Berufswahl
Was will ich werden? Welche Ausbildung, welches Studium passt zu mir und bietet langfristig sichere Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt? Die Wahl eines Berufes gehört zu den wichtigen biographischen Weichenstellungen, auch wenn sie heute keine Festlegung für ein ganzes (Berufs-)leben mehr darstellt. Sie hat Auswirkungen auf die spätere ökonomische Sicherheit, den sozialen Status und auf Chancen zur Entfaltung der Persönlichkeit.
Dieses Themendossier bietet eine Auswahl von Literatur- und Forschungsprojektnachweisen zur Berufswahlforschung in Deutschland und anderen Ländern. Sie gibt einen Überblick über theoretische Ansätze und empirische Befunde zur Erklärung des Berufswahlverhaltens, zu Motiven der Berufswahl bei besonderen Personengruppen sowie zu Bestimmungsgründen und Einflussfaktoren bei der Entscheidungsfindung.
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IAB-Projekt
Vom Feuerwehrmann bis zur Erzieherin Eine empirische Analyse der beruflichen Geschlechterstereotype bei Playmobil (22.01.2025 - 29.09.2025)
Mühlmeister, Milena;Projektbeschreibung
Die Studie untersucht, inwiefern Playmobil mit der Darstellung von Berufen in ihrem Spielzeug zur Reproduktion oder Auflösung geschlechtstypischer Berufsvorstellungen beiträgt. Spielzeug wird als tertiäre Sozialisationsinstanz betrachtet, die berufliche Präferenzen bereits im Kindesalter prägen kann. Zur Analyse wurden alle von Playmobil produzierten Sets aus den Jahren 1976 bis 2025 mittels Web Scraping erhoben. Durch ein Large Language Model wurden die Figuren hinsichtlich Geschlecht und Beruf klassifiziert. Die Ergebnisse wurden anhand der Klassifikation der Berufe 2010 (KldB 2010) den SIAB-Daten des IAB gegenübergestellt. Die Befunde zeigen, dass Berufe durch 72 Prozent männliche und 28 Prozent weibliche Spielfiguren dargestellt werden. Darüber hinaus sind Männerberufe bei Playmobil überrepräsentiert, während Frauen- und gemischte Berufe tendenziell unterrepräsentiert sind. Zwar ist über die Zeit ein Anstieg des Frauenanteils in der beruflichen Darstellung bei Playmobil zu beobachten, insbesondere in Frauenberufen, doch die Berufswelt bleibt insgesamt stark männlich dominiert. Annäherungen an eine egalitäre Darstellung von Berufen ergeben sich durch mehr weibliche Figuren in Männerberufen und mehr männliche Figuren in Frauenberufen als in der Realität. Insgesamt berücksichtigt Playmobil gesellschaftliche Entwicklungen nur teilweise und trägt weiterhin zur Reproduktion traditioneller Geschlechterrollen bei, statt egalitäre Vorstellungen im Kindesalter zu fördern.
Beteiligte aus dem IAB
Croxton, Daniela;
