Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Inhaltsbereich: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

IAB-Arbeitszeitrechnung

Die IAB-Arbeitszeitrechnung (AZR) ist das Schlüsselprodukt zu den geleisteten Arbeitsstunden in Deutschland und liegt den Statistiken zum Arbeitseinsatz in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen zugrunde. Die AZR ist von großer Bedeutung für die umfassende Analyse von Arbeitsmarkttrends sowie von konjunkturellen Entwicklungen. In ihr werden Veränderungen bei den geleisteten Arbeitsstunden aufgrund von tariflichen Vereinbarungen und konjunkturellen Schwankungen mit dem Wandel der Beschäftigtenstruktur und den Erwerbsformen zusammengebracht und ergeben somit ein differenziertes Bild von Umfang, Struktur und Entwicklung der Jahresarbeitszeit der Erwerbstätigen. Ergebnisse und Schätzungen der AZR zu Arbeitszeit und Arbeitsvolumen sind Bestandteil der Kurzfristprojektionen des IAB zum Arbeitsmarkt, die zweimal jährlich als IAB-Kurzbericht erscheinen.

Das Arbeitsvolumen, also die in der Gesamtwirtschaft in Deutschland im Durchschnitt geleisteten Arbeitsstunden, werden konzeptionell in einer differenzierten Komponentenrechnung ermittelt. Das bedeutet, dass Kalendereffekte, tarifliche Vorgaben (Wochenarbeitszeit und Urlaub), konjunkturelle Einflüsse (Kurzarbeit, Überstunden und Arbeitszeitkonten) sowie personenbezogene (Krankenstand und Teilzeit) und sonstige Komponenten (Arbeitskampf und Mehrfachbeschäftigungen) gesondert berücksichtigt werden. Die Daten für diese einzelnen Arbeitszeitkomponenten werden einer Vielzahl von zur Verfügung stehenden amtlichen Statistiken und Erhebungen entnommen. Da sich diese in Periodizität, Erhebungsart und Abdeckungsgrad unterscheiden, wird dies im Berechnungskonzept z.B. über moderne Methoden der Zeitreihenanalyse berücksichtigt. Außerdem ermöglicht die Komponentenrechnung, den Beitrag und die Bedeutung zahlreicher Einzelentwicklungen in einer Gesamtentwicklung aufzuzeigen. Einzelne verlängernde bzw. verkürzende Faktoren können somit einer getrennten Analyse unterzogen werden, in ihrer Wirkung isoliert betrachtet und ihr Einfluss bestimmt werden.

Die vierteljährlich erscheinenden Zeitreihen der AZR zu durchschnittlicher Arbeitszeit und Arbeitsvolumen der Erwerbstätigen sind differenziert

  • für Beschäftigte Arbeitnehmer bzw. Selbstständige und mithelfende Familienangehörige
  • nach Quartalen seit 1991 bis zum aktuellen Rand
  • in der sogenannten A21-Gliederung nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008)
  • für die Beschäftigten unterteilt nach Arbeitszeitkomponenten sowie nach Vollzeit, Teilzeit und Mehrfachbeschäftigungen
  • sowie nach Geschlecht und Altersgruppen differenziert

verfügbar.

Die Veröffentlichungen werden von Presseinformationen des IAB begleitet.

Daten zur Entwicklung der Arbeitszeit und ihrer Komponenten

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Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 3.9.2019

Leicht sinkende Arbeitszeit der Beschäftigten puffert nachlassende Konjunktur ab

„Die Arbeitszeit der Beschäftigten sinkt etwas. So puffert sie die Konjunkturwirkung auf den Arbeitsmarkt ab. Entsprechend nimmt die Zahl der Erwerbstätigen mitten im Abschwung noch immer leicht zu“, erklärte Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“ des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), am Dienstag in Nürnberg.

Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im zweiten Quartal 2019 um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr und lag somit bei knapp 45,2 Millionen. Insgesamt arbeiteten die Erwerbstätigen in Deutschland im zweiten Quartal 2019 14,8 Milliarden Stunden. Das entspricht dem Wert im zweiten Quartal 2018.

Die Arbeitszeit pro Erwerbstätigem lag im zweiten Quartal 2019 bei 328,3 Stunden und sank damit um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hier wirkt sich allerdings auch ein Kalendereffekt aus: Im zweiten Quartal 2019 stand aufgrund der Lage der Feiertage ein Arbeitstag weniger zur Verfügung. Gegenüber dem Vorquartal ist die Arbeitszeit pro Erwerbstätigem saison- und kalenderbereinigt um 0,4 Prozent gesunken. Die durchschnittliche vereinbarte Wochenarbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten betrug 38,3 und die der Teilzeitbeschäftigten 17,6 Stunden.

Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten stieg im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,3 Prozent, die der Vollzeitbeschäftigten um 1,2 Prozent. Die Teilzeitquote lag mit 38,7 Prozent minimal über dem Stand des Vorjahres (+0,04 Prozentpunkte).

Die Beschäftigten machten im zweiten Quartal 2019 im Durchschnitt 5,7 bezahlte Überstunden und 6,0 unbezahlte Überstunden. Das sind 0,4 bezahlte Überstunden Stunden weniger und 0,1 unbezahlte Überstunden mehr als im zweiten Quartal 2018.
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