwicklungsverläufen. Besondere Bedeutung hat die Nachbetreuung. Sie stabilisiert die Schülerinnen und Schüler bei Schwierigkeiten in Schule und/oder Betrieb, überbrückt Krisensituationen und verhindert Abbrüche. (IAB)
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Literaturhinweis
Welche Jugendlichen bleiben ohne Berufsausbildung?: Analyse wichtiger Einflussfaktoren unter besonderer Berücksichtigung der Bildungsbiografie (2008)
Beicht, Ursula; Ulrich, Joachim Gerd;Zitatform
Beicht, Ursula & Joachim Gerd Ulrich (2008): Welche Jugendlichen bleiben ohne Berufsausbildung? Analyse wichtiger Einflussfaktoren unter besonderer Berücksichtigung der Bildungsbiografie. (BIBB-Report 2008,06), 14 S.
Abstract
"Der Anteil der Jugendlichen, der ohne Berufsausbildung bleibt, stagniert nach Auswertungen des Mikrozensus bereits seit etwa zehn Jahren bei rund 15% - und damit auf hohem Niveau. Dies ist angesichts der beträchtlichen Arbeitsmarktrisiken, die Personen mit fehlendem Berufsabschluss zu tragen haben, und angesichts des sich bereits abzeichnenden Fachkräftemangels sozial und wirtschaftlich kaum zu verantworten. Besonders häufig bleiben Jugendliche mit fehlendem Schulabschluss oder schlechten Schulnoten ohne Ausbildung. Aber auch die familiäre Herkunft, die Wohnregion, das Geschlecht sowie eigene Kinder, die betreut werden müssen, sind von Bedeutung. Dem Werdegang in der ersten Phase nach Verlassen der allgemeinbildenden Schule kommt eine Schlüsselrolle zu. Dies wird auf Datenbasis der Übergangsstudie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) aufgezeigt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Warum Jugendliche eine Ausbildung abbrechen: Analyse von Ausbildungsabbrüchen (2008)
Zitatform
Bessey, Donata & Uschi Backes-Gellner (2008): Warum Jugendliche eine Ausbildung abbrechen. Analyse von Ausbildungsabbrüchen. In: Panorama. Bildung, Beratung, Arbeitsmarkt, Jg. 22, H. Sonderheft, S. 20-21.
Abstract
"Lehrabbrüche können unter anderem durch Prüfungsangst, finanzielle Probleme, den relativ niedrigen Lehrlingslohn oder eingeschränkte Beschäftigungsaussichten bedingt sein. Zu diesem Schluss gelangt die deutsche Untersuchung 'Ökonomische Analyse von Ausbildungsabbrechern'. Die beiden Autorinnen schlagen für Jugendliche, welche nur einen kurzfristigen Planungshorizont haben, ein Case Management vor." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Integration benachteiligter Jugendlicher - aber wie? (2008)
Christe, Gerhard;Zitatform
Christe, Gerhard (2008): Integration benachteiligter Jugendlicher - aber wie? In: Neue Gesellschaft, Frankfurter Hefte, Jg. 55, H. 9, S. 47-51.
Abstract
"8% der Jugendlichen eines jeden Altersjahrgangs verlassen die Schule ohne Abschluss. Obwohl die Gründe weitgehend bekannt sind und seit über einem vierteljahrhundert ein 'Auffangsystem' besteht, hat sich die Situation keineswegs verbessert. Integration durch Bildung erreicht längst nicht alle Jugendlichen aus bildungsfernen Schichten, adäquate Unterstützung sogenannter 'dropouts' muss weiter greifen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Noncognitive skills, internet use and educational dropout (2008)
Zitatform
Coneus, Katja, Johannes Gernandt & Marianne Saam (2008): Noncognitive skills, internet use and educational dropout. (ZEW discussion paper 2008-044), Mannheim, 34 S.
Abstract
"In dieser Untersuchung der Determinanten und Effekte eines Bildungsabbruchs schenken wir solchen Faktoren besondere Beachtung, die angesichts zunehmend komplexer Anforderungen in der Arbeitswelt bedeutsam sind. Als zwei Schlüsselfaktoren betrachten wir nicht-kognitive Fähigkeiten und Internetnutzung. Bildungsabbrecher definieren wir als Personen ohne Schul- oder Ausbildungsabschluss, die sich auch nicht gerade in Ausbildung befinden. Die Analyse basiert auf Daten des Sozioökonomischen Panels für die Jahre 2000 bis 2006. Zuerst untersuchen wir die Determinanten des Bildungsabbruchs mit einer Stichprobe von 16 bis 22- Jährigen. Es zeigt sich, dass sowohl nicht-kognitive Fähigkeiten als auch die Verfügbarkeit von Internet im Haushalt die Wahrscheinlichkeit, Bildungsabbrecher zu sein, reduzieren. Die Effekte bleiben signifikant, wenn verschiedene familiäre Hintergründe berücksichtigt werden. Die Verfügbarkeit von Internet kann den Nutzen von Internet als Bildungstechnologie widerspiegeln aber auch Einstellungen und Fähigkeiten der Eltern, die in gewissem Grade unabhängig von ihrem formalen Bildungsniveau und Einkommen sind. Um den Einfluss nicht-kognitiver Fähigkeiten zu bewerten, führen wir sowohl ein psychologisches Maß nicht-kognitiver Fähigkeiten als auch Informationen über außerunterrichtliche Aktivitäten der Jugendlichen (Sport, Musik, Klassensprecherfunktion) in die Analyse ein. Wir finden heraus, dass die Faktoren, die die Bildungsabbruchswahrscheinlichkeit reduzieren, sich für Frauen und Männer unterscheiden. Im zweiten Teil werden die Arbeitsmarkterfolge von Bildungsabbrechern und anderen Beschäftigten untersucht. Bei gleichem Bildungsniveau haben Personen mit höheren nichtkognitiven Fähigkeiten eine geringere Wahrscheinlichkeit, arbeitslos zu sein. Anschließend betrachten wir den Lohnabstand zwischen Bildungsabbrechern und Beschäftigten mit mittlerer Qualifikation. Bei gleicher Berufsgruppe, gleichen nicht-kognitiven Fähigkeiten und gleichem Internetnutzungsstatus verschwindet dieser Lohnabstand für Männer. Für Frauen beträgt er vier Prozent. Schließlich wird überprüft, ob Bildungsabbrecher eine höhere oder niedrigere Lohnprämie für nicht-kognitive Fähigkeiten und für berufliche Internetnutzung erhalten. Wir finden dabei keinen Effekt, der sich von dem für die Gesamtheit der Beschäftigten unterscheidet." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
A national responsibility: the school-to-work transition of young people without diplomas (2008)
France, Conseil de l'Emploi;Zitatform
(2008): A national responsibility. The school-to-work transition of young people without diplomas. (CERC report 09), Paris: Documentation Francaise, 104 S.
Abstract
Mit dem Bericht legt CERC eine Analyse und Bestandsaufnahme der Situation der jungen Menschen in Frankreich vor, die den Übergang von der Schule in den Beruf ohne Schulabschluss bewältigen müssen. Im Jahre 2004 verließen 117.000 Jugendliche die Hauptschule ohne Schulabschluss. Dies entspricht einem Generationenanteil von 17 Prozent. Da in Frankreich die freiwillige Aufnahme eigener Bildungsanstrengungen äußerst selten ist, ist davon auszugehen, dass Jugendliche ohne Schulabschluss auch in ihrem Berufsleben keinen berufsqualifizierenden Abschluss erwerben. Der Bericht analysiert den Kenntnisstand der Politik über diese Bevölkerungsgruppe und mit welchen Mitteln sie versucht, sie beim Übergang in den Beruf zu unterstützen. In drei Kapiteln werden die Gründe für vorzeitigen Schulabbruch und die Quellen des Scheiterns, die Schwierigkeiten des Übergangs von der Schule in den Beruf und die öffentlichen Maßnahmen zur Förderung des Personenkreises analysiert. Abschließend wird ein Überblick über die Situation und die Maßnahmen der Politik in anderen europäischen Ländern gegeben. (IAB)
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Literaturhinweis
Ausbildungschancen junger Menschen im SGB II: Expertise (2008)
Förster, Heike;Zitatform
Förster, Heike (2008): Ausbildungschancen junger Menschen im SGB II. Expertise. Halle, 109 S.
Abstract
Die vom Deutschen Jugendinstitut im Auftrag des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes mit Unterstützung des Bundesfamilienministeriums erstellte Studie untersucht, welche Ausbildungschancen junge Menschen durch die Förderung im Rechtskreis des SGB II tatsächlich erhalten. Im Mittelpunkt der Expertise steht die Fragestellung, inwiefern Jugendliche ohne Berufsabschluss vorrangig in eine Ausbildung und erst nachrangig hierzu in eine Arbeitsstelle vermittelt werden. Gleichermaßen interessiert, ob Jugendliche gezielt gefördert werden, um an eine Ausbildung herangeführt zu werden, soweit sie noch nicht über die nötige Ausbildungsreife verfügen. Die zentralen Befunde der Studie zeigen, dass in der Grundsicherung für Arbeitssuchende überproportional viele bildungsferne und sozial benachteiligte Jugendliche betreut werden. Darüber hinaus wird deutlich, dass die Praxis der Vermittlungs- und Integrationsarbeit im SGB II keinen ausreichenden Beitrag leistet, um die Aufstiegschancen für diese jungen Menschen zu verbessern. Schlecht abgestimmte Organisationsstrukturen, unzureichend qualifizierte und dauerhaft beschäftigte MitarbeiterInnen und wenig zielführende Förderangebote sind die Hauptgründe für diesen negativen Befund. Das Gesamturteil lautet, dass die Praxis der Ausbildungsförderung im SGB II von einer planmäßigen integrativen Hilfe noch weit entfernt ist. Abschließend werden Vorschläge unterbreitet, wie die Ausbildungsförderung der Argen und Optionskommunen verbessert werden kann und Grundzüge weiteren Forschungsbedarfs skizziert. (IAB)
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Literaturhinweis
Ausbildung für Alle!: Wege aus der Ausbildungskrise (2008)
Fütterer, Michael; Weick, Helmut; Hofmann, Lisa;Zitatform
Fütterer, Michael, Lisa Hofmann & Helmut Weick (2008): Ausbildung für Alle! Wege aus der Ausbildungskrise. Hamburg: VSA-Verlag, 103 S.
Abstract
Die Bundesrepublik Deutschland befindet sich in einer seit 13 Jahren andauernden 'dritten Ausbildungskrise'. Fast 1,5 Millionen Jugendliche unter 25 Jahren haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Die von Schülervertretungen und Gewerkschaften getragene Kampagne 'Ausbildung für alle' hat das Ziel, dauerhaft diese Lehrstellenkrise zu überwinden. Der in Kooperation mit der Landesschülervertretung Hessen, der GEW, der DGB-Jugend, der DGB-Jugend Hessen, der ver.di-Jugend, der ver.di-Jugend Hessen und dem IG Metall Vorstand - Ressort Bildungs- und Qualifizierungspolitik zusammengestellte Band liefert Zahlen, Daten und Fakten zu den Themen Ausbildungsmangel und Ausbildungsfinanzierung. Behandelt werden auch die Maßstäbe für Ausbildungsqualität und die Bedingungen für eine Übernahme in ein Arbeitsverhältnis nach der Ausbildung. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass es entscheidend darauf ankommt, die Berufsausbildung von der Abhängigkeit der einzelbetrieblichen Kosten-Nutzen-Kalkulation zu befreien. Dazu werden fünf Handlungsmöglichkeiten für die Bereiche Recht auf Ausbildung, Ausbildungsfinanzierung, Ausbildung und Übernahme, Qualität der Ausbildung sowie Kampf gegen Ausgrenzung und Diskriminierung erarbeitet und vorgestellt. (IAB)
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Literaturhinweis
Ohne Schulabschluss in die Berufsausbildung: Ergebnisse einer Längsschnittuntersuchung (2008)
Gaupp, Nora; Lex, Tilly; Reißig, Birgit;Zitatform
Gaupp, Nora, Tilly Lex & Birgit Reißig (2008): Ohne Schulabschluss in die Berufsausbildung. Ergebnisse einer Längsschnittuntersuchung. In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, Jg. 11, H. 3, S. 388-405.
Abstract
"Jugendliche, die die allgemeinbildende Schule ohne Abschluss verlassen, tragen ein erhöhtes Risiko, keine Berufsausbildung abzuschließen und langfristig von stabiler Beschäftigung ausgeschlossen zu bleiben. Allerdings gelingt einem Teil der Absolventen ohne Abschluss der Zugang zu Ausbildung und Erwerbsarbeit. Auf der Basis einer repräsentativen Stichprobe von Absolventen der bayerischen Praxisklassen zeichnet der Beitrag die an den Schulbesuch anschließenden Bildungs- und Ausbildungswege nach. In einer Längsschnittanalyse werden einerseits Bildungswege identifiziert, die direkt oder mit Zwischenschritten in Ausbildungsverhältnisse führen und andererseits Verlaufsmuster dargestellt, in denen sich Jugendliche sukzessiv vom Bildungs- und Ausbildungssystem entfernen. Ein Vergleich von gelungenen und misslungenen Übergangsverläufen macht u.a. folgende Determinanten sichtbar, die pädagogisch gestaltet werden können: Betriebspraktika, Unterstützung durch die Herkunftsfamilie und eine professionelle Unterstützung des Berufswahlprozesses. Neben diesen Einflussfaktoren ist auch die Lage auf den regionalen Arbeitsmärkten für eine gelungene Eingliederung in ein Ausbildungsverhältnis von großer Bedeutung. Durch die enge Verknüpfung mit dem (z.T. schlechten) Arbeitsmarkt, sind den pädagogischen Interventionsmöglichkeiten Grenzen gesetzt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Chancen für Jugendliche ohne Berufsausbildung: Problemanalyse - Beschäftigungsfelder - Förderstrategien (2008)
Goltz, Marianne; Christe, Gerhard; Bohlen, Elise;Zitatform
Goltz, Marianne, Gerhard Christe & Elise Bohlen (2008): Chancen für Jugendliche ohne Berufsausbildung. Problemanalyse - Beschäftigungsfelder - Förderstrategien. Freiburg: Lambertus, 271 S.
Abstract
Im Jahre 2006 waren in Deutschland 1,3 Millionen junge Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren ohne eine abgeschlossene Berufsausbildung. Ziel der vom Deutschen Caritasverband e.V. und IN VIA, katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit Deutschland e.V. in Auftrag gegebenen Studie ist es, Wege aufzuzeigen, wie benachteiligte Jugendliche beim Zugang zu Ausbildung und Arbeitsmarkt besser unterstützt werden können. 38 Unternehmen unterschiedlicher Branchen wurden dazu befragt, welche Erfahrungen sie mit benachteiligten Jugendlichen gemacht haben und welche Maßnahmen sie für notwendig halten, um die Chancen dieser Jugendlichen zu verbessern. Die Erfahrungen zeigen, dass der gute Wille der Unternehmen häufig scheitert, wenn nach einem durchgestandenen Praktikum die anschließende Ausbildung von den Jugendlichen abgebrochen wird. Die Studie zieht das Fazit, dass Betriebe, die bereit sind, benachteiligten Jugendlichen Praktika und Arbeitsplätze bereitzustellen, eine verlässliche Unterstützung brauchen. 'Nachhaltige Erfolge der Integration sind sonst nicht zu erwarten.' Die Eckpunkte einer in diesem Sinne verbesserten Integration werden in sechs Handlungsempfehlungen zusammengefasst. (IAB)
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Literaturhinweis
Maßnahmeabbrüche in der beruflichen Integrationsförderung: Ursachen und Konsequenzen vorzeitiger Maßnahmebeendigungen in der Berufsvorbereitung (BvB) und außerbetrieblichen Berufsausbildung (BaE) (2008)
Zitatform
Heisler, Dietmar (2008): Maßnahmeabbrüche in der beruflichen Integrationsförderung. Ursachen und Konsequenzen vorzeitiger Maßnahmebeendigungen in der Berufsvorbereitung (BvB) und außerbetrieblichen Berufsausbildung (BaE). Paderborn: Eusl, 323 S.
Abstract
"Maßnahmeabbrüche stellen ein zentrales Problemfeld der beruflichen Integrationsförderung dar. Sie werden in erster Linie als die Folgen individueller Defizite der betroffenen Jugendlichen dargestellt. Ihre psycho-sozialen Probleme, ihre Entwicklungsdefizite, ihre begrenzte kognitive Leistungsfähigkeit und ihr problematisches soziales Herkunftsmilieu werden als die zentralen Ursachen von Abbrüchen beschrieben. Sie führen zu Verhaltensformen, wie z. B. Fehlzeiten, die einen Abbruch zur Folgen haben können. Für die Jugendlichen selbst bergen Abbrüche gewisse Risiken für ihre weitere Erwerbsbiografie. Mit diesem Fokus werden Abbrüche häufig als kritisches Ereignis betrachtet. Dies stellt eine einseitig reflektierte Perspektive dar, in der zwei Dinge aus dem Blick geraten: 1. Abbrüche werden maßgeblich durch die Rahmenbedingungen der Förderpraxis mit beeinflusst, 2. können Abbrüche der beruflichen Umorientierung dienen und können damit durchaus auch konstruktiven Charakter besitzen. Die vorliegende Untersuchung betrachtet die verschiedenen Aspekte im Abbruchgeschehen genauer. Dafür wird ein systemischer Zugang gewählt. Es wird davon ausgegangen, dass Maßnahmeabbrüche weit mehr sind als problematische Ereignisse und dass sie für die Jugendlichen durchaus einen subjektiven Sinn besitzen, der sich erst im Kontext ihrer Lebenswelt erschließt. Deshalb werden Abbrüche sowohl aus Sicht der Pädagogen als auch aus Sicht der Jugendlichen untersucht." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
Kurzfassung -
Literaturhinweis
Wer eine Lehre abbricht, hat dafür oft mehrere Gründe (2008)
Zitatform
Lamamra, Nadia & Jonas Masdonati (2008): Wer eine Lehre abbricht, hat dafür oft mehrere Gründe. In: Panorama. Bildung, Beratung, Arbeitsmarkt, Jg. 22, H. 6, S. 13-14.
Abstract
"Für manche Lernende stellt der Lehrabbruch eine echte Erleichterung dar; sie sehen darin eine Chance, eine neue Ausbildung in einem anderen Betrieb oder in einem geeigneteren Beruf zu beginnen. Für andere jedoch bedeutet er einen Schock, der negative Auswirkungen auf die weitere Laufbahn hat. Dies geht aus einer Studie des EHB hervor, die auf 46 halbstrukturierten Interviews basiert." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Dran bleiben....: Sicherung des Ausbildungserfolgs durch Beratung und Vermittlung bei Konflikten in der dualen Berufsausbildung. Eine empirische Studie (2008)
Mahlberg-Wilson, Elisabeth; Mehlis, Peter; Quante-Brandt, Eva;Zitatform
Mahlberg-Wilson, Elisabeth, Peter Mehlis & Eva Quante-Brandt (2008): Dran bleiben.... Sicherung des Ausbildungserfolgs durch Beratung und Vermittlung bei Konflikten in der dualen Berufsausbildung. Eine empirische Studie. (Bremer Beiträge zur Praxisforschung), Bremen, 48 S.
Abstract
In vielen Ausbildungsberufen, besonders im Handwerk, kommt es zu einer hohen Zahl von Ausbildungsabbrüchen. Flankierenden Maßnahmen in der beruflichen Bildung kommt damit eine wichtige unterstützende Rolle zu. In der Studie zum Bremer Projekt 'Ausbildung - Bleib dran' wird ein Konzept zur Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen vorgestellt. Wesentliche Bestandteile des Konzeptes sind die Mediation bei akuten Ausbildungskonflikten, Fortbildungen für Lehrkräfte sowie die Information und Beratung aller beteiligten Personen. Das Unterstützungsangebot besteht aus drei Elementen: a) enge Kooperation mit den Akteuren vor Ort, b) Neutralität bzw. Allparteilichkeit und c) stetige Weiterentwicklung der Qualität der Beratungs- und Vermittlungsarbeit im Prozess. Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass ein Konzept, das differenzierte Maßnahmen der Prävention und Intervention miteinander verknüpft, außerordentlich hilfreich bei der Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen sowie einer Verbesserung der Ausbildungssituation sein kann. Die Nähe zu den Akteuren und die enge Kooperation mit den Trägern der beruflichen Bildung eröffnen Gelegenheiten der Prävention, die eine frühzeitige Intervention bei Konflikten befördern. Vor dem Hintergrund, dass Beratung und Vermittlung/Mediation vor allem dann erfolgreich verlaufen und zu einer für beide Seiten gelungenen Fortsetzung der Ausbildung führen, wenn der Prozess der Konfliktvermittlung frühzeitig beginnt, ist das nach Meinung der Autoren der Studie ein entscheidender Vorteil gegenüber Unterstützungsangeboten, die zentral bei ihren Institutionen/Trägern angesiedelt sind und erst im Rahmen eines formalen Beantragungsverfahrens aktiv werden. (IAB)
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Literaturhinweis
Schülerbewegungen und Beschäftigungschancen vor und nach Einführung eines dritten Jahres in den beruflichen Bildungsgängen der Sekundarstufe II (2008)
Murray, Asa;Zitatform
Murray, Asa (2008): Schülerbewegungen und Beschäftigungschancen vor und nach Einführung eines dritten Jahres in den beruflichen Bildungsgängen der Sekundarstufe II. In: Europäische Zeitschrift für Berufsbildung H. 44, S. 127-149.
Abstract
"Thema der vorliegenden Studie sind die Schülerbewegungen vor und nach der jüngsten Reform des Sekundarbereichs II, mit der ein drittes Jahr, ein neues Benotungssystem und neue Aufnahmevoraussetzungen für die beruflichen Bildungsgänge eingeführt wurden. Als Ausgangsbasis für die Studie dienen veröffentlichte und unveröffentlichte Daten zu den Schülerbewegungen im oberen Sekundarbereich vor und nach der Reform. Wie die Untersuchung zeigt, ist die Zahl der Schüler, die die Sekundarstufe II ohne Abschluss verlassen, seit der Reform drastisch gestiegen. Allerdings erfolgen die meisten Abbrüche erst gegen Ende des dritten Jahres. In dieser Gruppe waren die Beschäftigungschancen weitaus besser als bei den Schülern, die bereits im ersten oder zweiten Jahr abgingen, aber nicht so gut wie bei denen, die einen berufsbildenden Abschluss der Sekundarstufe II erlangten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Warum Jugendliche den Lehrberuf wechseln (2008)
Schmid, Evi; Stalder, Barbara E.;Zitatform
Schmid, Evi & Barbara E. Stalder (2008): Warum Jugendliche den Lehrberuf wechseln. In: Panorama. Bildung, Beratung, Arbeitsmarkt, Jg. 22, H. 1, S. 20-21.
Abstract
"Mehr als ein Fünftel aller Lehrverträge wird vorzeitig aufgelöst. Die Gründe dafür sind vielfältig, wie die Studie LEVA aus dem Kanton Bern gezeigt hat. Viele Jugendliche wechseln nach der Lehrvertragsauflösung den Lehrberuf und freuen sich auf den Neubeginn. Jugendliche, die in eine weniger anspruchsvolle Lehre wechseln, haben aber trotz guter Anschlusslösung Mühe mit diesem Entscheid." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Wie weiter nach der Lehrvertragsauflösung?: Ergebnisse einer Längsschnittstudie im Kanton Bern (2008)
Schmid, Evi;Zitatform
Schmid, Evi (2008): Wie weiter nach der Lehrvertragsauflösung? Ergebnisse einer Längsschnittstudie im Kanton Bern. In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, Jg. 37, H. 6, S. 41-44.
Abstract
"Eine Lehrvertragsauflösung ist für viele Jugendliche ein sehr belastendes Ereignis. Nebst dem Gefühl versagt zu haben, steht für viele die Unsicherheit, nicht zu wissen, wie es weitergeht, im Vordergrund. Die Längsschnittstudie LEVA hat rund 1.200 Jugendliche in den ersten zwei bis drei Jahren nach der Lehrvertragsauflösung begleitet. Der Beitrag gibt einen Überblick über das Ausmaß von Lehrvertragsauflösungen im Kanton Bern und beschreibt die Ursachen aus Sicht der betroffenen Vertragsparteien. Daran anschließend wird der Verbleib der Jugendlichen nach der Lehrvertragsauflösung sowie deren Chance auf einen Wiedereinstieg in eine zertifizierende Sekundarstufe-II-Ausbildung im Zeitverlauf berichtet. Der Beitrag benennt schließlich Faktoren, die den Wiedereinstieg begünstigen respektive hemmen, und schließt mit einigen Schlussfolgerungen im Hinblick auf Maßnahmen zur Prävention von Lehrvertragsauflösungen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
