Arbeitsbedingungen und Gesundheit von Beschäftigten
Der Zusammenhang von Arbeitsbedingungen bzw. Arbeitsbelastungen und der Gesundheit von Beschäftigten erhält durch die demografische Entwicklung, Digitalisierung und Klimawandel neues Gewicht. Wie muss Arbeit gestaltet sein, damit die Beschäftigten langfristig und gesund erwerbstätig sein können?
Dieses Themendossier dokumentiert die Ergebnisse empirischer Forschung der letzten Jahre.
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Literaturhinweis
Bleiben, gehen oder weniger arbeiten? Arbeitsqualität und berufliche Veränderungswünsche in Sozial- und Gesundheitsberufen (2026)
Zitatform
Hall, Anja & Ana Santiago-Vela (2026): Bleiben, gehen oder weniger arbeiten? Arbeitsqualität und berufliche Veränderungswünsche in Sozial- und Gesundheitsberufen. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 79, H. 1, S. 53-61. DOI:10.5771/0342-300x-2026-1-53
Abstract
"Die Arbeitsqualität in Sozial- und Gesundheitsberufen ist angesichts der Fachkräfteengpässe in diesen systemrelevanten Bereichen ein zentrales Thema, das durch die Covid-19-Pandemie verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist. Dieser Beitrag untersucht auf Basis der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragungen für die Jahre 2018 und 2024 die Entwicklung der Arbeitsqualität in Sozial- und Gesundheitsberufen und anderen Berufen. Zudem werden die Auswirkungen unbesetzter Stellen im Arbeitsumfeld auf die Berufswechselabsicht und den Wunsch nach Arbeitszeitverkürzung analysiert, sowie die Rolle von Arbeitsqualitätsmerkmalen in diesem Zusammenhang betrachtet. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Arbeitsqualität in Sozial- und Gesundheitsberufen nach der Covid-19-Pandemie kaum verändert hat, während sie sich in anderen Berufen in vielen Bereichen verbesserte. Sozial- und Gesundheitsberufe zeichnen sich weiterhin durch hohe Anforderungen und eingeschränkte Autonomie sowie geringere Zufriedenheit mit dem Einkommen aus, zugleich jedoch auch durch höhere Zufriedenheit mit den Lernmöglichkeiten am Arbeitsplatz. Unbesetzte Stellen werden in Sozial- und Gesundheitsberufen häufiger nicht besetzt, was die Wahrscheinlichkeit für eine Arbeitszeitverkürzung erhöht. Dies wiederum verschärft das Problem des Fachkräftemangels." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
The call on Sunday: Work-related communication during off-work hours and employee experiences (2026)
Zitatform
Shvartsman, Elena, Susanne Steffes, Philipp Grunau & Sabine Sonnentag (2026): The call on Sunday: Work-related communication during off-work hours and employee experiences. In: Journal of Economic Behavior & Organization, Jg. 245. DOI:10.1016/j.jebo.2026.107500
Abstract
"We utilize longitudinal data from Germany to examine how work-related communication during off-work time is associated with employees’ experiential outcomes in terms of work-to-family conflict, mental health, and job satisfaction. Our rich data allow us to estimate a long-term association net of various confounding factors using individual fixed effects regressions. We find a strong positive association between off-work communication and work-to-family conflict; however, we cannot establish statistically significant relationships with mental health or job satisfaction. Moreover, once we include a set of job and personal characteristics and control for unobserved individual time-invariant heterogeneity, the coefficient estimate for the relationship between off-work communication and work-to-family conflict, albeit still significant, substantially drops in size. We conclude that previous studies may have overestimated the relationship between off-work communication and the experiential outcome variables considered in this study." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2026 The Authors. Published by Elsevier B.V.) ((en))
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Literaturhinweis
Psychische Belastung bei Polizeibeschäftigten (2026)
Zitatform
(2026): Psychische Belastung bei Polizeibeschäftigten. (Kompakt : DGB-Index Gute Arbeit 2026,01), Berlin, 10 S.
Abstract
"Die Arbeit von Polizistinnen und Polizisten ist durch besondere Anforderungen gekennzeichnet. Ihre Tätigkeit ist durch Kommunikation und Interaktion mit anderen Menschen geprägt. Dabei kann es zu Konflikten und auch zu körperlichen Auseinandersetzungen kommen. Die damit verbundenen Anforderungen und Belastungen sind Gegenstand der Auswertung des DGB-Index Gute Arbeit "Psychische Belastung bei Polizeibeschäftigten". In den Befragungsdaten wird die Konflikthaftigkeit der Polizeiarbeit deutlich sichtbar. Die Hälfte der befragten Polizist*innen gibt an, bei der Arbeit sehr häufig oder oft Konflikten ausgesetzt zu sein. Bei Beschäftigten aus anderen Berufsgruppen liegt der Anteil im Durchschnitt bei 14 Prozent. Auch von respektloser Behandlung sind Polizist*innen häufiger betroffen als die Angehörigen anderer Berufe. Hohe Werte weisen Polizist*innen auch bei arbeitsbedingten psychischen Belastungen auf. Zeitdruck und widersprüchliche Anforderungen werden jeweils von mehr als der Hälfte der Befragten berichtet. Arbeitsverdichtung betrifft mehr als 40 Prozent in (sehr) hohem Maß. Die Auswertung belegt die starken psychischen und emotionalen Belastungen, mit denen Polizeibeschäftigte bei ihrer Tätigkeit konfrontiert sind, und die Notwendigkeit an einer präventiven und gesundheitsförderlichen Arbeitsgestaltung." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Gute Arbeit in Berlin: Ergebnisse einer Beschäftigtenbefragung im Rahmen des ‚DGB-Index Gute Arbeit‘ (2025)
Brunsen, Hendrik; Busse, Britta; Wolnik, Kevin; Wenzel, Lisbeth;Zitatform
Brunsen, Hendrik, Britta Busse, Kevin Wolnik & Lisbeth Wenzel (2025): Gute Arbeit in Berlin. Ergebnisse einer Beschäftigtenbefragung im Rahmen des ‚DGB-Index Gute Arbeit‘. Berlin, 119 S.
Abstract
"Die Ergebnisse zeigen, an welchen Stellen Beschäftigte ausgebremst oder benachteiligt werden und wo gewonnene Energie eingebüßt wird, aber auch was Beschäftigte an ihrer Arbeit schätzen und woraus sie Motivation und Antrieb ziehen. Dazu wurden beispielsweise Fragen zu den Themen Personalmangel, Einkommen und flexible Arbeitszeiten gestellt und diese unter anderem nach Gleichstellungskriterien ausgewertet. Als Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung ist es mir besonders wichtig, arbeitsmarktrelevante Verbesserungen anzustoßen. Für weitergehende Überlegungen und Diskussionen bieten die vorliegenden Daten eine hervorragende Grundlage. Wobei auch klar ist: Es geht um mehr als Zahlen - es geht um Menschen. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass 47 Prozent der Beschäftigten in Berlin in (sehr) hohem Maß von den Folgen des Personalmangels betroffen sind. Besonders deutlich wird dieser Mangel in den Gesundheitsberufen, den Informatikberufen, den naturwissenschaftlichen Berufen sowie in den Verkehrs-, Logistik-, Sicherheits- und Reinigungsberufen bemerkbar. Für Beschäftigte heißt dies häufig zusätzliche Aufgaben und Überlastung, was zur Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und der Arbeitsqualität sowie zu sinkender Arbeitszufriedenheit führen kann. Die Umbrüche durch Digitalisierung, demographischen Wandel und die klimagerechte Transformation von Wirtschaft und Arbeitswelt werden branchenbezogene Personal- und Fachkräftebedarfe weiter erhöhen. Der Senat arbeitet auch vor diesem Hintergrund an einer umfassenden Fachkräftestrategie, die Unternehmen und Beschäftigte bei der Transformation unterstützt, bisher ungenutzte Fachkräftepotentiale erschließt und die Aus- und Weiterbildung künftiger Fachkräfte befördern soll. Schlechte Arbeitsbedingungen und Unzufriedenheit der Beschäftigten haben unterschiedliche Ursachen. Eine der am häufigsten angegebenen Belastungsgründe ist eine nicht auskömmliche Bezahlung. Insgesamt 78 Prozent der Befragten, die ihr Einkommen als nicht ausreichend einschätzen, fühlen sich davon (eher) stark belastet. Männer fühlen sich von geringerer Bezahlung stärker belastet. Frauen sind aber in der Regel diejenigen, die durchschnittlich weniger Einkommen erzielen. So lag der Gender-Pay-Gap 2024 immer noch bei 16 Prozent. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser meistern zu können, sind neben der Bezahlung auch alternative Unterstützungsangebote von Arbeitgebenden wie die Nutzung von Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten insbesondere für Beschäftigte, die Care Arbeit leisten, sehr wichtig. Vornehmlich in Bezug auf Homeoffice ist hier in über der Hälfte der Betriebe noch Luft nach oben. Ein umso erfreulicheres Ergebnis der Befragung ist, dass sich insgesamt nur sehr wenige Befragte Sorgen um ihre berufliche Zukunft machen. Es ist besonders wichtig, in Mitarbeitende zu investieren und sie weiterzubilden, um ihnen Fähigkeiten im Umgang mit neuen Entwicklungen wie künstlicher Intelligenz mitzugeben." (Textauszug, IAB-Doku)
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Employment Quality and Mental Health in Germany: the Mismatch of Low Employment Quality with Work and Family Values by Gender (2025)
Zitatform
De Moortel, Deborah, Rebeka Balogh, Miriam Engels & Julie Vanderleyden (2025): Employment Quality and Mental Health in Germany: the Mismatch of Low Employment Quality with Work and Family Values by Gender. In: Social Science & Medicine, Jg. 371. DOI:10.1016/j.socscimed.2025.117906
Abstract
"Empirical evidence on whether low-quality employment is detrimental to workers’ mental health is mostly cross-sectional and empirical evidence on pathways linking employment quality (EQ) to mental health remains scarce. Consequently, this study examines subsequent mental health associations of low-quality employment. Associations between EQ and mental health are investigated through a typology of employment arrangements. This study also investigates whether the relation between EQ types and subsequent mental health is different for workers with varying intensities of work and family values (i.e., importance of success at work and of having children, respectively) across genders. Using a large representative German panel dataset and Latent Class Cluster Analysis, EQ types are built and linked to mental health two years later. We assess two- and three-way interactions between EQ types and values, and between EQ types, gender and values, respectively. We found six EQ types: SER-like, precarious unsustainable, precarious full-time, SER-light, portfolio and protected part-time employment. Controlled for socio-demographic characteristics, precarious unsustainable employment for men and precarious full-time employment for women were associated to lower mental health after two years, compared to SER-like employment. Although protected part-time employment related to worse mental health for those with moderate to strong work and family values, compared to those with mild values, the interactions show an unclear pattern of the moderating role of values for the relation between EQ and subsequent mental health, for both men and women. This study should be replicated in other countries to confirm similar associations." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2025 The Authors. Published by Elsevier Ltd.) ((en))
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Mismatch between actual and preferred number of days working from home: parental status, work-family conflict, and stress (2025)
Love, Jasmine ; Lambert, Katrina A. ; Leach, Liana ; Giallo, Rebecca ; Hokke, Stacey ; Oakman, Jodi ; Doan, Tinh ; Cooklin, Amanda ; Findley, Helen ;Zitatform
Love, Jasmine, Katrina A. Lambert, Amanda Cooklin, Stacey Hokke, Liana Leach, Rebecca Giallo, Tinh Doan, Helen Findley & Jodi Oakman (2025): Mismatch between actual and preferred number of days working from home. Parental status, work-family conflict, and stress. In: Community, work & family, S. 1-22. DOI:10.1080/13668803.2025.2584084
Abstract
"This study assessed whether the mismatch between Australian employees actual and preferred number of days working from home is associated with work-to-family conflict, family-to-work conflict and four indicators of stress (burnout, general stress, somatic stress, cognitive stress). Whether these relationships were moderated by parental status was examined. Employees working from home completed online surveys in May 2021 (n = 451), November 2021 (n = 358) and May 2022 (n = 320). The three waves of data were pooled (337 non-parents, 179 parents) and generalised mixed effects models were used. For parents, a mismatch between actual and preferred amount of working from home, particularly working from home less than preferred, was associated with increased work-to-family conflict (but not family-to-work conflict). Working from home more than preferred was associated with increases in all four aspects of stress for parents and non-parents. Working from home less than preferred was associated with increased burnout among non-parents and decreased general stress and cognitive stress among parents. Findings suggest there is no one-size-fits-all approach in how much working from home is optimal, but a mismatch in work from home preferences can have adverse associations with employee wellbeing, particularly work-to-family conflict for parents. Work from home arrangements should be tailored to individual needs." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Die Rolle von Erreichbarkeitserwartungen und Arbeitszeiterfassung bei der Gesundheit von Beschäftigten im Homeoffice: Eine Analyse der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2015–2023 (2025)
Zeschke, Martin;Zitatform
Zeschke, Martin (2025): Die Rolle von Erreichbarkeitserwartungen und Arbeitszeiterfassung bei der Gesundheit von Beschäftigten im Homeoffice: Eine Analyse der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2015–2023. In: Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, Jg. 79, H. 3, S. 329-340. DOI:10.1007/s41449-025-00477-2
Abstract
"Ortsflexible Bildschirmarbeit in den Privaträumen von Beschäftigten („Homeoffice“) hat eine Vielzahl möglicher Vor- und Nachteile. Ein möglicher Nachteil ist, dass es vielen Beschäftigten im Homeoffice schwerer fallen kann, die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit zu ziehen. Die kann auf Dauer negative gesundheitliche Folgen haben. Die vorliegende Studie untersucht, ob höhere Erreichbarkeitserwartungen diesen Zusammenhang erklären können und ob eine betriebliche Arbeitszeiterfassung dazu beitragen kann, diese Erreichbarkeitserwartungen im Homeoffice zu reduzieren. Zur Beantwortung dieser Frage wurden die Daten der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2015–2023 (fünf Messzeitpunkte, N = 32.755 Datenpunkte, genestet in 21.455 Personen) in Mehrebenen-Strukturgleichungsmodellen analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass mehr Homeofficetage pro Woche mit höheren Erreichbarkeitserwartungen zusammenhängen, die wiederum negativ mit der allgemeinen Gesundheit assoziiert sind (jeweils im Vergleich mit anderen Personen). Der Gesamtzusammenhang zwischen Homeofficetagen pro Woche und Gesundheit ist jedoch positiv. Das heißt: Je mehr Homeofficetage pro Woche, desto besser die allgemeine Gesundheit. Zusatzanalysen zeigen, dass es hier ein Optimum von etwa zwei bis drei Tagen pro Woche gibt. Die betriebliche Arbeitszeiterfassung moderiert dabei den Zusammenhang zwischen Homeofficetagen und Erreichbarkeitserwartungen. Für Personen ohne Arbeitszeiterfassung gehen mehr Homeofficetage pro Woche mit höheren Erreichbarkeitserwartungen als bei anderen Personen einher, für Personen mit Arbeitszeiterfassung hingegen mit niedrigeren. Praktische Relevanz: Der vorliegende Artikel trägt dazu bei, die mit Homeoffice verbundenen Chancen und Risiken für die Gesundheit sowie die Erreichbarkeitserwartungen von Beschäftigten zu erkennen. Am Beispiel der Arbeitszeiterfassung als verhältnispräventiven Schutzmechanismus zeigt er, dass die organisationale Gestaltung der Arbeit (im Homeoffice) eine größere Rolle spielt als deren zeitlicher Umfang." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Grenzen des Arbeitstages: Was wollen die Beschäftigten? (2025)
Zitatform
(2025): Grenzen des Arbeitstages. Was wollen die Beschäftigten? (Kompakt : DGB-Index Gute Arbeit 2025,04), Berlin, 10 S.
Abstract
"Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag die Absicht formuliert, „die Möglichkeit einer wöchentlichen anstatt einer täglichen Höchstarbeitszeit [zu] schaffen – auch und gerade im Sinne einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. Im Kern zielt die Forderung nach einer Öffnung des Arbeitszeitgesetzes auf eine Abschwächung der bisherigen Schutzregelungen: Der Achtstundentag soll als Norm abgeschafft und tägliche Arbeitszeiten von über zwölf Stunden ermöglicht werden. Dabei wird auf die angeblichen Wünsche der Beschäftigten nach flexiblen Arbeitszeiten verwiesen. Die Betroffenen selbst kommen jedoch selten zu Wort. Welche Arbeitszeiten brauchen die Arbeitnehmer*innen? Wann soll der Arbeitstag beginnen und wann soll er enden? Welche Grenzen würden Beschäftigte ziehen, wenn sie über ihre Arbeitszeiten selbst entscheiden könnten? Um diese Fragen beantworten zu können, wurden in der repräsentativen Beschäftigtenbefragung mit dem DGB-Index Gute Arbeit 2025 mehr als 4.000 Arbeitnehmer*innen danach gefragt, zu welchen Zeiten sie arbeiten würden, wenn sie die Wahl hätten. Die Ergebnisse zeigen deutlich: eine Ausweitung der täglichen Höchstarbeitszeit entspricht nicht den Bedürfnissen der Beschäftigten. Im Gegenteil, eine deutliche Mehrheit wünscht sich Arbeitszeiten innerhalb der Grenzen des Achtstundentags. Besonders deutlich ausgeprägt ist der Wunsch nach klaren Grenzen bei Arbeitnehmer*innen mit Kindern." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Gute Zeiten, schlechte Zeiten? Wie die Beschäftigten ihre Arbeitszeiten bewerten: Ergebnisse des DGB-Index Gute Arbeit 2025 (2025)
Zitatform
(2025): Gute Zeiten, schlechte Zeiten? Wie die Beschäftigten ihre Arbeitszeiten bewerten. Ergebnisse des DGB-Index Gute Arbeit 2025. (DGB-Index Gute Arbeit : Report ...), Berlin, 23 S.
Abstract
"Die bundesweit repräsentative Befragung des DGB-Index Gute Arbeit lief von Januar bis Mai 2025. Mehr als 4.000 zufällig ausgewählte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gaben Auskunft über ihre Arbeitsbedingungen. Schwerpunktthema war die Arbeitszeit. Aufschlussreich ist der Abgleich der Arbeitszeitrealität mit den Wünschen der Beschäftigten: Lediglich 40 Prozent sind mit ihrer aktuellen Arbeitszeit zufrieden. Dagegen wünscht sich mehr als die Hälfte (53 Prozent) kürzere Arbeitszeiten, sieben Prozent würden gerne länger arbeiten. Gründe für die Diskrepanzen zwischen Wunsch und Wirklichkeit sind überwiegend starre betriebliche Vorgaben. Während sich die große Mehrheit maximale tägliche Arbeitszeiten von acht Stunden wünscht, geben 43 Prozent aller Befragten an, (sehr) häufig länger als acht Stunden zu arbeiten. Je öfter dies der Fall ist, desto ausgeprägter sind Probleme bei der Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben. Auch die eigene Erholung und die gesundheitliche Situation werden negativer bewertet. Ein Hebel für die Gestaltung gesundheitsgerechter Arbeitszeiten ist deren vollständige Erfassung. In der Befragung geben 23 Prozent an, dass ihre Arbeitszeit durch den Betrieb nicht erfasst wird. Weitere sieben Prozent haben zwar eine Erfassung, diese ist jedoch nicht vollständig. Ohne Arbeitszeiterfassung wird häufiger von einer Entgrenzung und Fragmentierung der Arbeitszeit berichtet." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Nachhaltig und zukunftsfähig – Anforderungen an die Arbeitszeitgestaltung aus Sicht des Arbeits- und Gesundheitsschutzes (2024)
Beermann, Beate; Brenscheidt, Frank;Zitatform
Beermann, Beate & Frank Brenscheidt (2024): Nachhaltig und zukunftsfähig – Anforderungen an die Arbeitszeitgestaltung aus Sicht des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. In: Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, Jg. 78, H. 4, S. 425-435. DOI:10.1007/s41449-024-00448-z
Abstract
"Die Arbeitszeit ist ein zentraler Faktor der Gestaltung von Arbeits- und Lebenswelten. Aus individueller Sicht synchronisiert sie das Privatleben mit den zeitlichen Anforderungen im Beruf. Aus betrieblicher Sicht ist sie Teil der Optimierung des wirtschaftlichen Erfolgs. Darüber hinaus kommt ihr ein bedeutendes gesellschaftliches Interesse zu. Zum Schutz der Beschäftigten vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist die Definition und Einhaltung von Anforderungen an die Arbeitszeitgestaltung zentral. In der praktischen Umsetzung stehen den Betrieben aus der Arbeitszeitforschung der letzten 50 Jahre umfängliche Erkenntnisse zur menschengerechten Gestaltung der Arbeitszeit zur Verfügung. Neue Herausforderungen ergeben sich aufgrund zunehmender Flexibilisierungswünsche sowie steigender Anforderungen im Arbeitskontext wie z. B. hohe Arbeitsintensität. Aktuelle Erkenntnisse weisen darauf hin, dass Erholung und Regeneration während und nach der Arbeit eine hohe Bedeutung für einen nachhaltigen Erhalt der Gesundheit der Beschäftigten zukommen. Eine Diskussion des Arbeitszeitgesetzes hinsichtlich weitergehender Flexibilisierungsnotwendigkeiten wie Ausdehnung der täglichen Arbeitszeit oder auch Kürzung der Ruhezeiten erscheint vor diesem Hintergrund problemunangemessen und stellt einen angemessenen Beschäftigtenschutz in Frage. Sinnvoll ist vielmehr die Nutzung der Arbeitszeitgestaltung und Berücksichtigung der vorliegenden arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse zur Vermeidung von arbeitsbezogenen Krankheitsausfällen oder Einschränkung der Erwerbsfähigkeit." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Diversity of flexible working time arrangements and workers' health: An analysis of a workers’ panel and linked employer-employee data for France (2024)
Zitatform
Erhel, Christine, Mathilde Guergoat-Larivière & Malo Mofakhami (2024): Diversity of flexible working time arrangements and workers' health: An analysis of a workers’ panel and linked employer-employee data for France. In: Social Science & Medicine, Jg. 356. DOI:10.1016/j.socscimed.2024.117129
Abstract
"Flexible working time arrangements (FWTA) have increased over the last decades, favored by labor market deregulation, the decentralization of collective bargaining and the development of new technologies. The negative impact of some non-standard working hours on health (like night work, shift work) is quite well-known but other forms of FWTA have been studied less so far. This article aims to investigate the relationship between FWTA and workers’ health. It focuses on employer-oriented FWTA and uses a job demands-control framework to identify different types of working time demands and control. The study uses individual data from the French working conditions survey, including panel data from 2013 to 2019 (64,981 observations) and cross-sectional employer-employee linked data from 2019 (5687 employees from 4672 workplaces). We identify empirically two main dimensions of employer-oriented FWTA, based on 14 working time variables. The first type involves “atypical working hours”, such as working weekends, nights, early mornings, evenings, or doing shift work. The second type - “work overflow” - is characterized by long working hours, overtime, taking work home, and having variable working hours. Using a fixed-effects model based on panel data, we show that both types of FWTA have a negative impact on workers' self-rated general health and mental health, as measured by the WHO-5 index. The study also finds that workers who have more control - both individual and collective – to face these demands demonstrate better health. Workers with control over their working hours report better health and are less negatively affected by FWTA. Moreover, workplace-level practices have ambiguous relationships with workers' health. However, those involving social dialogue and workers ’ participation have more favorable effects: the positive effect of health and safety committees is especially clear. To improve workers’ health in the context of increased flexible working time arrangements, public policies should promote the development of control over working time and participation of workers to social dialogue on working time related issues." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2024 Elsevier) ((en))
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Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz – Welche Rolle spielen sozioökonomische, geschlechterspezifische und migrationsbedingte Ungleichheiten? (2024)
Herold, Regina ; Kröger, Christoph ; Waldmann, Tamara; Erim, Yesim; Hondong, Sinja; Rothermund, Eva ; Feißt, Manuel ; Mulfinger, Nadine; Hander, Nicole R. ; Weber, Jeannette ; Morawa, Eva; Heming, Meike ;Zitatform
Herold, Regina, Manuel Feißt, Eva Morawa, Sinja Hondong, Eva Rothermund, Tamara Waldmann, Meike Heming, Jeannette Weber, Nicole R. Hander, Nadine Mulfinger, Christoph Kröger & Yesim Erim (2024): Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz – Welche Rolle spielen sozioökonomische, geschlechterspezifische und migrationsbedingte Ungleichheiten? In: Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz, Jg. 67, H. 7, S. 783-795. DOI:10.1007/s00103-024-03902-9
Abstract
"Hintergrund: Risikofaktoren für die psychische Gesundheit sind häufig in sozioökonomischen, geschlechter- und migrationsspezifischen Ungleichheiten begründet. Diese sowie die Ausprägung der Depressivität, Ängstlichkeit und Somatisierung von Beschäftigten wurden in der vorliegenden Studie untersucht. Methoden: Im Rahmen der friaa-Studie ( „Frühe Intervention am Arbeitsplatz“) wurden psychisch belastete Beschäftigte an 5 Standorten in Deutschland zu soziodemografischen, arbeits-, migrations- und gesundheitsbezogenen Inhalten befragt. Mittels Regressionsanalysen wurde der Zusammenhang dieser Faktoren mit Depressivität (Patient-Health-Questionnaire-9, PHQ-9), Ängstlichkeit (Generalized Anxiety Disorder-2, GAD-2) und Somatisierung (Somatic Symptom Scale-8, SSS-8) an der gesamten Stichprobe sowie bei Personen mit Migrationshintergrund (MH) untersucht. Bei Letzteren wurden zusätzlich die Akkulturation (Frankfurter Akkulturationsskala, FRAKK) und das Belastungsempfinden gegenüber Migrationsanforderungen (Demands of Immigration Scale, DIS) berücksichtigt. Ergebnisse: Die 550 Beschäftigten (12 % mit MH) wiesen im Durchschnitt eine klinisch relevante Depressivität (M = 13,0, SD = 5,1) (PHQ-9 ≥ 10), Ängstlichkeit (M = 3,5, SD = 1,7) (GAD ≥ 3) sowie Somatisierung (M = 13,0, SD = 5,8) (SSS-8 ≥ 12) auf. Das weibliche Geschlecht war mit höheren Werten für Ängstlichkeit und Somatisierung assoziiert. Höheres Alter und Nachtschichtarbeit hingen mit stärkerer Somatisierung zusammen. Diskussion: Die Ergebnisse bestätigen die hohe psychische Belastung der Beschäftigten in dieser Stichprobe aus Deutschland. Um deren psychische Gesundheit aufrechtzuerhalten, sollten Unterstützungsmaßnahmen insbesondere für vulnerable Gruppen wie Frauen, ältere Beschäftigte und Nachtschichtarbeitende angeboten werden." (Autorenreferat, IAB-Doku, © Springer-Verlag)
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Vor dem Kollaps!? Beschäftigung im sozialen Sektor: Empirische Vermessung und Handlungsansätze (2024)
Zitatform
Hohendanner, Christian, Jasmin Rocha & Joß Steinke (2024): Vor dem Kollaps!? Beschäftigung im sozialen Sektor. Empirische Vermessung und Handlungsansätze. Berlin: De Gruyter Oldenbourg, 111 S. DOI:10.1515/9783110748024
Abstract
"Diese Studie bietet eine empirisch fundierte Gesamtschau auf die Beschäftigung in einem der personalintensivsten und am stärksten vom Fachkräftemangel betroffenen Arbeitsfelder in Deutschland: dem sozialen Sektor. Wer das Buch liest, gewinnt ein tieferes Verständnis über Zusammenhänge und die Notwendigkeit, offen über Beschäftigung im sozialen Sektor zu debattieren. Anhand aktueller Daten zeigen die Autor:innen, dass der soziale Sektor im Wettbewerb um Arbeitskräfte schlecht dasteht. Zunehmend fehlen Arbeitskräfte und grundlegende, bislang als selbstverständlich betrachtete Leistungen der sozialen Daseinsvorsorge können immer häufiger nicht mehr erbracht werden. Die Autor:innen zeigen Wege auf, wie soziale Berufe wieder attraktiver und der Kollaps des sozialen Sektors (vielleicht) verhindert werden kann." (Autorenreferat, IAB-Doku, © De Gruyter Oldenbourg)
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Heterogeneous effects of monetary and non-monetary job characteristics on job attractiveness in nursing (2024)
Zitatform
Kroczek, Martin & Philipp Kugler (2024): Heterogeneous effects of monetary and non-monetary job characteristics on job attractiveness in nursing. In: Labour Economics, Jg. 91. DOI:10.1016/j.labeco.2024.102632
Abstract
"We apply a novel methodological approach described by Chernozhukov et al. (2018), to analyze preference heterogeneity regarding non-monetary job characteristics and trade-offs between wage and non-monetary job characteristics. Using this approach, we can describe preference heterogeneity more concise than with subgroup analysis. Analyzing data from a self-conducted factorial survey experiment on nurses, we find significant effect heterogeneity regarding non-monetary job characteristics and their trade-off with wages. We also find positive interaction effects between wage and other job characteristics. We further analyze which factors are associated with effect heterogeneity. Working hours and gender appear to be the main drivers of these effects. We also find differences regarding the sources of a nurse’s motivation to initially choose the nursing occupation. Differentiation of job characteristics (job offers) to fit different preferences can therefore be a more effective and efficient way to attract workers than a “one size fits all” solution." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2024 Elsevier) ((en))
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Arbeitszeitreport Deutschland: Ergebnisse der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2021 (2023)
Backhaus, Nils; Nold, Johanna; Lück, Marcel; Vieten, Laura ; Kaboth, Arthur ; Brenscheid, Frank; Stein, Louisa-Katharina; Michel, Alexandra ; Wöhrmann, Anne Marit ; Richter, Götz; Tisch, Anita ; Fähnrich, Julia; Entgelmeier, Ines;Zitatform
Backhaus, Nils, Johanna Nold, Laura Vieten, Ines Entgelmeier & Anita Tisch (Hrsg.) Lück, Marcel, Arthur Kaboth, Frank Brenscheid, Louisa-Katharina Stein, Alexandra Michel, Anne Marit Wöhrmann, Götz Richter & Julia Fähnrich (sonst. bet. Pers.) (2023): Arbeitszeitreport Deutschland. Ergebnisse der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2021. (baua: Bericht Forschung Projekt F 2507), Dortmund, 220 S. DOI:10.21934/baua:bericht20230526
Abstract
"Die Arbeitszeit ist nicht nur ein Schlüsselfaktor für die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, sondern bestimmt auch zu großen Teilen, wann und wie viel Zeit wir für Erholung, Freizeit und das Privatleben zur Verfügung haben. Aufgrund des Wandels in der Arbeitswelt, nicht zuletzt beschleunigt durch die SARS-CoV-2-Pandemie, steht die Arbeitszeitgestaltung wiederholt im Fokus politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Debatten. Um diese zu versachlichen, hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) bereits im Jahr 2015 das Projekt „Arbeitszeitberichterstattung für Deutschland“ etabliert, in dessen Zentrum die BAuA-Arbeitszeitbefragung steht. Im Jahr 2016 wurde der erste Arbeitszeitreport veröffentlicht. Im vorliegenden Arbeitszeitreport Deutschland werfen wir erneut einen umfassenden Blick auf die Arbeitszeitrealität in Deutschland. Das betrachtete Jahr 2021 war geprägt von der SARS-CoV-2-Pandemie, die auch Einfluss auf die Arbeitszeiten vieler Beschäftigter hatte. Datenbasis für diesen Report ist die BAuA-Arbeitszeitbefragung 2021, in der etwa 20 000 Erwerbstätige in Deutschland befragt wurden, die mindestens 10 Stunden pro Woche in ihrer Haupterwerbstätigkeit arbeiten. Der aktuelle Arbeitszeitreport Deutschland liefert einen Überblick über die Verbreitung und Verteilung verschiedener Arbeitszeitdimensionen in Deutschland. Ein Fokus liegt auf der Länge, Lage und Flexibilität von Arbeitszeiten (Teil I). In weiteren Kapiteln (Teil II) werden zudem verschiedene Erwerbsgruppen betrachtet. Dabei stehen Beschäftigte, die von zuhause arbeiten, (Solo-)Selbstständige, Mehrfachbeschäftigte, Beschäftigte in Basisarbeit, Erwerbstätige im Ruhestandsalter (Silver Worker) und Beschäftigte in versorgungsrelevanten Berufen im Zentrum. In den Analysen zu den einzelnen Arbeitszeitdimensionen werden verschiedene soziodemografische und wirtschaftsstrukturelle Merkmale berücksichtigt. Weiterhin wird auch das gleichzeitige Auftreten arbeitszeitlicher Anforderungen mit weiteren Tätigkeitsmerkmalen untersucht, von denen angenommen wird, dass sie mit der Arbeitszeitgestaltung zusammenhängen. Letztlich werden die gesundheitliche Situation der Beschäftigten sowie ihre Zufriedenheit mit der Work-Life-Balance in Abhängigkeit von den Dimensionen der Arbeitszeitgestaltung analysiert. In Ergänzung dazu wird die Veränderung der Arbeitszeitmerkmale während der SARS-CoV-2-Pandemie gesondert betrachtet. Die Ergebnisse zeigen, dass verschiedene Beschäftigtengruppen unterschiedlich von Arbeitszeitanforderungen betroffen sind. Hohe Arbeitszeitanforderungen gehen dabei häufig mit schlechterer Gesundheit und geringerer Zufriedenheit mit der Work-Life-Balance einher. Der Arbeitszeitreport Deutschland liefert damit Hinweise zur Bedeutung verschiedener Arbeitszeitdimensionen und ihrer Rolle für die gesundheitliche Situation von Beschäftigten. Die Ergebnisse sind Ausgangspunkt für weitere Veröffentlichungen, in denen detaillierte Auswertungen zu einzelnen Arbeitszeitdimensionen sowie bestimmten Beschäftigtengruppen oder Tätigkeitsbereichen dargestellt werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zu Arbeitszeit und gesundheitlichen Auswirkungen (2023)
Zitatform
Backhaus, Nils, Johanna Nold, Ines Entgelmeier, Frank Brenscheidt & Anita Tisch (2023): Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zu Arbeitszeit und gesundheitlichen Auswirkungen. (baua: Fokus), Dortmund, 44 S. DOI:10.21934/baua:fokus20230807
Abstract
"Aus arbeitswissenschaftlicher Sicht ist das Ziel gesetzlicher Regelungen zur Arbeitszeit, dass Erwerbstätige über lange Zeit leistungsfähig, belastbar und zufrieden mit ihrer Arbeit sind. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen stellen aus Sicht des Arbeitsschutzes einen (Mindest-)Standard für eine gesunde und sichere Gestaltung der Arbeit dar. Flexible Arbeitszeiten bieten eine Chance für Betriebe und Beschäftigte, wenn sie die Grenzen der Leistungsfähigkeit der Beschäftigten unter der Bedingung einer Arbeits- und Lebenswelt mit hoher Intensität berücksichtigen und hinreichend Erholungszeiten ermöglichen. Der baua: Fokus basiert auf einer Stellungnahme der BAuA im Rahmen einer Anhörung im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Schleswig-Holsteinischen Landtags." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Pension reforms, longer working horizons and depression. Does the risk of automation matter? (2023)
Zitatform
Bertoni, Marco, Giorgio Brunello & Filippo Da Re (2023): Pension reforms, longer working horizons and depression. Does the risk of automation matter? In: Labour Economics, Jg. 85. DOI:10.1016/j.labeco.2023.102447
Abstract
"We investigate the effect of postponing minimum retirement age on middle-aged workers’ depression. Using pension reforms in several European countries and data from the SHARE survey, we find that depression increases with a longer work horizon, but only among workers in occupations with a relatively high risk of automation. We explain our results with the higher job insecurity associated with occupations that are more exposed to automation, and rule out alternatives, including pension wealth effects and the differential exposure of occupations to the business cycle." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2024 Elsevier) ((en))
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Literaturhinweis
Overexertion of Effort under Working Time Autonomy and Feedback Provision (2023)
Zitatform
Dohmen, Thomas & Elena Shvartsman (2023): Overexertion of Effort under Working Time Autonomy and Feedback Provision. (IZA discussion paper / Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit 16028), Bonn, 112 S.
Abstract
"Working time autonomy is often accompanied by output-based incentives to counterbalance the loss of monitoring that comes with granting autonomy. However, in such settings, overprovision of effort could arise if workers are uncertain whether their performance suffices to secure the output-based rewards. Performance feedback can reduce or eliminate such uncertainty. We develop an experiment to show that overprovision of costly effort is more likely to occur in work environments with working time autonomy in the absence of feedback. A key feature of our design is that it allows for a clean measurement of effort overprovision by keeping performance per unit of time fixed, which we achieve by calibrating subjects' productivity on a real effort task ex ante. This novel design can serve as a workhorse for various experiments as it allows for exogenous variation of performance certainty (i.e., by providing feedback), working time autonomy, productivity, effort costs, and the general incentive structure. We find that subjects provide significantly more costly effort beyond a level necessary to meet their performance targets in the presence of uncertainty, i.e., the absence of feedback, which suggests that feedback shields workers from overprovision of costly effort." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Lange Arbeits- und Pendelzeiten als Risikofaktoren für eine depressive Symptomatik: Quer- und Längsschnittanalysen (2023)
Zitatform
Dragano, Nico, Hermann Burr, Maren Formazin, Anika Schulz & Uwe Rose (2023): Lange Arbeits- und Pendelzeiten als Risikofaktoren für eine depressive Symptomatik: Quer- und Längsschnittanalysen. In: Das Gesundheitswesen, Jg. 85, H. 11, S. 1016-1026. DOI:10.1055/a-2090-1553
Abstract
"Zusammenfassung Hintergrund Regelmäßige lange Arbeitszeiten und Arbeitswege könnten negative Folgen für die psychische Gesundheit haben. Die Studienergebnisse hierzu sind jedoch nicht eindeutig und variieren nach Ländern. Die vorliegende Analyse prüft für Deutschland Zusammenhänge zwischen langen Pendel- bzw. Arbeitszeiten und depressiver Symptomatik. Methode Die „Studie Mentale Gesundheit bei der Arbeit“ (S-MGA) ist eine Längsschnittuntersuchung einer Zufallsstichprobe sozialversicherungspflichtig Beschäftigter. An der Basiserhebung nahmen 3 413 Personen teil, von denen 2 019 nach 5 Jahren erneut befragt wurden. Wöchentliche Arbeits- und Pendelzeiten sowie Covariaten (Alter, Geschlecht, berufliche Position, psychosoziale Arbeitsbedingungen) wurden zur Basisuntersuchung erhoben. Depressive Symptome wurden zu beiden Messzeitpunkten mit dem Patient Health Questionnaire (PHQ-9) erfasst. Um Zusammenhänge zu untersuchen, wurden mittels logistischer Regression Odds Ratios mit 95%-Konfidenzintervallen unter Kontrolle von Covariaten kalkuliert. Es wurden sowohl Querschnitts- (nur Basiserhebung) als auch Längsschnittsanalysen (Basis- und Nacherhebung) durchgeführt. Ergebnisse Zur Basiserhebung hatten 7% der Beschäftigten lange wöchentliche Arbeitszeiten von≥55 Stunden, weitere 8% arbeiteten 49 bis 54 Stunden. Im Querschnitt waren lange Arbeitszeiten mit einer moderaten Erhöhung der depressiven Symptomatik gegenüber der Normalarbeitszeit (35 bis<40 h/Wo) assoziiert. Wenn die nach fünf Jahren neu auftretende depressive Symptomatik betrachtet wurde, war der Zusammenhang für Arbeitszeiten von 55 und mehr Stunden deutlich ausgeprägt (Odds ratio (OR) 2,14; 95% Konfidenzintervall (KI) 1,11;4,12), nicht jedoch für Arbeitszeiten von 49 bis 54 Stunden (OR 1,26, KI 0,65;2,43). Beschäftigte, die wöchentlich zehn Stunden und mehr pendelten, hatten im Querschnitt häufiger eine depressive Symptomatik (OR 1,83; KI 1,13;2,94) im Vergleich zur Referenzgruppe, die<2,5 Stunden pendelte. Dieser Zusammenhang war im Längsschnitt nicht zu beobachten. Schlussfolgerungen Die Ergebnisse legen nahe, dass überlange Arbeits- und Pendelzeiten mit einer depressiven Symptomatik bei Beschäftigten assoziiert sind, wobei die Effekte bzgl. Pendelzeit nur im Querschnitt zu finden waren. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Einhaltung von Arbeitszeitregelungen und der Vermeidung überlanger Arbeitszeiten für die Mitarbeitergesundheit. Zur Rolle des Pendelns sind weiterführende Untersuchungen nötig." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Büroarbeit im Wandel: Analyse der Arbeitsbedingungen von Bürobeschäftigten (2023)
Hammermann, Andrea; Stettes, Oliver;Zitatform
Hammermann, Andrea & Oliver Stettes (2023): Büroarbeit im Wandel: Analyse der Arbeitsbedingungen von Bürobeschäftigten. (IW-Report / Institut der Deutschen Wirtschaft Köln 2023,62), Köln, 28 S.
Abstract
"Die Büroarbeit hat sich im Zeitverlauf stark gewandelt und spiegelt jeweils sowohl den technischen Fortschritt als auch den Zeitgeist der Jahrzehnte wider. Während Büroräume zu Beginn der Industrialisierung in der Regel nach dem Prinzip des Taylorismus durch großflächige Büros mit aufgereihten Schreibtischplätzen gekennzeichnet waren, wurde ab den 1950er Jahren vermehrt darauf geachtet, dass die Arbeitsplätze Privatsphäre und ungestörtes Arbeiten ermöglichen, beispielsweise über die Aufteilung von Großraumbüros mit Trennwänden. In den 1980er und 1990er Jahren rückte die ergonomische Ausgestaltung und die Anpassung von Büroarbeitsplätzen an die jeweiligen personellen und tätigkeitsbezogenen Anforderungen stärker in den Fokus. Durch den vermehrten Einsatz mobiler Endgeräte in den 2000er Jahren stiegen dann die Möglichkeiten der Bürobeschäftigte von unterschiedlichen Standorten aus oder von unterwegs zu arbeiten. Seit 2016 ist die Telearbeit in Deutschland, als eingerichteter Bildschirmarbeitsplatz im Privatbereich der Beschäftigten, gesetzlich definiert und unterliegt der Arbeitsstättenverordnung. Im Folgenden wird der Begriff Homeoffice verwendet, der bislang als Teilmenge des Begriffs "mobile Arbeit" in Deutschland nicht gesetzlich definiert ist. Im Vergleich etwa zu den skandinavischen Ländern war das Arbeiten im Homeoffice in Deutschland nur wenig verbreitet (Flüter-Hoffmann/Stettes, 2022, 6 ff.). Durch die Kontaktbeschränkungen zum Infektionsschutz während der Covid-19-Pandemie war es daher für viele Beschäftigte eine neue Erfahrung, von zu Hause aus zu arbeiten und das über eine lange Zeitspanne hinweg (vgl. Bonin/Rinne, 2021; Flüter-Hoffmann/Stettes, 2022). Frodermann et al. (2020, 5) zeigen, dass rund ein Fünftel derjenigen, die vor der Covid-19-Pandemie ausschließlich im Betrieb gearbeitet haben, im ersten Pandemiejahr ganz oder teilweise im Homeoffice arbeiteten, drei Viertel von ihnen mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit. Während der Pandemie wur" (Autorenreferat, IAB-Doku)
