Niedriglohnarbeitsmarkt
Der Ausbau des Niedriglohnsektors sollte Ende der 1990er Jahre die hohe Arbeitslosigkeit reduzieren. Als Niedriglohn gilt ein Arbeitsentgelt, das trotz Vollzeitbeschäftigung keine angemessene Existenzsicherung gewährleistet – die OECD definiert den ihn als einen Bruttolohn, der unterhalb von zwei Dritteln des nationalen Medianbruttolohns aller Vollzeitbeschäftigten liegt. Betroffen von Niedriglöhnen sind überdurchschnittlich häufig Personen ohne beruflichen Abschluss, jüngere Erwerbstätige und Frauen.
Bietet der Niedriglohnsektor eine Chance zum Einstieg in den Arbeitsmarkt oder ist er eine Sackgasse? Das IAB-Themendossier erschließt Informationen zum Forschungsstand.
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IAB-Projekt
Arbeitsangebotsverhalten von Niedrigeinkommensbeziehern unter Berücksichtigung arbeitsnachfrageseitiger Restriktionen (01.01.2017 - 31.12.2019)
Popp, Martin; Wiemers, Jürgen; Mühlhan, Jannek;Projektbeschreibung
Das Mikrosimulationsmodell des IAB erlaubt es, die Auswirkungen von Reformen im Niedrigeinkommensbereich auf das Arbeitsangebot der Haushalte abzuschätzen. Theoretischer Hintergrund ist ein statisches neoklassisches Arbeitsangebotsmodell: der Haushalt entscheidet sich gemäß seiner Präferenzen für eine nutzenmaximale Kombination aus Einkommen und Freizeit unter einer Budgetrestriktion, die wesentlich von einem als exogen angenommenen Stundenlohn und den Steuer-Transfer-Regelungen bestimmt ist. Dieser traditionelle Ansatz der Modellierung des Arbeitsangebots vernachlässigt, dass für Arbeitnehmer neben den quantitativen Merkmalen einer Beschäftigung (Stundenlohn, Arbeitsumfang) auch qualitative Eigenschaften – z. B. die Art der Tätigkeit, der Arbeitsort und das Arbeitsumfeld – bei der Wahl einer Arbeitsstelle eine wichtige Rolle spielen. Ebenso wird vernachlässigt, dass individuelle arbeitsnachfrageseitige Beschränkungen bezüglich der Verfügbarkeit von Jobs mit bestimmten quantitativen und qualitativen Eigenschaften bestehen. Insbesondere für Personen im Niedrigeinkommensbereich sind nachfrageseitige Beschränkungen der Arbeitsplatzwahl von Bedeutung. Im Rahmen des Projekts wird daher ein Arbeitsangebotsmodell entwickelt, das individuelle Beschränkungen bezüglich der Verfügbarkeit von Jobs berücksichtigt.
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IAB-Projekt
Erwerbstätigkeit im Niedrigeinkommensbereich (15.10.2010 - 31.12.2012)
Feil, Michael;Projektbeschreibung
In diesem Projekt werden die Bedeutung und das Zusammenspiel der Transferleistungen Wohngeld, Kinderzuschlag und Arbeitslosengeld II untersucht. Während die Reformdiskussionen der letzten Jahre zu Einkommens- und Anreizwirkungen im Niedrigeinkommensbereich häufig nur einzelne Aspekte, wie z. B. die Hinzuverdienstregelung im SGB II oder den Heizkostenzuschlag im Wohngeld aufgreifen, wird in diesem Projekt die Absicherung von Erwerbstätigen im Niedrigeinkommensbereich durch bedarfsgeprüfte Transferleistungen insgesamt betrachtet. Dazu werden zunächst das Ausmaß und die Struktur von Erwerbstätigkeit im Niedrigeinkommensbereich und die Inanspruchnahme dieser Leistungen durch Erwerbstätige anhand der Daten des Panels „Arbeitsmarkt und soziale Sicherung“ (PASS) ausgewertet. Im Vordergrund stehen dabei der Erwerbsumfang und die Lohnverteilung der Erwerbstätigen mit Transferbezug. Die Auswertungen werden durch theoretische Analysen zum Übergang bzw. zur Abstimmung zwischen diesen Transfersystemen ergänzt. Diese werden anhand des IAB-Mikrosimulationsmodells durchgeführt. Das Projekt ergänzt verwandte Forschungsfragen in anderen Forschungseinheiten des IAB, insbesondere der Forschungsgruppe Dynamik in der Grundsicherung. Durch die Verwendung von anderen Forschungsansätzen, basierend auf Haushaltsbefragungen (SOEP und PASS) und dem IAB-Mikrosimulationsmodell, soll eine umfassende Bewertung der Transfersysteme hinsichtlich Anreizwirkungen, Inanspruchnahme und Einkommenswirkungen möglich werden.
Beteiligte aus dem IAB
Bruckmeier, Kerstin;
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