Arbeitszeit: Verlängern? Verkürzen? Flexibilisieren?
Verkürzung, Verlängerung oder Flexibilisierung der Arbeitszeit stehen immer wieder im Zentrum der Debatten. Was wünschen sich Unternehmen und Beschäftigte? Wie kann Arbeitszeitpolitik die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Sicherung vorhandener Arbeitsplätze unterstützen?
Dieses Themendossier bietet Publikationen zur Entwicklung der Arbeitszeiten in Deutschland auch im internationalen Vergleich, zur betrieblichen Gestaltung der Arbeitszeit und zu den Arbeitszeitwünschen der Beschäftigten.
Publikationen zur kontroversen Debatte um die Einführung der Vier-Tage-Woche finden Sie in unserem Themendossier Vier-Tage-Woche – Arbeitszeitmodell der Zukunft?
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Literaturhinweis
Der Streik für die 35-Stunden-Woche: Aushandlungsprozesse und gewerkschaftliche Strategiefindung (2025)
Andresen, Knud; Gruber, Svea; Horstmann, Anna;Zitatform
Andresen, Knud, Svea Gruber & Anna Horstmann (2025): Der Streik für die 35-Stunden-Woche. Aushandlungsprozesse und gewerkschaftliche Strategiefindung. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 78, H. 1, S. 6-13. DOI:10.5771/0342-300x-2025-1-6
Abstract
"Der Streik für die 35-Stunden-Woche im Jahr 1984 ist ein Meilenstein in der Geschichte der gewerkschaftlichen Arbeitszeitkämpfe. Das liegt zum einen daran, dass es sich um eine mit besonderer Härte geführte Auseinandersetzung handelte, die zudem langfristige tarifpolitische und arbeitsrechtliche Folgen hatte. Zum anderen war die Tarifrunde 1984 aber auch maßgeblich für gewerkschaftliche Strategiefindungsprozesse in der Tarifpolitik. Dass Arbeitszeit verkürzt werden müsse, stand dabei weniger zur Debatte als die Frage, welche Form dafür am geeignetsten sei. In der Strategiefindung spielten neben ökonomischen Gegebenheiten und tarifpolitischen Kräfteverhältnissen vor allem auch veränderte gesellschaftliche Vorstellungen von Zeitregimen eine entscheidende Rolle. Die stufenweise Arbeitszeitverkürzung hin zur 35-Stunden-Woche in der Druck- und Metallindustrie war schließlich an Zugeständnisse zu Flexibilisierungsbestrebungen der Arbeitgeber*innen geknüpft und trug langfristig zu einer Verbetrieblichung der Arbeitszeitpolitik bei. Ebenfalls wurden ab 1984 Vorruhestandsregelungen eingeführt, die später aber wieder abgeschafft wurden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Arbeiten um zu leben!: Zur Geschichte und Aktualität des Kampfes um Arbeitszeiten (2025)
Andresen, Knud; Birke, Peter; Gruber, Svea; Horstmann, Anna; Mayer-Ahuja, Nicole;Zitatform
Andresen, Knud, Peter Birke, Svea Gruber, Anna Horstmann & Nicole Mayer-Ahuja (Hrsg.) (2025): Arbeiten um zu leben! Zur Geschichte und Aktualität des Kampfes um Arbeitszeiten. (International labour studies 42), Weinheim: Campus Verlag, 200 S. DOI:10.12907/978-3-593-46269-1
Abstract
"Zeit ist seit jeher ein umkämpftes Terrain und ihre Verteilung wird häufig als »Maß der Freiheit« verstanden. Wie viel Zeit wird für Erwerbs- und Reproduktionsarbeit aufgewendet, wie viel steht zur freien Verfügung? Der Sammelband nimmt aus soziologischer und zeitgeschichtlicher Perspektive die gewerkschaftliche Forderung nach Arbeitszeitverkürzungen seit den 1970er Jahren auf breiter Quellenlage in den Blick und skizziert Debatten um betriebliche Arbeitszeiten ebenso wie um Reproduktions- und Care-Arbeit. Konflikte um Arbeitszeiten haben viele Dimensionen. Denn die alltägliche Lebensführung der Beschäftigten wird nicht nur durch die Regulierung der Dauer, Lage und Verteilung von Arbeitszeit beeinflusst, sondern auch durch Verdichtung und Flexibilisierung und Anforderungen von Care-Arbeit. Für Gewerkschaften war und ist es eine ständige Herausforderung, diese Dimensionen in Zeitpolitiken umzusetzen. Debatten früherer Jahrzehnte bieten Ansatzpunkte für aktuelle Konflikte um Arbeitszeit." (Verlagsangaben, IAB-Doku)
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Verteilung der Arbeitszeit und Umfang der Tagesreinigung in der Gebäudereinigungsbranche (2025)
Bookmann, Bernhard; Schröder, Charlotte; Eichhorst, Werner; Scheu, Tobias;Zitatform
Bookmann, Bernhard, Werner Eichhorst, Charlotte Schröder & Tobias Scheu (2025): Verteilung der Arbeitszeit und Umfang der Tagesreinigung in der Gebäudereinigungsbranche. (IZA research report 652 148), Bonn, 77 S.
Abstract
"Ziel der Expertise ist es, angesichts des Mangels an aktuellen Informationen zu den Arbeitszeiten und zum Umfang der Tagesreinigung in der Gebäudereinigungsbranche belastbare Informationen für das Jahr 2023 zu gewinnen. Auf der Grundlage einer telefonischen Unternehmensbefragung in einer Stichprobe von Gebäudereinigungsunternehmen wird die Personalsituation der Unternehmen beschrieben sowie der Umfang und die Lage der Arbeitszeiten dargestellt. Der Fokus liegt auf der Verbreitung von Tagesreinigung sowie Reinigung in Randzeiten und in der Nacht. Ergänzend werden Einschätzungen der Unternehmen zu einer vermehrten Nutzung von Tagesreinigung analysiert." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Fostering Employment and Total Hours Worked: Perspectives for France and Germany: Joint statement (2025)
Bozio, Antoine ; Schnitzer, Monika ; Simon, Lenard; Runschke, Benedikt; Lapeyre, Alice; Werding, Martin ; Weber, Enzo ;Zitatform
Bozio, Antoine, Alice Lapeyre, Enzo Weber, Benedikt Runschke, Monika Schnitzer, Lenard Simon & Martin Werding (2025): Fostering Employment and Total Hours Worked: Perspectives for France and Germany. Joint statement. 12 S.
Abstract
"France and Germany are both confronted with labour market bottlenecks that limit the total volume of work in the economy. While they face similar challenges - such as boosting labour force participation and improving job quality - their labour markets differ in key structural dimensions, leading to divergent policy priorities. To achieve higher employment of better quality, each country will need to implement a tailored mix of policies, targeting its specific weaknesses. In some cases, the policy levers required are similar; in others, they differ significantly due to institutional and demographic differences. This policy brief rests on a systematic comparison of labour market participation between France and Germany to identify the most relevant margins for reform and the levers that could support convergence towards stronger employment outcomes in both countries. This policy brief presents the key stylized facts and policy recommendations that can be drawn for France and Germany. Our analyses build on extensive work by Bozio et al. (2025),* who updated previous work by Blundell et al. (2011, 2013). Using harmonized survey data, the authors examine employment and hours worked over the past 55 years in France, Germany, the United Kingdom, and the United States. They provide detailed analyses of employment patterns and working hours across sub-groups of workers - by gender, age, and education level - over time. Their work identifies room to increase hours worked in both countries, along with relevant policies to achieve this, and contributes to the reflection on the gradual harmonisation of labour markets in both countries" (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Wishing to Work More? Preferences, Constraints, and Hours Worked (2025)
Cohen, Naomi; Gilbert, Mattis; Ghio, Nicolas;Zitatform
Cohen, Naomi, Nicolas Ghio & Mattis Gilbert (2025): Wishing to Work More? Preferences, Constraints, and Hours Worked. (Sciences Po Economics Discussion Paper 2025-14), Paris, 33 S.
Abstract
"Using data from the French Labor Force Survey, we show that 21.2% of workers experience an hours gap, meaning they work fewer hours than they would prefer at their current wage. This stands in sharp contrast to recent evidence from Germany, where most workers report being overworked. In France, hours gaps are concentrated among low-income part-time workers and remain stable over time. We argue that cross-country differences in labor market institutions — including minimum wage policies, working-time regulations, and unemployment insurance — are central to shaping both realized hours and the distribution of hours gaps. While hours gaps appear inefficient in standard labor supply models, they may reflect constrained-efficient outcomes in the presence of frictions. Understanding the mechanisms that generate hours gaps is crucial for evaluating the welfare effects of hoursbased policy interventions." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Arbeitszeiten – Chancen und Herausforderungen für die Vereinbarkeit: eine geschlechts- und elternspezifische Betrachtung (2025)
Entgelmeier, Ines; Nold, Johanna;Zitatform
Entgelmeier, Ines & Johanna Nold (2025): Arbeitszeiten – Chancen und Herausforderungen für die Vereinbarkeit. Eine geschlechts- und elternspezifische Betrachtung. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 78, H. 1, S. 47-55. DOI:10.5771/0342-300X-2025-1-47
Abstract
"Anhand von Auswertungen der Arbeitszeitbefragung 2023 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zeigt dieser Beitrag, dass sich Arbeitszeiten von Männern und Frauen mit und ohne Kind deutlich hinsichtlich ihrer Länge, Lage sowie zeitlicher und räumlicher Flexibilität unterscheiden. Männer und Väter haben längere Arbeitszeiten, leisten mehr Überstunden und arbeiten häufiger zu atypischen Zeiten als Frauen und Mütter. Männer und Väter verfügen zudem häufiger über Flexibilitätsmöglichkeiten. Sie haben häufiger Einfluss auf den Beginn und das Ende ihrer Arbeitszeit und darauf, an welchen Tagen sie von zu Hause arbeiten können. Frauen und Mütter arbeiten nach wie vor deutlich häufiger in Teilzeit als Männer und Väter und geben als Hauptgrund dafür familiäre Verpflichtungen an. Trotz höherer arbeitszeitlicher Anforderungen bewerten Männer mit und ohne Kind ihre Work-Life-Balance besser als Frauen mit und ohne Kind." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Global Working Hours (2025)
Gethin, Amory; Saez, Emmanuel;Zitatform
Gethin, Amory & Emmanuel Saez (2025): Global Working Hours. (NBER working paper / National Bureau of Economic Research 34217), Cambridge, Mass, 89 S.
Abstract
"This paper uses labor force surveys from 160 countries to build a new microdatabase on hours worked covering 97% of the world population in cross section. We also construct time series spanning over 20 years in 86 countries. Hours worked per adult are slightly bell-shaped with GDP per capita but weakly correlated with development overall. Hours worked by the young (aged 15-19) and elderly (aged 60+) decline with development, driven by growing school attendance and public pension coverage. Hours worked among prime-age adults (aged 20-59) are mildly bell-shaped with development for men while they are increasing for women. The fall in male hours in middle-to-higher income countries is driven by reduced hours per worker and is offset by increases in female labor force participation. These two forces have exactly compensated each other in many countries, leading to a remarkable long-run stability of prime-age hours worked. Labor taxes are strongly negatively correlated with prime-age hours worked both in international comparisons and overtime within countries. Controlling for government transfers only partly reduces the link between labor taxes and prime-age hours, ruling out substitution and income effects on labor supply as the only driver. Controlling for working hours regulations and the size of the formal sector eliminates this link, suggesting that regulations also play a large role in reducing intensive hours in higher-income countries." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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The Labor Market Impacts of Fair Work Legislation (2025)
Zitatform
Gruber, Anja (2025): The Labor Market Impacts of Fair Work Legislation. In: ILR review, S. 1-32. DOI:10.1177/00197939251355234
Abstract
"Fair Workweek (FWW) ordinances, which typically require employers to provide workers with advance notice of their schedules and extra pay for last-minute changes, have become an increasingly debated policy tool to address the unpredictability of low-wage work in the United States. In this article, the author studies the labor market impacts of the Oregon FWW law using data on treated workers from the Quarterly Workforce Indicators and American Community Survey, and a variety of empirical approaches that address the factors complicating such a labor market analysis. Taken together, the evidence points to limited effects on the average labor market outcomes of workers covered by the legislation. However, findings indicate increased employment and hours worked for men, and decreased employment and hours worked for women. Also, results show consistent evidence of decreased average monthly earnings for newly hired women at treated employers. Despite the ability of employers to bypass compensation requirements through voluntary standby lists, this study identifies compositional effects on the workforce resulting from FWW legislation." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Labor-Market Effects of Introducing the 8-Hour Workday (2025)
Zitatform
Gunnesmo, Marius Fredagsvik & Casper Worm Hansen (2025): Labor-Market Effects of Introducing the 8-Hour Workday. (CEPR discussion paper / Centre for Economic Policy Research 20785), London, 56 S.
Abstract
"In 1919, the Danish craft and industrial sector permanently adopted the 8-hour workday, representing the largest reduction in working hours in the country’s history. We collected quarterly data on hourly wages and employment from 1914 to 1931 across occupation groups, covering Copenhagen and the aggregate of the provinces in Denmark. By exploiting variation in percent work-time reductions across occupation groups and regions, we examine the income and employment effects of the reform. Our findings reveal only a compensating rise in hourly wages in Copenhagen, though this increase was insufficient to offset the decline in weekly earnings due to fewer working hours. Furthermore, we observe that the reduction in working hours was mitigated by new hires, particularly of unskilled workers. Overall, our results suggest that reductions in work hours were not (in any region) fully compensated by gains in hourly wages but tend to support the "work-sharing" hypothesis." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Zunehmende Flexibilisierung der Arbeitszeit: Höchststand von 473 Millionen Stunden auf Kurzzeitkonten (2025)
Zitatform
Hartl, Tobias, Susanne Wanger, Anja Warning & Enzo Weber (2025): Zunehmende Flexibilisierung der Arbeitszeit: Höchststand von 473 Millionen Stunden auf Kurzzeitkonten. (IAB-Kurzbericht 12/2025), Nürnberg, 8 S. DOI:10.48720/IAB.KB.2512
Abstract
"Erstmals werden hier gesamtwirtschaftliche repräsentative Daten über die Stundenzahl auf den sogenannten Gleitzeit- oder Kurzzeitkonten der Beschäftigten in Deutschland vorgelegt. Über alle Wirtschaftszweige hinweg gab es im vierten Quartal 2023 einen positiven Saldo von insgesamt 473 Millionen Stunden auf diesen Konten. Das waren 150 Millionen Stunden mehr als im Jahr 2013. Die Bedeutung von Arbeitszeitkonten ist im Zeitverlauf gestiegen. Das zeigt auch der zunehmende Anteil der Betriebe und Verwaltungen, die diese nutzen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Tailored to Women, Provided to Men? Gendered Occupational Inequality in Access to Flexible Working-Time Arrangements (2025)
Zitatform
Jacobi, Aljoscha, Maik Hamjediers & Tabea Naujoks (2025): Tailored to Women, Provided to Men? Gendered Occupational Inequality in Access to Flexible Working-Time Arrangements. In: Social indicators research, Jg. 176, H. 3, S. 1179-1205. DOI:10.1007/s11205-024-03483-9
Abstract
"Numerous policy-makers and social scientists promote flexible working as a means to reconcile work and family life, often explicitly targeting women. Accordingly, one might expect that flexible working-time arrangements are more prevalent in occupations with a high share of female employees. Yet, previous evidence indicates the opposite. To address this puzzle, we investigate the occupational opportunity structures for flexible working. A devaluation argument proposes that employers perceive female-typed work as being of lower value, thus inhibiting the provision of flexible working-time arrangements in tfemale-dominated occupations. We evaluate this argument against alternative explanations, namely differences in the ability to bargain for flexible working and in structural or practical barriers to flexible working. Descriptive results based on German panel data (GSOEP, 2003 –2017) enriched with occupational-level information confirm that female-dominated occupations provide the least access to flexible work. Linear probability models with yearly fixed-effects indicate that power resources and structural barriers account for differences in flexible working between male-dominated and integrated occupations; yet an unexplained disadvantage for female-dominated occupations remains. Moreover, this disadvantage has grown between 2003 and 2017. We interpret this result as support of a cultural devaluation of female-dominated occupations in access to flexible working-time arrangements. Our findings highlight that the empirical reality of gendered occupational opportunity structures contradicts the gendered policy discourse on flexible work." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Individuell weniger, aber in der Summe mehr: Die Entwicklung der Erwerbsarbeitszeiten in Deutschland: Der IAQ-Arbeitszeitmonitor 2025 (2025)
Kümmerling, Angelika;Zitatform
Kümmerling, Angelika (2025): Individuell weniger, aber in der Summe mehr: Die Entwicklung der Erwerbsarbeitszeiten in Deutschland. Der IAQ-Arbeitszeitmonitor 2025. (IAQ-Report 2025-10), Duisburg, 22 S. DOI:10.17185/duepublico/84484
Abstract
"Im Vergleich zum Jahr 2012 sind die mittleren Arbeitszeiten abhängig Beschäftigter gesunken und lagen 2023 bei 34,6 Stunden. Treiber dieses Rückgangs sind vor allem die Arbeitszeiten von Männern. Aber auch die von Frauen geleistete Arbeitszeit verringerte sich erstmals seit 2017, wenn auch nur leicht. Rückläufig sind insgesamt die Arbeitszeiten der Vollzeitbeschäftigten, während sie bei Teilzeitbeschäftigten deutlich angewachsen sind. Innerhalb der Gruppe der Teilzeitbeschäftigten sind sichtbare Verschiebungen festzustellen: Ein Anstieg der Teilzeitbeschäftigung zeigt sich insbesondere bei Vätern, Hochqualifizierten sowie Personen ohne Kinderbetreuungsverpflichtungen Trotz sinkender individueller Arbeitszeiten hat das gesamtwirtschaftliche Arbeitszeitvolumen infolge hoher Beschäftigungsquoten zugenommen. 2023 waren mehr Menschen in Deutschland erwerbstätig, und es wurde mehr Arbeitszeit erbracht als jemals zuvor seit der Wiedervereinigung. Diese positive Entwicklung des Arbeitsmarktes kann sich jedoch auf gesellschaftlicher Ebene eher negativ auswirken: Die Verfügbarkeit von Zeit für gesellschaftliches Engagement, politische Beteiligung oder Pflege verringert sich." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Steuerliche Freistellung von Überstundenzuschlägen: Geringe Entlastung und problematische Verteilungswirkungen (2025)
Lübker, Malte;Zitatform
Lübker, Malte (2025): Steuerliche Freistellung von Überstundenzuschlägen. Geringe Entlastung und problematische Verteilungswirkungen. (WSI Policy Brief / Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut 93), Düsseldorf, 22 S.
Abstract
"Ziel des vorliegenden Policy Briefs ist es, eine Reihe bisher offener Fragen zu beantworten: Wie viele Beschäftigten leisten bezahlte Überstunden, wie viele Menschen würden von dem neuen Steuerprivileg profitieren? Und wie hoch sind die ausbezahlten Überstundenzuschläge, die unter die Steuerbefreiung fallen würden? Daraus lassen sich - wenn auch nur näherungsweise - die steuerliche Entlastung der Beschäftigten und der Einnahmeausfall für die öffentliche Hand ableiten. Um die Verteilungswirkungen einzuordnen, differenziert die Analyse nach Beschäftigtenmerkmalen wie dem Geschlecht und der Verdiensthöhe. Der Policy Brief ist wie folgt gegliedert: Abschnitt 2 fasst kurz zusammen, was die verfügbaren Datenquellen zur Verbreitung von Überstunden und zur Höhe der Überstundenzuschläge aussagen. Abschnitt 3 stellt die verwendete Datenquelle, die Verdiensterhebung (VE), vor und erläutert das methodische Vorgehen sowie die Annahmen, die zur Modellierung der steuerlichen Freistellung von Überstundenzuschlägen getroffen werden. Abschnitt 4 stellt die Ergebnisse vor und Abschnitt 5 zieht ein kurzes Fazit." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Arbeitszeiterfassung: Aktuelle Befunde zu ihrer Verbreitung und betrieblichen Organisation (2025)
Zitatform
Maas, Martina & Hartmut Seifert (2025): Arbeitszeiterfassung. Aktuelle Befunde zu ihrer Verbreitung und betrieblichen Organisation. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 78, H. 2, S. 139-145. DOI:10.5771/0342-300x-2025-2-139
Abstract
"Der Beitrag präsentiert auf Basis einer Betriebsbefragung Befunde zur Verbreitung und Organisation der Arbeitszeiterfassung. Er zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Betriebe, selbst Kleinstbetriebe, die Arbeitszeiten der Beschäftigten dokumentiert. Händische und systemische Erfassungsmethoden halten sich in etwa die Waage. Die Zeiterfassung ist in Betrieben mit und ohne Homeoffice in etwa gleich verbreitet. Die Organisation der Arbeit in Form von Homeoffice scheint demnach kein Hemmnis für die Einführung einer Arbeitszeiterfassung zu sein, und umgekehrt scheint diese auch nicht dem mobilen Arbeiten im Wege zu stehen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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The Role of Working-From-Home for Maternal Employment Re-Entry after Childbirth (2025)
Zitatform
Matysiak, Anna, Beata Osiewalska & Anna Kurowska (2025): The Role of Working-From-Home for Maternal Employment Re-Entry after Childbirth. (Working papers / Faculty of Economic Sciences, University of Warsaw 2025-18), Warsaw, 43 S.
Abstract
"This study investigates how work-from-home (WFH) —by mothers and their male partners—shapes maternal employment re-entry after childbirth. Drawing on Conservation of Resources and Boundary Management theories, the study distinguishes between WFH access and regular use. It hypothesizes that regular WFH use by mothers and their partners supports earlier and full-time maternal return to paid work, particularly among second-time mothers. The UK Household Longitudinal Study (2009–2019) is used to estimate discrete-time hazard models of return to paid work after first and second births, distinguishing between full-time and part-time re-entry. Among first-time mothers, both WFH access and regular use are associated with a greater likelihood of full-time re-entry, though not with overall return. Among second-time mothers, regular pre-birth WFH use significantly increases the likelihood of returning to paid work—regardless of hours—whereas access alone does not. No significant associations are found between male partners' WFH and maternal employment outcomes." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Mehr Anreize, mehr Flexibilität, mehr Arbeit? Wie Beschäftigte auf die Pläne der neuen Bundesregierung reagieren würden (2025)
Zitatform
Stegmaier, Jens, Jonas Aljoscha Weik, Bernd Fitzenberger & Enzo Weber (2025): Mehr Anreize, mehr Flexibilität, mehr Arbeit? Wie Beschäftigte auf die Pläne der neuen Bundesregierung reagieren würden. In: IAB-Forum H. 17.06.2025 Nürnberg, 2025-06-17. DOI:10.48720/IAB.FOO.20250617.01
Abstract
"Die Bundesregierung möchte im Sinne der Fachkräftesicherung mehr Flexibilität bei der Höchstarbeitszeit, steuerliche Entlastungen bei Mehrarbeit und Anreize zur Ausweitung von Teilzeit schaffen. Aktuelle Befragungsergebnisse des IAB geben Aufschluss darüber, wie Beschäftigte diese Vorhaben bewerten und ob diese die arbeitsmarktpolitisch beabsichtigte Wirkung entfalten können. Etwa ein Drittel der Beschäftigten ist bereit, mehr als zehn Stunden an einzelnen Tagen zu arbeiten. Finanzielle Anreize für Mehrarbeit und für eine Ausweitung von Teilzeit sprechen besonders jüngere Beschäftigte an." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Eltern im Homeoffice arbeiten im Durchschnitt länger (2025)
Zitatform
Steinberg, Hannah Sinja & Sandra Dummert (2025): Eltern im Homeoffice arbeiten im Durchschnitt länger. In: IAB-Forum H. 17.11.2025. DOI:10.48720/IAB.FOO.20251117.01
Abstract
"Mit der zunehmenden Verbreitung mobiler Arbeitsformen rückt Homeoffice verstärkt in den Fokus familien- und arbeitsmarktpolitischer Debatten. Es gilt als ein Instrument, das die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit verbessern kann. So sind insbesondere Mütter mit Kindern im betreuungsbedürftigen Alter häufiger in größerem Umfang erwerbstätig, wenn ihnen die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten offensteht. Gleichzeitig arbeiten diese Mütter öfter über ihre vertragliche Arbeitszeit hinaus." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Die Arbeitszeitunterschiede zwischen Frauen und Männern verringern sich nur langsam (Serie "Equal Pay Day 2025") (2025)
Zitatform
Wanger, Susanne (2025): Die Arbeitszeitunterschiede zwischen Frauen und Männern verringern sich nur langsam (Serie "Equal Pay Day 2025"). In: IAB-Forum H. 18.03.2025. DOI:10.48720/IAB.FOO.20250318.01
Abstract
"Die Zahl der von berufstätigen Frauen jährlich geleisteten Arbeitsstunden liegt im Schnitt 24 Prozent unter der der Männer. Sie ist damit nur 4 Prozentpunkte niedriger als vor 25 Jahren. Hauptgrund sind die über den gesamten Erwerbsverlauf hinweg deutlich höheren Teilzeitquoten von Frauen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Mehr Arbeit, weniger Gleichheit? Bei den geplanten Steuervergünstigungen stellen sich gleichstellungspolitische Fragen (2025)
Zitatform
Weik, Jonas Aljoscha, Enzo Weber, Susanne Wanger & Yvonne Lott (2025): Mehr Arbeit, weniger Gleichheit? Bei den geplanten Steuervergünstigungen stellen sich gleichstellungspolitische Fragen. In: IAB-Forum H. 24.10.2025. DOI:10.48720/IAB.FOO.20251024.01
Abstract
"Die Bundesregierung beabsichtigt, Maßnahmen zur Verlängerung der Erwerbsarbeitszeit umzusetzen. Geplant sind die Abschaffung der täglichen zugunsten einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit, steuerliche Entlastungen für Überstundenzuschläge und Anreize zur Erweiterung der Arbeitszeit von Teilzeitbeschäftigten. Zu der Frage, wie Erwerbstätige diese geplanten Maßnahmen bewerten, hat das IAB im Juli 2025 erste Ergebnisse veröffentlicht. Weitere Auswertungen nach Geschlecht und Elternschaft weisen darauf hin, dass die Reformvorhaben zwar in Teilen das Arbeitsangebot erhöhen, jedoch auch geschlechtsspezifische Unterschiede verstärken könnten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Women and the Standard Workweek: Developing a Typology of Work Schedules in the UK (2025)
Zitatform
Whillans, Jennifer (2025): Women and the Standard Workweek: Developing a Typology of Work Schedules in the UK. In: Work, Employment and Society, Jg. 39, H. 5, S. 1127-1153. DOI:10.1177/09500170251336933
Abstract
"When do women work? Which women work when? Much of our understanding of the temporal organization of women’s paid work relies on oversimplified stylised estimates of duration and categorical indicators of work timing. Using United Kingdom Time Use Survey 2014–2015 workweek grid data and innovative sequence analysis, this research provides new empirical evidence by identifying a typology of women’s work schedules , including variants of and departures from the standard workweek. Furthermore, sociodemographic and job characteristics are found to be associated with different work schedules. A feminist evaluation of findings highlights the insufficiency of the standard/nonstandard dichotomy and presents new ways of describing worktime that better capture the complex and diverse experiences of women. It concludes that, while the standard workweek is not strictly identifiable as a type of schedule, it acts as an organizing principle of worktime among contemporary working women." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Does the 'right to request' flexible work policy influence men’s and women’s uptake of flexible working and well-being: findings from the UK Household Longitudinal Study (2025)
Zitatform
Xue, Baowen, Heejung Chung, Ran Gu & Anne McMunn (2025): Does the 'right to request' flexible work policy influence men’s and women’s uptake of flexible working and well-being: findings from the UK Household Longitudinal Study. In: Journal of Epidemiology and Community Health, S. 1-8. DOI:10.1136/jech-2025-224166
Abstract
"Background: The ‘right to request’ flexible working policy has been gradually extended and, by 2014, extended to cover all workers with at least 26 weeks of continuous employment. The impact of these policy changes is unclear. This research aims to assess the effects of the 2014 policy reform on the uptake of flexible working and its impact on health and well-being, focusing on gender differences. Methods: Data were drawn from waves 2, 4, 6, 8 and 10 of the UK Household Longitudinal Study (2010–2020). We employed a doubly robust difference-in-differences method to estimate the average treatment effects on the treated of the 2014 policy reform. This analysis examined the effects on the uptake of flexible working, mental and physical health, and satisfaction with life, job and leisure. Findings: The 2014 policy reform increased women’s uptake of reduced hours work arrangements, with the effect growing stronger over time. However, no increase in uptake was observed among men. No strong effects were found for flexitime or teleworking arrangements for either men or women. Additionally, the policy reform resulted in a reduction in psychological distress and improved life satisfaction among women. Conclusions: The reduction in women’s psychological distress and improved life satisfaction might be partly explained by the increased women’s uptake of reduced hours arrangements, which may have enabled women to better meet their family care demands. However, even the gender-neutral policies on flexible working may inadvertently exacerbate gender inequalities in labour force participation by pushing women more into part-time work." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Finanzielle Anreize für Ausweitung der Erwerbsarbeit: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten … und der Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN (2025)
Zitatform
(2025): Finanzielle Anreize für Ausweitung der Erwerbsarbeit. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten … und der Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN. (Verhandlungen des Deutschen Bundestages. Drucksachen 21/755 (04.07.2025)), Berlin, 20 S.
Abstract
"Vorbemerkung der Fragesteller: Die Bundesregierung beabsichtigt im Rahmen ihres Koalitionsvertrages zwischen CDU/CSU und SPD 2025, Überstundenzuschläge für Vollzeitbeschäftigte steuerfrei zu stellen. Ziel dieser Maßnahme ist es, die finanzielle Attraktivität von Mehrarbeit zu erhöhen und damit dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken(...) Die geplante Steuerbefreiung betrifft ausschließlich Überstunden von Vollzeitbeschäftigten. Das bedeutet, dass vor allem Männer in Vollzeit davon profitieren würden, weil die Mehrheit der Teilzeitbeschäftigten – vor allem Frauen – von dieser Maßnahme ausgeschlossen bleibt. (...) Die Steuerbefreiung für Überstundenzuschläge könnte die strukturellen Ungleichheiten zwischen Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigten sowie zwischen den Geschlechtern weiter verstärken. Frauen, die überwiegend in Teilzeit arbeiten und aufgrund familiärer Sorgearbeit eine geringere Erwerbsarbeitszeit leisten, sind im Vergleich zu ihren männlichen Vollzeitkollegen benachteiligt. Es ist zu befürchten, dass eine Maßnahme, die primär Vollzeitbeschäftigte entlastet, bestehende geschlechterspezifische Ungleichheiten und die ungleiche Verteilung von unbezahlter Arbeit weiter zementiert: (...) Des Weiteren könnte die Steuerbefreiung in besonders überlasteten Branchen wie der Pflege zu einer noch stärkeren Arbeitsbelastung der Beschäftigten führen. Diese Berufsgruppen sind ohnehin schon durch eine hohe Anzahl an Überstunden und durch einen Mangel an Fachkräften geprägt." (Textauszug, Dokumentations- und Informationssystem Bundestag und Bundesrat - DIP)
Weiterführende Informationen
Dokumentation des zugehörigen parlamentarischen Vorgangs -
Literaturhinweis
Überstunden: Weniger ist mehr (2025)
Zitatform
(2025): Überstunden: Weniger ist mehr. (Kompakt : DGB-Index Gute Arbeit 2025,02), Berlin, 12 S.
Abstract
"Die Ausgabe 02/2025 des DGB-Index Gute Arbeit "Kompakt" widmet sich dem Thema Überstunden. Dafür wurden die Daten der Erhebungsjahre 2020 bis 2024 zusammengefasst. Die Analyse zeigt die weite Verbreitung von Überstunden in diesem Zeitraum: 44 Prozent der Befragten gaben an, durchschnittlich länger zu arbeiten als vertraglich vereinbart. Noch höher ist der Anteil, wenn auch im "Homeoffice" gearbeitet wird. Arbeit außerhalb der normalen Arbeitszeit wird oft auch unbezahlt geleistet. 15 Prozent aller Befragten erbringen (sehr) häufig Überstunden, ohne dafür vergütet zu werden. Überstunden fallen vor allem dann häufig an, wenn Beschäftigte von einer hohen Arbeitsverdichtung berichten. Länger zu arbeiten ist oft Resultat einer hohen Belastung. Auch Defizite in der Arbeitsorganisation (Störungen und Unterbrechungen, Widersprüchliche Anforderungen) gehen mit mehr Überstunden einher. Gleichzeitig wird an der Qualität der Arbeitsausführung gespart, um die Arbeitsmenge bewältigen zu können. Eine weitere negative Folge: Überstunden verlängern die geleistete Arbeitszeit für viele Beschäftigte in einen gesundheitsgefährdenden Bereich. Jede*r zehnte Vollzeitbeschäftigte kommt aufgrund von Überstunden auf überlange Arbeitszeiten von mehr als 48 Stunden pro Woche. Die Arbeitsmedizin warnt vor solch langen Arbeitszeiten, weil sie mit einer Vielzahl von gesundheitlichen Beeinträchtigungen verbunden sind." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Grenzen des Arbeitstages: Was wollen die Beschäftigten? (2025)
Zitatform
(2025): Grenzen des Arbeitstages. Was wollen die Beschäftigten? (Kompakt : DGB-Index Gute Arbeit 2025,04), Berlin, 10 S.
Abstract
"Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag die Absicht formuliert, „die Möglichkeit einer wöchentlichen anstatt einer täglichen Höchstarbeitszeit [zu] schaffen – auch und gerade im Sinne einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. Im Kern zielt die Forderung nach einer Öffnung des Arbeitszeitgesetzes auf eine Abschwächung der bisherigen Schutzregelungen: Der Achtstundentag soll als Norm abgeschafft und tägliche Arbeitszeiten von über zwölf Stunden ermöglicht werden. Dabei wird auf die angeblichen Wünsche der Beschäftigten nach flexiblen Arbeitszeiten verwiesen. Die Betroffenen selbst kommen jedoch selten zu Wort. Welche Arbeitszeiten brauchen die Arbeitnehmer*innen? Wann soll der Arbeitstag beginnen und wann soll er enden? Welche Grenzen würden Beschäftigte ziehen, wenn sie über ihre Arbeitszeiten selbst entscheiden könnten? Um diese Fragen beantworten zu können, wurden in der repräsentativen Beschäftigtenbefragung mit dem DGB-Index Gute Arbeit 2025 mehr als 4.000 Arbeitnehmer*innen danach gefragt, zu welchen Zeiten sie arbeiten würden, wenn sie die Wahl hätten. Die Ergebnisse zeigen deutlich: eine Ausweitung der täglichen Höchstarbeitszeit entspricht nicht den Bedürfnissen der Beschäftigten. Im Gegenteil, eine deutliche Mehrheit wünscht sich Arbeitszeiten innerhalb der Grenzen des Achtstundentags. Besonders deutlich ausgeprägt ist der Wunsch nach klaren Grenzen bei Arbeitnehmer*innen mit Kindern." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Wöchentliche Arbeitszeiten: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit (2025)
Zitatform
(2025): Wöchentliche Arbeitszeiten. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit. (Kompakt : DGB-Index Gute Arbeit 2025,05), Berlin, 12 S.
Abstract
"Abhängig Beschäftigte in Deutschland weisen sehr unterschiedliche Wochenarbeitszeiten auf. Es gibt eine große Vielfalt von Arbeitszeitmodellen in der Spannbreite von kurzer Teilzeit- bis zu überlanger Vollzeitarbeit. Den größten Anteil machen Beschäftigte mit einer Vollzeitbeschäftigung im Umfang von 35 bis 40 Stunden pro Woche aus. In der repräsentativen Befragung mit dem DGB-Index Gute Arbeit 2025 gaben mehr als 4.000 Arbeitnehmer*innen Auskunft darüber, wie lange sie arbeiten und welche Arbeitszeiten am besten zu ihrer aktuellen Lebenssituation passen würden. Im Ergebnis zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zwischen den Wünschen und der Wirklichkeit. Mehr als die Hälfte der Befragten würde die eigene Arbeitszeit gerne verkürzen. Den größten Bedarf an einer Verkürzung haben Beschäftigte mit sehr langen Arbeitszeiten. Sieben Prozent der Beschäftigten – vor allem Teilzeitkräfte – möchten länger arbeiten. Bei 40 Prozent stimmen die tatsächliche und die gewünschte Arbeitszeit überein. Häufigstes Hindernis für eine größere Selbstbestimmung der Beschäftigten über ihre (Arbeits-)Zeit sind starre betriebliche Strukturen, starke Arbeitsbelastungen sowie finanzielle Gründe. Eine Erhöhung der Arbeitszeit scheitert oft auch an der Ablehnung durch den Arbeitgeber. Trotz steigender Erwerbstätigkeit von Frauen in den vergangenen Jahren bleibt eine deutliche Geschlechterdifferenz: Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Frauen ist 7,6 Stunden kürzer als die von Männern. Ein wichtiger Grund: Erwerbstätige Frauen tragen deutlich häufiger die Hauptverantwortung für Sorgearbeiten wie Kinderbetreuung, Hausarbeit oder die Pflege von Angehörigen. Um diese Anforderungen bewältigen zu können, arbeiten Frauen deutlich häufiger in Teilzeit als Männer." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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4-Tage-Woche - Modell für die Arbeitswelt der Zukunft?: „4-Tage-Woche“ ist nicht gleich „4-Tage-Woche“ (2024)
Altun, Ufuk;Zitatform
Altun, Ufuk (2024): 4-Tage-Woche - Modell für die Arbeitswelt der Zukunft? „4-Tage-Woche“ ist nicht gleich „4-Tage-Woche“. In: Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, Jg. 73, H. 2, S. 114-124. DOI:10.1515/zfwp-2024-2012
Abstract
"The debate about the “4-day week ” has increased and now occupies a large part of company, economic and labour policy discussions. It is noticeable that various working time models are being discussed under the term “4-day week”, in which the weekly working time is spread over four days instead of five, or the weekly working time is reduced, and employees therefore work one day less per week. The aim of this article is to inform readers about the challenges and fields of action relating to the “4-day week” and to provide arguments and approaches for objectifying the discussions within and outside the company." (Author's abstract, IAB-Doku, © De Gruyter) ((en))
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Verkürzung von Arbeitszeit und „4-Tage-Woche“: Chancen und Herausforderungen für die Arbeits(zeit)gestaltung aus Sicht der Arbeitswissenschaft (2024)
Backhaus, Nils;Zitatform
Backhaus, Nils (2024): Verkürzung von Arbeitszeit und „4-Tage-Woche“: Chancen und Herausforderungen für die Arbeits(zeit)gestaltung aus Sicht der Arbeitswissenschaft. In: Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, Jg. 73, H. 2, S. 136-146. DOI:10.1515/zfwp-2024-2010
Abstract
"The debate on working time reduction in Germany is becoming increasingly important in light of international “4-day week” trials and the experiences of the Corona pandemic. Studies show a declining trend in average working hours and a preference for shorter working times. Different models for working time reduction must be taken into account. Shorter working hours have potential health benefits, but also the risk of work intensification and productivity losses. A collective reduction in working hours seems unrealistic against the background of economic challenges, but working time models that are differentiated and employee-oriented might meet the demands of employees and allow companies to benefit from healthy and motivated employees in the long term." (Author's abstract, IAB-Doku, © DeGruyter) ((en))
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Variable Pay and Work Hours: Does Performance Pay Reduce the Gender Time Gap? (2024)
Zitatform
Baktash, Mehrzad B., John S. Heywood & Uwe Jirjahn (2024): Variable Pay and Work Hours: Does Performance Pay Reduce the Gender Time Gap? (GLO discussion paper / Global Labor Organization 1450), Essen, 32 S.
Abstract
"Using German survey data, we show that performance pay is associated with a substantially lower gender hours gap. While performance pay increases the work hours of both men and women, the increase is much larger for women than for men. This finding persists in worker fixed effects estimates. We argue our finding likely reflects differences in household production and specialization by gender. Thus, we show that performance pay is not associated with increased hours for men with children in the household. Yet, performance pay is associated with a very large increase in hours for women with children in the household." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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DIW Berlin: Durchschnittliche Arbeitszeiten in Deutschland sinken, Gesamtarbeitsvolumen auf Rekordhoch (2024)
Zitatform
Beckmannshagen, Mattis & Annika Sperling (2024): DIW Berlin: Durchschnittliche Arbeitszeiten in Deutschland sinken, Gesamtarbeitsvolumen auf Rekordhoch. In: DIW-Wochenbericht, Jg. 91, H. 16, S. 239-247. DOI:10.18723/diw_wb:2024-16-1
Abstract
"Ob in den Tarifverhandlungen oder der Debatte über den Fachkräftemangel: Die Arbeitszeiten der Beschäftigten in Deutschland werden derzeit kontrovers diskutiert. Unterschiedliche Seiten bringen eine Ausweitung oder auch eine Reduzierung der Arbeitszeit ins Spiel. Auf Grundlage von Daten des Sozio-oekonomischen Panels wirft die vorliegende Untersuchung einen detaillierten Blick auf die Entwicklung der Arbeitszeiten seit der Wiedervereinigung. Die Analyse zeigt, dass die durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeiten der Beschäftigten zwar gesunken sind, das Gesamtarbeitsvolumen aber gleichzeitig stieg und 2023 seinen bisherigen Höhepunkt von 55 Milliarden Stunden erreicht hat. Insbesondere für Mütter ist es noch immer schwierig, Familie und Beruf zu vereinbaren. Das führt dazu, dass Frauen häufig weniger arbeiten, als sie gerne würden. Mit Blick auf den hohen Fachkräftebedarf sollten politische Maßnahmen darauf abzielen, Frauen stärker bei der Ausweitung ihrer Arbeitszeiten zu unterstützen" (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Varieties of the rat race: working hours in the age of abundance (2024)
Zitatform
Behringer, Jan, Martin Gonzalez-Granda & Till van Treeck (2024): Varieties of the rat race: working hours in the age of abundance. In: Socio-economic review, Jg. 22, H. 1, S. 141-168. DOI:10.1093/ser/mwac067
Abstract
"We ask why working hours in the rich world have not declined more sharply or even risen at times since the early 1980s, despite a steady increase in productivity, and why they vary so much across rich countries. We use an internationally comparable database on working hours (Bick et al., 2019) and conduct panel data estimations for a sample of 17 European countries and the USA over the period 1983–2019. We find that high or increasing top-end income inequality, decentralized labor relations, and limited government provision of education and other in-kind services contribute to long working hours. Our results are consistent with the hypothesis that upward-looking status comparisons in positional consumption (‘Veblen effects’) contribute to a ‘rat race’ of long working hours that is more or less pronounced in different varieties of capitalism." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Lebensarbeitszeit im europäischen Vergleich (2024)
Bohn, Jochen;Zitatform
Bohn, Jochen (2024): Lebensarbeitszeit im europäischen Vergleich. In: Geographische Rundschau, Jg. 76, H. 9, S. 44-47.
Abstract
"2023 sorgte eine Studie des Roman Herzog Instituts für eine kleine Überraschung: Bei einem europäischen Vergleich der Lebensarbeitszeit aller Beschäftigten liegt Deutschland knapp vor Luxemburg auf dem vorletzten Platz. Sind die "fleißigen Deutschen" also nur ein Mythos? Wie berechnet sich dieses Ranking und welche Probleme werden dadurch deutlich? Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es?" (Textauszug, IAB-Doku)
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Evaluation des Gesetzes zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts – Einführung einer Brückenteilzeit (2024)
Boockmann, Bernhard; Mittelstät, Kathrin; Kirchmann, Andrea; Eichhorst, Werner;Zitatform
Boockmann, Bernhard, Andrea Kirchmann, Kathrin Mittelstät & Werner Eichhorst (2024): Evaluation des Gesetzes zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts – Einführung einer Brückenteilzeit. (IZA research report 144), Bonn, 88 S.
Abstract
"Im Rahmen dieser Studie werden die Neuregelungen im Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) mittels eines qualitativen Untersuchungsdesign evaluiert. Diese Neuregelungen umfassen zum einen die Einführung der Brückenteilzeit nach § 9 a TzBfG, zum anderen Änderungen bei der Arbeit auf Abruf nach § 12 TzBfG und der Darlegungs- und Erörterungspflicht nach § 9 TzBfG bzw. § 7 Abs. 2 TzBfG. Insbesondere wird überprüft, ob und inwieweit beabsichtigte Wirkungen der Neuregelungen erreicht werden – vor allem im Hinblick auf die praktische Realisierung von Arbeitszeitpräferenzen sowie auf die Planungs- und Einkommenssicherheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Darüber hinaus wird auch die Akzeptanz und Praktikabilität der Neuregelungen evaluiert und es wird der Frage nachgegangen, in welchem Ausmaß die Brückenteilzeit als Sachgrund für befristete Einstellungen genutzt wird." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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The Mismeasurement of Work Time: Implications for Wage Discrimination and Inequality (2024)
Zitatform
Borjas, George J. & Daniel S. Hamermesh (2024): The Mismeasurement of Work Time: Implications for Wage Discrimination and Inequality. (NBER working paper / National Bureau of Economic Research 32025), Cambridge, Mass, 44 S.
Abstract
"Comparing measures of work time in the recall CPS-ASEC data with contemporaneous measures reveals many logical inconsistencies and probable errors. About 8 percent of ASEC respondents report weeks worked last year that contradict their current work histories in the Basic monthly interviews; the error rate is over 50 percent among workers who move in and out of the workforce. Over 20 percent give contradictory information about whether they usually work a full-time weekly schedule. Part of the inconsistency arises because an increasing fraction of ASEC respondents (over 20 percent by 2018) consists of people whose record was fully imputed. The levels and trends of the errors differ by gender and race, and they affect measured wage differentials between 1978 to 2018. Adjusting for the errors and imputations, gender wage gaps among all workers narrowed by 4 log points more than is commonly reported, and residual wage inequality decreased by 6 log points more. In a very carefully defined sample of full-time year-round workers, gender and racial wage differentials narrowed slightly less than previously estimated using ASEC data, but much more than indicated by commonly used estimates from CPS Outgoing Rotation Groups." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Next Work im Business-Ökosystem der 360° Gastwelt: Eine Untersuchung neuer Arbeitszeitmodelle im Dienstleistungssektor am Beispiel der Tourismus-, Hospitality- und Foodservice-Industrie (2024)
Borkmann, Vanessa; Gaulinger, Ronja; Dienes, Katharina; Tombeil, Anne-Sophie;Zitatform
Borkmann, Vanessa, Anne-Sophie Tombeil, Katharina Dienes & Ronja Gaulinger (2024): Next Work im Business-Ökosystem der 360° Gastwelt. Eine Untersuchung neuer Arbeitszeitmodelle im Dienstleistungssektor am Beispiel der Tourismus-, Hospitality- und Foodservice-Industrie. Stuttgart, 85 S. DOI:10.24406/publica-2462
Abstract
"Die Tourismus-, Hospitality- und Foodservice-Industrie stellt mit 5,8 Millionen Erwerbstätigen (12,7 Prozent) eine wichtige Säule des Arbeitsmarkts in Deutschland dar. Allerdings ist die Industrie insbesondere seit der Pandemie von einem verschärften Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel betroffen. Das Fraunhofer IAO präsentiert in ihrer neuen Studie alternative Gestaltungsmöglichkeiten der Arbeitswelt für die 360° Gastwelt, um potenzielle Arbeitskräfte langfristig für die Gastwelt zu begeistern." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Wishing for More: Technological Change, the Rise of Involuntary Part-Time Employment and the Role of Active Labour Market Policies (2024)
Zitatform
Doorn, Lars Van & Olaf van Vliet (2024): Wishing for More: Technological Change, the Rise of Involuntary Part-Time Employment and the Role of Active Labour Market Policies. In: Journal of Social Policy, Jg. 53, H. 3, S. 751-771. DOI:10.1017/S0047279422000629
Abstract
"Technological change has squeezed the demand for middle-skill jobs, which typically involve routine-intense tasks. This squeeze has coincided with an increase in the number of part-time working individuals who wish to work more hours. We argue that these two trends are linked. Due to the decline of middle-skill employment, medium-educated workers shift into low-skill employment, increasing the supply of labor for jobs in this segment of the labor market. This pushes those dependent on these jobs to accept part-time jobs, even if these involve fewer hours than they prefer. To empirically assess this claim, we analyze involuntary part-time employment across 16 European countries between 1999 and 2010. Our analysis confirms that a decline in middle-skill employment is associated with an increase in involuntary part-time employment at the bottom end of the labor market. This finding implies that the automation of routine-intense labour worsens employment possibilities in this segment of the labor market. However, we show that training and job creation schemes mitigate this effect. These programs cushion competition either by providing medium-educated workers with the necessary skills to shift into high-skill jobs or by increasing employment possibilities. Thus, governments have the tools to support workers facing challenges in the knowledge economy." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Labor Market Effects of Workweek Restrictions: Evidence from the Great Depression (2024)
Zitatform
Fishback, Price, Chris Vickers & Nicolas L. Ziebarth (2024): Labor Market Effects of Workweek Restrictions: Evidence from the Great Depression. In: American Economic Journal. Macroeconomics, Jg. 16, H. 4, S. 77-113. DOI:10.1257/mac.20220188
Abstract
"We study the effects of restrictions on the length of the workweek under the President’s Reemployment Agreement (PRA)of July 1933 and the National Industrial Recovery Act. We construct a model in which the equilibrium without such a workweek restriction has an inefficiently low level of employment. We find that employment rose by about 24 percent in the month following the imposition of the workweek restriction. Industries with longer workweeks pre-PRA experienced 9.4 percent faster growth in hourly earnings post-PRA, but this increase was not sufficient to prevent a relative fall in weekly earnings in these industries." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Vor dem Kollaps!? Beschäftigung im sozialen Sektor: Empirische Vermessung und Handlungsansätze (2024)
Zitatform
Hohendanner, Christian, Jasmin Rocha & Joß Steinke (2024): Vor dem Kollaps!? Beschäftigung im sozialen Sektor. Empirische Vermessung und Handlungsansätze. Berlin: De Gruyter Oldenbourg, 111 S. DOI:10.1515/9783110748024
Abstract
"Diese Studie bietet eine empirisch fundierte Gesamtschau auf die Beschäftigung in einem der personalintensivsten und am stärksten vom Fachkräftemangel betroffenen Arbeitsfelder in Deutschland: dem sozialen Sektor. Wer das Buch liest, gewinnt ein tieferes Verständnis über Zusammenhänge und die Notwendigkeit, offen über Beschäftigung im sozialen Sektor zu debattieren. Anhand aktueller Daten zeigen die Autor:innen, dass der soziale Sektor im Wettbewerb um Arbeitskräfte schlecht dasteht. Zunehmend fehlen Arbeitskräfte und grundlegende, bislang als selbstverständlich betrachtete Leistungen der sozialen Daseinsvorsorge können immer häufiger nicht mehr erbracht werden. Die Autor:innen zeigen Wege auf, wie soziale Berufe wieder attraktiver und der Kollaps des sozialen Sektors (vielleicht) verhindert werden kann." (Autorenreferat, IAB-Doku, © De Gruyter Oldenbourg)
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Die 4-Tage-Woche - Ein Zukunftsmodell für die Arbeitswelt?: Eine Einschätzung aus arbeitsrechtlicher Perspektive (2024)
Höpfner, Clemens;Zitatform
Höpfner, Clemens (2024): Die 4-Tage-Woche - Ein Zukunftsmodell für die Arbeitswelt? Eine Einschätzung aus arbeitsrechtlicher Perspektive. In: Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, Jg. 73, H. 2, S. 125-135. DOI:10.1515/zfwp-2024-2009
Abstract
"The four-day workweek is currently one of the most discussed topics in labor policy and economics. Historically advocated by employers to reduce personnel costs without comprehensive wage compensation, the concept has evolved. Today, it is primarily supported by unions and employee-oriented political parties, with many employees seeing it as a way to improve work-life balance. This shift reflects a labor market that has become more employee-driven due to demographic changes and a general labor shortage. This article explores the legal framework for implementing a four-day workweek under three models: with unchanged weekly working hours, with reduced hours and full wage compensation, and with reduced hours without wage compensation. It discusses the potential benefits and challenges of each model, including legal constraints, the impact on labor costs, and the implications for productivity and labor relations. The conclusion considers a change from the previous daily to a weekly maximum working time to be indispensable. It calls for flexible, tailored solutions through collective agreements and further research on the long-term effects of the four-day workweek on productivity, employee satisfaction, and the economy." (Author's abstract, IAB-Doku, © De Gruyter) ((en))
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Endogenous Working Hours, Overlapping Generations, and Balanced Neoclassical Growth (2024)
Zitatform
Irmen, Andreas (2024): Endogenous Working Hours, Overlapping Generations, and Balanced Neoclassical Growth. (CESifo working paper 11492), München, 47 S.
Abstract
"A balanced growth path that accounts for a decline in hours worked per worker approximates the evolution of today's industrialized countries since 1870. This stylized fact is explained in an OLG-model featuring two-period lived individuals equipped with per-period utility functions of the generalized log-log type proposed by Boppart and Krusell (2020) and a neoclassical production sector. Technological progress drives real wages up and expands the amount of consumption goods. The value of leisure increases, and the supply of hours worked declines. Technological progress moves a poor economy out of a regime with low wages and an inelastic supply of hours worked into a regime with high wages and a declining supply of hours worked. The balanced growth path is unique and stable. In the high wage regime, the equilibrium difference equation is available in closed form. A balanced growth path with declining hours worked may also be obtained with endogenous technological progress as in Romer (1986)." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Arbeitszeiten und Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Sozialen Arbeit: Ein quantitativer Vergleich mit Beschäftigten in frühkindlicher Bildung, Schule und Pflege (2024)
Zitatform
Kahl, Yvonne & Jürgen Bauknecht (2024): Arbeitszeiten und Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Sozialen Arbeit. Ein quantitativer Vergleich mit Beschäftigten in frühkindlicher Bildung, Schule und Pflege. In: Soziale Passagen, Jg. 16, H. 2, S. 329-349. DOI:10.1007/s12592-024-00516-5
Abstract
"Die Berufsgruppe der Sozialen Arbeit wird auf Basis der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 im Vergleich mit anderen Berufen hinsichtlich Umfang und Lage der Arbeitszeiten (abends/nachts, samstags, sonntags), geforderter Flexibilität (Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft, Arbeit auf Abruf), Vereinbarkeit von Arbeitszeitplanung mit privaten und familiären Interessen sowie – bei Beschäftigten mit Kindern – hinsichtlich beruflicher und privater Abstriche aufgrund der Kinder analysiert. Frauen mit Kindern unter 18 Jahren im Haushalt sind in der Sozialen Arbeit deutlich seltener gefordert Abend- oder Nachtarbeit zu leisten als in anderen Berufen. Auch Samstagsarbeit ist bei dieser Gruppe seltener, die Sonntagsarbeit jedoch mehr ausgeprägt als in anderen Berufen. Sozialarbeiterinnen mit Kindern unter 18 Jahren im Haushalt sind zudem mit starker arbeitgeberseitig geforderter Flexibilität konfrontiert. Die Möglichkeit der Rücksichtnahme auf private und familiäre Interessen bei der Arbeitszeitplanung liegt in der Sozialen Arbeit auf durchschnittlichem Niveau, deutlich höher jedoch als bei Lehrer*innen und Pflegekräften. Bei den beruflichen Abstrichen durch Kinder liegen Sozialarbeiterinnen auf demselben Niveau wie die große Gruppe anderer Berufe, unterscheiden sich aber von Erzieher*innen, Lehrer*innen und Pflegekräften. Bei weiblichen Beschäftigten mit Kindern unter 18 Jahren im Haushalt zeigt sich auf Ebene der Berufsgruppen, dass berufliche und private Abstriche durch Kinder stark negativ korreliert sind. Es muss von einer notwendigen Inkaufnahme in mindestens einem Bereich ausgegangen werden, was bei männlichen Beschäftigten derselben Haushaltskonstellation nicht der Fall ist. Sozialarbeiterinnen bewegen sich bei ihrer Entscheidung für den Bereich, in dem Abstriche in Kauf genommen werden, im Durchschnitt der Berufsgruppen. Handlungsbedarfe ergeben sich mit Blick auf Führung, Dienstplanung und Teambedingungen. Als Zielsetzung kann eine Stärkung männlicher Involvierung in das Familienleben gelten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Arbeitszeiten zwischen Wunsch, Befürchtungen und Wirklichkeit: Ein IAQ-Arbeitszeitmonitor (2024)
Kümmerling, Angelika;Zitatform
Kümmerling, Angelika (2024): Arbeitszeiten zwischen Wunsch, Befürchtungen und Wirklichkeit. Ein IAQ-Arbeitszeitmonitor. (IAQ-Report 2024-05), Duisburg ; Essen, 26 S. DOI:10.17185/duepublico/81957
Abstract
"Im Durchschnitt haben die abhängig Beschäftigten in Deutschland im Jahr 2022 34,9 Wochenstunden gearbeitet und damit genau so lang wie schon im Jahr 2012. Dieser Wert verbirgt allerdings gegenläufige Entwicklungen: Während die Arbeitszeiten von Männern zurückgegangen sind, haben sich die von Frauen erhöht. Auch gab es Verschiebungen innerhalb der Arbeitszeitformen. Die Arbeitszeiten Vollzeitbeschäftigter sind rückläufig, im Gegenzug steigt das Arbeitszeitvolumen der Teilzeitbeschäftigten. Es ist folglich der Trend zu längerer Teilzeitarbeit, der die durchschnittliche Arbeitszeit stabil hält. Nicht bewahrheitet hat sich die Annahme, dass Frauen und insbesondere Mütter infolge der Covid-19-Pandemie ihre Erwerbstätigkeit auch langfristig reduziert hätten. Die Erwerbstätigenquote von Frauen wie auch deren Arbeitszeiten liegen derzeit sogar etwas oberhalb des Niveaus vor der Pandemie. Mit Blick auf den Fachkräftemangel bleibt die Situation fragil. Denn Beschäftigte wünschen sich im Durchschnitt kürzere Arbeitszeiten – selbst um den Preis von Gehaltseinbußen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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4-Tage-Woche: Eine Lösung für alle? (2024)
Zitatform
Laschinski, Miriam, Jenny Hahs & Martin Buchner (2024): 4-Tage-Woche: Eine Lösung für alle? (DIFIS-Impuls 2024,7), Duisburg ; Bremen, 4 S.
Abstract
"Die Workshop-Beiträge legen nahe, dass die aktuell diskutierten Formen der 4-Tage-Woche keine ‚Lösung für alle‘ darstellen. Um Geschlechter-, sozialen, gesundheitlichen und betrieblichen Ungleichheiten im Lebens- und Erwerbsverlauf entgegenzuwirken, müssen flexible Arbeitszeitmodelle entworfen werden, die eine an den Lebenslauf anpassungsfähige Arbeitszeitgestaltung im Erwerbsverlauf ermöglichen, wie es das diskutierte Optionszeitenmodell in einem ersten Ansatz beabsichtigt. Dies allein reicht jedoch nicht aus – Familien-, Gleichstellung-, Arbeitsmarkt- und Steuerpolitik müssen zusammenwirken, um Vereinbarkeitsproblemen bei Care- und Erwerbsarbeit, geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung, Steuernachteilen bei bestimmten Familienformen sowie Fachkräftemangel und Personalknappheit auf betrieblicher Ebene entgegenzuwirken. Nur wenn Care-Arbeit auch als Arbeit anerkannt und somit in die Arbeitszeitgestaltung gleichberechtigt verteilt integriert wird, kann auch eine gleichberechtigte, existenzsichernde Teilhabe am Erwerbsleben und in der Familie stattfinden. Modelle, die eine Verschiebung der Lage der Arbeitszeit vorsehen (bspw. ‚Condensed Week‘) gefährden diese Anerkennung und somit auch eine Geschlechtergleichstellung in der Arbeitszeitdebatte." (Textauszug, IAB-Doku)
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Dreams versus reality: wishes, expectations and perceived reality for the use of extra non-work time in a 30-hour work week experiment (2024)
Zitatform
Mullens, Francisca & Ignace Glorieux (2024): Dreams versus reality: wishes, expectations and perceived reality for the use of extra non-work time in a 30-hour work week experiment. In: Community, work & family, Jg. 27, H. 2, S. 225-251. DOI:10.1080/13668803.2022.2092452
Abstract
"In 2019, a Belgian women’s organisation experimented with a 30-hour work week for all of their full-time employees. This work time reduction was an excellent opportunity to study these female employees’ wishes, expectations and experienced reality concerning their extra non-work time. Their wishes and expectations – as well as how these relate to their perceived reality – was studied through longitudinal questionnaires, in-depth interviews and focus groups. The women wished for more time for themselves and their intimate relationships. However, their wishes reflected an ideal situation. Their expectations reflected their wishes but were slightly more realistic. The perceived reality did not fulfil all of their wishes. The ‘me-time’ that they wished for prior to the experiment did not always emerge to be the ‘me-time’ that they had. Some women appropriated a less conventional form of ‘me-time’, such as housework, which helped them to ease their mind and relax. Others felt unable to fulfil their wishes through (social) context factors such as the embeddedness of time structures, time schedules and the rhythms of family and friends. This paper reflects on the gendered norms and values and inequalities in time use that can help to explain the discrepancies between preferences and experienced reality." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Lehrkräftearbeitszeit unter Druck: Klärungsbedarfe und Handlungsoptionen bei der Arbeitszeiterfassung (2024)
Mußmann, Frank; Rackles, Mark;Zitatform
Mußmann, Frank & Mark Rackles (2024): Lehrkräftearbeitszeit unter Druck: Klärungsbedarfe und Handlungsoptionen bei der Arbeitszeiterfassung. (FES diskurs), Bonn, 36 S.
Abstract
"Der Ruf nach guter Arbeit und guten Arbeitsbedingungen hat immer auch etwas mit Arbeitszeiten zu tun. Seit das Bundesarbeitsgericht Ende 2022 die allgemeine und umfassende Erfassungspflicht der Arbeitszeiten von Beschäftigten bekräftigt hat, hat das Thema der Arbeitszeiterfassung auch bei Lehrkräften eine neue Dynamik erhalten. Schon seit Jahren weisen Untersuchungen u. a. der Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften an der Universität Göttingen darauf hin, dass die tatsächliche durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von Lehrkräften deutlich über dem Soll liegt. Zahlreiche Befragungen von Lehrkräften und Schulleitungen kommen zu ähnlichen Befunden. Das fast 150 Jahre alte System der Deputatsstunden, das alle Arbeiten und Arbeitszeiten jenseits des unmittelbaren Unterrichts ausblendet, steht durch die Erfassungspflicht vor einer historischen Weichenstellung. Dies eröffnet neue Chancen für die Arbeitsschwerpunkte und die kollegiale Zusammenarbeit, für Ressourcenzuweisung und Personalführung sowie eine Reihe weiterer Fragen der Organisation und Ausgestaltung schulischer Bildung. Nach der obersten arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung geht es nicht mehr um das Ob der Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte, sondern um das Wie der Ausgestaltung. Die vorliegende Publikation steckt das unübersichtliche Handlungsfeld ab, analysiert Zusammenhänge und bündelt die anstehenden Entscheidungsbedarfe und Handlungsoptionen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Anreize setzen: Wie Unternehmen Teilzeitkräfte für mehr Stunden gewinnen (2024)
Risius, Paula; Herzer, Philip; Arndt, Franziska;Zitatform
Risius, Paula, Franziska Arndt & Philip Herzer (2024): Anreize setzen: Wie Unternehmen Teilzeitkräfte für mehr Stunden gewinnen. (KOFA kompakt / Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung 2024,11), Köln, 5 S.
Abstract
"Fast jede:r dritte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland arbeitet in Teilzeit – mit steigender Tendenz. Teilzeit bietet vielen Beschäftigten erst die Möglichkeit, trotz weiterer Verpflichtungen oder Einschränkungen, erwerbstätig zu sein. Gerade unter Frauen ist der Teilzeitanteil sehr hoch, da sie häufig mehr Sorgearbeit leisten. Gleichzeitig ist die Wirtschaft angesichts der angespannten Fachkräftesituation darauf angewiesen, das Arbeitsvolumen zu erhöhen. Die Ausweitung der Arbeitszeit der erwerbstätigen Teilzeitkräfte bietet Unternehmen große Potenziale für die Fachkräftesicherung. Viele Teilzeitbeschäftigte sind grundsätzlich bereit, ihre Arbeitsstunden auszuweiten. Entscheidend sind die Umstände und Rahmenbedingungen, die auch Unternehmen für eine Stundenausweitung bieten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Arbeitszeitverkürzung in der Automobilindustrie. Ein Baustein in der Industrietransformation? (2024)
Roth, Marcel;Zitatform
Roth, Marcel (2024): Arbeitszeitverkürzung in der Automobilindustrie. Ein Baustein in der Industrietransformation? In: Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, Jg. 78, H. 1, S. 108-112. DOI:10.1007/s41449-023-00407-0
Abstract
"Ein klimaneutraler Pfad bis 2045 in Deutschland und bis 2040 in Baden-Württemberg erfordert gerade im Verkehrssektor und in der Automobilindustrie eine deutliche Umkehr. Doch Elektromobilität und stärker noch eine darüberhinausgehende Verkehrswende führen in der Automobilindustrie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Rückgang des Arbeitsvolumens. Entgegen der öffentlichen Debatte um einen Fachkräftemangel müssen sich insbesondere Antriebsstrang-abhängige Zulieferer für eine Zukunft ohne Verbrennungsmotor wappnen. Das stellt bisherige Geschäftsmodelle in Frage. Eine Arbeitszeitverkürzung kann ein Baustein der sozial-ökologischen Industrietransformation sein. Das zeigen betriebliche Beispiele – sehr prominent die Arbeitszeitverkürzung von Volkswagen in den 1990er-Jahren, aber auch aktuelle Beispiele in Unternehmen der baden-württembergischen Automobilindustrie. Darüber hinaus hat die Arbeitszeitverkürzung noch weitere Potenziale: sie kann gesundheitsfördernd wirken, psychisch wie körperlich; sie kann Zeit für eine bessere Verteilung von Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern schaffen, Zufriedenheit, Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit bei der Arbeit von Beschäftigten entfalten. Zudem kann sie Beschäftigten die Chance geben, sich stärker am gesellschaftlichen Leben durch politisches oder ehrenamtliches Engagement zu beteiligen. Doch der Blick in die betrieblichen Diskussionen zeigt die Hürden für eine branchenweite Beschäftigungssicherung über eine Arbeitszeitverkürzung auf: Eine hohe Akzeptanz bei den Beschäftigten besteht nur dann, wenn sie als vorübergehend, als Übergang zu einem neuen Geschäftsmodell gesehen wird. Auch Entgelteinbußen werden hingenommen, wenn sie befristet sind oder sie zumindest teilweise ausgeglichen werden. Dazu kommt, dass Beschäftigte in niedrigen Entgeltgruppen sich verringerte Einkommen schlichtweg nicht leisten können. Aus der Branchenperspektive heraus ist eine schrumpfende Produktion nicht vorstellbar, weil sie marktwirtschaftlichen Prinzipien und der anhaltend hohen Nachfrage nach Pkw zuwiderläuft. Arbeitszeitverkürzungen werden dann eher als individuelle Option für eine andere (bessere) Work-Life-Balance gesehen, die möglicherweise in Zeiten eines Arbeitskräftemangels das eigene Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber ausweist. Eine branchenweite Arbeitszeitverkürzung als kollektive Maßnahme müsste daher auf eine breite Diskussion und Akzeptanzsicherung aufsetzen. Ohne Akzeptanz der Beschäftigten wird der Umbau der Wirtschaft hin zur Klimaneutralität nicht gelingen. Das gilt nicht nur, aber in hohem Maße auch für eine Arbeitszeitverkürzung als Baustein der Transformation." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Tarifliches Wahlrecht: Warum die Mehrheit der Beschäftigten lieber mehr Zeit hätte als mehr Geld (2024)
Zitatform
Ruf, Kevin, Ann-Christin Bächmann, Anja Abendroth-Sohl & Alexandra Mellies (2024): Tarifliches Wahlrecht: Warum die Mehrheit der Beschäftigten lieber mehr Zeit hätte als mehr Geld. In: IAB-Forum H. 21.07.2024. DOI:10.48720/IAB.FOO.20240722.01
Abstract
"Einige Tarifverträge sehen mittlerweile für bestimmte Beschäftigtengruppen eine Wahlmöglichkeit zwischen „mehr Zeit“ oder „mehr Geld“ vor. Eine Befragung von über 3.000 Beschäftigten aus über 150 betroffenen Betrieben zeigt, dass die meisten Beschäftigten unter diesen Umständen bereit sind, zugunsten von mehr Freizeit auf Lohnerhöhungen oder Sonderzahlungen zu verzichten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Labor market institutions and technology-induced labor adjustment along the extensive and intensive margins (2024)
Rujin, Svetlana;Zitatform
Rujin, Svetlana (2024): Labor market institutions and technology-induced labor adjustment along the extensive and intensive margins. In: Journal of macroeconomics, Jg. 79. DOI:10.1016/j.jmacro.2023.103571
Abstract
"What is the composition of total hours response to a technology shock in countries with different labor market institutions in terms of extensive and intensive margin movements? To answer this question, I identify technology shocks using structural vector autoregressions (SVARs) and decompose the responses of hours into adjustments along the extensive and intensive margins. I compare the adjustments along the two margins between groups of countries with strict and flexible labor market institutions. I find that both margins play a large role in accommodating technology shocks, with adjustments along the intensive margin being more important. Furthermore, countries with flexible labor market institutions display a larger drop in employment, whereas the results for the intensive margin are mixed. Finally, the cross-country differences in fluctuations along the two margins can be linked to the strictness of institutions that target quantity and price adjustments in the labor market." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2024 Elsevier) ((en))
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Teilzeitbeschäftigung und psychische Gesundheit bei Gymnasiallehrkräften (2024)
Seibt, R.; Kreuzfeld, S.;Zitatform
Seibt, R. & S. Kreuzfeld (2024): Teilzeitbeschäftigung und psychische Gesundheit bei Gymnasiallehrkräften. In: Arbeitsmedizin, Sozialmedizin, Umweltmedizin, Jg. 59, H. 9, S. 584-594. DOI:10.17147/asu-1-384622
Abstract
"Aufgrund des akuten Lehrkräftemangels wird in Deutschland die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung (Unterrichtsdeputat) für Teilzeit-Lehrkräfte (TZL) diskutiert. Viele Gymnasiallehrkräfte arbeiten in Teilzeit, um die hohen Arbeitsbelastungen besser zu bewältigen. Ob sich eine Verringerung der Unterrichtsstunden günstig auf die psychische Gesundheit auswirkt, ist bisher nicht bekannt. Daher untersucht diese Studie bei TZL den Zusammenhang zwischen der realen Wochenarbeitszeit und ihrer psychischen Gesundheit (Erholungsunfähigkeit, Burnout-Risiko)." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Einführung der Viertagewoche – personalstrategische Überlegungen (2024)
Siegling, Kim Michelle; Herzog, Sebastian; Spengler, Thomas;Zitatform
Siegling, Kim Michelle, Thomas Spengler & Sebastian Herzog (2024): Einführung der Viertagewoche – personalstrategische Überlegungen. In: Personal quarterly, Jg. 76, H. 3, S. 22-29.
Abstract
"Zum einen ist unter Effektivitätsgesichtspunkten zunächst zu klären, ob eine Arbeitszeitreduktion aus organisatorischer und personalwirtschaftlicher Sicht überhaupt realisierbar ist. Darüber hinaus sind entsprechende Effizienzüberlegungen anzustellen, bei denen der Output ins Verhältnis zum erforderlichen oder investierten Input gesetzt wird. Deshalb sollen im Folgenden zunächst personalwirtschaftliche Grundlagen dargelegt werden, die durch die Einführung der Viertagewoche maßgeblich berührt werden. Dazu werden hier potenzielle Auswirkungen einer Arbeitszeitreduktion auf den Personalbedarf skizziert." (Textauszug, IAB-Doku, © Haufe-Lexware)
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Je weniger Grenzen umso länger? Die Wirkung von arbeitgeber:innenseitig flexiblen und entgrenzten Arbeitszeiten auf die wöchentliche Arbeitszeit (2024)
Zitatform
Stadler, Bettina (2024): Je weniger Grenzen umso länger? Die Wirkung von arbeitgeber:innenseitig flexiblen und entgrenzten Arbeitszeiten auf die wöchentliche Arbeitszeit. In: Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, Jg. 78, H. 1, S. 54-65. DOI:10.1007/s41449-023-00408-z
Abstract
"Zusammenfassung Der Beitrag untersucht anhand repräsentativer Daten für Österreich die Auswirkungen von arbeitgeber:innenseitiger Flexibilisierung und Entgrenzung auf die Länge der Arbeitszeit. Eingebettet wird dieses Thema in die aktuelle Diskussion zu Entgrenzung zwischen Arbeit und Leben. Der Begriff Entgrenzung von Arbeit bezieht sich auf das zunehmende Verschwimmen der Grenze zwischen Zeiten der Erwerbsarbeit und anderen Zeiten. Getrieben wird dies sowohl von Anforderungen der Arbeitnehmer:innen als auch der Arbeitgeber:innen. Im Beitrag wird die Frage nach einem direkten Zusammenhang zwischen der Stärke der arbeitgeber:innenseitigen Flexibilität und Entgrenzung und der Dauer der Arbeitszeit herausgegriffen und empirisch bearbeitet. Zusätzlich wird der Einfluss weiterer Faktoren für längere bzw. kürzere Arbeitszeiten geprüft. Abschließend werden auf Basis der Ergebnisse der Untersuchung Vorschläge für Maßnahmen für die Gestaltung flexibler und mit einem guten, gesunden Leben vereinbarer Arbeitszeiten formuliert. Praktische Relevanz: Arbeitszeiten werden innerhalb von Unternehmen festgelegt, die Rahmenbedingungen und Möglichkeiten der betrieblichen Gestaltung von Arbeitszeiten sind Gegenstand von Vereinbarungen zwischen den Interessenvertretungen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmer:innen und von politischen Entscheidungen. Für gute betriebliche und (interessen-)politische Entscheidungen ist empirische Evidenz erforderlich, die die Möglichkeiten aber auch die Gefahren der Gestaltung von Arbeitszeiten aufzeigt. Die vorliegende Arbeit leistet dazu einen Beitrag." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Weniger Arbeiten, mehr Leben!: Die neue Aktualität von Arbeitszeitverkürzung (2024)
Steinrücke, Margareta; Zimpelmann, Beate;Zitatform
Steinrücke, Margareta & Beate Zimpelmann (Hrsg.) (2024): Weniger Arbeiten, mehr Leben! Die neue Aktualität von Arbeitszeitverkürzung. Hamburg: VSA-Verlag, 156 S.
Abstract
"Nach einem Vierteljahrhundert Schweigen ist Arbeitszeitverkürzung wieder in aller Munde: Viele Unternehmen führen die Viertagewoche ein, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, die IG Metall fordert für die Stahlindustrie die Viertage-/32-Stundenwoche mit vollem Lohnausgleich. Und immer mehr junge Leute wollen einfach nicht mehr so viel arbeiten, dafür aber sinnvoll, und mit einer geschlechtergerechten Verteilung auch von Haus- und Sorgearbeit. Ein Neustart in Sachen Arbeitszeitverkürzung ist notwendig, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern, sie fair und sicher zu gestalten - im Interesse einer lebenswerten Zukunft. Den verschiedenen Facetten, Triebkräften und Bewegungen zu Arbeitszeitverkürzung gehen die Autor*innen aus Gewerkschaft, Wissenschaft und sozialen Bewegungen nach. Wir benötigen heute für die Herstellung notwendiger Güter nur noch etwa die Hälfte der Zeit wie im Jahr 1960, als noch 48 Stunden gearbeitet wurde; insofern könnte die Arbeitszeit heute sogar Richtung 20-Stunden-Woche tendieren. Klar wird: Ohne Arbeitszeitverkürzung werden sich die drängenden Probleme der Menschen heute nicht lösen lassen, sei es die sozial gerechte Bewältigung der Klimakrise, die geschlechtergerechte Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben oder die Angst vor Arbeitsplatzverlust und Abstieg, der die Menschen in die Arme der Rechten oder einfach in die Politikverdrossenheit führt." (Verlagsangaben, IAB-Doku)
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The Working Times They Are A-Changing: Trends in Six EU countries (1992-2022) (2024)
Torrejón Pérez, Sergio; González Vázquez, Ignacio; Fernández-Macías, Enrique ; Marqués Perales, Ildefonso;Zitatform
Torrejón Pérez, Sergio, Enrique Fernández-Macías, Ignacio González Vázquez & Ildefonso Marqués Perales (2024): The Working Times They Are A-Changing: Trends in Six EU countries (1992-2022). (JRC working papers series on labour, education and technology 2024,04), Sevilla, 33 S.
Abstract
"The time Europeans devote to paid work has been consistently reduced since the Industrial Revolution. However, since the 1980s, the pace of this trend has slowed. The aim of this article is twofold: first, we develop a theoretical framework to account for the main factors determining the evolution and distribution of working hours in Europe; second, we exploit the EU-LFS data (1992-2022) to analyze the main factors explaining recent developments in working time. The results indicate: 1) that reductions in working time are primarily attributable to an increased prevalence of non-standard forms of work, mainly part-time work; 2) that part-time work has expanded mainly due to the feminization of employment and tertiarisation; 3) that full-time workers continue to work more or less the same hours as in the 1980s, given that there are countervailing effects pushing up (occupational upgrading and tertiarization) and down (the expansion of public services, the shrinking of the goods-producing sector, and self-employment becoming less time-intensive) the time they devote to work; and 4) that the self-employed work less because part-time self-employment has become more prevalent, although the self-employed continue doing the longest workweeks. Theoretical and empirical implications arising from these findings are discussed, as well as potential avenues for future research." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Einführung der Vier-Tage-Woche in Zeiten des Arbeits- und Fachkräftemangels: Chance oder Risiko? (2024)
Zitatform
Walwei, Ulrich (2024): Einführung der Vier-Tage-Woche in Zeiten des Arbeits- und Fachkräftemangels: Chance oder Risiko? In: IAB-Forum H. 02.05.2024. DOI:10.48720/IAB.FOO.20240502.01
Abstract
"Seit geraumer Zeit wird über Vorteile und Machbarkeit einer generellen Vier-Tage-Woche diskutiert. In nicht wenigen Unternehmen gibt es sie bereits, wenn auch in unterschiedlichsten Ausprägungen. Für Firmen kann dies ein wirksames Instrument sein, um ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu stärken und so Personal zu gewinnen oder besser an sich zu binden. Wenn die Vier-Tage-Woche allerdings mit einer allgemeinen Verkürzung der Arbeitszeit einherginge, wäre sie angesichts des wachsenden Arbeitskräftemangels gesamtwirtschaftlich eher kontraproduktiv." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Arbeitszeiten in der Pflege – eine bunte Tüte voller Regelungen zwischen Flexibilität und Zuverlässigkeit (2024)
Wirth, Lena Marie; Schröer, Laura; Völz, Silke; Evans-Borchers, Michaela; Becka, Denise;Zitatform
Wirth, Lena Marie, Laura Schröer, Silke Völz, Michaela Evans-Borchers & Denise Becka (2024): Arbeitszeiten in der Pflege – eine bunte Tüte voller Regelungen zwischen Flexibilität und Zuverlässigkeit. (Forschung aktuell / Institut Arbeit und Technik 2024-12), Gelsenkirchen, 18 S. DOI:10.53190/fa/202412
Abstract
"Der Beitrag thematisiert Teilergebnisse des Projektes Pflege:Zeit zur Arbeitszeitflexibilisierung in der Pflege für die Stärkung organisationaler Resilienz. Ergänzend sind Erkenntnisse aus anderen IAT-Projekten und Diskussionen des Forschungsschwerpunkts „Arbeit und Wandel“ eingeflossen. Die Abwägung und Aushandlung verschiedener Interessen von pflegebedürftigen Personen, Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber:innen führen dazu, dass zahlreiche Arbeitszeitgestaltungsvereinbarungen zwischen Beschäftigten, Teams und der Organisation entstehen. Zur Orientierung im Rahmen dieser Vielzahl wurde für beteiligte Akteur:innen eine Matrix entwickelt, welche die verschiedenen Vereinbarungsebenen und deren Kombination verdeutlicht. Die verschiedenen Interessen und Ebenen legen nahe, dass zukünftig Teamdynamiken und Interaktionsmuster in Teams stärker im Diskurs über flexible Arbeitszeiten in der (langzeitstationären) Pflege Berücksichtigung finden sollten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Arbeitszeitreport Deutschland: Ergebnisse der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2021 (2023)
Backhaus, Nils; Nold, Johanna; Lück, Marcel; Vieten, Laura ; Kaboth, Arthur ; Brenscheid, Frank; Stein, Louisa-Katharina; Michel, Alexandra ; Wöhrmann, Anne Marit ; Richter, Götz; Tisch, Anita ; Fähnrich, Julia; Entgelmeier, Ines;Zitatform
Backhaus, Nils, Johanna Nold, Laura Vieten, Ines Entgelmeier & Anita Tisch (Hrsg.) Lück, Marcel, Arthur Kaboth, Frank Brenscheid, Louisa-Katharina Stein, Alexandra Michel, Anne Marit Wöhrmann, Götz Richter & Julia Fähnrich (sonst. bet. Pers.) (2023): Arbeitszeitreport Deutschland. Ergebnisse der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2021. (baua: Bericht Forschung Projekt F 2507), Dortmund, 220 S. DOI:10.21934/baua:bericht20230526
Abstract
"Die Arbeitszeit ist nicht nur ein Schlüsselfaktor für die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, sondern bestimmt auch zu großen Teilen, wann und wie viel Zeit wir für Erholung, Freizeit und das Privatleben zur Verfügung haben. Aufgrund des Wandels in der Arbeitswelt, nicht zuletzt beschleunigt durch die SARS-CoV-2-Pandemie, steht die Arbeitszeitgestaltung wiederholt im Fokus politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Debatten. Um diese zu versachlichen, hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) bereits im Jahr 2015 das Projekt „Arbeitszeitberichterstattung für Deutschland“ etabliert, in dessen Zentrum die BAuA-Arbeitszeitbefragung steht. Im Jahr 2016 wurde der erste Arbeitszeitreport veröffentlicht. Im vorliegenden Arbeitszeitreport Deutschland werfen wir erneut einen umfassenden Blick auf die Arbeitszeitrealität in Deutschland. Das betrachtete Jahr 2021 war geprägt von der SARS-CoV-2-Pandemie, die auch Einfluss auf die Arbeitszeiten vieler Beschäftigter hatte. Datenbasis für diesen Report ist die BAuA-Arbeitszeitbefragung 2021, in der etwa 20 000 Erwerbstätige in Deutschland befragt wurden, die mindestens 10 Stunden pro Woche in ihrer Haupterwerbstätigkeit arbeiten. Der aktuelle Arbeitszeitreport Deutschland liefert einen Überblick über die Verbreitung und Verteilung verschiedener Arbeitszeitdimensionen in Deutschland. Ein Fokus liegt auf der Länge, Lage und Flexibilität von Arbeitszeiten (Teil I). In weiteren Kapiteln (Teil II) werden zudem verschiedene Erwerbsgruppen betrachtet. Dabei stehen Beschäftigte, die von zuhause arbeiten, (Solo-)Selbstständige, Mehrfachbeschäftigte, Beschäftigte in Basisarbeit, Erwerbstätige im Ruhestandsalter (Silver Worker) und Beschäftigte in versorgungsrelevanten Berufen im Zentrum. In den Analysen zu den einzelnen Arbeitszeitdimensionen werden verschiedene soziodemografische und wirtschaftsstrukturelle Merkmale berücksichtigt. Weiterhin wird auch das gleichzeitige Auftreten arbeitszeitlicher Anforderungen mit weiteren Tätigkeitsmerkmalen untersucht, von denen angenommen wird, dass sie mit der Arbeitszeitgestaltung zusammenhängen. Letztlich werden die gesundheitliche Situation der Beschäftigten sowie ihre Zufriedenheit mit der Work-Life-Balance in Abhängigkeit von den Dimensionen der Arbeitszeitgestaltung analysiert. In Ergänzung dazu wird die Veränderung der Arbeitszeitmerkmale während der SARS-CoV-2-Pandemie gesondert betrachtet. Die Ergebnisse zeigen, dass verschiedene Beschäftigtengruppen unterschiedlich von Arbeitszeitanforderungen betroffen sind. Hohe Arbeitszeitanforderungen gehen dabei häufig mit schlechterer Gesundheit und geringerer Zufriedenheit mit der Work-Life-Balance einher. Der Arbeitszeitreport Deutschland liefert damit Hinweise zur Bedeutung verschiedener Arbeitszeitdimensionen und ihrer Rolle für die gesundheitliche Situation von Beschäftigten. Die Ergebnisse sind Ausgangspunkt für weitere Veröffentlichungen, in denen detaillierte Auswertungen zu einzelnen Arbeitszeitdimensionen sowie bestimmten Beschäftigtengruppen oder Tätigkeitsbereichen dargestellt werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Arbeitszeitreport Deutschland - Länge, Lage und Flexibilität der Arbeitszeit im Überblick (2023)
Zitatform
Backhaus, Nils, Johanna Nold & Laura Vieten (2023): Arbeitszeitreport Deutschland - Länge, Lage und Flexibilität der Arbeitszeit im Überblick. (baua: Bericht kompakt), Dortmund, 3 S. DOI:10.21934/baua:berichtkompakt20230116
Abstract
"Durchschnittlich arbeiten abhängig Beschäftigte 38,4 Stunden pro Woche. Die Mehrheit der Beschäftigten möchte ihre Arbeitszeit verkürzen, etwa die Hälfte der Beschäftigten will zudem weniger als 5 Tage in der Woche arbeiten. 39 Prozent der Beschäftigten arbeiten regelmäßig am Wochenende. Gleichzeitig haben für viele Beschäftigte die Möglichkeiten, Arbeitszeiten flexibel zu gestalten, deutlich zugenommen. Diese und weitere Ergebnisse der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2021 werden im aktuellen Arbeitszeitreport Deutschland vorgestellt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zu Arbeitszeit und gesundheitlichen Auswirkungen (2023)
Zitatform
Backhaus, Nils, Johanna Nold, Ines Entgelmeier, Frank Brenscheidt & Anita Tisch (2023): Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zu Arbeitszeit und gesundheitlichen Auswirkungen. (baua: Fokus), Dortmund, 44 S. DOI:10.21934/baua:fokus20230807
Abstract
"Aus arbeitswissenschaftlicher Sicht ist das Ziel gesetzlicher Regelungen zur Arbeitszeit, dass Erwerbstätige über lange Zeit leistungsfähig, belastbar und zufrieden mit ihrer Arbeit sind. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen stellen aus Sicht des Arbeitsschutzes einen (Mindest-)Standard für eine gesunde und sichere Gestaltung der Arbeit dar. Flexible Arbeitszeiten bieten eine Chance für Betriebe und Beschäftigte, wenn sie die Grenzen der Leistungsfähigkeit der Beschäftigten unter der Bedingung einer Arbeits- und Lebenswelt mit hoher Intensität berücksichtigen und hinreichend Erholungszeiten ermöglichen. Der baua: Fokus basiert auf einer Stellungnahme der BAuA im Rahmen einer Anhörung im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Schleswig-Holsteinischen Landtags." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Causal misperceptions of the part-time pay gap (2023)
Zitatform
Backhaus, Teresa, Clara Schäper & Annekatrin Schrenker (2023): Causal misperceptions of the part-time pay gap. In: Labour Economics, Jg. 83. DOI:10.1016/j.labeco.2023.102396
Abstract
"This paper studies if workers infer from correlation about causal effects in the context of the part-time wage penalty. Differences in hourly pay between full-time and part-time workers are strongly driven by worker selection and systematic sorting. Ignoring these selection effects can lead to biased expectations about the consequences of working part-time on wages (‘selection neglect bias’). Based on representative survey data from Germany, we document substantial misperceptions of the part-time wage gap. Workers strongly overestimate how much part-time workers in their occupation earn per hour, whereas they are approximately informed of mean full-time wage rates. Consistent with selection neglect, those who perceive large hourly pay differences between full-time and part-time workers also predict large changes in hourly wages when a given worker switches between full-time and part-time employment. Causal analyses using a survey experiment reveal that providing information about the raw part-time pay gap increases expectations about the full-time wage premium by factor 1.7, suggesting that individuals draw causal conclusions from observed correlations. De-biasing respondents by informing them about the influence of worker characteristics on observed pay gaps mitigates selection neglect. Subjective beliefs about the part-time/full-time wage gap are predictive of planned and actual transitions between full-time and part-time employment, necessitating the prevention of causal misperceptions." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2023 Elsevier) ((en))
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The Employment Effects of Working Time Reductions: Sector-Level Evidence from European Reforms (2023)
Zitatform
Batut, Cyprien, Andrea Garnero & Alessandro Tondini (2023): The Employment Effects of Working Time Reductions: Sector-Level Evidence from European Reforms. In: Industrial Relations, Jg. 62, H. 3, S. 217-232. DOI:10.1111/irel.12323
Abstract
"In this paper, we exploit a panel of industry-level data in European countries to study the economic impact of national reductions in usual weekly working hours between 1995 and 2007. Our identification strategy relies on the five national reforms that took place over this period and on initial differences across sectors in the share of workers exposed to the reforms. On average, the number of hours worked in more affected sectors fell, hourly wages rose, while employment did not increase. The effect on value added per hour worked appears to be positive but non-significant." (Author's abstract, IAB-Doku, Published by arrangement with John Wiley & Sons) ((en))
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Lange Arbeits- und Pendelzeiten als Risikofaktoren für eine depressive Symptomatik: Quer- und Längsschnittanalysen (2023)
Zitatform
Dragano, Nico, Hermann Burr, Maren Formazin, Anika Schulz & Uwe Rose (2023): Lange Arbeits- und Pendelzeiten als Risikofaktoren für eine depressive Symptomatik: Quer- und Längsschnittanalysen. In: Das Gesundheitswesen, Jg. 85, H. 11, S. 1016-1026. DOI:10.1055/a-2090-1553
Abstract
"Zusammenfassung Hintergrund Regelmäßige lange Arbeitszeiten und Arbeitswege könnten negative Folgen für die psychische Gesundheit haben. Die Studienergebnisse hierzu sind jedoch nicht eindeutig und variieren nach Ländern. Die vorliegende Analyse prüft für Deutschland Zusammenhänge zwischen langen Pendel- bzw. Arbeitszeiten und depressiver Symptomatik. Methode Die „Studie Mentale Gesundheit bei der Arbeit“ (S-MGA) ist eine Längsschnittuntersuchung einer Zufallsstichprobe sozialversicherungspflichtig Beschäftigter. An der Basiserhebung nahmen 3 413 Personen teil, von denen 2 019 nach 5 Jahren erneut befragt wurden. Wöchentliche Arbeits- und Pendelzeiten sowie Covariaten (Alter, Geschlecht, berufliche Position, psychosoziale Arbeitsbedingungen) wurden zur Basisuntersuchung erhoben. Depressive Symptome wurden zu beiden Messzeitpunkten mit dem Patient Health Questionnaire (PHQ-9) erfasst. Um Zusammenhänge zu untersuchen, wurden mittels logistischer Regression Odds Ratios mit 95%-Konfidenzintervallen unter Kontrolle von Covariaten kalkuliert. Es wurden sowohl Querschnitts- (nur Basiserhebung) als auch Längsschnittsanalysen (Basis- und Nacherhebung) durchgeführt. Ergebnisse Zur Basiserhebung hatten 7% der Beschäftigten lange wöchentliche Arbeitszeiten von≥55 Stunden, weitere 8% arbeiteten 49 bis 54 Stunden. Im Querschnitt waren lange Arbeitszeiten mit einer moderaten Erhöhung der depressiven Symptomatik gegenüber der Normalarbeitszeit (35 bis<40 h/Wo) assoziiert. Wenn die nach fünf Jahren neu auftretende depressive Symptomatik betrachtet wurde, war der Zusammenhang für Arbeitszeiten von 55 und mehr Stunden deutlich ausgeprägt (Odds ratio (OR) 2,14; 95% Konfidenzintervall (KI) 1,11;4,12), nicht jedoch für Arbeitszeiten von 49 bis 54 Stunden (OR 1,26, KI 0,65;2,43). Beschäftigte, die wöchentlich zehn Stunden und mehr pendelten, hatten im Querschnitt häufiger eine depressive Symptomatik (OR 1,83; KI 1,13;2,94) im Vergleich zur Referenzgruppe, die<2,5 Stunden pendelte. Dieser Zusammenhang war im Längsschnitt nicht zu beobachten. Schlussfolgerungen Die Ergebnisse legen nahe, dass überlange Arbeits- und Pendelzeiten mit einer depressiven Symptomatik bei Beschäftigten assoziiert sind, wobei die Effekte bzgl. Pendelzeit nur im Querschnitt zu finden waren. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Einhaltung von Arbeitszeitregelungen und der Vermeidung überlanger Arbeitszeiten für die Mitarbeitergesundheit. Zur Rolle des Pendelns sind weiterführende Untersuchungen nötig." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Employer Wage Subsidy Caps and Part-Time Work (2023)
Zitatform
Elvery, Joel A., C. Lockwood Reynolds & Shawn M. Rohlin (2023): Employer Wage Subsidy Caps and Part-Time Work. In: ILR review, Jg. 76, H. 1, S. 189-209. DOI:10.1177/00197939221102865
Abstract
"Using tract-level US Census data and triple-difference estimators, the authors test whether firms increase their use of part-time workers when faced with capped wage subsidies. By limiting the maximum subsidy per worker, such subsidies create incentives for firms to increase the share of their payroll that is eligible for the subsidy by increasing use of part-time or low-wage workers. Results suggest that firms located in federal Empowerment Zones in the United States responded to the program’s capped wage subsidies by expanding their use of part-time workers, particularly in locations where the subsidy cap is likely to bind. Results also show a shift toward hiring lower-skill workers." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Lebensarbeitszeit im internationalen Vergleich: Die Bedeutung der Silver Worker für die Fachkräftesicherung (2023)
Zitatform
Enste, Dominik H., Martin Werding & Julia Hensen (2023): Lebensarbeitszeit im internationalen Vergleich. Die Bedeutung der Silver Worker für die Fachkräftesicherung. (Studie / Roman Herzog Institut 38), München, 39 S.
Abstract
"Viele Menschen würden gern weniger arbeiten und früher in Rente gehen. Allerdings passt dieser persönliche Wunsch nicht zur alternden Gesellschaft in Deutschland. Um den Mangel an Fach- und Arbeitskräften abzuschwächen und die Finanzierung der gesetzlichen Altersvorsorge zu stabilisieren, müsste die Lebensarbeitszeit vielmehr steigen. Wie dies gehen kann, welche Potenziale in den sogenannten Silver Workern – den 65- bis 69-Jährigen – liegen und wie Deutschland im internationalen Vergleich dasteht, damit beschäftigen sich Dominik H. Enste, Martin Werding und Julia Hensen in dieser RHI-Studie. Als empirische Basis dazu vergleichen die Autor*innen die Lebensarbeitszeit in Deutschland mit der in anderen OECD-Staaten. Sie zeigen – auch anhand von Best-Practice-Beispielen aus anderen Ländern –, wie sich Potenziale heben und das Arbeitsvolumen steigern ließen. Zudem plädieren sie dafür, die Erwerbsphase zu verlängern, indem das gesetzliche Renteneintrittsalter automatisch an die höhere Lebenserwartung wird." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Working Longer, Working Stronger? The Forward-Looking Effects of Increasing the Retirement Age on (Un)employment Behaviour (2023)
Gohl, Niklas;Zitatform
Gohl, Niklas (2023): Working Longer, Working Stronger? The Forward-Looking Effects of Increasing the Retirement Age on (Un)employment Behaviour. (CEPA discussion papers / Center for Economic Policy Analysis 63), Potsdam, 62 S.
Abstract
"Leveraging two cohort-specific pension reforms, this paper estimates the forward-looking effects of an exogenous increase in the working horizon on (un)employment behaviour for individuals with a long remaining statutory working life. Using difference-in-differences and regression discontinuity approaches based on administrative and survey data, I show that a longer legal working horizon increases individuals' subjective expectations about the length of their work life, raises the probability of employment, decreases the probability of unemployment, and increases the intensity of job search among the unemployed. Heterogeneity analyses show that the demonstrated employment effects are strongest for women and in occupations with comparatively low physical intensity, i.e., occupations that can be performed at older ages." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
Ähnliche Treffer
auch erschienen als: BSE Discussion Papers -
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Performance pay, work hours and employee health in the UK (2023)
Zitatform
Green, Colin P. & John S. Heywood (2023): Performance pay, work hours and employee health in the UK. In: Labour Economics, Jg. 84. DOI:10.1016/j.labeco.2023.102387
Abstract
"A large body of research links performance pay to poorer worker health. The mechanism generating this link remains in doubt. We examine a common suspect, that performance pay causes employees to work longer hours in pursuit of higher pay. Using UK data, we demonstrate that performance pay is associated with more work hours and a higher probability of working long hours. Yet approximately two thirds of these differences reflect worker sorting rather than behavioral change. The remaining effects are small except those for labourers. Indeed, controlling for hours of work does not diminish the link between worse self-reported health and performance pay." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2024 Elsevier) ((en))
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Literaturhinweis
Atypische Beschäftigung nimmt am österreichischen Arbeitsmarkt zu (2023)
Grieger, Nadine; Wach, Iris;Zitatform
Grieger, Nadine & Iris Wach (2023): Atypische Beschäftigung nimmt am österreichischen Arbeitsmarkt zu. (AMS-Spezialthema zum Arbeitsmarkt / Arbeitsmarktservice Österreich), Wien, 6 S.
Abstract
"Atypische Beschäftigungsverhältnisse nehmen seit Jahren deutlich zu. 2022 waren bereits mehr als ein Drittel aller abhängigen Beschäftigungsverhältnisse atypisch. Frauen arbeiten häufiger als Männer in Teilzeit, befristet oder geringfügig. Geringfügig Beschäftigte gehen zu einem großen Teil anderen (un-)selbstständigen Tätigkeiten nach, befinden sich in einer AMS Vormerkung oder nutzen die Möglichkeit als Zuverdienst zur Pension. Personen, die ausschließlich geringfügig beschäftigt und ansonsten nicht am Arbeitsmarkt aktiv sind (und sich nicht in einer AMS Vormerkung oder in einer erwerbsfernen gesicherten Position befinden), machen nur etwas mehr als ein Drittel aller geringfügig Beschäftigten aus. „Die so starke Zunahme an Teilzeitarbeit führt dazu, dass obwohl heute mehr als 100.000 Menschen mehr arbeiten als vor Corona (2019), der Arbeitskräftemangel deutlich spürbar ist. Die gesamt geleistete Menge an Arbeitsstunden hat sich nämlich reduziert und hier vor allem bei den Männern.“, so Dr. Johannes Kopf, L.L.M. (...)" (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Working time in 2021–2022: Industrial relations and social dialogue (2023)
Guerrero, Maria Cantero; Cabrita, Jorge;Zitatform
Guerrero, Maria Cantero & Jorge Cabrita (2023): Working time in 2021–2022. Industrial relations and social dialogue. (Eurofound research report / European Foundation for the Improvement of Living and Working Conditions), Dublin, 46 S. DOI:10.2806/677895
Abstract
"The most important changes in the regulation of working time in Europe in 2021 and 2022 were related to the transposition of two European directives: the Work–life Balance Directive and the Transparent and Predictable Working Conditions Directive. The reduction of working time and more specifically the four-day working week have been increasingly debated in many EU Member States. In 2022, the average collectively agreed working week in the EU stood at 38.1 hours. Of the sectors analysed, agreed working hours were shortest in public administration, at around 37.7 hours – still longer than the overall average – and longest in the retail sector, at 38.5 hours. The average collectively agreed paid annual leave entitlement stood at 24.3 days in the EU, and was higher in the Member States that were part of the EU prior to its 2004 enlargement (EU14), at 25.3 days, than in the other Member States, at only 20.9 days. If working collectively agreed hours, full-time workers in the EU27 would have worked, on average, 1,726 hours in 2022, with an average of 1,698 hours in the EU14 and 1,822 hours in the other Member States." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Einschätzungen zur Bevölkerungsvorausberechnung sowie zur Entwicklung der zukünftigen Humankapitalbildung, der Arbeitszeitpräferenzen der Beschäftigten, der Jahresarbeitszeiten und des gesamtwirtschaftlichen Arbeitsvolumens von Vollzeitbeschäftigten: Stellungnahme des IAB zur Anhörung beim Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung am 13.10.2023 (2023)
Zitatform
Hellwagner, Timon, Benjamin Lochner, Susanne Wanger & Enzo Weber (2023): Einschätzungen zur Bevölkerungsvorausberechnung sowie zur Entwicklung der zukünftigen Humankapitalbildung, der Arbeitszeitpräferenzen der Beschäftigten, der Jahresarbeitszeiten und des gesamtwirtschaftlichen Arbeitsvolumens von Vollzeitbeschäftigten. Stellungnahme des IAB zur Anhörung beim Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung am 13.10.2023. (IAB-Stellungnahme 09/2023), Nürnberg, 17 S. DOI:10.48720/IAB.SN.2309
Abstract
"Zur Vorbereitung des Jahresgutachtens 2023/2024 des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wurde das IAB um seine Expertise zur Bevölkerungsvorausberechnung, zur Entwicklung der zukünftigen Humankapitalbildung, der Arbeitszeitpräferenzen der Beschäftigten sowie der Jahresarbeitszeiten und des gesamtwirtschaftlichen Arbeitsvolumens von Vollzeitbeschäftigten gebeten. Die Erkenntnisse, die das IAB im Herbst 2023 hierzu vorgelegt hat, werden in der vorliegenden Stellungnahme zusammengefasst." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Luft nach oben bei der Brückenteilzeit. Ergebnisse des IAB-Betriebspanels 2022 zur betrieblichen Verbreitung und zu personalpolitischen Reaktionen (2023)
Zitatform
Hohendanner, Christian & Susanne Wanger (2023): Luft nach oben bei der Brückenteilzeit. Ergebnisse des IAB-Betriebspanels 2022 zur betrieblichen Verbreitung und zu personalpolitischen Reaktionen. In: Sozialer Fortschritt, Jg. 72, H. 12, S. 949-981., 2023-07-17. DOI:10.3790/sfo.72.12.949
Abstract
"Teilzeitarbeit ist in Deutschland weit verbreitet, für die Beschäftigten aber häufig mit Nachteilen verbunden. Um das Risiko unfreiwilliger Teilzeit zu verringern und die Durchlässigkeit zwischen Voll- und Teilzeit zu erhöhen, wurde 2019 die Brückenteilzeit eingeführt. Sie ermöglicht es Beschäftigten in mittleren und großen Betrieben, vorübergehend in Teilzeit zu arbeiten und ist mit einer Rückkehr in die ursprüngliche Arbeitszeit verbunden. Nach Angaben des IAB-Betriebspanels von 2022 wurde das Instrument von rund 170.000 bzw. 0,5 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Anspruch genommen. Von der Brückenteilzeit profitieren tendenziell eher Beschäftigte in den Kernsegmenten des deutschen Arbeitsmarktes." (Autorenreferat, IAB-Doku, © Duncker & Humblot)
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Literaturhinweis
Kinderbetreuung und Vereinbarkeit im internationalen Vergleich: Update des EcoAustria Scoreboard-Indikators (2023)
Köppl-Turyna, Monika; Graf, Nikolaus;Zitatform
Köppl-Turyna, Monika & Nikolaus Graf (2023): Kinderbetreuung und Vereinbarkeit im internationalen Vergleich: Update des EcoAustria Scoreboard-Indikators. (Policy note / EcoAustria - Institut für Wirtschaftsforschung 54), Wien, 21 S.
Abstract
"Die Verfügbarkeit qualitativ hochwertiger, örtlich erreichbarer, zeitlich flexibler Kinderbetreuung stellt eine Grundvoraussetzung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie dar. Österreich weist eine überdurchschnittliche Erwerbsbeteiligung von Müttern auf, zugleich findet diese Erwerbsbeteiligung sehr häufig in Form von Teilzeitbeschäftigung statt. Teilzeitbeschäftigung stellt wieder mit, eine Ursache für geschlechtsspezifische Ungleichheiten am Arbeitsmarkt dar. Institutionelle Kinderbetreuung kann die Arbeitsmarktteilnahme von Müttern befördern und zu einer Ausweitung der Arbeitszeit führen. Zugleich gehen von Kinderbetreuung positive Effekte auf die Bildungsergebnisse und auf die schulische Integration bildungsbenachteiligter Kinder aus. In Anbetracht der aktuellen Arbeitskräfteknappheit kann eine Ausweitung der Erwerbsintegration von Müttern eine Option darstellen, die Nachfrage nach Arbeitskräften zu decken. Kurzum: Von Kinderbetreuung gehen viele positive, gesellschaftlich und politisch erwünschte Effekte aus. Dennoch: Trotz der in der jüngeren Vergangenheit erzielten Fortschritte sind etwa bei der Betreuung von Kleinkindern unter drei Jahren und im Hinblick auf verlängerte flexible Öffnungszeiten am Tagesrand sowie Schließtage während den Ferien Aufholpotenziale insbesondere in ländlichen Regionen gegeben. [...]" (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
The results are in: The UK's four-day week pilot (2023)
Lewis, Kyle; Kamarāde, Daiga; Fan, Wen ; Kelly, Orla ; Mullens, Francisca ; Gu, Guolin; Stronge, Will; Kellam, Jack; Bridson Hubbard, Niamh; Kikuchi, Lukas; White, Jon; Burchell, Brendan ; Schor, Juliet ; Frayne, David;Zitatform
Lewis, Kyle, Will Stronge, Jack Kellam, Lukas Kikuchi, Juliet Schor, Wen Fan, Orla Kelly, Guolin Gu, David Frayne, Brendan Burchell, Niamh Bridson Hubbard, Jon White, Daiga Kamarāde & Francisca Mullens (2023): The results are in: The UK's four-day week pilot. Crookham Village, 69 S.
Abstract
"This report details the full findings of the world’s largest four-day working week trial to date, comprising 61 companies and around 2,900 workers, that took place in the UK from June to December 2022. First, the report sets out the methodologies and forms of data collection employed in the course of the trial research, introduces key components of the four-day week trial’s design, and offers a breakdown of the participating organisations. We then turn to an analysis of data collected over the course of the trial: first, looking at the key metrics in company performance, such as revenue and staff turnover, before turning to employee-focused data, including health, well-being and work-life balance. Finally – and as an important addition to much of the previous four-day week trial research – we offer a range of ‘perspectives from the shopfloor’, drawing on extensive interview data from trial participants, staff and managers alike. We include focused case studies that highlight standout examples of differing practice across the four-day week companies, showing how participants, in their own words, tackled challenges, perceived the impacts, and reflected on the trial experience." (Text excerpt, IAB-Doku) ((en))
Weiterführende Informationen
Hier finden Sie eine deutschsprachige Ausgabe der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Deutsch. -
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Managerial Technique and Worker Subjectivity in Dialogue: Understanding Overwork in China's Internet Industry (2023)
Li, Xiaotian;Zitatform
Li, Xiaotian (2023): Managerial Technique and Worker Subjectivity in Dialogue: Understanding Overwork in China's Internet Industry. In: Work, Employment and Society, Jg. 37, H. 6, S. 1699-1716. DOI:10.1177/09500170221092585
Abstract
"The article theorises three different organisational processes that uniquely organise and normalise overwork in China’s Internet industry: coercive formalised overtime schedule, normative informal overtime culture, and disguised work-related time expenditure, work-for-labour. It reveals the ‘double flexibility’ in management strategy, namely, flexible, combined use of coercive and normative control techniques inside the company in addition to its pursuit of flexibility in employment relationships. It then theorises the pendulum movement of worker subjectivity between the ‘self-as-property’ metaphor, which justifies market competition as meritocracy and encourages individuals to polish ‘employability’ in overwork efficiently, and ‘self-as-business’ metaphor, which reflects a conventional, Marxist understanding of employment relationships. The pendulum movement is manifested in the spectrum of workplace behaviours, ranging from the individualised psychological distancing to the collective noncompliance and online activism. The article provides a dynamic understanding of labour relations through the management-labour dialogue in the Chinese Internet industry." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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4-Tage-Woche: Vorteile für Beschäftigte und betriebliche Voraussetzungen für verkürzte Arbeitszeiten (2023)
Zitatform
Lott, Yvonne & Eike Windscheid (2023): 4-Tage-Woche. Vorteile für Beschäftigte und betriebliche Voraussetzungen für verkürzte Arbeitszeiten. (WSI Policy Brief / Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut 79), Düsseldorf, 8 S.
Abstract
"Das Ziel dieses Policy Briefs ist es, die Wünsche der Beschäftigten und ihre Gründe zu untersuchen. Das ist für die Arbeitszeitgestaltung zentral, denn zu erwarten ist, dass Arbeitszeitarrangements wie die 4-Tage-Woche nur funktionieren können, wenn sozial akzeptierte Lösungen erreicht werden, die die Wünsche und Perspektiven von Beschäftigten berücksichtigen. Ansonsten drohen intendierte Effekte untergraben zu werden – etwa wenn Beschäftigte aufgrund fehlender Voraussetzungen im Betrieb eine Arbeitszeitreduktion nicht in Anspruch nehmen wollen." (Textauszug, IAB-Doku)
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Remote Work, Wages, and Hours Worked in the United States (2023)
Zitatform
Pabilonia, Sabrina Wulff & Victoria Vernon (2023): Remote Work, Wages, and Hours Worked in the United States. (IZA discussion paper / Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit 16420), Bonn, 48 S.
Abstract
"Remote wage employment gradually increased in the United States during the four decades prior to the pandemic, then surged in 2020 due to social distancing policies implemented to stem the spread of COVID-19. Using the 2010–2021 American Community Survey, the authors examine trends in wage and hours differentials for full-time remote workers and office-based workers as well as within occupation differences in wage growth by work location. Throughout the period, remote workers earned higher wages than those working on-site, and the difference increased sharply during the pandemic. Real wages grew 4.4 percent faster for remote workers within detailed occupation groups and remote work intensity was positively associated with wage growth across occupations. Before the pandemic, remote workers worked substantially longer hours per week than on-site workers, but by 2021, hours were similar." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Workplace computerization and inequality in schedule control (2023)
Zitatform
Paek, Eunjeong (2023): Workplace computerization and inequality in schedule control. In: Social science research, Jg. 116. DOI:10.1016/j.ssresearch.2023.102939
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Literaturhinweis
Who should scale back? Experimental evidence on employer support for part-time employment and working hours norms for couples with young children (2023)
Zitatform
Philipp, Marie-Fleur, Silke Büchau & Pia Schober (2023): Who should scale back? Experimental evidence on employer support for part-time employment and working hours norms for couples with young children. (SocArXiv papers), 54 S. DOI:10.31235/osf.io/k4275
Abstract
"This experimental study investigates how hypothetical employer support for part-time work shapes working hours norms for mothers and fathers with young children in Germany. It extends previous studies by focusing on the couple context, for instance by exploring interdependencies with each partner’s earnings potential. The analysis is framed using capability-based explanations combined with a perspective of gender as a social structure. A factorial survey experiment was implemented within the German pairfam panel. OLS and multinomial logistic regressions with cluster-robust standard errors were conducted with 5,565 respondents. Hypothetical employer support similarly increases respondents’ recommendations to reduce working hours for mothers and fathers and supports dual part-time arrangements. In couples who face opposing incentives in terms of promotion prospects and employer support for part-time work, prevailing gender norms seem to reinforce the traditionalizing constraints and attenuate the de-traditionalizing influence. Respondents with more egalitarian gender beliefs respond more strongly to paternal employer support." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Ist der Staat der bessere Arbeitgeber? (2023)
Zitatform
Prümer, Stephanie & Claus Schnabel (2023): Ist der Staat der bessere Arbeitgeber? In: Wirtschaftsdienst, Jg. 103, H. 9, S. 613-618. DOI:10.2478/wd-2023-0172
Abstract
"Ein Vergleich der Arbeitsbedingungen im öffentlichen und privaten Sektor zeigt, dass beim Staat vor allem die Arbeitszeitregelungen beschäftigtenfreundlicher sind und der Schutz der Arbeitskräfte durch Tarifverträge und betriebliche Mitbestimmung umfassender ausfällt. Doch bei der Entlohnung bietet der Staat nur für Frauen Vorteile, während Männer sich in der Privatwirtschaft besserstellen als bei öffentlichen Arbeitgebern. Um im zunehmenden Wettbewerb um Arbeitskräfte bestehen zu können, sollte der öffentliche Dienst seine Bedeutung als Arbeitgeber stärker herausstellen, seine Attraktivität weiter steigern und vermehrt versuchen, Beschäftigte zu halten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Prümer, Stephanie; -
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Arbeitszeit: Trends, Wunsch und Wirklichkeit (2023)
Zitatform
Wanger, Susanne & Enzo Weber (2023): Arbeitszeit: Trends, Wunsch und Wirklichkeit. (IAB-Forschungsbericht 16/2023), Nürnberg, 43 S. DOI:10.48720/IAB.FB.2316
Abstract
"Der Arbeitsmarkt befindet sich im Wandel: Vier-Tage-Woche, Quiet Quitting, Corona, Arbeitskräftemangel, Generation Z – das sind nur einige der aktuellen Schlagworte. Von diesen Einflüssen ist auch die Arbeitszeitpolitik betroffen. Die Bedürfnisse und Erwartungen der Beschäftigten an die Arbeitszeit haben sich verändert: Eine ausgewogene Work-Life-Balance wird immer wichtiger, auch im Hinblick auf Zufriedenheit und Produktivität. Auf der anderen Seite wird es für die Unternehmen aufgrund des zunehmenden Arbeitskräftemangels immer schwieriger, offene Stellen zu besetzen. Was ist hinter den Schlagworten also der tatsächliche Trend bei der Arbeitszeit? Gibt es unter dem Eindruck von Corona, Generationenwandel und sich verschärfenden Arbeitskräfteengpässen heute den „großen Trend zur Freizeit“? War die Pandemie hier tatsächlich der große Einschnitt? Um diese Fragen zu beantworten, haben wir die Arbeitszeitwünsche der Beschäftigten im Zeitverlauf von 1985 bis 2021 ausgewertet. Die Datenbasis liefert das Sozio-oekonomische Panel (SOEP), das jährlich etwa 30.000 Menschen in knapp 15.000 Haushalten zu ökonomischen und soziologischen Fragestellungen befragt. Insgesamt sind die gewünschten Arbeitszeiten von Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten über die Jahrzehnte hinweg bemerkenswert stabil geblieben. Allerdings ist in den letzten Jahren bei den Vollzeitbeschäftigten im Zeitverlauf ein Trend zu etwas kürzeren gewünschten Arbeitszeiten zu beobachten, der am aktuellen Rand durch die Erfahrungen mit der Pandemie noch etwas verstärkt wurde. Vollzeitbeschäftigte Frauen hätten ihre Arbeitszeit im Jahr 2021 im Durchschnitt gerne in etwas höherem Maße reduziert als vollzeitbeschäftige Männer (-6,2 versus -5,5 Stunden). So lag die gewünschte Arbeitszeit der Frauen im Durchschnitt bei 34,7 Stunden, die der Männer bei 36,8 Stunden. Bei den Teilzeitbeschäftigten hingegen bleibt das Niveau der gewünschten Arbeitszeit im Zeitverlauf relativ stabil, während die geleistete Arbeitszeit seit geraumer Zeit ansteigt. Der mittlere Arbeitszeitwunsch von Frauen beträgt 25,3 Stunden pro Woche, das sind fast 2 Stunden mehr als vor 20 Jahren. Insgesamt liegt ihre tatsächliche Arbeitszeit seit 2019 aber im Durchschnitt leicht über der gewünschten (2021: 0,8 Std.). Bei den Männern überwiegen die Verlängerungswünsche, die gewünschte Arbeitszeit (28,1 Std.) war im Jahr 2021 über eine Stunde höher als die tatsächlich geleistete. Auch unter den geringfügigen Beschäftigten überwiegen die Verlängerungswünsche deutlich, allerdings sind die Arbeitszeitwünsche in den letzten Jahren im Durchschnitt etwas zurückgegangen. Die Differenz zwischen tatsächlicher und gewünschter Arbeitszeit betrug im Jahr 2021 bei Frauen und Männern jeweils rund 4 Stunden, jedoch auf unterschiedlichen Stundenniveaus. Könnten Minijobberinnen ihre Arbeitszeitwünsche realisieren, läge ihre Arbeitszeit durchschnittlich bei 14,7, die der Minijobber bei 17,9 Wochenstunden. Eine Differenzierung der Beschäftigten nach Altersgruppen zeigt, dass bei den bis zu 25-jährigen Beschäftigten vor allem die höhere Tendenz ein Studium aufzunehmen zu geringeren Arbeitszeitwünschen geführt hat. Insgesamt tendieren die Männer in allen Altersgruppen im Schnitt zu kürzeren Arbeitszeiten, häufig im vollzeitnahen Stundenbereich. Generell geht es aber weniger in die Richtung allgemeiner Arbeitsmodelle wie einer Viertagewoche als in Richtung einer weiteren Ausdifferenzierung. Arbeitszeitwünsche ändern sich im Lebensverlauf immer wieder, deshalb sollten Arbeitszeiten individuell und je nach Lebensphase angepasst werden können." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Erwerbstätigkeit, Arbeitszeit und Arbeitsvolumen von Frauen und Männern: Entwicklungen seit der Covid-19-Pandemie (2023)
Zitatform
Wanger, Susanne (2023): Erwerbstätigkeit, Arbeitszeit und Arbeitsvolumen von Frauen und Männern: Entwicklungen seit der Covid-19-Pandemie. (IAB-Forschungsbericht 18/2023), Nürnberg, 63 S. DOI:10.48720/IAB.FB.2318
Abstract
"In diesem Forschungsbericht werden aktualisierte Ergebnisse der Arbeitszeitrechnung nach Altersgruppen und Geschlecht (AZR AG) vorgestellt. Diese untergliedert die gesamtwirtschaftlichen Ergebnisse zu Erwerbsformen, Arbeitszeit und Arbeitsvolumen auf Frauen und Männer verschiedener Altersgruppen anhand geeigneter Referenzstatistiken. Auf dieser Basis können insbesondere die krisenhaften Veränderungen aufgrund der Covid-19Pandemie in Bezug auf die Entwicklung der Erwerbstätigkeit sowie der geleisteten Arbeitsstunden von Frauen und Männern bis zum Jahr 2022 nachgezeichnet werden. Die Corona-Pandemie und die in diesem Zusammenhang ergriffenen Maßnahmen hatten erhebliche negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft in Deutschland. Die Anpassung an den Wirtschaftseinbruch erfolgte überwiegend durch Kurzarbeit und andere Arbeitszeitreduktionen. So sind das Arbeitsvolumen – gemessen in Erwerbstätigenstunden – im Jahresdurchschnitt 2020 gegenüber dem Vorjahr um knapp 4,9 Prozent und die Arbeitsstunden je Erwerbstätigen um knapp 4,2 Prozent gesunken. Die Zahl der Erwerbstätigen hat dagegen nur um 0,8 Prozent abgenommen. Damit sind 5/6 des Rückgangs des Arbeitsvolumens durch die Reduzierung der Arbeitszeit je Erwerbstätigen und 1/6 durch den Rückgang der Erwerbstätigkeit erfolgt. Insgesamt deutet der Großteil der bisher veröffentlichten Befunde zu den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Arbeitssituation von Frauen und Männern in eine ähnliche Richtung: Frauen waren von der Pandemie und ihrer Bewältigung in besonderem Maße betroffen. Mit Blick auf die Kontroverse, ob es zu einer vorübergehenden oder möglicherweise sogar anhaltenden Retraditionalisierung der Geschlechterrollen kam oder nicht, zeigen die Ergebnisse der AZR AG für die geleisteten Arbeitsstunden im Zeitraum 2019 bis 2022 ein gemischtes Bild. Im Jahr 2020 ist die Erwerbstätigkeit der Männer etwas stärker gesunken als die der Frauen (Männer -0,9 %; Frauen -0,7 %). In den Folgejahren nahm die Erwerbstätigkeit bei Frauen wie Männern wieder zu. Im Jahr 2022 übertraf sie sogar den Stand von vor der Pandemie. Die Zuwächse fielen allerdings bei den Männern im Jahresvergleich 2022/2019 deutlich höher aus (Männer +1,2 %, Frauen +0,2 %). Die relativen Rückgänge bei der geleisteten Jahresarbeitszeit gingen im ersten Pandemiejahr prozentual etwas stärker zu Lasten der Frauen (Männer -4,0 %, Frauen -4,4 %). Auch wenn die Arbeitszeit im Folgejahr 2021 etwas angestiegen war, bei Frauen in höherem Maße als bei den Männern, konnten die massiven Arbeitszeiteinbrüche bis 2022 noch nicht wieder aufgeholt werden. Im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit fiel der prozentuale Rückstand der Jahresarbeitszeit bei den Männern höher aus als bei den Frauen (Männer -2,4 %; Frauen -1,4 %). Ausschlaggebend hierfür war das Verhältnis von Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigung. Während bei den Männern die Teilzeitquote stieg, nahm sie bei den Frauen ab. Diese gegenläufige Entwicklung führte dazu, dass bei den Frauen der Arbeitszeitrückstand – trotz prozentual höherer Arbeitszeiteinbußen bei Vollzeit, regulärer Teilzeit und Nebentätigkeiten – niedriger ausfiel, da der positive Teilzeiteffekt einen Großteil davon kompensierte. Im Gegensatz dazu verstärkte der negative Teilzeiteffekt die Arbeitszeitrückgänge bei den Männern. Diese Entwicklungen bei Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit summieren sich im geleisteten Arbeitsvolumen. Im ersten Jahr der Corona-Pandemie sank das Arbeitsvolumen der Frauen um 5,0 Prozent, dass der Männer um 4,9 Prozent. Trotz der unterschiedlichen Entwicklungen bei Erwerbstätigkeit und Jahresarbeitszeit fielen die Zuwächse beim Arbeitsvolumen im Jahr 2021 für Männer und Frauen gleich aus (+2,6 %); im Jahr 2022 waren sie bei den Frauen etwas höher. Im Ergebnis lag das Arbeitsvolumen im Jahr 2022 bei Frauen gleichermaßen wie bei Männern noch um 1,2 Prozent unter dem Niveau vor der Corona-Krise. Insgesamt zeigt sich, dass sich die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei den Erwerbstätigen und den Arbeitszeiten zum Teil erhöht haben. So sank der Anteil der Frauen an den Erwerbstätigen und in den einzelnen Beschäftigungsformen hatten Frauen stärkere Rückgänge bei der Arbeitszeit als Männer zu verzeichnen. Nach wie vor führt die hohe Teilzeitquote der Frauen zu einer ausgeprägten Diskrepanz bei den geleisteten Arbeitsstunden von Männern und Frauen, auch wenn bei Männern ein Trend zu mehr Teilzeit feststellbar war." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
Ergebnisse der IAB-Arbeitszeitrechnung nach Geschlecht 1991-2022 -
Literaturhinweis
Arbeitszeit und Überstunden in Deutschland: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten … und der Fraktion DIE LINKE (2023)
Zitatform
(2023): Arbeitszeit und Überstunden in Deutschland. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten … und der Fraktion DIE LINKE. (Verhandlungen des Deutschen Bundestages. Drucksachen 20/6928 (22.05.2023)), Berlin, 172 S.
Abstract
"Vorbemerkung der Fragesteller: Das Arbeitszeitgesetz ist aus Sicht der Fragesteller eines der zentralen Schutzgesetze für lohnabhängig Beschäftigte. Es begrenzt den Arbeitstag grundsätzlich auf acht Stunden täglich und garantiert somit die notwendige Erholung. Die bestehenden gesetzlichen Regelungen stellen daher einen für alle abhängig Beschäftigten verbindlichen Schutzrahmen her. So betont die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA 2019), dass aus arbeitsmedizinischer Sicht eine Begrenzung der Arbeitszeiten auf werktäglich acht Stunden weiterhin zwingend geboten sei. Gleichzeitig werden schon heute in Deutschland Jahr für Jahr in hohem Umfang Überstunden – sowohl bezahlte als auch unbezahlte – von den Beschäftigten geleistet. Im Hinblick auf die im ersten Halbjahr 2023 geplante Änderung des Arbeitszeitgesetzes wollen sich die Fragesteller ein aktuelles Bild von der Arbeitszeit und den Überstunden abhängig Beschäftigter in Deutschland machen." (Textauszug, Dokumentations- und Informationssystem Bundestag und Bundesrat - DIP)
Weiterführende Informationen
Dokumentation des zugehörigen parlamentarischen Vorgangs -
Literaturhinweis
Labor Market and Wage Developments in Europe 2023 (2023)
Zitatform
(2023): Labor Market and Wage Developments in Europe 2023. (Labour market and wage developments in Europe : annual review), Luxembourg, 138 S.
Abstract
"The Labor Market and Wage Developments in Europe report analyses the labor market from a macroeconomic perspective. This year’s edition discusses the situation and prospects for the EU labor market, which has continued to perform well notwithstanding the economic slowdown and an economic context characterised by persistent uncertainty. The report also reviews recent wage and labor cost developments in the EU and its Member States in the current high-inflation environment. While wage growth has been robust, it has not been sufficient to compensate for the high inflation. At the same time, statutory minimum wage policies have contributed to protecting the purchasing power of minimum-wage earners. Finally, the report examines the developments in working time across the EU, assessing how individual preferences have evolved following the COVID-19 pandemic and discussing the effects of working time policies on workers’ wellbeing and on the broader economic context." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Worker Satisfaction and Worker Representation: The Jury Is Still Out (2022)
Zitatform
Addison, John T. & Paulino Teixeira (2022): Worker Satisfaction and Worker Representation: The Jury Is Still Out. (IZA discussion paper / Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit 15809), Bonn, 32 S.
Abstract
"This paper investigates the relationship between worker job satisfaction and workplace representation, to include works councils as well as local union agencies. The paper marks a clear shift away from the traditional focus on union membership per se because its sample of EU nations have industrial relations systems that diverge markedly from those of Anglophone countries. Our dataset comprises two waves of the European Working Conditions Survey (EWCS). Pooled cross-section data indicate that workers in establishments with workplace representation have less job satisfaction than their counterparts in plants without formal representation. We proceed to upgrade these findings of conditional correlation by constructing a pseudo-panel with cohort fixed effects to take account of unobserved worker heterogeneity. Causality issues are directly tackled using an endogenous treatment effects model to address the possible endogeneity of worker representation. A persistence of our central finding leads us to conclude that, despite the recent evidence of a turnaround in the association between job satisfaction and unionism, it would be premature to conclude that this result can be generalized to continental European nations." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
Ähnliche Treffer
auch erschienen als: CESifo working paper -
Literaturhinweis
Arbeitszeiten in der Corona-Krise: Länger, kürzer oder flexibler? (2022)
Backhaus, Nils;Zitatform
Backhaus, Nils (2022): Arbeitszeiten in der Corona-Krise: Länger, kürzer oder flexibler? In: L. Bellmann & W. Matiaske (Hrsg.) (2022): Sozio-Ökonomik der Corona-Krise, S. 193-225.
Abstract
"Im Spiegel des Infektionsgeschehens und der wirtschaftlichen Situation hat die SARS-CoV-2-Pandemie die Arbeitszeiten vieler Erwerbstätiger stark verändert. Daten zu diesen Veränderungen und mögliche Auswirkungen auf Sicherheit und Gesundheit stehen im Fokus des Beitrags. Im Rahmen von Kurzarbeit oder besonders hoher Arbeitsbelastung mussten viele Arbeitszeiten verkürzt oder verlängert werden. Viele verlagerten ihre Arbeitszeiten erstmalig oder deutlich häufiger auf untypische Arbeitszeiten, z.B. auf das Wochenende oder in die Abendstunden, um die Anwesenheit im Betrieb zu entzerren oder um Betreuungsaufgaben nachzukommen. Zeitliche Entgrenzung ist insbesondere bei der Arbeit von zuhause ein viel beobachtetes Phänomen. Abschließend werden mögliche Entwicklungen und sich daraus ergebende zukünftige Herausforderungen für die Arbeitszeitgestaltung diskutiert." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Individualized work arrangements and socio-economic factors in relation to motivation to continue working: a multilevel study of municipal influences (2022)
Zitatform
Bal, P. Matthijs, Katharina Chudzikowski, Paul Jansen & Kilian Wawoe (2022): Individualized work arrangements and socio-economic factors in relation to motivation to continue working: a multilevel study of municipal influences. In: The International Journal of Human Resource Management, Jg. 33, H. 18, S. 3629-3661. DOI:10.1080/09585192.2021.1928730
Abstract
"This paper introduces a socio-economic perspective on the relationships of idiosyncratic deals (i.e. i-deals) with motivation to continue working beyond retirement. On the basis of work adjustment theory, we expected that i-deals enable employees to engage in innovative behavior and professional development, through which they experience more work engagement, subsequently facilitating higher motivation to continue working. Moreover, on the basis of signaling theory, we introduced two socio-economic factors to explain when i-deals are most effective in the context of the current study among teachers: municipal child population growth and municipal unemployment. A study among 1,210 teachers in the Netherlands was conducted to test the mediation and moderation model. Results show positive indirect relationships of growth i-deals with motivation to continue working through innovative work behavior, professional development and work engagement, while indirect relationships were negative for accommodative i-deals. Moreover, child population growth boosted the relationships of i-deals, while unemployment accentuated the effects of professional development. The study contributes to the literature by showing the importance of socio-economic factors in explaining the relationships of i-deals and individualized HRM." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Entwicklung der Arbeitszeiten treibt die Ungleichheit der Erwerbseinkommen (2022)
Zitatform
Beckmannshagen, Mattis & Carsten Schröder (2022): Entwicklung der Arbeitszeiten treibt die Ungleichheit der Erwerbseinkommen. In: DIW-Wochenbericht, Jg. 89, H. 33/34, S. 427-434. DOI:10.18723/diw_wb:2022-33-1
Abstract
"Die Ungleichheit der monatlichen Bruttoerwerbseinkommen der Beschäftigten in Deutschland ist laut Sozio-oekonomischem Panel (SOEP) zwischen 1993 und 2003 signifikant gestiegen und stagniert seit 2008 auf relativ hohem Niveau. Wie dieser Bericht zeigt, liegt der Anstieg weniger an einer höheren Ungleichheit der Stundenlöhne, sondern daran, dass diese zunehmend mit der Arbeitszeit korrelieren: Beschäftigte mit hohen Stundenlöhnen arbeiten im Vergleich zu Beschäftigten mit geringen Stundenlöhnen heute mehr als früher. Dies gilt vor allem für zwei Gruppen, deren Anteil an der Arbeitsbevölkerung in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat: erwerbstätige Frauen und Beschäftigte im Dienstleistungssektor. Hätten die Beschäftigten nicht die tatsächliche, sondern ihre individuell gewünschte Arbeitszeit realisieren können, wäre der Anstieg der Ungleichheit moderater ausgefallen. Eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und mehr Möglichkeiten, im Niedriglohnsektor die Arbeitszeit auszuweiten, könnten diesem Trend entgegenwirken." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Varieties of the rat race: Working hours in the age of abundance (2022)
Zitatform
Behringer, Jan, Martin Gonzalez Granda & Till van Treeck (2022): Varieties of the rat race: Working hours in the age of abundance. (ifso working paper 17), Duisburg, 33 S.
Abstract
"We ask why working hours in the rich world have not declined more sharply or even risen at times since the early 1980s, despite a steady increase in productivity, and why they vary so much across rich countries. We use an internationally comparable database on working hours (Bick et al., 2019) and conduct panel data estimations for a sample of 17 European countries and the United States over the period 1983-2019. We find that high or increasing top-end income inequality, decentralized labor relations, and limited government provision of education and other in-kind services contribute to long working hours. Our results are consistent with the hypothesis that upward-looking status comparisons in positional consumption ("Veblen effects") contribute to a "rat race" of long working hours that is more or less pronounced in different varieties of capitalism." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Income dynamics in the United Kingdom and the Impact of the Covid-19 recession (2022)
Zitatform
Bell, Brian, Nicholas Bloom & Jack Blundell (2022): Income dynamics in the United Kingdom and the Impact of the Covid-19 recession. In: Quantitative Economics, Jg. 13, H. 4, S. 1849-1878. DOI:10.3982/QE1872
Abstract
"In this paper, we use an employer‐based survey of earnings and hours to set out the key patterns in UK earnings dynamics from 1975 to 2020, with a particular focus on the most recent recession. We demonstrate that (log) earnings changes exhibit strongly procyclical skewness and have become increasingly leptokurtic, and thus less well approximated by a log‐normal distribution, over the period of study. This holds across genders and sectors. Exploiting the long duration of our panel, we then explore the responsiveness of earnings and hours to aggregate and firm‐level shocks, finding ample heterogeneity in the exposure of different types of workers to aggregate shocks. Exposure is falling in age, firm size, skill level, and permanent earnings, and is lower for unionized and public sector workers. The qualitative patterns of earnings changes across workers observed in the Covid‐19 recession of 2020 are broadly as predicted using the previously estimated exposures and size of the shock. Firm‐specific shocks are important for wages given the variation in within‐firm productivity and the patterns of heterogeneity are markedly different than for aggregate shocks." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Beschäftigungsbedingungen für junge Forscher*innen - ein empirischer Beitrag zu #IchBinHanna (2022)
Zitatform
Berroth, Lara, Dominik Adrian, Kolja Briedis & Antje Wegner (2022): Beschäftigungsbedingungen für junge Forscher*innen - ein empirischer Beitrag zu #IchBinHanna. (DZHW-Brief 2022,04), Hannover, 12 S. DOI:10.34878/2022.04.dzhw_brief
Abstract
"Die durchschnittliche Vertragslaufzeit der an Hochschulen und Forschungseinrichtungen beschäftigten Promovierenden beträgt 27 Monate. 26 Prozent haben einen Arbeitsvertrag mit einer Laufzeit von bis zu 12 Monaten. Auch wenn sich somit gegenüber älteren Studien eine Entwicklung zu längeren Vertragslaufzeiten abzeichnet, bleibt dennoch eine Lücke zwischen den Vertragslaufzeiten von Promovierenden und den tatsächlichen Promotionsdauern. Die subjektive Einschätzung der Finanzierungs- und Beschäftigungssituation fällt überwiegend positiv aus: Etwa drei Viertel der Promovierenden sind damit zufrieden. Im Durchschnitt wenden Promovierende mit einem Arbeitsvertrag an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung 23 Stunden pro Woche für ihre Promotion auf. Regelungen zur Promotionszeit werden im Arbeitsvertrag oder der Promotionsvereinbarung selten getroffen. Sie garantieren aber meist einen recht hohen Zeitanteil der Arbeitszeit für die Promotion bzw. gehen mit einer höheren Zahl an aufgewendeten Wochenstunden für die Promotion einher. Im Vergleich mit Hochschulabsolvent*innen, die in anderen Bereichen erwerbstätig sind, zeigen Promovierende mit einer Stelle in der Wissenschaft in vielen Teilaspekten der Beschäftigung eine höhere (berufliche) Zufriedenheit. Deutlich unzufriedener sind sie jedoch mit der Arbeitsplatzsicherheit. Zentrale Ergebnisse zur Finanzierungs- und Beschäftigungssituation Promovierender sowie zu zahlreichen weiteren Themen finden sich unter nacaps-datenportal.de." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Structural change in labor supply and cross-country differences in hours worked (2022)
Zitatform
Bick, Alexander, Nicola Fuchs-Schündeln, David Lagakos & Hitoshi Tsujiyama (2022): Structural change in labor supply and cross-country differences in hours worked. In: Journal of monetary economics, Jg. 130, H. September, S. 68-85. DOI:10.1016/j.jmoneco.2022.05.007
Abstract
"This paper studies how structural change in labor supply along the development spectrum shapes cross-country differences in hours worked. We emphasize two main forces: sectoral reallocation from self-employment to wage work, and declining fixed costs of wage work. We show that these forces are crucial for understanding how the extensive margin (the employment rate) and intensive margin (hours per worker) of aggregate hours worked vary with income per capita. To do so we build and estimate a quantitative model of labor supply featuring a traditional self-employment sector and a modern wage-employment sector. When estimated to match cross-country data, the model predicts that sectoral reallocation explains more than half of the total hours decrease at lower levels of development. Declining fixed costs drive the rise in employment rates at higher levels of income per capita, and imply higher hours in the future, in contrast to the lower hours resulting from income effects and expansions in tax-and-transfer systems." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2022 Elsevier) ((en))
Weiterführende Informationen
Online Appendix, Open Access -
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Hours and Wages (2022)
Zitatform
Bick, Alexander, Adam Blandin & Richard Rogerson (2022): Hours and Wages. In: The Quarterly Journal of Economics, Jg. 137, H. 3, S. 1901-1962. DOI:10.1093/qje/qjac005
Abstract
"We document two robust features of the cross-sectional distribution of usual weekly hours and hourly wages. First, usual weekly hours are heavily concentrated around 40 hours, while at the same time a substantial share of total hours come from individuals who work more than 50 hours. Second, mean hourly wages are nonmonotonic across the usual hours distribution, with a peak at 50 hours. We develop and estimate a model of labor supply to account for these features. The novel feature of our model is that earnings are nonlinear in hours, with the extent of nonlinearity varying over the hours distribution. Our estimates imply significant wage penalties for people who deviate from 40 hours in either direction, leading to a large mass of people who work 40 hours and are not very responsive to shocks. This has important implications for the role of labor supply as a mechanism for self-insurance in a standard heterogeneous-agent incomplete-markets model and for empirical strategies designed to estimate labor supply parameters." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Reform der Mini- und Midijobs: Verschärft die Ampel-Koalition die Teilzeitfalle? (2022)
Blömer, Maximilian Joseph; Consiglio, Valentina;Zitatform
Blömer, Maximilian Joseph & Valentina Consiglio (2022): Reform der Mini- und Midijobs: Verschärft die Ampel-Koalition die Teilzeitfalle? In: Ifo-Schnelldienst, Jg. 75, H. 4, S. 12-18.
Abstract
"Die Simulation der Beschäftigungswirkungen der von der Ampel-Regierung geplanten Reformen im Bereich der Mini- und Midijobs sowie ausgewählter steuerlicher Entlastungen zeigt, dass unterm Strich positive Arbeitsangebotseffekte, vor allem in der generellen Arbeitsmarktpartizipation, zu erwarten sind. Mit Blick auf die Veränderungen der Arbeitszeit sind die Effekte allerdings lediglich für Männer positiv. Für Frauen ist durch die Ausweitung der Minijob-Verdienstgrenze und der Midijob-Gleitzone mit einer Reduktion des Arbeitsangebots um 22 000 Vollzeitäquivalente zu rechnen, und selbst unter Berücksichtigung der positiven Beschäftigungswirkungen der zusätzlich vorgesehenen Steuerentlastungen ergeben sich noch negative Effekte für Frauen (– 7 000 VZÄ). Die Betrachtung der Beschäftigungswirkung nach Stundenkategorien macht deutlich, dass Minijobs und Teilzeitbeschäftigung durch die Reform insbesondere für Frauen noch attraktiver werden. Dies bedeutet, dass die Teilzeitfalle durch die von den Ampel-Koalitionär*innen vorgesehenen Reformen nicht begrenzt werden kann. Ganz im Gegenteil ist damit zu rechnen, dass sie durch deren Umsetzung sogar noch weiter verschärft wird. Ein zentraler Grund dafür ist, dass die Ampel-Koalition die Fehlanreize des Ehegattensplittings – die mehrheitlich Frauen und Mütter als Zweitverdienerinnen betreffen – in ihrem Regierungsprogramm nicht im Kern angeht. Anders gesagt: Da sich die Zweitverdienerfalle insbesondere aus der Kombination des Ehegattensplittings und der für Arbeitnehmer*innen steuer- und abgabenfreien Minijobs ergibt, trägt eine effektive Anhebung der Minijobgrenze unmittelbar zu ihrer Ausweitung bei. Auch die kleine Verbesserung beim Übergang von Mini- in Midijobs kann dies nicht mildern. Zudem könnte die geplante Kopplung der Mini- und Midijob-Verdienstgrenze speziell an den Mindestlohn die Teilzeitfalle in Zukunft sogar stärker verankern. Insgesamt wird das erklärte Ziel der Ampel-Koalition, die Verdrängung von regulären Arbeitsverhältnissen durch Minijobs sowie die Teilzeitfalle insbesondere für Frauen zu verhindern, vor dem Hintergrund der angebotsseitigen Beschäftigungswirkungen mit den bisherigen Reformelementen verfehlt." (Textauszug, IAB-Doku)
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Das Modell für selbstbestimmte Optionszeiten im Erwerbsverlauf: Eine Bestandsaufnahme mit Blick nach vorne (2022)
Bringmann, Julia; Jurczyk, Karin; Mückenberger, Ulrich;Zitatform
Bringmann, Julia (2022): Das Modell für selbstbestimmte Optionszeiten im Erwerbsverlauf. Eine Bestandsaufnahme mit Blick nach vorne. (Studie / Deutsches Institut für interdisziplinäre Sozialpolitikforschung 2022,01), Duisburg ; Bremen, 20 S.
Abstract
"Das Optionszeiten-Modell (OZM) möchte einen Paradigmenwechsel in der Sozialpolitik schaffen: Die männlich konnotierte Norm des dreigeteilten Lebenslaufs ohne Erwerbsunterbrechungen soll durch eine bedarfsorientierte und selbstbestimmte Gestaltung von Lebensläufen ersetzt werden. Das Modell sieht ein rechtlich und monetär abgesichertes Optionszeiten-Budget von neun Jahren vor, welches zweckgebunden für Kinderbetreuung, Pflege, Ehrenamt, Weiterbildung und Selbstsorge genutzt werden kann. Die vorliegende DIFIS-Studie wertet den Diskussionsstand zum OZM aus und systematisiert die offenen Fragen zur Konzeption und zur praktischen Umsetzung, etwa zur Nutzung in prekären Lebenslagen, zu Anreizen für mehr Geschlechtergerechtigkeit, zur institutionellen Anbindung und zum betrieblichen Umgang mit Freistellungen. Zudem resümiert sie Antworten auf wiederkehrende Gegenargumente. Die Studie richtet sich an fachpraktische und -politische Communitys und möchte den Austausch über die Weiterentwicklung des OZM anstoßen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Overtime in Europe: Regulation and practice (2022)
Cabrita, Jorge; Foden, David; Cerf, Catherine;Zitatform
Cabrita, Jorge, Catherine Cerf & David Foden (2022): Overtime in Europe: Regulation and practice. (Eurofound research report / European Foundation for the Improvement of Living and Working Conditions), Dublin, 48 S. DOI:10.2806/095550
Abstract
"Despite the well-known adverse effects of regular long working hours on workers’ health, well-being and performance, many workers in the EU continue to work beyond their normal hours. Part of this additional working time is classified as overtime. This report takes a comparative overview of how overtime is regulated in the EU Member States, Norway and the United Kingdom, including its definition, the limits on its use and the compensation received by workers for working extra hours. The report assesses the extent of the phenomenon using national-level data, delves into the factors that explain it, and examines the potential consequences for workers and firms. Finally, the report summarises the current debate on the topic, as uncompensated working hours, structural overtime and monitoring of working hours are currently some of the most discussed work-related issues across the EU." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Hours and wages: A bargaining approach (2022)
Zitatform
Del Rey, Elena, Joaquín Naval & Jose I. Silva (2022): Hours and wages: A bargaining approach. In: Economics Letters, Jg. 217. DOI:10.1016/j.econlet.2022.110652
Abstract
"In a recent paper, Bick et al. (2022) show the presence of a hump-shaped relationship between hours and hourly wages with a maximum around 50 h worked. We show that a model with fixed labor costs where workers and firms bargain in wages and hours can help explain this non-linear relationship. Also, a quantitative version of the model is able to match the empirical hourly-wage to hours worked relationship estimated by those authors for the US." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2022 Elsevier) ((en))
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Curtailment of Economic Activity and Labor Inequalities (2022)
Florio, Erminia; Kharazi, Aicha;Zitatform
Florio, Erminia & Aicha Kharazi (2022): Curtailment of Economic Activity and Labor Inequalities. (GLO discussion paper / Global Labor Organization 1166), Essen, 50 S.
Abstract
"The worrying combination of the labor market tightness and the wage inflation in the US since the pandemic raises a question on how the business closure orders affected the fragile segments of the labor force and contributed to mounting inflationary wage pressure. We develop a macroeconomic model with heterogeneous labor and a nested CES production function. We estimate the model using the newly collected data from the CPS and the BEA. The recent crisis leads to a contraction in total hours worked, makes wages more volatile, and sustains wage inflation. The model also generates differential effects of the business closure orders on productivity and the labor market in the US. The earning rates and hours responses to the crisis differ by age, skills, and origin of the worker." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Does Performance Pay Influence Hours of Work? (2022)
Zitatform
Green, Colin P. & John S. Heywood (2022): Does Performance Pay Influence Hours of Work? (IZA discussion paper 15474), Bonn, 37 S.
Abstract
"A large body of research links performance pay to poorer worker health. The exact mechanism generating this link remains in doubt. We examine a common suspect, that performance pay causes employees to work longer hours in pursuit of higher pay. Using representative data for the UK, we demonstrate that performance pay is associated with more work hours and a higher probability of working long hours. Yet approximately two thirds of these differences reflect worker sorting rather than behavioral change. The remaining influence appears too small to generate the differences in health except for blue-collar occupations that we isolate." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Days of Work over a Half Century: The Rise of the Four-Day Week (2022)
Zitatform
Hamermesh, Daniel S. & Jeff E. Biddle (2022): Days of Work over a Half Century: The Rise of the Four-Day Week. (IZA discussion paper 15325), Bonn, 40 S.
Abstract
"We examine work patterns in the U.S. from 1973-2018, with the novel focus on days per week, using intermittent CPS samples and one ATUS sample. Among full-time workers the incidence of four-day work tripled, with 8 million additional four-day workers. Similar growth occurred in the Netherlands, Germany, and South Korea. The rise was not due to changes in demographics or industrial structure. Such schedules are more common among less educated, younger, and white non-Hispanic workers, men, natives, and people with young children; police and firefighters, health-care, and restaurant workers. Based on an equilibrium model, we show that they result more from workers' preferences and/or daily fixed costs of working than production costs. We verify the implication that the wage penalty for four-day work is greater where such work is more prevalent, and we show that the penalty has diminished over time." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Hours Constraints and Wage Differentials across Firms (2022)
Zitatform
Labanca, Claudio & Dario Pozzoli (2022): Hours Constraints and Wage Differentials across Firms. (IZA discussion paper 14992), Bonn, 35 S.
Abstract
"Although constraints on hours worked at the firm-level are viewed as an important determinant of firm wages, little direct evidence exists to support this view. In this paper, we use linked employer-employee data on hours worked in Denmark to measure hours constraints and to investigate how these constraints relate to firm wages. We show that firms with stricter constraints pay higher firm-specific wages and that these premiums are concentrated in more productive firms. Starting from these findings we discuss a framework in which hours constraints are motivated by the productivity gains derived from having a more cooperative production process, leading more productive firms to constrain hours and to pay compensating wage differentials." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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How Reliable are Administrative Reports of Paid Work Hours? (2022)
Zitatform
Lachowska, Marta, Alexandre Mas & Stephen A. Woodbury (2022): How Reliable are Administrative Reports of Paid Work Hours? (Upjohn Institute working paper 361), Kalamazoo, Mich., 49 S. DOI:10.17848/wp22-361
Abstract
"This paper examines the quality of quarterly records on work hours collected from employers in the State of Washington to administer the unemployment insurance (UI) system, specifically to determine eligibility for UI. We subject the administrative records to four “trials,” all of which suggest the records reliably measure paid hours of work. First, distributions of hours in the administrative records and Current Population Survey outgoing rotation groups (CPS) both suggest that 52–54% of workers work approximately 40 hours per week. Second, in the administrative records, quarter-to-quarter changes in the log of earnings are highly correlated with quarter-to-quarter changes in the log of paid hours. Third, annual changes in Washington’s minimum wage rate (which is indexed) are clearly reflected in year-to-year changes in the distribution of paid hours in the administrative data. Fourth, Mincer-style wage rate and earnings regressions using the administrative data produce estimates similar to those found elsewhere in the literature." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Does part-time work offer flexibility to employed mothers? (2022)
Zitatform
Landivar, Liana Christin, Rose A. Woods & Gretchen M. Livingston (2022): Does part-time work offer flexibility to employed mothers? In: Monthly labor review H. February. DOI:10.21916/mlr.2022.7
Abstract
"Using data from the 2017-18 American Time Use Survey Leave and Job Flexibilities Module, we evaluate the relationship between part-time work and job flexibility among civilian employed mothers who are wage and salary workers. Results show that mothers working part time are employed in jobs that lack many of the attributes that would characterize these jobs as flexible. Mothers in part-time jobs were less likely to have paid leave, work-at-home access, and advanced schedule notice. Although part-time jobs require fewer work hours, these shorter work hours may come at a cost of reduced flexibility, pay, and availability of family-friendly benefits." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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