Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Zertifikat "audit berufundfamilie"


Inhaltsbereich: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Wirkung von Incentives auf den Befragungerfolg bei großen CAPI-Studien in Deutschland

Projektnummer

1479

Projektherkunft

IAB-Projekt

Projektleiterin / Projektleiter

Projektmitarbeiterin / Projektmitarbeiter

  • Felderer, Barbara

Projektstart

Oktober 2012

Projektende

Februar 2013

Kurzbeschreibung

Ein aktuelles Problem der wissenschaftlichen Umfrageforschung sind die rückläufigen Ausschöpfungsraten von Zufallsstichproben. In den meisten entwickelten Ländern sind die Ausschöpfungsraten in den vergangenen Jahren rückläufig, wenngleich im Niveau und den Veränderungsraten Unterschiede zwischen den Ländern bestehen (DeLeeuw & deHeer, 2002). Im internationalen Vergleich zählt Deutschland inzwischen zu den Ländern mit sehr niedrigen Ausschöpfungsraten – zumindest wenn die Ergebnisse aus anspruchsvollen, gut kontrollierten akademischen Studien herangezogen werden. Für diese Studien sind in Deutschland heutzutage Ausschöpfungsraten zwischen 30% und 50% die Regel.
Als eine Möglichkeit den sinkenden Ausschöpfungsraten international wie aber auch primär national zu begegnen werden zunehmend Incentivierungen angesehen.
In der englischsprachigen Literatur finden sich viele Untersuchungen über die Wirkung von Incentives bei postalischen Befragungen (Church 1993), aber zunehmend auch bei persönlich durchgeführten Befragungen (Singer et al., 1999; Lynn 2001; Laurie & Lynn 2009). Diese Studien kommen einhellig zum Schluss, dass monetäre Incentives die Ausschöpfung steigern. Weiterhin finden sie, dass die Verwendung von monetären Incentives weder die Repräsentativität der Stichprobe reduziert, noch das Antwortverhalten negativ beeinflusst. Sämtliche dieser Studien stammen jedoch aus dem anglo-amerikanischen Raum. Zwischen Erhebungen im anglo-amerikanischen Raum und deutschen Umfragen bestehen zahlreiche Unterschiede, wie z.B. die Art der Stichprobenziehung (Register- vs. Haushaltstichproben) und die Anstellung, Honorierung und Organisation der Interviewer. Vor diesem Hintergrund ist die Möglichkeit einer unreflektierten Übertragung der anglo-amerikanischen Ergebnisse auf die nationalen Bedingungen in Frage zu stellen.
Auch wenn für Deutschland keine umfassende Untersuchung der Wirkung von Incentives vorliegt, werden in deutschen face-to-face Befragungen Incentives verschiedenartig in Bezug auf Form, im Modus und im Geldwert eingesetzt. Zusammenfassend lässt sich demnach konstatieren, dass aktuell keine für die spezifischen Bedingungen in Deutschland gültigen Aussagen über die Wirkung von bedingten und unbedingten Incentives auf die Ausschöpfung in persönlichen Befragungen getroffen werden können. Im klaren Widerspruch zu dieser unklaren Evidenzlage stehen die aktuellen Bemühungen fast aller großen deutschen face-to-face Befragungen, die Ausschöpfungen mittels Einsatz monetärer Incentives zu steigern.
 

Projektziel

Die Studie soll die Incentivierungspraxis in deutschen Studien vergleichen. Ziel ist es, herauszuarbeiten, welche Incentivierung für die Erhöhung der Responseraten der Surveys am geeignetsten ist. Darüber hinaus soll der Effekt von Incentives auf den Nonresponse Bias evaluiert werden.

Beteiligte Institute

  • Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit

Projektstatus

Abgeschlossen
 

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