Online-Jobcenter-Befragung (OnJoB)
Das IAB untersucht im Rahmen seines gesetzlichen Auftrags das Bürgergeld. Bei der Umsetzung von Reformen kommt den Jobcentern eine zentrale Rolle zu, deshalb ist die Perspektive der Jobcenter-Beschäftigten unverzichtbar. Um deren Einschätzungen und Erfahrungen zu erheben, startete das IAB die „Online-Jobcenter-Befragung" – kurz OnJoB. Sie ist die erste bundesweite Wiederholungs-Befragung von Jobcenter-Beschäftigten in gemeinsamen und kommunalen Jobcentern. Sie findet seit dem Jahr 2024 statt. In diesem Themendossiers finden Sie Publikationen und Projekte, die im Zusammenhang mit der Onlinebefragung entstanden sind.
Zurück zur Übersicht-
IAB-Projekt
Berufliche Rehabilitation - Übergang der Leistungsverantwortung (01.03.2025 - 31.12.2029)
Rauch, Angela; Reims, Nancy;Projektbeschreibung
Mit dem 01.01.2025 wurde der neue rechtskreisübergreifende Kundenprozess Reha SGB II eingeführt. Im Zuge dessen ist auch die finanzielle Zuständigkeit für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) an die Agentur für Arbeit übergegangen. In der Online-Jobcenter-Befragung Bürgergeld (OnJoB) wurden Fragen hierzu aufgenommen, die Erfahrungen mit dem Wechsel, aber auch Einschätzungen zum Arbeitsaufwand beinhalten. In den Jahren 2027/2028 werden zudem die Übergangsprozesse mit Hilfe der LTA-Reha-Prozessdaten analysiert.
-
IAB-Projekt
Analysen zum Beschäftigungsorientierten Fallmanagement (01.01.2025 - 31.12.2028)
Zabel, Cordula; Wolf, Markus;Projektbeschreibung
Das Fallmanagement im SGB II betreut Leistungsbeziehende, die Probleme im Hinblick auf ihre persönlichen Lebensumstände haben, welche eine Integration in den Arbeitsmarkt erschweren. Beispiele sind Sucht-, Schulden-, oder Gesundheitsprobleme. Fallmanagerinnen und Fallmanager werden für den Umgang mit solchen Problemlagen geschult. Zudem ist im Fallmanagement eine höhere Betreuungsintensität als in der Arbeitsvermittlung vorgesehen. Ziel des Fallmanagements ist es, letztendlich die betreuten Leistungsbeziehenden in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Dazu sollen individuelle Ressourcen und Problemlagen erfasst, und gemeinsam mit den Kundinnen und Kunden passende Versorgungsangebote und Dienstleistungen geplant werden, welche anschließend im Rahmen des Fallmanagements implementiert und koordiniert werden (siehe Fachkonzept “Beschäftigungsorientiertes Fallmanagement im SGB II“). Im vorliegenden Projekt sollen deskriptive Analysen über die Zugänge ins Fallmanagement und Analysen zu Auswirkungen des Fallmanagement auf verschiedene Zielvariablen durchgeführt werden. Ein erster wichtiger Schritt hierfür ist eine Aufbereitung und Prüfung der Daten, die Aufschluss über die Betreuung durch das Fallmanagement geben können. Nach derzeitigem Kenntnisstand kommen hierfür drei Quellen infrage: (i) Daten darüber, ob die leistungsbeziehende Person von einem Fallmanagement-Team betreut wird. Wichtig hierfür ist zu wissen, wie das Fallmanagement in den Jobcentern organisiert ist, und ob dieses in die Arbeitsvermittlung integriert ist. Wir haben zu diesem Zweck Fragen in die vom IAB geplante OnJob-Befragung von Jobcenter Mitarbeitenden eingebracht, deren Ergebnisse uns wichtige Hinweise hierauf liefern. (ii) Informationen zu Fallmanagement-Terminen aus den Daten der Allgemeinen Terminverwaltung. (iii) Informationen zu Zu- und Abgängen in das Fallmanagement aus VerBis. Die Qualität dieser Daten muss erst noch geprüft werden. Als Datengrundlagen für die Analysen planen wir sowohl die Befragungsdaten des PASS als auch administrative Personendatensätze zu verwenden. Für die deskriptive Analyse der Zugänge kommen hierbei Regressions- und Verweildauermodelle infrage, welche den Zugang in Abhängigkeit beobachteter Merkmale darstellen, zum Beispiel nach Geschlecht, Berufsabschluss, Alter oder (je nach Datenlage) auch Gesundheitszustand. Für die Wirkungsanalyse sind verschiedene Ansätze denkbar, zum Beispiel dynamische Matching-Methoden oder Verweildaueranalysen. Die Möglichkeiten der Wirkungsanalyse können erst nach einer Sichtung der Daten letztendlich festgestellt werden. Mögliche Zielvariablen für die Wirkungsanalyse sind soziale Teilhabe und Gesundheit anhand von Befragungsdaten, sowie die Übergänge in Beschäftigung anhand administrativer Daten. Als Zeitraum für die Analyse ist ein Zeitraum vor der Corona-Pandemie 2020 und der Einführung des Bürgergeldes 2023 geplant, damit ausreichend Daten für die Analyse längerfristiger Effekte bei einer etwaigen Wirkungsanalyse zur Verfügung stünden.
-
IAB-Projekt
Forschung zur Karenzzeit Wohnen im Rahmen der Bürgergeld-Evaluierung (01.03.2023 - 31.12.2026)
Mense, Andreas; Wolf, Katja; Bähr, Sebastian;Projektbeschreibung
Das Projekt untersucht die Auswirkungen der zwölfmonatigen Karenzzeit für die Kosten der Unterkunft im Bürgergeld. Dabei soll der Einfluss auf die Bürgergeldbeziehenden als auch auf die Jobcenter-Mitarbeitenden und die Jobcenter als Organisationseinheiten untersucht werden. In Ansätzen soll das Projekt auch die fiskalischen Wirkungen nachvollziehen. Hierfür werden zum einen für bestehende und neue Befragungen des IAB Befragungsinstrumente entwickelt und erhoben. Dies umfasst Fragen im „Panel Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung“ (PASS), in der hochfrequenten Webbefragung des Online Panel for Labour Market Research (OPAL), sowie in der IAB-Webbefragung von Mitarbeitenden und den Geschäftsführungen von Jobcentern (OnJob). Zum anderen werden die georeferenzierten Prozessdaten der Bundesagentur für Arbeit verwendet, um kausale Aussagen zu Verhaltensänderungen von Grundsicherungs- bzw. Bürgergeldbeziehenden vor und nach Einführung des Bürgergeldes zur untersuchen. Zusätzlich werden im Rahmen des Projekts erstmals systematisch Zeitreihendaten zu den lokalen Referenzwerten für die Angemessenheit der Unterkunftskosten von allen Jobcentern erhoben. Damit liefert das Projekt Informationen zu Kenntnis und Einschätzung der Leistungsbeziehenden zur Karenzzeitregelung und ihrer Reform, sowie systematische Informationen zu Einschätzung und Anwendung der Karenzzeitregelungen seitens der Jobcenter. Die Prozessdatenanalysen zum Arbeitsangebot und der Weiterbildungsbereitschaft von Leistungsbeziehenden vor und nach der Reform erlauben eine Quantifizierung wichtiger Reformeffekte.
