Berufliche Weiterbildung
Sowohl für eine nachhaltige Sicherung der betrieblichen Produktivität als auch für die individuelle Beschäftigungsfähigkeit spielt eine arbeitsplatznahe Weiterbildung eine wichtige Rolle. Dieses Themendossier präsentiert eine Auswahl von Literaturnachweisen zum einen aus Betriebsperspektive zu betrieblicher Weiterbildungsforschung und den Erfahrungen aus der betrieblichen Weiterbildungspraxis. Zum anderen aus individueller Perspektive zur Bildungsbereitschaft und zu den Weiterbildungseffekten und -erträgen.
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Literaturhinweis
Umschulungsbereitschaft von Geringqualifizierten und finanzielle Anreize (2026)
Zitatform
Artmann, Elisabeth (2026): Umschulungsbereitschaft von Geringqualifizierten und finanzielle Anreize. (IAB-Forschungsbericht 01/2026), Nürnberg, 40 S. DOI:10.48720/IAB.FB.2601
Abstract
"Der technologische Wandel, die zunehmende Digitalisierung und der demographische Wandel der Bevölkerung bringen große Veränderungen der Arbeitswelt mit sich. Kontinuierliche berufliche Weiterbildung und lebenslanges Lernen gewinnen dadurch zunehmend an Bedeutung. Vor allem Personen ohne Berufsabschluss können durch Qualifizierungsmaßnahmen ihre Beschäftigungsfähigkeit erhöhen und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Dennoch sind Geringqualifizierte sowohl bei betrieblichen als auch von der Bundesagentur für Arbeit geförderten Weiterbildungsmaßnahmen nach wie vor unterrepräsentiert. Geförderte Weiterbildungen mit Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf, sog. Umschulungen, stellen eine bedeutende Form der beruflichen Weiterbildung dar und bieten Geringqualifizierten die Möglichkeit, einen Berufsabschluss nachzuholen. Der vorliegende Bericht basiert auf einer Ad‑hoc‑Erhebung im Rahmen der IAB‑Online‑Personenbefragung „Arbeiten und Leben in Deutschland“ (IAB‑OPAL), zu der Geringqualifizierte im Alter zwischen 25 und 60 Jahren unabhängig von ihrem Erwerbsstatus eingeladen wurden. Knapp 61 Prozent der Teilnehmenden bezogen eigenen Angaben zufolge Bürgergeld. Die Befragung erhob zunächst, wie bekannt die Fördermöglichkeiten von Umschulungen bei Personen ohne Berufsabschluss sind. Auch die Bekanntheit der 2016 eingeführten Weiterbildungsprämie und des 2023 eingeführten Weiterbildungsgeldes wurde erhoben. Weitere Themen der Befragung waren die Bereitschaft zur Teilnahme an einer Umschulung, welche Attraktivitätskriterien von Umschulungen den Befragten wichtig sind und aus welchen Gründen sie eine derartige Weiterbildung ablehnen würden. Um Einblicke in den erwarteten Nutzen einer Umschulung zu erhalten, wurden die Befragten um eine Einschätzung der realisierbaren Einkommensänderung durch Abschluss einer Umschulung gebeten. Zuletzt wurden auf Basis einer Vignettenstudie einige Determinanten der Teilnahmewahrscheinlichkeit an einer Umschulung untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass insgesamt knapp 62 Prozent der Befragten bekannt war, dass Umschulungen von den Agenturen für Arbeit und Jobcentern finanziell gefördert werden, wobei sogar nur gut die Hälfte der Bürgergeldbeziehenden die grundsätzliche Fördermöglichkeit kannte. Nur einer relativ kleinen Minderheit waren die Instrumente Weiterbildungsprämie und Weiterbildungsgeld bekannt. Dennoch äußerten die Befragten eine hohe Bereitschaft, an einer Umschulung teilzunehmen. Wichtige Kriterien derartiger Weiterbildungen waren für die befragten Geringqualifizierten ein Berufsziel, das gut zur eigenen Person passt, sowie die Aussicht, nach Abschluss bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Die beiden finanziellen Anreize Weiterbildungsprämie und ‑geld wurden von der Mehrheit der Teilnehmenden zwar als (eher) wichtig eingestuft, wurden im Vergleich zu allen anderen zur Auswahl stehenden Attraktivitätskriterien jedoch am seltensten als sehr wichtig genannt. Für Bürgergeldbeziehende spielen diese finanziellen Anreize ihren Angaben zufolge eine wichtigere Rolle als für andere Geringqualifizierte. Häufig genannte Gründe, eine mögliche Umschulung abzulehnen, waren insgesamt der Verzicht auf ein richtiges Einkommen während der Umschulung sowie deren unsicherer finanzieller Ertrag. Im Vergleich zu Personen ohne Bürgergeldbezug nannten Bürgergeldbeziehende jedoch wesentlich häufiger Betreuungspflichten und gesundheitliche Probleme als Umschulungshemmnisse. Die Unsicherheit über die Rentabilität von Weiterbildungen spiegelte sich auch in der geschätzten Einkommensänderung durch Abschluss einer Umschulung wider. So erwarteten insgesamt rund 27 Prozent der Befragten überhaupt keine Einkommensänderung und etwa 18 Prozent eine Netto‑Einkommenssteigerung von lediglich bis zu 100 Euro pro Monat. Bürgergeldbeziehende erwarteten im Vergleich zu Personen ohne diese Leistung wesentlich häufiger eine Einkommensverbesserung, schätzten ihren realisierbaren Verdienstzuwachs mehrheitlich aber auch als gering ein. Wie die multivariaten Analysen auf Basis der Vignettenstudie zeigen, erhöhten bessere Verdienstaussichten die subjektiv geäußerte Teilnahmewahrscheinlichkeit signifikant. Auch die Weiterbildungsprämie und das Weiterbildungsgeld übten einen positiven Einfluss auf die Teilnahmeabsicht aus. Hingegen reduzierten längere Fahrtzeiten zur Bildungsstätte die selbsteingeschätzte Teilnahmewahrscheinlichkeit deutlich. Unterstützung bei der Suche nach Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und pflegebedürftige Personen erhöhte ebenfalls die angegebene Teilnahmewahrscheinlichkeit. Der Bericht liefert somit einige Hinweise darauf, welche Ausgestaltungs‑ und Rahmenbedingungen die Weiterbildungsbereitschaft von Geringqualifizierten beeinflussen. So zeigte sich, dass bei vielen der befragten Geringqualifizierten multiple Hemmnisse vorliegen, so dass eine bedarfsgerechte Beratung nötig ist, um eine individuell passende und der jeweiligen Lebenslage entsprechende Weiterbildungsmaßnahme zu finden. So scheint es den Befragten oftmals an Informationen über die finanziellen Erträge von beruflichen Qualifikationen und die Notwendigkeit von beruflicher Weiterbildung zu fehlen. Ein wesentlicher Teil der Befragten erwartete durch einen Umschulungsabschluss keine oder nur eine geringe Einkommensverbesserung, wollte nicht immer wieder etwas Neues anfangen oder glaubte, dass die eigene Qualifikation (eher) ausreiche. Gleichzeitig waren bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und bessere Verdienstmöglichkeiten häufig genannte Attraktivitätskriterien von Umschulungen. Nur ein Teil der befragten Geringqualifizierten scheint sich also derartige Verbesserungen, die auch die subjektiven Weiterbildungskosten überwiegen, von einer geförderten Umschulung zu versprechen. Des Weiteren sind die grundsätzlichen Fördermöglichkeiten von Umschulungen nur einem Teil der Befragten bekannt, während sogar nur einer Minderheit die Instrumente Weiterbildungsprämie und Weiterbildungsgeld bekannt waren. Zugleich war das am häufigsten genannte Umschulungshemmnis, dass nicht so lange auf ein richtiges Einkommen verzichtet werden könne. Bessere Informationen zu den finanziellen Weiterbildungsanreizen könnten dem eventuell zum Teil entgegenwirken. Personen im Bürgergeldbezug nannten häufig auch Betreuungspflichten und/oder gesundheitliche Einschränkungen als Weiterbildungshemmnisse. Hier könnten Formate wie virtuelle/hybride Weiterbildungen oder Teilzeitmaßnahmen eine Chance bieten, da sie potentiell leichter mit Betreuung zu vereinbaren sind und bei gesundheitlichen Problemen möglicherweise leichter zu bewältigen sind. Lässt sich eine längere Umschulung trotz Weiterbildungsinteresse nicht realisieren, könnte die Teilnahme an Teilqualifizierungen oder an kürzeren, nicht abschlussorientierten Maßnahmen eine Alternative sein." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Nur eine Minderheit der Personen ohne Berufsabschluss kennt Weiterbildungsprämie und Weiterbildungsgeld (2026)
Zitatform
Artmann, Elisabeth (2026): Nur eine Minderheit der Personen ohne Berufsabschluss kennt Weiterbildungsprämie und Weiterbildungsgeld. In: IAB-Forum H. 13.05.2026. DOI:10.48720/IAB.FOO.202605013.01
Abstract
"Vielen Menschen ohne Berufsabschluss sind die Fördermöglichkeiten, um diesen nachzuholen, nicht bekannt. Insbesondere die Weiterbildungsprämie und das Weiterbildungsgeld kennen nur relativ wenige Personen. Das zeigen aktuelle Befragungsdaten. Dennoch äußerten sie ein hohes Umschulungsinteresse. Bei einer Umschulung wären ihnen bessere Arbeitsmarktchancen und ein passendes Berufsziel besonders wichtig. Zugleich gibt es insbesondere bei Bürgergeldbeziehenden häufig mehrere Hemmnisse, die einer Umschulung entgegenstehen. Dazu zählen beispielsweise Betreuungspflichten oder gesundheitliche Einschränkungen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Technologischer Wandel und Löhne: Die Anpassung der Berufe spielt eine entscheidende Rolle (2026)
Zitatform
Bachmann, Ronald, Gökay Demir, Colin Green & Arne Uhlendorff (2026): Technologischer Wandel und Löhne: Die Anpassung der Berufe spielt eine entscheidende Rolle. (IAB-Kurzbericht 01/2026), Nürnberg, 8 S. DOI:10.48720/IAB.KB.2601
Abstract
"Technischer Fortschritt verändert die Arbeitswelt - besonders in Berufen, in denen viele Tätigkeiten leicht automatisiert werden können. In den letzten Jahrzehnten ist der Anteil an Routinetätigkeiten in vielen Berufen deutlich zurückgegangen - häufig zugunsten nicht routinemäßiger kognitiver Tätigkeiten wie Analysieren, Planen oder Beraten. Dabei verzeichnen Berufe, deren Tätigkeiten sich im Laufe der Zeit stärker an den technologischen Wandel angepasst haben, steigende Löhne. Sie zeichnen sich zudem durch intensivere Weiterbildungsaktivitäten aus. In Berufen, deren Tätigkeitsprofil sich kaum verändert hat, stagnieren die Löhne dagegen häufiger." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
- Vollzeitbeschäftigte westdeutsche Männer in ursprünglich routinelastigen Berufen
- Veränderung von Tätigkeitsschwerpunkten durch technologischen Wandel
- Veränderung im Anteil der Routinetätigkeiten
- Veränderung im Anteil der Routinetätigkeiten im Vergleich zu nicht routinemäßigen (NR) kognitiven Tätigkeiten in exemplarisch ausgewählten, ursprünglich routinelastigen Berufsfeldern
- Anteil Beschäftigter in Weiterbildungskursen nach Tätigkeitsgruppen
- Relatives Lohnwachstum nach Tätigkeitsgruppen
- Vollzeitbeschäftigte westdeutsche Männer nach Tätigkeitsgruppen
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Literaturhinweis
Re‐Skilling in the Age of Skill Shortage: Adult Education Rather Than Active Labor Market Policy: Special Issue: Bringing the Ecological and the Social Together in the Green Transition: A Multilevel Analysis (2026)
Zitatform
Bonoli, Giuliano, Patrick Emmenegger & Alina Felder-Stindt (2026): Re‐Skilling in the Age of Skill Shortage: Adult Education Rather Than Active Labor Market Policy. Special Issue: Bringing the Ecological and the Social Together in the Green Transition: A Multilevel Analysis. In: Regulation and governance, Jg. 20, H. 2, S. 482-494. DOI:10.1111/rego.70065
Abstract
"European economies face the task of providing the necessary skills for the “twin transition ” in a period of skill shortage. As a result, we may expect countries to reorient their labor market policy towards re-skilling. We look for evidence of a reorientation in two relevant policy fields: active labor market policy (ALMP) and adult education (AE). We explore general trends in both fields based on quantitative indicators and compare recent policy developments in four countries with strong ALMP and AE sectors: Denmark, France, Germany, and Sweden. We do not observe clear evidence of a general movement away from activation and towards re-skilling in ALMP. However, in AE, we identify several re-skilling initiatives that address skill shortages. Relying on insights from queuing theories of hiring and training, we argue that due to changes in the population targeted by ALMP, the locus of re-skilling policy is increasingly moving towards AE." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Berufliche Werte und Arbeitsmoral im Strafvollzug: Der Einfluss schulischer und beruflicher Sozialisation auf Qualifizierungsmaßnahmen in Haft (2026)
Brewster, Elke M.;Zitatform
Brewster, Elke M. (2026): Berufliche Werte und Arbeitsmoral im Strafvollzug: Der Einfluss schulischer und beruflicher Sozialisation auf Qualifizierungsmaßnahmen in Haft. In: Österreichische Zeitschrift für Soziologie, Jg. 51, H. 1. DOI:10.1007/s11614-025-00639-w
Abstract
"Berufliche Qualifizierung im Strafvollzug zeigt hohe Abbruchquoten, deren Ursachen unzureichend verstanden sind, da bisherige Forschung haftinterne Faktoren fokussiert und prägende Sozialisationserfahrungen vor der Inhaftierung vernachlässigt. Die vorliegende Studie analysiert den Einfluss schulischer und beruflicher Sozialisation auf berufliche Werte und Arbeitsmoral von Inhaftierten in Ausbildung. Es wurde eine deskriptive explorative Mehrfachfallstudie nach Yin mit 18 männlichen Inhaftierten aus sechs österreichischen Justizanstalten durchgeführt. Die Datenerhebung erfolgte durch problemzentrierte Interviews nach Witzel, die Auswertung mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring entlang der Wertedimensionen nach Kristof-Brown und Kolleg:innen (intrinsisch, extrinsisch, sozial). Die Biografien zeigen kumulative Benachteiligungen durch Lernschwierigkeiten, Schulabbrüche und prekäre Erwerbsverläufe. Während der Haft dominieren extrinsische Werte wie Existenzsicherung, soziale Werte wie Fairness und intrinsische Werte wie Erfolgserlebnisse, die systematisch als Kontrast zu Ausbeutungs- und Versagenserfahrungen formuliert werden. Die Studie identifiziert biografische Muster, die Bildungsmotivation im Vollzug beeinflussen, wobei die zentrale Limitation in der Ununterscheidbarkeit authentischer Werthaltungen von strategischen Selbstdarstellungen besteht. Implikationen für biografiesensible Pädagogik werden diskutiert, während die Nachhaltigkeit der geäußerten Werthaltungen Längsschnittforschung erfordert." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Unwilling to Reskill? Experimental Evidence from Real-World Jobseekers (2026)
Zitatform
Delfino, Alexia, Andrea Garnero, Sergio Inferrera, Marco Leonardi & Raffaella Sadun (2026): Unwilling to Reskill? Experimental Evidence from Real-World Jobseekers. (NBER working paper / National Bureau of Economic Research 34633), Cambridge, Mass, 82 S.
Abstract
"We study barriers preventing jobseekers from pursuing reskilling in high-demand occupations. Using a discrete choice experiment, we quantify the demand for reskilling among Italian jobseekers in two white-collar high-demand occupations —information technology assistant and construction technician—and identify its main determinants. Willingness to pay estimates show that participants are willing to pay to reskill into IT, but would require compensation to reskill into construction. Beliefs about monetary returns and social status help explain differences in reskilling demand, but perceived identity fit in the target occupation emerges as the most important individual-level factor shaping reskilling decisions. A light-touch randomized information intervention providing data on occupational returns significantly increases both stated interest in reskilling and actual engagement in real-world training." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Automatisierung und Weiterbildung: Weiterbildungslücke in gefährdeten Berufen: Zur Diskussion gestellt (2026)
Zitatform
Heß, Pascal, Simon Janssen & Ute Leber (2026): Automatisierung und Weiterbildung: Weiterbildungslücke in gefährdeten Berufen. Zur Diskussion gestellt. In: Ifo-Schnelldienst, Jg. 79, H. 03, S. 18-21., 2026-03-19.
Abstract
"Technologischer Wandel erhöht den Bedarf an Weiterbildung und lebenslangem Lernen. Neue empirische Evidenz für Deutschland zeigt jedoch, dass Beschäftigte in Berufen mit hoher Automatisierungsgefährdung seltener an Weiterbildung teilnehmen als Beschäftigte in weniger gefährdeten Tätigkeiten. Die Weiterbildungslücke betrifft insbesondere mittelqualifizierte und männliche Beschäftigte sowie zukunftsrelevante Kompetenzen wie IT- und soziale Fähigkeiten. Der Befund lässt sich wesentlich durch geringere betriebliche Weiterbildungsinvestitionen erklären. Die Ergebnisse verdeutlichen einen Zielkonflikt zwischen betrieblicher Investitionslogik und gesamtwirtschaftlichem Qualifizierungsbedarf." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Einstellungen zum Lebenslangen Lernen in der Bevölkerung: Sichtweisen auf Weiterbildung, Teilnahme an Weiterbildung (2026)
Zitatform
Käpplinger, Bernd, Martin Reuter, Caroline Dietz, Frauke Bilger & Rita Reimer (2026): Einstellungen zum Lebenslangen Lernen in der Bevölkerung. Sichtweisen auf Weiterbildung, Teilnahme an Weiterbildung. (Working paper Forschungsförderung / Hans Böckler Stiftung 392), Düsseldorf, 119 S.
Abstract
"Welche Einstellung haben die Deutschen hinsichtlich Weiterbildung und was sind ihre Gründe, an entsprechenden Maßnahmen teilzunehmen? Das zu wissen, ist die Grundlage für bildungspolitische Entscheidungen zur Gestaltung der Weiterbildung. Die vorliegende Erhebung zeigt, dass insbesondere subjektive Einstellungen, soziales Umfeld, schulische und berufliche Abschlüsse sowie das Haushaltseinkommen die Sicht auf Weiterbildung beeinflussen. Die finanzielle Verantwortung wird beim Arbeitgeber, aber auch beim Staat gesehen. Vor allem Frauen wünschen sich mehr staatliche Unterstützung, und das große Interesse von älteren Menschen und Personen mit Migrationshintergrund ist überraschend. Deutlich wird zudem, dass es an Informationen zu Fördermöglichkeiten und Rechtsansprü-chen wie den Bildungszeitgesetzen der Länder mangelt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Further Education and Training in ICT: Inequalities Among European Workers Before and After the COVID‐19 Outbreak (2026)
Zitatform
Lakomý, Martin, Jakub Šácha & Patrik Stopka (2026): Further Education and Training in ICT: Inequalities Among European Workers Before and After the COVID‐19 Outbreak. In: International Journal of Training and Development, S. 1-13. DOI:10.1111/ijtd.70020
Abstract
"Further education and training (FET) should form a foundation for increasingly dynamic and digital European economies. Policies aim to support ongoing workforce development and retain as many individuals as possible in the labour market. However, limited existing evidence supports the Matthew effect in this area—FET tends to be more accessible for workers with higher qualifications in better jobs. This study uses data from the EU Labour Force Survey and examines the relationship between individual and job characteristics with FET, as well as its shift during the COVID-19 outbreak. The findings confirm that FET is more common among younger and middle-aged workers, those in higher-level positions, workers in larger companies, and those not working under a supervisor. Some of these patterns changed with the onset of the pandemic, notably the link between FET in ICT and higher education becoming stronger. This study identifies several robust factors that influence participation in FET, serving as a foundation for policies that aim to provide accessible, targeted FET opportunities for groups at risk of exclusion in a digitalised labour market." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Teilqualifizierung: Die meisten Teilnehmenden schließen nur ein Modul ab (Serie "Berufliche Weiterbildung") (2026)
Zitatform
Lang, Julia, Alexander Lawkert, Christopher Osiander & Gesine Stephan (2026): Teilqualifizierung: Die meisten Teilnehmenden schließen nur ein Modul ab (Serie "Berufliche Weiterbildung"). In: IAB-Forum H. 04.05.2026. DOI:10.48720/IAB.FOO.20260504.01
Abstract
"Teilqualifizierungen sind modulare Weiterbildungen, die durch die Bundesagentur für Arbeit gefördert werden können, um die Arbeitsmarktchancen von Arbeitslosen und Beschäftigten zu verbessern. Wer mehrere Module im gleichen Berufsfeld belegt, kann hierdurch zudem einen anerkannten Berufsabschluss nachholen. Bisherige Analysen mit Prozessdaten zeigen jedoch, dass geförderte Teilnehmende häufig nur ein Modul belegen. Eine Online-Befragung liefert nun erste Erkenntnisse darüber, inwieweit Teilnehmende bereit wären, weitere Module zu belegen oder eine Umschulung zu machen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Non-Formal Education and Life Satisfaction (2026)
Zitatform
Rupieper, Li Kathrin Kaja & Stephan Thomsen (2026): Non-Formal Education and Life Satisfaction. (IZA discussion paper / IZA Network @ LISER 18474), Bonn, 54 S.
Abstract
"Lifelong learning is increasingly recognized as important for individual well-being, but causal evidence on this relationship remains scarce. This paper evaluates the effects of non-formal adult education on life satisfaction by exploiting the substantial expansion of courses at East German Volkshochschulen (VHS) following reunification. Combining individual well-being data from SOEP with administrative VHS data, we use quasi-random variation in individuals’ exposure to courses to identify intention-to-treat effects. Estimation results denote small but significant and robust effects of VHS education on life satisfaction. Calculations of average treatment-on-the-treated effects suggest considerably stronger impacts among actual course participants. We furthermore reveal effect heterogeneity across demographic groups. In contrast to formal education, which is commonly found to raise aspirations, we find no corresponding effect of VHS education. Overall, our findings suggest that non-formal courses and training provide an easily accessible, low-cost means of adaptation in times of transformation." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Life is a long song - toward a dynamic participation approach of job-related training in Germany (2026)
Zitatform
Zirnig, Christopher (2026): Life is a long song - toward a dynamic participation approach of job-related training in Germany. In: International Journal of Lifelong Education, S. 1-25. DOI:10.1080/02601370.2026.2635708
Abstract
"This article examines participation in job-related training through an intersectional life course perspective to illuminate how lifelong learning opportunities are differentially structured across social groups. In line with the UN Sustainable Development Goal 4, it employs sequence and cluster analyses of life course trajectories to trace how education, age, and gender jointly shape accumulations of advantage and disadvantage in training participation. Using data from the German National Educational Panel Study (NEPS, cohort SC6), a dynamic participation approach is developed that captures intersectional inequalities and shifting socioeconomic conditions. The analysis identifies six distinct (non-)participation clusters: participants are predominantly highly educated women during employment gaps and the medium educated, whereas highly educated employees remain non-participants. Lower educated individuals value training but not formal education, while the highly educated display the reverse pattern. The resulting life course typologies demonstrate how intersecting social positions structure participation, informing policies that aim to promote more equitable lifelong learning." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Kolleg*innen und Vorgesetzte sind für Beschäftigte wichtige Informationsquellen im Bereich der Weiterbildung (2025)
Zitatform
Anger, Silke, Pascal Heß, Simon Janssen, Ute Leber & Armando Miano (2025): Kolleg*innen und Vorgesetzte sind für Beschäftigte wichtige Informationsquellen im Bereich der Weiterbildung. In: IAB-Forum H. 01.09.2025, 2025-09-01. DOI:10.48720/IAB.FOO.20250901.01
Abstract
"Auf dem deutschen Weiterbildungsmarkt gibt es eine breite Palette an Weiterbildungsangeboten verschiedener Bildungseinrichtungen. Wie informieren sich Beschäftigte angesichts dieser Vielfalt über ihre Weiterbildungsmöglichkeiten? Die Daten der IAB-Onlinebefragung „Arbeiten und Leben in Deutschland“ zeigen, dass sich viele vor allem in ihrem betrieblichen Umfeld umhören. Doch nicht alle gehen gleich vor: Je nach Qualifikationsniveau und Lebensalter greifen Beschäftigte auf unterschiedliche Informationsquellen zurück." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Beschäftigte mit Weiterbildungsangebot vom Arbeitgeber realisieren ihre Weiterbildungspläne häufiger (2025)
Zitatform
Anger, Silke, Pascal Heß, Simon Janssen, Ute Leber & Armando Miano (2025): Beschäftigte mit Weiterbildungsangebot vom Arbeitgeber realisieren ihre Weiterbildungspläne häufiger. In: IAB-Forum – Grafik aktuell H. 06.05.2025. DOI:10.48720/IAB.FOO.GA.20250506.01
Abstract
"Trotz der zunehmenden Bedeutung von beruflicher Weiterbildung in Zeiten technologischen und ökologischen Wandels und der sich dadurch verändernden Anforderungen an berufliche Tätigkeiten ist die Weiterbildungsbeteiligung von Beschäftigten kaum gestiegen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ergebnisse aus der IAB-Onlinebefragung „Arbeiten und Leben in Deutschland“ (IAB-OPAL) geben Aufschluss darüber, welche Rolle betriebliche Weiterbildungsangebote für die Weiterbildungsbeteiligung spielen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
In der Covid-19-Pandemie sank das Weiterbildungsinteresse deutlich (2025)
Zitatform
Dauth, Christine & Julia Lang (2025): In der Covid-19-Pandemie sank das Weiterbildungsinteresse deutlich. In: IAB-Forum H. 12.05.2025, 2025-05-07. DOI:10.48720/IAB.FOO.20250512.01
Abstract
"Phasen hoher wirtschaftlicher Unsicherheit können das Interesse an Weiterbildung spürbar verringern. Dies zeigte sich während der Covid-19-Pandemie sehr deutlich. Zugleich nahm aber das Interesse an Online-Weiterbildungsmöglichkeiten in dieser Zeit stark zu. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung einschlägiger Suchanfragen bei Google." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Lebenslanges Lernen verstehen: Arbeitsorientierungen als Schlüssel zur beruflichen Weiterbildung (2025)
Erol, Serife;Zitatform
Erol, Serife (2025): Lebenslanges Lernen verstehen. Arbeitsorientierungen als Schlüssel zur beruflichen Weiterbildung. (Arbeit - Interessen - Partizipation 17), Frankfurt am Main: Campus, 259 S. DOI:10.12907/978-3-593-46119-9
Abstract
"Wie beeinflussen Arbeitsorientierungen das Weiterbildungsverhalten von Beschäftigten? Şerife Erol zeigt, dass neben objektiven Faktoren wie soziodemografischen, arbeitsbezogenen und betriebsbezogenen Merkmalen auch subjektive Reaktionen eine signifikante Rolle spielen. Besonders hervorzuheben ist, dass eine starke organisations- oder berufsbezogene Arbeitsorientierung die Wahrscheinlichkeit erhöht, an Weiterbildungen teilzunehmen. Im Gegensatz dazu kann eine ausgeprägte marktbezogene Arbeitsorientierung diese Wahrscheinlichkeit verringern. Die Ergebnisse der Untersuchung verdeutlichen, wie Arbeitsbedingungen gestaltet sein sollten, um Mitarbeitende zur Weiterbildung zu motivieren." (Autorenreferat, IAB-Doku, © Campus)
Weiterführende Informationen
Data product DOI: 10.5164/IAB.LPP-ADIAB7519.de.en.v1 -
Literaturhinweis
Arbeitsmarkt im Wandel: Deutschland muss die Transformation annehmen, um seine Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken (2025)
Zitatform
Fitzenberger, Bernd & Christian Kagerl (2025): Arbeitsmarkt im Wandel: Deutschland muss die Transformation annehmen, um seine Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. (IAB-Forschungsbericht 12/2025), Nürnberg, 21 S. DOI:10.48720/IAB.FB.2512
Abstract
"Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich trotz wirtschaftlicher Schwäche und der wiederkehrenden Bezeichnung von Deutschland als „krankem Mann Europas“ überraschend robust. Die Beschäftigungsquote liegt mit 77,4 Prozent weiterhin auf einem hohen Niveau, doch die Zahl der offenen Stellen ist seit ihrem Höchststand 2022 deutlich gesunken, während die Arbeitslosenquote steigt. Besonders betroffen sind Langzeitarbeitslose und Personen ohne schulischen oder beruflichen Abschluss. Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel eine zentrale Herausforderung, da viele Stellen nicht besetzt werden können. Die Koexistenz von steigender Arbeitslosigkeit und unbesetzten Stellen bleibt ein entscheidendes Problem für die Bewältigung des wirtschaftlichen Wandels. Eine der größten strukturellen Schwächen ist das stagnierende Produktivitätswachstum. Während die Produktivität in den 2000er-Jahren noch stieg, stagniert sie seit den 2010er-Jahren weitgehend. Besonders problematisch ist die wachsende Diskrepanz zwischen der Produktivität pro Arbeitsstunde und der Produktivität pro Arbeitnehmer, wovon sich letztere deutlich schlechter entwickelt. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Neben einer zunehmenden Teilzeitarbeit und einem Beschäftigungszuwachs in Sektoren mit niedriger Produktivität – etwa im Gesundheits- und Bildungsbereich – verhindern geringe Investitionen in Digitalisierung und technologische Innovationen, aber auch in Aus- und Weiterbildung, eine stärkere Produktivitätssteigerung. Besonders das produzierende Gewerbe, das lange das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bildete, gerät zunehmend unter Druck. Die Industrieproduktion liegt noch immer unter dem Vorkrisenniveau, während die Beschäftigung in der jüngeren Vergangenheit stagnierte und aktuell rückläufig ist. Besonders die Automobilbranche steht vor großen Herausforderungen: Neben der sinkenden Nachfrage nach Elektroautos machen chinesische Wettbewerber den deutschen Herstellern zunehmend Konkurrenz. Auch Maschinenbau und Metallindustrie kämpfen mit strukturellen Problemen. Zudem belasten hohe Energiepreise und eine schwächelnde Exportnachfrage – insbesondere aus China – die deutsche Industrie. Trotz der wirtschaftlichen Schwäche und den Unsicherheiten über die zukünftige Entwicklung mangelt es weiterhin an Fachkräften. Vor allem kleinere Betriebe und das Bau- sowie das Gastgewerbe haben Schwierigkeiten, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Eine Ursache hierfür ist die geringe Mobilität auf dem Arbeitsmarkt. Während Transformationen üblicherweise mit einer Umschichtung von Arbeitsplätzen verbunden sind, zeigt sich dieser Effekt in Deutschland bislang kaum. Die hohe Nutzung von Kurzarbeitergeld während der Pandemie hat die Beschäftigung stabilisiert, könnte jedoch den Anpassungsprozess verzögert haben, wenngleich hierfür belastbare empirische Belege fehlen. Deutschland muss die Digitalisierung und die Dekarbonisierung annehmen und nutzen, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Besonders Berufe mit geringen Qualifikationsanforderungen sind durch Automatisierung bedroht. Gleichzeitig entstehen neue Beschäftigungsmöglichkeiten im Bereich der grünen Technologien. Der Wandel erfordert jedoch gezielte Investitionen in Weiterbildung und Umschulungen, um Beschäftigte auf die neuen Anforderungen vorzubereiten. Doch genau hier zeigen sich große Defizite. Die betriebliche Weiterbildung ist nach einem pandemiebedingten Einbruch noch nicht auf das Vorkrisenniveau zurückgekehrt, und die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge liegt seit 2020 jedes Jahr unter einer halben Million. Zudem verschlechtern sich die schulischen Leistungen, was langfristig die Qualifikationsbasis der Erwerbsbevölkerung schwächen könnte. Deutschland steht damit vor einer großen Herausforderung: Die alternde Erwerbsbevölkerung verschärft den Fachkräftemangel, während Produktivitätsschwäche und Wettbewerbsverlust die wirtschaftliche Dynamik hemmen. Die Verbesserung der digitalen Kompetenzen und die Förderung der beruflichen Mobilität werden für die Steigerung der Arbeitsproduktivität und die Sicherung des Wirtschaftswachstums von entscheidender Bedeutung sein. Um den Wandel erfolgreich zu gestalten, sind massive Investitionen in Digitalisierung, Dekarbonisierung und Bildung dringend erforderlich. Nur wenn das Land der Aus- und Weiterbildung Priorität einräumt und sich dem Wandel stellt, kann es gut bezahlte Arbeitsplätze sichern und seine Position als Europas größte Volkswirtschaft behaupten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Weiterbildungsbeteiligung und Weiterbildungshürden bei Arbeitsuchenden und Erwerbstätigen (2025)
Zitatform
Helbig, Laura, Carlotta Hesener, Ute Leber, Annette Trahms & Basha Vicari (2025): Weiterbildungsbeteiligung und Weiterbildungshürden bei Arbeitsuchenden und Erwerbstätigen. (IAB-Forschungsbericht 26/2025), Nürnberg, 44 S. DOI:10.48720/IAB.FB.2526
Abstract
"Trotz der hohen Bedeutung, die der Weiterbildung in der modernen Arbeitswelt zukommt, nehmen nicht alle Personengruppen gleichermaßen an Weiterbildung teil. Unser Beitrag gibt einen Einblick in die Strukturen der Weiterbildungsbeteiligung und versucht, mögliche Hürden zu identifizieren, die die Weiterbildungsteilnahme erschweren oder verhindern. Dazu präsentieren wir Ergebnisse aus der Erwachsenenstudie des Nationalen Bildungspanels (NEPS-SC6) und betrachten neben der non-formalen, kursförmig organisierten Weiterbildung auch informelle Lernaktivitäten, wie z.B. das Lesen von Fachliteratur. In unseren Auswertungen differenzieren wir zwischen Erwerbstätigen und Arbeitsuchenden. Unsere Analysen zeigen zunächst, dass die Weiterbildungsbeteiligung eng mit der Qualifikation und dem Alter zusammenhängt. So nehmen (erwerbstätige und arbeitsuchende) Höherqualifizierte und mittlere Altersgruppen häufiger an non-formaler Weiterbildung teil als geringqualifizierte sowie jüngere und ältere Personen. Bezüglich der Teilhabe an informeller Weiterbildung finden wir dagegen einen Zusammenhang nur für die Qualifikation, nicht aber für das Alter. Unterschiede zwischen non-formaler und informeller Weiterbildung sind zudem auch beim Geschlecht zu beobachten: Arbeitsuchende und erwerbstätige Frauen nehmen häufiger an non-formaler Weiterbildung teil, Männer dagegen häufiger an informellen Lernaktivitäten. Auch zeigen unsere Analysen für die Gruppe der Erwerbstätigen, dass Personen mit höheren Kompetenzen in den Bereichen Lesen, Mathematik und Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) häufiger an non-formaler und an informeller Weiterbildung partizipieren als Personen mit geringeren Kompetenzen in diesem Bereich. Für die Gruppe der Arbeitsuchenden ergibt sich ein solches Muster lediglich für die informelle, nicht aber für die non-formale Weiterbildung. Neben Faktoren wie der Qualifikation, dem Alter, dem Geschlecht und der Kompetenzausstattung betrachten wir auch weitere Merkmale, die Hürden für die Weiterbildungsbeteiligung darstellen können. Hier ist zu erkennen, dass die Weiterbildungsbeteiligung in einem engen Zusammenhang mit dem Gesundheitszustand steht. Dabei scheint ein schlechter Gesundheitszustand vor allem in der Gruppe der Arbeitsuchenden ein Hemmnis der Weiterbildungsteilnahme zu sein. Darüber hinaus beeinflussen die individuellen Erwartungen an den Nutzen und die Kosten einer Weiterbildung die Teilnahmewahrscheinlichkeit. Wenig überraschend gilt, dass die Weiterbildungsbeteiligung höher ist, wenn damit relativ große Nutzen- und relativ geringe Kostenerwartungen verbunden sind. Eine bedeutende Rolle spielt unseren Analysen zufolge auch die Information über Weiterbildungsangebote. Vor allem Arbeitsuchende fühlen sich häufig nur schlecht über Weiterbildungsmöglichkeiten informiert. Hier zeigt sich: Je weniger Information vorliegen, desto geringer ist die Weiterbildungsbeteiligung – und zwar sowohl bei den Erwerbstätigen als auch bei den Arbeitsuchenden. Schließlich ist auch die Weiterbildungsmotivation für eine Teilnahme von Bedeutung; allerdings kann nicht jeder, der eine Weiterbildung plant, diese auch tatsächlich umsetzen. Insgesamt deuten unsere Analysen darauf hin, dass die Weiterbildungsbeteiligung mit einer Vielzahl an Faktoren zusammenhängt, die Ansatzpunkte bieten, die Weiterbildungsteilnahme künftig zu verbessern. Mögliche Maßnahmen, um die Weiterbildungsbeteiligung zu erhöhen, betreffen etwa den Ausbau von Beratungs- und Informationsaktivitäten oder ein besseres Angebot an digitalen Lernformen, die den besonderen Bedürfnissen bestimmter Personengruppen eher gerecht werden können." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Betriebe unterstützen die Teilnahme von Höherqualifizierten an Weiterbildungen häufiger als bei Geringqualifizierten (2025)
Zitatform
Heß, Pascal & Ute Leber (2025): Betriebe unterstützen die Teilnahme von Höherqualifizierten an Weiterbildungen häufiger als bei Geringqualifizierten. In: IAB-Forum H. 14.04.2025, 2025-04-15. DOI:10.48720/IAB.FOO.20250414.01
Abstract
"Analysen auf Basis des Nationalen Bildungspanels zeigen, dass im Schnitt etwa drei Viertel der Beschäftigten mit Hochschulabschluss von ihrem Betrieb ein Angebot zur Weiterbildungsunterstützung erhalten – sei es in Form der Übernahme von Kosten oder der Freistellung zum Besuch von Kursen. Bei den Geringqualifizierten sind es nur 42 Prozent. Wenn diese eine solche Unterstützung erhalten, bilden sie sich ähnlich häufig weiter wie Hochqualifizierte." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Bildung und Qualifikation als Grundlage der technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands 2025 (2025)
Kerst, Christian; Meier, Dennis H.;Zitatform
Kerst, Christian & Dennis H. Meier (2025): Bildung und Qualifikation als Grundlage der technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands 2025. (Studien zum deutschen Innovationssystem 2025-01), Berlin: Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) - Commission of Experts for Research and Innovation, Berlin, 49 S.
Abstract
"Im Zentrum der Studie stehen Indikatoren zur Qualifikationsstruktur der Erwerbstätigen im internationalen Vergleich, zur Studiennachfrage und zum Output der Hochschulen an Absolventinnen und Absolventen nach Fachrichtungen und Abschlüssen sowie die individuelle und betriebliche Beteiligung an beruflicher Weiterbildung. Die Darstellung in langen Zeitreihen bzw. im Zehnjahresvergleich ermöglicht es, Entwicklungen und Trends sichtbar zu machen. So kann untersucht werden, ob und wie schnell sich der international seit langem zu beobachtende Trend zur Höherqualifizierung auch für Deutschland zeigt, wobei die Besonderheiten des deutschen Ausbildungssystems zu berücksichtigen sind (Kapitel 2). Die Hochschulen leisten mit der Ausbildung von hochqualifizierten Fach- und Führungskräften für den außerakademischen Bereich sowie des wissenschaftlichen Nachwuchses für Forschung und Lehre einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Innovativität und Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen. Nach Jahren der Hochschulexpansion zeichnet sich nun eine Stagnation oder sogar leichter Rückgang ab, der im Kapitel 3 beschrieben wird. Gegen diesen Trend wächst die Beteiligung internationaler Studierender an der Hochschulbildung in Deutschland weiter an. Diesem Trend wird mit Blick auf die von internationalen Studierenden erworbenen Abschlüsse nach Art des Abschlusses, Fachrichtungen und regionaler Herkunft im Kapitel 3 genauer nachgegangen. Hier zeichnet sich ein erhebliches Potenzial an akademisch qualifizierten Fachkräften ab, gerade auch in den MINTFächern. Im Zuge des lebenslangen Lernens schließlich kommt der Beteiligung an Weiterbildung eine zentrale Bedeutung zu. Indikatoren der individuellen und betrieblichen Beteiligung an Weiterbildung versammelt Kapitel 4. Die Covid-19-Pandemie ist zur Einordnung verschiedener Entwicklungen nach wie vor relevant, wie es sich beispielsweise in der Entwicklung der betrieblichen Weiterbildungsbeteiligung oder den Neueinschreibungen an den Hochschulen in den Jahren 2020 und 2021 deutlich zeigt (Kapitel 4.2). Insgesamt kann auf die möglichen Auswirkungen der Pandemie für das Bildungswesen in Deutschland im Rahmen dieser Studie jedoch nicht umfänglich eingegangen werden. Für die Studie werden überwiegend Daten der nationalen und internationalen Bildungsstatistik genutzt, insbesondere der Mikrozensus, der Labour Force Survey (LFS) sowie die Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamts. In den Abschnitten zur Qualifikationsstruktur der Bevölkerung (Kapitel 2) und zum Anteil der MINT-Absolventinnen und -Absolventen im internationalen Vergleich (Kapitel 3.3.1) sind, soweit möglich, internationale Vergleiche für die 23 von der EFI festgelegten Vergleichsländer enthalten. Basis dafür ist die internationale Bildungsklassifikation (ISCED 2011), wie sie von der OECD, EUROSTAT und der UNESCO verwendet wird. Sowohl national wie international können teilweise längere Zeitreihen berichtet und Zeitvergleiche vorgenommen werden. Einige der zentralen Indikatoren sind nicht nur in dieser Studie enthalten, sondern werden für das F&I-Dashboard der Expertenkommission Forschung und Innovation genutzt. Mit der jährlich vorgelegten Studie können die auf dem Dashboard dargestellten Indikatoren aktualisiert und in der Zeitreihe verlängert werden." (Textauszug, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
Data product DOI: 10.5164/IAB.IABBP9322.de.en.v1
