Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Inhaltsbereich: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

SGB-II-Forschung im IAB

Das Zweite Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) trat zum Jahresbeginn 2005 in Kraft. Mit der Einführung der als ‚Hartz IV‘ bekannt gewordenen Grundsicherung für Arbeitssuchende wurde ein Sicherungssystem für alle sogenannten erwerbsfähigen Leistungsberechtigten geschaffen. Gemäß § 1 verfolgt das SGB II zwei zentrale Ziele: Es soll den Leistungsberechtigten ermöglichen, "ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht" und sie zugleich bei der Überwindung von Hilfebedürftigkeit, insbesondere durch die Eingliederung in Beschäftigung, unterstützen. Dazu erbringt das SGB II "Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalt" sowie "Leistungen zur Eingliederung in Arbeit".

Forschungsauftrag

Um die Wirkung der Grundsicherung umfassend zu analysieren, hat der Gesetzgeber zwei Forschungsaufträge formuliert, die in den beiden Absätzen von § 55 SGB II geregelt sind:

  1. Die Forschung zu den Wirkungen der Leistungen zur Eingliederung und der Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts wurde gemäß § 55 Abs. 1 SGB II in die Arbeitsmarkt- und Berufsforschung nach § 282 SGB III einbezogen und damit dem IAB übertragen.
  2. In § 55 Abs. 2 ist die Wirkungsforschung zur örtlichen Aufgabenwahrnehmung von gemeinsamen Einrichtungen und kommunalen Trägern geregelt. Diese wird nicht vom IAB durchgeführt – für die vergleichende Untersuchung der Wirkung der örtlichen Aufgabenwahrnehmung ist das BMAS zuständig. Bis 2008 fand sich eine entsprechende Regelung in § 6c SGB II.

SGB-II-Forschung im IAB

Seit 2005 untersucht das IAB die Wirkungen des SGB II und seiner Leistungen auf individueller, organisationaler und gesamtgesellschaftlicher Ebene. Das Themenspektrum reicht von Analysen zur Struktur des SGB II über mikroökonometrische Maßnahmenevaluationen bis hin zu mikrosoziologischen Untersuchungen der Lebensumstände im Grundsicherungsbezug. Die SGB-II-Forschung des IAB stützt sich dabei auf eine breite Datenbasis, zu der u.a. prozessproduzierte Daten sowie standardisierte und qualitative Befragungsdaten gehören.

Die thematische Ausrichtung der SGB-II-Forschung im IAB wird zwischen dem BMAS und dem IAB in einer Zielvereinbarung konkretisiert. Diese Vereinbarungen sind auf einen Zeitraum von vier Jahren angelegt. Im Jahr 2017 hat die vierte Zielvereinbarungsperiode begonnen.

Evaluation des Teilhabechancengesetzes

Zusätzlich zur Wirkungsforschung nach § 55 SGB II untersucht das IAB im Auftrag des BMAS die Wirkungen des Teilhabechancengesetzes, das am 1.1.2019 in Kraft trat (Evaluation der Förderinstrumente für Langzeitarbeitslose nach § 16e und § 16i SGB II). Mit diesem Gesetz werden zwei neue Instrumente ins SGB II eingefügt: „Eingliederung von Langzeitarbeitslosen“ (§16e SGB II) und „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ (§ 16i SGB II). Weitere Informationen zur Evaluation dieser Instrumente finden Sie in der Zusammenfassung des IAB-Untersuchungskonzepts.

Der SGB-II-Forschung am IAB widmen sich insbesondere die Forschungsbereiche

Aber auch in weiteren Forschungsbereichen sind Projekte der Wirkungsforschung angesiedelt. Die Stabstelle "Forschungskoordination“ (Foko) begleitet die SGB-II-Forschung im IAB und fungiert als Ansprechpartner für das BMAS.

Die Ergebnisse der SGB-II-Forschung erscheinen in unterschiedlichsten Publikationsorganen und Medien und werden so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Neben den vielen Einzelveröffentlichungen der Forscherinnen und Forscher ist 2009 ein erster Überblick der SGB-II-Forschung als Band 315 der Reihe IAB-Bibliothek erschienen. Im Dezember 2013 wurde der Überblick „Acht Jahre Grundsicherung für Arbeitsuchende. Strukturen – Prozesse – Wirkungen“ als Band 347 der IAB-Bibliothek veröffentlicht.

Fachinformationen zum SGB II

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