Arbeitszeit: Verlängern? Verkürzen? Flexibilisieren?
Verkürzung, Verlängerung oder Flexibilisierung der Arbeitszeit stehen immer wieder im Zentrum der Debatten. Was wünschen sich Unternehmen und Beschäftigte? Wie kann Arbeitszeitpolitik die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Sicherung vorhandener Arbeitsplätze unterstützen?
Dieses Themendossier bietet Publikationen zur Entwicklung der Arbeitszeiten in Deutschland auch im internationalen Vergleich, zur betrieblichen Gestaltung der Arbeitszeit und zu den Arbeitszeitwünschen der Beschäftigten.
Publikationen zur kontroversen Debatte um die Einführung der Vier-Tage-Woche finden Sie in unserem Themendossier Vier-Tage-Woche – Arbeitszeitmodell der Zukunft?
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Literaturhinweis
The long-term effects of underemployment shocks on voluntary part-time employment (2026)
Zitatform
Albinowski, Maciej & Agata Rozszczypała (2026): The long-term effects of underemployment shocks on voluntary part-time employment. (IBS working paper / Instytut Badan Strukturalnych 2026,03), Warszawa, 24 S.
Abstract
"This paper examines the long-term effects of underemployment shocks on part-time employment, with a particular focus on voluntary part-time work. We use regional datasets for the European Union and the United States covering the period 2006-2019. Our empirical strategy combines a difference-in-differences framework with a shift-share instrument for underemployment shocks. In the EU, underemployment shocks are driven not only by an increase in part-time employment, but also by a decrease in the share of part-time employees who are satisfied with their working hours. Underemployment shocks have persistent effects, including a lasting negative impact on voluntary part-time employment. A one percentage point increase in the underemployment rate leads to a voluntary part-time employment rate that is 0.28 percentage points lower five years later. These effects are particularly pronounced among non-tertiary-educated women and in Western Europe. In Central and Eastern Europe, as well as in the US, we do not find statistically significant negative long-term effects of underemployment shocks on voluntary part-time employment." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Lange tägliche Arbeitszeiten: Ein systematisches Review (2026)
Arlinghaus, Anna; Büchelhofer, Jana; Sobisch, Marc;Zitatform
Arlinghaus, Anna, Jana Büchelhofer & Marc Sobisch (2026): Lange tägliche Arbeitszeiten: Ein systematisches Review. (baua: Bericht), Dortmund, 114 S. DOI:10.21934/baua:bericht20260523
Abstract
"Die aktuelle arbeitszeitpolitische Diskussion um eine mögliche Ablösung der täglichen durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit erfordert eine Aufarbeitung der Evidenz zu den Effekten verlängerter Arbeitstage. Ziel der vorliegenden Expertise ist daher die systematische Zusammenführung der wissenschaftlichen und grauen Literatur zu Ursachen, Definitionen und Folgen langer täglicher Arbeitszeiten und die Einordnung des vorhandenen Gestaltungswissens. Die Literaturrecherche folgte der Struktur eines systematischen Reviews mit der Einschränkung des Screenings durch eine einzelne Person, angelehnt an das Vorgehen bei einem Rapid Review. Das Review nutzte den PRISMA-Standard mit Suche in PubMed (1.045 Treffer) und Web of Science (2.132 Treffer, davon 420 Duplikate) sowie ergänzender Sichtung 202 Treffer in Google Scholar. Gesucht wurde nach Veröffentlichungen in den Jahren 2013–2025. Nach Screening und Volltextprüfung wurden insgesamt 134 Studien eingeschlossen. Eine Pilotphase mit Doppelscreening diente der Qualitätssicherung. Die Qualität der eingeschlossenen Studien war gemischt: Das Risiko für Verzerrungen war bei 25,4 % der Studien niedrig, bei 23,1 % moderat und bei 26,1 % hoch; 25,4 % blieben ohne Bewertung. Zusätzlich wurde zum Abgleich mit den Befunden zu langen wöchentlichen Arbeitszeiten ein unsystematisches Umbrella Review (Überblick zu Reviewstudien und Metaanalysen) der Effekte langer wöchentlicher Arbeitszeiten angefertigt und die ermittelten Zusammenhänge mit denjenigen für lange tägliche Arbeitszeiten verglichen. Inhaltlich beschreibt der Bericht erstens die Definition und Operationalisierung langer täglicher Arbeitszeiten, die in der Literatur überwiegend als mehr als acht, zehn oder zwölf und mehr Stunden pro Tag erfasst werden. Zweitens werden die Einflussfaktoren langer täglicher Arbeitszeiten untersucht, darunter betriebliche Faktoren, technologische Einflüsse sowie individuelle Merkmale bzw. Motivation. Drittens werden zentrale kurz- und langfristige Folgen langer täglicher Arbeitszeiten (Gesundheit, Erholung, Leistung, Sicherheit, Work-Life-Balance und betriebliche Effekte) systematisch zusammengeführt und mögliche Moderatoren wie Arbeitszeitmerkmale, Arbeitskontext und individuelle Faktoren berücksichtigt. Viertens werden die Zusammenhänge langer wöchentlicher Arbeitszeiten aus dem unsystematischen Umbrella Review von Reviewstudien beschrieben und mit den Ergebnissen zu täglichen Arbeitszeiten abgeglichen. Eine Einordnung des Erkenntnisstandes in gesichertes und plausibles Gestaltungswissen, die Ableitung evidenzbasierter Empfehlungen sowie die Diskussion offener Fragestellungen runden den Bericht ab. Mit 41 Studien stammen die meisten Originalstudien aus Europa (inkl. Schweiz und Norwegen) gefolgt von den Vereinigten Staaten (25) und China (17). Insgesamt 32 Untersuchungen sind nicht einem Ort zuzuordnen, da es sich um Reviews oder multizentrische Studien handelt. Die Branchenzuordnung in den eingeschlossenen Studien zeigt einen deutlichen Schwerpunkt im Bereich "Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung" (72 Studien). Weitere relevante Bereiche sind "Erwerbstätige Gesamt" (15), "Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung" (13) sowie "Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit" (11). Fünf Studien beziehen sich auf Personen mit reiner Tagarbeit bzw. Büroarbeit oder vergleichbaren Settings, die in einer eigenen Auswertung betrachtet werden. Die Befunde zeigen, dass lange tägliche Arbeitszeiten primär strukturell und organisatorisch bedingt sind, etwa durch Personalmangel, und in bestimmten Branchen wie der Pflege weit verbreitet sind. Auch individuelle Präferenzen für komprimierte Arbeitswochen und ökonomische Anreize können zu langen Tagesarbeitszeiten führen. Der Fokus der Evidenz zu Branchen liegt dabei stark im Gesundheitswesen. Die Studienlage zeigt konsistente Zusammenhänge zwischen langen täglichen Arbeitszeiten und erhöhten Risiken für Fehler und Sicherheitsvorfälle bei mehr als neun Arbeitsstunden pro Tag. Eindeutige Zusammenhänge bestehen zudem zwischen Arbeitszeiten von zehn und mehr Stunden insbesondere für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verschlechtertes Detachment (Abschalten von der Arbeit) sowie ab zwölf oder mehr Stunden mit dem Auftreten von Diabetes Typ 2, chronischer Erschöpfung bzw. Burnout, Ermüdung und Produktivitätseinbußen. Gleichzeitig zeigt die Befundlage bei einzelnen Outcomes wie Schlaf, Work-Life-Balance und anderen Gesundheitsaspekten zwar Zusammenhänge, diese sind jedoch weniger gut abgesichert oder treten im Fall der Work-Life-Balance erst konsistent bei mehr als zwölf Stunden auf. Die Präferenz für komprimierte Arbeitswochen (compressed work weeks), bei denen die Wochenarbeitszeit auf weniger, dafür längere Arbeitstage verteilt wird, steht dabei im Kontrast zu den häufig berichteten negativen gesundheitlichen Auswirkungen dieser Modelle, etwa erhöhten Krankenständen. Effekte moderierender Faktoren zeigen nur für die Lage der Arbeitszeit gesicherte Erkenntnisse: Arbeit in der Nacht erhöht die Belastung durch lange Dienste zusätzlich. Für die Arbeitszeitautonomie werden plausible Erkenntnisse ermittelt: Autonomie kann zwar Gesundheitsrisiken senken und die Arbeitszeitzufriedenheit erhöhen, jedoch hängt sie teils mit längeren und damit beeinträchtigenden Arbeitszeiten zusammen. Spezifische Konstellationen, unter denen lange tägliche Arbeitszeiten keine Beeinträchtigungen hervorrufen, werden hingegen nicht gefunden. Zusammenfassend zeigt die Befundlage negative Folgen für Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden insbesondere für Arbeitszeiten von mehr als zehn Stunden pro Tag. Obwohl viele der Befunde aus spezifischen Branchen und Konstellationen mit Schichtarbeit stammen, sind die Zusammenhänge branchenübergreifend sichtbar und zeigen sich auch in den wenigen Untersuchungen mit Tag- und Büroarbeitenden. Die Evidenz legt daher nahe, dass eine generelle Begrenzung der täglichen Arbeitszeit aus Sicht der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes beibehalten werden sollte. Trotz der substanziellen Evidenzlage sind jedoch weitere differenzierte, methodisch hochwertige Studien erforderlich, um Wirkmechanismen, Moderatoren und spezifische Risikoschwellen präziser zu bestimmen. Eine zentrale offene Frage betrifft das Zusammenwirken langer täglicher Arbeitszeiten mit anderen Arbeitszeit- und Arbeitsmerkmalen. Zwar liegen Erkenntnisse zur Bedeutung der Lage der Arbeitszeit und zur Autonomie vor, doch moderierende Effekte weiterer Faktoren – etwa Belastungsintensität, Arbeitsgestaltung, Pausenregelungen oder organisatorische Rahmenbedingungen – sind inden eingeschlossenen Studien kaum systematisch untersucht worden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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A model-based analysis of the macroeconomic effects of a change in weekly working hours in Germany (2026)
Bautz, David; Gödl, Maximilian; Wollmershäuser, Timo;Zitatform
Bautz, David, Maximilian Gödl & Timo Wollmershäuser (2026): A model-based analysis of the macroeconomic effects of a change in weekly working hours in Germany. (Ifo Forschungsberichte 161), München, 90 S.
Abstract
"This study uses model analysis to examine the macroeconomic effects of introducing a four-day work week with full pay in Germany. The simulations were carried out in calibrated dynamic equilibrium models that include important elements of the labor market model of Marimon and Zilibotti (2000) with search frictions in the labor market, collective bargaining by firms (employers) and households (employees) on wages and hours, declining marginal productivity of labor, and fixed costs of hiring. The study concludes that reductions in working time are associated with macroeconomic costs. In the baseline scenario, the long-run equilibrium following the nationwide introduction of the four-day workweek and the associated 8 percent reduction in average working time across all sectors of the economy is characterized by a loss in total output in the order of 4 to 5 percent of gross domestic product. On the one hand, the negative direct effects of the reduction in working hours for full-time employees are likely to be greater than the positive indirect effects that can be expected in connection with an increase in employment or weekly working hours. On the other hand, the costs arise because an increase in productivity that could fully offset the reduction in hours worked seems implausible." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Why Do Americans No Longer Work So Much More Than Non-Americans? (2026)
Zitatform
Birinci, Serdar, Loukas Karabarbounis & Kurt See (2026): Why Do Americans No Longer Work So Much More Than Non-Americans? (CEPR discussion paper / Centre for Economic Policy Research 21343), London, 54 S.
Abstract
"In the 1990s, Americans used to work much more than non-Americans. Nowadays, about half of the gap in hours worked has reversed. To evaluate the convergence of working hours, we develop a tractable model of labor supply enriched with multiple sources of heterogeneity across individuals, an extensive margin of participation, multi-member households, and an elaborate system of taxes and benefits upon non-employment. Using detailed measurements from microlevel and aggregate datasets, we identify model parameters and sources of heterogeneity across individuals for various countries. We run a horse race between competing explanations and find that U.S. hours per person declined after 2000 owing mainly to the rise of government health benefits provided to the non-employed. Non-U.S. countries have generous benefits for the nonemployed, but this generosity has not changed as much over time as in the United States, and public health coverage does not depend on employment status or income levels. For these countries, the rise of labor supply is generally accounted for by a mix of factors, such as the rise of wages and the falling disutility of work." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Atypische Arbeitszeiten und Konflikte mit dem Privatleben: Eine Mixed-Methods-Untersuchung mit Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei zur Beschreibung des Phänomens und seiner Bedeutung für das Wohlbefinden (2026)
Dohnke, Birte; Kahlert, Daniela; Schleicher, Katja; Gusy, Burkhard;Zitatform
Dohnke, Birte, Daniela Kahlert, Burkhard Gusy & Katja Schleicher (2026): Atypische Arbeitszeiten und Konflikte mit dem Privatleben. Eine Mixed-Methods-Untersuchung mit Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei zur Beschreibung des Phänomens und seiner Bedeutung für das Wohlbefinden. In: Arbeit. Zeitschrift für Arbeitsforschung, Arbeitsgestaltung und Arbeitspolitik, Jg. 35, H. 2, S. 113-140. DOI:10.1515/arbeit-2026-0007
Abstract
"Atypische Arbeitszeiten kommen zunehmend in verschiedenen beruflichen Kontexten vor und wirken sich auf das Privatleben und Wohlbefinden aus. Definitorische Beschreibungen und Untersuchungen der verschiedenen Formen unterscheiden sich, was Auswirkungen auf Analysen zu deren gesundheitlichen Folgen und deren praktischen Implikationen hat. Ziel war es daher, das Phänomen atypischer Arbeitszeiten exemplarisch an einer stark betroffenen Berufsgruppe vertieft zu beschreiben und die Bedeutung für Konflikte mit dem Privatleben und für das Wohlbefinden zu quantifizieren. Die Daten stammen von 329 Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei. Mit einem Mixed-Methods-Design wurden zunächst 108 Freitextangaben inhaltsanalytisch ausgewertet, die identifizierten Themen wurden dann mit quantitativen Daten (COPSOQ-Skalen) operationalisiert und mit Work-Privacy-Konflikten, Erschöpfung und Arbeitsengagement korreliert. Es wurden sechs Formen atypischer Arbeitszeiten mit teils sehr ausdifferenzierten Unterformen identifiziert, davon am häufigsten die Form „Unvorhersehbarkeit“ mit den Unterformen „kurzfristige Einsatzzeiten“ und „geänderte Einsatzzeiten“ sowie die Form „erweiterte Erreichbarkeit“. Mehr als die Hälfte der Freitextinhalte betraf andere Arbeitsbedingungen wie Planung, Bedeutung der Einsätze, Anerkennung und arbeitsfreie Zeiten. Alle Formen hingen substanziell mit Work-Privacy-Konflikten und Erschöpfung zusammen, „Unvorhersehbarkeit“ auch mit Arbeitsengagement. Mit den differenzierten Ergebnissen liefert die Untersuchung mögliche Ansatzpunkte, wie die Vereinbarkeit mit dem Privatleben und das Wohlbefinden bei der Bereitschaftspolizei verbessert werden können." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Cohorts’ Working Life Expectancies and Working Years Lost in 21 European Countries (2026)
Zitatform
Einhoff, Jan (2026): Cohorts’ Working Life Expectancies and Working Years Lost in 21 European Countries. In: Demography, Jg. 63, H. 1, S. 241-262. DOI:10.1215/00703370-12472371
Abstract
"Across Europe, the extension of working lives has been a central policy goal for more than three decades. Working life expectancy (WLE) and working years lost (WYL) are well-suited demographic indicators for assessing a country's progress toward achieving this goal. This article reviews all previous estimates of WLE and WYL for European countries and then uses the largest available micro-level dataset to estimate and project WLE and WYL for cohorts of men and women aged 55–64 and 65–74 in 21 European countries. The findings indicate that WLE has generally increased, most rapidly in Central and Eastern Europe and in Western Europe. Northern European countries reach the highest levels of WLE. However, country and gender differences remain large, especially when WLE is adjusted for working hours. Correlational analyses suggest that higher WLE has been gained primarily from successive birth cohorts losing fewer working years to retirement. Over the coming years, the remaining WYL to retirement and to inactivity among women will constitute the main barriers to the extension of working lives in Europe." (Author's abstract, IAB-Doku, © Springer-Verlag) ((en))
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Das Teilzeit-Paradox - und warum eine Abschaffung allen schadet: Kommentar (2026)
Zitatform
Fitzenberger, Bernd (2026): Das Teilzeit-Paradox - und warum eine Abschaffung allen schadet. Kommentar. In: Focus Online H. 14.02.2026.
Abstract
"In Deutschland sind die Beschäftigungsquote und die geleisteten Arbeitsstunden so hoch wie nie. Trotzdem wird gefordert, mehr zu arbeiten und das Recht auf Teilzeit einzuschränken. Das ist allerdings zu kurz gedacht, meint der IAB-Chef. Ein Kommentar von Prof. Bernd Fitzenberger" (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Wir müssen in Deutschland unterm Strich mehr arbeiten – die gesetzliche Einschränkung des Teilzeitanspruchs ist dafür der falsche Weg (2026)
Zitatform
Fitzenberger, Bernd (2026): Wir müssen in Deutschland unterm Strich mehr arbeiten – die gesetzliche Einschränkung des Teilzeitanspruchs ist dafür der falsche Weg. In: IAB-Forum H. 20.02.2026. DOI:10.48720/IAB.FOO.20260220.01
Abstract
"In Deutschland sind sowohl die Beschäftigungsquote als auch die insgesamt geleisteten Arbeitsstunden so hoch wie nie. Trotzdem häufen sich Forderungen nach längeren Arbeitszeiten und einer Einschränkung des Rechts auf Teilzeit. Angesichts der demografischen Entwicklung würde es helfen, insgesamt mehr zu arbeiten, um den künftigen Personalbedarf zu decken und so unseren Wohlstand zu sichern. Wenn Teilzeitarbeit jedoch gesetzlich eingeschränkt wird, besteht die Gefahr, dass viele Menschen gar nicht mehr oder weniger arbeiten. Damit blieben wichtige Beschäftigungspotenziale ungenutzt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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The Labor Market Impacts of Fair Work Legislation (2026)
Zitatform
Gruber, Anja (2026): The Labor Market Impacts of Fair Work Legislation. In: ILR review, Jg. 79, H. 1, S. 59-90. DOI:10.1177/00197939251355234
Abstract
"Fair Workweek (FWW) ordinances, which typically require employers to provide workers with advance notice of their schedules and extra pay for last-minute changes, have become an increasingly debated policy tool to address the unpredictability of low-wage work in the United States. In this article, the author studies the labor market impacts of the Oregon FWW law using data on treated workers from the Quarterly Workforce Indicators and American Community Survey, and a variety of empirical approaches that address the factors complicating such a labor market analysis. Taken together, the evidence points to limited effects on the average labor market outcomes of workers covered by the legislation. However, findings indicate increased employment and hours worked for men, and decreased employment and hours worked for women. Also, results show consistent evidence of decreased average monthly earnings for newly hired women at treated employers. Despite the ability of employers to bypass compensation requirements through voluntary standby lists, this study identifies compositional effects on the workforce resulting from FWW legislation." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Remote work versus part-time employment: a new work-family balance? (2026)
Zitatform
Jansen, Thea & Marina De Angelis (2026): Remote work versus part-time employment: a new work-family balance? In: Eurasian economic review, S. 1-26. DOI:10.1007/s40822-026-00378-7
Abstract
"This paper examines whether remote work can reduce reliance on part-time employment—a work arrangement predominantly used by women to balance work and family responsibilities but often associated with lower earnings, limited career prospects, and reduced pension benefits. Focusing on Italy, where female under-employment is particularly high, we investigate whether the flexibility offered by remote and hybrid work can serve as a substitute for part-time employment, enabling some necessity-driven part-time workers to transition to full-time contracts. Using a difference-in-differences framework and weighted logistic regression, we analyze panel and cross-sectional data from the National Institute for Public Policies Analysis (INAPP)’s Participation, Labor, and Unemployment Survey (PLUS) for the 2018–2021 period. Our findings show that remote work significantly reduces the probability of working part-time in the following year, with women showing the highest increase in the likelihood of having a full-time contract. Our findings underscore the potential of remote work to promote gender equality, higher earnings, and improved pension contributions by enabling longer working hours among necessity-driven part-time workers." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Schedule control and work hours: the role of gender and flexibility stigma across European countries (2026)
Zitatform
Leshchenko, Olga (2026): Schedule control and work hours: the role of gender and flexibility stigma across European countries. In: Community, work & family, S. 1-25. DOI:10.1080/13668803.2026.2624781
Abstract
"Flexible working arrangements, including control over one's schedule, aim to enhance workers’ well-being and work-life balance. However, flexible working can be perceived negatively or stigmatized in some contexts, undermining the potential benefits of flexible work use. This study investigates how flexible working time relates to weekly work hours across European countries, considering variations in flexibility stigma, gender, and parental status. Drawing on data from the European Social Survey 2021 and Eurobarometer Flash Survey on Work-Life Balance 2018, multilevel modeling with cross-level interactions reveals several key patterns. At the individual level, there is a gendered compensation mechanism: men work more hours when having schedule control, while women's hours are similar across working time arrangements. Mothers consistently work fewer hours, with a more substantial gap between mothers and non-mothers among those with schedule control. No such gap exists for men. At the contextual level, higher flexibility stigma is linked to longer work hours only for men with schedule control, suggesting that men may overcompensate for negative perceptions by working more time. These findings support the flexibility paradox: rather than optimizing work hours, flexible arrangements may intensify work demands, particularly for men. This tendency can exacerbate gender disparities in the workplace." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Ein Jahrhundert wöchentlicher Arbeitszeitverkürzungen (2026)
Zitatform
List, Ludwig & Quirin Dammerer (2026): Ein Jahrhundert wöchentlicher Arbeitszeitverkürzungen. (Materialien zu Wirtschaft und Gesellschaft 272), Wien, 63 S.
Abstract
"Die ökonomischen Auswirkungen von Verkürzungen der wöchentlichen Arbeitszeit werden seit Jahrzehnten wissenschaftlich erforscht. Da die theoretischen Effekte teils ambivalent sind, versuchen StudienautorInnen die ökonomischen Auswirkungen empirisch abzuschätzen. In den empirischen Studien fehlt jedoch ebenfalls ein klarer Konsens zu Richtung und Höhe einzelner Effekte. Darüber hinaus betrachten bisherige Literaturüberblicke meist Teilbereiche der Ökonomie wie Beschäftigung oder Produktivität. Es fehlt jedoch eine Datenbank die den Forschungsstand zu den vielfältigen ökonomischen Effekten von Arbeitszeitverkürzungen systematisch und integriert zusammenfasst. In dieser Studie verfolgen wir zwei Ziele. Zunächst erstellen wir eine umfassende Datenbank von Studien, die die wirtschaftlichen Auswirkungen von wöchentlichen Arbeitszeitverkürzungen auf der Grundlage empirischer Daten abschätzen. Anschließend analysieren wir Teile der Literatur, die Auswirkungen auf die Beschäftigung, mittels einer Meta-Regressionsanalyse (MRA). Wir identifizieren 214 Studien, die die Auswirkungen einer wöchentlichen Arbeitszeitverkürzung in 30 Ländern und vier Regionen über einen Zeitraum von mehr als einem Jahrhundert analysieren. Die meisten Studien verwenden quantitative, insbesondere ökonometrische, Methoden und schätzen zum größten Teil die Auswirkungen von Arbeitszeitverkürzungen auf die Beschäftigung, die geleisteten Arbeitsstunden sowie auf Löhne und Einkommen. In kleinerer Zahl werden die Auswirkungen auf Produktivität, Output, Indikatoren auf Unternehmensebene, Arbeitsbedingungen, Kapital, Auswirkungen auf Partner, Gesundheit und Sicherheit sowie Preisen analysiert Die Datenbank, die wir für die MRA erstellt haben, umfasst 39 Studien und 1223 Schätzungen. Auf der Grundlage dieser Schätzungen führten wir zwei separate MRAs durch – eine zu den aggregierten Beschäftigungsveränderungen sowie eine zu den individuellen Wahrscheinlichkeiten, nach einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit beschäftigt zu sein. Über alle Länder und Zeiträume hinweg sind die Beschäftigungseffekte einer Verkürzung der wöchentlichen Normalarbeitszeit um eine Stunde im Allgemeinen statistisch nicht signifikant. Wir finden in der Literatur keine Hinweise auf Publikationsbias. Die Wahl der Methodik sowie die Auswahl der Kontrollvariablen und der einbezogenen fixen Effekte haben einen statistisch signifikanten Einfluss auf die Ergebnisse. Wir stellen darüber hinaus fest, dass positive Beschäftigungseffekte historisch gesehen nur eines von vielen Zielen von wöchentlichen Arbeitszeitverkürzungen sind. Zu den weiteren genannten Motivationen zählen Verbesserungen in den Bereichen Gesundheit, Wohlbefinden, Arbeitsbedingungen, Work-Life-Balance, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Wohlfahrt, Produktivität sowie strukturelle Wirtschaftsreformen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Fragmentierte Arbeitszeiten bedeuten Überstunden und Wunsch nach kürzeren Arbeitszeiten (2026)
Zitatform
Lott, Yvonne (2026): Fragmentierte Arbeitszeiten bedeuten Überstunden und Wunsch nach kürzeren Arbeitszeiten. (WSI Policy Brief / Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut 100), Düsseldorf, 19 S.
Abstract
"Die gesetzliche Begrenzung des Arbeitstages auf acht Stunden wird von Ar beitgeberverbänden und Teilen der Politik zur Disposition gestellt. Die Forderung: die Einführung einer wöchentlichen anstelle einer täglichen Höchstarbeitszeit. Eine solche Reform könnte längere Arbeitstage von über zehn Stunden ermöglichen. [...] In der politischen Debatte wird eine solche Fragmentierung der Erwerbsarbeitszeit oft als Chance gesehen: Sie könnte Beschäftigten, insbesondere Frauen und Müttern, helfen, Erwerbsarbeit und private Verpflichtungen besser zu vereinbaren und so ihre vertraglichen Arbeitszeiten auszuweiten. Damit könnte das Fachkräftepotenzial besser ausgeschöpft werden. [...] Die Ergebnisse zeigen, dass fragmentierte Erwerbsarbeitszeiten nicht mit einer Verlängerung der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit verbunden sind, sondern zu mehr Überstunden führen. Wer den Arbeitstag fragmentiert, wünscht sich kürzere Erwerbsarbeitszeiten. Das spricht eher für eine Mehrbelastung durch Fragmentierung als für Erholung und eine gute Work-Life Balance." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Mehr Zeit oder mehr Geld?: Nutzungsmuster tariflicher Wahloptionen und betriebliche Rahmenbedingungen (2026)
Zitatform
Mellies, Alexandra, Anja Abendroth, Florian Zimmermann, Kevin Ruf & Yvonne Lott (2026): Mehr Zeit oder mehr Geld? Nutzungsmuster tariflicher Wahloptionen und betriebliche Rahmenbedingungen. (WSI Policy Brief / Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut 94), Düsseldorf, 24 S.
Abstract
"Beschäftigte brauchen Arbeitszeitsouveränität, um Arbeit mit familiären bzw. privaten Verpflichtungen und Aktivitäten vereinbaren zu können. Tarifliche Wahloptionen geben Beschäftigten mehr Zeit für diese Aktivitäten, allen voran Zeit für Hobbies, soziale Kontakte und Selbstfürsorge. Die Studie macht deutlich, dass tarifliche Regelungen die Nutzung von Arbeitszeitarrangements zu legitimieren scheinen und bestehende Hürden, die typischerweise bei der Nutzung der klassischen Teilzeit im Betrieb bestehen (Klenner/Lott, 2016), reduzieren. Selbst Männer, die von einer Arbeitszeitverkürzung aufgrund dieser Hürden meist absehen (Lott/Klenner 2018), entscheiden sich im Rahmen der tariflichen Wahloptionen häufig für mehr Zeit statt Geld. Dies unterstreicht die Bedeutung tarifvertraglicher Regelungen. Tarifliche Wahloptionen können insbesondere dort einen wichtigen Beitrag leisten, wo aufgrund der Arbeitsorganisation und -bedingungen nur wenige oder keine anderen Flexibilisierungsmaßnahmen (z. B. Gleitzeit und Homeoffice) zur Verfügung stehen. Die Wahloptionen können in solchen Fällen ein Weg sein, bestehende Unterschiede in den Möglichkeiten für mehr Zeitsouveränität innerhalb der Belegschaften zumindest teilweise auszugleichen. Dadurch stärken sie die Arbeitssouveränität dieser Beschäftigtengruppe. Die tariflichen Wahloptionen sind damit ein wichtiges Instrument, um mehr Zeitgerechtigkeit im Arbeitsleben zu erreichen. Umso wichtiger ist es daher, dass die Bundesregierung die Tarifbindung stärkt und damit zu einer Verbreitung der tariflichen Wahloptionen beiträgt. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass bereits unter den heutigen Arbeitsbedingungen ein erheblicher Bedarf an zusätzlicher Zeit besteht – und zwar nicht nur für familiäre Verpflichtungen, sondern vor allem für Hobbys, soziale Kontakte und Selbstfürsorge. Diese Bereiche sind eng mit der physischen und psychischen Gesundheit verknüpft. Angesichts steigender Fehlzeiten vor allem aufgrund psychischer Erkrankungen (DAK 2025) und wachsender Krankenkassenbeiträge, die auch darauf zurückgehen, dass Prävention bislang kaum gefördert wird, können tarifliche Wahloptionen einen wichtigen präventiven Beitrag leisten. Es ermöglicht Beschäftigten, Belastungen frühzeitig zu reduzieren und damit Risiken wie Erschöpfung oder Burnout vorzubeugen. Für die Politik ergibt sich daraus eine klare Botschaft: Zeitpolitik ist Vereinbarkeits- und Gesundheitspolitik und keine Lifestyle-Entscheidung der Beschäftigten. Modelle, die Beschäftigten Zeitsouveränität eröffnen, sollten daher gezielt ausgebaut und weiterentwickelt werden. Die Tarifvertragsparteien sind hier bereits vorangegangen; nun ist der Gesetzgeber gefordert, diese Ansätze rechtlich abzusichern und für alle Beschäftigten zugänglich zu machen. Entsprechende Vorschläge wie das Wahlarbeitszeitgesetz des Deutschen Juristinnenbundes oder das Optionszeitenmodell liegen vor. Anstatt also auf eine Verlängerung der Erwerbsarbeitszeiten und eine Ausweitung des Direktionsrecht des Arbeitgebers durch die Abschaffung der täglichen Arbeitszeitgrenze zu setzen oder gar das Recht auf Teilzeit einzuschränken, wie es aktuell der Wirtschaftsflügel der CDU fordert und damit die Risiken für Vereinbarkeit, Gesundheit und sozialen Zusammenhalt zu verschärfen, ist es an der Zeit, für echte Zeitsouveränität zu sorgen." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
The part-time trap: examining restrictions in women's labor supply decision (2026)
Zitatform
Nieuwenhuis, Aukje, Agnieszka Postepska & Rob Alessie (2026): The part-time trap: examining restrictions in women's labor supply decision. (GLO discussion paper / Global Labor Organization 1770), Essen, 69 S.
Abstract
"The Netherlands has the highest rate of female part-time employment among OECD countries, yet it remains unclear whether this patterns reflects limited opportunities to work full-time or a preference for part-time work. The first explanation refers to labor market restrictions, such as job-specific hour constraints and employer preferences, while the second points to individual labor supply preferences. This study examines these competing explanations for the persistent gender gap in working hours. We exploit a Dutch policy reform that granted employees the right to adjust their hours freely. A two-way fixed effects analysis using administrative data finds no change in working hours following the reform, suggesting either that hour constraints persist or that women were already working their preferred hours. To further investigate restrictions, we analyze survey data on working-hour mismatches (gaps between preferred and actual hours) and subsequent hour adjustments. Women seeking to work more adjust their hours toward preferred levels more successfully when changing jobs than when staying in the same job, indicating that within-job constraints limit opportunities to increase hours. In contrast, we find no evidence of enduring constraints for women who prefer to work fewer hours, reflecting the widespread availability of part-time contracts. These findings highlight structural barriers for underemployed women and challenge the assumption that part-time work is purely a matter of choice." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Karrierechancen und Qualifizierungsbedarfe von Frauen in Teilzeit (2026)
Niewerth, Claudia; Rom, Simone;Zitatform
Niewerth, Claudia & Simone Rom (2026): Karrierechancen und Qualifizierungsbedarfe von Frauen in Teilzeit. (Working paper Forschungsförderung / Hans Böckler Stiftung 407), Düsseldorf, 105 S.
Abstract
"Das Forschungsprojekt untersucht die Karrierechancen und Qualifizierungsbedarfe von Frauen in Teilzeit. Vor allem um Kinder zu betreuen, gehen mehr Frauen als Männer einer Teilzeitbeschäftigung nach. Für Frauen bedeutet das eine Beeinträchtigung ihrer Wertschätzung, ihres Wohlbefindens und ihrer Karrieremöglichkeiten im Unternehmen. Mit speziellem Coaching von Frauen in Teilzeit, Schulungen für Führungskräfte zum Umgang mit Teilzeitbeschäftigten, Schnupperpraktika und Jobsharing können Unternehmen teilzeitfreundlicher werden und ihre Mitarbeiterinnen besser fördern. Teilzeitbeschäftigung hindert Frauen zudem daran, an betrieblichen Fort-und Weiterbildungen teilzunehmen. Qualifizierungen sollten daher flexibler gestaltet und vermehrt halbtags und digital angeboten werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Teilzeit und Krankenstand - Potenzial für mehr Arbeitsstunden? (2026)
Zitatform
Wanger, Susanne & Enzo Weber (2026): Teilzeit und Krankenstand - Potenzial für mehr Arbeitsstunden? In: Wirtschaftsdienst, Jg. 106, H. 4, S. 237-243., 2026-03-31. DOI:10.2478/wd-2026-0062
Abstract
"Der demografische Wandel verringert das Erwerbspersonenpotenzial in den kommenden Jahren deutlich, während die durchschnittliche Jahresarbeitszeit pro Erwerbstätigen bereits seit Jahrzehnten einem Abwärtstrend folgt. So liegt die Teilzeitquote mittlerweile bei rund 40 %, und die krankheitsbedingten Fehlzeiten bewegen sich mit knapp 15 Arbeitstagen pro Jahr zuletzt auf einem hohen Niveau. Beide Entwicklungen – mehr Teilzeit und höhere Fehlzeiten – werden zum Teil als Ausdruck sinkender Arbeitsbereitschaft gedeutet. In der öffentlichen Debatte wird daraus teilweise gefolgert, das gesamtwirtschaftliche Arbeitsangebot lasse sich durch restriktivere Regelungen oder erhöhten Druck kurzfristig substanziell ausweiten. Eine differenzierte Analyse zeigt jedoch: Zusätzliche Arbeitsstunden sind durchaus mobilisierbar – allerdings weniger durch pauschale Restriktionen als durch verbesserte Anreizstrukturen und geeignete institutionelle Rahmenbedingungen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Welche Betriebe Bedarf an flexibleren Arbeitszeiten hätten - und welche nicht: Wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeiten (2026)
Zitatform
Weber, Enzo, Timon Hellwagner & Susanne Wanger (2026): Welche Betriebe Bedarf an flexibleren Arbeitszeiten hätten - und welche nicht. Wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeiten. In: Makronom H. 24.06.2026, S. 1-7., 2026-06-24.
Abstract
"Mit dem Wechsel von einer täglichen zu einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit diskutiert die Koalition eine Änderung des Arbeitszeitgesetzes. Aktuelle Befragungsdaten aus der IAB-Stellenerhebung zeigen, unter welchen Betrieben Bedarf für Arbeitstage mit mehr als zehn Stunden vorhanden ist." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
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Literaturhinweis
Homeoffice und Betriebsrat - Ein Kommunikationskonzept (2026)
Zitatform
Wirth, Carsten (2026): Homeoffice und Betriebsrat - Ein Kommunikationskonzept. (Working paper Forschungsförderung / Hans Böckler Stiftung 414), Düsseldorf, 110 S.
Abstract
"Die Folgen von Homeoffice-Arbeit auf die Arbeitsbeziehungen sind bislang wenig erforscht. Dieses Working Paper untersucht, welche Herausforderungen von Homeoffice-Arbeit Betriebsräte wahrnehmen und wie sich ihre Praxis mit Bezug zu Homeoffice-Arbeitenden verändert. Die Ergebnisse zeigen, dass Betriebsräte ihre Praxis zunächst durch eine Teil-Virtualisierung ihrer Interessenvertretungsarbeit auf Homeoffice-Arbeitende ausrichten. Später entstehen als Folge von Konflikten zwei unterschiedliche Muster der Interessenvertretungspraxis: ein präsenzorientiertes und eines als Interessenvertretung mobil Arbeitender. Beide Muster generieren die Stabilität der Institution "Betriebsrat" durch Wandel." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Does the 'right to request' flexible work policy influence men’s and women’s uptake of flexible working and well-being: findings from the UK Household Longitudinal Study (2026)
Zitatform
Xue, Baowen, Heejung Chung, Ran Gu & Anne McMunn (2026): Does the 'right to request' flexible work policy influence men’s and women’s uptake of flexible working and well-being: findings from the UK Household Longitudinal Study. In: Journal of Epidemiology and Community Health, Jg. 80, H. 1, S. 17-24. DOI:10.1136/jech-2025-224166
Abstract
"Background: The ‘right to request’ flexible working policy has been gradually extended and, by 2014, extended to cover all workers with at least 26 weeks of continuous employment. The impact of these policy changes is unclear. This research aims to assess the effects of the 2014 policy reform on the uptake of flexible working and its impact on health and well-being, focusing on gender differences. Methods: Data were drawn from waves 2, 4, 6, 8 and 10 of the UK Household Longitudinal Study (2010–2020). We employed a doubly robust difference-in-differences method to estimate the average treatment effects on the treated of the 2014 policy reform. This analysis examined the effects on the uptake of flexible working, mental and physical health, and satisfaction with life, job and leisure. Findings: The 2014 policy reform increased women’s uptake of reduced hours work arrangements, with the effect growing stronger over time. However, no increase in uptake was observed among men. No strong effects were found for flexitime or teleworking arrangements for either men or women. Additionally, the policy reform resulted in a reduction in psychological distress and improved life satisfaction among women. Conclusions: The reduction in women’s psychological distress and improved life satisfaction might be partly explained by the increased women’s uptake of reduced hours arrangements, which may have enabled women to better meet their family care demands. However, even the gender-neutral policies on flexible working may inadvertently exacerbate gender inequalities in labour force participation by pushing women more into part-time work." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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