Arbeitsbedingungen und Gesundheit von Beschäftigten
Der Zusammenhang von Arbeitsbedingungen bzw. Arbeitsbelastungen und der Gesundheit von Beschäftigten erhält durch die demografische Entwicklung, Digitalisierung und Klimawandel neues Gewicht. Wie muss Arbeit gestaltet sein, damit die Beschäftigten langfristig und gesund erwerbstätig sein können?
Dieses Themendossier dokumentiert die Ergebnisse empirischer Forschung der letzten Jahre.
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Bleiben, gehen oder weniger arbeiten? Arbeitsqualität und berufliche Veränderungswünsche in Sozial- und Gesundheitsberufen (2026)
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Hall, Anja & Ana Santiago-Vela (2026): Bleiben, gehen oder weniger arbeiten? Arbeitsqualität und berufliche Veränderungswünsche in Sozial- und Gesundheitsberufen. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 79, H. 1, S. 53-61. DOI:10.5771/0342-300x-2026-1-53
Abstract
"Die Arbeitsqualität in Sozial- und Gesundheitsberufen ist angesichts der Fachkräfteengpässe in diesen systemrelevanten Bereichen ein zentrales Thema, das durch die Covid-19-Pandemie verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist. Dieser Beitrag untersucht auf Basis der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragungen für die Jahre 2018 und 2024 die Entwicklung der Arbeitsqualität in Sozial- und Gesundheitsberufen und anderen Berufen. Zudem werden die Auswirkungen unbesetzter Stellen im Arbeitsumfeld auf die Berufswechselabsicht und den Wunsch nach Arbeitszeitverkürzung analysiert, sowie die Rolle von Arbeitsqualitätsmerkmalen in diesem Zusammenhang betrachtet. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Arbeitsqualität in Sozial- und Gesundheitsberufen nach der Covid-19-Pandemie kaum verändert hat, während sie sich in anderen Berufen in vielen Bereichen verbesserte. Sozial- und Gesundheitsberufe zeichnen sich weiterhin durch hohe Anforderungen und eingeschränkte Autonomie sowie geringere Zufriedenheit mit dem Einkommen aus, zugleich jedoch auch durch höhere Zufriedenheit mit den Lernmöglichkeiten am Arbeitsplatz. Unbesetzte Stellen werden in Sozial- und Gesundheitsberufen häufiger nicht besetzt, was die Wahrscheinlichkeit für eine Arbeitszeitverkürzung erhöht. Dies wiederum verschärft das Problem des Fachkräftemangels." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Minimum Wages and Work Pressure (2026)
Zitatform
Nagler, Markus & Erwin Winkler (2026): Minimum Wages and Work Pressure. (CESifo working paper 12460), München, 27 S.
Abstract
"A large literature investigates the employment effects of minimum wages, with comparatively little evidence on other adjustment margins. In this paper, we analyze the impact of a nationwide introduction of minimum wages in Germany on employer-induced work pressure, using detailed worker-level survey data. Applying a difference-in-differences approach, we show that the introduction of minimum wages increased work pressure in occupations more exposed to the minimum wage. The increase in work pressure cannot be explained by compositional changes in terms of demographics, job complexity, or hours worked." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Health trends among workers in Germany and the role of changing job activities and working conditions (2025)
Zitatform
Beller, Johannes, Julia Grasshoff, Batoul Safieddine & Stefanie Sperlich (2025): Health trends among workers in Germany and the role of changing job activities and working conditions. In: Scientific Reports, Jg. 15, H. 1. DOI:10.1038/s41598-025-25692-z
Abstract
"Previous studies have found some evidence for worsening health trends in working age adults. This study aims to further investigate the time trends in self-rated health among workers and explore the potential role of changes in job activities and working conditions in explaining these trends. Data from the BIBB/BAuA Employment Surveys conducted in 2006, 2012, and 2018 were analyzed (N = 53,747, age 15+). The study variables included self-rated health as the dependent variable, and time period, age, gender, education, working hours, physical work activities, cognitive work activities, ergonomic working conditions, environmental working conditions, work intensity, work control, and work support as predictors. Logistic regression and mediation analyses were employed to study the associations between these variables and self-rated health over time periods. The findings revealed a significant deterioration in self-rated health among workers over the study period, alongside an aging and more educated workforce. Additionally, several working conditions and work activities underwent changes, with work becoming generally less physically demanding and more cognitively and psychosocially demanding. The changes in job activities and working conditions partly explained the negative trends in self-rated health, with work control and environmental conditions being most important. In conclusion, worsening trends in self-rated health among the working population were found. While changes in the world of work (especially perceived work control and hazardous environmental conditions) contribute to these trends, they constitute only part of the explanation. Further research is needed to identify further intermediary determinants driving these trends and develop targeted interventions to promote worker health and well-being." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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The Harmonised BIBB/BAuA Employment Survey 2006, 2012 and 2018 (H-ETB) (2025)
Zitatform
Berk, Beatrice van & Anett Friedrich (2025): The Harmonised BIBB/BAuA Employment Survey 2006, 2012 and 2018 (H-ETB). In: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, Jg. 245, H. 3, S. 351-361. DOI:10.1515/jbnst-2024-0048
Abstract
"The BIBB/BAuA Employment Surveys 2006, 2012 and 2018 are large cross-sections of the working population on qualification and working conditions in Germany and many publications are based on them. The data covers a wide range of topics, including information on occupations, education, job tasks, working conditions, job satisfaction and health status. A new harmonized dataset now compiles these three surveys into one file. The harmonized BIBB/BAuA Employment Survey (H-ETB) simplifies the use of the surveys for analyzes over time and analyzes of the pooled data. The dataset includes 60,048 cases and all variables that were surveyed in each wave in a harmonized form. The paper outlines the subject and methodology of the BIBB/BAuA Employment Survey as well as the harmonization." (Author's abstract, IAB-Doku, © De Gruyter) ((en))
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Wie steht es um die Gesundheit pflegender erwerbstätiger Personen?: Analyse einer Erwerbstätigenbefragung mittels Propensity Score Matching (2025)
Zitatform
Elling, Jan Mathis, Christian Hetzel, Sarah Hampel, Adelheid von Spee & Greta Ollertz (2025): Wie steht es um die Gesundheit pflegender erwerbstätiger Personen? Analyse einer Erwerbstätigenbefragung mittels Propensity Score Matching. In: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, Jg. 58, H. 4, S. 296-302. DOI:10.1007/s00391-024-02387-0
Abstract
"Hintergrund: Der Großteil der pflegebedürften Menschen in Deutschland wird zu Hause von Angehörigen oder anderen Bezugspersonen gepflegt. Viele informell Pflegende sind zudem erwerbstätig und stehen somit vor der Herausforderung, die Anforderungen beider Lebensbereiche zu vereinbaren. Dabei besteht die Gefahr, dass die eigene Gesundheit der Pflegenden leidet. Fragestellungen: (1) Inwiefern steht eine Pflegeverantwortung im privaten Umfeld bei Erwerbstätigen mit gesundheitlichen Beschwerden im Zusammenhang? (2) Innerhalb der Gruppe der pflegenden erwerbstätigen Personen, inwiefern stehen der Umfang von informeller Pflege und Erwerbsarbeit mit gesundheitlichen Beschwerden im Zusammenhang? Material und Methoden: Die Datenbasis dieser Sekundärdatenanalyse ist die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018. Um systematische Strukturunterschiede zwischen Pflegenden und Nichtpflegenden in den Analysen zu berücksichtigen, wurde das Propensity Score Matching angewendet. Ergebnisse und Diskussion: Pflegende Erwerbstätige haben häufiger psychosomatische und körperliche Beschwerden als Erwerbstätige ohne Pflegeverantwortung. Erwerbsarbeitszeit und Pflegeumfang stehen in Beziehung zueinander, und ein hoher Umfang in beiden Lebensbereichen ist mit schlechterer Gesundheit assoziiert. Schlussfolgerung: Personen, die neben ihrer Berufstätigkeit Pflegeaufgaben übernehmen, sind häufig gesundheitlich belastet. Daher sind gezielte Interventionen zur Gesundheitsförderung notwendig, um diese Gruppe zu unterstützen und ihre Gesundheit zu verbessern." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Digitalization reshaping job autonomy?: New evidence from the BIBB/BAuA employment survey 2024 (2025)
Glock, Gina;Zitatform
Glock, Gina (2025): Digitalization reshaping job autonomy? New evidence from the BIBB/BAuA employment survey 2024. In: Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, Jg. 79, H. 3, S. 369-390. DOI:10.1007/s41449-025-00480-7
Abstract
"Angesichts fortschreitender Digitalisierung untersucht dieser Artikel den Zusammenhang zwischen dem Einsatz digitaler Technologien am Arbeitsplatz und der subjektiven Wahrnehmung der Arbeitsautonomie durch Beschäftigte.Arbeitsautonomie gilt als zentrale Arbeitsressource, die es Beschäftigten ermöglicht, Arbeitsanforderungen zu begegnen, und steht in positivem Verhältnis zu Produktivität, Zufriedenheit oder Kreativität. Auf der Basis der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragungen von 2012, 2018 und 2024 werden der Einsatz und die Einführung digitaler Technologien als Indikatoren für die Digitalisierung am Arbeitsplatz herangezogen. Arbeitsautonomie wird anhand eines zusammengesetzten Index und vier Unterdimensionen (Aufgabe, Ziel, Planung, Arbeitszeit) gemessen. Mittels multipler linearer Regressionsanalysen werden die Effekte digitaler Anwendungen auf den Autonomieindex geschätzt. Die Regressionsanalysen zeigen, dass digitale Technologien auf verschiedene Weise mit der Arbeitsautonomie zusammenhängen: Videokonferenzen verbessern alle Bereiche der Autonomie, während die häufige Nutzung von Computern die Freiheit bei der Aufgabenausführung erhöht, aber die Flexibilität in Bezug auf Arbeitsziele und Arbeitszeit einschränkt. Smartphones fördern die Aufgaben- und Methodenautonomie, sind jedoch mit einem Verlust der Kontrolle über Ziele und Arbeitszeiten verbunden. Eine höhere Autonomie steht in positivem Zusammenhang mit der wahrgenommenen Entlastung durch die Einführung neuer Technologien. Diese Ergebnisse fügen sich somit in die bestehende Forschung zur ambivalenten Wirkung von Digitalisierung auf Arbeitsbedingungen ein. Praktische Relevanz: Dieser Artikel bietet einen differenzierten Blick auf den Zusammenhang zwischen Arbeitsautonomie und der Nutzung ausgewählter digitaler Tools und liefert wertvolle Erkenntnisse für Unternehmen und politische Entscheidungsträger, um Strategien für die Schaffung humaner Arbeitsbedingungen in einer zunehmend digitalisierten und intensivierten Arbeitswelt zu entwickeln. Flexible Kommunikation erweist sich in allen Bereichen als starker Treiber für mehr Arbeitsautonomie. Der Erfolg der digitalen Transformation liegt nicht in der bloßen Einführung neuer Tools und Geräte, sondern darin, wie diese erlebt werden: Wenn Beschäftigte sie als Erleichterung wahrnehmen, kann auch die Autonomie zunehmen. Die Studie liefert außerdem Erkenntnisse zu potenziellen Stressfaktoren, die aus einem Mangel an Autonomie am Arbeitsplatz resultieren. Die häufige Nutzung von Computern und Smartphones kann die Arbeitsautonomie in bestimmten Bereichen einschränken. Die Ergebnisse deuten auf einen erhöhten Leistungsdruck und eine stärkere externe Kontrolle hin. Die Arbeitsschutzperspektive muss sich daher über technische und physisch-ergonomische Aspekte hinaus stärker auf psychologische und organisatorische Faktoren konzentrieren." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Gender differences in psychosomatic complaints across occupations and time from 2006 to 2018 in Germany: a repeated cross-sectional study (2025)
Zitatform
Grasshoff, Julia, Batoul Safieddine, Stefanie Sperlich & Johannes Beller (2025): Gender differences in psychosomatic complaints across occupations and time from 2006 to 2018 in Germany: a repeated cross-sectional study. In: BMC public health, Jg. 25. DOI:10.1186/s12889-025-21462-8
Abstract
"Background: Previous research indicates that women report more psychosomatic complaints at work compared to men. However, there is a lack of research examining this gender gap across different occupational subgroups and over time. Methods: The study utilized data from the nationwide German Employment Survey of the Working Population on Qualification and Working Conditions conducted in 2005/2006, 2011/2012, and 2017/ 2018. First, gender differences in psychosomatic complaints were analysed within the occupational subgroups categorized as white-collar high-skilled, white-collar low-skilled, blue-collar high-skilled and blue-collar low-skilled workers. Second, gender stratified time trends of psychosomatic complaints were analysed. A total of 58,759 participants were included in the analysis. Results: Women consistently reported significantly higher levels of psychosomatic complaints compared to men across all years examined. The largest differences were observed in white-collar high-skilled occupations. From 2005/2006 to 2011/2012, gender differences increased; from 2011/2012 to 2017/2018, they stagnated. Conclusions: The study revealed that women experience more psychosomatic distress at work than men in all occupational subgroups and time points. White-collar high-skilled workers showed the highest gender gap in psychosomatic complaints. The gender gap widened from 2005/2006 to 2011/2012 and remained stable from 2011/2012 to 2017/2018. Future research should investigate the reasons and implications of this phenomenon, especially considering the increasing proportion of high-skilled white-collar workers, where the gender gap is most evident." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Arbeits- und Gesundheitssituation von Erwerbstätigen in der Einfacharbeit (2025)
Zitatform
Kaboth, Arthur, Marcel Lück, Lena Hünefeld & Vanessa Vegner (2025): Arbeits- und Gesundheitssituation von Erwerbstätigen in der Einfacharbeit. (baua: Bericht), Dortmund, 41 S. DOI:10.21934/baua:bericht20250331
Abstract
"Einfacharbeit umfasst Tätigkeiten, die keine formale Qualifikation voraussetzen. Diese Tätigkeiten bewegen sich im Spannungsfeld zwischen belastenden Arbeitsanforderungen und hoher gesellschaftlicher Relevanz. Bislang ist der Forschungsstand lückenhaft, und es fehlt an spezifischen Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeits- und Gesundheitssituation dieser Erwerbstätigengruppe. Im vorliegenden Bericht wird anhand verschiedener Datensätze beleuchtet, wer in Einfacharbeit tätig ist, welche Arbeitsanforderungen und -ressourcen vorzufinden sind, wie die Erwerbsverläufe bis hin zur Regelaltersgrenze der Beschäftigten aussehen und welche gesundheitlichen Konsequenzen mit Einfacharbeit einhergehen können. Der Bericht dient dazu, einen Status Quo über die hier aufgezählten Inhalte zu liefern, Forschungslücken zu identifizieren und zu schließen sowie Handlungsempfehlungen für die Arbeits- und Gesundheitssituation dieser Erwerbsgruppe darzulegen. Die Ergebnisse zeigen, dass Beschäftigte in der Einfacharbeit sowohl von körperlichen als auch psychischen Arbeitsanforderungen betroffen sind und zugleich wenige Arbeitsplatzressourcen zur Verfügung stehen. Außerdem sind im Vergleich zu anderen Erwerbgruppen die Erwerbsverläufe der Beschäftigten in der Einfacharbeit häufiger von Erwerbsunterbrechungen sowie von vorzeitigen Eintritten in die Altersrente geprägt. In verschiedenen Bereichen der Einfacharbeit kann eine Vielzahl arbeitsbezogener Anforderungen identifiziert werden, die gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Die Ergebnisse verdeutlichen eine durchschnittlich schlechtere sowie über den Erwerbsverlauf abnehmende subjektive Gesundheit. Aus Perspektive des Arbeitsschutzes müssen zunächst die Problemlagen der Beschäftigten in der Einfacharbeit identifiziert und dementsprechend passgenaue Maßnahmen ergriffen werden. Zum einen geht es dabei um die Identifizierung und Reduzierung von Belastungen am Arbeitsplatz sowie der Bereitstellung von spezifischen Ressourcen, um die Gesundheit der Beschäftigten bis ins hohe Alter zu fördern und zu erhalten. Zum anderen können (Teil-)Qualifizierungen dazu beitragen, die Motivation aber auch die Beschäftigungsstabilität sowie Arbeitsmarktchancen zu erhöhen, sodass das Risiko von Erwerbsunterbrechungen minimiert wird. Diese sollten vor dem Hintergrund des drohenden Arbeits- bzw. Fachkräftemangels lebenslauforientiert und alter(n)sgerecht gestaltet werden. Der vorliegende Bericht zeigt allerdings auch, dass noch weitere Forschung nötig ist, um die Arbeits- und Gesundheitssituation der Beschäftigten in der Einfacharbeit zu verbessern." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Faktorieller Survey zum Präsentismusverhalten 2024: Methodenbericht (2025)
Zitatform
Knigge, Charlotta, Beate Herdt-Born, Sören Winzer, Mella Perleberg & Sophie-Charlotte Meyer (2025): Faktorieller Survey zum Präsentismusverhalten 2024. Methodenbericht. (baua: Bericht), Dortmund, 73 S. DOI:10.21934/baua:bericht20250822
Abstract
"Im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) führte das IFAK Institut GmbH & Co. KG für Markt- und Sozialforschung im Zeitraum von Mai bis Oktober 2024 eine vertiefende Erhebung zum Präsentismusverhalten abhängig Beschäftigter in Deutschland durch. Ziel der Studie war es, die Entscheidungsprozesse zu analysieren, die dazu führen, dass Erwerbstätige trotz gesundheitlicher Beschwerden ihrer Arbeit nachgehen - sowohl am Arbeitsplatz als auch bei der Arbeit zu Hause. Die Erhebung wurde als Nachbefragung der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024 (BB-ETB 2024) konzipiert. Grundlage bildete eine Stichprobe von Personen, die im Rahmen der BB-ETB einer Wiederbefragung zugestimmt hatten. Insgesamt konnten 5.106 selbstadministrierte Online-Interviews (CAWI) realisiert werden. Im Zentrum der Erhebung stand ein faktorieller Survey. Die Teilnehmenden bewerteten jeweils zehn Vignetten, in denen Entscheidungssituationen bei gesundheitlicher Beeinträchtigung dargestellt wurden. In den Vignetten wurden relevante Kontextfaktoren wie Art und Schwere der Beschwerden, das Verhalten der Führungskraft, bestehende Projektverantwortung sowie die Arbeitsbelastung systematisch variiert. Ergänzend wurden Experimentalgruppen gebildet, in denen zusätzliche Informationen (z. B. über gesundheitliche Risiken) oder spezifische Symptome (z. B. Menstruationsbeschwerden) variiert wurden. Zur Vorbereitung der Befragung wurde ein kognitiver Pretest zur Verständlichkeit der Vignetten sowie technische Pretests zur Funktionalität des Onlineinstruments durchgeführt. Die Feldarbeit wurde im Rahmen eines multimodalen Kontaktverfahrens realisiert, das sowohl E-Mail- als auch telefonische Erstkontakte und Reminder umfasste. Um Repräsentativität zu gewährleisten, wurden Design- und Anpassungsgewichte auf Basis der BB-ETB 2024 Stichprobe berechnet. Der vorliegende Methodenbericht dokumentiert das Studiendesign, die Entwicklung und Umsetzung des Erhebungsinstruments, die Felddurchführung sowie die Datenprüfung, -aufbereitung und -gewichtung." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Working from home and health complaints: on the difference between telework and informal overtime at home (2025)
Zitatform
Mergener, Alexandra, Nico Stawarz, Heiko Rüger & Inga Laß (2025): Working from home and health complaints: on the difference between telework and informal overtime at home. In: Frontiers in Public Health, Jg. 13. DOI:10.3389/fpubh.2025.1465617
Abstract
"Background: With the increase in the prevalence of working from home (WFH), understanding its impact on health has become more relevant. However, the possibility that health effects may depend on the specific WFH arrangement has largely been ignored in research. Objective: The aim of this study is to offer a differentiated view of WFH by distinguishing between informal overtime at home and telework during recognized working time when assessing its associations with mental and physical health complaints. Moreover, the extent of telework is considered. The study also differentiates the group of WFH non-users by distinguishing between voluntary non-use and employer-directed non-use. Methods: We apply OLS regression models with clustered standard errors by occupation to probability-based survey data that is representative of employees in Germany. The analytical sample was restricted to employees whose job tasks could be performed at home (N = 10,365). Results: Compared to employer-directed non-users, working informal overtime at home is associated with more mental health complaints, while telework is associated with fewer mental and physical health complaints. However, the beneficial association between recognized telework and mental health only applies to employees with relatively small extents of telework. At higher extents of telework, the mental health advantages disappear, while those for physical health tend to remain. Conclusion: This study suggests that a nuanced look at patterns of use and non-use of WFH is essential when gauging its impact on health." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Die Rolle von Erreichbarkeitserwartungen und Arbeitszeiterfassung bei der Gesundheit von Beschäftigten im Homeoffice: Eine Analyse der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2015–2023 (2025)
Zeschke, Martin;Zitatform
Zeschke, Martin (2025): Die Rolle von Erreichbarkeitserwartungen und Arbeitszeiterfassung bei der Gesundheit von Beschäftigten im Homeoffice: Eine Analyse der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2015–2023. In: Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, Jg. 79, H. 3, S. 329-340. DOI:10.1007/s41449-025-00477-2
Abstract
"Ortsflexible Bildschirmarbeit in den Privaträumen von Beschäftigten („Homeoffice“) hat eine Vielzahl möglicher Vor- und Nachteile. Ein möglicher Nachteil ist, dass es vielen Beschäftigten im Homeoffice schwerer fallen kann, die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit zu ziehen. Die kann auf Dauer negative gesundheitliche Folgen haben. Die vorliegende Studie untersucht, ob höhere Erreichbarkeitserwartungen diesen Zusammenhang erklären können und ob eine betriebliche Arbeitszeiterfassung dazu beitragen kann, diese Erreichbarkeitserwartungen im Homeoffice zu reduzieren. Zur Beantwortung dieser Frage wurden die Daten der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2015–2023 (fünf Messzeitpunkte, N = 32.755 Datenpunkte, genestet in 21.455 Personen) in Mehrebenen-Strukturgleichungsmodellen analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass mehr Homeofficetage pro Woche mit höheren Erreichbarkeitserwartungen zusammenhängen, die wiederum negativ mit der allgemeinen Gesundheit assoziiert sind (jeweils im Vergleich mit anderen Personen). Der Gesamtzusammenhang zwischen Homeofficetagen pro Woche und Gesundheit ist jedoch positiv. Das heißt: Je mehr Homeofficetage pro Woche, desto besser die allgemeine Gesundheit. Zusatzanalysen zeigen, dass es hier ein Optimum von etwa zwei bis drei Tagen pro Woche gibt. Die betriebliche Arbeitszeiterfassung moderiert dabei den Zusammenhang zwischen Homeofficetagen und Erreichbarkeitserwartungen. Für Personen ohne Arbeitszeiterfassung gehen mehr Homeofficetage pro Woche mit höheren Erreichbarkeitserwartungen als bei anderen Personen einher, für Personen mit Arbeitszeiterfassung hingegen mit niedrigeren. Praktische Relevanz: Der vorliegende Artikel trägt dazu bei, die mit Homeoffice verbundenen Chancen und Risiken für die Gesundheit sowie die Erreichbarkeitserwartungen von Beschäftigten zu erkennen. Am Beispiel der Arbeitszeiterfassung als verhältnispräventiven Schutzmechanismus zeigt er, dass die organisationale Gestaltung der Arbeit (im Homeoffice) eine größere Rolle spielt als deren zeitlicher Umfang." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Arbeitsbedingte Belastungen, technologischer Wandel und die Wirkung von rentenrechtlichen Änderungen auf den Renteneintritt (2024)
Zitatform
Broockmann, Bernhard, Natalie Herdegen & Martin Kroczek (2024): Arbeitsbedingte Belastungen, technologischer Wandel und die Wirkung von rentenrechtlichen Änderungen auf den Renteneintritt. In: Deutsche Rentenversicherung, Jg. 79, H. 2, S. 71-93.
Abstract
"In diesem Beitrag untersuchen wir, inwiefern Rentenreformen unterschiedliche Effekte auf Versicherte haben, deren Berufe sich hinsichtlich arbeitsbedingter Belastungen und der Anpassung an den technologischen Wandel unterscheiden. Wir finden signifikante Unterschiede in den Effekten hinsichtlich der untersuchten Berufscharakteristika. Versicherte in belastenden Berufen weiten ihre Erwerbstätigkeit beim Wegfall einer Frühverrentungsoption weniger stark aus und stehen eher in der Gefahr, arbeitslos zu werden. Ermöglicht eine Reform einen vorzeitigen Renteneintritt, nehmen dies eher Versicherte in belastenden Berufen wahr. Versicherte in Berufen, in denen neue Technologien intensiver verwendet werden, gelingt es besser, beim Wegfall einer Frühverrentungsoption erwerbstätig zu bleiben und ihr Arbeitslosigkeitsrisiko ist geringer. Die Ergebnisse zeigen, dass eine verlängerte Erwerbsbeteiligung nicht für alle Versicherten gleichermaßen möglich ist." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Die Wechselwirkung zwischen Wiedereingliederung und betrieblichem Arbeitskontext: eine prozess- und organisationssoziologische Perspektive (2024)
Ernst, Stefanie; Droste, Luigi;Zitatform
Ernst, Stefanie & Luigi Droste (2024): Die Wechselwirkung zwischen Wiedereingliederung und betrieblichem Arbeitskontext. Eine prozess- und organisationssoziologische Perspektive. In: Sozialer Fortschritt, Jg. 73, H. 8-9, S. 563-580. DOI:10.3790/sfo.2024.1445002
Abstract
"Aus einer figurationssoziologischen Perspektive adressiert dieser Beitrag die Verflechtungszusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Wiedereingliederung und betrieblichem Arbeitskontext. Ausgehend von Analysen mit Daten der Erwerbstätigenbefragung, die auf sozialstrukturelle und organisationale Diskrepanzen bei der betrieblichen Reintegration verweisen, arbeitet der Beitrag dafür eine organisationssoziologische Deutung aus. Bei der inner- und überbetrieblichen Kooperation und Koordination im Kontext von betrieblichen Wiedereingliederungsprozessen kommt es zu einer Akzeleration von Komplexität und Kontingenz, da sich Verflechtungszusammenhänge ausdehnen und unterschiedliche organisationale Formen der Steuerung und Kontrolle in multiplen Schnittstellenfigurationen aufeinandertreffen. Dies impliziert Risiken: Nicht-intendierte Nebenfolgen intendierter Steuerungspraktiken, die auch in der Genese eines neuen Typs von „Wiedereingliederungsbiografien“ identifiziert werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Gender inequalities of psychosomatic complaints at work vary by occupational groups of white- and blue-collar and level of skill: A cross sectional study (2024)
Zitatform
Grasshoff, Julia, Batoul Safieddine, Stefanie Sperlich & Johannes Beller (2024): Gender inequalities of psychosomatic complaints at work vary by occupational groups of white- and blue-collar and level of skill: A cross sectional study. In: PLoS ONE, Jg. 19. DOI:10.1371/journal.pone.0303811
Abstract
"Background: Previous research has shown that women report more psychosomatic complaints at work than men. However, knowledge about gender inequalities in psychosomatic complaints within occupational groups and specific symptoms is lacking. This study aims to compare gender inequalities in psychosomatic complaints in the occupational groups of white-collar high-skilled, white-collar low-skilled, blue-collar high-skilled and blue-collar low-skilled workers. Methods: The study implemented a cross sectional design using data from the nationwide German Employment Survey of the Working Population on Qualification and Working Conditions conducted in 2017/ 2018. Psychosomatic complaints were operationalised by the following symptoms: headache, insomnia, tiredness, irritability, dejection, physical fatigue, and emotional fatigue. N = 20012 working German-speaking respondents were sampled. After excluding persons with missing data on the study variables, the sample consisted of N = 16359 persons. Results: Women reported significantly more psychosomatic complaints than men in the subgroups of white-collar high-skilled and white-collar low-skilled (ps < .05), inequalities in blue-collar high-skilled and blue-collar low-skilled only being numerical. Regarding specific symptoms, women reported more psychosomatic complaints then men in the subgroups of white-collar high-skilled workers, white-collar low-skilled workers, and blue-collar low-skilled workers. Headaches, physical fatigue, and emotional fatigue were the most common symptoms. The white-collar high-skilled subgroup had the highest number of symptoms with significant gender inequalities. These effects remained after controlling for age, working hours, parental status and marital status. Conclusions: Gender inequalities in psychosomatic complaints are ubiquitous but vary in their frequency by occupational subgroup and specific psychosomatic complaint. Women in white-collar high-skilled jobs in particular report to be burdened more often by many specific psychosomatic symptoms. Future studies should investigate the reasons for these occupational inequalities and develop interventions to reduce health inequalities in the workplace." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Arbeit und Gesundheit bei Erwerbstätigen im Bereich der personenbezogenen Dienstleistungen (2024)
Zitatform
(2024): Arbeit und Gesundheit bei Erwerbstätigen im Bereich der personenbezogenen Dienstleistungen. (baua: Fokus), Dortmund, 79 S. DOI:10.21934/baua:fokus20240118
Abstract
"Moderne Gesellschaften wollen produktiv, innovativ und kreativ sein, sie streben nach Nachhaltigkeit und wollen ihren Mitgliedern attraktive Lebensbedingungen bieten. Zentrale Aufgabe personenbezogener Dienstleistungen ist es, dazu einen wesentlichen Beitrag zu leisten – etwa, wenn Lehrende Wissen an Schülerinnen und Schüler vermitteln; Kinderärztinnen und -ärzte im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen die altersgemäße Entwicklung der Kinder prüfen; Familienberaterinnen und -berater bei der Krisenbewältigung unterstützen oder wenn sich Pflegende um gesundheitlich beeinträchtigte Menschen kümmern. Der Bericht konkretisiert den Begriff der personenbezogenen Dienstleistungen (pDL) und nimmt anschließend die Arbeitsbedingungen der hier Erwerbstätigen sowie deren Gesundheit in den Blick. Welche Tätigkeiten und Arbeitsmerkmale sind für die personenbezogenen Dienstleistungen typisch? Wie ist es um die Gesundheit und Zufriedenheit der Erwerbstätigen bestellt? Diese Fragen werden mit Hilfe der Daten aus der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung sowie aus der Studie zur Mentalen Gesundheit bei der Arbeit beantwortet. Das Infektionsgeschehen und die Arbeitsmerkmale personenbezogener Dienstleistungen während der COVID-19 Pandemie werden gesondert betrachtet. Auf dieser Grundlage werden Schlussfolgerungen für Verbesserungen und künftigen Handlungsbedarf abgeleitet." (Textauszug, IAB-Doku)
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Arbeitszeitreport Deutschland: Ergebnisse der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2021 (2023)
Backhaus, Nils; Nold, Johanna; Lück, Marcel; Vieten, Laura ; Kaboth, Arthur ; Brenscheid, Frank; Stein, Louisa-Katharina; Michel, Alexandra ; Wöhrmann, Anne Marit ; Richter, Götz; Tisch, Anita ; Fähnrich, Julia; Entgelmeier, Ines;Zitatform
Backhaus, Nils, Johanna Nold, Laura Vieten, Ines Entgelmeier & Anita Tisch (Hrsg.) Lück, Marcel, Arthur Kaboth, Frank Brenscheid, Louisa-Katharina Stein, Alexandra Michel, Anne Marit Wöhrmann, Götz Richter & Julia Fähnrich (sonst. bet. Pers.) (2023): Arbeitszeitreport Deutschland. Ergebnisse der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2021. (baua: Bericht Forschung Projekt F 2507), Dortmund, 220 S. DOI:10.21934/baua:bericht20230526
Abstract
"Die Arbeitszeit ist nicht nur ein Schlüsselfaktor für die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, sondern bestimmt auch zu großen Teilen, wann und wie viel Zeit wir für Erholung, Freizeit und das Privatleben zur Verfügung haben. Aufgrund des Wandels in der Arbeitswelt, nicht zuletzt beschleunigt durch die SARS-CoV-2-Pandemie, steht die Arbeitszeitgestaltung wiederholt im Fokus politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Debatten. Um diese zu versachlichen, hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) bereits im Jahr 2015 das Projekt „Arbeitszeitberichterstattung für Deutschland“ etabliert, in dessen Zentrum die BAuA-Arbeitszeitbefragung steht. Im Jahr 2016 wurde der erste Arbeitszeitreport veröffentlicht. Im vorliegenden Arbeitszeitreport Deutschland werfen wir erneut einen umfassenden Blick auf die Arbeitszeitrealität in Deutschland. Das betrachtete Jahr 2021 war geprägt von der SARS-CoV-2-Pandemie, die auch Einfluss auf die Arbeitszeiten vieler Beschäftigter hatte. Datenbasis für diesen Report ist die BAuA-Arbeitszeitbefragung 2021, in der etwa 20 000 Erwerbstätige in Deutschland befragt wurden, die mindestens 10 Stunden pro Woche in ihrer Haupterwerbstätigkeit arbeiten. Der aktuelle Arbeitszeitreport Deutschland liefert einen Überblick über die Verbreitung und Verteilung verschiedener Arbeitszeitdimensionen in Deutschland. Ein Fokus liegt auf der Länge, Lage und Flexibilität von Arbeitszeiten (Teil I). In weiteren Kapiteln (Teil II) werden zudem verschiedene Erwerbsgruppen betrachtet. Dabei stehen Beschäftigte, die von zuhause arbeiten, (Solo-)Selbstständige, Mehrfachbeschäftigte, Beschäftigte in Basisarbeit, Erwerbstätige im Ruhestandsalter (Silver Worker) und Beschäftigte in versorgungsrelevanten Berufen im Zentrum. In den Analysen zu den einzelnen Arbeitszeitdimensionen werden verschiedene soziodemografische und wirtschaftsstrukturelle Merkmale berücksichtigt. Weiterhin wird auch das gleichzeitige Auftreten arbeitszeitlicher Anforderungen mit weiteren Tätigkeitsmerkmalen untersucht, von denen angenommen wird, dass sie mit der Arbeitszeitgestaltung zusammenhängen. Letztlich werden die gesundheitliche Situation der Beschäftigten sowie ihre Zufriedenheit mit der Work-Life-Balance in Abhängigkeit von den Dimensionen der Arbeitszeitgestaltung analysiert. In Ergänzung dazu wird die Veränderung der Arbeitszeitmerkmale während der SARS-CoV-2-Pandemie gesondert betrachtet. Die Ergebnisse zeigen, dass verschiedene Beschäftigtengruppen unterschiedlich von Arbeitszeitanforderungen betroffen sind. Hohe Arbeitszeitanforderungen gehen dabei häufig mit schlechterer Gesundheit und geringerer Zufriedenheit mit der Work-Life-Balance einher. Der Arbeitszeitreport Deutschland liefert damit Hinweise zur Bedeutung verschiedener Arbeitszeitdimensionen und ihrer Rolle für die gesundheitliche Situation von Beschäftigten. Die Ergebnisse sind Ausgangspunkt für weitere Veröffentlichungen, in denen detaillierte Auswertungen zu einzelnen Arbeitszeitdimensionen sowie bestimmten Beschäftigtengruppen oder Tätigkeitsbereichen dargestellt werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Suchthaftes Arbeiten und Gesundheit: Empirische Befunde für Deutschland (2023)
Zitatform
Berk, Beatrice van, Christian Ebner & Daniela Rohrbach-Schmidt (2023): Suchthaftes Arbeiten und Gesundheit. Empirische Befunde für Deutschland. (Hans-Böckler-Stiftung. Study 482), Düsseldorf, 55 S.
Abstract
"Suchthaftes Arbeiten stellt in Deutschland kein Randphänomen dar und ist über unterschiedlichste Berufsgruppen hinweg verbreitet. Auf Basis einer groß angelegten Erwerbstätigenbefragung untersucht die vorliegende Studie detailliert die Zusammenhänge zwischen suchthaftem Arbeiten und Gesundheit. Dabei zeigt sich, dass suchthaft Arbeitende nicht nur in erhöhtem Maße psychosomatische und körperliche Beschwerden aufweisen, sondern auch seltener eine ärztliche Behandlung aufsuchen. Die Befunde haben Implikationen für einzelne Betroffene, aber auch für Betriebe und Gesellschaft." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Homeoffice und suchthaftes Arbeiten in Deutschland. Sind Homeofficeintensität und betriebliche Regulierung von Bedeutung? (2023)
Zitatform
Ebner, Christian, Beatrice van Berk & Daniela Rohrbach-Schmidt (2023): Homeoffice und suchthaftes Arbeiten in Deutschland. Sind Homeofficeintensität und betriebliche Regulierung von Bedeutung? In: Soziale Welt, Jg. 74, H. 3, S. 390-430. DOI:10.5771/0038-6073-2023-3-390
Abstract
"Im Zuge der Digitalisierung hat Homeoffice in Deutschland merklich an Bedeutung gewonnen. Während mehrere Studien die Vorteile der Arbeit von zu Hause aus betonen, gibt es auch Hinweise auf mögliche negative Effekte. Im Rahmen dieses Beitrags wird der Zusammenhang zwischen Homeoffice und suchthaftem Arbeiten auf Basis einer Stichprobe von rund 6.000 Beschäftigten in Deutschland für die Jahre 2017/2018 adressiert. Unter Anwendung von Regressionsanalysen kann erstens gezeigt werden, dass die Wahrscheinlichkeit suchthaft zu arbeiten bei Beschäftigten im Homeoffice durchschnittlich höher ist als bei Personen, die ihre Arbeit nicht im Homeoffice verrichten. Die Analysen weisen zweitens auf Möglichkeiten der Begrenzung suchthaften Arbeitens im Homeoffice hin: So ist die Wahrscheinlichkeit suchthaft zu arbeiten durchschnittlich geringer, wenn seltener von zu Hause aus gearbeitet wird, eine vertragliche Vereinbarung zum Homeoffice mit dem Betrieb getroffen wurde und die Möglichkeit besteht, die Arbeitszeiten im Homeoffice anzurechnen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Betriebliche Gesundheitsförderung in Deutschland für alle?: Ergebnisse der BIBB-/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 (2023)
Zitatform
Hollederer, Alfons (2023): Betriebliche Gesundheitsförderung in Deutschland für alle? Ergebnisse der BIBB-/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018. In: Das Gesundheitswesen, Jg. 85, H. 4, S. 277-288. DOI:10.1055/a-1658-0125
Abstract
"Ziel der Studie: Die Sekundäranalyse zielt darauf, die Verbreitung und Inanspruchnahme der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) in Deutschland zu untersuchen. Methodik: Datenbasis ist die BIBB-/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018. Sie ist eine randomisierte repräsentative CATI-Erhebung von 20.012 Erwerbstätigen ab 15 Jahren in Deutschland. Es werden Anteilswerte zwischen verschiedenen Gruppen verglichen und eine binäre logistische Regressionsanalyse durchgeführt. Ergebnisse: 47% der Erwerbstätigen berichten, dass in ihrem Betrieb in den letzten 2 Jahren Maßnahmen der BGF durchgeführt wurden. 25% der Erwerbstätigen haben an einem Angebot zur BGF in den letzten 2 Jahren teilgenommen. Mit der Betriebsgröße nehmen die Anteile der Erwerbstätigen, die ein BGF-Angebot im Betrieb bestätigen, stark zu, aber die Inanspruchnahmequoten sinken. Die Erwerbstätigen in Betrieben mit Betriebs-/Personalrat geben überproportional häufig eine Durchführung der BGF an. Erwerbstätige mit niedrigem sozio-ökonomischen Status bekunden dagegen in relativ geringem Ausmaß BGF-Angebote. BGF wird besonders wenig in Betrieben von Erwerbstätigen ohne Berufsabschluss, in einem befristeten Arbeitsverhältnis, mit Entlassungsgefahr und Leiharbeitnehmern umgesetzt. Binäre logistische Regressionsanalysen zielen darauf, Prädiktoren des BGF-Angebots zu identifizieren. Im Vergleich zu den Kleinbetrieben ist bei den Erwerbstätigen in mittleren Unternehmen die Wahrscheinlichkeit für ein BGF-Angebot in ihrem Betrieb mehr als doppelt (OR=2,17) und in Großunternehmen mehr als fünffach erhöht (OR=5,64). Im Öffentlichen Dienst stehen die Chancen von Erwerbstätigen auf BGF im Betrieb wesentlich besser als in Industrie, Handwerk, Handel oder weiteren Bereichen. Erwerbstätige mit ausländischer Staatsangehörigkeit haben im Vergleich zu deutschen Erwerbstätigen eine signifikant geringere Chance, dass in ihrem Betrieb BGF angeboten wird (OR=0,78). Ein sehr guter oder ausgezeichneter Gesundheitszustand geht mit einer etwas gesteigerten OR von 1,15 für BGF im Betrieb einher. In Betrieben, in denen die Erwerbstätigen mit der Arbeit insgesamt sehr zufrieden sind, ist die Wahrscheinlichkeit eines BGF-Angebots deutlich erhöht (OR=1,70). Schlussfolgerung: Die Studie zeigt große Disparitäten in der BGF auf. Es braucht zielgruppenspezifische Handlungsstrategien in der BGF, um sowohl Kleinbetriebe als auch innerhalb von Betrieben die Erwerbstätigen mit niedrigem sozio-ökonomischen Status besser zu erreichen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Wer leidet in der Sozialen Arbeit an Erschöpfung? (2023)
Zitatform
Hollederer, Alfons (2023): Wer leidet in der Sozialen Arbeit an Erschöpfung? In: Soziale Passagen, Jg. 15, H. 1, S. 233-250. DOI:10.1007/s12592-023-00463-7
Abstract
"Nach der internationalen Studienlage weisen Sozialarbeitende ein hohes berufsspezifisches Risiko für die Entwicklung von Disstress, Erschöpfung und Burnout auf. Gemäß dem Modell der Arbeitsanforderungen und -ressourcen (JD-R) führen hohe oder schlechte Arbeitsanforderungen zu Erschöpfung. In Deutschland besteht ein Forschungsdefizit zur Gesundheit von Sozialarbeitenden. Ziel der Untersuchung ist es, innerhalb der Sozialen Arbeit gefährdete Personengruppen unter Berücksichtigung von berufsspezifischen Einflussfaktoren zu identifizieren. Datenbasis der Sekundäranalyse ist die repräsentative BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018, die als eine randomisierte Stichprobe der Erwerbsbevölkerung in Deutschland gezogen wurde. 341 der 20.012 Befragten übten zum Erhebungszeitpunkt eine berufliche Tätigkeit als Sozialarbeitende aus. Von den Sozialarbeitenden berichteten 25 % ein häufiges Auftreten sowohl einer emotionalen Erschöpfung als auch einer körperlichen Erschöpfung in den letzten 12 Monaten während der Arbeit. Der Anteil übertrifft signifikant den Durchschnittswert von 17 % bei den anderen Berufen. Logistische Regressionsanalysen zielten innerhalb der Sozialarbeitenden auf das Auftreten von emotionaler und körperlicher Erschöpfung in den letzten 12 Monaten. In die multivariate Betrachtung wurden soziodemografische Merkmale sowie Arbeitsanforderungen und -ressourcen als Prädiktoren einbezogen. Als stärkste Prädiktorvariable stellte sich die häufige emotionale Arbeitsanforderung heraus. Bei Sozialarbeitenden, die sich berufsbedingt gehäuft in emotional belastenden Situationen befanden, ist die Wahrscheinlichkeit emotionaler und körperlicher Erschöpfung um mehr als das Dreifache gesteigert (OR = 3,19). Als sehr wichtiger Protektivfaktor wird die häufige Vereinbarkeit von Arbeitszeitplanung und Familie identifiziert (OR = 0,34). Dagegen steigerte eine höhere Arbeitsintensität die Wahrscheinlichkeit des Vorkommens emotionaler und körperlicher Erschöpfung signifikant (OR = 1,39). Die Sekundäranalyse der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 ergibt bei den Sozialarbeitenden ambivalente Resultate zu Arbeitsressourcen sowie berufsspezifischen Risiken und zeigt Präventionspotenzial auf." (Autorenreferat, IAB-Doku, © Springer-Verlag)
