Niedriglohnarbeitsmarkt
Der Ausbau des Niedriglohnsektors sollte Ende der 1990er Jahre die hohe Arbeitslosigkeit reduzieren. Als Niedriglohn gilt ein Arbeitsentgelt, das trotz Vollzeitbeschäftigung keine angemessene Existenzsicherung gewährleistet – die OECD definiert den ihn als einen Bruttolohn, der unterhalb von zwei Dritteln des nationalen Medianbruttolohns aller Vollzeitbeschäftigten liegt. Betroffen von Niedriglöhnen sind überdurchschnittlich häufig Personen ohne beruflichen Abschluss, jüngere Erwerbstätige und Frauen.
Bietet der Niedriglohnsektor eine Chance zum Einstieg in den Arbeitsmarkt oder ist er eine Sackgasse? Das IAB-Themendossier erschließt Informationen zum Forschungsstand.
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Literaturhinweis
Die Beschäftigung von Un- und Angelernten: eine Analyse mit dem Linked Employer-Employee Datensatz des IAB (2003)
Zitatform
Schank, Thorsten (2003): Die Beschäftigung von Un- und Angelernten. Eine Analyse mit dem Linked Employer-Employee Datensatz des IAB. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Jg. 36, H. 3, S. 257-270.
Abstract
"Der Beitrag verwendet Daten eines neuen Linked Employer-Employee Datensatzes des IAB (LIAB), der das IAB-Betriebspanel und die Historikdatei der Beschäftigtenstatistik miteinander verbindet, um für 1993-1997 die Nachfrage nach Un- und Angelernten zu analysieren. Die un- und angelernten Beschäftigten werden dabei nach einem tätigkeitsorientierten Konzept identifiziert. Die Analysen bestätigen den postulierten Zusammenhang zwischen technischem Fortschritt (gemessen durch den technischen Stand der Anlagen sowie durch Investitionen in IT) und einem geringeren betrieblichen Anteil an Un- und Angelernten. Demgegenüber wurde nur teilweise eine negative Beziehung zwischen internationaler Verflechtung (approximiert durch die Exportquote) und der Nachfrage nach Un- und Angelernten ermittelt. Sowohl Querschnitts- als auch Längsschnittsregressionen zeigen einen negativen Zusammenhang zwischen dem Anteil der Un- und Angelernten in einem Betrieb und dem betrieblichen Durchschnittslohn für Un- und Angelernte. Der geschätzte Parameter aus einer OLS-Schätzung impliziert beispielsweise, dass Betriebe mit einem um fünf Prozent geringeren Durchschnittslohn für Un- und Angelernte einen um einen Prozentpunkt höheren Anteil von Un- und Angelernten an der Gesamtbeschäftigung aufweisen. Somit wird die These unterstützt, dass es auch deshalb zu einem Anstieg der Arbeitslosenquote der Un- und Angelernten gekommen ist, weil eine zu rigide Lohnstruktur die durch den technologischen Fortschritt entstandenen Nachfrageprobleme der Un- und Angelernten nicht ausgleicht." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Arbeitslosigkeit: Qualifikation bestimmt Position auf dem Arbeitsmarkt (2002)
Reinberg, Alexander; Hummel, Markus;Zitatform
Reinberg, Alexander & Markus Hummel (2002): Arbeitslosigkeit: Qualifikation bestimmt Position auf dem Arbeitsmarkt. (IAB-Kurzbericht 15/2002), Nürnberg, 7 S.
Abstract
Trotz erheblicher methodischer Probleme aufgrund der veränderten Erfassung der Berufsabschlüsse seit dem Mikrozensus 1999 legt das IAB in dem Kurzbericht neue Rechenergebnisse zu den qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquoten bis zum Jahr 2000 vor. Es wird festgestellt, dass Ungelernte nach wie vor das höchste Risiko tragen, arbeitslos zu werden und zu bleiben. Insgesamt haben fast 40 Prozent der Arbeitslosen keinen beruflichen Abschluss. Bei Personen mit Hoch- und Fachhochabschluss kann dagegen von Vollbeschäftigung gesprochen werden. Auch die Arbeitslosenquoten der mittleren Qualifikationsebene liegen unterhalb des Durchschnitts. Allgemein ist zu beobachten, dass das Arbeitsmarktrisiko stärker vom beruflichen Abschluss als vom Geschlecht bestimmt ist. (IAB2)
Beteiligte aus dem IAB
Hummel, Markus;Weiterführende Informationen
- Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten 1975 bis 2000 (alte Länder und Berlin-West)
- Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten 1975 bis 2000 (Frauen / Männer, alte Länder und Berlin-West)
- Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten 1991 bis 2000 (Frauen / Männer, neue Länder und Berlin-Ost)
- Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten 1991 bis 2000 (neue Länder und Berlin-Ost)
- Veränderung der Erwerbstätigen- und Arbeitslosenzahlen zwischen 1991 und 2000 (nach Qualifikationsebenen und Geschlecht)
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Literaturhinweis
Are the unskilled hurt by biased technological change?: some qualifications from a general equilibrium perspective (2001)
Zitatform
Beissinger, Thomas & Joachim Möller (2001): Are the unskilled hurt by biased technological change? Some qualifications from a general equilibrium perspective. (Regensburger Diskussionsbeiträge zur Wirtschaftswissenschaft 353), Regensburg, 12 S.
Abstract
Ein Zwei-Sektoren-Modell mit Lohnfindung auf unvollkommenen Arbeitsmärkten wird von den Autoren herangezogen, um die allgemein verbreitete Auffassung, niedrigqualifizierte Arbeitskräfte seien grundsätzlich die Verlierer von Auswirkungen technischen Wandels auf die Qualifikationsstruktur der Arbeitskräftenachfrage in Frage zu stellen. Auf der Grundlage der allgemeinen Gleichgewichtstheorie zeigen sie, dass Niedrigqualifzierte auf zwei Wegen sogar indirekt vom technischen Wandel profitieren können: Zum einen durch einen Anstieg der aggregierten Nachfrage und zum anderen durch eine Verringerung des Lohndrucks infolge einer Senkung des aggregierten Preisniveaus. Negative Beschäftigungseffekte für Niedrigqualifzierte sind nur bei einer solidaristischen Lohnpolitik zu erwarten, die darauf zielt, diese an den Produktivitätsgewinnen der Hochqualifzierten teilhaben zu lassen. Zudem legen die Ergebnisse nahe, dass die Hypothese der Auswirkungen technischen Wandels auf die Qualifikationsstruktur der Arbeitskräftenachfrage nicht ausreicht, um das Sinken der Reallöhne niedrigqualifizierter Arbeitskräfte zu erklären. (IAB)
Beteiligte aus dem IAB
Möller, Joachim; -
Literaturhinweis
Der qualifikatorische Strukturwandel auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Entwicklungen, Perspektiven und Bestimmungsgründe (1999)
Reinberg, Alexander;Zitatform
Reinberg, Alexander (1999): Der qualifikatorische Strukturwandel auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Entwicklungen, Perspektiven und Bestimmungsgründe. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Jg. 32, H. 4, S. 434-447.
Abstract
In dem Beitrag werden zunächst - ausgehend von den Entwicklungslinien der 90er Jahre - die Zukunftsperspektiven für einzelne Qualifikationsebenen auf dem Arbeitsmarkt untersucht. Es wird erwartet, dass der Bedarf an Akademikern in Westdeutschland bis 2010 weiter wachsen wird, während für gering Qualifizierte mit weiteren Beschäftigungseinbußen zu rechnen ist. Personen mit Lehr- oder Fachschulabschluss werden zusammen zwar noch leichte Beschäftigungsgewinne erzielen, allerdings mit einer deutlichen Verschiebung zugunsten der Fachschulebene. Bei der Frage nach den Ursachen dieses Strukturwandels wird anschließend die Rolle angebots- und nachfrageseitiger Faktoren betrachtet. Der Autor analysiert in diesem Zusammenhang die Veränderung der Tätigkeitslandschaft, branchenspezifische Veränderungen des Qualifikationsbedarfs, Veränderungen nach Tätigkeitsniveaus und die inadäquate Beschäftigung verschiedener Qualifikationsebenen. (IAB2)
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Literaturhinweis
Policies for low wage employment and social exclusion (1998)
Zitatform
Lucifora, Claudio & Wiemer Salverda (Hrsg.) (1998): Policies for low wage employment and social exclusion. Mailand: Angeli, 169 S.
Abstract
"The last two decades have been a period of significant change in the functioning of European labour markets. Increasing earnings inequalities, as well as growing rates of unemployment have raised concern for those individuals placed at the margin of the labour market and at the bottom end of the earnings distribution, who appear to have been most strongly affected by the changing economic conditions. More flexible employment contracts and working time arrangements, less stringent controls on employers' hiring and firing practices and the associated reduction in the degree of job protection, growing decentralisation of the bargaining process, are some of the facets of the deregulation process that has affected labour markets throughout Europe. The patterns described above are of crucial importance in the process of European integration and are central to any discussion on policy designs aimed at supporting the increased flexibility and insecurity in working life. The contributions contained in this book address different issues, looking first at the implication for the welfare of the less skilled and the low paid and second trying to investigate to what extent these forms of social exclusion can be tackled by means of appropriate social welfare policies and active labour market intervention. In this context, it is suggested that minimum wage policies can prove an effective device to provide protection for vulnerable workers and, under certain conditions, may also help reducing poverty and discrimination on the labour market. Tax reductions and different forms of means tested benefits are also considered as an alternative way to alleviate the burden of low pay employment and enhance the living standards of low income working families. Education and training play an important role in the job opportunities people have, such that educational policies as well as re-training schemes can be effectively used as instruments to reduce low wage employment and help people out of low pay. Finally, it is argued that Government policies should aim at expanding demand in those service industries - such as retail trade or personal services - but also try to regulate pay and employment conditions therein.
Content:
Claudio Lucifora and Wiemer Salverda , Introduction
Richard B. Freeman , Low-Wage Employment: Is More or Less Better?
Minimum Wages: Causes and Consequences
Mark Keese , Are Statutory Minimum Wages an Endagered Species?
Stephen Bazen , Minimum Wages and Low-Wage Employment
Coen Teulings , The Contribution of Minimum Wages to Increasing Wage Inequality
Labour Market Institutions, Unemployment and the Role of Demand
Stephen Nickell , Labour Market Institutions and Economic Performance
Marco Buti, Lucio Pench and Paolo Sestino , European Unemployment: Contending Theories and Institutional Complexities. A Summary of the Policy Arguments
Lex Borghans, Andres de Grip. Peter J. Sloane , Underutilisation of Skills, Bumping Down and Low-Wages
Carlo Dell'Aringa and Claudio Lucifora , Labour Market Flexibility, Wage Dispersion and Unemployment: What Policies for Europe?
Wiemer Salverda , The Significance of Product Demand for Low-Wage Employment
Welfare Reforms, Gender Equity and Poverty
Tito Boeri, Piero Tedeschi , Long Run Unemployment in a Dual Economy
Brian Nolan , Low Pay, Poverty and Policy
Heather Joski , Gender Equity and Low Pay: a Note Based on Britain
Chris Giles, Julian McCrae , Reforms to In-work Transfer Payments in the U.K
Abigail McKnight , Social Insurance, Low-Pay and Long-Term Disadvantage
LoWER, Aims Activities and Membership of the Network" (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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