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Dossier

Arbeitsmarkt Gesundheit und Pflege

Der steigende Kostendruck, die zunehmende Ökonomisierung, der Fachkräftemangel und die Auswirkungen der COVID-19 Pandemie führen im Gesundheitswesen zu einer hohen Arbeitsbelastung und -verdichtung für Beschäftigte. Dies hat zu einem Anstieg von Fehlzeiten, Fluktuation und vorzeitigem Ausscheiden aus dem Beruf geführt. Gleichzeitig steigt aufgrund der steigenden Lebenserwartung und Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen der Bedarf an Ärzten, Ärztinnen und qualifiziertem Pflegepersonal. Angesichts dieser Herausforderungen bietet das Themendossier eine Auswahl an wissenschaftlichen und praxisorientierten Befunden zu Beschäftigung, Qualifikationsbedarf und Arbeitsbedingungen im Gesundheits- und Pflegesektor.
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Veröffentlichungen zur Situation von Live-in-Kräften finden sie im Themendossier 24-Stunden-Betreuung für Menschen mit Pflegebedarf – Beschäftigungssituation der Live-ins.

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im Aspekt "Fachkräftebedarf im Gesundheits- und Pflegesektor"
  • Literaturhinweis

    Hybride Steuerung in der transnationalen Rekrutierung von Pflegekräften: Governance-Analyse des Gütesiegels Faire Anwerbung Pflege Deutschland (2026)

    Wedeking, Ann-Christin;

    Zitatform

    Wedeking, Ann-Christin (2026): Hybride Steuerung in der transnationalen Rekrutierung von Pflegekräften: Governance-Analyse des Gütesiegels Faire Anwerbung Pflege Deutschland. In: Sozialer Fortschritt, Jg. 75, H. 1, S. 97-114. DOI:10.3790/sfo.2026.1475605

    Abstract

    "Die Internationalisierung der Arbeitsmärkte und der steigende Fachkräftebedarf in Deutschland führen dazu, dass insbesondere in der Gesundheits- und Pflegebranche vermehrt Fachpersonal aus Drittstaaten rekrutiert wird. Dabei gewinnt ethische Anwerbung an Relevanz. Ein Beispiel ist das Gütesiegel Faire Anwerbung Pflege Deutschland. Der Artikel analysiert dessen Steuerungslogik als hybrid-reguliertes Instrument an der Schnittstelle von Staat, Markt und Zivilgesellschaft. Auf Basis des Implementation Models und von Governance-Konzeptionen zeigt die Analyse: Die Wirksamkeit freiwilliger Kodizes hängt nicht vom normativen Anspruch, sondern von ihrer Einbettung in rechtsstaatlich kontrollierte und institutionell verankerte Strukturen ab. Dies erfordert neue Formen demokratischer Steuerung jenseits symbolischer Politik." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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  • Literaturhinweis

    Fachkräfte gewinnen und halten: Wie Engpassbereiche attraktiver werden (2025)

    Bachmann, Ronald ; Heinze, Inga;

    Zitatform

    Bachmann, Ronald & Inga Heinze (2025): Fachkräfte gewinnen und halten. Wie Engpassbereiche attraktiver werden. Güthersloh: Bertelsmann Stiftung, 95 S. DOI:10.11586/2025081

    Abstract

    "Der deutsche Arbeitsmarkt ist durch einen sich verschärfenden Fachkräftemangel gekennzeichnet. Vor diesem Hintergrund zielt die vorliegende Studie darauf ab, die Bestimmungsfaktoren beruflicher Wechsel in Engpassberufe hinein und aus diesen Berufen heraus zu untersuchen. Faktoren, die Zuflüsse erhöhen oder Abflüsse verringern, können den Fachkräftemangel reduzieren. Die Untersuchung erstreckt sich sowohl auf den gesamten deutschen Arbeitsmarkt als auch im Besonderen auf drei Fokusbereiche, die vom Fachkräftemangel besonders stark betroffen sind und die überdies für die Wirtschaft und Gesellschaft Deutschlands eine wichtige Rolle spielen. Bei den besagten Bereichen handelt es sich um das Handwerk, die Informations- und Kommunikationstechnologien ("IKT") und den Gesundheits- und Pflegebereich. Die der Untersuchung zugrunde liegenden Daten entstammen der Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit zur Identifikation von Engpassbereichen, administrative Daten zu sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und weiteren Quellen zu beruflichen Merkmalen wie Lohn oder Arbeitszufriedenheit." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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  • Literaturhinweis

    Neoliberalism in question: The Philippines' nurse education and labour export as liberal neo‐statist development agenda (2025)

    Cabanda, Exequiel ; Yeoh, Brenda S. A. ; Walton‐Roberts, Margaret ; Acedera, Kristel A. F. ;

    Zitatform

    Cabanda, Exequiel, Brenda S. A. Yeoh, Kristel A. F. Acedera & Margaret Walton‐Roberts (2025): Neoliberalism in question: The Philippines' nurse education and labour export as liberal neo‐statist development agenda. In: International Migration, Jg. 63, H. 2. DOI:10.1111/imig.13339

    Abstract

    "Many scholars have used neoliberalism as an analytical framework to examine the Philippines' labor export policy. While neoliberalism entails a retreat of the state in favor of market reforms, evidence shows that state intervention of the market becomes larger and stronger over time. This paper utilises liberal neo-statism as an alternative framework to understand the Philippines' nurse labor export by explaining that the state's role is larger than and goes beyond labour brokerage. Following the historical institutionalism approach, we show the significant timing, sequence, and path dependence that affect the emergence of institutions that govern the Philippines' nurse labour export. Our paper reveals how specific policies and regulations in labour export are tucked within the disguise of market reforms, but which are manifest within a larger state's control. These policies serve as the state's apparatus for remittance generation and protection of migrant labour rights and welfare." (Author's abstract, IAB-Doku, Published by arrangement with John Wiley & Sons) ((en))

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  • Literaturhinweis

    Kompetenzen erweitern, Prozesse umbauen, Digitalisierung nutzen: Wie Deutschland kurzfristig Stabilität und langfristig Attraktivität gewinnt (2025)

    Eysel, Carla;

    Zitatform

    Eysel, Carla (2025): Kompetenzen erweitern, Prozesse umbauen, Digitalisierung nutzen. Wie Deutschland kurzfristig Stabilität und langfristig Attraktivität gewinnt. In: Ifo-Schnelldienst, Jg. 78, H. 11, S. 28-31.

    Abstract

    "Der anhaltende Fachkräftemangel in der Pflege ist die Konsequenz aus Demografie, strukturellen Engpässen, gesetzgeberischen Entscheidungen und unklaren Rollen in Arbeitsprozessen. Der vom Bundeskabinett beschlossene Entwurf zur Befugnis Erweiterung kann ein Wendepunkt sein: Pflegefachpersonen sollen – gestuft nach Qualifikation – heilkundliche Tätigkeiten eigenverantwortlich übernehmen. Doch die Umsetzung über Rahmenverträge kostet zu viel Zeit. Volkswirtschaftlich sinnvoll wäre eine parallel in Kraft tretende Rechtsverordnung mit einem klaren Handlungsrahmen standardisierter Tätigkeiten, die von Pflegefachkräften eigenständig übernommen werden. Flankierend braucht es eine Wende in den Organisationen – hin zu rollen- und kompetenzbasierten Teamprozessen, die streng patientenzentriert sind, eine Ausbildungsoffensive, WHO-konforme internationale Rekrutierung sowie datengetriebene Dienstplanung, Automatisierung und KI. So lässt sich kurzfristig Stabilität schaffen, mittel- bis langfristig Qualität, Attraktivität und Effizienz steigern und damit den Menschen in unserem Land die Gewissheit vermitteln, dass sie auch in 10 oder 20 Jahren eine gute und bezahlbare Gesundheitsversorgung haben werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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  • Literaturhinweis

    Können ausländische Pflegekräfte Fachkräfteengpässe reduzieren?: Erkenntnisse aus der Zuwanderung infolge der EU-Osterweiterung (2025)

    Haan, Peter; Wnuk-Soares, Izabela; Schmieder, Julia;

    Zitatform

    Haan, Peter, Julia Schmieder & Izabela Wnuk-Soares (2025): Können ausländische Pflegekräfte Fachkräfteengpässe reduzieren? Erkenntnisse aus der Zuwanderung infolge der EU-Osterweiterung. In: Ifo-Schnelldienst, Jg. 78, H. 11, S. 19-23.

    Abstract

    "Die empirische Analyse zeigt, dass Zuwanderung den Fachkräftemangel in der Pflege reduziert und somit einen Beitrag leistet, die Herausforderungen im Pflegesystem in Deutschland zu reduzieren. Allerdings zeigt sich auch, dass das Potenzial größer wäre. Gezielte Anwerbeabkommen mit Drittstaaten sind ein zunehmend wichtiges Instrument zur Gewinnung von Fachkräften für die Langzeitpflege. Darüber hinaus sollte die Einwanderung von Fachkräften aus Drittstaaten weiter vereinfacht und beschleunigt werden, insbesondere auch durch transparente und effiziente Verfahren zur Anerkennung von Qualifikationen." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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  • Literaturhinweis

    The ‘ethical recruitment’ of international nurses: Germany’s liberal health worker extractivism (2025)

    Hanrieder, Tine; Janauschek, Leon;

    Zitatform

    Hanrieder, Tine & Leon Janauschek (2025): The ‘ethical recruitment’ of international nurses: Germany’s liberal health worker extractivism. In: Review of international political economy, Jg. 32, H. 4, S. 1164-1188. DOI:10.1080/09692290.2025.2450399

    Abstract

    "International institutions increasingly promote ‘ethical recruitment’ as a standard for health worker migration from poor to rich countries. We analyze how this notion is interpreted in a country considered to be an exemplary, ‘ethical’ recruiter of international nurses. In Germany, international nurse recruitment initiatives are proliferating, and programs such as the public Triple Win scheme and a private-sector voluntary fairness certificate promise gains to all participating actors. We find that ‘ethical recruitment’ is a regime of largely voluntary protection of and care for migrant workers, which legitimizes the extraction of health workers from the Global South but hides underlying structural inequalities between countries and workers. Gains for sending countries are postulated, yet de facto merely assumed to happen through remittances, and developmental demands by sending countries remain unaddressed despite talk about circular migration and support for health systems. In short, ‘ethics’ facilitates a regime of liberal health worker extractivism: This regime recognizes individual rights (however imperfectly) but disregards developmental and social rights, and it limits state intervention to market facilitation and soft regulation. We draw on primary sources including documents retrieved through freedom of information requests, and over thirty interviews with recruiters, regulators, employers, unionists, and civil society experts." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

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  • Literaturhinweis

    Nurses on design: Triple Win in Indonesia as a testing ground for fair migration in transforming migration systems (2025)

    Hillmann, Felicitas ; Handayani, Wiwandari ;

    Zitatform

    Hillmann, Felicitas & Wiwandari Handayani (2025): Nurses on design: Triple Win in Indonesia as a testing ground for fair migration in transforming migration systems. In: Zeitschrift für Sozialreform, Jg. 71, H. 3-4, S. 267-294. DOI:10.1515/zsr-2024-0029

    Abstract

    "For more than a decade, a global race to recruit nurses from middle-income countries to work in aging, high-income nations has been underway. But very soon, middle-income countries will also face shortages in healthcare personnel. Germany, a country where, by 2040, 9 % of the population will be over 80 years of age and 28 % over 65, has reacted relatively quickly to these developments by establishing, in 2010, a specialized approach for the fair recruitment of nurses from Vietnam and the Philippines called Triple Win. Meanwhile, Indonesia has been actively pursuing new international cooperations beyond its established migration circuits involving several Asian and Arab countries. In 2021, when Indonesia was no longer part of the World Health Organisation safeguard list for healthcare personnel, Germany and Indonesia signed a government to government agreement on nurse recruitment. It contains clear elements of the migration pathways adopted for other Asian countries under this approach. This article analyses the Indonesian case as a relative latecomer in nurse migration towards Europe. It analyses ongoing recruitment under the Triple Win scheme as part of an attempt to formalize Indonesian migration dynamics through bilateral agreements. Although much is known about the functioning of global care chains in general, there is relatively little research on the “making” and design of the care chains themselves, on how institutional dynamics and spatial arrangements shape the migratory process and on how migrant agency shapes the process." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

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  • Literaturhinweis

    Pflegelandschaft Deutschland: Engpässe in der Pflege: In welchen Regionen bis 2045 besonders viele Fachkräfte fehlen (2025)

    Kostrzewa, Paula; Moog, Stefan; Kreuzer, Philipp;

    Zitatform

    Kostrzewa, Paula, Philipp Kreuzer & Stefan Moog (2025): Pflegelandschaft Deutschland. Engpässe in der Pflege: In welchen Regionen bis 2045 besonders viele Fachkräfte fehlen. (Factsheet / Prognos AG), Berlin, 5 S.

    Abstract

    "Ein zentraler Aspekt der sozialen Sicherung ist die Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Angesichts der alternden Gesellschaft in Deutschland wird die Zahl der Pflegebedürftigen in Zukunft weiter steigen. Gleichzeitig verschärft der demografische Wandel den ohnehin bestehenden Fachkräftemangel im Pflegebereich. Neben der Nachfrage nach Pflegeleistungen wird damit auch der Mangel an Personal in der Altenpflege zunehmen. Dabei zeigen sich in Deutschland regionale Unterschiede: Die Altersstruktur der Bevölkerung variiert je nach Region, ebenso wie die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften im Pflegebereich. Entsprechend untersucht diese Studie den Arbeitskräftebedarf und das -angebot in der Altenpflege, sowie entstehende Fachkräfteengpässe in deutschen Kreisen bis 2045. 1 Auf dieser Basis können gezielte Maßnahmen entwickelt werden, um eine flächendeckende und bedarfsgerechte Pflege im Sinne der sozialen Sicherung sicherzustellen." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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  • Literaturhinweis

    Mythen der Migration: Zuwanderung als Lösung des Fachkräftemangels in der Pflege? (2025)

    Krings, Torben ; Schell, Sarah;

    Zitatform

    Krings, Torben & Sarah Schell (2025): Mythen der Migration: Zuwanderung als Lösung des Fachkräftemangels in der Pflege? In: Vierteljahreshefte zur Arbeits- und Wirtschaftsforschung, Jg. 2, H. 4, S. 513-532. DOI:10.3790/vaw.2025.1473401

    Abstract

    "Dieser Beitrag setzt sich kritisch mit Annahmen auseinander, dass Zuwanderung den Fachkräftemangel in der Pflege lösen kann. Er argumentiert, dass es sich bei dieser Sichtweise um einen Mythos handelt, der annimmt, dass Deutschland einen unbegrenzten Zugriff auf qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland hat, die sich problemlos in den hiesigen Pflegearbeitsmarkt integrieren lassen und die längerfristige Bleibeabsichten haben. Der Mythos „Zuwanderung als Lösung“ dient vor allem den Interessen der Arbeitgeberverbände, die sich einen kurzfristigen Zugriff auf Pflegekräfte aus dem Ausland zur Behebung der Personalprobleme versprechen. Statt auf solch einen short-termism zu setzen, argumentiert dieser Beitrag, dass es zielführender ist, Zuwanderung als einen Baustein einer nachhaltigen Strategie der Fachkräftesicherung zu betrachten, welche auch die Verbesserung der Ausbildungs- und Beschäftigungsbedingungen miteinschließt." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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  • Literaturhinweis

    Pflege zwischen Macht und Ohnmacht – Der Fachkräftemangel in Krankenhäusern (2025)

    Mohan, Robin;

    Zitatform

    Mohan, Robin (2025): Pflege zwischen Macht und Ohnmacht – Der Fachkräftemangel in Krankenhäusern. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 78, H. 2, S. 90-98. DOI:10.5771/0342-300x-2025-2-90

    Abstract

    "Der Fachkräftemangel wird in jüngster Zeit wieder vermehrt diskutiert. In der Regel wird unterstellt, dass er die Machtposition der Beschäftigten gegenüber den Arbeitgebern verbessert. Der Beitrag widmet sich der Frage, warum dieses Machtpotenzial bisher nicht in stärkerem Maße genutzt wird. Es wird dabei davon ausgegangen, dass diese Frage in verschiedenen Arbeitsfeldern unterschiedlich zu beantworten ist, da jeweils spezifische Konstellationen von Angebot und Nachfrage vorherrschen. Das wird anhand der Krankenhauspflege spezifiziert. Dabei werden auch die Deutungen der Arbeitsmarktsituation durch die Akteur*innen selbst fokussiert, denn sie bilden einen Teil der Konstellation von Macht und Ohnmacht, werden jedoch in der bisherigen Forschung zu wenig berücksichtigt. Auf der Grundlage von Interviews mit Führungs- und Pflegekräften, die im Rahmen von qualitativen Betriebsfallstudien in drei Krankenhäusern durchgeführt wurden, wird gezeigt, dass der Fachkräftemangel eine ambivalente Wirkung hat: Er wird zwar zum Teil von den Pflegenden als zu nutzendes Machtpotenzial interpretiert, begründet jedoch auch ein Narrativ der kollektiven Handlungsunfähigkeit." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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  • Literaturhinweis

    Emerging home care markets in Central and Eastern Europe: Transformations of senior care, labour mobility, and housing in Poland and Germany (2025)

    Palenga-Möllenbeck, Ewa ; Fiebig-Spindler, Roxana ;

    Zitatform

    Palenga-Möllenbeck, Ewa & Roxana Fiebig-Spindler (2025): Emerging home care markets in Central and Eastern Europe: Transformations of senior care, labour mobility, and housing in Poland and Germany. In: Berliner Journal für Soziologie, Jg. 35, H. 3/4, S. 549-564. DOI:10.1007/s11609-025-00579-y

    Abstract

    "Angesichts der aktuellen demografischen, politischen und sozialen Entwicklungen und angetrieben durch wirtschaftliche Ungleichheiten wächst die Nachfrage nach transnationaler Altenpflege. Der Beitrag befasst sich mit der zentralen Rolle der transnationalen Vermittlungsagenturen, die Live-in-Pflege vor allem aus Polen nach Deutschland und zunehmend auch für den wachsenden Pflegemarkt in Polen anbieten. Erstens untersucht der Artikel auf der Makroebene die politische Dimension dieser Vermittlung und ihre Einbettung in die jeweiligen Wohlfahrtsstaaten (Care‑, Migrations- und Arbeitsmarkregime), in denen Pflege vor allem zu Hause und von (migrantischen) Frauen geleistet wird. Dabei wird die Wohnsituation als eine zusätzliche, analytisch relevante Dimension der Organisation von Pflege einbezogen. Zweitens richtet sich der Blick auf die Mesoebene dieser Vermittlungspraxis, indem erörtert wird, wie sich Polen von einem Auswanderungsland zunehmend zum Transit- und Einwanderungsland für Care-Arbeiter*innen wandelt und wie Vermarktlichung, Korporatisierung, Transnationalisierung und digitale Transformation Care-Arbeit, Migration und deren beider Organisation verändern. Drittens wird auf der Mikroebene analysiert, wie sich die transnationale Live-in-Arbeit zwischen zwei Haushalten auf die Arbeitsbedingungen, die eigene (Selbst‑)Sorge und die Wohnsituation der Live-in-Pflegekräfte auswirkt: Sowohl die familialistische Pflegepolitik in Polen als auch die Erbringung von Pflegearbeit im Haushalt einer pflegebedürftigen Person in Deutschland haben ihre eigenen Anforderungen, die kaum miteinander in Einklang gebracht werden können. Die transnationale politische Ökonomie der Care-Arbeit und des Wohnens erfordert daher empirisch fundierte Antworten dazu, wer die Debatten und Regelungen zur (migrantischen) häuslichen Pflege in diesem (trans)nationalen Raum wie mitgestaltet und wie das Spannungsverhältnis zwischen fairer und umfassender (Selbst‑)Pflege und gewinnorientierter Pflege aufgelöst werden kann." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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  • Literaturhinweis

    Fachkräfteengpässe in der Gesundheitsversorgung: Überwinden durch Strukturreformen (2025)

    Schreyögg, Jonas;

    Zitatform

    Schreyögg, Jonas (2025): Fachkräfteengpässe in der Gesundheitsversorgung. Überwinden durch Strukturreformen. In: Ifo-Schnelldienst, Jg. 78, H. 11, S. 24-27.

    Abstract

    "Der internationale Vergleich zeigt, dass im deutschen Gesundheitssystem im Verhältnis zur Bevölkerung vergleichsweise viele Pflegefachpersonen beschäftigt sind. Trotzdem leiden die Pflegefachpersonen im stationären Sektor unter einer relativ hohen Arbeitsbelastung, da in Deutschland eine größere Anzahl von Fällen bzw. Patient*innen pro Einwohner verzeichnet wird. Dies weist auf prozessuale, allokative und strukturelle Defizite im deutschen Gesundheitssystem hin. Dieser Beitrag zeigt Wege auf, wie in der Gesundheitsversorgung durch Strukturreformen eine Reallokation der knappen Personalressourcen erreicht werden kann, die gleichzeitig eine humanressourcenschonende, bedarfsgerechte und Redundanzen vermeidende Versorgung ermöglicht." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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  • Literaturhinweis

    Der zukünftige Beschäftigungsbedarf in der ambulanten und stationären Pflege in Sachsen: Modellrechnungen auf Kreisebene bis zum Jahr 2040 (2025)

    Sujata, Uwe; Weyh, Antje; Fuchs, Michaela ;

    Zitatform

    Sujata, Uwe, Antje Weyh & Michaela Fuchs (2025): Der zukünftige Beschäftigungsbedarf in der ambulanten und stationären Pflege in Sachsen: Modellrechnungen auf Kreisebene bis zum Jahr 2040. (IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Sachsen 01/2025), Nürnberg, 42 S. DOI:10.48720/IAB.RES.2501

    Abstract

    "Der demografische Wandel führt dazu, dass zukünftig mehr ältere und weniger junge Menschen in Sachsen leben werden. Dies hat grundlegende Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in der Pflege, denn mit der zunehmenden Zahl der Älteren steigt die Zahl der Pflegebedürftigen, für deren Versorgung wiederum mehr Beschäftigte benötigt werden. Vor diesem Hintergrund wird die mögliche Entwicklung des Bedarfs an Beschäftigten in der ambulanten und stationären Pflege bis zum Jahr 2040 für Sachsen insgesamt und für die einzelnen Kreise dargestellt. Hierbei unterscheiden die Modellrechnungen zwischen dem altersbedingten Ersatzbedarf und dem nachfragebedingten Erweiterungsbedarf und beinhalten zusätzlich Szenarien zum Renteneintrittsalter und zum Umgang mit den aktuell vorhandenen Personalengpässen in der Pflege. Mit der weiter steigenden Zahl älterer Menschen in Sachsen wird auch die professionelle Pflege an Bedeutung gewinnen. So steigt die Zahl der Pflegebedürftigen, die durch ambulante Pflegedienste versorgt werden, von 88.478 in 2023 auf rund 96.120 in 2040, die in stationären Pflegeeinrichtungen untergebracht sind, von 49.676 auf rund 55.540. Die Modellrechnungen zeigen, dass sich der Umfang der benötigten Beschäftigten, die direkt mit Pflegetätigkeiten befasst sind, in der ambulanten Pflege von heute 14.916 Vollzeitäquivalenten auf bis zu 16.650 erhöhen müsste. In der stationären Pflege sollte der Umfang von 20.691 Vollzeitäquivalenten in 2023 auf rund 23.600 in 2040 steigen. Dabei fällt in beiden Bereichen der altersbedingte Ersatzbedarf größer aus als der nachfragebedingte Erweiterungsbedarf. Der Ersatzbedarf betrifft bis zu 45 Prozent des Beschäftigungsvolumens sowohl in der ambulanten wie auch in der stationären Pflege gleichermaßen, während der Erweiterungsbedarf eine Zunahme des Beschäftigungsvolumens von bis zu 12 bzw. 14 Prozent bis zum Jahr 2040 erforderlich macht. Die tatsächliche Entwicklung des Arbeitsmarktes in der Pflegebranche hängt allerdings nicht nur vom Renteneintrittsalter der Beschäftigten ab, sondern auch von Veränderungen der Rahmenbedingungen der Pflege. Der künftige kleinräumige Bedarf wird zusätzlich von regionsspezifischen Entwicklungen, wie z. B. stark unterschiedlicher Demografie zwischen den Großstädten und den Landkreisen, innerhalb Sachsens geprägt." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    Beteiligte aus dem IAB

    Sujata, Uwe; Weyh, Antje; Fuchs, Michaela ;
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  • Literaturhinweis

    Fachkräftereport: Viel Bewegung in Gesundheitsberufen (2025)

    Tiedemann, Jurek; Kunath, Gero; Herzer, Philip;

    Zitatform

    Tiedemann, Jurek, Gero Kunath & Philip Herzer (2025): Fachkräftereport: Viel Bewegung in Gesundheitsberufen. (KOFA kompakt / Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung 2025,10), Köln, 5 S.

    Abstract

    "Auch im dritten Quartal 2025 entwickelte sich der deutsche Arbeitsmarkt aufgrund der schwachen Konjunktur negativ. Entsprechend sank die Fachkräftelücke im September 2025 gegenüber des Vorjahresmonats um 18,3 Prozent und lag bei 367.379. Dennoch bleibt die Fachkräftesituation weiter angespannt und jede dritte offene Stelle (33,4 Prozent) konnte rechnerisch nicht besetzt werden. Viel Bewegung gab es im Arbeitsmarkt für Gesundheitsberufe – in einigen Berufen sanken die Fachkräfteengpässe teils stark. Für medizinische Fachangestellte mit abgeschlossener Berufsausbildung verschwand die Fachkräftelücke fast vollständig (minus 88,0 Prozent). Auch in anderen Berufen, die für den Klinikbetrieb wichtig sind, gab es starke Rückgänge. Gleichzeitig stiegen die Fachkräfteengpässe für spezialisierte Fachkrankenpfleger:innen hingegen deutlich an. Grund dafür könnten Anpassungsprozesse in der deutschen Kliniklandschaft durch die laufende Krankenhausreform sein. Entgegen dem Trend verschärften sich die Fachkräfteengpässe in einigen Berufen jedoch deutlich. Insbesondere für ausgebildete Berufskraftfahrer: innen und in einigen Fachkraftberufen der Metall- und Elektroindustrie stieg die Zahl der rechnerisch nicht besetzbaren Stellen im dritten Quartal deutlich an." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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  • Literaturhinweis

    Comparative analysis of immigration processes in Canada and Germany: empirical results from case studies in the health and IT sectors (2024)

    Annen, Silvia ;

    Zitatform

    Annen, Silvia (2024): Comparative analysis of immigration processes in Canada and Germany: empirical results from case studies in the health and IT sectors. In: Journal of vocational education and training, Jg. 76, H. 1, S. 123-145. DOI:10.1080/13636820.2021.2015713

    Abstract

    "Twelve qualitative case studies in German and Canadian hospitals and IT companies were used in this mixed-methods study analysing the labour market outcomes of immigrants. The reported case studies investigate the immigrants' recognition, integration process and the usability of foreign qualifications, skills and work experiences in the labour market. Furthermore, the strategies and rationales of employers and employees within the recruiting process are analysed. Here, the focus lies on the transferability and obstacles of cultural and social capital across country borders as well as the relevant framework conditions. This paper refers to Bourdieu's approach towards different types of capital as well as the rational choice theory. The results demonstrate that immigrants in both countries face more obstacles accessing the labour market within the health sector than within the IT sector. The context of the recruiting situation strongly affects the strategies and behaviour of the employers or the recruiters. Within these sector- and country-specific confines, individual factors determine the immigrants' labour market success. Furthermore, the sector and the country affect the relevance of each individual factor in the recruiting process." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

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  • Literaturhinweis

    Die Fachkräftesituation in Gesundheits- und Sozialberufen (2024)

    Arndt, Franziska; Tiedemann, Jurek; Werner, Dirk;

    Zitatform

    Arndt, Franziska, Jurek Tiedemann & Dirk Werner (2024): Die Fachkräftesituation in Gesundheits- und Sozialberufen. (KOFA kompakt / Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung 2024,07), Köln, 7 S.

    Abstract

    "Die Fachkräftesituation in Gesundheits- und Sozialberufen ist sehr angespannt. Zwar hat sich der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften zwischen 2022 und 2023 etwas abgeschwächt, allerdings fehlen bundesweit weiterhin etwa 133.000 qualifizierte Arbeitskräfte in Sozial- und Gesundheitsberufen. Besonders groß ist der Mangel an Fachkräften, die eine Ausbildung abgeschlossen haben, sowie an Spezialist:innen, die einen Bachelor- oder Fortbildungsabschluss haben. Sie machen zusammen mehr als drei Viertel der Fachkräftelücke aus. Besonders angespannt ist die Fachkräftesituation bei Spezialist:innen. Gut sieben von zehn der offenen Stellen können rechnerisch nicht besetzt werden. Am größten ist die Fachkräftelücke mit durchschnittlich knapp 21.000 rechnerisch nicht besetzbaren offenen Stellen bei Spezialist:innen der Kinderbetreuung und -erziehung. Durch den demografischen Wandel ist davon auszugehen, dass der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften in Gesundheits- und Sozialberufen in den nächsten Jahren weiter steigen wird. Um diesen Bedarf decken zu können, müssen weitere Potenziale gehoben und die Fachkräftesicherung noch aktiver gestaltet werden" (Autorenreferat, IAB-Doku)

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  • Literaturhinweis

    Healthcare workforce demand and supply in the EU27: Projections for the period 2021-2071 (2024)

    Bernini, Alba; Icardi, Rossella ; Natale, Fabrizio ; Nédée, Astrid;

    Zitatform

    Bernini, Alba, Rossella Icardi, Fabrizio Natale & Astrid Nédée (2024): Healthcare workforce demand and supply in the EU27. Projections for the period 2021-2071. (EUR / European Commission), Luxemburg: Office for Official Publications of the European Communities, 62 S. DOI:10.2760/1683259

    Abstract

    "The ageing population in Europe is driving an increased demand for healthcare services, with the proportion of citizens aged 65 and over expected to rise noticeably in the coming decades. This demographic shift, coupled with the concurrently shrinking of the working-age population, is placing unprecedented strain on healthcare systems. EU Member States therefore need to strategically plan their healthcare workforce. This is a complex task as it involves various interconnected factors such as the demographic characteristics and health status of the population, the age profile of the health professionals and decisions on public health spending. This report presents the projections of the number of doctors and professional nurses in the 27 EU Member States for the period 2021-2071, obtained using our Supply and DeMand model for the healthcare workforce (SANDEM). SANDEM provides a long-term perspective at EU level and can support EU Member States in building resilient healthcare systems in the transition to a longevity society. Our findings reveal that if the number of new healthcare professionals and the number of healthcare professionals that leave the profession (for retirement or other reasons) remain the same as in 2021, the number of doctors and nurses in the EU would increase by 2071. However, this increase would still fall short of the demand projected in scenarios that consider demographic changes and either individuals’ actual use of health services or their health status. The study also highlights the potential impact of healthy ageing, i.e. fostering individuals’ well-being in older age, on long-term demand for healthcare professionals. If the burden of certain diseases continues to decrease as in the past, it could more than offset the consequences of an ageing population, leading to a reduced demand for doctors and nurses in the future." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

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  • Literaturhinweis

    Verbesserte Ausbildungsbedingungen in der Pflege? (2024)

    Bär, Stefan ; Dauner, Dominik; Steinweg, Veronica E.;

    Zitatform

    Bär, Stefan, Veronica E. Steinweg & Dominik Dauner (2024): Verbesserte Ausbildungsbedingungen in der Pflege? In: WSI-Mitteilungen, Jg. 77, H. 2, S. 131-136. DOI:10.5771/0342-300X-2024-2-131

    Abstract

    "Der Beitrag untersucht die aktuelle Situation der Praxisanleitung im Krankenhaus vor dem Hintergrund des 2020 eingeführten Pflegeberufegesetzes. Im Rahmen einer Fallstudie wurden auf einer Intensivstation eines Maximalversorgers und dessen angeschlossener Pflegefachschule qualitative Interviews durchgeführt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Änderungen auf regulativer Ebene aktuell nicht zwingend in Änderungen auf operativer Ebene im Krankenhaus übersetzen. In der Praxis kann der gesetzlich vorgeschriebene Anteil an Praxisanleitung regelmäßig nicht eingehalten werden, wodurch die Qualität der Ausbildung leidet und ihr Erfolg von Einzelpersonen abhängig ist. Es scheint, als würde mit der Einführung des neuen Pflegeberufegesetzes keine strukturelle Stärkung der Praxisanleitung einhergehen. Diese wäre jedoch dringend notwendig, um der gesetzlich formulierten zentralen Rolle der Praxisanleitung vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in der Pflege gerecht werden zu können." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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  • Literaturhinweis

    Internationalisierung der Pflege – Pflegekräfte mit ausländischer Staatsangehörigkeit und ihr Beitrag zur Fachkräftesicherung (2024)

    Carstensen, Jeanette; Wiethölter, Doris; Seibert, Holger;

    Zitatform

    Carstensen, Jeanette, Holger Seibert & Doris Wiethölter (2024): Internationalisierung der Pflege – Pflegekräfte mit ausländischer Staatsangehörigkeit und ihr Beitrag zur Fachkräftesicherung. (IAB-Forschungsbericht 22/2024), Nürnberg, 38 S. DOI:10.48720/IAB.FB.2422

    Abstract

    "Der Gesundheits- und Pflegesektor ist einer der Beschäftigungsbereiche, der in den vergangenen Jahren besonders stark gewachsen ist. Insbesondere angesichts des akuten Arbeitskräftebedarfs in den Pflegeberufen ist es von besonderer Bedeutung, dass ausländische Beschäftigte bereits seit mehreren Jahren erheblich zur Deckung des Personalbedarfs in den Pflegeberufen beitragen. Unsere Studie gibt einen Überblick über die Entwicklung der ausländischen Beschäftigten in den Pflegeberufen – differenziert nach Staatsangehörigkeit (EU- und Drittstaaten) und Anforderungsniveau der Tätigkeit. Mit der Weiterentwicklung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes (2023) traten in Deutschland ab November 2023 rechtliche Änderungen bei der Erwerbsmigration von Personen aus Drittländern in Kraft. In Deutschland ist für Pflegekräfte wie für andere reglementierte Berufe aber weiterhin ein förmliches Anerkennungserfahren zur Prüfung der Gleichwertigkeit der ausländischen Berufsqualifikation notwendig (Bushanska et al. 2023: 19). In der Pflege arbeiten mittlerweile vermehrt Personen aus Ländern außerhalb der EU, viele Pflegebeschäftigte besitzen dabei Staatsangehörigkeiten aus den Pflegeanwerbeländern (u. a. Bosnien-Herzegowina, Philippinen, Vietnam) und europäischen Staaten außerhalb der EU (Türkei, Serbien, Albanien). In der Krankenpflege ist der Anteil der Fachkräfte vor allem bei Beschäftigten aus den westeuropäischen EU-Ländern (EU-14-Länder 1) hoch. Unter den Altenpflegekräften sind vor allem Personen aus den Pflegeanwerbeländern und der Türkei relativ häufig als Fachkräfte beschäftigt. Der Arbeitsmarkt in der Pflegebranche ist nach wie vor eine Frauen- und Teilzeitdomäne. 82 Prozent der Beschäftigten sind weiblich und gut die Hälfte der Pflegekräfte arbeitet in Teilzeit (Teilzeitquote der Beschäftigten insgesamt: 30 %). Die Löhne der Beschäftigten in der Altenpflege liegen immer noch deutlich unter denen der Krankenpflegekräfte. Dabei erzielen Pflegekräfte aus den EU-14-Ländern im Vergleich die höchsten Entgelte. Diese sind vergleichsweise häufig als Fachkräfte in Krankenhäusern tätig – hier ist die Vergütung im Allgemeinen höher als im Bereich der stationären und ambulanten Altenpflege. Die Auswirkungen des demografischen Wandels zeigen sich auch in der Zunahme der älteren Beschäftigten in der Pflege. Wie sich mit Blick auf die Altersstruktur und Staatsangehörigkeit der Pflegenden zeigen lässt, wirken ausländische Pflegekräfte der ungünstigen demografischen Entwicklung bei den deutschen Pflegekräften maßgeblich entgegen. Die Zahl der älteren Beschäftigten auf Helfer*innen- und Fachkräfteniveau mit deutscher Staatsangehörigkeit hat in den letzten zehn Jahren stark zugenommen. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil der jungen Beschäftigten an allen beschäftigen Ausländer*innen deutlich. Ausländische Spezialist*innen sind in der Pflege eher selten vertreten. Aber aufgrund der hohen prozentualen Zunahme älterer deutscher Beschäftigter dürfte sich in den kommenden Jahren die Fachkräfteknappheit in dieser Gruppe nochmals verschärfen. Zugleich variiert die regionale Bedeutung von ausländischen Beschäftigten in den Kranken- und Altenpflegeberufen. In Ostdeutschland sind ausländische Pflegekräfte, abgesehen von Berlin und den berlinnahen Kreisen, fast überall unterrepräsentiert. In den westlichen Kreisen ist die Verteilung insgesamt gleichmäßiger. Vor allem in Metropol- und städtischen Regionen (z. B. München, Frankfurt/Main, Stuttgart, Nürnberg) sind anteilig die meisten ausländischen Kranken- und Altenpflegekräfte tätig." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    Weiterführende Informationen

    Interview im IAB-Forum
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  • Literaturhinweis

    Der Fachkräftemangel in Schleswig-Holstein: Entwicklungen und Perspektiven (2024)

    Christensen, Björn; Schrader, Klaus; Steglich, Frauke; Stehn, Jürgen; Klodt, Henning;

    Zitatform

    Christensen, Björn, Henning Klodt, Klaus Schrader, Frauke Steglich & Jürgen Stehn (2024): Der Fachkräftemangel in Schleswig-Holstein: Entwicklungen und Perspektiven. (Kieler Beiträge zur Wirtschaftspolitik / IfW Kiel, Institut für Weltwirtschaft 46), Kiel, 100 S.

    Abstract

    "Es wird gezeigt, dass die Gesamtarbeitskräftelücke in Schleswig-Holstein unter Status quo-Annahmen bis 2035 auf 326.799 Personen steigt und durch Fachkräfte dominiert wird. Die größten Arbeitskräftelücken sind für die Wirtschaftszweige Gesundheits- und Sozialwesen, Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe und Handel zu erwarten. Die Simulationen ergeben, dass die Kombination der Erhöhung der Erwerbsbeteiligung - z.B. von älteren Menschen und Frauen - sowie eine qualifizierte Zuwanderung einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion der Arbeitskräftelücke leisten kann. Zudem sollten die Digitalisierung und Automation auf allen Ebenen von Staat und Wirtschaft konsequent zur Verringerung von Arbeitskräftelücken genutzt werden. Im Fokus einer Fachkräftestrategie sollten die Koordination aller Akteure und eine permanente Evaluierung der ergriffenen Maßnahmen stehen. Dabei sollte es sich um ein heterogenes Maßnahmenbündel handeln, da es weder einzelne "Leuchtturm-Maßnahmen" noch simple Blaupausen für die Bewältigung der Fachkräfteproblematik gibt." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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