Springe zum Inhalt

Dossier

Arbeitszeit: Verlängern? Verkürzen? Flexibilisieren?

Verkürzung, Verlängerung oder Flexibilisierung der Arbeitszeit stehen immer wieder im Zentrum der Debatten. Was wünschen sich Unternehmen und Beschäftigte? Wie kann Arbeitszeitpolitik die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Sicherung vorhandener Arbeitsplätze unterstützen?
Dieses Themendossier bietet Publikationen zur Entwicklung der Arbeitszeiten in Deutschland auch im internationalen Vergleich, zur betrieblichen Gestaltung der Arbeitszeit und zu den Arbeitszeitwünschen der Beschäftigten.
Publikationen zur kontroversen Debatte um die Einführung der Vier-Tage-Woche finden Sie in unserem Themendossier Vier-Tage-Woche – Arbeitszeitmodell der Zukunft?
Im Filter „Autorenschaft“ können Sie auf IAB-(Mit-)Autorenschaft eingrenzen.

Zurück zur Übersicht
Ergebnisse pro Seite: 20 | 50 | 100
im Aspekt "Arbeitszeitgestaltung"
  • Literaturhinweis

    Lange tägliche Arbeitszeiten: Ein systematisches Review (2026)

    Arlinghaus, Anna; Büchelhofer, Jana; Sobisch, Marc;

    Zitatform

    Arlinghaus, Anna, Jana Büchelhofer & Marc Sobisch (2026): Lange tägliche Arbeitszeiten: Ein systematisches Review. (baua: Bericht), Dortmund, 114 S. DOI:10.21934/baua:bericht20260523

    Abstract

    "Die aktuelle arbeitszeitpolitische Diskussion um eine mögliche Ablösung der täglichen durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit erfordert eine Aufarbeitung der Evidenz zu den Effekten verlängerter Arbeitstage. Ziel der vorliegenden Expertise ist daher die systematische Zusammenführung der wissenschaftlichen und grauen Literatur zu Ursachen, Definitionen und Folgen langer täglicher Arbeitszeiten und die Einordnung des vorhandenen Gestaltungswissens. Die Literaturrecherche folgte der Struktur eines systematischen Reviews mit der Einschränkung des Screenings durch eine einzelne Person, angelehnt an das Vorgehen bei einem Rapid Review. Das Review nutzte den PRISMA-Standard mit Suche in PubMed (1.045 Treffer) und Web of Science (2.132 Treffer, davon 420 Duplikate) sowie ergänzender Sichtung 202 Treffer in Google Scholar. Gesucht wurde nach Veröffentlichungen in den Jahren 2013–2025. Nach Screening und Volltextprüfung wurden insgesamt 134 Studien eingeschlossen. Eine Pilotphase mit Doppelscreening diente der Qualitätssicherung. Die Qualität der eingeschlossenen Studien war gemischt: Das Risiko für Verzerrungen war bei 25,4 % der Studien niedrig, bei 23,1 % moderat und bei 26,1 % hoch; 25,4 % blieben ohne Bewertung. Zusätzlich wurde zum Abgleich mit den Befunden zu langen wöchentlichen Arbeitszeiten ein unsystematisches Umbrella Review (Überblick zu Reviewstudien und Metaanalysen) der Effekte langer wöchentlicher Arbeitszeiten angefertigt und die ermittelten Zusammenhänge mit denjenigen für lange tägliche Arbeitszeiten verglichen. Inhaltlich beschreibt der Bericht erstens die Definition und Operationalisierung langer täglicher Arbeitszeiten, die in der Literatur überwiegend als mehr als acht, zehn oder zwölf und mehr Stunden pro Tag erfasst werden. Zweitens werden die Einflussfaktoren langer täglicher Arbeitszeiten untersucht, darunter betriebliche Faktoren, technologische Einflüsse sowie individuelle Merkmale bzw. Motivation. Drittens werden zentrale kurz- und langfristige Folgen langer täglicher Arbeitszeiten (Gesundheit, Erholung, Leistung, Sicherheit, Work-Life-Balance und betriebliche Effekte) systematisch zusammengeführt und mögliche Moderatoren wie Arbeitszeitmerkmale, Arbeitskontext und individuelle Faktoren berücksichtigt. Viertens werden die Zusammenhänge langer wöchentlicher Arbeitszeiten aus dem unsystematischen Umbrella Review von Reviewstudien beschrieben und mit den Ergebnissen zu täglichen Arbeitszeiten abgeglichen. Eine Einordnung des Erkenntnisstandes in gesichertes und plausibles Gestaltungswissen, die Ableitung evidenzbasierter Empfehlungen sowie die Diskussion offener Fragestellungen runden den Bericht ab. Mit 41 Studien stammen die meisten Originalstudien aus Europa (inkl. Schweiz und Norwegen) gefolgt von den Vereinigten Staaten (25) und China (17). Insgesamt 32 Untersuchungen sind nicht einem Ort zuzuordnen, da es sich um Reviews oder multizentrische Studien handelt. Die Branchenzuordnung in den eingeschlossenen Studien zeigt einen deutlichen Schwerpunkt im Bereich "Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung" (72 Studien). Weitere relevante Bereiche sind "Erwerbstätige Gesamt" (15), "Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung" (13) sowie "Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit" (11). Fünf Studien beziehen sich auf Personen mit reiner Tagarbeit bzw. Büroarbeit oder vergleichbaren Settings, die in einer eigenen Auswertung betrachtet werden. Die Befunde zeigen, dass lange tägliche Arbeitszeiten primär strukturell und organisatorisch bedingt sind, etwa durch Personalmangel, und in bestimmten Branchen wie der Pflege weit verbreitet sind. Auch individuelle Präferenzen für komprimierte Arbeitswochen und ökonomische Anreize können zu langen Tagesarbeitszeiten führen. Der Fokus der Evidenz zu Branchen liegt dabei stark im Gesundheitswesen. Die Studienlage zeigt konsistente Zusammenhänge zwischen langen täglichen Arbeitszeiten und erhöhten Risiken für Fehler und Sicherheitsvorfälle bei mehr als neun Arbeitsstunden pro Tag. Eindeutige Zusammenhänge bestehen zudem zwischen Arbeitszeiten von zehn und mehr Stunden insbesondere für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verschlechtertes Detachment (Abschalten von der Arbeit) sowie ab zwölf oder mehr Stunden mit dem Auftreten von Diabetes Typ 2, chronischer Erschöpfung bzw. Burnout, Ermüdung und Produktivitätseinbußen. Gleichzeitig zeigt die Befundlage bei einzelnen Outcomes wie Schlaf, Work-Life-Balance und anderen Gesundheitsaspekten zwar Zusammenhänge, diese sind jedoch weniger gut abgesichert oder treten im Fall der Work-Life-Balance erst konsistent bei mehr als zwölf Stunden auf. Die Präferenz für komprimierte Arbeitswochen (compressed work weeks), bei denen die Wochenarbeitszeit auf weniger, dafür längere Arbeitstage verteilt wird, steht dabei im Kontrast zu den häufig berichteten negativen gesundheitlichen Auswirkungen dieser Modelle, etwa erhöhten Krankenständen. Effekte moderierender Faktoren zeigen nur für die Lage der Arbeitszeit gesicherte Erkenntnisse: Arbeit in der Nacht erhöht die Belastung durch lange Dienste zusätzlich. Für die Arbeitszeitautonomie werden plausible Erkenntnisse ermittelt: Autonomie kann zwar Gesundheitsrisiken senken und die Arbeitszeitzufriedenheit erhöhen, jedoch hängt sie teils mit längeren und damit beeinträchtigenden Arbeitszeiten zusammen. Spezifische Konstellationen, unter denen lange tägliche Arbeitszeiten keine Beeinträchtigungen hervorrufen, werden hingegen nicht gefunden. Zusammenfassend zeigt die Befundlage negative Folgen für Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden insbesondere für Arbeitszeiten von mehr als zehn Stunden pro Tag. Obwohl viele der Befunde aus spezifischen Branchen und Konstellationen mit Schichtarbeit stammen, sind die Zusammenhänge branchenübergreifend sichtbar und zeigen sich auch in den wenigen Untersuchungen mit Tag- und Büroarbeitenden. Die Evidenz legt daher nahe, dass eine generelle Begrenzung der täglichen Arbeitszeit aus Sicht der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes beibehalten werden sollte. Trotz der substanziellen Evidenzlage sind jedoch weitere differenzierte, methodisch hochwertige Studien erforderlich, um Wirkmechanismen, Moderatoren und spezifische Risikoschwellen präziser zu bestimmen. Eine zentrale offene Frage betrifft das Zusammenwirken langer täglicher Arbeitszeiten mit anderen Arbeitszeit- und Arbeitsmerkmalen. Zwar liegen Erkenntnisse zur Bedeutung der Lage der Arbeitszeit und zur Autonomie vor, doch moderierende Effekte weiterer Faktoren – etwa Belastungsintensität, Arbeitsgestaltung, Pausenregelungen oder organisatorische Rahmenbedingungen – sind inden eingeschlossenen Studien kaum systematisch untersucht worden." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Workplace Flexibility and the Motherhood Penalty: Evidence from the Diffusion of Remote Work (2026)

    Basso, Gaetano ; Paola, Maria de ; Lattanzio, Salvatore ; Paradisi, Matteo ;

    Zitatform

    Basso, Gaetano, Maria de Paola, Salvatore Lattanzio & Matteo Paradisi (2026): Workplace Flexibility and the Motherhood Penalty: Evidence from the Diffusion of Remote Work. (RF Berlin - CReAM Discussion Paper Series 2026,140), Berlin, 40 S., App.

    Abstract

    "We study whether workplace flexibility is a key driver of the motherhood penalty. Exploiting the sharp and heterogeneous diffusion of work-from-home (WFH) contracts after COVID-19 in a difference-in-differences framework, we combine administrative data on the universe of Italian WFH contracts with matched employer--employee records, mother-father links, fertility records, and firm balance sheets. Greater exposure to flexible work substantially reduces mothers' post-childbirth earnings losses, primarily through higher weeks worked, lower part-time incidence, lower parental leave take-up, and improved career progression. IV estimates indicate that holding a WFH contract offsets about 77% of mothers' earnings losses around childbirth. Gains are larger among younger, lower-earning, and commuting mothers, in households where the father is the dominant earner, and in occupations with steeper hours-earnings profiles, consistent with flexibility relaxing constraints where most binding. Fathers' own earnings do not respond to flexibility around childbirth, yet fathers' exposure to flexible work reduces mothers' earnings losses by a comparable magnitude, pointing to household-level time constraints as a central mechanism. Consistent with this interpretation, fertility, a joint household decision, rises for women more exposed to flexibility, as flexibility lowers the labor-market cost of the marginal child. A counterfactual exercise shows that the life-cycle widening of the gender earnings gap would have been 10.7% smaller under current WFH diffusion and up to 29.4% smaller if all remotable jobs had adopted flexible arrangements." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Does Part-time Work Affect Firms’ Employment Structure and Outcomes? (2026)

    Bergmann, Lea;

    Zitatform

    Bergmann, Lea (2026): Does Part-time Work Affect Firms’ Employment Structure and Outcomes? (Ruhr economic papers 1217), Essen, 43 S. DOI:10.4419/96973402

    Abstract

    "Teilzeitarbeit ist ein Spannungsfeld auf modernen Arbeitsmärkten: Sie kann die Erwerbsbeteiligung von Frauen erhöhen und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verbessern, jedoch potenziell organisatorische Kosten für Unternehmen verursachen, aufgrund von Koordinationsproblemen und weniger Flexibilität bei der Arbeitsplanung. Diese Studie untersucht eine deutsche Reform aus dem Jahr 2001, die Beschäftigten in Unternehmen mit 16 oder mehr Mitarbeitern das Recht einräumte, ihre Arbeitszeit dauerhaft zu verkürzen. Anhand von administrativen Daten auf Unternehmensebene und eines Difference-in-Discontinuities-Designs rund um die Schwelle von 16 Beschäftigten finden sich keine Hinweise darauf, dass die Vorschrift die Beschäftigungsstruktur der Unternehmen verändert. Darüber hinaus hat sie keinen Einfluss auf das Geschäftsvolumen oder die Neueinstellungen von Unternehmen. Diese Nulleffekte lassen sich dadurch erklären, dass die Unternehmen bereits vor der Reform Teilzeitwünsche gestattet haben. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass ein Recht auf Teilzeitarbeit keine nachweisbaren Veränderungen bei der Beschäftigung oder dem Geschäftserfolg verursacht hat." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Does feasibility explain the unequal development of working from home? (2026)

    Breda, Thomas ; Pecheu, Vladimir; Dutronc-Postel, Paul;

    Zitatform

    Breda, Thomas, Paul Dutronc-Postel & Vladimir Pecheu (2026): Does feasibility explain the unequal development of working from home? In: Journal of Economic Behavior & Organization, Jg. 241. DOI:10.1016/j.jebo.2025.107328

    Abstract

    "Using rich historical survey data on job tasks and machine learning techniques, we study which jobs can be moved from the office to home over three decades in France. The share of jobs with task content compatible with working from home has increased steadily from 14 % in 1991 to 45 % in 2021. At the same time, actual Working From Home (WFH) remained limited to less than one-fifth of its full potential before the COVID-19 crisis and is still below that level in 2021. The growth of WFH is largely unrelated to the evolution of job tasks, implying that the main obstacles to WFH have not been technical constraints. Low-skilled employees in particular have been performing tasks compatible with teleworking for a long time, but they were barely teleworking before the COVID-19 crisis and remained still below 50 % of their full potential during it. This pattern is likely mostly explained by the cost to managers of supervising low-skilled remote workers and managerial trust in employees. It implies that the well-known large inequality in access to WFH along the earnings distribution cannot be attributed only to feasibility constraints and is potentially inefficient." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2025 Elsevier B.V. All rights are reserved, including those for text and data mining, AI training, and similar technologies.) ((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Flexible Work Schedules and Labor Market Exits: A Longitudinal Analysis of Gender and Parenthood Differences in Germany (2026)

    Cao, Xinyan ; Wang, Senhu ;

    Zitatform

    Cao, Xinyan & Senhu Wang (2026): Flexible Work Schedules and Labor Market Exits: A Longitudinal Analysis of Gender and Parenthood Differences in Germany. In: The sociological quarterly, Jg. 67, H. 3, S. 582-605. DOI:10.1080/00380253.2026.2655156

    Abstract

    "Flexible working is advocated to reduce gender inequalities in labor market exit risks by supporting work-life balance. However, research is limited on how employer-set and employee-set flexible working arrangements are associated with labor market exits and how the associations vary by gender and parenthood, since women, especially mothers, have less access to employee-set flexibility and are at heightened risk of leaving the labor market. To help address this gap, this study uses German Socio-Economic Panel data (2003–2021) and discrete-time event history models. Findings show that employer-set flexibility does not reduce labor market exit risks, and for fathers, it correlates with higher exit risks compared to fixed schedules. Conversely, employee-set flexibility correlates with a lower risk of labor market exit for all, but its protective effect is stronger for fathers (vs. childless men) and less effective for mothers. Mothers, particularly with young children under 10, still face higher exit risks even with employee-set flexibility. Overall, while autonomy over work schedules supports labor market participation, it alone cannot fully address the \u201cmotherhood penalty,\u201d likely due to blurred work-family boundaries, work cultures, and gender norms. Policy interventions should support father’s childcare involvement, challenge discrimination in worker evaluations, and address long-work-hour cultures in flexible work." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Atypische Arbeitszeiten und Konflikte mit dem Privatleben: Eine Mixed-Methods-Untersuchung mit Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei zur Beschreibung des Phänomens und seiner Bedeutung für das Wohlbefinden (2026)

    Dohnke, Birte; Kahlert, Daniela; Schleicher, Katja; Gusy, Burkhard;

    Zitatform

    Dohnke, Birte, Daniela Kahlert, Burkhard Gusy & Katja Schleicher (2026): Atypische Arbeitszeiten und Konflikte mit dem Privatleben. Eine Mixed-Methods-Untersuchung mit Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei zur Beschreibung des Phänomens und seiner Bedeutung für das Wohlbefinden. In: Arbeit. Zeitschrift für Arbeitsforschung, Arbeitsgestaltung und Arbeitspolitik, Jg. 35, H. 2, S. 113-140. DOI:10.1515/arbeit-2026-0007

    Abstract

    "Atypische Arbeitszeiten kommen zunehmend in verschiedenen beruflichen Kontexten vor und wirken sich auf das Privatleben und Wohlbefinden aus. Definitorische Beschreibungen und Untersuchungen der verschiedenen Formen unterscheiden sich, was Auswirkungen auf Analysen zu deren gesundheitlichen Folgen und deren praktischen Implikationen hat. Ziel war es daher, das Phänomen atypischer Arbeitszeiten exemplarisch an einer stark betroffenen Berufsgruppe vertieft zu beschreiben und die Bedeutung für Konflikte mit dem Privatleben und für das Wohlbefinden zu quantifizieren. Die Daten stammen von 329 Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei. Mit einem Mixed-Methods-Design wurden zunächst 108 Freitextangaben inhaltsanalytisch ausgewertet, die identifizierten Themen wurden dann mit quantitativen Daten (COPSOQ-Skalen) operationalisiert und mit Work-Privacy-Konflikten, Erschöpfung und Arbeitsengagement korreliert. Es wurden sechs Formen atypischer Arbeitszeiten mit teils sehr ausdifferenzierten Unterformen identifiziert, davon am häufigsten die Form „Unvorhersehbarkeit“ mit den Unterformen „kurzfristige Einsatzzeiten“ und „geänderte Einsatzzeiten“ sowie die Form „erweiterte Erreichbarkeit“. Mehr als die Hälfte der Freitextinhalte betraf andere Arbeitsbedingungen wie Planung, Bedeutung der Einsätze, Anerkennung und arbeitsfreie Zeiten. Alle Formen hingen substanziell mit Work-Privacy-Konflikten und Erschöpfung zusammen, „Unvorhersehbarkeit“ auch mit Arbeitsengagement. Mit den differenzierten Ergebnissen liefert die Untersuchung mögliche Ansatzpunkte, wie die Vereinbarkeit mit dem Privatleben und das Wohlbefinden bei der Bereitschaftspolizei verbessert werden können." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Vereinbarung von Erwerbstätigkeit und Care für ältere Angehörige - die betriebliche Ebene: Fünf Fallstudien aus Österreich (2026)

    Dötig, Charlotte ; Geisen, Thomas ; Krajic, Karl ;

    Zitatform

    Dötig, Charlotte, Karl Krajic & Thomas Geisen (2026): Vereinbarung von Erwerbstätigkeit und Care für ältere Angehörige - die betriebliche Ebene. Fünf Fallstudien aus Österreich. In: Arbeit. Zeitschrift für Arbeitsforschung, Arbeitsgestaltung und Arbeitspolitik, Jg. 35, H. 1, S. 57-86. DOI:10.1515/arbeit-2026-0004

    Abstract

    "Viele Menschen im erwerbsfähigen Alter sind in Care-Aufgaben für ältere Personen involviert. Die Vereinbarung von Erwerbstätigkeit und informeller Care-Tätigkeit ist oft mit erheblichen Belastungen verbunden, sodass viele betroffene Personen ihre Erwerbstätigkeit reduzieren oder aufgeben. Bisher wurde nur in wenigen Studien untersucht, wie die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Care effektiv und nachhaltig gestaltet werden kann und welche Rolle die betriebliche Ebene dabei spielt. Das Projekt COMBECA setzt an dieser Forschungslücke an und untersucht Praktiken der Vereinbarung auf betrieblicher Ebene in Österreich. Die hier dargestellten Ergebnisse einer systematisch vergleichenden Analyse der Vereinbarungspraktiken in fünf Betriebsfallstudien in Österreich wurden in Orientierung an der Grounded-Theory-Methode erarbeitet. Sie zeigen, dass der Entlastungs- bzw. Unterstützungsbedarf in den untersuchten Betrieben in der Regel individuell beurteilt und mit situationsangepassten Lösungen bearbeitet wird, die auch gut an die formalen Strukturen der Betriebe angeschlossen sind. Zentral ist dabei die Anpassung der zeitlichen Erwartungen der Berufsrollen, die je nach betrieblichem Kontext durch örtliche, personelle und sachliche Anpassungen ergänzt bzw. ermöglicht werden können." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Wir müssen in Deutschland unterm Strich mehr arbeiten – die gesetzliche Einschränkung des Teilzeitanspruchs ist dafür der falsche Weg (2026)

    Fitzenberger, Bernd ;

    Zitatform

    Fitzenberger, Bernd (2026): Wir müssen in Deutschland unterm Strich mehr arbeiten – die gesetzliche Einschränkung des Teilzeitanspruchs ist dafür der falsche Weg. In: IAB-Forum H. 20.02.2026. DOI:10.48720/IAB.FOO.20260220.01

    Abstract

    "In Deutschland sind sowohl die Beschäftigungsquote als auch die insgesamt geleisteten Arbeitsstunden so hoch wie nie. Trotzdem häufen sich Forderungen nach längeren Arbeitszeiten und einer Einschränkung des Rechts auf Teilzeit. Angesichts der demografischen Entwicklung würde es helfen, insgesamt mehr zu arbeiten, um den künftigen Personalbedarf zu decken und so unseren Wohlstand zu sichern. Wenn Teilzeitarbeit jedoch gesetzlich eingeschränkt wird, besteht die Gefahr, dass viele Menschen gar nicht mehr oder weniger arbeiten. Damit blieben wichtige Beschäftigungspotenziale ungenutzt." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    Beteiligte aus dem IAB

    Fitzenberger, Bernd ;
    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    The Labor Market Impacts of Fair Work Legislation (2026)

    Gruber, Anja ;

    Zitatform

    Gruber, Anja (2026): The Labor Market Impacts of Fair Work Legislation. In: ILR review, Jg. 79, H. 1, S. 59-90. DOI:10.1177/00197939251355234

    Abstract

    "Fair Workweek (FWW) ordinances, which typically require employers to provide workers with advance notice of their schedules and extra pay for last-minute changes, have become an increasingly debated policy tool to address the unpredictability of low-wage work in the United States. In this article, the author studies the labor market impacts of the Oregon FWW law using data on treated workers from the Quarterly Workforce Indicators and American Community Survey, and a variety of empirical approaches that address the factors complicating such a labor market analysis. Taken together, the evidence points to limited effects on the average labor market outcomes of workers covered by the legislation. However, findings indicate increased employment and hours worked for men, and decreased employment and hours worked for women. Also, results show consistent evidence of decreased average monthly earnings for newly hired women at treated employers. Despite the ability of employers to bypass compensation requirements through voluntary standby lists, this study identifies compositional effects on the workforce resulting from FWW legislation." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Arbeitszeit, Produktivität, KI - wie Deutschland sein Arbeitskräfteangebot stabilisieren kann: Teil des Zeitgesprächs "Arbeitszeit im Wandel - Wie sich Wohlstand trotz sinkenden Arbeitskräfteangebots sichern lässt" (2026)

    Hammermann, Andrea; Stettes, Oliver;

    Zitatform

    Hammermann, Andrea & Oliver Stettes (2026): Arbeitszeit, Produktivität, KI - wie Deutschland sein Arbeitskräfteangebot stabilisieren kann. Teil des Zeitgesprächs "Arbeitszeit im Wandel - Wie sich Wohlstand trotz sinkenden Arbeitskräfteangebots sichern lässt". In: Wirtschaftsdienst, Jg. 106, H. 4, S. 248-252. DOI:10.2478/wd-2026-0064

    Abstract

    "Längere Arbeitszeiten können einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Arbeitskräfteangebots leisten, während Investitionen in technologischen und organisatorischen Fortschritt notwendig sind, um die Arbeitsproduktivität zu steigern. Vor diesem Hintergrund geht der Beitrag der Frage nach, wie sich das Arbeitskräfteangebot in Deutschland trotz des demografischen Wandels stabilisieren und der Wohlstand langfristig sichern lässt. Empirische Befunde legen nahe, dass KI und Humankapital in der Regel komplementär wirken und KIAnwendungen menschliche Arbeit eher ergänzen als ersetzen. Entscheidend für den Erhalt des Wohlstands ist somit, beide Hebel – Arbeitszeitund Produktivität – gemeinsam zu nutzen." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Vertrauensarbeitszeit und Qualität der Arbeit: Eine empirische Analyse selbstbestimmter Arbeitszeitgestaltung (2026)

    Hammermann, Andrea; Stettes, Oliver;

    Zitatform

    Hammermann, Andrea & Oliver Stettes (2026): Vertrauensarbeitszeit und Qualität der Arbeit: Eine empirische Analyse selbstbestimmter Arbeitszeitgestaltung. (IW-Report / Institut der Deutschen Wirtschaft Köln 2026,09), Köln, 31 S.

    Abstract

    "Im Koalitionsvertrag zur 21. Legislaturperiode sehen CDU, CSU und SPD vor, die Arbeitszeiterfassung unbürokratisch zu regeln und Vertrauensarbeitszeiten im Einklang mit der EU-Arbeitszeitrichtlinie weiterhin ohne Zeiterfassung zu ermöglichen. Ein Versprechen, welches Befürworter von verschärften Aufzeichnungspflichten mit dem Verweis auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz kritisch sehen. Eine faktische Abschaffung von Vertrauensarbeitszeiten würde in Deutschland jedoch bestehende Gestaltungsspielräume vieler Beschäftigten einschränken, bei denen keine gesundheitlichen oder arbeitsschutzrelevanten Risiken bestehen. In Deutschland ist die Vertrauensarbeitszeit ein weit verbreitetes Arbeitszeitmodell, mit dem der Arbeitgeber den Beschäftigten ein erhebliches Maß an Handlungsspielräumen in der Arbeitszeitgestaltung einräumt. Rund jede beziehungsweise jeder fünfte Beschäftigte arbeitet in einem Arbeitszeitmodell, bei dem der Arbeitgeber auf die Festlegung der Lage der Arbeitszeit und eine betriebliche Zeiterfassung verzichtet und die Beschäftigten selbst große Handlungsspielräume bezüglich des Beginns und Ende ihrer Arbeitszeiten haben. Zur Messung der Vertrauensarbeitszeit wird die Arbeitszeiterhebung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Wellen 2019, 2021 und 2023) verwendet. Hochqualifizierte Experten und Spezialisten arbeiten besonders häufig in Vertrauensarbeitszeitmodellen. Im Vergleich zur Vorgängererhebung im Jahr 2021 ist der Anteil der Beschäftigten, die von Vertrauensarbeitszeitmodellen profitieren, um 3 Prozentpunkte gestiegen. Beschäftigte mit Vertrauensarbeitszeiten weisen eine signifikant größere Zufriedenheit mit den eigenen Arbeitszeiten und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf als Beschäftigte mit anderen Arbeitszeitregimes. Das hohe Maß an eigenverantwortlicher Arbeitszeitgestaltung in Vertrauensarbeitszeitmodellen wirkt sich auch positiv auf die Selbstwirksamkeitserfahrung aus. Die empirische Analyse geht schließlich der Sorge nach, dass Vertrauensarbeitszeiten gesundheitliche Risiken für die Beschäftigten bergen, denen einzig durch eine lückenlose elektronische Zeiterfassung entgegengetreten werden kann. Die Befunde auf Basis der BAuA-Arbeitszeiterhebung können diese Sorge nicht bestätigen. Im Gegenteil: Beschäftigte mit Vertrauensarbeitszeiten haben häufiger das Gefühl, gut mit ihren Arbeitsbelastungen umgehen zu können, und zeigen seltener Symptome einer chronischen Erschöpfung." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Arbeiten, wann und wo du willst? Feldexperimentelle Evidenz zur postpandemischen Akzeptanz flexibler Arbeitsformen (2026)

    Harsch, Corinna; Hipp, Lena ; Knobloch, Marcel;

    Zitatform

    Harsch, Corinna, Marcel Knobloch & Lena Hipp (2026): Arbeiten, wann und wo du willst? Feldexperimentelle Evidenz zur postpandemischen Akzeptanz flexibler Arbeitsformen. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 79, H. 1, S. 13-22. DOI:10.5771/0342-300x-2026-1-13

    Abstract

    "Die im Lockdown während der Covid-19-Pandemie etablierten Regelungen zum Homeoffice boten vielen Beschäftigten eine Flexibilität, auf die sie auch nach Ende der Pandemie nicht verzichten wollten. Doch wie ist es um die Akzeptanz von flexiblen Arbeitsformen aufseiten der Unternehmen bestellt? Erfahren Bewerber*innen, die gerne im Homeoffice arbeiten möchten oder nach flexiblen Arbeitszeiten fragen, Nachteile in Bewerbungsfahren? Und unterscheiden sich diese Nachteile möglicherweise nach Branchen und Berufen? Wir beantworten diese Fragen mithilfe eines Feldexperiments, welches wir in unterschiedlichen Berufen und Branchen durchgeführt haben: Hierfür haben wir über 15 000 vergleichbare Initiativbewerbungen an Unternehmen in ganz Deutschland versandt, die sich darin unterschieden, ob der Wunsch nach einer flexiblen Arbeitsform (flexible Arbeitszeit oder Homeoffice) geäußert wurde oder nicht. Die Ergebnisse zeigen, dass Bewerber*innen, die sich flexible Arbeitszeiten oder Arbeit im Homeoffice wünschen, seltener eine positive Rückmeldung erhalten. Obwohl die Unterschiede zwischen Branchen insgesamt relativ gering sind, ist die Akzeptanz von Homeoffice im männerdominierten produzierenden Gewerbe besonders niedrig. Demgegenüber erfahren Bewerber*innen, die sich flexible Arbeitsformen wünschen, in Branchen und Berufen mit akutem Fachkräftemangel keine Nachteile im Erstkontakt mit dem Unternehmen." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Der Zeitaufwand für die Pflege von nahestehenden Personen ist bei Frauen höher als bei Männern (2026)

    Kunaschk, Max ; Schmidtke, Julia ;

    Zitatform

    Kunaschk, Max & Julia Schmidtke (2026): Der Zeitaufwand für die Pflege von nahestehenden Personen ist bei Frauen höher als bei Männern. In: IAB-Forum – Grafik aktuell H. 04.02.2026. DOI:10.48720/IAB.FOO.GA.20260204.01

    Abstract

    "Ein Großteil der pflegebedürftigen Personen in Deutschland wird zuhause von nahestehenden Personen gepflegt, die diese Pflegetätigkeit nicht im Rahmen ihrer Erwerbstätigkeit ausüben. Frauen verbringen im Durchschnitt wöchentlich mehr Zeit mit dieser sogenannten informellen Pflege als Männer – gleichzeitig arbeiten sie im Rahmen ihrer Erwerbstätigkeit vergleichsweise weniger Stunden pro Woche." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    Beteiligte aus dem IAB

    Kunaschk, Max ; Schmidtke, Julia ;
    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Schedule control and work hours: the role of gender and flexibility stigma across European countries (2026)

    Leshchenko, Olga ;

    Zitatform

    Leshchenko, Olga (2026): Schedule control and work hours: the role of gender and flexibility stigma across European countries. In: Community, work & family, S. 1-25. DOI:10.1080/13668803.2026.2624781

    Abstract

    "Flexible working arrangements, including control over one's schedule, aim to enhance workers’ well-being and work-life balance. However, flexible working can be perceived negatively or stigmatized in some contexts, undermining the potential benefits of flexible work use. This study investigates how flexible working time relates to weekly work hours across European countries, considering variations in flexibility stigma, gender, and parental status. Drawing on data from the European Social Survey 2021 and Eurobarometer Flash Survey on Work-Life Balance 2018, multilevel modeling with cross-level interactions reveals several key patterns. At the individual level, there is a gendered compensation mechanism: men work more hours when having schedule control, while women's hours are similar across working time arrangements. Mothers consistently work fewer hours, with a more substantial gap between mothers and non-mothers among those with schedule control. No such gap exists for men. At the contextual level, higher flexibility stigma is linked to longer work hours only for men with schedule control, suggesting that men may overcompensate for negative perceptions by working more time. These findings support the flexibility paradox: rather than optimizing work hours, flexible arrangements may intensify work demands, particularly for men. This tendency can exacerbate gender disparities in the workplace." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Fragmentierte Arbeitszeiten bedeuten Überstunden und Wunsch nach kürzeren Arbeitszeiten (2026)

    Lott, Yvonne ;

    Zitatform

    Lott, Yvonne (2026): Fragmentierte Arbeitszeiten bedeuten Überstunden und Wunsch nach kürzeren Arbeitszeiten. (WSI Policy Brief / Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut 100), Düsseldorf, 19 S.

    Abstract

    "Die gesetzliche Begrenzung des Arbeitstages auf acht Stunden wird von Ar beitgeberverbänden und Teilen der Politik zur Disposition gestellt. Die Forderung: die Einführung einer wöchentlichen anstelle einer täglichen Höchstarbeitszeit. Eine solche Reform könnte längere Arbeitstage von über zehn Stunden ermöglichen. [...] In der politischen Debatte wird eine solche Fragmentierung der Erwerbsarbeitszeit oft als Chance gesehen: Sie könnte Beschäftigten, insbesondere Frauen und Müttern, helfen, Erwerbsarbeit und private Verpflichtungen besser zu vereinbaren und so ihre vertraglichen Arbeitszeiten auszuweiten. Damit könnte das Fachkräftepotenzial besser ausgeschöpft werden. [...] Die Ergebnisse zeigen, dass fragmentierte Erwerbsarbeitszeiten nicht mit einer Verlängerung der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit verbunden sind, sondern zu mehr Überstunden führen. Wer den Arbeitstag fragmentiert, wünscht sich kürzere Erwerbsarbeitszeiten. Das spricht eher für eine Mehrbelastung durch Fragmentierung als für Erholung und eine gute Work-Life Balance." (Textauszug, IAB-Doku)

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Mehr Zeit oder mehr Geld?: Nutzungsmuster tariflicher Wahloptionen und betriebliche Rahmenbedingungen (2026)

    Mellies, Alexandra; Lott, Yvonne ; Abendroth, Anja ; Ruf, Kevin ; Zimmermann, Florian ;

    Zitatform

    Mellies, Alexandra, Anja Abendroth, Florian Zimmermann, Kevin Ruf & Yvonne Lott (2026): Mehr Zeit oder mehr Geld? Nutzungsmuster tariflicher Wahloptionen und betriebliche Rahmenbedingungen. (WSI Policy Brief / Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut 94), Düsseldorf, 24 S.

    Abstract

    "Beschäftigte brauchen Arbeitszeitsouveränität, um Arbeit mit familiären bzw. privaten Verpflichtungen und Aktivitäten vereinbaren zu können. Tarifliche Wahloptionen geben Beschäftigten mehr Zeit für diese Aktivitäten, allen voran Zeit für Hobbies, soziale Kontakte und Selbstfürsorge. Die Studie macht deutlich, dass tarifliche Regelungen die Nutzung von Arbeitszeitarrangements zu legitimieren scheinen und bestehende Hürden, die typischerweise bei der Nutzung der klassischen Teilzeit im Betrieb bestehen (Klenner/Lott, 2016), reduzieren. Selbst Männer, die von einer Arbeitszeitverkürzung aufgrund dieser Hürden meist absehen (Lott/Klenner 2018), entscheiden sich im Rahmen der tariflichen Wahloptionen häufig für mehr Zeit statt Geld. Dies unterstreicht die Bedeutung tarifvertraglicher Regelungen. Tarifliche Wahloptionen können insbesondere dort einen wichtigen Beitrag leisten, wo aufgrund der Arbeitsorganisation und -bedingungen nur wenige oder keine anderen Flexibilisierungsmaßnahmen (z. B. Gleitzeit und Homeoffice) zur Verfügung stehen. Die Wahloptionen können in solchen Fällen ein Weg sein, bestehende Unterschiede in den Möglichkeiten für mehr Zeitsouveränität innerhalb der Belegschaften zumindest teilweise auszugleichen. Dadurch stärken sie die Arbeitssouveränität dieser Beschäftigtengruppe. Die tariflichen Wahloptionen sind damit ein wichtiges Instrument, um mehr Zeitgerechtigkeit im Arbeitsleben zu erreichen. Umso wichtiger ist es daher, dass die Bundesregierung die Tarifbindung stärkt und damit zu einer Verbreitung der tariflichen Wahloptionen beiträgt. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass bereits unter den heutigen Arbeitsbedingungen ein erheblicher Bedarf an zusätzlicher Zeit besteht – und zwar nicht nur für familiäre Verpflichtungen, sondern vor allem für Hobbys, soziale Kontakte und Selbstfürsorge. Diese Bereiche sind eng mit der physischen und psychischen Gesundheit verknüpft. Angesichts steigender Fehlzeiten vor allem aufgrund psychischer Erkrankungen (DAK 2025) und wachsender Krankenkassenbeiträge, die auch darauf zurückgehen, dass Prävention bislang kaum gefördert wird, können tarifliche Wahloptionen einen wichtigen präventiven Beitrag leisten. Es ermöglicht Beschäftigten, Belastungen frühzeitig zu reduzieren und damit Risiken wie Erschöpfung oder Burnout vorzubeugen. Für die Politik ergibt sich daraus eine klare Botschaft: Zeitpolitik ist Vereinbarkeits- und Gesundheitspolitik und keine Lifestyle-Entscheidung der Beschäftigten. Modelle, die Beschäftigten Zeitsouveränität eröffnen, sollten daher gezielt ausgebaut und weiterentwickelt werden. Die Tarifvertragsparteien sind hier bereits vorangegangen; nun ist der Gesetzgeber gefordert, diese Ansätze rechtlich abzusichern und für alle Beschäftigten zugänglich zu machen. Entsprechende Vorschläge wie das Wahlarbeitszeitgesetz des Deutschen Juristinnenbundes oder das Optionszeitenmodell liegen vor. Anstatt also auf eine Verlängerung der Erwerbsarbeitszeiten und eine Ausweitung des Direktionsrecht des Arbeitgebers durch die Abschaffung der täglichen Arbeitszeitgrenze zu setzen oder gar das Recht auf Teilzeit einzuschränken, wie es aktuell der Wirtschaftsflügel der CDU fordert und damit die Risiken für Vereinbarkeit, Gesundheit und sozialen Zusammenhalt zu verschärfen, ist es an der Zeit, für echte Zeitsouveränität zu sorgen." (Textauszug, IAB-Doku)

    Beteiligte aus dem IAB

    Ruf, Kevin ; Zimmermann, Florian ;
    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Zusammenhänge zwischen mentaler Care-Arbeit und psychischer Gesundheit bei Frauen und Männern in Deutschland: Übersetzung und Validierung einer deutschsprachigen Version des „Invisible Family Load Scale“ zur Messung mentaler Care-Arbeit (2026)

    Mülder, Lina Marie ; Wiczorek, Rebecca ; Hirschberger, Gina Marie ;

    Zitatform

    Mülder, Lina Marie, Gina Marie Hirschberger & Rebecca Wiczorek (2026): Zusammenhänge zwischen mentaler Care-Arbeit und psychischer Gesundheit bei Frauen und Männern in Deutschland. Übersetzung und Validierung einer deutschsprachigen Version des „Invisible Family Load Scale“ zur Messung mentaler Care-Arbeit. In: Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie, Jg. 70, H. 3, S. 113-125. DOI:10.1026/0932-4089/a000465

    Abstract

    "Ziel dieser Arbeit war die Untersuchung der Unterschiede zwischen Männern und Frauen in Deutschland bezüglich der Verteilung mentaler Care-Arbeit und ihres Einflusses auf die psychische Gesundheit. Zur Beantwortung dieser Forschungsfragen wurde der Fragebogen mentale Care-Arbeit, eine deutsche Version der Invisible Family Load Scale von Wayne et al., entwickelt und validiert. Er differenziert zwischen emotionaler, kognitiver und organisatorischer Care-Arbeit. Eine Stichprobe von 502 Eltern beantwortete Fragen zur mentalen Care-Arbeit sowie zu Stress, Depressivität, emotionaler Erschöpfung und Wohlbefinden. Die Auswertung zeigte, dass Frauen mehr mentale Care-Arbeit verrichten als Männer, dass diese negativ mit der psychischen Gesundheit korreliert und dies vor allem auf die emotionale Care-Arbeit zurückzuführen ist. Das Geschlecht moderiert diesen Zusammenhang. Männer, die wenig mentale Care-Arbeit leisten, sind dadurch psychisch überproportional beansprucht, während das bei Frauen der Fall ist, die viel leisten. Die Relevanz der emotionalen Care-Arbeit und die Geschlechterunterschiede bezüglich psychischer Gesundheit werden diskutiert." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Educational attainment, gender, and the change in access to schedule flexibility in Europe and the United States (2026)

    Paek, Eunjeong ;

    Zitatform

    Paek, Eunjeong (2026): Educational attainment, gender, and the change in access to schedule flexibility in Europe and the United States. In: Social science research, Jg. 135. DOI:10.1016/j.ssresearch.2026.103309

    Abstract

    "In this study, I examine whether workers’ access to employee-driven schedule flexibility increased from 1997 to 2015 and how trends in access vary across 11 European countries and the United States. Building on studies of stratification and gender, I decompose trends in schedule flexibility into compositional and coefficient changes associated with educational attainment and gender. Findings show that the cross-national disparity in access to schedule flexibility increased from 1997 to 2015 because access to schedule flexibility grew most in countries already reporting higher access in 1997. The increase in the share of highly educated male workers is a key source of the growth of access to schedule flexibility in Denmark, Norway, Germany, and Sweden. This study helps us understand various trends in schedule flexibility and the implications of changing labor force composition for the uneven diffusion of family-friendly workplace practices." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2026 Elsevier Inc. All rights are reserved, including those for text and data mining, AI training, and similar technologies.) ((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    The effects of disability and caregiving on work and perceptions of economic insecurity in Sweden, Italy, Germany, and the UK (2026)

    Pettinicchio, David; Maroto, Michelle ;

    Zitatform

    Pettinicchio, David & Michelle Maroto (2026): The effects of disability and caregiving on work and perceptions of economic insecurity in Sweden, Italy, Germany, and the UK. In: European Societies, S. 1-32. DOI:10.1162/euso.a.101

    Abstract

    "Disability is associated with a range of structural disadvantages facing individuals and households alike. Drawing from a recent online cross-national survey of Germany, Italy, Sweden, and the UK, we explore the relationships between disability, caregiving, employment, and perceived economic insecurity. We examine whether having a household member with disabilities increases the likelihood of caregiving, and whether both disability and caregiving shape employment outcomes as well as perceptions of economic insecurity. In addition to finding that people with disabilities are less likely to work, we also find that individuals living in households with a disabled member are significantly more likely to engage in caregiving activities, which contributes to reduced employment. As a result, households that included a member with a disability tended to experience greater economic insecurity. We also find that instances of providing care and perceptions of economic insecurity are comparatively greater in Italy. Together, these findings point to important family and caregiving dynamics and their relationship to work and feelings of economic security in different policy contexts." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Nonstandard work schedules and work-life balance in dual-earner households: The role of parenthood (2026)

    Resendez, Sarahi; Li, Jianghong ; Pollmann-Schult, Matthias ;

    Zitatform

    Resendez, Sarahi, Jianghong Li & Matthias Pollmann-Schult (2026): Nonstandard work schedules and work-life balance in dual-earner households: The role of parenthood. In: Journal of Family Research, Jg. 38, S. 1-22. DOI:10.20377/jfr-1259

    Abstract

    "Objective: This study examines whether nonstandard work schedules (NSWS) improve or hinder work-life balance (WLB) for parents and non-parents in dual-earner households. Background: Previous research shows that NSWS can negatively affect workers' well-being. However, less is known about whether and to what extent these effects differ between parents and childless individuals. Method: Using data from the first wave of the German Family Demography Panel Study (FReDA), linear regression models are applied to assess whether the effect of NSWS on WLB is influenced by family circumstances. Results: Parenthood is generally associated with lower WLB. However, the negative association between NSWS and WLB is more pronounced among childless workers. Notably, mothers of young children (ages 0-5), as well as fathers of school-aged children (ages 6-12) working NSWS report higher WLB than their childless counterparts. Conclusion: Parents with NSWS in dual-earner households do not necessarily experience lower WLB than childless workers. In some cases, NSWS may even help parents better reconcile work and family responsibilities." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Challenging the “Ideal Worker” Norm? Senior Managers Navigating Reduced Hours Working (2026)

    Tomlinson, Jennifer ; Warren, Stella ; Durbin, Susan ; Daly, Jack ;

    Zitatform

    Tomlinson, Jennifer, Susan Durbin, Stella Warren & Jack Daly (2026): Challenging the “Ideal Worker” Norm? Senior Managers Navigating Reduced Hours Working. In: Gender, work & organization, S. 1-13. DOI:10.1111/gwao.70231

    Abstract

    "Reduced hours working at senior management levels remains rare and little is known about how it can be utilized effectively in organizations. This article focuses upon two forms of reduced hours working among a sample of 42 senior executives and managers: reduced hours and job share partnerships. In contrast to earlier research, this study found greater optimism among senior managers who worked reduced hours regarding their career prospects but also high levels of work intensification and a tendency to work on non-working days. In contrast, job share partnerships enabled managers to feel they were more able to contain work, facilitating a greater sense of work-life balance and wellbeing. Drawing upon Acker's “ideal worker” concept, we argue that job share partnerships challenge the dominant “ideal” career narrative and offer a route to sustainable careers and enhanced wellbeing, to the benefit of individuals and organizations." (Author's abstract, IAB-Doku, Published by arrangement with John Wiley & Sons) ((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Homeoffice und Betriebsrat - Ein Kommunikationskonzept (2026)

    Wirth, Carsten ;

    Zitatform

    Wirth, Carsten (2026): Homeoffice und Betriebsrat - Ein Kommunikationskonzept. (Working paper Forschungsförderung / Hans Böckler Stiftung 414), Düsseldorf, 110 S.

    Abstract

    "Die Folgen von Homeoffice-Arbeit auf die Arbeitsbeziehungen sind bislang wenig erforscht. Dieses Working Paper untersucht, welche Herausforderungen von Homeoffice-Arbeit Betriebsräte wahrnehmen und wie sich ihre Praxis mit Bezug zu Homeoffice-Arbeitenden verändert. Die Ergebnisse zeigen, dass Betriebsräte ihre Praxis zunächst durch eine Teil-Virtualisierung ihrer Interessenvertretungsarbeit auf Homeoffice-Arbeitende ausrichten. Später entstehen als Folge von Konflikten zwei unterschiedliche Muster der Interessenvertretungspraxis: ein präsenzorientiertes und eines als Interessenvertretung mobil Arbeitender. Beide Muster generieren die Stabilität der Institution "Betriebsrat" durch Wandel." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Does the 'right to request' flexible work policy influence men’s and women’s uptake of flexible working and well-being: findings from the UK Household Longitudinal Study (2026)

    Xue, Baowen ; Chung, Heejung ; Gu, Ran ; McMunn, Anne ;

    Zitatform

    Xue, Baowen, Heejung Chung, Ran Gu & Anne McMunn (2026): Does the 'right to request' flexible work policy influence men’s and women’s uptake of flexible working and well-being: findings from the UK Household Longitudinal Study. In: Journal of Epidemiology and Community Health, Jg. 80, H. 1, S. 17-24. DOI:10.1136/jech-2025-224166

    Abstract

    "Background: The ‘right to request’ flexible working policy has been gradually extended and, by 2014, extended to cover all workers with at least 26 weeks of continuous employment. The impact of these policy changes is unclear. This research aims to assess the effects of the 2014 policy reform on the uptake of flexible working and its impact on health and well-being, focusing on gender differences. Methods: Data were drawn from waves 2, 4, 6, 8 and 10 of the UK Household Longitudinal Study (2010–2020). We employed a doubly robust difference-in-differences method to estimate the average treatment effects on the treated of the 2014 policy reform. This analysis examined the effects on the uptake of flexible working, mental and physical health, and satisfaction with life, job and leisure. Findings: The 2014 policy reform increased women’s uptake of reduced hours work arrangements, with the effect growing stronger over time. However, no increase in uptake was observed among men. No strong effects were found for flexitime or teleworking arrangements for either men or women. Additionally, the policy reform resulted in a reduction in psychological distress and improved life satisfaction among women. Conclusions: The reduction in women’s psychological distress and improved life satisfaction might be partly explained by the increased women’s uptake of reduced hours arrangements, which may have enabled women to better meet their family care demands. However, even the gender-neutral policies on flexible working may inadvertently exacerbate gender inequalities in labour force participation by pushing women more into part-time work." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Betriebliche Arbeitszeitflexibilität – Individuelle Arbeitszeitoptionen (2025)

    Bispinck, Reinhard;

    Zitatform

    Bispinck, Reinhard (2025): Betriebliche Arbeitszeitflexibilität – Individuelle Arbeitszeitoptionen. (Analysen zur Tarifpolitik / WSI, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut), Düsseldorf, 135 S.

    Abstract

    "Die Tarifvertragsparteien entwickeln seit Jahrzehnten – mal mehr, mal weniger konfliktreich – ein bran-chenspezifisches Regelwerk für die Arbeitszeit und ihre betriebliche Gestaltung. Dabei finden sie immer wieder einen Kompromiss zwischen den betrieblichen Flexibilitätsforderungen und den Arbeitszeitinteressen der Beschäf-tigten. Das Arbeitszeitgesetz bildet die gesetzliche Basis, dabei werden die dort zugelassenen Abweichungsmög-lichkeiten durchaus genutzt. Die tarifliche Regelungsdichte und -intensität ist mit Blick auf die Tarifvertragsland-schaft insgesamt sehr unterschiedlich." (Textauszug, IAB-Doku)

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Redefining retirement: a sequence analysis of how older adults extend working life in Sweden (2025)

    Brydsten, Anna ; Stattin, Mikael ;

    Zitatform

    Brydsten, Anna & Mikael Stattin (2025): Redefining retirement: a sequence analysis of how older adults extend working life in Sweden. In: Ageing & Society, Jg. 45, H. 12, S. 2702-2724. DOI:10.1017/s0144686x2510024x

    Abstract

    "Increasingly, older adults are redefining retirement by combining part-time employment with pension benefits, that is, becoming ‘working retirees’. This trend highlights socio-economic inequalities: some working retirees use part-time employment as a bridge to full retirement, while others must remain employed to prevent old-age poverty. However, little is known about how these work-retirement transitions unfold over time or the socio-economic factors that shape them. This knowledge gap is problematic because understanding the socio-demographic influences on these trajectories is essential for addressing inequalities in later-life employment and retirement security. This study examines transitions from work to retirement by following individuals from their 50s into their 70s and analysing the socio-demographic factors that differentiate these trajectories. It identifies the various pathways that older workers take when exiting the labor force and analyzes how prior life course factors – including education, occupational status, career field, civil status, number of children and disposable income – predict the likelihood of following each work–retirement trajectory. The results reveal two distinct work–retirement trajectories: one reflects status maintenance, with higher income and education, white-collar and often men; the other reflects financial necessity, with lower income, children at home, no partner and often women. More advantaged working retirees experience greater employment changes in late life, highlighting the diversity of late-life careers. These findings suggest a broader range of extended work–life pathways than previously recognized and emphasize the need for policies that account for gendered and economic disparities in work and family responsibilities to ensure equitable and sustainable retirement transitions." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Eltern in der Rushhour des Lebens entlasten: die dynamische Familienarbeitszeit (2025)

    Bujard, Martin ; Kleinschrot, Leonie ;

    Zitatform

    Bujard, Martin & Leonie Kleinschrot (2025): Eltern in der Rushhour des Lebens entlasten. Die dynamische Familienarbeitszeit. Bonn, 36 S.

    Abstract

    "Was wünschen sich Familien? Aktuelle Befunde zeigen deutlich: In der „Rushhour des Lebens“ fehlt ihnen vor allem eines – Zeit. Besonders in den Jahren, in denen Kinder klein sind, verdichten sich Erwerbs- und Sorgearbeit. In dieser Phase entwickelt sich in vielen heterosexuellen Partnerschaften eine klare Arbeitsteilung: Mütter reduzieren ihre Erwerbsarbeit deutlich und dauerhaft, Väter arbeiten in dieser Phase deutlich mehr Stunden als gesellschaftlich ideal. Die Analyse zeigt: Zwischen Ideal und Realität klafft ein deutlicher Zeit-Gap, der sich mit dem Alter der Kinder verändert und langfristige Ungleichheiten prägt. Dieser Beitrag zeichnet nach, wie sich die zeitliche Belastung von Eltern im Lebensverlauf entwickelt. Er beleuchtet normative Vorstellungen und zeigt anhand aktueller Daten, was sich Familien wünschen und wie die Rushhour des Lebens entzerrt werden könnte. Im Zentrum steht der Vorschlag der Dynamischen Familienarbeitszeit – ein Instrument, das Eltern in der Rushhour des Lebens systematisch entlasten und eine partnerschaftliche Arbeitsteilung fördern kann." (Verlagsangaben, IAB-Doku)

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Work schedules (2025)

    Devaro, Jed ;

    Zitatform

    Devaro, Jed (2025): Work schedules. In: Journal of Economic Behavior & Organization, Jg. 238. DOI:10.1016/j.jebo.2025.107209

    Abstract

    "In a new model of work schedules, employers choose the number of working hours and either assign the specific hours worked or let workers choose their preferred hours via flextime. Workers’ preferences over schedules, and their tendencies to fatigue from long shifts, influence their productivities. An inverted-U-shaped hours-output profile arises. Flextime policies shift its peak rightward. Long hours go hand-in-hand with flextime. The employer finds flextime less appealing when wages exogenously increase. Analysis of a worker-employer matched panel of British workplaces in 2004 and 2011 reveals that flextime and other flexible work practices mitigate the productivity erosion from long hours." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2025 Elsevier B.V. All rights are reserved, including those for text and data mining, AI training, and similar technologies.) ((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Wie steht es um die Gesundheit pflegender erwerbstätiger Personen?: Analyse einer Erwerbstätigenbefragung mittels Propensity Score Matching (2025)

    Elling, Jan Mathis ; Hetzel, Christian ; Hampel, Sarah; Ollertz, Greta; von Spee, Adelheid;

    Zitatform

    Elling, Jan Mathis, Christian Hetzel, Sarah Hampel, Adelheid von Spee & Greta Ollertz (2025): Wie steht es um die Gesundheit pflegender erwerbstätiger Personen? Analyse einer Erwerbstätigenbefragung mittels Propensity Score Matching. In: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, Jg. 58, H. 4, S. 296-302. DOI:10.1007/s00391-024-02387-0

    Abstract

    "Hintergrund: Der Großteil der pflegebedürften Menschen in Deutschland wird zu Hause von Angehörigen oder anderen Bezugspersonen gepflegt. Viele informell Pflegende sind zudem erwerbstätig und stehen somit vor der Herausforderung, die Anforderungen beider Lebensbereiche zu vereinbaren. Dabei besteht die Gefahr, dass die eigene Gesundheit der Pflegenden leidet. Fragestellungen: (1) Inwiefern steht eine Pflegeverantwortung im privaten Umfeld bei Erwerbstätigen mit gesundheitlichen Beschwerden im Zusammenhang? (2) Innerhalb der Gruppe der pflegenden erwerbstätigen Personen, inwiefern stehen der Umfang von informeller Pflege und Erwerbsarbeit mit gesundheitlichen Beschwerden im Zusammenhang? Material und Methoden: Die Datenbasis dieser Sekundärdatenanalyse ist die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018. Um systematische Strukturunterschiede zwischen Pflegenden und Nichtpflegenden in den Analysen zu berücksichtigen, wurde das Propensity Score Matching angewendet. Ergebnisse und Diskussion: Pflegende Erwerbstätige haben häufiger psychosomatische und körperliche Beschwerden als Erwerbstätige ohne Pflegeverantwortung. Erwerbsarbeitszeit und Pflegeumfang stehen in Beziehung zueinander, und ein hoher Umfang in beiden Lebensbereichen ist mit schlechterer Gesundheit assoziiert. Schlussfolgerung: Personen, die neben ihrer Berufstätigkeit Pflegeaufgaben übernehmen, sind häufig gesundheitlich belastet. Daher sind gezielte Interventionen zur Gesundheitsförderung notwendig, um diese Gruppe zu unterstützen und ihre Gesundheit zu verbessern." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Arbeitszeiten – Chancen und Herausforderungen für die Vereinbarkeit: eine geschlechts- und elternspezifische Betrachtung (2025)

    Entgelmeier, Ines; Nold, Johanna;

    Zitatform

    Entgelmeier, Ines & Johanna Nold (2025): Arbeitszeiten – Chancen und Herausforderungen für die Vereinbarkeit. Eine geschlechts- und elternspezifische Betrachtung. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 78, H. 1, S. 47-55. DOI:10.5771/0342-300X-2025-1-47

    Abstract

    "Anhand von Auswertungen der Arbeitszeitbefragung 2023 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zeigt dieser Beitrag, dass sich Arbeitszeiten von Männern und Frauen mit und ohne Kind deutlich hinsichtlich ihrer Länge, Lage sowie zeitlicher und räumlicher Flexibilität unterscheiden. Männer und Väter haben längere Arbeitszeiten, leisten mehr Überstunden und arbeiten häufiger zu atypischen Zeiten als Frauen und Mütter. Männer und Väter verfügen zudem häufiger über Flexibilitätsmöglichkeiten. Sie haben häufiger Einfluss auf den Beginn und das Ende ihrer Arbeitszeit und darauf, an welchen Tagen sie von zu Hause arbeiten können. Frauen und Mütter arbeiten nach wie vor deutlich häufiger in Teilzeit als Männer und Väter und geben als Hauptgrund dafür familiäre Verpflichtungen an. Trotz höherer arbeitszeitlicher Anforderungen bewerten Männer mit und ohne Kind ihre Work-Life-Balance besser als Frauen mit und ohne Kind." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Unpredictable Work Schedules and Gender Divisions of Domestic Labor (2025)

    Fuller, Sylvia ; Cai, Manlin ; Doucet, Andrea ; Petts, Richard ; Reimer, Thordis ; Kurowska, Anna ; Lero, Donna ;

    Zitatform

    Fuller, Sylvia, Manlin Cai, Richard Petts, Andrea Doucet, Anna Kurowska, Donna Lero & Thordis Reimer (2025): Unpredictable Work Schedules and Gender Divisions of Domestic Labor. In: Work and occupations, S. 1-44. DOI:10.1177/07308884251390866

    Abstract

    "Unpredictable work schedules dictated by employers can be difficult to reconcile with parental obligations. As such, they may motivate different strategies for managing and dividing domestic labor among partnered parents. Drawing on pooled cross-national survey data of dual-earner heterosexual parents of young children in Canada, Germany, Poland, Italy, Sweden, and the United States, we investigate the relationship between the predictability of parental work schedules and divisions of housework and childcare. Analyses reveal stronger adaptations in childcare than housework, with results suggesting that when parental availability is uncertain, families tend to rely more often on the partner with a regular schedule to manage and meet children's needs. When both parents have unpredictable schedules, fathers also take on a greater share of childcare. The implications of fathers’ unpredictable schedules thus differ depending on whether the mother also works an unpredictable schedule, highlighting the importance of analyzing parents’ schedules together. Household economic security and gender egalitarian attitudes around fathers’ caregiving also condition the relationship between unpredictable schedules and divisions of domestic labor. Overall, findings highlight the need to expand understanding of time availability in research on domestic labor beyond total work hours to wider and more relational temporal dimensions." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Zunehmende Flexibilisierung der Arbeitszeit: Höchststand von 473 Millionen Stunden auf Kurzzeitkonten (2025)

    Hartl, Tobias ; Wanger, Susanne ; Warning, Anja; Weber, Enzo ;

    Zitatform

    Hartl, Tobias, Susanne Wanger, Anja Warning & Enzo Weber (2025): Zunehmende Flexibilisierung der Arbeitszeit: Höchststand von 473 Millionen Stunden auf Kurzzeitkonten. (IAB-Kurzbericht 12/2025), Nürnberg, 8 S. DOI:10.48720/IAB.KB.2512

    Abstract

    "Erstmals werden hier gesamtwirtschaftliche repräsentative Daten über die Stundenzahl auf den sogenannten Gleitzeit- oder Kurzzeitkonten der Beschäftigten in Deutschland vorgelegt. Über alle Wirtschaftszweige hinweg gab es im vierten Quartal 2023 einen positiven Saldo von insgesamt 473 Millionen Stunden auf diesen Konten. Das waren 150 Millionen Stunden mehr als im Jahr 2013. Die Bedeutung von Arbeitszeitkonten ist im Zeitverlauf gestiegen. Das zeigt auch der zunehmende Anteil der Betriebe und Verwaltungen, die diese nutzen." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    Beteiligte aus dem IAB

    Wanger, Susanne ; Warning, Anja; Weber, Enzo ;
    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Tailored to Women, Provided to Men? Gendered Occupational Inequality in Access to Flexible Working-Time Arrangements (2025)

    Jacobi, Aljoscha ; Naujoks, Tabea ; Hamjediers, Maik ;

    Zitatform

    Jacobi, Aljoscha, Maik Hamjediers & Tabea Naujoks (2025): Tailored to Women, Provided to Men? Gendered Occupational Inequality in Access to Flexible Working-Time Arrangements. In: Social indicators research, Jg. 176, H. 3, S. 1179-1205. DOI:10.1007/s11205-024-03483-9

    Abstract

    "Numerous policy-makers and social scientists promote flexible working as a means to reconcile work and family life, often explicitly targeting women. Accordingly, one might expect that flexible working-time arrangements are more prevalent in occupations with a high share of female employees. Yet, previous evidence indicates the opposite. To address this puzzle, we investigate the occupational opportunity structures for flexible working. A devaluation argument proposes that employers perceive female-typed work as being of lower value, thus inhibiting the provision of flexible working-time arrangements in tfemale-dominated occupations. We evaluate this argument against alternative explanations, namely differences in the ability to bargain for flexible working and in structural or practical barriers to flexible working. Descriptive results based on German panel data (GSOEP, 2003 –2017) enriched with occupational-level information confirm that female-dominated occupations provide the least access to flexible work. Linear probability models with yearly fixed-effects indicate that power resources and structural barriers account for differences in flexible working between male-dominated and integrated occupations; yet an unexplained disadvantage for female-dominated occupations remains. Moreover, this disadvantage has grown between 2003 and 2017. We interpret this result as support of a cultural devaluation of female-dominated occupations in access to flexible working-time arrangements. Our findings highlight that the empirical reality of gendered occupational opportunity structures contradicts the gendered policy discourse on flexible work." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    The impact of work arrangements on the choice to work from home: a discrete-continuous choice experiment (2025)

    Jorck, Gerrit von; Börger, Tobias; Ghirardello, Linda; Praetorius, Barbara; Meyerhoff, Jürgen ;

    Zitatform

    Jorck, Gerrit von, Tobias Börger, Linda Ghirardello, Jürgen Meyerhoff & Barbara Praetorius (2025): The impact of work arrangements on the choice to work from home: a discrete-continuous choice experiment. In: Journal for labour market research, Jg. 59. DOI:10.1186/s12651-025-00419-9

    Abstract

    "An important question regarding the future of working conditions revolves around employees’ choice of whetherto work from home or at their regular workplace. While many employees have become accustomed to working from home during the Covid19 pandemic and want to continue doing so, many employers want them to return to work on-site more intensively. In this study, we conduct a choice experiment with employees in Berlin and Brandenburg in Germany to investigate this rebalancing process. We examine how employers can influence employees ’ decision to either work from home or on-site and how the allocationof workdays between home and the regular workplace reacts to a set of work arrangements for different occupational groups. These work arrangements include flexible working hours, fixed desks, canteens, the presence of colleagues on-site, and an employer allowance for days worked from home. The results show that the most important incentive to work from home is produced by the employer allowance for working from home. The most important pull factors for working at the regular workplace are the provision of both a fixed, own desk and flexible working hours granted during days worked on-site. Overall, however, the impact of work arrangements on the choice to work from home or on-site is rather small." (Author's abstract, IAB-Doku)((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Das ökonomische Potenzial der Familienpolitik. Policy Paper: Vereinbarkeit als Wachstumschance. Erstellt im Rahmen des Unternehmensprogramms „Erfolgsfaktor Familie“ vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2025)

    Juncke, David; Weßler-Poßberg, Dagmar;

    Zitatform

    Juncke, David & Dagmar Weßler-Poßberg (2025): Das ökonomische Potenzial der Familienpolitik. Policy Paper. Vereinbarkeit als Wachstumschance. Erstellt im Rahmen des Unternehmensprogramms „Erfolgsfaktor Familie“ vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Berlin, 27 S.

    Abstract

    "Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern, lohnt sich. Sie ist ein zentraler Hebel, um die Erwerbstätigkeit zu erhöhen und dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken. Damit hat die Familienpolitik der vergangenen Jahre wesentlich zum Wirtschaftswachstum beigetragen. Durch Investitionen in Betreuung und familienfreundliche Arbeitsmodelle stieg die Erwerbstätigkeit von Müttern um 800.000 Vollzeitäquivalente, was sich deutlich auf das Bruttoinlandsprodukt auswirkte. Gelingt es Staat und Wirtschaft gemeinsam, die Erwerbstätigkeit von Müttern weiter zu erhöhen, führt dies auch in Zukunft zu mehr Wachstum. Das zeigt das Policy Paper der Prognos AG zum ökonomischen Potenzial der Familienpolitik." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    The Impact of Sandwich Care on Employment and Well-Being in Germany (2025)

    King, Markus Klaus ; Deindl, Christian ;

    Zitatform

    King, Markus Klaus & Christian Deindl (2025): The Impact of Sandwich Care on Employment and Well-Being in Germany. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Jg. 77, H. 4, S. 825-848. DOI:10.1007/s11577-025-01035-8

    Abstract

    "Informelle Pflege hat in den letzten Jahrzehnten viel Aufmerksamkeit erhalten. In einigen Fällen finden sich Eltern von kleinen Kindern in der Situation wieder, dass die eigenen Eltern (oder andere nahestehende Personen) pflegebedürftig werden und sie die Pflege ihrer Eltern und die Betreuung ihrer Kinder gleichzeitig bewältigen müssen. Dies wird typischerweise als „Sandwichpflege“ bezeichnet. Die Kombination von Kinderbetreuung und informeller Pflege bringt ganz eigene Herausforderungen mit sich. Es ist naheliegend, dass diese Doppelbelastung deutliche Auswirkungen auf die Möglichkeiten hat, am Arbeitsmarkt zu partizipieren, und auch negative gesundheitliche Auswirkungen sind zu erwarten. Anhand von Daten aus den Wellen 2001–2019 des Sozioökonomischen Panels (SOEP) untersuchen wir die Auswirkungen von Kinderbetreuung, informeller Pflege und Sandwichpflege auf das Arbeitseinkommen, die Arbeitszeit, die selbsteingeschätzte Gesundheit und die Lebenszufriedenheit. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Sandwichpflege, insbesondere wenn diese zeitintensiv ist, mit einer Verringerung des Arbeitseinkommens, der Arbeitszeit und der Lebenszufriedenheit verbunden ist. Darüber hinaus konnten wir feststellen, dass die Auswirkungen auf das Einkommen und die Arbeitszeit auch langfristig von Bedeutung sind. Es zeigt sich aber auch, dass ein signifikanter Rückgang des Einkommens und der Lebenszufriedenheit vor allem bei Frauen zu beobachten ist. Pflege ist bei Männern nur bedingt negativ. Insgesamt zeigt sich, dass Sandwichpflege, also die Kombination von Betreuung von Kindern und die Übernahme von Pflegeaufgaben, deutlich belastender ist als Pflege alleine und auch mit stärkeren negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt einhergeht." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Zeitrechte von Beschäftigten und ihre betriebliche Umsetzung: Ergebnisse einer quantitativen Betriebsbefragung (2025)

    Kümmerling, Angelika; Rinke, Timothy;

    Zitatform

    Kümmerling, Angelika & Timothy Rinke (2025): Zeitrechte von Beschäftigten und ihre betriebliche Umsetzung. Ergebnisse einer quantitativen Betriebsbefragung. (IAQ-Report 2025-05), Duisburg, 20 S. DOI:10.17185/duepublico/83593

    Abstract

    "Arbeitnehmerbezogene Zeitrechte und tarifliche Wahloptionen zur temporären Arbeitszeitverkürzung sind in deutschen Betrieben weit verbreitet. Nur in weniger als 2 % der Betriebe ab 50 Beschäftigten wurde in den letzten fünf Jahren kein Gebrauch von diesen Möglichkeiten gemacht. Die Elternzeit ist das von den Beschäftigten am häufigsten genutzte Zeitrecht. Auch tarifliche Wahloptionen sind weit verbreitet, während Pflegezeiten kaum in Anspruch genommen werden. Mehr als 40 % der Betriebe berichten, dass sie Anfragen nach temporärer Arbeitszeitreduzierung auch mittels informeller Absprachen regeln. Die Vielfalt arbeitnehmerbezogener Zeitrechte, ihre unterschiedlichen Ankündigungsfristen und Bestimmungen, fordert die Betriebe heraus, die Ausfallzeiten zu kompensieren. Interne Vertretungen, Mehrarbeit und flexible Arbeitszeitmodelle sind die von Betrieben am häufigsten gewählte und als besonders effektiv bewertete Kompensationsmaßnahme." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Zur Nutzung von Zeitrechten und Zeitoptionen in deutschen Betrieben: Ergebnisse einer quantitativen Betriebsbefragung (2025)

    Kümmerling, Angelika; Rinke, Timothy;

    Zitatform

    Kümmerling, Angelika & Timothy Rinke (2025): Zur Nutzung von Zeitrechten und Zeitoptionen in deutschen Betrieben. Ergebnisse einer quantitativen Betriebsbefragung. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 78, H. 2, S. 132-138. DOI:10.5771/0342-300x-2025-2-132

    Abstract

    "Die Anzahl an gesetzlichen, tarif‌‌lichen und betrieblichen Zeitrechten wie Elternzeit, Pflegezeit und Wahloptionen hat in den letzten Jahren in Deutschland zugenommen. Wenig ist jedoch darüber bekannt, wie häufig diese Zeitrechte von Arbeitnehmer*innen in Anspruch genommen werden und wie Personalverantwortliche die Zeitrechte einschätzen. Dieser Beitrag zielt darauf ab, die existierende Lücke anhand der Ergebnisse einer eigenen Befragung von Betrieben ab 50 Beschäftigten (n = 1015) zu schließen. Unsere Studie zeigt, dass die Nutzung von Zeitrechten weit verbreitet ist. Zwei Drittel der befragten Betriebe berichten, dass in den letzten fünf Jahren drei oder mehr Zeitrechte von den Beschäftigten in Anspruch genommen wurden. Dabei variiert die Nutzung von Zeitrechten sowohl nach Art des Zeitrechts als auch nach betrieblichen Merkmalen wie Betriebsgröße, Branche, betriebliche Mitbestimmung und Betriebsdemografie. Die befragten Personalverantwortlichen sehen in der Nutzung von Zeitrechten und -optionen einen positiven Beitrag zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität, zur Bindung von Mitarbeitenden an den Betrieb und zur Förderung der Beschäftigtenzufriedenheit." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Is It Daddy Time Yet? Trends and Variation in Men's Employment Hours Around Childbirth: 1989–2020 (2025)

    Li, Anita ;

    Zitatform

    Li, Anita (2025): Is It Daddy Time Yet? Trends and Variation in Men's Employment Hours Around Childbirth: 1989–2020. In: Demography, Jg. 62, H. 4, S. 1319-1339. DOI:10.1215/00703370-12157124

    Abstract

    "Scholars continue to debate the progress of the gender revolution. Some argue that the gender revolution is stalled, whereas others see an emerging second half marked by men's increased involvement in the home. Using longitudinally linked monthly data from the 1989–2020 Current Population Survey, I show that U.S. fathers from more recent cohorts worked fewer hours around the time of a childbirth than earlier cohorts—evidence consistent with the second half of the gender revolution. The magnitude of change is modest but is larger among college-educated men, men with a college-educated partner, and men in dual-earner households. Changes across cohorts are entirely accounted for by men's increasing reports of parental leave usage. Findings shed light on the changing relationship between parenthood and work for men and suggest continued steps toward gender equality." (Author's abstract, IAB-Doku, © Springer-Verlag) ((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Parental Exposure to Work Schedule Instability and Child Sleep Quality (2025)

    Logan, Allison ; Schneider, Daniel ;

    Zitatform

    Logan, Allison & Daniel Schneider (2025): Parental Exposure to Work Schedule Instability and Child Sleep Quality. In: Work, Employment and Society, Jg. 39, H. 1, S. 64-90. DOI:10.1177/09500170241235863

    Abstract

    "Recent scholarship has documented the effects of unstable scheduling practices on worker health and well-being, but there has been less research examining the intergenerational consequences of work schedule instability. This study investigates the relationship between parental exposure to unstable and unpredictable work schedules and child sleep quality. We find evidence of significant and large associations between parental exposure to each of five different types of unstable and unpredictable work scheduling practices and child sleep quality, including sleep duration, variability and daytime sleepiness. We are also able to mediate 35 –50% of this relationship with measures of work–life conflict, parental stress and well-being, material hardship, and child behaviour. These findings suggest that the effects of the temporal dimensions of job quality extend beyond workers to their children, with implications for the mechanisms by which social inequality is reproduced and for social policies intended to regulate precarious and unequal employment conditions." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Mismatch between actual and preferred number of days working from home: parental status, work-family conflict, and stress (2025)

    Love, Jasmine ; Lambert, Katrina A. ; Leach, Liana ; Giallo, Rebecca ; Hokke, Stacey ; Oakman, Jodi ; Doan, Tinh ; Cooklin, Amanda ; Findley, Helen ;

    Zitatform

    Love, Jasmine, Katrina A. Lambert, Amanda Cooklin, Stacey Hokke, Liana Leach, Rebecca Giallo, Tinh Doan, Helen Findley & Jodi Oakman (2025): Mismatch between actual and preferred number of days working from home. Parental status, work-family conflict, and stress. In: Community, work & family, S. 1-22. DOI:10.1080/13668803.2025.2584084

    Abstract

    "This study assessed whether the mismatch between Australian employees actual and preferred number of days working from home is associated with work-to-family conflict, family-to-work conflict and four indicators of stress (burnout, general stress, somatic stress, cognitive stress). Whether these relationships were moderated by parental status was examined. Employees working from home completed online surveys in May 2021 (n = 451), November 2021 (n = 358) and May 2022 (n = 320). The three waves of data were pooled (337 non-parents, 179 parents) and generalised mixed effects models were used. For parents, a mismatch between actual and preferred amount of working from home, particularly working from home less than preferred, was associated with increased work-to-family conflict (but not family-to-work conflict). Working from home more than preferred was associated with increases in all four aspects of stress for parents and non-parents. Working from home less than preferred was associated with increased burnout among non-parents and decreased general stress and cognitive stress among parents. Findings suggest there is no one-size-fits-all approach in how much working from home is optimal, but a mismatch in work from home preferences can have adverse associations with employee wellbeing, particularly work-to-family conflict for parents. Work from home arrangements should be tailored to individual needs." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    The gender gap in working from home after the onset of COVID-19 (2025)

    Marcén, Miriam ; Morales, Marina ;

    Zitatform

    Marcén, Miriam & Marina Morales (2025): The gender gap in working from home after the onset of COVID-19. In: Review of Economics of the Household, Jg. 23, H. 4, S. 1459-1486. DOI:10.1007/s11150-025-09809-x

    Abstract

    "This study examines changes in the gender gap in the take up and intensity of working from home following the unexpected onset of the COVID-19 pandemic. Using data from the American Time Use Survey, we find that working from home became more prevalent among women than men, thus widening the gender gap. Job characteristics played a crucial role in this trend, particularly among private sector workers. The gender gap widened most significantly among young, highly educated individuals and those living with dependents. Moreover, our results suggest that social distancing measures increased working from home time for men but did not have the same effect on women. We also extend our analysis to other work-related outcomes, finding that women experienced less favorable outcomes, particularly an increase in unpredictable or non-standard schedules. Overall, this shift in the gender gap is statistically significant over time and remains robust." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    The Role of Working-From-Home for Maternal Employment Re-Entry after Childbirth (2025)

    Matysiak, Anna ; Kurowska, Anna ; Osiewalska, Beata ;

    Zitatform

    Matysiak, Anna, Beata Osiewalska & Anna Kurowska (2025): The Role of Working-From-Home for Maternal Employment Re-Entry after Childbirth. (Working papers / Faculty of Economic Sciences, University of Warsaw 2025-18), Warsaw, 43 S.

    Abstract

    "This study investigates how work-from-home (WFH) —by mothers and their male partners—shapes maternal employment re-entry after childbirth. Drawing on Conservation of Resources and Boundary Management theories, the study distinguishes between WFH access and regular use. It hypothesizes that regular WFH use by mothers and their partners supports earlier and full-time maternal return to paid work, particularly among second-time mothers. The UK Household Longitudinal Study (2009–2019) is used to estimate discrete-time hazard models of return to paid work after first and second births, distinguishing between full-time and part-time re-entry. Among first-time mothers, both WFH access and regular use are associated with a greater likelihood of full-time re-entry, though not with overall return. Among second-time mothers, regular pre-birth WFH use significantly increases the likelihood of returning to paid work—regardless of hours—whereas access alone does not. No significant associations are found between male partners' WFH and maternal employment outcomes." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    The flexibility paradox and spatial-temporal dimensions of COVID-19 remote work adaptation among dual-earner mothers and fathers (2025)

    Parry, Ashley ;

    Zitatform

    Parry, Ashley (2025): The flexibility paradox and spatial-temporal dimensions of COVID-19 remote work adaptation among dual-earner mothers and fathers. In: Gender, work & organization, Jg. 32, H. 1, S. 15-36. DOI:10.1111/gwao.13130

    Abstract

    "There is an increased blurring of work and home life in contemporary society due to access to technology and the mass expansion of remote work during the COVID-19 pandemic. Flexible working arrangements like remote work can lead to men self-exploiting themselves in the workplace and women self-exploiting themselves in the domestic sphere in the context of a work-centric society that is reliant upon passion at work and traditional gender norms. This study extends Chung's ideas on gendered patterns in the flexibility paradox by examining spatial-temporal dimensions of COVID-19 remote work adaptation among an extreme sample: dual-earner parents with young children. Semi-structured interviews were conducted on Zoom with 20 mothers and 17 fathers working from home in the U.S. with children ages 5 and under between the summer of 2020 and the spring of 2021. Findings indicate that fathers' work is prioritized in spatio-temporal terms whereas mothers' work is fragmented and dispersed. Gendered patterns in the flexibility paradox and labor shouldered by mothers as primary caregivers are considered as potential theoretical explanations for the privileging of fathers' workspace and work time." (Author's abstract, IAB-Doku, Published by arrangement with John Wiley & Sons) ((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Wahlarbeitszeiten – eine Alternative zu kollektiven Arbeitszeitverkürzungen?: Teil des Zeitgesprächs: "Beschäftigung im Wandel: Wie KI, Demografie und Institutionen den Arbeitsmarkt verändern" (2025)

    Seifert, Hartmut;

    Zitatform

    Seifert, Hartmut (2025): Wahlarbeitszeiten – eine Alternative zu kollektiven Arbeitszeitverkürzungen? Teil des Zeitgesprächs: "Beschäftigung im Wandel: Wie KI, Demografie und Institutionen den Arbeitsmarkt verändern". In: Wirtschaftsdienst, Jg. 105, H. 10, S. 732-737. DOI:10.2478/wd-2025-0187

    Abstract

    "Wahlarbeitszeiten erlauben Beschäftigten, ihre Arbeitszeit innerhalb der tariflich oder gesetzlich festgelegten Bandbreiten individuell zu wählen. Dieses Prinzip ergänzt die bislang traditionelle Unterscheidung zwischen Voll- und Teilzeit und stärkt die Zeitsouveränität der Beschäftigten. Zwar bieten neue Gesetze wie die Brückenteilzeit mehr Flexibilität, ihre Nutzung bleibt begrenzt. Tarifverträge ermöglichen zusätzliche Optionen – etwa zwischen Lohnerhöhung oder Freizeit zu wählen. Wahlarbeitszeiten stellen kollektive Arbeitszeitverkürzungen infrage, da sie individuelle Anpassungen erlauben, erzeugen jedoch auch neue Herausforderungen für Betriebe und Gewerkschaften." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Mehr Anreize, mehr Flexibilität, mehr Arbeit? Wie Beschäftigte auf die Pläne der neuen Bundesregierung reagieren würden (2025)

    Stegmaier, Jens ; Weik, Jonas Aljoscha ; Weber, Enzo ; Fitzenberger, Bernd ;

    Zitatform

    Stegmaier, Jens, Jonas Aljoscha Weik, Bernd Fitzenberger & Enzo Weber (2025): Mehr Anreize, mehr Flexibilität, mehr Arbeit? Wie Beschäftigte auf die Pläne der neuen Bundesregierung reagieren würden. In: IAB-Forum H. 17.06.2025 Nürnberg, 2025-06-17. DOI:10.48720/IAB.FOO.20250617.01

    Abstract

    "Die Bundesregierung möchte im Sinne der Fachkräftesicherung mehr Flexibilität bei der Höchstarbeitszeit, steuerliche Entlastungen bei Mehrarbeit und Anreize zur Ausweitung von Teilzeit schaffen. Aktuelle Befragungsergebnisse des IAB geben Aufschluss darüber, wie Beschäftigte diese Vorhaben bewerten und ob diese die arbeitsmarktpolitisch beabsichtigte Wirkung entfalten können. Etwa ein Drittel der Beschäftigten ist bereit, mehr als zehn Stunden an einzelnen Tagen zu arbeiten. Finanzielle Anreize für Mehrarbeit und für eine Ausweitung von Teilzeit sprechen besonders jüngere Beschäftigte an." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Eltern im Homeoffice arbeiten im Durchschnitt länger (2025)

    Steinberg, Hannah Sinja ; Dummert, Sandra ;

    Zitatform

    Steinberg, Hannah Sinja & Sandra Dummert (2025): Eltern im Homeoffice arbeiten im Durchschnitt länger. In: IAB-Forum H. 17.11.2025. DOI:10.48720/IAB.FOO.20251117.01

    Abstract

    "Mit der zunehmenden Verbreitung mobiler Arbeitsformen rückt Homeoffice verstärkt in den Fokus familien- und arbeitsmarktpolitischer Debatten. Es gilt als ein Instrument, das die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit verbessern kann. So sind insbesondere Mütter mit Kindern im betreuungsbedürftigen Alter häufiger in größerem Umfang erwerbstätig, wenn ihnen die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten offensteht. Gleichzeitig arbeiten diese Mütter öfter über ihre vertragliche Arbeitszeit hinaus." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    Beteiligte aus dem IAB

    Steinberg, Hannah Sinja ; Dummert, Sandra ;
    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Flexible Übergänge in den Ruhestand: Verbreitung und Ausgestaltung von Altersteilzeit und Zeitwertkonten (2025)

    Wanger, Susanne ;

    Zitatform

    Wanger, Susanne (2025): Flexible Übergänge in den Ruhestand: Verbreitung und Ausgestaltung von Altersteilzeit und Zeitwertkonten. (IAB-Forschungsbericht 24/2025), Nürnberg, 57 S. DOI:10.48720/IAB.FB.2524

    Abstract

    "Der demografische Wandel führt zu einer Schrumpfung und Alterung des Erwerbspersonenpotenzials. Daher wird es für Betriebe zunehmend wichtiger, gut qualifiziertes Personal möglichst lange zu halten. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Erwerbsbeteiligung älterer Personen an Bedeutung, insbesondere die Frage, unter welchen Rahmenbedingungen deren Beschäftigungsfähigkeit möglichst lange erhalten und gefördert werden kann. Gleitende Übergänge in den Ruhestand, wie sie durch Altersteilzeit oder Langzeitkonten ermöglicht werden, können hierzu einen wertvollen Beitrag leisten. Dieser Forschungsbericht bietet einen umfassenden Überblick über die Gestaltung, Verbreitung und Nutzung dieser Regelungen. Anhand von Daten der IAB-Beschäftigtenhistorik wird zunächst die Entwicklung der Altersteilzeit analysiert. Dabei werden regionale und geschlechtsspezifische Unterschiede sowie Unterschiede hinsichtlich der Inanspruchnahme nach Berufen, Belastungen, Betriebsgröße oder Branche beleuchtet. Zudem werden das Zu- und Abgangsalter der Altersteilzeitbeschäftigten, die Dauer der Altersteilzeit, das gewählte Arbeitszeitmodell und ausgeübte Nebentätigkeiten während dieser Phase berücksichtigt. Ende 2023 waren knapp 300.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Altersteilzeit tätig, was einer Nutzungsquote von rund 4 Prozent innerhalb der anspruchsberechtigten Altersgruppe der 55- bis 65-Jährigen entspricht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Altersteilzeit weiterhin häufig zur Verkürzung der Lebensarbeitszeit genutzt wird. So liegt das Zugangsalter zur Rente bei Altersteilzeitbeschäftigten deutlich niedriger als bei allen Versicherten. Aufgrund der starken Nutzung des sogenannten Blockmodells (80 %) erfolgt der tatsächliche Erwerbsausstieg nochmals früher. Zudem schließen Männer häufiger Altersteilzeitvereinbarungen ab als Frauen, da sie in der Regel mehr verdienen und seltener in Teilzeit arbeiten. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Altersteilzeit für Beschäftigte weiterhin in erster Linie dazu dient, über das Blockmodell früher aus dem Erwerbsleben auszusteigen. Für Betriebe stellt sie einen Weg dar, Personal sozialverträglich abzubauen und die Belegschaft zu verjüngen. Ergänzend untersucht der Forschungsbericht die betriebliche Verbreitung von Zeitkonten für längerfristige Freistellungen, die in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen haben. Mithilfe von Daten des IAB-Betriebspanels wird dargestellt, welche Betriebe Langzeitkonten anbieten und wofür die angesparten Zeitguthaben überwiegend verwendet werden. Bei Zeitkonten für längerfristige Arbeitsfreistellungen ist in den vergangenen Jahren ein Anstieg zu beobachten. Im Jahr 2022 gab es diese Option in rund 10 Prozent der Betriebe. Dabei steigt die Verbreitung mit zunehmender Betriebsgröße. Im Durchschnitt haben 18 Prozent der Beschäftigten Anspruch auf ein Zeitwertkonto. Tatsächlich genutzt hat es jedoch nur jeder dritte Anspruchsberechtigte, was 6 Prozent aller Beschäftigten entspricht. Langzeitkonten stehen tendenziell eher qualifizierteren Beschäftigten in größeren, tarifgebundenen Betrieben mit höherem Lohnniveau zur Verfügung. Die angesparten Zeitguthaben werden vor allem für Familienzeiten, Sabbaticals oder für Weiterbildungszeiten verwendet, seltener jedoch, um die Lebensarbeitszeit zu verkürzen. IAB-Forschungsbericht 24|2025 6 Insgesamt wird deutlich, dass die Möglichkeiten für ältere Beschäftigte, den Übergang in den Ruhestand flexibel zu gestalten, in der Praxis sehr unterschiedlich verteilt sind. Altersteilzeit und Zeitkonten für längerfristige Arbeitsfreistellungen sind vornehmlich in großen bzw. tarifgebundenen Betrieben zu finden. Ihre Inanspruchnahme hängt stark von den spezifischen Gegebenheiten der Betriebe ab. Häufig profitieren Beschäftigte mit besseren Arbeitsbedingungen und höheren Einkommen von diesen Regelungen, während Beschäftigte, die einen flexiblen Rentenbeginn am dringendsten benötigen würden, weniger Zugang zu diesen Möglichkeiten haben." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    Beteiligte aus dem IAB

    Wanger, Susanne ;
    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Die Arbeitszeitunterschiede zwischen Frauen und Männern verringern sich nur langsam (Serie "Equal Pay Day 2025") (2025)

    Wanger, Susanne ;

    Zitatform

    Wanger, Susanne (2025): Die Arbeitszeitunterschiede zwischen Frauen und Männern verringern sich nur langsam (Serie "Equal Pay Day 2025"). In: IAB-Forum H. 18.03.2025. DOI:10.48720/IAB.FOO.20250318.01

    Abstract

    "Die Zahl der von berufstätigen Frauen jährlich geleisteten Arbeitsstunden liegt im Schnitt 24 Prozent unter der der Männer. Sie ist damit nur 4 Prozentpunkte niedriger als vor 25 Jahren. Hauptgrund sind die über den gesamten Erwerbsverlauf hinweg deutlich höheren Teilzeitquoten von Frauen." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    Beteiligte aus dem IAB

    Wanger, Susanne ;
    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    The Impact of Demographic Change on Spousal Caregiving and Future Gaps in Long-term Care: Microsimulation Projections for Austria and Italy (2025)

    Warum, Philipp ; Famira-Mühlberger, Ulrike; Horvath, Thomas ; Culotta, Fabrizio; Leoni, Thomas ; Spielauer, Martin ; Pohl, Pauline;

    Zitatform

    Warum, Philipp, Fabrizio Culotta, Ulrike Famira-Mühlberger, Thomas Horvath, Thomas Leoni, Pauline Pohl & Martin Spielauer (2025): The Impact of Demographic Change on Spousal Caregiving and Future Gaps in Long-term Care: Microsimulation Projections for Austria and Italy. (WIFO working papers 709), Wien, 60 S.

    Abstract

    "As populations age, the sustainability of long-term care systems increasingly depends on the availability of informal care, particularly from partners. This paper addresses the question of how much care we may expect partners to provide in the future by projecting demand for long-term care (LTC), the care supply mix based on current patterns, and the resulting care gaps up to 2070. Using a comparative dynamic microsimulation model, we contrast the results for Austria and Italy, two countries at very different stages in the ageing process and with pronounced institutional differences. Our results suggest that delayed widowhood due to improvements in mortality is a mitigating factor for the increased need for formal care in ageing societies, although it can only offset this increase to a limited extent. Even under optimistic assumptions, potential care gaps substantially increase in both countries, primarily due to demographic change. The size of these gaps is influenced by institutional settings, partnership patterns and gains in longevity, but no scenario reverses the overall upward trend. These findings emphasize the need for comprehensive LTC reforms that extend beyond merely promoting informal care and highlight the necessity for substantial investment in formal care infrastructure." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

    mehr Informationen
    weniger Informationen
  • Literaturhinweis

    Mehr Arbeit, weniger Gleichheit? Bei den geplanten Steuervergünstigungen stellen sich gleichstellungspolitische Fragen (2025)

    Weik, Jonas Aljoscha ; Weber, Enzo ; Lott, Yvonne ; Wanger, Susanne ;

    Zitatform

    Weik, Jonas Aljoscha, Enzo Weber, Susanne Wanger & Yvonne Lott (2025): Mehr Arbeit, weniger Gleichheit? Bei den geplanten Steuervergünstigungen stellen sich gleichstellungspolitische Fragen. In: IAB-Forum H. 24.10.2025. DOI:10.48720/IAB.FOO.20251024.01

    Abstract

    "Die Bundesregierung beabsichtigt, Maßnahmen zur Verlängerung der Erwerbsarbeitszeit umzusetzen. Geplant sind die Abschaffung der täglichen zugunsten einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit, steuerliche Entlastungen für Überstundenzuschläge und Anreize zur Erweiterung der Arbeitszeit von Teilzeitbeschäftigten. Zu der Frage, wie Erwerbstätige diese geplanten Maßnahmen bewerten, hat das IAB im Juli 2025 erste Ergebnisse veröffentlicht. Weitere Auswertungen nach Geschlecht und Elternschaft weisen darauf hin, dass die Reformvorhaben zwar in Teilen das Arbeitsangebot erhöhen, jedoch auch geschlechtsspezifische Unterschiede verstärken könnten." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    mehr Informationen
    weniger Informationen