Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Zertifikat "audit berufundfamilie"


Inhaltsbereich: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Verzerrungen von namensbasierten Verfahren zur Ziehung von Migrantenstichproben

Projektnummer

1275

Projektherkunft

IAB-Projekt

Projektleiterin / Projektleiter

Projektmitarbeiterin / Projektmitarbeiter

  • Bachteler, Tobias
  • Gramlich, Tobias
  • Schnell, Rainer (Universität Duisburg-Essen, Institut für Soziologie)

Projektstart

August 2010

Projektende

Dezember 2013

Kurzbeschreibung

Migranten und Ausländer sind von besonderem Interesse für die Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, da sie vor besondere Herausforderungen auf dem deutschen Ar-beitsmarkt gestellt sind (bspw. durch unterschiedliche sprachliche und Bildungsvoraus-setzungen und Benachteiligungen, unterschiedliches Erwerbsverhalten innerhalb der Familie), die Einfluss auf die Erwerbsbeteiligung und Erfolg auf dem Arbeitsmarkt ha-ben. Zur Untersuchung von Bildungsbeteiligung und –erfolg als auch Integration, Betei-ligung und Erfolg auf dem, deutschen Arbeitsmarkt sind eigene Stichproben von Mig-ranten oder Ausländern erforderlich, wobei zur Stichprobenziehung spezielle Techniken verwendet werden, um Screening- und Erhebungskosten gering zu halten. Eine in den Sozialwissenschaften geläufige Methode besteht in der Analyse von Namen  von Personen der Grundgesamtheit zur Klassifizierung eines Haushalts der Zielpopulation; dabei werden bspw. Vor- und Nachnamen anhand einer Liste bekannter und häufiger Namenszugehörigkeiten zu bestimmten Nationalitäten klassifiziert. Inwieweit namensbasierte Verfahren eine korrekte Abgrenzung leisten ist bislang nicht untersucht worden.

Gelangen Personen ohne den entsprechenden Migrationshintergrund in die Stichprobe, so können Verzerrungen ausgeschlossen werden, indem man ein Screening vor-schaltet, d.h. die Personen fragt, ob sie den fraglichen Migrationshintergrund besitzen. Allerdings ist dieses Screening mit hohen Kosten verbunden, so dass man in der Regel Schwellenwerte wählt, die Zahl dieser falsch positiven klein halten.

Gelangen dagegen Personen mit dem entsprechenden Migrationshintergrund nicht in die Stichprobe, so kann dies zu Verzerrungen führen, wenn z.B. nicht für das Her-kunftsland typische Name, Hinweise auf eine überdurchschnittlich gute Integration in die Deutsche Gesellschaft sind. Die Lage von Personen mit Migrationshintergrund könnte dann systematisch schlechter beurteilt werden als sie tatsächlich ist.

Ziel des Forschungsprojekts ist die Analyse von Verzerrungen von Migrantenstichproben, die auf namensbasierten Verfahren basieren. PASS ist eine große Längsschnittbefragung zum Thema Arbeitsmarkt und soziale Sicherung, an der eine ausreichend große Anzahl von Migranten teilnimmt und in der der Migrationshintergrund bis in die dritte Generation erhoben wird.

In einem ersten Schritte werden nur Namen sämtlicher Befragungspersonen, die an mindestens einer der ersten drei PASS-Wellen teilgenommen haben, ohne Verknüp-fung zu den Befragungsdaten benötigt. Für jeden dieser Namen werden mit einem namensbasierten Verfahren – wie es bei der Generierung von Ausländerstichproben einge-setzt wird – die sechs Wahrscheinlichkeit berechnet, das es sich um:

a) eine Person Deutscher Herkunft handelt
b) eine Person mit türkischem Migrationshintergrund handelt
c) eine Person mit Migrationshintergrund aus den Nachfolgestaaten der Sowjet-union handelt
d) eine Person mit Migrationshintergrund aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens handelt
e) eine Person mit polnischem Migrationshintergrund handelt
f) eine Person mit italienischem Migrationshintergrund handelt

Nur diese sechs Wahrscheinlichkeiten werden in der Folge mit den Befragungsdaten des PASS verknüpft (Scientific Use Files der Wellen 2 und 3). Für unterschiedliche Schwellenwerte wird untersucht, ob sich falsch Negative, also Personen mit dem jewei-ligen Migrationshintergrund, die von dem Verfahren nicht als solche erkannt werden, bezüglich zentraler Indikatoren wie Integration, Arbeitsmarktpartizipation, Bildung oder Einkommen von Personen unterscheiden, die das Verfahren als Personen mit dem entsprechenden Migrationshintergrund erkennt.

Das Projekt soll dann unter anderem Aufschluss darüber geben, wie man Schwellen-werte verändern kann, um zu vertretbaren Screening-Kosten Verzerrungen möglichst gering zu halten.
 

Projektziel

Ziel des Forschungsprojekts ist die Analyse von Verzerrungen von Migrantenstichproben, die auf namensbasierten Verfahren basieren. PASS ist eine große Längsschnittbefragung zum Thema Arbeitsmarkt und soziale Sicherung, an der eine ausreichend große Anzahl von Migranten teilnimmt und in der der Migrationshintergrund bis in die dritte Generation erhoben wird.

Beteiligte Institute

  • Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit
  • Universität Duisburg-Essen, Institut für Soziologie

Projektstatus

Abgeschlossen
 

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