Fluchtmigrantinnen und -migranten – Bildung und Arbeitsmarkt
Auf der Flucht vor Krieg und politischer Verfolgung verlassen viele Menschen ihr Heimatland und suchen Schutz und neue Perspektiven in Deutschland und beantragen Asyl. Die Beteiligung am Arbeitsmarkt wird häufig als Schlüssel für die gesellschaftliche Integration der Fluchtmigrantinnen und -migranten gesehen.
Welche Qualifikationen bringen die Menschen mit, welche arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen sind hilfreich? Wie gehen die einzelnen Bundesländer damit um, welche Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und die Sozialsysteme sind zu erwarten, wie sieht die Situation in anderen Ländern aus?
Dieses Themendossier stellt wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema zusammen und ermöglicht den Zugang zu weiterführenden Informationen sowie zu Positionen der politischen Akteure.
Literatur zur besonderen Situation der Geflüchteten aus der Ukraine finden Sie im
Themendossier Auswirkungen des Krieges gegen die Ukraine auf Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Fluchtmigration in Deutschland
- Literatur und Forschung aus dem IAB
-
Zur Situation in Deutschland
- Positionen und Stellungnahmen
- zur Rechtslage
- Bildungstand und -förderung / Anerkennung von Qualifikation
- betriebliche Berufsausbildung/Berufsorientierung
- Studium
- Arbeitsmarktintegration, Maßnahmen und Programme
- Betriebe und Wirtschaftsbereiche
- Beschäftigungsformen
- Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit
- Geflüchtete im SGB II
- Löhne
- Arbeitsmarkteffekte der Flüchtlingszuwanderung
- Regionale Aspekte, Wohnsitzauflage
- Rückwanderung
- Daten und Statistik
- Quellen mit Unterscheidung nach Herkunftsregion
- Quellen mit Geschlechtsbezug
- Quellen mit Altersbezug
- Quellen mit regionalem Bezug
- Zur Situation in anderen Ländern
-
Literaturhinweis
Zuwanderungsmonitor Juli (2024)
Zitatform
Brücker, Herbert, Andreas Hauptmann & Sekou Keita (2024): Zuwanderungsmonitor Juli. (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Aktuelle Daten und Indikatoren), Nürnberg, 8 S. DOI:10.48720/IAB.ZM.2407
Abstract
"Die ausländische Bevölkerung in Deutschland ist nach Angaben des Ausländerzentralregisters im Juni 2024 gegenüber dem Vormonat um 13.000 Personen gestiegen. Die Beschäftigungsquote der ausländischen Bevölkerung betrug im Mai 2024 55,0 Prozent und ist damit im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,0 Prozentpunkte gestiegen. Die absolute Zahl der Arbeitslosen mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit hat im Juli 2024 gegenüber dem Vorjahresmonat um rund 75.000 Personen zugenommen. Dies entspricht einem Anstieg von 7,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote der ausländischen Bevölkerung lag im Mai 2024 bei 14,8 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,3 Prozentpunkte gestiegen. Die SGB-II-Hilfequote der ausländischen Bevölkerung lag im April 2024 bei 21,1 Prozent und ist gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,2 Prozentpunkte gesunken. Unter den ausländischen Staatsangehörigen belief sich die Beschäftigungsquote von Frauen im Januar 2024 auf 47,3 Prozent und von Männern auf 58,5 Prozent. Die Beschäftigungsquote von Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit ist damit im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,3 Prozentpunkte gestiegen, die von Männern um 0,5 Prozentpunkte. (Autorenreferat, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
Sämtliche Ausgaben des Zuwanderungsmonitors im Grafik- und Datenportal des IAB -
Literaturhinweis
Institutionelle Hürden beeinflussen Umfang und Qualität der Erwerbstätigkeit von Geflüchteten (2024)
Zitatform
Brücker, Herbert, Maye Ehab, Philipp Jaschke & Yuliya Kosyakova (2024): Institutionelle Hürden beeinflussen Umfang und Qualität der Erwerbstätigkeit von Geflüchteten. (IAB-Forschungsbericht 12/2024), Nürnberg, 46 S. DOI:10.48720/IAB.FB.2412
Abstract
"In diesem Forschungsbericht wird die Arbeitsmarktintegration der zwischen 2013 bis Mitte 2019 nach Deutschland zugezogenen Geflüchteten und ihrer Haushaltsmitglieder auf Grundlage der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten untersucht. Demnach sind sowohl die Erwerbstätigenquoten als auch die Verdienste seit dem Ende der COVID-19-Pandemie merklich gestiegen und die Qualität der Arbeitsmarktintegration insgesamt hat sich verbessert. Im Jahr 2022 erreichte die durchschnittliche Erwerbstätigenquote der 2015 zugezogenen Kohorte 64 Prozent. Unter allen Geflüchteten mit einer Aufenthaltsdauer von acht Jahren oder länger waren es 68 Prozent. Gut 90 Prozent der beschäftigten Geflüchteten ab einer Aufenthaltsdauer von drei bis vier Jahren gehen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach, was dem Anteil aller Beschäftigten in Deutschland entspricht. Auch die durchschnittliche Wochenarbeitszeit entspricht dem Beschäftigungsdurchschnitt. Zugleich nimmt der Anteil befristeter und geringfügiger Beschäftigung sowie der Arbeitnehmerüberlassung mit zunehmender Aufenthaltsdauer ab. Rund drei Viertel der 2015 zugezogenen Geflüchteten gehen einer Fachkrafttätigkeit oder höher qualifizierten Erwerbstätigkeit nach. Der mittlere Bruttomonatsverdienst (Median) aller erwerbstätigen Geflüchteten lag 2022 bei 2.200 Euro, unter Vollzeiterwerbstätigen bei 2.500 Euro. Der mittlere Bruttostundenlohn von knapp 14 Euro liegt über der Niedriglohnschwelle in Deutschland und entspricht rund drei Viertel des mittleren Bruttostundenlohns aller Beschäftigten in Deutschland. Damit ist der Lohnunterschied noch erheblich, was aber auch auf das niedrigere Durchschnittsalter der Geflüchteten zurückgeführt werden kann. Das Gendergefälle bei den Erwerbstätigenquoten bleibt hoch. So sind die durchschnittlichen Erwerbstätigenquoten der geflüchteten Männer acht Jahre nach dem Zuzug höher als die durchschnittlichen Erwerbstätigenquoten in Deutschland insgesamt, während die Erwerbstätigenquote der geflüchteten Frauen weniger als die Hälfte der Erwerbstätigenquote von Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt beträgt. Allerdings sind die Erwerbstätigenquoten der geflüchteten Frauen in den letzten beiden Jahren deutlich gestiegen. Die mit zunehmender Aufenthaltsdauer steigenden Erwerbstätigenquoten und Verdienste lassen sich auf individuelle und institutionelle Faktoren zurückführen. Die Geflüchteten verbessern in dieser Zeit ihre Deutschkenntnisse, erreichen höhere Bildungs- und Ausbildungsabschlüsse, lassen zunehmend im Ausland erworbene berufliche Qualifikationen anerkennen und bauen persönliche Netzwerke auf, die die Arbeitsmarktintegration erleichtern. Zugleich werden mit dem Abschluss der Asylverfahren, der Aufhebung von Beschäftigungsverboten und dem Auslaufen von Wohnsitzauflagen institutionelle Hürden schrittweise abgebaut. Die multivariaten Analysen zeigen, dass der Abschluss von Integrationskursen und Berufssprachkursen, eine berufliche Ausbildung und ein Studium in Deutschland sowie die Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen mit steigenden Erwerbstätigkeitsquoten einhergehen. Die Anerkennung von Asylanträgen steht ebenfalls in positivem Zusammenhang mit den Erwerbstätigenquoten, während Beschäftigungsverbote und Wohnsitzauflagen mit niedrigeren Erwerbstätigenquoten einhergehen. Dasselbe gilt für Transferleistungen in Form von Sachleistungen. Außerdem ist ein positiver Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung eines ausgeprägten Willkommensgefühls und der Erwerbstätigkeitswahrscheinlichkeit zu beobachten. Zudem beeinflussen institutionelle Hürden und Integrationsmaßnahmen die Integrationschancen von Frauen und Männern unterschiedlich stark: Frauen profitieren deutlich stärker von Integrations- und Berufssprachkursen sowie von Bildungsabschlüssen in Deutschland, während die Auswirkungen von Asylverfahrensentscheidungen, Beschäftigungsverboten und Wohnsitzauflagen bei Männern stärker zu Tage treten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Zugang zur beruflichen Ausbildung von Geflüchteten: Einblicke in Deutschland, Österreich und die Schweiz (2024)
Zitatform
Busse, Robin, Julia Bock-Schappelwein & Marlise Kammermann (2024): Zugang zur beruflichen Ausbildung von Geflüchteten. Einblicke in Deutschland, Österreich und die Schweiz. In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, Jg. 53, H. 2, S. 19-22.
Abstract
"Der beruflichen Ausbildung wird für eine gelingende berufliche Integration von jungen Geflüchteten eine zentrale Bedeutung zugeschrieben. Vorliegende Befunde aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigen auf, dass die Länder trotz Gemeinsamkeiten in der Ausgestaltung der Berufsausbildungssysteme unterschiedliche Wege in der Unterstützung der Integration geflüchteter Personen gehen. Im Mittelpunkt des Beitrags stehen dabei die Phasen der Ausbildungsvorbereitung und des Zugangs in Ausbildung." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Syrische und irakische Geflüchtete: Erfolge bei der Arbeitsmarktintegration wurden durch die Pandemie nur kurz unterbrochen (2024)
Zitatform
Bähr, Sebastian, Jonas Beste & Claudia Wenzig (2024): Syrische und irakische Geflüchtete: Erfolge bei der Arbeitsmarktintegration wurden durch die Pandemie nur kurz unterbrochen. In: IAB-Forum H. 23.07.2024. DOI:10.48720/IAB.FOO.20240723.01
Abstract
"Vor allem in den Jahren 2015 bis 2017 kamen ungewöhnlich viele Geflüchtete aus Syrien und dem Irak nach Deutschland. Die Geflüchteten, die gegen Ende dieses Zeitraums zugezogen sind und sich im SGB-II-Leistungsbezug befanden, hatten im Vergleich zu denjenigen, die zu Beginn dieses Zeitraums zugezogen sind, seltener einen Berufsabschluss. Die Sprachkenntnisse waren aber vergleichbar. Der Abbau beider Hemmnisse verlief dabei sehr ähnlich. Die Erwerbsbeteiligung stieg in beiden Gruppen bis 2022 deutlich – und damit sank auch deren Hilfebedürftigkeit." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Migration ist kein Nullsummenspiel – ein Interview: Teil des Zeitgesprächs "Herausforderungen für die Arbeitsmärkte der Zukunft" (2024)
Zitatform
Dustmann, Christian; Mark Kirstein (sonst. bet. Pers.) (2024): Migration ist kein Nullsummenspiel – ein Interview. Teil des Zeitgesprächs "Herausforderungen für die Arbeitsmärkte der Zukunft". In: Wirtschaftsdienst, Jg. 104, H. 8, S. 533-538. DOI:10.2478/wd-2024-0140
Abstract
"Deutschland war immer ein attraktives Land für Arbeitsmigranten und ist schon seit den 1950er Jahren ein Einwanderungsland. Alleine in den 1960er Jahren bis zur ersten Ölkrise 1973 ist der Anteil an der Arbeiterschaft der im Ausland Geborenen enorm gestiegen. Was sich jetzt verändert hat, ist, dass viele dieser Migrationsströme nicht mehr über den Arbeitskanal kommen, sondern über den Flüchtlingskanal. Das bringt natürlich viele Probleme mit sich. Arbeitsmigranten und Flüchtlinge unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht. Flüchtlinge kommen oft unvorbereitet, haben nicht beabsichtigt zu emigrieren und sind daher auch schwieriger in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Arbeitsmigranten sind in der Regel vorbereitet und kommen wegen der Arbeitsplätze. Es gibt daher sehr große Unterschiede zwischen diesen beiden Migrationsbewegungen. Wir haben für verschiedene europäische Länder inklusive den USA Flüchtlingsmigranten mit Wirtschaftsmigranten verglichen (Brell et al., 2020). Hinsichtlich der Arbeitsmarktintegration zeigen sich erhebliche Unterschiede. Es ist unglücklich, wenn diese beiden Arten der Immigration vermischt werden. Die Arbeitsmigration ist eine gewollte Immigration von beiden Seiten. Die Flüchtlingsmigration wird durch die Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 und die entsprechenden Anhänge geregelt. Das sind unterschiedliche Migrationsbewegungen, die man weiterhin trennen sollte, da sie mit unterschiedlichen Herausforderungen einhergehen." (Textauszug, IAB-Doku, © Springer)
-
Literaturhinweis
Deutschkenntnisse von geflüchteten Frauen und Männern: Entwicklung, Unterschiede und Hintergründe (2024)
Zitatform
Eckhard, Jan (2024): Deutschkenntnisse von geflüchteten Frauen und Männern: Entwicklung, Unterschiede und Hintergründe. (BAMF-Kurzanalyse / Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2024,01), Nürnberg, 16 S. DOI:10.48570/bamf.fz.ka.01/2024.d.2024.geschlechterunterschiedsprache.1.0
Abstract
"Auf Basis von Selbsteinschätzungen der Deutschkenntnisse aus der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten aus dem Jahr 2021 zeigt sich, dass die in den Jahren von 2013 bis 2019 eingereisten Geflüchteten ihre Deutschkenntnisse zunehmend verbessert haben. Gleichwohl bestehen noch immer deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Auch nach einer längeren Aufenthaltsdauer in Deutschland verfügen geflüchtete Frauen im Durchschnitt über weniger Deutschkenntnisse als geflüchtete Männer." (Textauszug, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
„Wir sind ´ne lernende Organisation“: interkulturelle Begegnungen im Jobcenter (2024)
Zitatform
Falkenhain, Mariella & Andreas Hirseland (2024): „Wir sind ´ne lernende Organisation“: interkulturelle Begegnungen im Jobcenter. In: IAB-Forum H. 07.06.2024. DOI:10.48720/IAB.FOO.20240607.01
Abstract
"Interkulturelle Kommunikation gehört zum Alltag in Jobcentern. Sie ist komplex und voraussetzungsvoll und wird – angesichts der wachsenden gesellschaftlichen Diversität – auch in Zukunft von Bedeutung sein. Am Beispiel von spezialisierten Teams für Geflüchtete lässt sich aufzeigen, wie Verständigungsprobleme erfolgreich überwunden werden können." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Bildungs- und Erwerbserfahrung und deren Relevanz für die Arbeitsmarktintegration ukrainischer Geflüchteter in Deutschland (2024)
Zitatform
Fendel, Tanja & Yuliya Kosyakova (2024): Bildungs- und Erwerbserfahrung und deren Relevanz für die Arbeitsmarktintegration ukrainischer Geflüchteter in Deutschland. In: Berufsbildung, Jg. 78, H. 1, S. 27-30., 2024-01-31. DOI:10.3278/BB2401W008
Abstract
"Der Arbeitsmarktintegration ukrainischer Geflüchteter kommt hohe politische Relevanz zu. Während die Integration insgesamt günstig verläuft, arbeitet ein Großteil der bereits Erwerbstätigen noch auf einem Tätigkeitsniveau unterhalt der eigenen Qualifikation." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
The Gender Employment Gap among Refugees and the Role of Employer Discrimination: Experimental Evidence from the German, Swedish and Austrian Labor Markets (2024)
Zitatform
Fossati, Flavia, Carlo Knotz, Fabienne Liechti & Ihssane Otmani (2024): The Gender Employment Gap among Refugees and the Role of Employer Discrimination: Experimental Evidence from the German, Swedish and Austrian Labor Markets. In: International migration review, Jg. 58, H. 1, S. 147-172. DOI:10.1177/01979183221134274
Abstract
"Compared to their male counterparts, refugee women exhibit low employment rates in many countries. Discrimination by recruiters could possibly explain this phenomenon, but thus far, there is little direct evidence on this. This study addresses this gap. We develop a set of hypotheses about the effects of gender and family status on refugees' labor market integration, and then test these hypotheses using data from an original survey experiment administered in 2019 to online panels of recruiters in three major refugee-receiving countries (Germany, Austria, and Sweden). We find that recruiters indeed prefer female over male refugees across different job types, all else equal. However, we also find evidence of a disadvantage connected with motherhood among refugees. Overall, our findings raise doubts about the relevance of discrimination as an explanation for the observed employment gap between male and female refugees." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
-
Literaturhinweis
Bureaucracy as Borders: Refugees’ Experiences of Citizenship at Government Offices (2024)
Zitatform
Frank, Emily (2024): Bureaucracy as Borders. Refugees’ Experiences of Citizenship at Government Offices. Berlin, 203 S. DOI:10.48462/opus4-5610
Abstract
"This cumulative dissertation investigates the role of social policy and administration in shaping refugees’ experiences of citizenship in Germany. With local government offices as the setting, I examine the four aspects of citizenship – legal status, rights, participation, and belonging – from forced migrants’ perspectives. The three papers included in the dissertation demonstrate the stratification of citizenship and differential inclusion of refugees, especially those with precarious legal statuses, in the rights and benefits of citizenship. Adopting a mixed methods approach, I capture and center migrants’ own perspectives using qualitative data and triangulate findings with quantitative data. The first paper (Chapter 2) compares refugees’ experiences of labor policies by legal status. Through interviews with asylum seekers, recognized refugees, and tolerated stay holders – the three broad legal statuses possessed by refugees in Germany – I show how refugees’ rights to work and participate in labor market activation programs affect their experiences of belonging. Civic stratification, or the partial membership of different categories of constituents in the rights granted by the state, also contributes to stratified experiences of belonging. In this manner, social policies also serve as vehicles of inclusion, exclusion, and differential inclusion of constituents in the rights and benefits of citizenship. Chapter 3, the second paper, demonstrates how refugees’ experiences of administrative burden shape their access to welfare benefits and perpetuate differential inclusion according to legal status and nationality. Administrative burdens, or the onerous experiences entailed in accessing and maintaining a public service, can impose additional time costs, financial costs, or psychological costs such as stress upon individuals in the process of obtaining a government service. Drawing upon the same interview data as Chapter 2, I compare three example cases of administrative burden: an asylum seeker who is illiterate and receives benefits from the state 4 refugee reception office; a highly educated recognized refugee who receives regular unemployment benefits from the Jobcenter, an office that serves German citizens as well; and finally, a Ukrainian refugee who receives Jobcenter benefits. My results illustrate how refugees with a precarious legal status in Germany experience systematically greater administrative burdens when accessing welfare state resources, resulting in differential inclusion in social rights. Furthermore, policy changes for successive groups of refugees have led to a system of racialized burden, or additional burdens upon racial minorities that serve as inequality reproducing mechanisms. Finally, I demonstrate how refugees draw on various human, social, and cultural capital resources in order to cope with these burdens. Overall, administrative burdens contribute to de facto exclusion from rights through shaping refugees’ street-level experiences of citizenship at welfare offices. Finally, the third paper, Chapter 4, demonstrates 1) the role of legal status and 2) the role of the street-level bureaucrat in refugees’ perceptions of bureaucratic encounters. Individuals with an insecure legal status report poorer experiences of procedural and interactional justice at government agencies, although street-level bureaucrats may alleviate some of the negative effects of legal status by providing sufficient information and explanations for decisions as well as communicating respectfully. By using a quantitative approach, I also triangulate the findings of the first two papers with representative survey data. This final chapter illustrates the link between one aspect of citizenship – legal status – and other experiences of citizenship at government offices. In addition, I further establish the role of street-level bureaucrats in shaping experiences of citizenship, a point also demonstrated in Chapter 3. Together, these three papers shed light on the intersection of social policy administration and citizenship. As migration continues to reshape Western societies, the borders of citizenship will remain in contestation and will significantly affect migrants’ experiences in destination countries. Government offices and the social policies they administer are a crucial site of this contestation. This dissertation establishes the active role of social policy administration in defining how citizenship is stratified in the “post-migration society,” as everyday experiences of citizenship are shaped by encounters with government agencies." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en)) Content: Chapter 2: “A Normal Refugee”? Civic Stratification and the Stratification of Belonging Single-authored; Chapter 3: Analyzing Refugees’ Administrative Burdens from a Constituent Perspective Single-authored; Chapter 4: Legal Status and Refugees' Perceptions of Institutional Justice: The Role of Communication Quality Co-authored with Anton Nivorozhkin
-
Literaturhinweis
Bildung im Kontext von Flucht und Migration: Subjektbezogene und machtkritische Perspektiven (2024)
Fritzsche, Bettina ; Riegel, Christine; Warkentin, Stephanie; Scheffold, Miriam; Khakpour, Natascha ;Zitatform
Fritzsche, Bettina, Natascha Khakpour, Christine Riegel, Miriam Scheffold & Stephanie Warkentin (Hrsg.) (2024): Bildung im Kontext von Flucht und Migration. Subjektbezogene und machtkritische Perspektiven. (Transcript E-Books. Pädagogik), Bielefeld: Transcript Verlag, 248 S. DOI:10.14361/9783839463116
Abstract
"Die Teilhabemöglichkeiten in Bildung und Ausbildung gestalten sich für Jugendliche und junge Erwachsene, die migriert bzw. geflüchtet sind, immer noch als strukturell unzureichend. Spezifische Formate, den formalen Einbezug zu gestalten, wie etwa die sogenannten Vorbereitungsklassen, gehen dabei zuweilen mit Benachteiligungen oder symbolischer Ausgrenzung einher. Institutionelle und gesellschaftliche Verhältnisse zwischen Ein- und Ausgrenzung spiegeln sich nicht zuletzt in den (Bildungs-)Biographien jener wider, die sich in diesen beweisen müssen. Der Sammelband trägt Perspektiven und Erkenntnisse zusammen, die sich kritisch mit Bildungsverhältnissen und deren Erforschung im Kontext von Flucht und Migration beschäftigen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Das Arbeitskräftepotenzial ukrainischer Geflüchteter im deutschen Gesundheitssektor (2024)
Zitatform
Gatskova, Kseniia & Yuliya Kosyakova (2024): Das Arbeitskräftepotenzial ukrainischer Geflüchteter im deutschen Gesundheitssektor. In: IAB-Forum H. 17.04.2024. DOI:10.48720/IAB.FOO.20240417.01
Abstract
"9 Prozent der ukrainischen Geflüchteten in Deutschland, die vor ihrer Flucht erwerbstätig waren, hatten zuvor in medizinischen Gesundheitsberufen gearbeitet. Um deren Potenzial für den hiesigen Arbeitsmarkt zu erschließen, sind vor allem schnellere Anerkennungsverfahren, eine gezielte Verbesserung der Sprachförderung sowie die Berücksichtigung der spezifischen Bedarfe weiblicher Fach- und Arbeitskräfte erforderlich. Nur so lassen sich Erwerbstätigkeit, die Teilnahme an Deutsch- und Integrationskursen und Kinderbetreuungspflichten miteinander vereinbaren." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
How regional attitudes towards immigration shape the chance to obtain asylum: Evidence from Germany (2024)
Zitatform
Gundacker, Lidwina, Yuliya Kosyakova & Gerald Schneider (2024): How regional attitudes towards immigration shape the chance to obtain asylum: Evidence from Germany. In: Migration Studies, Jg. 13, H. 1, 2024-01-28. DOI:10.1093/migration/mnae002
Abstract
"Asylum recognition rates in advanced democracies differ not only across states but also vary within them, translating into fluctuating individual chances to obtain protection. Existing studies on the determinants of these regional inequities typically rely on aggregate data. Utilizing a German refugee survey and leveraging a quasi-natural experiment arising from state-based allocation rules tied to national dispersal policies, we test two explanations for the perplexing regional differences. Drawing on principal–agent models of administrative decision-making, we test whether asylum decision-makers consciously or unconsciously comply with regional political preferences between 2015 and 2017 in Germany, one of the major European destination countries for refugee migration. We furthermore explore whether such biased decision-making amplifies in times of organizational stress as suggested by the statistical discrimination theory. Using mixed-effects logistic regressions, our analyses confirm a lower approval probability in regions with more immigration-averse residents or governments. We cannot confirm, however, that this association is mediated by high workloads or large knowledge gaps. Our results thus suggest that regional political biases affect the individual chance of asylum-seekers to obtain protection irrespective of temporal administrative conditions." (Authors Abstract, IAB-Doku, © Oxford Academic)
-
Literaturhinweis
Je immigrationsskeptischer die Bevölkerung, desto restriktiver sind die BAMF-Entscheidungen (2024)
Zitatform
Gundacker, Lidwina, Yuliya Kosyakova & Gerald Schneider (2024): Je immigrationsskeptischer die Bevölkerung, desto restriktiver sind die BAMF-Entscheidungen. In: FluchtforschungsBlog, 2024-03-13.
Abstract
"Der Begriff der Asyllotterie beschreibt die für den Rechtsstaat bedenkliche Tendenz, dass die Schutzquoten für Asylsuchende regional und zeitlich stark variieren. Doch mit den verwendeten Aggregatdaten für einzelne Bundesländer lässt sich nicht belegen, dass sich die Erfolgsaussichten für Geflüchtete mit einem ähnlich glaubwürdigen Gesuch und vergleichbarem Hintergrund systematisch unterscheiden. Eine Auswertung der IAB-BAMF-SOEP–Flüchtlingsbefragung geht nun über die Makrobefunde der bisherigen Literatur hinaus und zeigt, dass außerrechtliche Faktoren wie die Immigrationsskepsis in einer Region die individuelle Chance, Schutz zu erhalten, maßgeblich mitbestimmen. Sie weist auch nach, dass muslimische Asylsuchende und Männer mit ihren Gesuchen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge systematisch geringere Erfolgsaussichten haben." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Pre-migration capital, refugee journeys, and typical trajectories of refugee women and men in Germany: a sequence analysis approach (2024)
Zitatform
Gundacker, Lidwina (2024): Pre-migration capital, refugee journeys, and typical trajectories of refugee women and men in Germany: a sequence analysis approach. (SocArXiv papers), 45 S. DOI:10.31235/osf.io/gmc37
Abstract
"Roughly a decade ago, the entry and admission of refugees has prominently returned to the political agendas in Europe. With that, researchers and policy-makers have shown increasing interest in factors that determine the participation of refugees in receiving societies, labor markets and education systems. The analyses in this paper address the conflicting views in sociology of migration on whether premigration capital benefits refugees after arrival or whether it erodes with refugee migration. On the one hand, social and economic capital is accumulated over the life course and is expected to benefit the individual also after the migration process. On the other hand, fleeing to another country represents a pivotal break with the power to eliminate advantages of pre-migration capital. This paper uses sequence analysis combined with cluster analysis to identify typical integration trajectories of refugee women and men in Germany and explores whether these trajectories vary with pre-migration socioeconomic resources. Importantly, I also account for characteristics of the individual refugee journeys in shaping post-migration biographies, to the extent that the data allows. I rely on a rich set of survey data combined with administrative employment data. Given that individual factors and migration experiences may play out differently for refugee women and men, the analyses are run separately by gender. The results imply that social and economic capital does not completely erode over the migration process. Men, however, have an easier time to capitalize on their pre-migration skills in terms of entering paid labor. More educated women are instead overrepresented in education-intense biographies. Furthermore, longer and riskier journeys are associated with lower participation profiles after arrival, at least for refugee men. Overall, the study illustrates the need to further disentangle how refugee migration processes and selection patterns shape subsequent integration trajectories." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
-
Literaturhinweis
Children or productive adults? Infantilisation and exploitation of refugees in Germany and Austria (2024)
Zitatform
Harbisch, Amelie (2024): Children or productive adults? Infantilisation and exploitation of refugees in Germany and Austria. In: Journal of Ethnic and Migration Studies, Jg. 50, H. 6, S. 1590-1608. DOI:10.1080/1369183X.2023.2166908
Abstract
"The persisting poor labor market integration of refugees and asylum seekers is puzzling, especially given host states' declared desirability of refugees and asylum seekers being employed. Existing research on the determinants of refugees' lack of labor market integration has analyzed possible factors such as refugee health and education as well as host countries' policies and discrimination. Based on original ethnographic data generated in Berlin and Vienna in 2019, I argue that the poor labor market integration can be better understood when we consider colliding perceptions, called scripts, of refugees and asylum seekers: At the same time that they are constructed as potentially useful labor, they are also constructed as helpless children who can never quite be ready for the labor market. I present each script's ascriptions and prescriptions towards refugees and asylum seekers, show how these are enacted by the people subjected to them and analyse how disruptions occur when there are simultaneous, contradictory demands. Policy implications are that the host society's perceptions do matter and that integration measures must be reviewed with regard to their potentially infantilising tendencies." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
-
Literaturhinweis
Kommunikation mit Geflüchteten: Wie Jobcenter mit sprachlicher Diversität umgehen (2024)
Zitatform
Hartosch, Katja, Peter Kupka, Christopher Osiander, Angela Rauch & Franziska Schreyer (2024): Kommunikation mit Geflüchteten: Wie Jobcenter mit sprachlicher Diversität umgehen. In: IAB-Forum H. 13.03.2024. DOI:10.48720/IAB.FOO.20240313.01
Abstract
"Da Geflüchtete oft noch wenig Deutsch sprechen, gestaltet sich die Verständigung mit den Jobcentern häufig schwierig. Um dieser Herausforderung zu begegnen, setzen Jobcenter beispielsweise Dolmetschende ein, rekrutieren Fachkräfte, die selbst Sprachen von Geflüchteten sprechen, oder versuchen, sich nach Möglichkeit auf Englisch oder Französisch zu verständigen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Hartosch, Katja; Osiander, Christopher ; Schreyer, Franziska; Rauch, Angela ; -
Literaturhinweis
Bedarf an und Inanspruchnahme von Unterstützung bei Geflüchteten ungleich verteilt (2024)
Heidinger, Ellen;Zitatform
Heidinger, Ellen (2024): Bedarf an und Inanspruchnahme von Unterstützung bei Geflüchteten ungleich verteilt. In: DIW-Wochenbericht, Jg. 91, H. 12, S. 191-199. DOI:10.18723/diw_wb:2024-12-3
Abstract
Für das Jahr 2024 sieht der Haushaltsentwurf des Bundes 1,2 Milliarden Euro für verschiedene Maßnahmen zur Förderung der Integration und Migration, für Minderheiten und Vertriebene vor. Die Ausgaben für Integrationskurse und Migrationsberatung bilden mit 937 Millionen Euro den Schwerpunkt. Ergänzt wird dies durch Integrationskonzepte auf kommunaler Ebene in Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen. Es soll laut Bundesinnenministerium sichergestellt werden, dass für jede Person ein entsprechendes Angebot zur Orientierung und Beratung verfügbar ist. Der vorliegende Wochenbericht analysiert auf Basis der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten, inwieweit diese Angebote in den Jahren 2016 bis 2020 benötigt und in Anspruch genommen worden sind. Dafür werden Geflüchtete, die seit 2013 nach Deutschland gekommen sind, und die Bereiche Flüchtlings- und Asylfragen, Deutsch lernen, Arbeitsmarktzugang, Bildung und Gesundheitsversorgung in den Fokus genommen. Der Bericht analysiert auch, welche Faktoren einen besonderen Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Unterstützung aufweisen. Geflüchtete sind nach ihrer Ankunft in Deutschland unter anderem mit Fragen der Familienzusammenführung, des Arbeitsmarktzugangs, der Bestreitung des Lebensunterhaltes sowie der Gesundheitsversorgung konfrontiert. Dazu kommen soziale Isolation, Ungewissheit und Zukunftssorgen. Die Bearbeitungsdauer von Asylverfahren in Erstanträgen betrug 2022 durchschnittlich 7,8 Monate. Um diese Probleme zu bewältigen, sind Geflüchtete in hohem Maße auf externe Unterstützung angewiesen. Neben Hilfe von Familie und Bekannten bieten sowohl zivilgesellschaftliche als auch staatliche Einrichtungen professionelle Unterstützung bei der Integration und dem Ankommen in Deutschland. (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Potenziale von Asylantragstellenden: Analyse der „SoKo“-Sozialstrukturdaten: Bericht für Januar - Oktober 2023 (2024)
Heß, Barbara;Zitatform
Heß, Barbara (2024): Potenziale von Asylantragstellenden: Analyse der „SoKo“-Sozialstrukturdaten. Bericht für Januar - Oktober 2023. (Berichtsreihen zu Migration und Integration. Reihe 3: SoKo-Analyse 2023), Nürnberg, 24 S. DOI:10.48570/bamf.fz.bericht.r3.d.2024.soko.jb.2023.2.0
Abstract
"Dieser Bericht umfasst die Analyse der „Soko“-Daten für die ersten zehn Monate des Jahres 2023. Der normalerweise erstellte Jahresbericht musste auf diesen Zeitraum beschränkt werden, da aufgrund der hohen Zahl von Asylerstanträgen in Deutschland im Herbst 2023 beschlossen wurde, die Erfassung bei der Erstantragstellung auf die relevantesten Daten zu beschränken. Die SoKo-Datenerhebung wurde daher bis auf weiteres ausgesetzt, da für sie keine rechtliche Verpflichtung besteht. Wann die Erfassung wieder aufgenommen wird, ist noch offen. Da bis Oktober 2023 noch Daten zu „SoKo“ vorliegen, werden hier die ersten zehn Monate des Jahres 2023 stellvertretend für das Gesamtjahr analysiert. Unter den „SoKo“-Daten werden die Daten zur so genannten „Sozialen Komponente“ verstanden, die bei der Asylerstantragstellung erfasst werden. Eine weitere Quelle in dieser Publikation sind Daten der Asylgeschäftsstatistik des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Im Vergleich zu den vorherigen „SoKo“-Berichten wurden seit dem zweiten Halbjahr 2022 neu formulierte, erweiterte Fragen zur „Sozialen Komponente“ ausgewertet, die seit Juli 2022 den bisherigen Fragekatalog ersetzen. Dies ist der dritte Bericht, dem diese neuen Fragen zugrunde liegen. Die Auswertungen erscheinen in der Publikationsreihe “Berichtsreihen zu Migration und Integration“, die vom Forschungszentrum des Bundesamtes herausgegeben wird und regelmäßige Datenreports umfasst. Hierzu zählen neben dieser Veröffentlichung auch das Monitoring zur Bildungs- und Erwerbsmigration sowie das Freizügigkeitsmonitoring (Reihe 1 bzw. Reihe 2). Die Analyse der „SoKo“-Daten gibt einen Überblick über die Sozialstruktur, die Bildung sowie die berufliche Tätigkeit der Asylerstantragstellenden vor ihrer Einreise nach Deutschland. Wenn in diesem Bericht von „Asylerstantragstellenden“ die Rede ist, bezieht sich dies ausschließlich auf volljährige Personen, die innerhalb der ersten zehn Monate des Jahres 2023 einen Asylerstantrag beim BAMF gestellt haben. Die durchgängige Eingrenzung auf volljährige Personen wurde vorgenommen, weil bei Minderjährigen der Bildungs- oder Berufsqualifikationsprozess oft noch nicht abgeschlossen ist. Angaben zum Familienstand sind bei Minderjährigen außerdem wenig bedeutend." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Bleiben oder Zurückkehren?: Handlungsspielräume von geduldeten Migrantinnen und Migranten aus dem anglophonen Westafrika (2024)
Johnson, Lisa;Zitatform
Johnson, Lisa (2024): Bleiben oder Zurückkehren? Handlungsspielräume von geduldeten Migrantinnen und Migranten aus dem anglophonen Westafrika. (BAMF-Kurzanalyse / Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2024,06), Nürnberg, 16 S. DOI:10.48570/bamf.fz.ka.6/2024.d.2024.bleibrueck.1.0
Abstract
"Die Kurzanalyse thematisiert die individuellen Handlungsspielräume in Bezug auf Verbleib in Deutschland und Rückkehr ins Herkunftsland von ausreisepflichtigen Migrantinnen und Migranten aus Nigeria, Gambia und Sierra Leone, die seit mehr als fünf Jahren geduldet in Deutschland leben. Die Forschungsteilnehmenden aus dem anglophonen Westafrika (AWA) weisen in ihren Migrationsbiografien vielfältige Wanderungswege auf, bei denen Europa zunächst kein primäres Zielland war. Das lange Unterwegssein mit Aufenthalten in afrikanischen und europäischen Ländern führt im Verlauf der Zeit zu einer ausgeprägten Migrationsmüdigkeit. Trotz einer ablehnenden Asylentscheidung, der Angst vor Abschiebung, bekannter Anreize zur freiwilligen Rückkehr und ihrer unsicheren Rechtsstellung verbleiben die Forschungsteilnehmenden in Deutschland und ziehen eine Rückkehr ins Herkunftsland oder eine Weiterwanderung in ein Drittland eher nicht in Betracht. Eine anhaltende Bleibeneigung ergibt sich auch aus einem dynamischen Aushandlungsprozess, der von einem ständigen Abwägen zwischen Bleiben und Zurückkehren, von Warten und Hoffen sowie von einer Ermüdung und einer subjektiv erfahrenen Entfremdung vom Herkunftskontext geprägt ist. Gleichzeitig trägt die zunehmende Aufenthaltsdauer in der Duldung in Deutschland aufgrund der proaktiven gesellschaftlichen Teilhabe der Personen zu einer Bleibetendenz bei. Die Gründe dieser Bleibetendenz sind vielfältig: Misstrauen bei der Nutzung von Unterstützungsangeboten zur freiwilligen Rückkehr, strukturelle Probleme im Herkunftsland und bisher nicht erfüllte Migrationsziele. Auch familiäre oder gesundheitsbezogene Gründe veranlassen die Personen dazu, in Deutschland zu verbleiben. Zwischen Frauen und Männern lassen sich hierbei Unterschiede in Bezug auf die Verbleibe- und Rückkehraspirationen erkennen. Der Wunsch nach einer Normalisierung des eigenen Lebens – trotz des durch die Duldung rechtlich und strukturell eingeschränkten Lebensalltags in Deutschland – wiegt schwerer als die unklare Rückkehroption. Diese schwingt als „letzte“ verfügbare Option stets im Aushandlungsprozess der Forschungsteilnehmenden mit, zum Beispiel durch die häufigen Vorsprachen beiden Ausländerbehörden zur Duldungserteilung, wird aber selten eingelöst." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Aspekt auswählen:
Aspekt zurücksetzen
- Literatur und Forschung aus dem IAB
-
Zur Situation in Deutschland
- Positionen und Stellungnahmen
- zur Rechtslage
- Bildungstand und -förderung / Anerkennung von Qualifikation
- betriebliche Berufsausbildung/Berufsorientierung
- Studium
- Arbeitsmarktintegration, Maßnahmen und Programme
- Betriebe und Wirtschaftsbereiche
- Beschäftigungsformen
- Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit
- Geflüchtete im SGB II
- Löhne
- Arbeitsmarkteffekte der Flüchtlingszuwanderung
- Regionale Aspekte, Wohnsitzauflage
- Rückwanderung
- Daten und Statistik
- Quellen mit Unterscheidung nach Herkunftsregion
- Quellen mit Geschlechtsbezug
- Quellen mit Altersbezug
- Quellen mit regionalem Bezug
- Zur Situation in anderen Ländern
